BEAUTY-GASTBEITRAG (DINAH): Review * Banila Miss Flower & Mr. Honey Essence Oil

Aus irgendeinem Grund ziehen mich Produkte, die Honig enthalten, geradezu magisch an. Vielleicht liegt es am Duft. Und wenn etwas dann auch noch „Miss Flower & Mr. Honey“ heißt … Aber was ist ein Essence Oil? Banila hat sich da eine neue Bezeichnung einfallen lassen, die es bislang noch nicht gab, soweit ich weiß. Es handelt sich um eine Essence auf Wasserbasis, also ein leichtes Serum, dem pflegende Öle zugesetzt sind und das vor der Anwendung geschüttelt wird, damit sich die beiden Phasen verbinden. Außerdem sind Honig, Gelee Royal und Propolis enthalten, neben einer ordentlichen Portion Collagen. Klingt also alles recht vielversprechend…

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die bauchige Pipettenflasche in roségold erinnert optisch an Luxuskosmetik und macht sich sehr dekorativ im Badezimmer. Das Essence Oil duftet tatsächlich ziemlich echt nach Honig, sehr angenehm. Es ist relativ dünnflüssig und nur leicht ölig, wenn man es nach dem Schütteln entnimmt. Man kann es mit anderen Pflegeprodukten mischen, aber ich trage es am liebsten gleich nach der Reinigung pur auf, wie eine klassische Essenz, und massiere es kurz ein, bis es eingezogen ist. Bei meiner Wüstenhaut dauert das nur Sekunden. Darüber gebe ich dann meine Seren. Das Essence Oil polstert die Haut optisch etwas auf und verleiht ihr kurzzeitig einen leichten Schimmer, was mir gut gefällt. Wirklich feuchtigkeitsspendend oder nachhaltig pflegend ist es allerdings nicht, da können andere Produkte wie ein Gesichtsöl deutlich mehr.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

INCI:

Collagen extract (55 %), Glycerin, Water, Methylgluceth-20, Polyglycerin-3, Niacinamide, Ethanol, Honey extract, Aureobasidium pullulans Ferment, Theobroma cacao (cocoa) extract, Royal Jelly Extract, Propolis Extract, Chrysanthellum indicum Extract, Plukenetia volubilis Seed Oil, Argania spinosa kernel oil, Olea europaea (olive) fruit oil, Anthemis nobilis flower extract, Evening primrose oil, Limnanthes alba (meadowfoam) seed oil, Sunflower seed extract, Calendula officinalis flower extract, Pentylene glycol, PEG-8, Butylene glycol, Glyceryl polyacrylate, PEG-60 hydrogenated Castor oil, Adenosine, Tromethamine, Caprylic/capric triglyceride, Octyldodecanol, Hydrogenated Coco-glyceride, Sodium starch octenyl succinate, Maltodextrin, Calcium pantothenate, Hydrogenated Lecithin, Sodium ascorbyl phosphate, Tocopheryl acetate, Pyridoxine HCI, Silica, Xanthan gum, Carbomer, Disodium EDTA, Phenoxyethanol, Fragrance

Das Essence Oil von Banila enthält eine Reihe guter Inhaltsstoffe – nur leider ist nicht viel davon drin. Collagen, Glycerin und Alkohol relativ weit vorne können mich jetzt nicht wirklich begeistern. Glycerin wirkt bei meiner Haut nicht als Feuchtigkeitsspender und Collagen ist zwar ein beliebter Inhaltsstoff in Anti-Aging-Kosmetik, aber die Moleküle sind zu groß, um in die Haut eindringen zu können; letztlich liegt es oben auf der Haut, bindet dort Feuchtigkeit und lässt sie so praller erscheinen. Honig, Propolis und Gelee Royal sind nur als Extrakte enthalten und das auch nur in kleinen Mengen. Man sagt ja als Faustregel, dass alles ab der 7. Stelle der INCI nur noch mit maximal einem Prozent vertreten ist. Das gilt dann auch für die Öle. Nur Niacinamide ist erfreulich weit vorne zu finden, das ist nämlich ein echter Power-Wirkstoff. Schon in kleinen Konzentration hilft er dabei, die Hautschutzbarriere zu stärken, kurbelt die Kollagenproduktion an, wirkt gegen Hyperpigmentierung und ist entzündungshemmend.

