SKINCARE: ST. TROPEZ „BRONZING FACE SHEET MASK“ – DIE ERSTE BRÄUNENDE TUCHMASKE

Eine Innovation: St. Tropez kommt mit der ersten selbstbräunenden Tuchmaske auf den Markt. Klar, dass ich das sofort ausprobieren musste. Meine Erfahrungen waren überaus gemischt, und ich glaube, dass ich auch eine Warnung aussprechen muss! Alles dazu in diesem Artikel…

 

St. Tropez – Selbstbräuner für die Generation Sonnenbank

St. Tropez ist seit den 90er Jahren eine bekannte Marke, wenn es um Selbstbräunung geht, besonders im UK mag man die teilweise wirklich dunklen Bräunungsprodukte. Victoria Beckham machte die Marke dereinst berühmt. Heute wird sie wohl nicht mehr so gerne mit einem Selbstbräuner gesehen werden wollen, das passt einfach nicht zu ihrem derzeitigen High-Fashion Image. Die Frau ist ja „so editorial“, da geht NUR schwarz-weiß.

Jedenfalls habe ich bislang nicht viel von St. Tropez ausprobiert, die Produktlinien sind für mich dermaßen unüberschaubar, da scheint es für jedes Körperteil ein eigenes Bräunungsprodukt zu geben. Ist mir zu anstrengend.

Trotzdem war ich von der selbstbräunenden Tuchmaske fasziniert. Dabei hätte ich mir doch denken können was mir da blüht, stehe ich doch bislang mit den allermeisten Tuchmasken auf Kriegsfuß. Die Dinger funktionieren einfach nur im Liegen, und ausserdem platziert man sie fast immer mit Falten und Knubbelchen auf dem Gesicht. Dann ist entweder die Nase nicht richtig bedeckt, oder zu viel von den Lippen. Und auf der Stirn verrutscht mir die Maske auch ständig durch meine ausgeprägte Gesichtsmimik.

Hmm, keine guten Voraussetzungen. Armes St. Tropez!

 

Anwendung und Anmutung

Zuerst einmal die guten Nachrichten: Die Maske müffelt so gar nicht nach Selbstbräuner. OK, sie duftet dafür auch recht stark nach irgendeinem frischen Phantasieblümchen, aber nicht schlecht. Leider ist die Menge der enthaltenen Duftstoffe, inklusive vieler(!) ätherischer Parfümstoffe, ziemlich hoch, da sollte man bei empfindlicher Haut erst gar nicht über eine regelmäßige Anwendung nachdenken! Gefärbt wird mit DHA, das ist eigentlich als alleiniger SB Wirkstoff nicht mehr so richtig zeitgemäß. Kombis mit Erythrulose färben natürlicher.

Die Maske selbst ist ein sehr dünnes Tüchlein aus Lyocell, eine industriell hergestellte Cellulose-Regeneratfaser, die nach dem Direkt-Lösemittelverfahren hergestellt wird. Sie ist sehr ordentlich mit der Selbstbräunerlösung getränkt, man muss aufpassen, dass es nicht in der Gegend herumtropft!

Die Platzierung auf dem Gesicht gestaltet sich so wie oben beschrieben: Schwierig! Gerade hier muss man ja schauen, jedes Areal des Gesichtes gut abzudecken, damit es hinterher keine unschönen weißen Stellen gibt. Die Augen- und Lippenpartie auszusparen stellt sich als äusserst schwierig heraus, denn die Maske ist einfach zu weich und schlabbrig. Im nu hat man die Augen und Lippen mit Selbstbräunerlotion vollgekleckert. Unbedingt mit einem Tuch abwischen, sonst gibt es unschöne Verfärbungen!

Den Hals bedeckt man nicht mit der Maske, da streicht man dann einfach ein wenig Flüssigkeit von der Maske zum Hals hinunter. Automatisch fragt man sich, ob das dann auch ausreicht. Tut es, aber dazu später mehr! Danach unbedingt die Hände waschen!

Eigentlich wäscht man sich hier ständig die Hände, denn man muss die Maske permanent wieder glatt ziehen, oder die Augenöffnungen verschieben, weil Lotion ins Auge gelangen könnte.

Die Stärke des Selbstbräunungseffekts kann man nun durch die Einwirkzeit der Maske steuern:

Die Karibiktiefenbräune mit Möhrensaft verwechselt?

