SKINCARE: BIOTHERM „BLUE THERAPY CREAM-IN-OIL“ * LOHNT SICH DAS?

Die relativ neue und reichhaltige Pflegecreme von Biotherm „Cream-In-Oil“ wird in Beautykreisen auch als „Honeycream“ bezeichnet, was man durchaus versteht, wenn man die goldgelbe Gelkonsistenz vor sich sieht. Sieht toll aus keine Frage, aber wie macht sich die goldige Creme auf der Haut…?

Das sagt Biotherm zum Öl in Creme Produkt aus der „Blue Therapy“ Serie:

„Die Biotherm Blue Therapy Cream-in-Oil ist eine regenerierende, nährende Anti-Aging Creme, die mehr Spannkraft und Vitalität verleiht und über Anti-Aging Eigenschaften verfügt. Die Creme verbindet die Frische eines leichten Gels mit den nährenden Regenerationskräften eines Öls. Dabei nutzt sie die hochwirksame Regenerationskraft des „Meereszuckers“ Marine Connectum und ist mit natürlichen Ölen angereichert. Die intensiv pflegende, frische Creme-In-Öl-Textur ist der Haut besonders ähnlich, sie unterstützt sie bei der Regeneration. Dabei wird die Haut Tag für Tag sichtbar verwandelt, sie weist deutlich mehr Spannkraft auf, wirkt geglättet und strahlt voller Vitalität. Mit Cream-In-Oil ist es Biotherm erneut gelungen, zwei unterschiedliche Texturen miteinander zu vereinen. Öl und Creme werden Eins und verschmelzen sofort mit der Haut. Die Tagespflege Cream-In-Oil eignet sich für normale bis trockene Haut sie fettet und klebt nicht.“

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Wie fühlt sich das an?

Deutlich geliger als cremig. Erstaunlich, denn reichhaltig ist die Pflege auf jeden Fall. Wenn auch nicht ausreichend für wirklich trockene Hauttypen. Da muss man aufpassen, denn der Gedanke an Öl in einer Creme verleitet zu denken, es handle sich um eine schwere Pflege, die die Haut wie eine Speckschwarte glänzen lässt. Ist nicht so, und ich muss feststellen, dass dieses Produkt im Winter für meine trockene Haut fast schon zu wenig ist.

Dabei ist die Cream-In-Oil sehr geschmeidig auf der Haut, lässt sich gut verteilen, dringt auch gut in die Haut ein, doch den hohen Silikonanteil spürt man sofort. Das mag auch das Problem sein, denn ich habe sofort ein seltsam trockenes Gefühl auf der Haut, obwohl das Gesicht gut gepflegt aussieht. Typisch Silikone: Sieht gut aus, aber manchmal passt es einfach nicht.

Das mag ein Problem meiner eigenen Hautstruktur sein, aber ich würde allen Menschen, die Silikone in Hautpflege nicht mögen, hier klar abraten, denn man spürt den Inhaltsstoff deutlich.

So liegt dann auch eine hauchdünne Silikonschicht auf der Haut, auch nach längerer Zeit spürt man diese noch.

Wem dieser Effekt nichts ausmacht, bekommt aber hier eine schöne Kombination aus wirklich frischer Pflege und reichhaltiger Creme. Dabei ist auch der Duft zu erwähnen, der schnell verfliegt (gut), und deutlich frischer und belebender ist, als ein reichhaltiges Ölprodukt es erwarten lässt. Gefällt mir gut, ist aber bei empfindlichen Hauttypen wieder einmal ein Ausschlusskriterium, denn neben Parfüm finden sich auch zahlreiche extra deklarationspflichtige Duftstoffe. Also Obacht!

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Was ist drin?

