SKINCARE: DIE MASKE FÜR DEN GLOW? DIOR „HYDRA LIFE – GLOW BETTER FRESH JELLY MASK“

Heute geht es um eine Gel-Maske von Dior, die eine leichte Aufhellung der Haut, sowie den ultimativen „Glow“ verspricht. Ob das mit zerstoßenen Aprikosenkernen und Fruchtextrakten aus Zitrone, Orange und Heidelbeere auch wirklich funktioniert, versuche ich heute auf den Grund zu gehen…

Schauen wir zuerst einmal, was sich die PR Abteilung von Dior zu dieser Gel-Maske ausgedacht hat

„Ihre Jelly-Textur in zitronigen Farbtönen macht sofort gute Laune. Hydra Life Masque Eclat Gelée Fraîche sorgt für eine strahlende Haut. Das sanfte und zugleich starke Peeling wirkt in nur 3 Minuten: Das sanfte Peeling mit Zitrusfruchtextrakten und das gröbere Peeling mit Aprikosenkernextrakten. Die wassergetränkte, zitrusfruchtfarbene Gelformel ist frisch und belebt die Haut sofort. Die glatte, reine und strahlende Haut bekommt sofort mehr Energie. Mit jedem Tag zeigt sie mehr und mehr ihr natürlich frisches und kraftvolles Strahlen.“

 

Wie ich das sehe

Gute Laune? Klar, das ist ja auch der wichtigste Aspekt einer guten (und teuren) Gesichtsmaske. Wer baut schon auf Wirkung und Effekt, wenn man sich den Prosecco sparen kann?

OK, ich bin gemein, das wunderschöne Glastiegelchen ist tatsächlich sehr hübsch anzusehen, und dazu ein wahrer Handschmeichler. Das rauchige Glas mit dem marmeladenfarbenen Inhalt wirkt hochwertig, und man hat nun mal ein „Stück Dior“ in den Händen. Allerdings finde ich den Luxusfaktor hier nicht so hoch, wie zB. bei den Chanel Pflegeprodukten. Das spielt einfach in einer eigenen Liga.

Eigentlich haben wir hier auch keine echte Maske, sondern einen Scrub-Peel-Hybriden, der 3 Minuten auf der Haut bleibt und danach mit Wasser abgewaschen wird, dabei schrubben die zerkleinerten Aprikosenkernstücken nochmals die Haut (bitte vorsichtig!). Das ist schnell, duftet gut und ist vom Ergebnis recht ansehnlich.

Lassen wir nun aber einmal die gute Laune beiseite, und kümmern uns um die Inhaltsstoffe.

 

Was ist drin?

Da wir hier eine sehr gelige, fast schon wässrige Maske haben, ist der Wasseranteil natürlich auch besonders hoch. Glycerin ist auch einer der „üblichen“ Inhaltsstoffe, also Standard. Danach kommt bereits ein Stabilisator – Mikroplastik (Polyacrylate Crosspolymer-6).

Propanediol sorgt wie Glycerin für eine Feuchtigkeitsanreicherung in der Haut und hinterlässt einen seidigen Effekt. Dann findet sich auch schon Glykolsäure, die höchstwahrscheinlich keine echte Peelingwirkung haben wird, da der pH-Wert der Gel-Maske wahrscheinlich nicht sauer genug eingestellt ist (>5). (Selbstmessung! Der Wert ist nicht repräsentativ.) Trotzdem spendet Glykolsäure schön viel Feuchtigkeit und verbessert die Wasserbindungsfähigkeit der Haut.

Ein Rizinussölderivat wirkt einerseits emulsionsbildend, aber löst auch Verunreinigungen von der Haut, und kann Feuchtigkeit spenden.

Fein gemahlenes Aprikosenkernpulver ist für den mechanischen Schrubb-Effekt verantwortlich. So ultrafein ist das aber nicht, man muss gut aufpassen, da man mit dieser Form des Peelings schnell der Haut Mikroverletzungen zufügt.

Nun kommt bereits ein Konservierungsstoff (Phenoxyethanol), gefolgt vom Heidelbeerextrakt, der pflegend wirken soll.

Ein pH Stabilisator folgt. Danach finden wir ein Mentholderivat, das kühlend und erfrischend wirken soll. Leider passiert das zusammen mit einem nicht geringen Reizpotenzial.

Vitamin E wirkt als AOX und ein Zuckerrohrextrakt spendet ebenfalls Feuchtigkeit.

