SKINCARE: THE ORDINARY „LACTIC ACID 10% + HA 2%“ * LOHNT SICH DAS?

Ein relativ mildes Alpha-Hydroxy-Peeling, plus Hyaluron, plus einem Extrakt aus Tasmanischen Pfefferbeeren. Hui, hört sich spannend an. Besonders wenn man sich den äusserst günstigen Preis dazu anschaut. Aber lohnt sich das wirklich…?

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Heute geht es also einmal um ein Produkt von „The Ordinary“. Über diese Firma, die Mutter ist „DECIEM“, habe ich ja schon ein paarmal berichtet, denn um den Hype zu den TO Produkten kommt man einfach derzeit nicht herum.

Das mag an den unglaublich günstigen Preisen liegen, aber auch an den recht überschaubaren Formulierungen, die allerdings eher für die fortgeschritteneren Beautyjunkies unter uns gedacht sind. Mit Begriffen wie AHA, Hyaluron und Co. sollte man schon etwas anfangen können.

Ein gutes chemisches Peeling kann man immer gebrauchen, auch wenn ich eigentlich in diesem Bereich mein absolutes Lieblingsprodukt bereits gefunden habe. Ausprobieren kann nicht schaden. Und da ich regelmäßig chemische Peelings anwende, habe ich mich auch sofort an die Milchsäure mit 10% herangewagt. (Das mildere TO Produkt enthält 5% Milchsäure und ebenfalls 2% Hyaluron).

 

EXKURS MILCHSÄURE:

Milchsäure (Lactic Acid) ist eine Alpha-Hydroxy-Säure, die über wirksame Anti-Aging Eigenschaften verfügt und die Erneuerung der Epidermis stimulieren kann. Zusätzlich ist Milchsäure ein Feuchtigkeitsspender und trägt zur Aufhellung von Pigmentflecken bei.

Milchsäure wird natürlicherweise in der Haut gefunden. Ihre Rolle ist hauptsächlich den Säureschutzmantel auf einem pH-Wert von 5,5 – 6,0 zu halten. Die Milchsäure ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender. Sie zieht Wassermoleküle aus dem Stratum Corneum und stabilisiert dadurch die Barrierefunktion der Haut. Sie kann den Farbton und das Relief der Haut gleichmäßiger machen, bringt die Melaninproduktion ins Gleichgewicht (Hemmung Tyrosinase Aktivität) und besitzt einen antioxidativen Effekt. Milchsäure Peeling hilft bei der Behandlung von Melasmen, Zeichen der Hautalterung (Trockenheit, Falten und Linien, Spannkraftverlust…) und eingeschränkt bei einer Akne-Behandlung.

Die Moleküle der Milchsäure sind vergleichsweise groß, sodass diese nicht in sehr tiefen Hautschichten wirken, was das Milchsäurepeeling sehr verträglich macht.

Wie fühlt es sich an?

Wie ein Serum wird das Produkt mit einer Pipette entnommen, und entsprechend wässrig ist es auch. Allerdings hat es einen ganz leicht klebrigen Charakter, was aber nicht weiter stört, wenn man sich nach der Anwendung die Hände wäscht.

Das leicht gelbliche Serum zieht schnell und gut in die Haut ein, man merkt kein prickelndes Gefühl auf der Haut, was für die milde Milchsäure spricht. Meine Haut hat es bestens vertragen, meine Rosazea hat sich nicht gemeldet. Meine Haut fühlte sich aber nach der Anwendung etwas trocken an.

Über den Duft kann ich allerdings nicht so viel Positives sagen! Der ist aussergewöhnlich gruselig. Irgendwie übel und nicht gerade belebend. Für mich geradezu atemberaubend, im wahrsten Sinne. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich das Serum nicht mehr verwende, aber dazu später mehr!

 

Wie wendet man es an?