AQUA, GLYCERIN, GLYCINE SOJA OILDIMETHICONE, CAPRYLIC/CAPRICTRIGLYCERIDE, ALCOHOL DENAT., ISOCETYL STEARATE, ISONONYL ISONONANOATEPENTYLENE GLYCOL, POLYGLYCERYL-2 STEARATE, STEARYL HEPTANOATE, PEG-8 STEARATE, DISODIUM STEAROYL GLUTAMATECETYL ALCOHOL, STEARYL CAPRYLATEPHENOXYETHANOL, CAPRYLYL GLYCOLMETHYLDIHYDROJASMONATE, STEARIC ACIDPALMITIC ACID, CAPRYLIC/CAPRICGLYCERIDES, STEARETH-100/PEG-136/HDI COPOLYMER, TRIETHANOLAMINE, 2-OLEAMIDO-1,3-OCTADECANEDIOLPENTAERYTHRITYL TETRA-DI-T-BUTYL, HYDROXYHYDROCINNAMATE, HELIANTHUS ANNUUS SEED OIL, VITREOSCILLA FERMENTLIMONENE, AMMONIUM POLYACRYLOYLDIMETHYL TAURATEADENOSINE, LINALOOL, STEARYL ALCOHOLMYRISTYL ALCOHOL, MYRISTIC ACIDGERANIOL, MEL, SACCHARIDE ISOMERATECITRONELLOL, TOCOPHEROL, CERAMIDE 3HYDROXYPALMITOYL SPHINGANINEROSMARINUS OFFICINALIS (ROSEMARY) EXTRACT, ROSA CANINA FRUIT OIL, ALGAE EXTRACT, RIBES NIGRUM SEED OIL, T-BUTYL ALCOHOL, BENZYL ALCOHOL, CITRALHAEMATOCOCCUS PLUVIALIS EXTRACT, BHT,PARFUM, [+/- CI 19140, CI 14700], (F.I.L. C188501/1).

Ja, Honig ist auch drin. Aber deutlich mehr Sojaöl (billig), Silikon und leider auch denaturierter Alkohol, recht weit vorne. Genauso erstaunlich viele extra deklarationspflichtige Duftstoffe, die bei Duftstoffallergikern bitte bedacht werden sollten.

Der wirklich hübsch gelbe Farbton wird u.a. durch den Farbstoff „Ci 19140“ erreicht, welcher zu den Azofarbstoffen gehört, welche sehr umstritten sind, und als möglicherweise krebserregend eingestuft werden.

Diese Diskussion hätte sich Biotherm auch sparen können, denn Azofarbstoffe sind schon lange in der Diskussion, und gerade der Kosmetikindustrie wird vorgeworfen (besonders in dekorativer Kosmetik) in dieser Hinsicht blind und taub zu sein. Schade. Hier muss wirklich jeder selbst entscheiden, denn ein abschliessendes Urteil zur Gefahr dieser Farbstoffe gibt es noch nicht. (Hier spielt sicher auch die in diesem Produkt gering eingesetzte Menge eine Rolle.)

Feuchtigkeitsspender sind genauso enthalten wie nährende Stoffe, allerdings in fast gleicher Menge bereits teilweise die ätherischen Duftöle. Vitamin E, Ceramide und Algenextrakte finden sich recht weit hinten, davon ist also schlichtweg wenig drin.

Etwas mehr gibt es von dem Bakterium „VITREOSCILLA“, hmm…kling etwas nach Godzilla, ist aber vielversprechend, wenn es um Zellwachstum, Zellatmung und Zellschutz geht. Ausreichend belegt ist da aber noch nicht viel. Es bleibt die Hoffnung, wie so oft bei Gesichtspflegeprodukten.

Die Liste sieht zwar imposant und lang aus, ist aber tatsächlich mit vielen Duftstoffen, Bindemitteln und anderen Nebenstoffen versetzt, die auf eine Wirksamkeit der Creme keine Wirkung haben. Enttäuschend.

 

Fazit:

Erstaunlich angenehme Creme, die aber leider weder besonders reizarm ist, noch ist sie in der Lage wirklich sehr trockene Haut zufrieden zu stellen. Ein arg silikoniges Gefühl bleibt auf der Haut und ist deutlich zu spüren, nach ein paar Stunden hatte ich sogar das Gefühl, dass meine Haut trockener wurde. Bei den vielen potenziell reizenden Inhaltsstoffen kein Wunder. Meine Rosazea auf der Nase hat sich allerdings nicht gemeldet, was ich bemerkenswert fand. Die Creme in Öl werde ich definitiv nicht nachkaufen.