Parfüm fehlt natürlich nicht, es kommt – typisch französische Kosmetik – ziemlich weit vorne vor, was mich wundert, denn der Duft der Gel-Maske ist eigentlich ziemlich dezent.

Extrakte aus der wilden Malve wirken bakteriostatisch, feuchtigkeitsspendend und antioxidativ.

Orangen- und Zitrusextrakte sind zwar erfrischend und duften fein, sorgen aber unter Umständen ebenfalls für eine Hautreizung.

Hyaluron ist dann wieder der altbewährte Feuchtigkeitsspender, ähnlich wie der folgende Zuckerahornextrakt.

Sodium Metabisulfit ist wieder ein Konservierungsstoff, ebenso der Extrakt der Auferstehungspflanze, der dazu auch noch Feuchtigkeit spendet.

Capsicum frutescens ist ein Paprikaextrakt, der die Hautduchblutung anregen soll. Obacht, hier wird eine Rötung der Haut provoziert, die wohl den „Glow“ macht. Unnötig reizend, würde ich sagen.

Der Extrakt der Strauchpfingstrose hat eine hautpflegende Eigenschaft.

Der Rest sind Konservierungsstoffe und Farbstoffe.

 

Gut, man findet wenigstens keine extra deklarationspflichtigen Duftstoffe, aber die Zitrusextrakte sind schon reizend genug. Parfümallergiker sollten aufpassen, und den durchblutungsfördenden Paprikaextrakt finde ich kontraindiziert.

Schade, dass man von der enthaltenen Glycolsäure keine echte Peelingwirkung erwarten sollte, dafür schrubben dann die Aprikosenkernchen unnötig schroff über die Haut.

Ein Mentholabkömmling ist nie gut in Hautpflege, weil dieser durch Prickeln auf der Haut verrät, dass diese gerade gereizt wird. Das ist kein Zeichen des Wirkungseintritts, wie viele Leute meinen. Nicht gut!

Wie fühlt sich das an?

Die Maske gleitet schön nass auf die Haut, was einen sofortigen Kühleffekt hervorruft. Dabei hat sie genau die richtige Festigkeit, um nicht vom Gesicht (oder Finger) zu tropfen. Die Aprikosenkernstückchen merkt man deutlich, diese sind nicht gerade ultrafein vermahlen.

Interessanterweise wirkt die Maske aufgetragen plötzlich ziemlich reichhaltig, das Gel täuscht zuerst. Auf der Haut hat man fast ein sehr cremiges Gefühl, obwohl die Maske weiterhin gallertartig bleibt. Das spürt man auch nach dem Abwaschen, die Haut ist gepflegt und spannt keinesfalls. Trotz der Anwendung mit Wasser.

Hinterher ist die Haut tatsächlich klarer und ein klein wenig heller, aber das ist nur natürlich, der Scrub-Effekt wirkt halt immer. Einen regelrechten „Glow“ konnte ich allerdings überhaupt nicht wahrnehmen. Meine Haut sah eher ein bisschen blässlich aus. Ein Glück, ich hatte schon einen feuerroten Flush vom Paprikaextrakt erwartet.

Über die Feuchtigkeitsversorgung kann man nicht meckern, die Haut war wirklich weich nach den 3 Minuten der Anwendung, und das ist echt eine kurze Zeit, prima für eilige Zeitgenossen.

Ich empfehle übrigens die Maske unter der Dusche abzuwaschen, da man doch eine Menge Wasser benötigt, bis alle Maskenreste beseitigt sind. Da sind Masken, deren Überschuss einmassiert wird deutlich komfortabler, aber eben auch nicht so erfrischend. Damit ist auch klar, dass die Hauptanwendungszeit für dieses Produkt eher im Frühling/Sommer liegt, denn im Winter braucht man eher selten frisch-kühlende Gesichtsmasken.

Da ich keinen wirklichen Glow-Effekt ausmachen konnte, würde ich die Maske auch nicht als SOS Produkt für einen schnellen Beautyflash vor dem abendlichen Clubbesuch empfehlen. Da gibt es besser wirkende Produkte (zB. Clarins Beauty Flash Balm), oder Make-up.

Fazit

Schnell und erfrischend ist sie, diese 3 Minuten Maske, aber eher unkomfortabel beim Abwaschen. Glatt, weich und sauber wird die Haut hinterher, allerdings vom berühmten „Glow“ war bei mir weit und breit nichts zu sehen. Im Sommer wird sie eher zu gebrauchen sein, als im kalten Winter.