Einmal täglich, am besten abends, NACH der Reinigung, VOR weiteren Seren, Öls und/oder Cremes. Es sollte eine kurze Wartezeit eingelegt werden, bevor man die weiteren Pflegeschritte ausführt (ein paar Minuten reichen meist). Ist man noch nicht so vertraut mit Säuren, kann man das Produkt auch mischen (1:1 mit einem Serum, oder weniger mit einer Creme), dann kann man sich in die Verwendung der Säure „einschleichen“, was sehr schonend ist und die Haut nicht unnötig reizt.

Ein paar Tropfen sind genug, hier braucht man nicht klotzen. Aber unbedingt die Nase zuhalten!

UV-Alarm! Bei Verwendung von chemischen Peelings immer einen Sonnenschutz tagsüber auftragen, auch im Winter!

 

Was ist drin?

10% Milchsäure ist eine schöne und wirksame Menge, da kann man wirklich nicht meckern. Der pH Wert des Produktes ist offiziell mit ca. 3,8 angegeben, was das Produkt als Peeling wirksam bleiben lässt. Super.

Zum Glycerin (Feuchtigkeit) und Hyaluron brauche ich wohl nicht viel zu sagen, es ist hier in einer guten Dosierung enthalten. Allerdings nicht in verschiedenen Molekülgrößen, sondern in einer quervernetzten Version, die mehr Wasser speichern kann. Das ist trotzdem eher eine nette Dreingabe. Um die Haut stärker aufzupolstern, sollte man sich zusätzlich die Hyaluronseren von TO oder (besser noch) NIOD ansehen!

Die Tasmanische Pfefferbeere wirkt antioxidativ und stark hautberuhigend, sowie anti-entzündlich. Allerdings ist dieser Extrakt in Kosmetikprodukten noch nicht so weit verbreitet und dementsprechend auch noch nicht oft begutachtet worden. (Eine besonders beruhigende Wirkung auf meine Haut konnte ich nicht ausmachen.)

INCI

Aqua (Water), Lactic Acid (Peeling), Glycerin (Feuchtigkeit), Pentylene Glycol (Lösungsmittel), Arginine (Aminosäure), Potassium Citrate (Puffer), Triethanolamine, Sodium Hyaluronate Crosspolymer (Feuchtigkeit, quervernetzt), Tasmannia Lanceolata Fruit/Leaf Extract (Beruhigung, Anti-entzündlich, AOX), Acacia Senegal Gum, Xanthan Gum (Konsistenz), Trisodium Ethylenediamine Disuccinate (Komplexbildner), PPG-26-Buteth-26, Ethyl 2,2-Dimethylhydrocinnamal (Duftstoff), PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (Emulsionsbildner), Ethylhexylglycerin, 1,2-Hexanediol (Lösungsmittel), Caprylyl Glycol (Weichmacher).

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Mein persönlicher Eindruck:

Ich mag es nicht – Ausrufezeichen! Warum eigentlich? Schlecht ist es nicht, aber der Gestank, anders kann ich es wirklich nicht nennen, verursachte eine fürchterlich schlechte Laune bei mir! Nun kann man ja froh sein, dass das Produkt nicht stärker künstlich beduftet ist, was schonender für die Haut ist. Und natürliche Inhaltsstoffe haben nun mal auch ihren natürlichen Geruch, den man höchstens künstlich unterdrücken könnte, aber das wollen wir ja auch nicht.

Also bleibt nur noch, sich mit dieser Nasenreizung zu arrangieren, oder (und das ist meine Strategie) man wendet sich anderen Produkten zu, die eine für die Nase erträglichere Wirkstoffkombi enthalten. Meine erste Wahl ist da ganz klar die Mandelsäure, welche einen ziemlich angenehmen und sehr leichten Eigenduft besitzt, dabei aber ebenso sanft zur Haut ist, wie die Milchsäure.

