K-BEAUTY GASTBEITRAG (DINAH): „Schön ohne Schummeln – Meine asiatischen Anti-Aging-Geheimnisse“ von Katharina Bachman

Anti-Aging und Asien zusammen in einem Buchtitel und dann auch noch Geheimnisse – das Buch musste ich mir unbedingt anschauen. Vorsichtshalber habe ich es mir aber nicht gleich gekauft, sondern in der Bibliothek ausgeliehen, denn nicht immer hält der Inhalt, was ein Buchtitel verspricht. Katharina Bachman ist eine deutsche Journalistin, die seit mehr als 15 Jahren in Südostasien lebt und bereits ein erfolgreiches Diät-Buch veröffentlicht hat. Mit „schummeln“ sind in diesem Fall Behandlungen mit Botox, Fillern etc. gemeint.

 

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Das Buch besteht aus drei Teilen, wobei es im ersten um Ernährung und Nahrungsergänzung geht, danach um selbst gemachte Kosmetik, die auch eine verjüngende Wirkung auf die Haut haben soll, und im dritten Teil folgen schließlich die Rezepte. Die Einführung mit Informationen zum Alterungsprozess, zu Stoffwechsel und Hormonen ist sicher interessant für alle, die sich damit noch nicht befasst haben, ansonsten habe ich das anderswo schon fundierter gelesen. Mich macht es grundsätzlich stutzig, wenn ein angeblicher Experte, in diesem Fall ein malaysischer Arzt namens „Doktor K.S.“, anonym bleibt und nie mit vollem Namen genannt wird. Das mag eine journalistische Macke von mir sein, aber von seriösen Quellen erwarte ich, dass sie verifizierbar sind. Ein Sachbuch ist halt kein Roman.

Schade finde ich auch, dass die Autorin Länder wie Südkorea, Taiwan und Japan fast völlig außen vor lässt; es geht in ihrem Buch vor allem um Südostasien. Für etliche Rezepte braucht man exotische Zutaten, die es nur in Asia-Läden gibt. Das größte Manko dieses Buches ist für mich jedoch die offenbar sehr oberflächliche Recherche ab dem zweiten Teil und ich bezweifle, dass Bachman ihre Rezepte wirklich alle selbst anwendet.

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Tatsächlich finden sich ein paar traditionelle asiatische Beauty-Tipps wie eine Kurkuma-Maske, wobei ich sie eher für ölige Mischhaut empfehlen würde. Auch Matcha oder Reiswasser sind einen Versuch wert. Neben anderen Rezepten müsste dagegen ein Warnhinweis stehen. Fangen wir mit der Papaya und Papain an, was nicht nur mal wieder als angebliches Diätmittel angepriesen wird, sondern auch ein tolles Enzym-Peeling abgeben soll. Die Wirkung an sich ist bewiesen, nur kann Papain in Hautpflege Reizungen und Allergien auslösen und sogar die Hautbarriere schädigen. (Quelle: http://bottomlineinc.com/papain-the-dark-and-allergenic-side-of-a-skin-care-ingredient/)

Kokosöl ist in diesem Buch das Öl schlechthin, es wird für alles verwendet – für mich ist das ein preiswertes Basisöl ohne nennenswerte Pflegeeigenschaften, das sich am besten als Haarmaske oder als erste Reinigung beim Double Cleansing einsetzen lässt. Es gilt als komedogen (Quelle: olionatura). Und dann finden sich Rezepturen, wie sie zuhauf im Internet oder bei YouTube kursieren, mit Zitronensaft, Natron und Essig … Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Backpulver und Natron (Backsoda) sind als Hautpflege völlig ungeeignet, da der pH-Wert deutlich über 7 und damit im alkalischen Bereich liegt. Bei regelmäßiger Anwendung wird dadurch der natürliche Säureschutzmantel der Haut zerstört.

