SKINCARE: PIXI „OVERNIGHT RETINOL OIL“ * LOHNT SICH DAS?

Retinol, Ceramide, Öle…alles, was eine anspruchsvolle, dehydrierte und fettarme Haut zur Winterzeit so braucht. Das könnte man denken, wenn man sich das Overnight Retinol Oil der weltweit agierenden Beautymarke Pixi so anschaut. Aber lohnt sich das Gesichtsöl für die Nacht in jedem Fall?

 

 

Gesichtsöle können eine gute Wahl sein

Gesichtsöle sind so eine Sache. Entweder man liebt sie innig, oder man meidet sie, wie der Teufel das Weihwasser. Für mich war früher Gesichtsöl gleichzusetzen mit einem tiefen Griff ins Mayonnaiseglas. Bis ich die „trockeneren“ Öle für mich entdeckt hatte.

Noch immer kann ich in den heißeren Monaten nichts damit anfangen, aber zum Herbst und Winter (besonders zu den Jahreszeiten-Übergängen) habe ich diese Öle sehr schätzen gelernt. Jede noch so mickrige Creme kann ich damit meinen Hautbedürfnissen entsprechend aufpimpen. Und da unsere Haut gerne auch mal innerhalb kürzester Zeit unterschiedliche Bedürfnisse anmelden kann, ist die Dosierung über ein paar Tropfen Öl schon ziemlich bequem und erfolgversprechend.

Was liegt da näher, als sich ein Öl zu suchen, das gleich auch noch mit den typischen und aktivsten Wirkstoffen ausgestattet ist, sodass man sich vielleicht schon ein zusätzliches Serum sparen kann?

Retinol – Superstar im Anti-Aging Bereich, Ceramide – halten die wichtige Hautbarriere in Schuss, Peptide – die angeblichen Zauberkünstler (sollen je nach Kombination von Beruhigung bis Anti-Aging alle wichtigen Hautbedürfnisse abdecken können), Vitamine – Antioxidantien nehmen die Hautzellen in Schutz, natürliche Öle – versorgen anspruchsvollere Haut und enthalten ein breiteres Wirkstoffspektrum als einzelne, isolierte Wirkstoffe.

 

Und damit wären wir schon beim Overnight Retinol Oil von Pixi

INCI: Prunus Amygdalus Dulcis (Sweet Almond) Oil, Retinyl Palmitate, Jasminum Officinale (Jasmine) Flower/Leaf Extract,Aqua/Water/Eau, Caprylic/Capric Triglyceride, Glycerin, Retinol, Polysorbate-20, Laureth-23, Cetyl Palmitate, Trideceth-6 Phosphate, Phenoxyethanol, Sodium Hydroxide, Ceramide NP, Squalane, SimmondsiaChinensis (Jojoba) Seed Oil, Helianthus Annuus (Sunflower) Seed Oil, Tocopherol, Tocopheryl Acetate, Tetrahexyldecyl Ascorbate, C12-15 Alkyl Benzoate, Sorbitan Laurate, C18-36 Acid Glycol Ester, C18-36 Acid Triglyceride, Palmitoyl Tripeptide-1, Palmitoyl Tetrapeptide-7, Vaccinium Macrocarpon (Cranberry) Seed Oil, Borago Officinalis Seed Oil.

 

Durch die Hauptzutat Mandelöl haben wir hier ein doch relativ reichhaltiges Öl. Einige Tropfen pur, liegen etwas länger auf der Haut, es ist schon ein klein weniger fettig als trockene Öle. Das liegt aber auch an der Kombination mit den weiteren öligen Substanzen, wie zB. Squalan, Jojoba-, Sonnenblumen-, Cranberry– und Borretschöl, die allerdings in deutlich niedrigerer Konzentration enthalten sind.

Die hervorgehobenen Ceramide sind nur als Ceramide NP vertreten, eine Dreierkombination hätte einen kompletteren Eindruck hinterlassen. Aber besser als gar keine Ceramide, die sehr hilfreich für die wichtige Hautbarriere sind.

Die Peptide gehören zum „Matrixyl 3000-Komplex“ und sollen die Regenerationsfähigkeit der Zellen verbessern können. Lassen wir das mal dahingestellt.

Antioxidativ wirken die Vitamine E und C in jeweils stabilisierter Form.