Der Effekt auf meiner (an Säure gewöhnte) Haut war eher bescheiden. Ich konnte durchaus weiterhin einen klaren Teint feststellen, aber ich hatte auch das Gefühl, dass die Hautfeuchtigkeit nicht so gut erhalten blieb, wie bei meinem üblichen Mandelsäurepeeling. Auch gab es nicht diesen schönen „sofort-glatt“ Effekt, den ich bei anderen Produkten dieser Art verzeichnen kann. Ich glaube schon, dass das Peeling wirkt, aber eben doch deutlich zu wenig für eine Haut, welche schon längere Zeit mit Säure behandelt wurde.

Da der Duft für mich persönlich auch völlig unerträglich war, habe ich das Produkt nach fast zwei Wochen abgesetzt und wieder durch Mandelsäure ersetzt. Am „Face Serum“ von HighDroxy und alle paar Wochen „M40“ von Dermedics geht für mich einfach kein Weg vorbei.

Wer mal in die Welt der Säurepeelings hineinschnuppern (ähem) möchte, kann mit der 5% Version sicherlich nicht viel falsch machen, zumal der Preis einfach unschlagbar ist! Aber auch 10% sind in meinen Augen noch sehr verträglich und der Tasmanische Pfefferbeerenextrakt sorgt für eine Beruhigung der Haut.

30ml kosten ca. € 6,79 (zB. über DECIEM)

 

🙂

+sehr schonend

+unwahrscheinlich günstig

+wirksame Mischung von AHA mit beruhigendem Stoff, AOX und Feuchtigkeitsspendern

+wirksamer pH-Bereich

 

😦

-schrecklicher Geruch

-etwas klebrig

-wirkte bei mir ein wenig austrocknend

-zu schwach bei säuregewohnter Haut

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Informationen/Studien zu den Wirkungen des Tasmanischen Pfeffers: Klick!

 

.

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser   Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring!)

19 Kommentare

  1. Guten Morgen 🙂
    Ich hab ja schon mit Spannung auf eines deiner ersten TO-Reviews gewartet! 🙂

    Ich habe den Niacinamid-Booster und „The Buffett“ ausprobiert und vor allem letzteres hat für mein Empfinden ebenfalls regelrecht gemüpfelt. Irgendwie nach uraltem, mal feucht gewordenem Schrank oder so 😀
    Beim Niacinamid-Produkt ist es nicht ganz so krass, aber doch ein wenig.

    Wie ist denn deine „Geruchserfahrung“ mit den anderen TO-Produkten, kannst du dazu schon was sagen?

  2. Ich mag den klebrigen Charakter der Sachen nicht unbedingt. Nun ja, das sind eben alles die Abstriche, die man wegen des günstigen Preises in Kauf nehmen muss :P. Meine komplette Routine aus diesen Produkten zu gestalten könnte ich mir beispielsweise niemals vorstellen, Hautpflege soll ja schließlich auch den Faktor Entspannung und gewissermaßen Luxus bedienen – bei mir zumindest :). Aber ich habe, wie Du ja weißt, durchaus Nachkaufkandidaten am Start.

  3. Ich verwende es auch und bin begeistert! Meine Haut ist Säuren zwar auch schon gewohnt, aber nicht in den Ausmaß wie deine 😉 Das klebrige stört mich null, da ich ja danach drüber creme und dann verschwindet es. Hände lassen sich waschen. Aber ja, der Geruch ist wirklich nicht lecker – irgendwie stinkig muffig. Da ich sonst aber nichts daran auszusetzen habe und ein günstiger Preis für arme Studenten top ist, werde ich es wahrscheinlich nachkaufen.