Die chemische Peelingkomponente wäre hier von Vorteil gewesen, der pH-Wert war bei meiner Messung aber leider im unwirksamen Bereich. Dafür schrubben die Aprikosenkernpartikel zu schroff über die Haut, wenn man nicht sehr vorsichtig vorgeht.

Einige schöne Feuchtigkeitsspender und Pflanzenextrakte paaren sich mit potenziell reizenden Inhaltsstoffen, das finde ich schade. Empfindliche Hauttypen sollten hier die Hände von lassen!

Der Preis ist leider etwas heftig, die Inhaltsstoffe rechtfertigen diesen nicht. Allein der Luxusfaktor ist bei einem Produkt von Dior natürlich ziemlich hoch und man bekommt ein handschmeichelndes Glastöpfchen, dass sich dekorativ ins Badezimmerregal einfügt. Somit muss jeder selbst entscheiden, ob der Preis ok geht.

Ich selbst werde das Produkt nicht nachkaufen, auch zum Sommer hin nicht, da gibt es bessere Alternativen, zB. von Clinique.

50 ml kosten ca. € 57,99 (Douglas) / € 43,95 (EasyCosmetic)

 

🙂

+erfrischend und kühlend

+wässrige Konsistenz und trotzdem ziemlich reichhaltig

+macht eine klare, weiche und saubere Haut

+spendet gut Feuchtigkeit

+schnell in der Anwendung

+Luxusfaktor

 

😦

-kühlendes Menthol ist reizend für die Haut

-bei mir kein Glow weit und breit

-Parfüm ist in nicht ganz so geringen Mengen enthalten

-Zitrus- und Orangeextrakte können die Haut ebenfalls unnötig reizen

-Glykolsäure kann nicht als Peeling wirken, da der pH-Wert über 5 (Selbstmessung) lag

-Parikaextrakt sorgt für eine stärkere Durchblutung der Haut und kann bei empfindlichen Hauttypen zu Rötungen der Gesichtshaut führen

-Aprikosenkernpartikel schrubben etwas heftig über die Haut (Vorsicht)

-Abwaschen dauert lange und braucht viel Wasser

-teuer

 

 

.

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser   Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)

 

13 Kommentare

  1. Herzlichen Dank, lieber Konsumkaiser, die Maske hab ich auch schon einige Zeit auf dem Radar, mir persönlich sind Peelingkörner fast immer zu fein, aber ich liebe mechanisches Peeling. Von der Seite ist es eine Empfehlung für mich, dass ich die Körner endlich mal merken könnte. Von Body Shop gibt es da auch eine, die so klingt, aber preiswerter ist, wenn man den wunderschonen Tiegel von Dior außer Acht lässt, genau genommen zwei: eine für Superfeuchtigkeit (ich hab das Gefühl, noch danach mit Wasser im Gesicht rumzulaufen: British Rose Fresh Plum Mask und eine für die Ausstahlung mit paar Peelingkörnern: Amazonian Acai, die sich bei mir als Hit herausgestellt hat. Wirklich tolle Masken, finde ich. Ich hab auch noch eine gegen Trockenheit, die ich nur anfallsartig nehme, aber auch toll ist.
    Ich bin großer Maskenfan und probiere hier einiges, vieles ist aber auch so lala und schnell wieder vergessen.

    Was du über den Paprikaextrakt schreibst, so ein Gefühl hatte ich neulich mit der ganz neuen L‘Oreal-Maske für reife Haut. Ist so eine rosa Gelcreme und die Haut sah gut aus und gab tatsächlich ein Pflegeextra, aber obwohl ich nicht empfindlich bin, hatte ich das Gefühl, die Haut brennt leicht. Soll vermutlich, falls das gewollt ist, auch Durchblutung anzeigen, fühlte sich aber falsch an. Ich muss mal gucken, was dafür verantwortlich ist.