50ml kosten ca. € 67,95 (Douglas) / € 49,44 (Point-Rouge.de)

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(Fotos: Konsumkaiser, Biotherm    Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring!)

 

 

8 Kommentare

  1. Früher fand ich Biotherm mal toll aber irgendwann fing ich an mich für Inhaltsstoffe zu interessieren und da war zumindest die Gesichtspflege schnell abgemeldet. Jetzt kaufe ich schon mal ein Duschgel oder eine Bodylotion aber ins Gesicht kommt mir Biotherm nicht mehr.

  2. Von biotherm mag ich eigentlich nur noch die Duft Sprays besonders eau pure. Die handcreme ist auch noch ok.

    Liebe Grüße

    Annabella010

  3. Das hört sich nicht gerade so überzeugend an das ich die kaufen muss. Vielen Dank für diese gute Produktvorstellung. LG Petra

  4. Herzlichen Dank für den Test. Ich hatte vor einiger Zeit mal 2 Proben davon, die ich nur mal angetestet habe, weil ich eigentlich scharf auf die Konsistenz war, aber ich mit reinem Öl die bessere Haut hatte. Ich wollte aber schon immer gern wissen, wie jemand anders das empfindet, der vielleicht auch auf einen hohen Öl-Anteil spekuliert hat, wenn man Name und Optik wirken lässt. Ich war auf einen Fett-Kracher für schwierige Zeiten vorbereitet, der sich toll verteilen lässt, aber empfand sie als einfache Creme. Optisch toll, aber auf der Haut enttäuschend. Ich hab leicht trockene Haut, bin nicht mal ein Härtefall. Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie es dir damit erging.

  5. Ha! Wie war das? Hochpreisig=hochwertig lang lang ists her :-(…. Niederschmetternd was für Preise für den Inci mist der edelmarken aufgerufen werden. Mir ist es auch grundsätzlich egal, wer sich was ins Gesicht etc schmiert, aber es ist einfach ärgerlich, das viele markentreu teure produkte für null Leistung kaufen und die konzerne munter weiter müll produieren , so ändert sich das leider nicht…. Dabei wäre es recht einfach solide wirksame produkte zu humanen preisen anzubieten…. Was ein wahnsinn! …passt aber andererseits auch wieder in unsere irre neue welt……

  6. Ich habe auch dank Heizung, Kälte und Retinol in den letzten beiden Wochen richtig trockene Haut. Da ist mir im Schrank eine Vinolift Nachtcreme von Asam in die Hände gefallen und die ist ein richtiger Knaller. Fest wie Butter, super reichhaltig und am nächsten Morgen war meine Haut glatt. Von Schüppchen oder Rauigkeit ist nichts mehr zu spüren. Für meine Haut ist das täglich sicher zu viel, aber wer richtig trockene, schuppige Haut hat, könnte damit glücklich werden.
    Alkohol ist zwar auch enthalten, aber nicht denaturiert und sehr weit hinten in der Liste. Und parfümiert ist ohne deklarationspflichtige Duftstoffe. Für super empfindliche Haut sicherlich auch nichts, aber besser als Biotherm.

  7. Schon der Begriff “ Cream in Oil“ schreckt mich als Besitzer einer fettigen Haut ja ab; dennoch muss ich sagen scheint meine Haut in der kalten Jahreszeit doch so langsam mehr zu brauchen.
    Mein Dauerthema ist ja immer nach Peeling oder Retinol diese Schüppchen auf der Haut.
    Frohgemut habe ich jetzt letztens bei Highdroxy zugeschlagen und werde das erste mal etwas mit Öl testen, das Lipid’Or als Booster. Bin schon sehr gespannt.
    Von M. Asam habe ich gerade das Vitamin E- Serum in Gebrauch und mag es richtig gerne, ist fast schon eine Creme, reichhaltig für ein Serum, tut meiner Haut richtig gut.

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