SKINCARE: AGE ATTRACTION * REIZARME PFLEGE FÜR ANFÄNGER UND FORTGESCHRITTENE (TEIL 2)

Vor geraumer Zeit bekam ich von der Firma „Age Attraction“ ein paar Produkte zugeschickt für einen ausführlichen KK Test. Vier Skincare Produkte für das Gesicht habe ich ausprobiert, Seren und Cremes. Dabei habe ich auch noch etwas über meine Haut gelernt, aber auch einige Dinge über Kosmetik. Lest selbst, ob sich dieser Kosmetiktest gelohnt hat…(Teil 2)

 

Wer den ersten Teil der Produkt- und Firmenvorstellung noch nicht gelesen hat: Hier geht es zu Teil 1!

 

Welche weiteren Produkte hast du denn noch ausprobiert?

Nun, weiter geht es heute mit dem „Beta Hydroxy Peeling“ (PHA ist die sanftere Verwandte von AHA), und der „Diamond Dream Luxury Cream“ (mit Vitaminen, viel Niacinamid, Schneealgen, und und und…)

 

Einzelheiten bitte!

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Starten wir mal mit dem „Beta Hydroxy Peeling 6%“. Was ist das eigentlich, und was bedeutet PHA?

Wir haben hier auch ein chemisches Peeling, eine Beta Hydroxy Säure, die ein bisschen sanfter als Glycolsäure ist. Sie mindert Rötungen und wirkt anti-entzündlich, spendet Feuchtigkeit und wirkt antioxidativ. Ausserdem kann sie (im Gegensatz zur Glycolsäure) auch mit Fett (Mitesser) etwas anfangen. Im „AA“ Produkt wirkt 6% Glyconolactone, was das Ganze nochmals milder macht. Ein Produkt gerade auch für „Säure-Einsteiger“.

 

Hat es etwas gebracht?

Ich hatte ein etwas stärkeres Produkt (für die Kabine), welches mit 12 % Säure ausgestattet ist. Da ich aber auch schon vorher fleissig Glycolsäure (Paula´s Choice) und Mandelsäure (HighDroxy) nutze, war da kein großer AHA Effekt (Brüller!) zu erkennen. Jedenfalls wurde meine Haut nicht schlechter, das ist positiv zu vermerken. Sollte ich aber einmal Probleme bei der Anwendung von Glycol- und Mandelsäure bekommen, würde ich definitiv zu PHA wechseln, weil es eben auch gut bei Rosazea anzuwenden ist.

Leider ist das „AA“ PHA scheinbar in einem pH-Bereich über 4 angesiedelt (PHA braucht ca. 3,8), was die Wirksamkeit als Peeling doch einschränkt. Dabei ist PHA doch schon so sanft. Wahrscheinlich wird der höhere pH Wert aber gewählt, um Reizungen partout zu vermeiden, schade eigentlich. (Selbstmessung, hier könnte auch eine Abweichung vorliegen. Meine Teststreifen sind aber bei anderen Säuren immer akkurat.)

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Wie fühlt es sich an, und wie wendet man es an?

Leicht gelig und fein verteilbar kommt es aus dem Spender. Es riecht leicht säuerlich, und es lässt sich gut auf dem Gesicht aufbringen. Man sollte gut dosieren, ein ganzer Pumpstoss ist schon zu viel und endet in einem leicht klebrigen Gefühl. Lieber etwas weniger nehmen und sorgfältig verteilen. Das Produkt soll nach 10-20 Minuten abgewaschen werden. Nun ja, das muss eigentlich nicht sein. Diese Prozedur kennt man von stark wirkenden Säuren, deren Aktivität nach einer gewissen Einwirkzeit neutralisiert werden soll, eben auch aus der Kabine. Bei einem solch schwachen Produkt wird so etwas nur für stark empfindliche Haut nötig sein.

 

Was ist drin?

Neben der Säure, finden sich noch einige Feuchtigkeitsspender und Panthenol zur Hautberuhigung.

Ingredients: Aqua, Gluconolactone, Glycerin, Panthenol, Xanthan Gum, Arginine, Saccharide Isomerate, Caprylyl Glycol, Sodium Citrate, Caprylohydroxamic Acid, Citric Acid

 

Hot or not?