Positiv

lässt die Haut praller wirken und verleiht einen leichten Glow

Neutral

etwas unpraktisch in der Anwendung, weil die Ampulle jedes Mal geschüttelt werden muss

Negativ

insgesamt sehr wenig echte Wirkstoffe

30 ml bei Jolse (28 $) oder W2Beauty (34,39 $)

(Fotos: Konsumkaiser (Dinah)  Keinerlei Sponsoring)

9 Kommentare

  1. Hallo Dinah,

    ich besitze und benutze dieses Produkt ebenfalls und bin hinsichtlich der Pflegewirkung ganz deiner Meinung: wer eine Feuchtigkitsbombe sucht, ist mit reinen Gesichtölen sicherlich besser beraten.
    Allerdings wollte ich kurz auf deine Einschätzung hinsichtlich der Inhaltstoffe eingehen:
    Koreanische Kosmetikprodukte unterliegen nicht den gleichen Deklarationspflichten, wie deutsche/europäische Produkte. Die „der Konzentration nach absteigend aufgeführt“-Regel gibt es dort schlichtweg nicht. Es müssen zwar alle Inhaltsstoffe aufgeführt werden, allerdings dürfen die so wild durcheinandergewürfelt werden, wie es dem Hersteller gefällt. Natürlich könnte man jetzt sagen „Wenn der Hersteller seine eigene Reihenfolge festlegen darf, wieso ist er dann so *doof*, Alkohol an den Anfang der Liste zu setzen und die beworbenen Wirkstoffe erst relativ weit hinten?“ – das weiß ich leider auch nicht! :/
    Ich wollte dich lediglich darauf aufmerksam machen, da du dich in deinen Reviews zu koreanischen Produkten recht häufig auf die Reihenfolge der INCI berufst und daraus die Konzentration einzuschätzen versuchst. Gerade für Leser/potenzielle Produkt-Käufer, die sich ausschließlich auf dich verlassen, könnte das zu falschen Eindrücken und/oder Entscheidungen führen.

    LG Katja

    1. Hallo Katja, danke für deinen Kommentar. Mein Kenntnisstand zu den rechtlichen INCI-Vorgaben für koreanische Produkte ist allerdings ein anderer. Es stimmt, dass es da einen Unterschied gibt, er besteht allerdings nicht daran, dass in Korea die Reihenfolge beliebig ist, das ist nicht der Fall. Grundsätzlich müssen die Hersteller dort auch in absteigender Reihenfolge listen, sofern sie 1% Anteil übersteigen; ab 1% ist die Reihenfolge beliebig – also genau wie bei uns. Der Unterschied besteht darin, dass Inhaltsstoffe, die aus verschiedenen Bestandteilen bestehen, separat gelistet werden müssen und sich die Reihenfolge nach dem jeweiligen Anteil richtet. Das müsste sich vor allem auf Extrakte beziehen, wo Wasser und z.B. Grüner Tee dann separat aufgeführt werden müssten. Werden koreanische Produkte offiziell im Ausland verkauft, also in den USA oder in Europa z.B. in Online-Shops, müssen die Hersteller die INCI jedoch auf Englisch angeben – und die geltenden Vorschriften für die Reihenfolge beachten! Im Normalfall entspricht eine englische INCI-Liste, die nicht von mir oder anderen Bloggern direkt aus dem Koreanischen übersetzt wurde, also bereits unserer üblichen Reihenfolge. Ich habe bei dem Essence Oil die INCI aus CoSDna übernommen, das dürfte also gemäß US-Vorgaben (= EU-Vorgaben) sein. Mein Wissen beziehe ich v.a. aus einem längeren Blogbeitrag von Tracy von Fanserviced-b, die offenbar Koreanisch lesen kann und sich eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Hier der Link zu ihrem Beitrag: http://www.fanserviced-b.com/south-korean-vs-u-s-cosmetic-ingredient-list-order-differences/

      1. Hallo Dinah,

        danke für deine ausführliche Antwort. Du hast Recht, laut des von dir verlinkten Blogs müssen die INCI über 1% auch in absteigender Reihenfolge genannt werden. Allerdings finde ich es hier sehr problematisch, DEN Punkt zu erkennen, an dem diese 1%-Grenze auch wirklich erreicht ist. Wie du sagtest, gilt oftmals die Faustregel, dass man ab dem 7. Inhaltsstoff von 1% oder weniger ausgehen kann. Wenn man sich aber zB die zwei Produkte aus dem fanserviced-b-Blog anschaut, ändert sich die Reihenfolge der INCI-Liste bei beiden Produkten aber schon ab Stelle 5. Überträgt man das auf das banilaCo Öl, könnten sowohl Niacinamide, als auch Alcohol unter 1% betragen und daher „wild durcheinander gewürfelt“ aufgelistet sein.

