SKINCARE-GASTBEITRAG (DINAH) * Ein neuer Trend: Honey Cleansing

Meine Vorliebe für Honig als Inhaltsstoff in Hautpflege dürfte mittlerweile bekannt sein. Sei es eine Maske, ein Serum oder eine Creme – Honig geht bei mir eigentlich immer. Doch als ich im Internet auf den Trend „Honey Cleansing“ bzw. „Honey Face Wash“ stieß, war ich doch ziemlich skeptisch. Denn dabei ersetzt reiner Honig die übliche Reinigung am Morgen oder auch den Second Cleanser am Abend. Die Anwender scheinen überwiegend begeistert zu sein und loben die positiven Eigenschaften von Honig: antibakteriell, beruhigend, feuchtigkeitsspendend. Sogar gegen Pickel und Akne soll Honey Cleansing helfen. Also ab in die Tonne mit Reinigungsbalm, Mizellenwasser & Co?

 

 

Nun mag ich Honig im Gesicht recht gern – aber pur habe ich ihn mir noch nicht auf die Haut geschmiert. Okay, ich liebe den Geruch, aber kann man mit Honig tatsächlich reinigen? Und ist das nicht furchtbar klebrig? Versuch macht klug, also habe ich es einfach mal ausprobiert. Die Frage, ob es möglich ist, Honig als mildes Reinigungsprodukt zu verwenden, lässt sich klar mit Ja beantworten. Der Trick besteht darin, sowohl das Gesicht als auch die Hände vorher leicht anzufeuchten, dann lässt sich der Honig wirklich gut verteilen und leicht in die Haut einmassieren. Klebt kaum. Mit lauwarmem Wasser und einem Mikrofasertuch kann ich ihn auch problemlos abwaschen. Die Haut fühlt sich gut an danach. Allerdings lässt sich mit Honig kein Make-up entfernen, abends ist also Double Cleansing angesagt. Testweise habe ich auch mal einen Reiniger mit Honig vermischt – vom Hautgefühl auch nicht schlecht.

Die Wahl des Honigs ist beim Honey Cleansing nicht unwichtig. In den USA ist stets die Rede von „Raw Honey“ oder Manuka-Honig aus Neuseeland, der als Naturheilmittel gilt. Nach meiner Recherche ist „roher Honig“ innerhalb der EU ein reiner Marketingbegriff, ebenso wie „kalt geschleudert“, weil Honig beim Schleudern nicht erhitzt wird. Anders als in den USA darf Honig in der EU weder gefiltert noch pasteurisiert werden, insofern sind alle Sorten bei uns „roh“. Temperaturen über 38 Grad zerstören wichtige Enzyme im Honig und mindern so die Qualität. Hier spielt vor allem dann auch die Lagerung eine Rolle. Die beste Qualität bei uns darf man von sortenreinem Honig aus Imkereien erwarten. Oder man leistet sich Manuka-Honig, bei dem man für ein Glas locker 50 Euro ausgeben kann. Aber Vorsicht: Pro Jahr werden weltweit rund 10.000 Tonnen Manuka-Honig verkauft – produziert werden in Neuseeland jedoch nur 2.000 Tonnen …

Die entscheidende Frage ist allerdings: Bringt Honey Cleansing etwas oder ist es einfach nur ein Hype? Das hängt vor allem davon ab, wie man bislang sein Gesicht gereinigt hat, also mit welchen Produkten. Besser als ein schäumendes harsches Gel mit einem basischen ph-Wert über 7 ist Honig sicher, denn er entzieht der Haut keine Feuchtigkeit und ist schon lange als Hausmittel bei aufgesprungenen Lippen oder trockenen Hautstellen bekannt. Die New Yorker Dermatologin Dr. Diane Berson spricht Honey Cleansing eine gewisse pflegende Wirkung zu, weist aber darauf hin, dass Honig zwar antimikrobiell ist, also selbst vor Bakterien geschützt ist, auf der Haut aber nicht antibakteriell wirke. Einige Inhaltsstoffe könnten wie ein leichtes AHA-Peeling wirken und der ph-Wert sei hautfreundlich.

Tatsächlich liegt der ph-Wert von Honig im sauren Bereich, nach meinem Teststreifen bei etwa 4,0; im Internet habe ich auch die Angabe 3,5 gefunden. Damit könnte Honig als natürliches Fruchtsäure-Peeling funktionieren. Ungeplant konnte ich auch die Wirkung auf Pickel testen. Hormonell bedingt sind diese kleinen Biester bei mir meistens sehr hartnäckig und durch die üblichen Anti-Spot-Treatments kaum zu beeindrucken. Umso erstaunter war ich, dass das Betupfen mit purem Honig, also mehrmals über 24 Stunden, den Pickel ganz schnell schrumpfen und verschwinden ließ. Ein voller Erfolg! Insofern halte ich eine positive Wirkung bei Akne für durchaus möglich, auch wenn es dazu keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, aber hier zählt einfach die persönliche Erfahrung. Wer sich mit dem Gedanken, sich mit Honig das Gesicht zu waschen, nicht anfreunden kann, kann ihn ja einfach mal als Maske auftragen oder eben als SOS-Mittel gegen Hautunreinheiten. Für mich ist Honey Cleansing eine interessante Erfahrung, aber meine Reinigungsprodukte hat es nicht verdrängt.

 

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(Fotos: Dinah, Wiki Creative Commons     Keinerlei Sponsoring)

2 Kommentare

  1. Von Antipodes (aus Neuseeland) gibt es Pflege mit Manuka-Honig. Die Maske aus der Serie ist traumhaft aber auch die anderen Produkte sind gut, eher was für Mischhaut und leider teilweise stark parfümiert. Von einer Imkerei habe ich eine Salbe mit Propolis, die gegen alle Hautleiden hilft. Pickel, kleine Verletzungen, Verbrennungen, Herpes u.s.w. Sehr empfehlenswert! Viele Grüße!

    1. Hallo Nelly, die Maske von Antipodes habe ich auch auf meiner Merkliste stehen. Wenn ich meine aktuelle Honigmaske von I’m from Honey aufgebraucht habe, werde ich die wahrscheinlich mal testen.

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