Ein Produkt für blutige „Säureanfänger“, da das Produkt extrem sanft ist, kaum reizend wirken kann und sogar noch Feuchtigkeit spendet und hautberuhigend wirkt. Wer schon regelmäßig Säuren im Gesicht verwendet, braucht dieses Produkt nicht unbedingt. Es ist aber gut es im Hinterkopf zu behalten, denn wenn die Haut mal „spinnt“, kann man mit supermildem PHA durchaus weiter arbeiten. Ich finde den Preis hier schon en wenig zu hoch, auch wenn PHA momentan noch eher ein Zukunftskandidat ist, und eine große Karriere vor sich hat.

  • 50 ml ca. 59,00 Euro (über Amazon, ausgesuchte Kosmetikinstitute und den Onlineshop)

 

 

 

Dann war da noch der eigentlich spannendste Kandidat: Die „Diamond Dream Luxury Cream“.

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Wie fühlt sich das an, was ist drin und wie wendet man es an?

Ein schlanker Spender schützt die Wirkstoffcreme, und er sieht auch noch sehr gut aus, da kann man nicht meckern. Heraus kommt eine geschmeidige Creme, die schon beim Verteilen in den Händen ziemlich reichhaltig wirkt. Das mag ich sehr.

Was ich gar nicht mochte war der stark „krautige“ Duft. Leider sind hier nämlich (im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Produkten) Duftstoffe enthalten: Milderes Parfum plus die extra deklarationspflichtigen Duftstoffe Citral, Linalool und Limonene. Ich bin hier ein wenig ratlos. Musste das denn sein? Ich verstehe, wenn man für den Luxuseffekt einen Duft an das Produkt binden möchte. Leider empfinde ich den Duft nicht im Geringsten als luxuriös, sondern als „Wald und Wiese“. Das Reizpotential der EDD (extra deklarationspflichtige Duftstoffe) ist nicht zu leugnen, und duftempfindliche Menschen und Duftstoffallergiker sollten hier vorher genau abwägen, ob das was für sie ist. Leider hält der Duft auch noch einige Zeit vor und verfliegt nicht schnell (wie bei cicé).

Auch bei Rosmarin Extrakt muss vorgenannter Personenkreis vorsichtig sein, der Extrakt ist in einer nicht zu unterschätzenden Menge enthalten (noch vor den Peptiden, einigen Feuchthaltern und dem Retinol-Abkömmling).

Die Creme ist aber ansonsten wirklich vollgepackt mit „guten Zutaten“, die das Label Anti-Aging durchaus verdienen! ZB. Isoamyl Laurate, Ethylhexyl Stearate (kann komedogen wirken), Squalan, Seidenwirkstoff, Phytosterole, Cupuacubutter machen die Haut weich und sehr geschmeidig. Gute Feuchtigkeitsspender sind ebenfalls zahlreich enthalten (Glycerin, Hyaluron, Urea, versch. Zucker...).

Retinol liegt leider nur als „Retinyl Palmitate“ vor, das ist wahrscheinlich wieder der besseren Verträglichkeit geschuldet, bringt in meinen Augen aber leider nur einen deutlich schwachen Anti-Aging Effekt.

Ein schönes Peptid findet sich hier, das kann für festere und dichtere Haut sorgen.

Die Schneealge soll den Alterungsprozess (in der Zelle) verlangsamen. Ziemlich angesagter Wirkstoff, der noch nicht sehr ausgiebig erforscht ist, und darum bin ich vorsichtig bei den genannten Versprechungen. Er enthält aber sicherlich Antioxidantien und hautberuhigende Stoffe, was durchaus Anti-Aging ist.

Besonders erwähnenswert finde ich aber den schön hohen Gehalt an Niacinamid (Vit. B3), dem super Allround-Wirkstoff.