Ich habe mich für „Medium“ entschieden, denn ich bin ja noch ein wenig gebräunt vom Nordseeurlaub, und habe eh einen etwas dunkleren Teint. Dazu muss man wissen: Wenn St. Tropez schreibt „dark“, dann ist das Tiefenkaribikbraun! Also Vorsicht, dachte ich mir zumindest so.

Nach etwas mehr als 10 Minuten habe ich die Maske vom Gesicht entfernt. Es ist noch so enorm viel Flüssigkeit übrig, dass man die Reste aus der Verpackung holt und sich mit dem Tüchlein Nacken, Schultern und Brust einreiben kann.

Mit der Färbung der Haut kann man dann nach einigen Stunden rechnen. Am nächsten Morgen soll die Haut wie nach einem Kurzurlaub strahlen. Durch enthaltene Pflegestoffe, wie zB Hyaluron, ist die Haut dann auch tatsächlich schön durchfeuchtet und prall. Es duftet immer noch nicht nach Selbstbräuner.

Nach ein paar Stunden habe ich mal vorsichtig in den Spiegel geschaut! OMG!

Ich bin ja nicht zimperlich, wenn es um Selbstbräuner geht, aber DAS ging gar nicht! Ich sah aus wie eine Möhre mit Ohren. Anstelle Karibiktraum hatte ich Carotinsmoothie to go bekommen. Solch eine unebene und grauenhafte Farbe habe ich noch bei KEINEM Selbstbräunerprodukt erlebt. Die Färbung ist stark und unangenehm fleckig. Eigentlich sieht es wie eine schlimme Hautkrankheit aus, ich konnte davon nicht einmal Bilder machen, so peinlich sah das aus. Unter den Augen, am Hals und im Nacken war das Ergebnis besonders erschreckend.

Deshalb hier meine Warnung: Für helle Hauttypen ist diese Maske schon mal GAR NICHTS! Alle, die die Maske einmal ausprobieren möchten, sollten dringend auf eine Einwirkzeit UNTER 10 Minuten achten.

Wer mir jetzt nicht glauben mag, dem empfehle ich das Video dieser Video Bloggerin auf YouTube, die ihre Erfahrung mit der Möhrenmaske eindrucksvoll auf Video gebannt hat (ab Minute 11:00 gibt es das orange Wunder zu bestaunen):

 

Fazit:

Viel zu teuer, viel zu umständlich, viel zu orange, viel zu viel Duft. Unbedingt NICHT kaufen, sondern lieber in einen guten Selbstbräuner zum Einreiben investieren!

1 Tuchmaske (getränkt mit 18,4 g Lotion – 1 Anwendung) kostet ca. 11,00 Euro. (Momentan noch nicht überall erhältlich. Ich habe über ASOS bestellt)

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Screenshot YouTube    Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)

10 Kommentare

  1. Ach du Sch…. 😳😳 zum Glück interessieren mich persönlich weder Tuchmasken noch Selbstbräuner. Aber es ist immer wieder interessant zu sehen, was es alles für Zeugs gibt und wie so eine Anwendung daneben gehen kann. Ich hoffe für Dich und die Youtuberin, dass ihr den „Karottenfarbton aus der Hölle“ zeitnah und ohne Schleifpapier wieder herunter bekommt 🍀

  2. Moin,
    mein Ausflug in den Bereich der Selbstbräuner ist bestimmt Jahrzente her. Zu der Zeit schon eine Katastrophe, karottenorange und fleckig, aber leider war braune Haut angesagt. Und da ich sehr helle Haut habe, kann nur ein seltsamer Hautton bei den Produkten rumkommen. Und etwas im Gesicht zu machen, egal auf welche Art, da lasse ich besser die Finger von, abgesehen von einfachen Masken, die in der Regel abwaschbar sind.
    Selbstbräuner sind für mich eh ein No-Go, aber Danke für den Bericht, herrlich zu lesen gg. Zudem weckt es noch Erinnerungen an meine Jugend, wo meine Eltern viel dafür taten, um braun zu werden. Pralle Sonne. Heimsolarium. Beta-Carotin. Sah alles gelblich aus, aber war wohl schick gg. Lange ist es zum Glück her.
    LG. Tina aka Simia

  3. Hallo Herr Kollege 😊

    Das Zeug ist ja wirklich übel – ab in die Tonne 😜

    Ich bin unlängst auf Studien der FDA gestoßen, angeregt von „Hot&Flashy“/YouTube (Summer & Anti Aging Skincare Q&A, self-taning 7’42“ ), die verifiziert, dass Haut, die mit Selbstbräunern behandelt wurde und unmittelbar der Sonne ausgesetzt wird, sogar mehr freie Radikale produziert – bis zu 180% mehr/s. DHA, Bräunungseffekt durch Oxidation – als wenn man ohne in die Sonne geht!