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Das gleiche gilt für ungepufferte Säuren in DIY-Rezepten. Wer immer für das Gerücht verantwortlich ist, der ph-Wert von Apfelessig entspreche in etwa dem der Haut – das ist Quatsch! Tatsächlich liegt er bei etwa 3,0, der von Zitronensaft zwischen 2 und 3 (selbst überprüft), während gesunde Haut einen ph-Wert von 4,5 bis 6,0 hat. Verdünnen mit Wasser erhöht den ph-Wert nur unwesentlich (selbst überprüft). Die Folge solcher „Behandlungen“ können Hautreizungen und wieder eine Schädigung der Hautbarriere sein, die Haut kann auf Dauer empfindlich werden. Wer sich, wie empfohlen, regelmäßig mit Backpulver oder Natron die Zähne putzt, schmirgelt sich den Zahnschmelz ab! In einigen Rezepten kommt Zimt vor; dieses Gewürz kann heftige allergische Reaktionen auslöschen (Kontaktdermatitis). Und zum guten Schluss sollen wir uns aus ein paar Ölen wie Kokos, Sesam und Jojoba ein „natürliches Sonnenschutzöl“ mixen … Ich verlinke hier einen Fachartikel über eine wissenschaftlichen Studie zum LSF von diversen Pflanzenölen mit dem Fazit: „Die Studienlage zeigt recht klar, dass Pflanzenöle als Sonnenschutzmittel nicht geeignet sind. Keines der in Foren oder Blogs empfohlenen Öle erreicht eine ausreichende Schutzwirkung vor UV-Strahlung.“ (Link: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=8807)

Eigentlich wollte ich irgendein Rezept aus dem Buch ausprobieren – ich habe darauf verzichtet.

Katharina Bachman, „SOS. Schön ohne Schummeln. Meine asiatischen Anti-Aging-Geheminisse“, Goldmann Verlag, Dezember 2016; 14,99 €

 

 

 

 

(Fotos: Dinah f. KK, Rondom House   Keinerlei Sponsoring)

18 Kommentare

  1. Guten Morgen Dinah,wie schön von dir was zu lesen.Ich habe mir nach deinem Artikel über die Produkte die noch ausprobieren möchtest paar Produkte von Manyo Factory bestellt,hast du schon was ausprobiert

  2. auch mich hätte der buchtitel soweit angesprochen, dass ich mal hätte in das buch reinschauen wollen. inhalt überfliegen und schauen, ob was interessantes dabei ist. danke, dass du dies für uns getan hast!
    offenbar gibt der garten doch keine wundermittel her? wundert mich nicht wirklich, aber wer sich diesen eklig aussehenden pampf (siehe bild oben im artikel) auf die lippen schmieren mag… bitte.
    ich empfinde es auch als mehr als unseriös, verdächtig und sogar ignorierenswert, wenn dort „experten“ anonym bleiben. ich weiß aber nicht, wie wissenschaft in asien funktioniert. vielleicht ist das ja dort so üblich.
    für mich also bis auf weiteres keine experimente in „schmiere mir was ausm garten aufs gesicht“, ich bleibe bei „we love our chemicals“

    1. @Marian: Klingt interessant, etwas gegen Pigmentflecken. Mich reizt eher das Bifida Complex Serum oder auch ein Gesichtsspray mit fermentierten Extrakten, diese Sachen haben sehr interessante Inhaltsstoffe

  3. Hallo liebe Dinah, danke für diesen Beitrag! Ich habe gerade gestern ein Video auf Youtube über einer Papaya und einer Natron-Kokosol Maske angeschaut. Diese Sachen klingen alle gut, nun jetzt weiss ich, dass ich keine von denen ausprobieren werde. Diese DIY Masken sind sowieso viel Aufwand für mich, wäre aber eine wirklich wirkungsvoll, wurde ich mal ausprobieren. Was halst Du von einer Honig-Joghurt Maske? Viele schworen darauf.
    Highlight meiner Woche war dieses Buch:

    Anti ageing Hexerei pur, vor allem für Frauen über 40. Viele interessanten Infos (auf jeden Fall für mich).