        Die cosDNA-Eintragungen sind dabei auch nicht wirklich hilfreich, da sie größtenteils von den Konsumenten dort hochgeladen und nicht geprüft werden. Man kann dort sogar nachvollziehen, woher der Autor seine Informationen bezogen hat, sofern er es einträgt. Ich habe dort auch schon INCI-Listen hochgeladen und hätte dabei wilden Unfug treiben können, ohne dass irgendjemand diese Eintragungen prüft.

        Aus diesen Gründen finde ich die INCI-Einschätzung der koreanischen Produkte sehr schwierig. Ich persönlich halte mich da an den Satz von Fanserved-B, die ja selbst sagt: „Our translations of Korean ingredient lists are probably useful only insofar as they let you know what’s in the product; they can’t be used to gauge the actual or relative amount of anything in there“.

        Ich finde es toll, auch mal über solche Themen diskutieren zu können und dabei etwas zu lernen, ohne dass der „Gegenüber“ direkt kratzbürstig reagiert. Vielen Dank daher für deine Anregung, das mit der 1%-Grenze werde ich im Hinterkopf behalten und einmal versuchen, noch mehr über dieses Thema in Erfahrung zu bringen!

        LG Katja

        1. Ich finde solche Diskussionen auch sehr interessant, gerade weil ich mich für die Inhaltsstoffe interessiere. Es ist sicher richtig, dass man nie genau sagen kann, wie hoch ein Wirkstoffanteil tatsächlich ist, wenn der Hersteller ihn nicht konkret angibt; das ist bei europäischen Produkten ja auch so. Die koreanische Regelung zur Angabe von Extrakten finde ich allerdings eigentlich sogar gut, weil man dadurch nämlich wirklich merkt, dass ein Extrakt zum größten Teil aus Wasser besteht und oft nur 1 oder 2% Wirkstoff drin sind. Insofern habe ich mir abgewöhnt, über irgendeinen Extrakt am Anfang der INCI innerlich zu jubilieren. Bei 90 Prozent Extrakt besteht das Produkt wahrscheinlich zu 88 Prozent aus Wasser … Aber entscheidend ist bei Kosmetik ja letztlich immer, ob ich irgendeinen Effekt sehe, wenn ich ein Produkt verwende und ob es meiner Haut bekommt, nur auf die INCI sollte man sich bei der Beurteilung nicht stützen, da gebe ich dir recht.

  2. Was ist denn deine persönliche Anwendung um der knusper-trockenen Haut Herr zu werden?
    Eine Empfehlung und Routine für morgens und abens wäre sicherlich für viele zur Orientierung sehr hilfreich. Wie viele Schritte und mit welchen Wartezeiten „arbeitest“ du?

    1. @Charlotte: Es wäre schön, wenn ich schon die Top-Produkte für meine trockene Haut gefunden hätte, aber bis jetzt bin ich noch auf der Suche und teste weiter. Die Suche gestaltet sich etwas schwierig, da (zuviel) Glycerin bei mir kontraproduktiv wirkt. Die meisten Produkte für trockene Haut enthalten Glycerin. Irgendwann demnächst kann ich aber auch gerne meine Routine hier vorstellen, wenn das interessant ist. Ich hatte ja schon mal irgendwo erwähnt, dass ich abends auf etwa zehn Produkte komme. Wartezeiten habe ich nach dem Peeling (mit Mandelsäure) und dann nochmal kurz nach Retinol

      1. Ha, ich komme nur auf sieben 🙂
        Dann ist die Clinical ja wohl auch nix für Dich, schade…
        Aber sicher wird es da draussen ganz viele Knuspermäuse geben, die auf Erlösung warten, hau rein!

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s