K-BEAUTY GASTBEITRAG (DINAH): Hygiene-Skandal um koreanische Sheet Masks

Tuchmasken aka Sheet Masks gehören für viele so selbstverständlich zu einer koreanisch inspirierten Pflegeroutine, dass daraus ein tägliches Ritual geworden ist und die Masken grundsätzlich im Dutzend geordert werden. Sie sollen besonders intensiv wirken, weil die Pflegestoffe durch den okklusiven Effekt tiefer in die Haut eindringen können. Im Spätsommer tauchten jedoch Infos auf, lanciert von einer Insiderin der Kosmetikbranche, die bei K-Beauty-Fans für nachhaltige Verstörung gesorgt haben: Offenbar nehmen es viele koreanische Hersteller bei der Produktion mit der Hygiene nicht so genau. Seitdem stellen sich viele die Frage, ob sie nicht lieber ganz auf Tuchmasken verzichten sollten.

 

Aufgedeckt wurden die unappetitlichen Produktionsbedingungen von einer Frau aus Seoul, die mit ihrem Wissen Ende August via Reddit an die internationale Öffentlichkeit ging; koreanische Medienberichte über diese Zustände bleiben seit 2008 anscheinend weitgehend unbeachtet und hatten keine Konsequenzen. Nach Aussage der Insiderin lassen etliche koreanische Firmen ihre trockenen Tuchmasken von Heimarbeitern für einen geringen Stundenlohn falten und eintüten, bevor sie in der Fabrik mit den Wirkstoffen getränkt und die Verpackungen verschlossen werden.

Für die Hygiene an ihrem Arbeitsplatz, also im heimischen Wohnzimmer, sind die Arbeitskräfte selbst verantwortlich. Auf Fotos ist zu erkennen, dass zum Falten der Masken mitunter alte Kartonstreifen benutzt werden, ähnlich wie beim Falten von T-Shirts. Das Tragen steriler Handschuhe ist nicht vorgeschrieben. In den Fabriken werden die abgeholten Sheet Masks zwar sterilisiert, also keimfrei gemacht, doch andere Verunreinigungen werden teilweise nicht bemerkt oder ignoriert. Und selbst wenn keine Heimarbeiter zum Falten eingesetzt werden, ist Hygiene nicht garantiert. In vielen Fabriken soll es üblich sein, bei dieser Tätigkeit zu rauchen. So ist zu erklären, dass Kunden beim Öffnen der Masken mitunter Haare oder Krümel entdecken oder die Masken nach Nikotin riechen.

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Diese Praktiken finden sich erschreckenderweise nicht nur bei kleinen unbedeutenden Marken, sondern querbeet durch die gesamte Branche, so die Insiderin, obwohl die Beschäftigung nicht lizensierter Heimarbeiter bei der Herstellung kosmetischer Produkte in Korea verboten ist. Zu den namentlich genannten Herstellerngehören MediHeal, SNP und Forencos. Das maschinelle Falten von Masken scheint in der gesamten Branche die Ausnahme zu sein, jedenfalls in Korea; wesentlicher Grund für die Bevorzugung von Handarbeit soll die Vermeidung von zu viel Ausschuss sein, da das dünne Material der Tuchmasken leicht reißen kann.

Eine Gruppe amerikanischer K-Beauty-Bloggerinnen hat nach der Bekanntwerden der Vorwürfe rund 30 namhafte koreanische Hersteller von Tuchmasken kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Die eingegangen Antworten von sieben dieser Firmen sind auf der Seite http://www.racked.com/2016/9/7/12816142/kbeauty-sheet-masks-ethical-safe dokumentiert. Benton setzt demnach Maschinen ein und erläuterte den Produktionsprozess inklusive Fotos. Missha lässt seine Masken offenbar in derselben Fabrik herstellen. Elizavecca gibt an, ebenfalls in einer Fabrik zu produzieren, nennt aber keine Details. Ähnliches gilt für Tosowoong, HolikaHolika und Nature Republic. Die Luxusmarke Sulwhasoo wies die Vorwürfe zurück mit Verweis auf ihre hohen Qualitätsstandards, ließ jedoch offen, ob Heimarbeiter eingesetzt werden. Die übrigen Firmen zogen es vor, nicht zu reagieren.

Anders als in Südkorea scheint in Taiwan die maschinelle Faltung von Sheet Masks zumindest bei namhaften Herstellern Standard zu sein. So bestätigten Naruko, My Beauty Diary, L’Herboflore und Maskingdom auf Anfrage, ausschließlich Maschinen einzusetzen.

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(Fotos: Dinah für KK, Twitter, Hersteller      Keinerlei Sponsoring!)

6 Kommentare

  1. Astrid
    Ich habe eine Frage , ich habe gestern ein Serum benutzt darin war leider Diazolidinyl urea als Konservierungsmittel was bei mir ein üblen Ausschlag und Juckreiz zu Folge hatte ich glaube langsam das das bei mir garnicht die Sonnenmilch war sondern das serum denn das hab ich früher schon benutzt habe wo ich immer den Ausschlag hatte

    1. Hallo Astrid,

      ich habe eine Allergie gegen Diazolidinyl Urea (lt. meiner Hautärztin haben das viele Leute, ohne es zu wissen). Daher meide ich das natürlich. Bei mir wurde das nur anhand eines umfangreichen Testes diagnostiziert. Deshalb sei froh, dass du es so festgestellt hast. Auch wenn es unangenehm ist.

      Gruß Indophil

  2. Hallo
    Ich würde gerne koreanische Kosmetik testen.
    können sie mir bitte ein paar einsteigerprodukte empfehlen um die 10 Schritte Hautreinigung zu machen?
    Ich bin 30,habe ein paar Unreinheiten und neige zu einer glänzenden T-Zone.
    Erwarten tue ich mir von den K-Produkten ein tolles Hautbild mit einem „Glow“.
    Ich wende mich an Sie weil sie mir vorkommen als würden sie sich gut auskennen.
    Ich freue mich auf Antwort.

    1. Hallo Julia! Danke für Ihr Vertrauen. Hautpflege ist allerdings immer sehr individuell und ich habe völlig andere Hautbedürfnisse. Im Menü unter „Gastbeiträge“ finden Sie alle Beiträge von mir, z.B. auch welche Produkte ich akutell morgens und abends benutze. Für den berühmten Glow empfehle ich regelmäßiges sanftes (chemisches) Peeling, Vitamin C und ein Feuchtigskeitsserum, wobei ich dringend raten würde, neue Produkte nacheinander einzuführen und nicht alles auf einmal. Also z.B. ein neues Serum erst mal 14 Tage lang benutzen und dann Vitamin C o.ä. dazu nehmen. Viele schwören auf Produkte mit Propolis oder Grünem Tee bei Unreinheiten, das wäre einen Versuch wert. Viel Freude beim Lesen und Testen. LG Dinah

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