    1. Hallo Kati, das Buch von Roxy Dillon kenne ich auch, das ist in der Tat interessant, aber für mich mehr als Inspiration. Mir wäre das Programm dann doch zu aufwändig, aber einzelne Tipps wie Maca kann man ja mal ausprobieren. Ansonsten bleibe ich doch lieber bei Hautpflege mit Retinol und Vitamin C und ein paar sinnvollen Nahrungsergänzungen.

  4. Sorry, jetzt habe ich die Frage zur Honigmaske vergessen: Ich habe schon Honig als Maske ausprobiert, auch zusammen mit Joghurt, und finde die Wirkung angenehm. Honig wirkt auf jeden Fall antibakteriell und reizlindernd, wenn man nicht auf Bienenprodukte allergisch reagiert. Bei trockener Haut soll auch Avocado gut sein. Nur einen Anti-Aging-Effekt hat man da natürlich nicht …

    1. Ich beschäftige mich mit Anti ageing erst seit einem Jahr, bin also Anfängerin, lese deswegen alles gerne ums Thema. Solche Bücher geben einen Überblick über Inhaltsstoffe, Antioxidanten, was man warum und wie anwendet. Mich inspiriert noch alles, aber natürlich neben Anwendung von meinen Produkten mit Retinol-AHA-Vit C. Danke für die Antwort! LG

      P.S. Hatte eine Frage zu LAA Serum: kann man ein Vit-C Serum mit Creme oder Toner mischen, falls es zu reizend ist? Odergeht die Wirkung mit der pH Senkung gleich weg?

        1. Du kannst ein LAA-Serum auf Wasserbasis ohne Weiteres mischen, der ph-Wert ändert sich dadurch nicht wesentlich wie mein Test mit Apfelessig und Zitronensaft gezeigt hat. Falls du die Suspension von The Ordinary hast, must du allerdings aufpassen, denn die enthält kein Wasser und hat somit keinen ph-Wert; das Vitamin C liegt pur vor und wird auf der Haut direkt aktiviert. Durch Wasser hätte es plötzlich einen ph-Wert und zwar einen extrem sauren! Mit Öl könnte man die Suspension aber sicher auch gut mischen.

  5. Ich wollte gerne das 2 Wochen treatment ausprobieren,erhoffe mir das meine Pigmente etwas heller werden ,hast du ein Tipp für

    1. Also ich habe meine Pigmentflecken (Sommersprossen) mit Vitamin C wegbekommen. Falls die Produkte von Manyo Factory nicht den erhofften Erfolg bringen, kannst du es ja mal damit probieren. Früher hatte ich ein koreanisches Serum (OST, jetzt C20), momentan benutze ich ein Produkt von The Ordinary

  6. Vielen Lieben Dank Dinah,ich werde berichten ob die Produkte bei mir angeschlagen haben .Einen schönen Sonntag noch

  7. Herzlichen Dank für die Rezension. Das Geld spare ich mir dann. 😉

    @“Das mag eine journalistische Macke von mir sein, aber von seriösen Quellen erwarte ich, dass sie verifizierbar sind. Ein Sachbuch ist halt kein Roman.“ So sehe ich das auch. Und gerade wenn es um meine (Haut)Gesundheit geht, möchte ich schon genau wissen, auf wessen Ratschläge ich mich da einlasse.

    Was Roxy Dillon angeht: Das Buch habe ich hier und bisher nur überflogen und es klingt eigentlich nicht übel. Habe aber blöderweise (?) den Fehler gemacht, mir mal ihre Website anzuschauen und… nun ja… das finde ich ehrlich gesagt ein bisschen abschreckend. Mal schauen, ob ich dem Buch noch eine Chance gebe…

    LG Anna

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