LIFESTYLE: SPORT IST MORD? NÖ, IM GEGENTEIL! * WARUM SPORT ENTZÜNDUNGSHEMMEND WIRKT

Wir tun so viel für unsere Gesundheit, werfen Pillen ein, Essen gesunde „Superfoods“. Doch Sport wird vielerorts immer noch als notwendiges Übel angesehen. Nun gibt es wieder einmal eine Studie, die belegt, was ich schon lange predige: Sport greift tief in körperliche Prozesse ein und macht uns auf mehreren Ebenen gesünder…

Schon wieder Sport?

Wieder einmal ein Plädoyer für den Sport beim KK? Ja, irgendwie schon. Obwohl ich auch niemanden zum sportlichen Treiben zwingen möchte. Ich setze da immer ein bisschen auf Einsicht, die auch im fortgeschritteneren Alter noch einsetzen kann. 😉

Nun habe ich leicht reden , treibe ich doch schon seit meiner Kindheit „professionell“ Sport und habe ihn auch zu meinem Beruf gemacht.

Betrachte ich heute mein bisheriges Leben, so muss ich sagen, dass meine gut entwickelte Muskulatur ein Segen ist. Als (Großstadt-)Kind war ich eher ängstlich, habe mir nicht viel zugetraut und mied Situationen in denen man sich auf seinen Körper verlassen muss.

Die Wende in meinem jungen Leben

Dann kam die Zeit, als ich mit dem Leistungssport begann: Eis- und Rollkunstlauf. Das klingt für viele Menschen nach lustigem Pirouettendrehen ohne nennenswerten Aufwand, aber dagegen muss ich entschieden protestieren. Wer auch nur einmal Ansatzweise eine 4 minütige „Kür“ mit ständig höchster Körperspannung und unglaublichen Kraftanstrengungen absolviert hat, weiß wovon ich rede. In kürzester Zeit hatte ich eine mega Kondition, Ausdauerleistungen habe ich in der Schule mit links absolviert, dass selbst die Lehrer staunten.

Trotz mehrerer „Einladungen“ bin ich aber nicht im Leichtathletiklager gelandet. Ich wäre sicher ein guter Langstreckenläufer geworden, aber da war mir zu „wenig“ Bewegung. Ich wollte auch die Arme koordiniert zu den Beinen nutzen, und das auch noch rhythmisch!

Gute Beinmuskulatur ist fundamental

Die gut ausgeprägte Bein- und Gesäßmuskulatur, die mir der Sport mit den eng geschnürten Schlitt- und Rollschuhen eingebracht hat, habe ich zuletzt wieder bestens gebrauchen können, als ich meine zwei Teppis, also die neuen Hüftgelenke, eingesetzt bekam. Wenn andere wochenlang in der Reha verbrachten, konnte ich nach etwas über einem Monat bereits wieder meine sportliche Arbeit aufnehmen. Und auch heute noch sind gut entwickelte Beinmuskeln wortwörtlich das Fundament für einen leistungsfähigen Körper.

Das wird uns meist nie bewusst, aber es kann uns schlagartig klar werden, wenn wir uns zB einmal rasch aus einer Gefahrensituation befreien müssen.

Gesundheit und Sport

Was meine Eltern damals besonders gefreut haben muss: Mit Aufnahme des Sports wurde ich deutlich weniger infektanfällig. Hatte ich sonst immer mal wieder eine Mandelentzündung, Mittelohrentzündung oder Bronchitis, so war das Plötzlich kein Thema mehr. Und hatte mich doch einmal ein fieser Schnupfen erwischt, ging die Erkrankung deutlich schneller vorbei.

Viele von uns kennen diesen Effekt, und er ist schon lange gut erforscht in der Sportmedizin. Unser Immunsystem profitiert unglaublich von der richtigen Dosis Sport! (Diese allerdings herauszufinden ist eine nicht ganz leichte Aufgabe, das gebe ich zu)

Auch warum das alles so ist, hat man bis heute noch nicht vollständig enträtselt, denn es sind beinahe unendlich viele Faktoren, die hier zum Tragen kommen.

Jetzt haben US-Forscher zumindest einen Mechanismus entdeckt, der diesem Effekt zugrunde liegt. Körperliche Aktivität mindert die Produktion des Zytokins TNF-α (TumorNekroseFaktor – beteiligt an entzündlichen Reaktionen). Das berichten die Forscher um Stoyan Dimitrov und Dr. Suzi Hong von der University of California San Diego im Fachjournal «Brain, Behavior, and Immunity». Dabei reicht schon ein moderates Training aus.

Die Forscher hatten Probanden ein leichtes Training auf dem Laufband absolvieren lassen und sowohl vorher als auch hinterher Blutproben entnommen. Die Analyse zeigte, dass sowohl der Anteil an TNF-α-produzierenden Monozyten als auch die Menge des pro Zelle produzierten Zytokins (regulatorische Eiweiße) nach dem Training gesunken waren. Entscheidend ausgelöst wird dieser Effekt über einen durch den Sport erhöhten Adrenalinspiegel und die Bindung des Hormons an β2-Adrenorezeptoren auf den Monozyten. In früheren Untersuchungen wurde bereits gezeigt, dass sich durch Sport der Serumspiegel von verschiedenen Entzündungsmediatoren, zum Beispiel von Il-6, senken lässt.