    Liebe Grüße
    Valandriel

    1. Hallo lieber Konsumkaiser,

      ich kann mich den Worten Valandriel nur anschließen – meine Haut macht das Milchsäurepeeling herrlich glatt, sorgt für einen guten Glow und reizt meine Haut nicht die Bohne, solange ich es nur alle paar Tage anwende. Im Vergleich zur Mandelsäurecreme von Pharmaceris, die ich vorher benutzt habe, ist es auf jeden Fall eine tolle Steigerung. Das Mandelsäureprodukt von HighDroxy spielt garantiert noch mal in einer anderen Liga, keine Frage; das kommt bei mir dann, wenn ich mit dem Studium fertig und in Lohn und Brot bin. 😉

      Besonders würde mich ja eine Review zum (ebenfalls… riechenden) 2% Retinoid-Serum interessieren; aber so, wie ich deinen Blog kenne, ist die eh schon in der Pipeline. 😀

      Viele Grüße

  4. Ich bin gerade ein wenig genervt von Säuren und meiner Haut, die sich dann doch immer wieder schält.
    Jetzt teste ich ein- bis zweimal die Woche mein Highdroxy- Serum ( was ich auf alle Fälle nachkaufen werde!), einmal die Woche Retinol ( Redermic R ) und seit letzter Woche bin ich zusätzlich auf das Clinique Turnaround Serum umgestiegen, ich glaube, das ist auch milder vom Peeling her.
    Bis jetzt klappt es besser als mit stärkeren Säuren, mal weitersehen.😃
    Aber wenn etwas komisch riecht, will ich es lieber nicht testen. Mir reicht schon das Redermic, das riecht ja ein bisschen wie Stinkesocken.😏

  5. Huhu

    Ich nutze es auch schon eine ganze Weile und mag es sehr. Mische es immer mit dem BHA von Cosrx und passt bei mir super. Dadurch ist es auch nicht mehr so klebrig. Was den Geruch angeht, scheint es einige Unterschiede zu geben. Meines riecht nach nix und in einigen Foren sind da auch unterschiedliche Näschen unterwegs. 😀
    Von TO habe ich so gut wie alle Produkte hier und einzig das Nia Serum fängt nun langsam an einen sehr unangenehmen Duft zu entwickeln…irgendwie wie Erdöl O.o

    Sonnige Grüße
    Franzy

  6. Ach ja, kleiner Nachtrag noch: das bei dir ausbleibende Prickeln auf der Haut ist bei mir umso stärker vorhanden – wenn ich das Peeling auftrage, bekomme ich geradezu eine Gänsehaut am restlichen Körper, so sehr prickelt es. 😀 Das dürfte deine These bestätigen, dass die Wirksamkeit des Produkts recht stark davon abhängt, wie säureerfahren die eigene Haut schon ist.

    LG

  7. Ich überleg mir grad bei The ordinary zu bestellen. Mir fehlt jedoch etwas der Überblick um ganz ehrlich zu sein. Bin in Sachen Gesichtspflege noch ein Anfänger. Die Milchsäure war jedoch sicher auf meiner Liste. Jetzt hast du mich jedoch neugierig gemacht mit deiner Mandelsäure. Was verwendest du da genau? Bzw was würdest du einem Einsteiger emofehlen?
    Ach ja und falls du nich Empfehlungen bezüglich Augecremes hättest höre ich auch gerne zu.

  8. Ich kann mich bezüglich des Geruchs nur anschließen… fürchterlich. Die Wirkung gefällt mir, hatte vorher das Face Serum von High Droxy, mit dem ich überaus zufrieden war, aber nun preislich etwas günstigeres ausprobieren wollte. Die anderen Produkte von TO (Buffet, Hyaluron, Niacinamid) haben mir geruchstechnisch wesentlich besser gefallen.

  9. Es gab ein Update der Rezeptur des Produktes im Oktober 2017.
    Der Geruch ist nun weg. (für mich roch es nach Gurke, also wirklich nicht schlimm). Ausserdem ist es dünnflüssiger geworden, da ein Carageen-Verdicker rausgenommen wurde.
    Für mich das absolute Top-Produkt. Und eins der wirklich Wirksamen! Und- na klar- der Preis ist auch ein Kriterium.
    Ich habe eine absolute Verbesserung meines Hautbildes festgestellt, und das sehr sehr schnell. Fettige T-Zone mit verstopften Poren, Mundpartie verstopfte Poren und Fältchen und kleine Akne-Narben. Es ist alles viel besser geworden, und kaum mehr sichtbar!
    Unbedingte Empfehlung.