    1. Wenn du so richtig robuste Peelingkörnchen suchst, wirst du hier auch nicht glücklich, dazu sind nicht genügend Partikel enthalten. (Siehe Foto)
      Hast du schon mal die Mischung aus Öl und Zucker versucht? Da kannst du dir den „Schleifgrad“ selbst einstellen. Und wenn das noch zu fein sein sollte, kann man ja mal Kandiszucker ausprobieren. 😉
      Liebe Grüße, KK

  2. Die Inhaltsstoffe sind toll erklärt. Das finde ich super von dir. Man kann nur davon lernen. Mach weiter so! Viele Grüße

  3. Microplastik an 3. Stelle !!!!! Wieso wird darauf nicht verzichtet? Ich verstehe das einfach nicht denn es ist ja nun hinlänglich bekannt wie schädlich das für die Umwelt ist.
    Liebe Grüße

    1. Yep, das finde ich auch heftig, zumal man ja bei den Peelingkörnchen auf Aprikosenkerne setzt. Als Verdickungsmittel gibt es viele Alternativen. Aber französische Kosmetik schert sich ja um gar nichts. Ich gehe da auch immer mehr von weg, allein die Beduftung ist ja meist atemberaubend.
      Viele Grüße, KK

  4. Für mich sieht der Tiegel wahnsinnig altmodisch aus, als hättest du ein Produkt aus den 70ern in die Zukunft befördert. Früher gab es solche Produkte auch von Yves Rocher zuhauf und natürlich habe ich das benutzt, ich wusste es ja nicht besser. Aber mittlerweile kann ich mir echt nichts schrubbelndes mehr ins Gesicht packen. Ich weiß, dass meine haut danach super glatt wäre, aber stelle mir gleichzeitig vor, wie ich mir damit viele kleine Hautrisse zufüge und wahrscheinlich in ein paar Tagen Pickel ohne Ende bekommen würde.

    Ich finde es immer wieder mutig von dir, wie du dich in solche Produkttests reinstürzt. 😁

  5. Ich kann ja so Hybriden nicht leiden. Ich weis nicht wie oft ich mich schon freudig über ein Chemisches Peeling ( meist Drogerie Produkte) gebeugt habe (besonders Waschgele) , um dann fest zu stellen, das noch mechanische Partikel enthalten sind. Das war es dann für mich, da ich mechanisches Peeling nicht vertrage. Da fragt man sich, ob die Hersteller ihren eigen Produkten in Beziehung Chemisches Peeling was zutrauen.
    Ach ja, damit das Leben noch ein bisschen interessanter wird, habe ich ein männliches Pupertier für den ich die Säurehaltigen Reinigungsprodukte (BH, AHA ) Klasse find. Auch da stosse ich von seiten des Pupetiers auf Unverständnis für solche Hybriden. “ Mohoom, wie soll ich denn die Körner aus dem Haaransatz bekommen ? Ausserdem fühlt sich das blöd an ! “ * seufs *

    1. Stimmt! Deshalb empfehle ich auch sowas unter der Dusche abzuwaschen, es ist einfach schwierig dieses Glibberzeug, samt der Körnchen, abzuwaschen – ohne Überschwemmung rund ums Waschbecken. 🙂
      Liebe Grüße, KK

      1. Nun ja, der Versuch mein kleine Monster ( überragt mich mittlerweile um ca. 12 cm 😀 ) zweimal am Tag unter die Dusche zu bekommen , ist vergebene Liebesmühe. Und unter Dusche “ vergisst “ er es regelmäßig. *seufs*

  6. Masken, gerade welche, die ich abwaschen muss, mache ich so gut wie gar nicht mehr.
    Aber seit ich durch Dich das Idealderm Microabrasions- Peeling kennengelernt habe, mache ich das regelmäßig, ca. einmal die Woche. Es ist wirklich genial, die Masse ist irgendwie so weich und flauschig, beim Auftragen spürt man dann die Peelingkörnchen. Mega ergiebig ist es auch, ich frage mich, wann dieser Topf jemals leer wird.
    Ansonsten als Maske, ohne Peeling, liebe ich die Clinique Overnight- nie sieht meine Haut morgens so gut und irgendwie fester aus wie wenn ich sie aufgetragen habe. Neu im Sortiment habe ich die COSRX Reismaske, aber noch nicht getestet; erst muss ich noch die Bioderma Sensibio Tolerance + Creme aufbrauchen, die kann bei mir nix außer morgens furchtbar krümeln. Ich schätze, morgen Abend wird sie endlich leer, dann schleiche ich wieder zu meinem Vorratsschrank und hole die neue Maske!😀

    1. Ja, ne? Dieses Microdermabrasionszeug ist unendlich lang haltbar. Mein Topf ist auch noch 3/4 voll.
      Schreien wir besser nicht so laut herum, sonst verringert die Firma alsbald die Menge im Pott. 😉
      Viele Grüße, KK

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