Und dann wäre da ja noch der Wirkstoffsuperstar Retinol. Leider kann ich hier nicht viel Gutes berichten, denn es ist hauptsächlich Retinyl Palmitate enthalten, was nicht gerade vielversprechend, um nicht zu sagen „zahnlos“ ist. Diese Form des Retinols ist nicht so (manche sagen überhaupt nicht) wirksam wie Retinol (oder gar Retinal), sodass man sich hiervon nicht zu viel versprechen sollte, selbst in der hier recht hochdosierten Form nicht.

Retinol in scheinbar „reiner“ Form ist auch beigegeben, aber die Menge und ob es eventuell verkapselt ist, erklärt Pixi nicht, und lässt uns diesbezüglich mehr oder minder im Dunkeln. Da das Produkt aber weder bei mir noch bei einer befreundeten Person irgendwelche Wirkungen zeigte, oder gar die typischen Nebenwirkungen von Retinol verursachte, gehe ich von einer extrem niedrigen Dosierung oder einer Verkapselung aus, die das Retinol in nur äusserst geringer Menge in die Haut bringt.

 

Anwendung

Die Flasche mit dem Dropper ist etwas fummelig, im Zweifelsfall läuft die Öl-Soße wieder mal über den Rand und verursacht unschöne Flecken. Luft sollte man auch nicht unbedingt ins Öl pumpen, also den Dropper immer nur ausserhalb der Flasche drücken!

Das Öl ist allerdings nicht extra beduftet und wirkt auf der Haut für mich total neutral, was für ein Pixi Produkt geradezu bahnbrechend ist.

Die alleinige Anwendung empfehle ich allerhöchstens für extrem trockene Haut mit erhöhtem Lipidbedarf, ich selbst mische zwei bis drei Tropfen in meine Nachtcreme (zB. RE:STORE von HighDroxy), damit ist die Pflege deutlich reichhaltiger und das brauche ich in der kalten Jahreszeit.

In der Kombi mit Creme zieht alles auch ziemlich gut ein, nicht rasend schnell, aber man kann sich auch ein klein wenig Zeit für eine kreisende kurze Massage lassen, was der Haut auch mal ganz gut tut. Manchmal bekomme ich nach einiger Zeit eine glänzende Nase, aber so richtig speckig wird die Haut niemals, da man ja recht gut durch die Tropfen dosieren kann.

 

Fazit:

Schade, aber sobald sich Kosmetikfirmen zu den Mengen der wichtigen Wirkstoffe bedeckt halten, verliere ich mittlerweile schlagartig das Interesse an den jeweiligen Produkten, und so ist es auch hier. Schade, und auch wieder nicht, denn Pixi hat meiner Meinung nach auch mit dem Overnight Retinol Oil kein Spitzenprodukt auf den Markt gebracht.

Zum Glück verlangt Pixi auch keinen Spitzenpreis, sondern etwa 29 Euro für 30 ml, was ich aber immer noch nicht gerechtfertigt für ein halbherzig formuliertes Produkt finde.

Wer Wert auf den Inhaltsstoff Retinol legt und damit auch schon Erfahrungen gesammelt hat, ist bei diesem Produkt eher falsch. Blutige Retinol-AnfängerInnen mit sehr trockener und lipidarmer Haut haben hier aber vielleicht einen ersten Einstieg, der womöglich einen Eindruck vermittelt, ohne die Haut arg zu stören.

Aber weder in Hinsicht auf Retinol, noch auf Feuchtigkeit, Hautbarriere und Antioxidantien bietet das Produkt herausragende Qualitäten, sondern bestenfalls Durchschnitt. Selbst die Ölmischung ist weder aussergewöhnlich noch besonders elegant vom Hautgefühl her. Dass das Öl aber beinahe duftneutral daherkommt, mag ich wiederum sehr.

Ich persönlich muss auch nicht unbedingt das Retinol im Öl haben, dann bin ich mit dem Produkt auch nicht so sehr auf den Winter festgelegt. Falls ich aber meine reguläre Pflege im Winter „aufpimpen“ muss, weil meine Haut das braucht, gebe ich ein paar mehr Euro aus und kaufe etwas edlere Ölmischungen. da man nur wenige Tropfen braucht, ist das meist eine sehr ergiebige Angelegenheit und relativiert den Preis.