    1. Ich traue es mich kaum zu sagen, aber natürlich habe ich das inzwischen auch zuhause. Gab es beim Black Friday für 2 Euro und da konnte ich nicht nein sagen. Ich leider an der selben Verhaltensstörung wie der liebe KK und auf einem anderen Blogbeitrag von ihm habe ich ja schon erwähnt, dass ist die schlimmte Störung von allen, nicht behandelbar und mit schlimmer Prognose. Es handelt sich dabei um die Störung „bei 30 Prozent Rabatt kaufe ich den ganze Laden leer…“
      Aber zurück zum Ernst des Lebens: Erster Eindruck ist super, entgegen meiner Erwartung sogar im Gesicht total gut verträglich, riecht praktisch nach nichts. Bei 2 Euro die Flasche dachte ich mir bei der Bestellung, zur Not nehme ich es eben für die Füße..
      Die Konsistenz ist gut verteilbar, ich gebe mit der Pipette ein paar Tropfen auf den linken Handrücken und kann das dann mit rechts gut verteilen. Zieht sehr gut ein, klebt nicht. Da ich im Moment ja eher zurückhaltend peele, weil ich merke, zuviel ist für meine Haut nicht gut, habe ich den Effekt auch bereits nach zweimaliger Anwendung bestätigen können. Ja, da tut sich was, die Haut ist definitiv glatter. Ich habe es am Abend angewendet, nach dem Rasieren möchte ich keine 10%ige Säure auf der Haut. Aua. In der 5%igen Variante sicherlich auch etwas für Peeling-Einsteiger.
      Viele Grüße
      Roland
      P.s. Gerüche sind sowieso total subjektiv. Ich habe eine sehr feine Nase, aber im Bereich Kosmetik ertrage ich ziemlich viel, wenn das Produkt liefert. Ich habe es oft, dass ich in den Reviews lese, das Produkt stinkt furchtbar und ich denke mir bei der Anwendung „ne, tut es nicht“: Geht mir aktuell bei dem Shampoo von Deciem, aus der inzwischen eingestellten Serie „Stemm“. Da habe ich mir im Ausverkauf (sic!) mehrere Exemplare gesichert samt Conditioner und bin total zufrieden. In den Reviews beschreibt fast die Hälfte den Geruch des Conditioners als unerträglich mit einer Mischung aus Katzenpippi und vermodertem Waldboden. Ich hingegen rieche nur Black Cassis… das riecht genau wie die lilafarbenene Bonbons von Campino, falls die jemand kennt. Merwürdig, was?😀

      1. @Roland: endlich hat der Duft der Stemm Serie einen Namen! Konnte ihn bis dato nicht zuordnen. Aber jetzt wo du es sagst!
        Hab von Stemm auch noch ein Backup im Schrank, bin mittlerweile aber zu einer anderen Marke gewechselt. Eine andere Leserin hier und ich, wir haben uns gedacht: es muss doch einen wissenschaftlichen Ansatz wie bei Paula auch für die Haare geben? Gibt es! Wir stecken aber noch in der Experimentierphase. Zumindest ich hab mir noch kein abschließenes Urteil gebildet.
        So bin ich übrigens auch über die Koffeinstudie gestolpert. Ich lese mich gerade in Haarpflege ein. Unglücklicherweise ist das Thema noch komplizierter als Hautpflege.

