SKINCARE: SKINDIVISION „BOOSTER PEPTIDE COMPLEX“ * SHORT REVIEW

Und wieder einmal ein faltenglättender Zauberbooster mit den scheinbar allgegenwärtigen Peptiden. Wirkt der Peptid Complex Booster von Skindivision bei mir, oder kann das weg…?

 

 

Kurz noch mal ein Blick auf Peptide in Hautpflege

Anerkannt wirksame Inhaltsstoffe liebe ich in meinen Pflegeprodukten. Dazu gehören auch Peptide, obwohl es bei denen öfter mal Probleme gibt. Nicht in Hinblick auf Verträglichkeit, sondern manchmal tun sie schlicht und einfach nichts für die eigene Haut.

Da kann die beste Freundin oder der Influencer mit Millionen Followern noch so jubeln, bei einigen Menschen wirken einige Peptidprodukte einfach nicht. Manchmal liegt es aber auch an den Trägersystemen, mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels.

Ärgerlich, denn wenn sie „anschlagen“, dann kann man mit einer erstaunlichen Wirkung rechnen. Sie können die Haut zum Beispiel toll beruhigen, sie spenden intensiv Feuchtigkeit, sie können die Zellerneuerung anregen, Mimikfalten mildern, und sie sollen auch kleine Fältchen verschwinden lassen.

 

Im Peptide Complex Booster der jungen ungarischen Firma Skindivision kommen Hexapeptide-8, auch bekannt als „Argireline“, und Palmitoyl Tripeptide-5, ein neuartiges Anti-Aging Peptid, zum Einsatz.

Argireline ist mittlerweile fast schon legendär, denn es soll (ähnlich, aber deutlich schwächer) die Wirkung von Botox imitieren. Dazu wird die Aktivität der Gesichtsmuskulatur herabgesetzt, was eine „entspannende“ Wirkung auf die Gesichtszüge haben soll, was wiederum in einem leicht geglätteten Aussehen resultiert. Der Vergleich mit Botox hinkt arg, da darf man nämlich nicht zu viel erwarten!

Das andere Peptid ist zwar noch relativ neu, wird aber bereits als ein sehr leistungsstarker Wirkstoff angesehen, denn diese Peptide können tief in die Haut eindringen und die Neubildung von Kollagen stimulieren. Dazu kommt noch eine gewisse anti-entzündliche Wirkung.

Nun ist das alles nicht so einfach, denn die Haut schützt sich natürlich gegen Stoffe, die versuchen in tiefere Hautschichten zu gelangen, und nur dort kann Hautpflege für eine nachhaltige Verbesserung der Hautbeschaffenheit sorgen. Sonst bleibt es bei oberflächlichen Soforteffekten, die zwar temporär, aber auch nicht zu verachten sind.

Sollen also Peptide tatsächlich gut wirken, müssen sie zB. liposomal verkapselt versuchen tiefer in die Haut einzudringen. Das Verfahren kennt die Kosmetikbranche schon länger, und es scheint auch sehr erfolgreich eingesetzt zu werden. Leider nutzen viele Firmen diese Carriersysteme aus Kostengründen nicht.

 

Mein Eindruck

Der sehr flüssige und transparente Booster kann direkt nach der Reinigung, wie ein Serum, auf die Haut aufgetragen werden. Man kann ihn, typisch Booster, auch in eine andere Pflegecreme mischen. Skindivision empfiehlt die Anwendung morgens und abends, ich habe es nur am Morgen verwendet. Darüber kam meine übliche Tagescreme mit Lichtschutz (von Clinique for Men).

Zuerst ist mir der Geruch des Produktes nicht aufgefallen, aber als ich es nach einer Woche etwas weniger sparsam auftrug, schoss es mir durch den Kopf: Es stinkt wie eine ungewaschene Socke, in die man einen toten Fisch gewickelt hat. Extrem unangenehm, ich halte beim Auftragen immer die Luft an.

Ein paar Tropfen sollen reichen, ich nutze allerdings mittlerweile um die 8 Tropfen, sonst habe ich irgendwie das Gefühl, es kommt nichts so richtig in der Haut an, wenn ihr versteht was ich meine.

Der Booster sinkt dann mustergültig in die Haut und hinterlässt kein klebriges Gefühl, auch an den Händen nicht. Die weitere Pflege kann problemlos und sofort aufgetragen werden, da kommt sich nichts in die Quere.