30 ml kosten ab ca. € 29,00 (zB. über lookfantastic, Sephora…)

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser   Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)

 


16 Gedanken zu “SKINCARE: PIXI „OVERNIGHT RETINOL OIL“ * LOHNT SICH DAS?

  1. meine Haut liebt Öle.Ich mixe mir immer selbst zusammen.Kameliensamenöl , Granatspfelsamenöl und Pequiöl sind im Moment meine Kombi.Die Haut nimmt es so schnell auf. Mache es auch oft in Cremes mit rein.
    schönen 2. Advent

  2. Ich hatte das Produkt auch schon auf dem Schirm, aber als ich die Ölmischung und das Retinol Palmitate sah, war ich gleich kuriert. 🙂 Pixi enttäuscht uns Hautpflegefreaks immer wieder regelmäßig.
    Schönes Wochenende!

  3. Ich bin auch eher vorsichtig mit den alles-in- einem Produkten. Diese, glaube ich, müssen viel mehr durchgedacht sein wegen Z. b. mögliche Interaktionen. Seit 3 Monaten benutze ich Retinol von Neutrea und dazu Rosenhipöl von The Ordinary und für ca. gleiche Preis wie diese Pixi habe ich alles komplett was ich brauche für meine Nachtroutine

  4. Ich nutze seit vielen Wochen abends als letzten Pflegeschritt einige Tropfen Arganöl. Allgemein bin ich zufrieden. Nutze hauptsächlich The Ordinary- Produkte. Dennoch möchte ich meiner Haut mit Ceramiden/Lipiden eine noch bessere Pflege zukommen lassen.
    @KK: Gibt es eine Nachtcreme, die du guten Gewissens bei Mischhaut mit trockenen Stellen empfehlen kannst. Allzu teuer muss sie nicht sein und in Deutschland erhältlich.
    Retinol brauche ich in der Nachtcreme eigentlich nicht da ich 1%in Squalane nutze, aber auch nicht jeden Tag.
    Lieben Dank im Voraus.

    1. Ich kann Dir von TO die NMF Creme empfehlen. Lässt sich super pimpen mit den einzelnen Wirkstoffen von TO und als Basiscreme auch solo ist die super. Nicht zu fett, hält die Feuchtigkeit gut in der Haut. Und 100ml für 7.70 euro ist doch auch ein Wort.
      Ich mische wahlweise je nach Bedarf vitamin c, Retinol, aox oder Squalan rein.

        1. Bei diesen Elektrolytcremes denke ich immer, dann lade ich mich elektrisch auf.. Was natürlich totaler Quatsch ist, aber den Gedanken bekomme ich nicht aus dem Kopf 🙂
          Diese Creme von PC ist wohl auch sehr basic, was ich bisher im Netz darüber lesen konnte.

        2. Danke😊
          Ich nutze schon die TO Natural Moisturizing Factors + HA Gesichtspflege für den Morgen.
          Reicht diese Pflege auch für abends/nachts? Ich muss dazu sagen, dass wir nur mit Holz heizen und daher eine Luftfeuchtigkeit von ca. 30% haben, was sich leider auch auf Schleimhäute und Haut niederschlägt. Deswegen dachte ich, ich bräuchte etwas reichhaltigeres.
          Etwas, das die Feuchtigkeit in der Haut festhält.
          Lg Stephanie

          1. Na, das hängt entscheidend ab, in welchem Zustand Deine Haut ist. Warum versuchst Du die Creme von TO nicht einfach mal nachst und schaust, wie Deine Haut morgens in Form ist. Wenn Sie dann entspannt ist, keine rauchen Stellen hat, sich gut anfühlt, nicht schuppt, keine Unterlagerungen hat und Du Dich wohlfühlst, was magst Du denn dann noch optimieren? Das wird Dir leider keiner sonst beantworten können :-).
            „Müssen “ muss man erstmal gar nix.. Bei 30 % Luftfeuchtigkeit würden manche sicher sehr viel mehr Okklusion benötigen und darunter vielleicht noch ein gutes Serum mit verschiedenen Hyalurongrössen. Aber eben nicht jede(r). Haut und deren Bedürfnisse ist so unterschiedlich, dass wir uns davon verabschieden müssen, Pflegeroutinen einfach eins zu eins zu unternehmen. Das einzige, worin heute Konsens herrscht ist, täglicher UV Schutz ist absolut sinnvoll, Versorgung der Haut mit AOX und entsprechend Substanzen, die sie in ihrer Funktion unterstützen. Aber was Du dafür brauchst, ist ganz individuell. Jasmin z. B. mag Cremes oder Lotionen nicht und benötigt die nicht, andere haben so eine Wüstenhaut, dass sie ganz viel schichten, von flüssig zu fester Konsistenz. Reichhaltig heißt übrigens nicht automatisch, dass der Feuchtigkeitshaushalt verbessert wird… So führen reine Öle, wenn sie z. B. auf trockener statt auf feuchter Haut aufgetragen werden, nicht automatische zu einer Erhöhung des Wassergehaltes der Haut.
            Es ist also bisschen komplizierter als manche Firma mit Schritt 1,2,3 behauptet.. Aber sooo kompliziert auch nicht 🙂

