SKINCARE: EIN ZWEITER BLICK AUF DIE ALPHA BETA GLOW PADS VON DR. DENNIS GROSS

Herbst und Winter sind für mich die Zeit, um sämtliche Selbstbräunerprodukte aus der Mottenkiste zu holen. „Alpha Beta Glow Pad – Intense Glow“ der US Marke Dr. Dennis Gross, hatte ich vor vielen Jahren schon mal probiert, aber überzeugen konnte mich das Produkt nicht vollständig. Da wird es Zeit, um das nochmals zu überprüfen.

 

 

Warum?

Wer möchte in der dunklen Jahreszeit schon wie eine blasse Wasserleiche herumlaufen? Meine sonst so frisch-gesunde Hautfarbe gleicht im Winter eher einer weißen Tischdecke, vor der sich selbst ein abgebrühtes Schlossgespenst erschrecken würde. Also nutze ich Selbstbräuner, ehe ich noch in Erinnerung an die 90er Jahre stundenlang auf einer Sonnenbank brate.

In vielen Fällen funktioniert das auch recht gut, mit manchen Bräunungsprodukten komme ich allerdings nicht so gut aus. Meist liegt es an der zu blassen oder zu unnatürlichen Färbung der Haut durch den/die Bräunungswirkstoffe.

 

Wie?

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass Kombinationsprodukte, die die Wirkstoffe DHA (Dihydroxyaceton) und Erythrulose enthalten, das natürlichste Farbergebnis in Zusammenarbeit mit meiner Hautchemie abliefern. Leider bedeutet das aber auch, dass sämtliche gut gemeinten Empfehlungen für Selbstbräunungsprodukte ein Glücksspiel sind und bleiben, denn die sich entwickelnde Farbe wird durch die eigene Haut beeinflusst, und die ist bei uns allen ja bekanntlich ziemlich unterschiedlich.

Das ist aber auch ein Grund, warum ich nach einigen Jahren die Selbstbräunerpads von Dr. Dennis Gross mal wieder ausprobieren wollte, einfach in der Hoffnung, dass die Teilchen nun mittlerweile zu einer Offenbarung für mich werden könnten.

Um mal sofort Tacheles zu reden: Nein, sie sind es immer noch nicht. Da hilft auch die leicht veränderte Rezeptur nichts.

 

Was ist drin?

In diesem Selbstbräuner wirken also auch DHA (Dihydroxyaceton) und Erythrulose als sich ergänzende Kombination, was mir eigentlich ganz recht ist.

Was dieses Produkt allerdings so auffällig macht, ist die Verwendung von zwei ewigen Klassikern der Anti-Aging Hexenküche: Alpha- und Betahydroxysäuren. Hier in Form von Glycol- und Salicylsäure, die uns auch als chemische Peelings für Haut mit gewisser „Sonnenschwiele“ und öligere Hauttypen mit verstopften Poren bekannt sein dürften.

 

Ob das nun eine gute Idee ist, das Peeling in den Selbstbräuner einzubauen, wenn die obersten Hautschüppchen doch genau die „Zielgruppe“ der Bräunungswirkstoffe sind? Diese färben nämlich genau diesen Teil der obersten Hautschicht ein, chemische Peelings sorgen hingegen dafür, dass die Hautschüppchen verschwinden (und ein klarer, frischerer Teint enthüllt wird).

Sorgen muss man sich dazu aber keine machen, denn der ungünstige pH-Wert der Glow Pads (ca. 5-6, laienhafte Selbstmesung) sorgt dafür, dass so gut wie keine Peelingaktion stattfindet. Die feuchtigkeitsspendende und anti-entzündliche Wirkung der Wirkstoffe bleibt davon aber unbenommen. Und die ist erstaunlich gut, für so einen kleinen Stofffetzen.

Es wirkt sogar ein klein wenig pflegend und versorgend, trockenere Hauttypen fühlen sich nach der Anwendung nicht völlig allein gelassen. Öligere Hauttypen sollten die Flüssigkeit die vom Pad auf die Haut gelangt nochmals mit den Händen verreiben, damit alles rückstandslos einzieht.

Recht nett finde ich auch die enthaltenen (stabilisierten) Vitamine A, C und E als AntiOx, sowie Provitamin B5 (Panthenol) zur Beruhigung.