(Wen es interessiert: Hier ist die Studie zu finden, sie stammt aus Dezember 2016, ist also recht frisch)

Also, bitte im Hinterkopf behalten: Neben all den modernen Körper- und Geist-Optimierungsmaßnahmen ist der Sport ein (tatsächlich) wirksames Mittel um gesünder durchs Leben zu kommen. Dazu dann noch mein Lieblingsspruch in solchen Dingen: Die Dosis macht das Gift! Übertriebener Sport (besonders im nicht mehr ganz so jugendlichen Alter) kann das Gegenteil bewirken.

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(Fotos:  Freestockpix, Konsumkaiser    Keinerlei Sponsoring)

9 Kommentare

  1. Lieber KK,

    Danke, dass du uns den Sport und wie wichtig er ist immer wieder zurück ins Gedächtnis rufst.
    Ich bin im Grunde genommen sehr faul.
    Merke aber, wenn ich mich aufgerafft habe und ins Studio gegangen bin, dass es mir nach meinem Training viel besser geht. Ich fühle mich direkt wohler. Es ist nur Otto (wie ich meinen inneren Schweinehund liebevoll nenne), den ich überwinden muss.
    Ein lieber Gruß zu dir!
    Nicole

  2. Ja mein Freund ist Profi Sportler und hat kaum Infekte jetzt das erste mal in seinem Leben mit 29 eine Mandelentzündung. Ansonsten bekommt er nicht mal eine Magen Darm Grippe🙈
    Ich finde es schwer mich im Winter zu motivieren. Ich bin in der letzten Woche bei den Temperaturen mit joggen angefangen herrlich bei Sonnenschein und über 10 grad.
    Ansonsten mag ich gerne die Videos von Lucy Wyndham read die gehen fix für morgens oder abends obwohl ich mich mit einer Bekannten unterhalten ( Fitnesstrainerin) die sagte ,, nach 30 min Verbrennt der Körper erst“ ich meine aber da gibt es schon andere Meinungen?

    Liebe Grüße

    1. Ja, das mit der „Fettverbrennung nach 30 Minuten“ ist ein alter Mythos, den man heute teilweise nicht mehr verwendet.
      Schau mal, hier habe ich ausführlich darüber geschrieben: https://goo.gl/V8k427

      Ansonsten ist das so eine Sache mit der Überwindung. Man sollte sich eben eine Sportart aussuchen, die man vielleicht lieber mag als stures Radfahren, Rennen oder Studio. Und ein TRainingspartner sollte einen mitziehen, nicht zum Eisessen verführen, lach!
      Bei besserem Wetter steigt aber auch die Bewegungslaune, ganz normal!
      Liebe Grüße, KK

    1. Du hast aber beneidenswert viel Zeit.
      Das Pensum ist aber heftig. Der Körper braucht zwingend Regenerationspausen.
      Viele Extremsportler bezahlen das mit zB höherer Infektanfälligkeit. Die knn auch zeitverzögert einsetzen.

  3. Wie wahr, wie wahr. Bin nun beileibe kein Supersportler, hatte lange an meinem „das Pummelchen wird immer zuletzt in die Mannschaft gewählt“-Schulsporttrauma zu knabbern und habe lieber rumgesessen. Aber heute ist ein Tag ohne ein Minimum an Bewegung (kleine Yoga- oder Walkingrunde etwa) ein ebenso verschenkter Tag, wie ein Tag ohne Lächeln. Wobei ich nicht wüsste, ob ich die Kurve von der Couch-Potatoe zu jemandem, der sich gerne bewegt, alleine bekommen hätte. Witzigerweise habe aber gerade ich einen Sohn bekommen, der von klein auf ein absoluter Ballsportler war und der, sobald er den Dreh raus hatte, fast nur noch rennend unterwegs war. Habe mich erst ein bisschen selbst bemitleidet und mir dann Turnschuhe gekauft. Und riesige Taschen, in die immer ein Fußball plus anderer Schnullifax passt. Und das war gut so. 😉

    Seither weiß ich das wirklich zu schätzen, dass ich mich so bewegen kann, wie ich es kann. Und Falten schrecken mich ehrlich gesagt weniger als die Vorstellung, körperlich irgendwann nicht mehr so zu können, wie ich das will. Nach einem kleinen Workout geht’s mir immer besser, war die Stimmung vorher auch noch so mies. Und außerdem stärkt das nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Seele. Ich möchte da nicht mehr drauf verzichten. 😉

    LG Anna

  4. Waaas?!?!? Du hast zwei TEPˋs😳, das ist mein tägliches Brot, ich bin OP-Schester in einer Orthoklinik, also Du hast meinen vollsten Respekt! Nach 12Kg Gewichtsverlust fällt mir Sport immer leichter! LG Adina

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