BEAUTY-GASTBEITRAG (DINAH): KOREANISCH FÜR EINSTEIGER * TONER, ESSENCE, AMPULLE

Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Einstieg in die koreanische Pflegeroutine ist zunächst einmal verwirrend. Nach dem groben Überblick in meinen ersten Posts will ich deshalb heute versuchen, die Produkte zu erklären, die nach der Reinigung und vor dem Moisturizer kommen…

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Zur Erinnerung noch mal die Reihenfolge der Pflegeschritte (morgens): Reinigung – Toner – Essence – Ampulle – Serum – Emulsion – Creme – Sonnenschutz.

Fangen wir bei Toner und Essence an. Beide sind in der Regel dünnflüssig, aber nicht so wässrig wie unser westliches Gesichtswasser, und beide haben die Aufgabe, Feuchtigkeit zu spenden und die Haut auf die folgenden Produkte vorzubereiten. Sowohl Toner als auch Essenz werden mit den Händen sanft in die Haut gepresst oder leicht eingeklopft.

Wo liegt nun der Unterschied? Die Essenz ist so etwas wie ein leichtes Serum, sie enthält mehr Wirkstoffe, durchfeuchtet aber oft weniger als der Toner. Eine kleine Besonderheit sind die „First Treatment Essences“, die noch vor dem asiatischen Toner auf die Haut kommen – hat man ein westliches Gesichtswasser, nimmt man sie allerdings erst danach.

Das erste Produkt dieser Art war vor Jahren die „Facial Treatment Essence“ von SK II, ein teures Kultprodukt, das zu 90 Prozent aus fermentierten Hefekulturen besteht, die bei der Sake-Produktion anfallen. Mittlerweile gibt es zig „First Essences“ diverser Hersteller, die alle fermentierte Hefe enthalten; das bekannteste Dupe kommt wohl von Missha. Letztlich versprechen alle, die Zellerneuerung zu beschleunigen und die Haut reiner und strahlender zu machen.

Auf die Popularität der verschiedenen Essenzen in Asien haben mittlerweile übrigens mehrere westliche Konzerne reagiert und eigene Produkte auf den Markt gebracht: Estee Lauder die Micro Essence, Clinique die Even Better Essence Lotion (= Toner) und L’Oreal die Biotherm Life Plankton Essence (KK REVIEW). Um es Neulingen nicht zu leicht zu machen, gibt es auch noch „Treatment Toner“. Das sollen Produkte sein, die mehr können als nur Feuchtigkeit spenden. Ein Beispiel sind AHA/BHA-Toner, also Gesichtswasser mit saurem pH-Wert, die einen leichten Peelingeffekt versprechen. Toner wird in Korea übrigens auch häufig „Skin“ genannt und in Japan „Lotion“ oder „Softener“. Wenn aufgrund der Bezeichnung unklar ist, was man da vor sich hat, kann man sich an der Größe der Flasche orientieren: Essenzen haben meistens 50 bis 100 ml, Toner 120 bis 180 ml. Die FTE kommen in ähnlich großen Flaschen wie Toner und sind meistens sehr dünnflüssig.

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Kommen wir nun zur einfachsten Kategorie, dem Serum. Das muss ich nicht groß erklären, denn es ist dasselbe wie bei uns, nämlich ein WirkstoffKonzentrat, das den Hautzustand verbessern soll. Normalerweise ist es etwas dickflüssiger als die Essence, aber es gibt da keine feste Regel. Die Ampulle ist nun die Steigerung eines Serums, von der Konsistenz oft schon gelartig und vollgepackt mit (hoffentlich) hochwertigen Inhaltsstoffen. Entgegen der üblichen Layer-Regel „von dünn zu dick“ wird sie noch vor dem Serum aufgetragen, weil sie auf diese Weise als Booster für alle nachfolgenden Produkte wirken soll. Man kann sie aber auch gut mit einem Serum oder einer Creme vermischen. Bei uns kennt man Ampullenkuren, mit denen wir die Haut ein oder zwei Wochen lang verwöhnen, zusätzlich zur normalen Pflege. In Asien verwendet man eine Ampulle meistens genau so, nämlich ein oder zwei Wochen am Stück oder immer mal wieder für ein paar Tage, damit man möglichst lange etwas von der Wirkung hat. Seren haben meistens 30 bis 50 ml Inhalt, Ampullen 15 bis 30 ml.

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Neuerdings wird der Begriff Ampulle übrigens auch für andere Produkte „missbraucht“, die eine leicht zähflüssige Konsistenz haben, wie etwa die „Honey Bomb“ von SharaShara, vermarktet als Toner, Essenz und Ampulle in einem, die von der Wirkung her eigentlich nur ein Moisturizer ist.

(Fotos: Dinah  Der Bericht ist nicht gesponsert)

5 Kommentare

  1. Super interessanter Beitrag, vielen Dank :))

    Eine Frage hätte ich dann aber doch noch. Ist die Reihenfolge bei Toner und Essence wirklich wichtig? Oder ist es egal wie rum?

    1. Die First Essence soll noch eine gewisse Boosterfunktion haben, so dass die nachfolgenden Produkte besser in die Haut eindringen, der Toner dann also auch noch mehr Feuchtigkeit spendet. Ob das im Endeffekt eine so große Rolle spielt, kann man ja einfach mal ausprobieren. Eine normale Essence ist ein leichtes Serum, das würde ich wie jedes andere Serum nach dem Toner verwenden, der ja auch den ph-Wert der Haut reguliert.

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