 

Anmutung

20 Pads sind in der handelsüblichen Pappschachtel enthalten, und man bekommt den Selbstbräuner in „Gradual“ (also eher schwach, man kann die Bräune aber durch mehrfache Anwendung aufbauen) oder „Intense“, meine Wahl.

Die Bezeichnung „Pads“ finde ich persönlich etwas hoch gegriffen, denn es handelt sich eher um sehr kleine dünne Tücher (bekannt von den „Erfrischungstüchlein“), die mit recht viel transparenter Bräunungstinktur getränkt sind, und die nur für das Gesicht und Dekolletee reichen, nicht für den Körper, wie man es von den einfachen SB-Tüchern aus dem Drogeriemarkt kennt.

Mittlerweile finde ich Gels, Lotionen oder Booster-Tropfen viel praktischer aufzutragen als solche Tüchlein, denn es landet eben doch recht viel in den Haaren, Augenbrauen und sonstwo, was dann zu unschönen Verfärbungen führen kann.

So auch bei mir zB. im Bartansatz. Und auch die Färbung selbst bot keine optimalen Ergebnisse. Ich sehe drei Stunden nach der Anwendung ungefähr so aus, wie Pipi Langstrumpf, der ein zauselig-oranger Bart gewachsen ist, und die deutlich zu viel Möhrensaft trinkt. Natürliche Bräune sieht bei mir anders aus. Und das Wort „Glow“ wird hier ebenfalls überfordert…eher strahlende Möhre…also sozusagen ein Wurzelgemüse aus Tschernobyl.

 

Fazit

Die kleinen Tücher bringen mir ehrlich gesagt weder Mehrwert noch eine überzeugende Bräune, also werden die auch nicht nachgekauft. Peeling braucht man ebenfalls nicht erwarten, dafür bekommt man aber endlich mal einen Selbstbräuner ohne Parfüm oder eine ellenlange Liste ätherischer Duftöle. Der Preis: Es „duftet“ nach kurzer Zeit typisch nach Selbstbräuner.

Schön sind auch die enthaltenen Vitamine und beruhigenden Wirkstoffe, sowie der Verzicht auf unguten Alkohol, der meist in solchen Produkten zur besseren Verteilbarkeit und für eine leichtere Anmutung enthalten ist.

Nach dieser gemischten Erfahrung kehre ich reumütig zu meinen bisherigen Favoriten zurück (Clarins, Collistar und Balea Konzentrat-Tropfen, Lancaster, Clinique für sofortige Bräune und Dior).

20 Tüchlein à 2,2 ml UVP € 42,00 (in den üblich verdächtigen Parfümerien und Warenhäusern)

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser     Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)


13 Gedanken zu “SKINCARE: EIN ZWEITER BLICK AUF DIE ALPHA BETA GLOW PADS VON DR. DENNIS GROSS

  1. Krass, ich habe die selben Erfahrungen damit gemacht. Total gelb orange Farbe im Gesicht und fleckig dazu. Die Tücher sind unangenehm übersättigt, man kann schwer dosieren.

  2. Haha, Pippi-Möhre – ich werf mich weg!

    Immerhin schwindelt die Verpackungsfarbe nicht.

    Wenn etwas für mich funktioniert, bleibe ich dabei (wegen Esel/Eis), und zwar bei Clarins.