AQUA, GLYCERIN, ETHYLHEXYL STEARATE, ISOAMYL LAURATE, NIACINAMIDE, POLYGLYCERYL-3 METHYLGLUCOSE DISTEARATE, THEOBROMA GRANDIFLORUM SEED BUTTER, OLEYL ALCOHOL, CETEARYL ALCOHOL, SODIUM CETEARYL SULFATE, METHYLSILANOL MANNURONATE, HYDROLYZED FIBROIN, DIOSCOREA VILLOSA ROOT EXTRACT, SODIUM DNA, SODIUM HYALURONATE, DIMETHYL MEA, HELIANTHUS ANNUUS SEED OIL*, GLYCINE SOJA STEROLS, SODIUM LACTATE, SODIUM PCA, ROSMARINUS OFFICINALIS LEAF EXTRACT, UREA, GLYCINE, FRUCTOSE, COENOCHLORIS SIGNIENSIS EXTRACT, RETINYL PALMITATE, PALMITOYL TRIPEPTIDE-38, LECITHIN, METHYLPROPANEDIOL, CETYL PALMITATE, SODIUM STEAROYL GLUTAMATE, SORBITAN PALMATE, MALTODEXTRIN, HYDROXYPROPYL CYCLODEXTRIN, ACRYLATES/C10-30 ALKYL ACRYLATE CROSSPOLYMER, SORBITAN OLEATE, CETEARYL OLIVATE, SORBITAN OLIVATE, CAPRYLYL GLYCOL, SODIUM PHYTATE, SODIUM HYDROXIDE, CAPRYLHYDROXAMIC ACID, PARFUM**, CITRAL**, LINALOOL**, LIMONENE**

**aus natürlichen Duftstoffen (was das mögliche Reizpotenzial nicht schmälert)

Anwendung findet die Creme am Tag und zur Nacht, aufgrund des starken Duftes kann ich das Produkt aber nur tagsüber verwenden. Aufgepasst: Es ist kein Lichtschutz enthalten. Die Creme ist für jeden Hauttyp gedacht, ich würde sie aber bei öliger Haut niemals empfehlen. Zielgruppe sind schon eher die trockenen Hauttypen, und reife Haut. Über den Seren aufgetragen, wird die Feuchtigkeit gut in der Haut gehalten.

Hot or not?

Hmm, not so hot, wenn man (wie ich) nicht so scharf auf Duftstoffe ist, oder gar auf diese reagiert! Ich habe die Creme vier Wochen tapfer getestet, dann konnte ich den Duft einfach nicht mehr in der Nase haben und musste die Anwendung abbrechen. Aber das ist mein persönlicher Eindruck.

Obwohl die Creme sehr schön formuliert ist, und sie die Haut wirklich gut pflegt und weich macht, finde ich den Preis überhöht. Auch wenn man hohe Konzentrationen der Wirkstoffe und deren Qualität bedenkt, finde ich das Gesamtpaket nicht ganz stimmig. Luxus wird auf dem Markt oftmals über ein Markenimage vermittelt, das sehe ich hier nicht. Auch ist der Spender zwar hübsch, aber er wirkt ebenfalls nicht luxuriös.

In der Kombination mit den Seren, ist es wirklich eine schöne Pflegeserie, die mir gut gefällt, die auch Wirkung gezeigt hat, aber die Creme würde ich mir selbst nicht kaufen.

  • 50 ml im Airless-Spender ca. 89,00 Euro (über Amazon, ausgewählte Kosmetikinstitute und Onlineshop)

 

 

 

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Fazit

Insgesamt haben mir die meisten Produkte von Age Attraction sehr gut gefallen. Würde beim pH-Wert des Peelings noch „nachgebessert“ und die Parfumierung in der Creme entfernt, wären das sicherlich Nachkaufkandidaten für mich (Kunden werden immer kritischer in Sachen Beduftung, Signature Düfte in Pflegeprodukten verlieren in Zukunft an Bedeutung! Auch aufgrund zahlreicher Blogger).

Das Vitamin C Serum ist für mich toll, denn ich vertrage es hervorragend, und auch der Preis ist für ein hochdosiertes Produkt gut. Das Hyaluron 3 Serum ist mein Favorit, weil es merklich hochdosiert ist, und das mach den Unterschied! Auf lange Sicht spürt man geradezu ein Feuchtigkeitsdepot in der Haut, vergleichbar mit einer ästhetischen Behandlung.