              1. Lieber Roland. Danke für deine Tips;-) Ich habe vor ca. einem halben Jahr angefangen mich intenstiv mit meiner Haut zu beschäftigen (werde nächstes Jahr 40😕) Bin sehr neugierig und habe mich wochenlang bei KK und Skincareinsperations durchgelesen. Mir meine Pflegeroutine zusammengestellt und doch findet man immer noch etwas neues.
                Ich habe schon das Gefühl, dass meine Haut morgens richtig Durst hat, so schnell wie der Toner und die Seren reinziehen.
                Ich werde die NMF von TO abends probieren und dann weitersehen.
                Lieben Dank nochmals.
                Lg Stephanie

                1. Ich glaube, wenn man damit anfängt, sich intensiv damit zu beschäftigen, was moderne Kosmetik leisten kann, muss man auch aufpassen, dass man nicht zu schnell zu viel will. Ging mir vor gefühlt 200 Jahren auch so.. Hehe. Wenn Du bei Pia und KK liest, dann bist Du schon m mal sehr gut aufgestellt. Empfehlen würde ich auch noch Paula’s Choice.. Die haben sehr gute Artikel über Pflege und Wirkstoffe drin. Was ich wichtig finde : sich nicht verrückt machen. Die ideale Pflege finden, ist eine Reise. Und die Route ändert sich auch mal. Man muss nicht gleich alles richtig machen. Und vor allem auf die eigene Haut hören…

                  1. Da sagst du was, Roland. Wenn man sich zum ersten Mal mit Hautpflege beschäftigt, will man schnell zu viel. Ging mir vor knapp 2 Jahren auch so. Und was hatte ich total unterschätzt? Dass es gar nicht so leicht ist, für meine Mischhaut (relativ ölig u. sehr feuchtigkeitsarm) „einfach nur“ die passende Feuchtigkeitspflege zu finden.^^ Ohne eure Tipps -spezielle Grüße an Jasmin- würde ich wohl immer noch nach „der einen“ Creme suchen, die das bei meiner Haut bewerkstelligen kann. Und vor allem die Entdeckung des SkinAnalyzers (von dem ich ein großer Fan bin und KK u. Dinah haben den hier ja auch schon beschrieben) hat mir auf dem Weg zu „meiner Pflege“ echt Geld und Nerven gespart. Nun liegt er meist in der Schublade und kommt nur zum Einsatz, wenn Paula mal wieder ne neue Feuchtigkeitspflege raushaut, der ich nicht widerstehen kann. 😩

    2. Ich habe auch trockene Mischhaut und schwöre auf Cerave. Entweder die Nachtcreme oder die normale Feuchtigkeitscreme. Ich bevorzuge letztere. Mein Heiliger Gral!

    3. Liebe Stephanie,

      ich werfe neben den bereits genannten Kandidaten die schlichte CeraVe Allzweck-Feuchtigkeitscreme oder feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme, sowie ganz besonders – einmal mehr 😉 – Paulas Clinical Ultra Rich Moisturizer ins Rennen, der auch für feuchtigkeitsarme Mischhaut (und als Augencreme) super „funktioniert“. Ohne Speckglanz.

      Nicht abschrecken lassen von dem Hinweis „für extrem trockene Haut“ (vorausgesetzt, es gibt keine Aversion oder Unverträglichkeit gegen/mit Sheabutter oder Kokosöl).

      Evtl. ist auch der Omega+ Complex Moisturizer etwas, der ist leichter.

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