        1. @Jasmin: das heißt, für Dich riecht das auch nach schwarzer Johannisbeere? Da bin ich ja beruhigt, dachte schon, mit meinem Riechorgan ist was nicht in Ordnung. Ich hab den Duft aber beim Conditioner viel deutlicher in der Nase, das Shampoo riecht eher etwas rustikal.. aber nicht unangenehm.
          Deciem hat diese Stemm-Reihe ja mit sehr viel (pseudo?)wissenschaftlichem Hintergrund versehen, ich muss gestehen, damit habe ich mich noch null beschäftigt. Ich weiß nur aus früheren Zeiten z.B, aus der Phase des Selbstanrührens, dass es total unterschiedliche Tenside gibt und Ansätze zur Reinigung, ganz neu sind ja so Überlegungen, dass Wasser irgendwie schädlich ist für das Mikrobiom – ich habe neulich was über einen Wissenschaftler gelesen, der sich gar nicht mehr mit Wasser reinigt sondern nur mit Erden und die Haut mit einem Cocktail von freundlichen Bakterien besprüht..
          Mit dem Shampoo alleine hatte ich irgendwie merkwürdige Haare, die waren zwar total sauber und griffig, aber haben sich nicht so verhalten, wie ich das gewohnt bin. Als Mann hat man ja häufig nicht so komplizierte Frisuren oder eine Haarlänge wie eine Frau, deshalb ist das im Alltag nicht so kompliziert, aber beim Föhnen haben die sich anders angefühlt und verhalten als gewohnt. Ich hatte einen ähnlichen Effekt schon mal bei Shampoos, die nicht mit den üblichen Ether-Sulfaten waschen sondern mit diesen Aminosäure-Tensiden. Zusammen mit dem Conditioner bin ich aber sehr zufrieden, da sind die Haare super, liegen toll und glänzen. Angeblich blockiert Coffein, was ja reichlich enthalten ist, die Wirkung von Testosteron auf die Haarfolikel, was natürlich ein positiver Nebeneffekt wäre.

          1. Dass sich die Haare anders anfühlen, ist gut möglich. Ich bin noch lange nicht so weit, um über Haare allzuviel Aussagen machen zu können, aber auch hier spielt die Molekülgröße eine Rolle. So wie in die Haut kein Wirkstoff eindringen kann, der größer als 500 Dalton ist (wäre ja auch zu schön! Sonst könnten wir ja alle unsere Kosmetik durch einen A-C-E-Multivitaminsaft-Toner ersetzen), so ist es auch ein bisschen mit den Haaren. Aminosäuren sind ja kleiner als Proteine und dringen daher auch eher ins Haar ein als die wesentlich größeren Proteine. Würde jetzt zu weit führen, welche chemischen Verbindungen und Brücken da im Haar hergestellt werden: aber es scheint auch hier ein „Zuviel“ zu geben. Ganz salopp ausgedrückt: sind die Proteine sehr groß, lagern sie sich eher außen am Haar an statt innen. Das ist bis zu einem gewissen Grad erwünscht, insb. bei feinem Haar. Denn dadurch wird das Haar „steifer“, in weitesten Sinne also auch kräftiger und voller. Zumindest fühlt es sich so an und durch die Anlagerung wirkt das Haar auch voluminöser. Wie immer macht die Dosis das Gift. Nicht jedes Haar mag Proteine. Und ein Zuviel an „Steifheit“ kann zu Haarbruch führen bzw. wird als unangenehm empfunden. Die Haare fühlen sich dann eher trocken-knirschig als seidig-weich an.
            Ob man diesen Effekt aber überhaupt am eigenen Haar beobachten kann, ist sehr individuell. Allgemein scheinen Proteine (üblich in der Haarpflege sind zB. Weizen, Keratin, Soja, Reis, Seide) extrem individuell zu sein. Aminosäuren hingegen sind wohl eher „massenkompatibel“. Ich vermute, weil sie sich aufgrund ihrer kleinen Größe weniger anlagern und mehr in das Haar eindringen können. Sprich: weniger sichtbarer Effekt in Form von Steifheit/Volumen, dafür mehr langfristiger „reparierender“ Effekt.