    Internet spuckt einiges aus… war mir unbekannt bis dato!
    Es wird darauf verwiesen nur zur Nacht SB anzuwenden, um Schäden gering zu halten.
    Studien belegen, dass SB Faltenbildung fördert.

    Ich nutze witzigerweise diesen Sommer gar keine, weil es mich irgendwie nervt – liegt alles ungenutzt/angebrochen im Schrank rum…

    Stattdessen nutze ich lieber SPF 30 bis SPF 50 mit Teint.
    MURAD City Skin Age Defense Broad Spectrum SPF50
    (ausgleichender Peach Ton – lässt Rötungen schwinden! Bester SPF den ich je genutzt habe… ganztägig mattiert, selbst wenn man Sport treibt!!! Trocknet Haut gar nicht aus,
    http://www.salonskincare.com bis zu 25% billiger)
    BIODERMA Photoderm Max Aquafluide – leicht getönt. Mein Klassiker, preiswert & für mich perfekt.
    ERBORIAN CC CREAM à la centella asiatica (SPF25),
    durch Handwärme beim Auftragen entsteht ein sehr natürlicher Ton & macht sehr ebenes Hautbild „Flawless“ – leider parfümiert *grrr)

    Neu & darauf bin ich sehr gespannt:
    Charlotte Tilbury „Unisex Healthy Glow“
    Wayne Goss hat unlängst Video auf YouTube gestellt – sieht fantastisch aus!!!
    „OMG! The Instagram Filter in a Tube! This stuff is amazing!“
    … sollte alsbald in meinen Händen sein… bin sehr gespannt 😮

    Selbstbräuner lass ich unlustig weiterhin weg!
    Einfach keine Lust…

    GRUSS
    der hydro

  4. Schade, ich hätte gern Bilder von dir gesehen. Wäre bestimmt lustig. Mit den Tuchmasken habe ich auch zu kämpfen (habe Teoxane ausprobiert). Sie bleiben einfach nicht auf der Stelle, selbst bei der kleinsten Bewegung rutschen sie weg.

  5. Da ich nicht einmal die praktischen Selbstbräuner-Tücher zum „Einreiben“ mag (unnötiger Müll, das Handling ist auch nicht so meins) bleib‘ ich gern beim „klassischen“ Eincremen. Im Gegensatz zu Dir mag ich Konzentrate, die man nach Laune, Hautgefühl und natürlich auch gewünschtem Tönungsergebnis mit der normalen Creme oder Serum mischen kann, sehr (aktuell PC’s Self Tanning Concentrate)!

    In der kälteren Jahreszeit wird die – eigentlich sehr gute, wenn nur der Geruch nicht wäre (riecht für mich extrem und leider sehr langanhaltend nach Chrysanthemen 😦 ..) – DayGuard Bronce von CNK aufgebraucht. Vom natürlichen Ergebnis und Pflegegefühl top …. aber der „Duft“ 😦 …

  6. Armer KK. Paula empfiehlt BHA für SB-Unfälle. Die 2% Bodylotion hat diesen Job immer gut gemacht.

    @Hydro: die Studie bezog sich nur auf DHA?

    Um die St. Tropez-Produkte bin ich auch schon herumgeschlichen aber INCI und Preis-Leistung hielten mich erfolgreich vom Kauf ab. Ohne Erythrulose will ich sowieso nicht mehr.

    Viel Erfolg beim Entfernen der Möhrenhaut oder – wie ich es nenne möchte- des Donald-Trump-Sympathisanten-Hauttones. 😉 Nun habe ich eine Idee, welcher der präsidiale SB sein könnte 😀

  7. Total die Fehlentwicklung von St. Tropez. Da ist man ja mit jedem Billigselbstbräuner besser bedient als mit der Tuchmaske. Dank Dir kauft enigstens keiner der Leser dieses Tuch. Hoffe, die orange Farbe verschwindet schnell ohne Flecken bei Dir.

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