  3. Ich hab im Urlaub eine Probe vom St.Tropez Self Tan Purity Bronzing Water Spray dabei gehabt. Es war okay und auch ganz interessant, mal was zum Sprühen zu testen. Wenn nicht im Urlaub, wann dann? 🙂 Zumindest passte die so entstandene leichte Gesichtsbräune nach dem zweiten Sprühen auch zur (goldbraunen) Bräune meines Körpers. Da ich zum Zeitpunkt der Verwendung allerdings insgesamt schon leicht vorgebräunt war, fielen eventuelle Unregelmäßigkeiten auch nicht wirklich auf, denn man muss schon zusehen, dass man gleichmäßig sprüht und dabei eben auch nicht den Haaransatz mit einfärbt oder was sonst noch so unfreiwillig mit eingesprüht wird. 🙂 Auf blasser Haut würde ich es aber nicht in Sprayform anwenden wollen. Da ist mir das Risiko der Unkontrollierbarkeit einfach zu groß, aber vielleicht macht hier ja auch Übung den Meister, was die Sprühmenge betrifft. Sicherlich kann man das Produkt auch mit einem Wattepad auftragen kann, anstatt es zu sprühen, aber ich mochte es einfach insgesamt nicht so wirklich. Auch der Duft war mir zu penetrant. Für mich daher definitiv kein Kaufkandidat. Obwohl ich ansonsten die Produkte von St. Tropez sehr gut finde und auch gerne benutze.
    Ich verwende daher weiterhin das Sundance Selbstbräunerkonzentrat oder das Face Tan Water von Bali Body. Das hatte ich mal als Set mit dem Self Tan Mousse bestellt und finde es auch klasse. Das trage ich nämlich mit einem Wattepad wie eine Art Toner/Gesichtswasser auf, nachdem ich schon einen Teil meiner (Abend)Pflege aufgetragen habe (Reinigung, Toner, Serum). Und kurz vor ich dann ins Bett gehe, kommt eine Nachtcreme drüber. Funktioniert so bei mir und für mich am besten. Und im Vergleich zum Self Tan Purity Bronzig Water entwickelt sich bei mir einfach ein schönerer natürlicher Braunton, der nicht nach Selbstbräuner aussieht. Vielleicht kann man das auch in eine Creme mischen, aber das hab ich noch nicht probiert.

  4. Ich hab mir heuer seit Ewigkeiten mal wieder einen Selbstbräuner gekauft. Ich fand den typischenGeruch, der sich nach ein paar Stunden bildet, immer ekelig. Aufgrund von Testberichten bei der Plattform youneeq, habe ich mir dann von Divaderme das Vacation in a bottle bestellt. Fand den Namen schon genial😊😊. Ich mische mir 2—3 x die Woche abends einen Sprühstoss in das Feuchtigkeitsserum. Es bräunt eher dezent, was ich aber mag, mit Karottensamenextrakt. Die Färbung sieht bei mir recht natürlich aus, also nicht gelb oder orange…aber das ist bestimmt bei jedem anders….Auch riecht es nach gar nichts und hat gute Inhaltsstoffe😍
    Inhaltsstoffe: Cocos Nucifera Extract, Daucus Carota Sativa Extract, Vaccinium Myrtillus Extract, Prunus Cerasus Extract, Camelia Sinensis Extract, Boswellia Serrata Extract, Elaeis Guineensis Extract, Citrus Grandi Extract, Oenothera Biennis Extract, Persea Gratissima Extract, Ascorbic Acid, Tocopherol

      1. Ich glaube, das Karottenextrakt färbt die obere Hauptschicht…oder so. Aber es funktioniert ganz gut. Die Bräune hält auch etwas und baut sich bei öfteren Gebrauch etwas auf. Aber wie gesagt, die Bräune ist dezent. Was aber bei mir passt und natürlich aussieht…😊 LG

  5. Ich bevorzuge derzeit die „Overnight Tan Sleep Mask Tan Face“ von James Read. Ist ein Geld. Zaubert eine schöne Tönung. Wie von der Sonne geküsst. Gibt es bei Douglas oder auch bei QVC. Bei QVC ist sie manchmal billiger.

  6. Ich habe zuerst die Clarins Selbstbräunertropfen genutzt, die man mit der Tages- oder Nachtpflege vermischt und dann auf eine Empfehlung von Dir, lieber KK, die Sundance Tropfen.
    Wirken genauso gut, sind aber erheblich preiswerter.

    Das ist für mich die beste Selbstbräunermethode, weil man die Dosierung und Imtensität perfekt steuern kann.
    Da ich eh ein heller Hauttyp bin, wirkt die nur leicht angehauchte Farbe in Gesicht, Hals und Dekolleté völlig natürlich und ich kann mir zumindest tagsüber ein Make-up sparen, weil ich dann nur noch einen ausgleichenden „Weichzeichner“ drübergebe und einen teintkorrigierenden Mineralkompaktpuder von La Roche Posay.
    Damit fahre ich zur Zeit am besten… mal sehen, ob mir die Kombi im Winter bei dann evtl. noch etwas trockeneren Haut auch noch zusagt.

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