Beim Wirkstoff Argireline wartet man ja gerne recht schnell auf erste Ergebnisse. So sollen die Gesichtszüge weicher werden, Mimikfalten weniger prominent hervorstechen. Davon war bei mir weder nach einer Woche noch nach vier Wochen etwas zu sehen. Nun nutze ich es über sechs Wochen und das Produkt neigt sich langsam dem Ende zu.

Da ich wirklich keinerlei Veränderung an meiner Haut feststellen kann, bin ich gewillt zu sagen, dass der Peptide Complex von Skindivision mir persönlich nichts bringt. Einen Nachkauf ziehe ich also nicht in Betracht. Das mag zwar eine relativ frühe Entscheidung sein, allerdings kenne ich Produkte, die deutlich schneller erste kleine Ergebnisse lieferten, sodass ich da wohl auch etwas voreingenommen bin.

 

Fazit

Insgesamt noch eine interessante kleine und junge Firma, die so ein bisschen auf den „The Ordinary“ Hype mit aufspringt und vielversprechende und einigermaßen kostengünstige Solo-Kosmetikprodukte anbietet, die eben auch die derzeit angesagten Wirkstoffe beinhalten. Ein Blick darauf ist sicher nicht verkehrt, obwohl ich hier nicht sicher bin, ob man bei den Preisen eben auch die oben erwähnten Transportsysteme mit eingebaut hat, um die Wirkung der Wirkstoffe zu gewährleisten.

Der Preis erscheint für das Peptidprodukt im Mittelfeld zu liegen, allerdings braucht man auch noch eine Reihe weiterer Wirkstoffe für eine umfassende Hautpflege. Da sind dann eventuell Kombiprodukte (zB. von Paulas Choice) die bessere Wahl.

Der Duft war für meine Nase eine Herausforderung, und der Konservierungsstoff Chlorphenesin sollte für Allergiker erwähnt sein, dafür ist die Konsistenz sehr gefällig und die Anwendung ist kinderleicht. Leider konnte meine Haut wohl scheinbar nichts mit diesem Produkt anfangen, bei anderen Personen kann das aber ganz anders aussehen.

Für mich kein Nachkaufprodukt.

20 ml kosten ca. € 25,95 (zB. über Flaconi – Rabatte nutzen!)

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser    Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)

 


21 Gedanken zu “SKINCARE: SKINDIVISION „BOOSTER PEPTIDE COMPLEX“ * SHORT REVIEW

  1. Für meine Ohren klingt das gut, denn ich komme mit Argireline super zurecht. 10% ist ja auch eine wirksame Einsatzkonzentration.
    Ich merke fast immer nach ca. zwei Wochen wie meine Gesichtszüge weicher werden. Setze ich es ab, sehe ich irgendwie härter aus.
    Ich werde das mal ausprobieren. Danke fürs Vorstellen!

  2. Oh ja, die liposomale Verkapselung. Auch bei Hya sehr wichtig. Da kann die Hyaluronsäure noch so niedermolekular sein, ohne Verkapselung wird sie die oberste Fettschicht der Haut nicht durchdringen können. Mehr als eine Anreicherung der obersten Hautschicht mit Feuchtigkeit ist dann mit Hya nicht drin, auch wenn es noch so schön im Werbetext klingt, dass das Produkt gaaanz tief in der Haut wirkt.

    1. Liebe Jasmin,
      auf welche Incis muss ich achten, wenn ich eine Verkapselung erkennen will? Und wie ist es denn bei Paula, verkapselt oder nicht? Wie erkenne ich das?
      Danke und liebe Grüße, Irene

      1. Tja, da sind wir wieder an dem Punkt, dass die Inciliste leider nicht alles verrät: etwa, wie qualitativ hochwertig die Inhaltstoffe sind oder ob Verkapselungen eingesetzt wurden. Lecithin in den Incis kann ein Hinweis sein. PC setzt auf verkapselte Hyaluronsäure, zumindest hat das Bryan mal in einem Live-Chat gesagt.
        Anbei mal ein Bsp. wieviele Incis zu einer Verkapselung dazu gehören können. Das sind nämlich ganz schön viele: https://www.impag.de/life-science/personal-care/produkte/actives-sonstige/sonst-traegersysteme-verkapselte-hyaluron-aufpolsterung/

        1. Danke. Ich werde bei PC mal nachfragen, gehe aber eigentlich davon aus, dass dort solche Technologien genutzt werden.
          Bei Peptid-Produkten habe ich immer den Eindruck, ich gehöre zu denen, bei denen es nicht (so gut) funktioniert, glaube aber, das liegt an mir, nicht an Verkapselung oder auch nicht.