Die Firma bleibt definitiv auf meinem Schirm, und ich werde mir auch noch andere Produkte anschauen. Schaut einmal bei Age Attraction vorbei, denn die Homepage ist vollgepackt mit verschiedensten Informationen zu den Produkten, Wirkstoffen und der Firma selbst, die sich sehr sympathisch präsentiert. ZU AGE ATTRACTION

 

 

 

 

Mein Dank geht an die Geschäftsführerin Frau Alexandra Kopold-Schütz und ihr Team, die kompetente und superfreundliche Ansprechpartner waren! Die Produkte wurden alle zu Testzwecken unverbindlich zur Verfügung gestellt, dafür ebenfalls herzlichen Dank!

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(Fotos: Konsumkaiser    Die Retail Produkte können teilweise anders aussehen wie abgebildet)

 

 

 

15 Kommentare

  1. Das Peeling ist eh nichts für mich, ich komme mit Paulas Glykolsäure gut zurecht.
    Aber die Firma werde ich mir trotzdem ansehen, denn die Hyaluronsäure klingt toll. Und die haben so ein pflegendes Puder, das klingt auch sehr veeführerisch.
    Danke für deinen super ehrlichen Bericht zu den Produkten!

  2. also das Päckchen kam eben an, und ich habe natürlich sofort nachgeguckt: sehr hübsch verpackt in türkisfarbenem Seidenpapier mit tintenblauem Schleifenband. Insgesamt 6 (!) Proben: 3 x Liftingampullen mit Parakresse usw; je 1 x Diamond Creme, ace creme und mystic…. creme . Das wird ein ereignisreiches langes Wochenende.
    Toll, ich liebe schöne, von Hand gemachte Verpackungen. Bin jetzt super gespannt auf Vitamin C und Hya…

  3. Danke für Deinen Beitrag, als Hersteller des Peelings würden wir Deine Einschätzung doch etwas anders sehen:

    Zunächst ist die pH-Wert Ermittlung nicht richtig. Der ph-Wert unseres Peelings liegt laut Labor bei 3,6 (dieser ph-Wert ist im Übrigen auch stabil).

    Die Messungen des pH-Wertes mittels Lakmuspapier (oder hochwertigen pH-Indikatorteststreifen) mag in rein wässrigen Medium einen groben Anhaltspunkt liefern, jedoch versagen Papierstreifen insbesondere in gepufferten Systemen wie in unserem Fall. Augenscheinlich hast Du als Folge Deiner (nicht ganz richtigen) pH-Messung das Peeling dann als in der „Wirkung abgemildert“ bezeichnet – was messbedingt nicht zutrifft.

    Deine Einschätzung als Empfehlung für „Säureanfänger“ würde ich auch nicht so sehen. Das Beta-Hydroxy-Peeling (als so genanntes PHA-Peeling) gehört zur Neuesten Generation der Peelings. Unser Gel-System stellt ein besonders smartes, verträgliches und innovatives System mit größtmöglicher Wirkung dar, was wir in zahlreichen Anwendungen auch zeigen konnten – ohne Hautreizungen bzw. mit extrem guter Verträglichkeit wie ich sie bis dato von anderen Säuren nicht kannte.

    Das PHA-Peeling ist doch eben kein billiges „Brüllersystem“ das z.B. auf die Glycolsäure oder andere Säuren zurückgreift, bei der man ein hohes Reiz- und Irritationspotenzial in Kauf nehmen muss. Viele dieser Versuche enden doch zu Lasten des Betroffenen mit z.T. schweren Hautschäden beim Dermatologen. Auch die mit Glycolsäure / andere Säuren einhergehende erhöhte Lichtsensibilität muss mitbedacht werden, auch hier ist das PHA eine deutlich fortschrittlichere Variante, da es die Lichtsensibilität nachweislich eben nicht erhöht.

    Lass mich zuletzt noch anmerken, dass unsere Produktentwicklungen gerade eben auf der täglichen Praxiserfahrung beruhen und wir hier schon eine rechte sichere Einschätzung haben (anders als vielleicht so manche primär im Handel befindliche Marke).

  4. @Alexandra: Vielen Dank für die Info! Es ändert trotzdem nichts daran, dass das Peeling auf meiner Haut nichts konnte. Ich habe bereits öfter PHA Peelings verwendet, soo neu ist das ja nun nicht mehr. Allerhöchstens hier in Deutschland.
    Und darum geht es ja bei Reviews auf Blogs: Subjektive Eindrücke zu einem Produkt.
    Beste Grüße, KK

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