            1. Erstaunlich finde ich auch immer, dass man vom Zustand des nassen Haares nicht automatisch darauf schließen kann, wie sie im trockenen Zustand sind. Bei den Shampoos nach Rezepturen von Hobbythek war es auch so, dass die Haare nass noch ganz merkwürdig stumpf waren, nach dem Föhnen aber total seidig und toll glänzend. Ich erinnere mich auch noch an die Seifenshampoos nach Stefanie Faber, die auf auf dem Herd fabriziert habe.. nach französischen Rezepturen. Natürlich voll basischer pH-Wert, deshalb war eine abschließende saure Spülung unbedingt nötig und außer dem Zusatz von ätherischen Ölen keinerlei andere Zusätze. Umso erstaunlicher, dass die Haare super gut damit wurden. Meine Mutter hat zur damaligen Zeit noch gefärbt und das ist ja eine Strapaze für die Haare. Ich erinnere mich daran, dass sie damals gemeint hat, sie hat noch nie so schöne Haare gehabt als mit diesen selbstproduzierten Shampoos. Das soll mal einer verstehen 🙂

              1. Waren da Öle drin? Zufälligweise welche mit vielen gesättigten Fettsäuren?
                Ganz genau verstehe ich es noch nicht auf chemischer Ebene, aber insb. Öle, die dem eigenen Sebum/Talg ähnlich sind, scheinen tatsächlich reparierende Eigenschaften in Bezug auf den äußeren Haarschaft zu besitzen. Hat irgenwas mit den Thiolverbindungen in Haar zu tun.
                Übrigens gibt es aber auch hier ein „Zuviel“. Je nachdem, womit diese Verbindungen im Haar eingegangen werden, wird das Haar entweder steifer/kräftiger -> Proteine. Oder aber geschmeidiger/elastischer -> Feuchtigkeit über Wasser o. Öle. Zuuu elastisch ist dann aber auch wieder nicht gut. Die Haare werden dadurch möglicherweise wie ein Gummiband überdehnt und somit im Durchmesser dünner und eben auch weniger reißfest. Das kann also auch zu Haarbruch führen.
                Ich sagte ja: gegen Haarpflege ist Hautpflege ein Klacks. *seufz*

                1. Hier mal ein Link zu den Rezepten:
                  http://www.langhaarnetzwerk.de/phpBB3/viewtopic.php?t=4969

                  Silberseife wird, wenn ich das noch richtig weiß, aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen, müsste also durchaus Öle beinhalten.

                  Von L‘oreal gab es für kurze Zeit mal in der Drogerie eine Haarpflege mit sog. mikronisiertem Öl, das angeblich 100mal kleinere Öltröpfchen als normales Öl enthalten hat. Das hat super tolle Haare gemacht, allerdings war das noch lange vor der Zeit, als ich mich mit Inhaltsstoffen beschäftigt haben, deshalb keine Ahnung, was da drin war..

                  Ich sehe schon, sehr spannendes Thema!

                2. Saponine kommen in vielen Pflanzen – aus denen auch Öle gewonnen werden – vor. Da kennen sich Seifensieder aber viel, viel besser aus als ich. Sehr beliebt sind oft auch stark überfette Seifen, gerade weil sie einen hohen Lipidgehalt haben.
                  Übrigens finde ich das immer etwas amüsant, dass Seife gern als Beispiel für „natürliche“ Kosmetik herangezogen wird. Dabei ist die Herstellung ein Paradebeispiel dafür, wie chemische Reaktionen von Statten gehen und wie halbsynthetische und synthetische Verbindungen entstehen. Das haben wir mal in der 9. Klasse im Chemieunterricht gemacht: Seifen und Cremes selbst hergestellt. Das war eigtl. ziemlich cool, wenn ich heute so daran zurück denke.

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