          1. @Irene: bitte nicht falsch verstehen. Die Versorgung der oberen Hautschicht mit Feuchtigkeit ist ja auch eine gute Sache. Nicht alles muss und sollte immer komplett in die allertiefsten Hautschichten. Aox braucht man z.B. teilweise auch auf der Haut. Ich störe mich eher daran, dass von div. Seiten vor allem die niedermolekulare Hyaluronsäure so dargestellt wird, als ob man ohne sie in den tieferen Hautschichten aussehen würde wie ein verdörrter Apfel. Tiefere Hautschichten mit Feuchtigkeit versorgen kann schnödes Glyzerin aber auch. Ganz hervorragend sogar und ohne irgendein Zutun, da es die „Fettbarriere“ der Haut problemlos von allein durchdringt.

  3. …ungewaschene Socke, in die man einen toten Fisch… 😀 Warum habe ich jetzt eine sehr genaue Vorstellung vom beschriebenen Geruch?? Als hätte ich jemals einen toten in Fisch in eine ungewaschene… 😉

    Apropos Erfahrungen:
    Ich habe Absorica als Ersatz für das 1%ige Clinical getestet. Beide kamen nicht direkt aufs Gesicht, sondern (etwa eine Linsengröße) gemischt in meine Nachtpflege. Absorica „piekst“ einige Minuten nach dem Auftragen auf der Haut und reizt trotz Puffer entschieden stärker als das Clinical. Zudem hatte ich breakouts, is mir mit PC noch nie passiert.
    Leider kein adäquater Ersatz — schade! Allerdings durch die Tubenspitze super geeignet für die punktuelle Behandlung von größeren Pickeln über Nacht.

    1. …habe auch Absorica getestet, nachdem mich der Blogpost kürzlich dazu inspiriert hatte. Bei mir (Mischhaut, fast 50) wirkt das Retinal wirklich gut. Im Vgl. zu PC 1% Clinical zwar etwas fester im Material und dadurch etwas schwieriger zu verteilen, aber aus der Tube gut dosierbar und meine Haut spricht ohne Stress gut darauf an, Poren wirken feiner und die Haut insgesamt glatter/sauberer. Muss wohl passen – freue mich über diese Alternative.

  4. Stinkende Socke mit Fischgeruch geht bei mir leider gar nicht, da ich auf Gerüche extrem empfindlich reagiere, selbiger würde bei mir direkt in Brechreiz enden, insofern danke ich für Deine olfaktorische Beschreibungen – kein Kaufkandidat für mich. Ich habe hier noch ein sehr günstiges Peptidserum rumstehen, was ich demnächst benutzen möchte und da es mein Erstes ist, bin ich super gespannt, ob ich überhaupt eine Wirkung bemerke. Ich hoffe, es riecht am besten gar nicht…

          1. wenn du ein wirklich gutes HA Produkt kaufen willst @Regina nimm das von NIOD 10 ml 45€ +; die Firma gibt am Black Friday nur 1 p.P. aus das sagt einiges. Es ist aber mehr für Sommermonate mit Wüstenähnlichem Klima Google dazu mal HA. Eine Asiatin erklärt es in einem Youtube Video. Ich habe es auch nicht wirklich richtig verstanden bzw. nicht mehr astrein in Erinnerung wsever : HA braucht einen Trägerwirkstoff ( Carrier); den gibt’s aber nur sehr selten.Von wegen Paula Quatsch! Jedenfalls ist die Verkapselung nur eine Scheinlösung wenn sich HA verkapselt, kannst du nämlich den Arzt ordentlich verklagen das ist also richtig schlecht. Liposomale Verkapselung klingt halt gut.

            1. Ähm, ich habe da mal eine Frage, denn ich habe den Verdacht, dass du da etwas verwechselst. Hyaluron, das SICH verkapselt, wäre injiziertes „medizinisches“ Hyaluron. Das verkapselt sich auch nicht selbst, sondern das tut der Körper als Abwehrmaßnahme gegen „Fremdkörper“. Hyaluron, verkapselt in der Hautpflege, meint kleine Sphären (Transportkügelchen), wie zB. Liposome, die durch ihre Kleinheit und Beschaffenheit bestimmte Stoffe in tiefere Hautschichten führen können. Das ist dann eine GUTE Verkapselung und hat nichts mit der zuerst beschriebenen zu tun.
              Viele Grüße! KK

    1. Wie gesagt, bei Paula ist es auf jeden Fall im Hya Booster der Fall. Auch die Aqua Intense Serie von Asam enthält u.a. liposomal verkapselte Hyaluronsäure.

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