LIFESTYLE: SCHULSPORT * TRAUMA FÜRS LEBEN

Viele von uns kennen die Situation noch aus der Kindheit: Magenschmerzen, weil gleich eine Stunde Sport auf dem Stundenplan steht. Eine Stunde Quälen. Eine Stunde, in der man genötigt wird, Spaß an Bewegungen zu haben, die einem gar nicht liegen. Das Trauma der Schulsportstunden zieht sich oftmals bis ins Erwachsenenalter, und hinterlässt manche Menschen, die niemals mehr einen Zugang zum Sport finden. Wie schade! Zeit für Änderungen…

Das Problem

Ich oute mich an dieser Stelle gleich einmal: Ich habe den Schulsport gehasst, darüber habe ich hier auch schon öfter geschrieben. Ich war vor der Pubertät ein dickliches Kind, das lieber in einer ruhigen Ecke gelesen hat und sich dabei den Bauch mit Gummibärchen vollstopfte. Dagegen war der Sportunterricht für mich eine Tortur, ein permanentes Scheitern.

Natürlich war der Großteil der anderen Kinder besser im Sport als ich. Die Cracks waren im Verein, konnten die tollsten Sachen, und ich habe mir fast einen Fuß gebrochen, als ich einmal einen Fußball ins Tor schießen sollte. Überhaupt: Der Lehrplan wurde (zumindest in meiner Schullaufbahn) von Lehrern dermaßen eintönig umgesetzt, dass man den Eindruck bekommen konnte, Sport besteht nur aus Mannschaftsspielen mit Ball! Es gab Fußball an 30 Wochen im Jahr, und dann sporadisch solche „Exoten“ wie Basketball und Volleyball. Das war`s!

Als es in der Mittelstufe einmal unumgänglich war „Gymnastik/Tanz“ in den Unterricht zu integrieren, wurde kurzerhand vom Sportlehrer eine „Kür“ mit dem Fußball einstudiert, die ein wenig Dribbling und Kopfballspiel beinhaltete. Turnerische Elemente? Wozu? Das machen die Mädchen im anderen Teil der Halle. Und nicht wenige von ihnen fühlten sich wohl gerade auch ziemlich genötigt, schon wieder elfenhafte Bewegungen mit einem schier unendlich langen Schlabberband und komischen „Keulen“ einzuüben, oder immer die gleichen blauen Flecken am Stufenbarren oder Schwebebalken zu bekommen.

Meine Noten im Sport waren entsprechend grottig. Na toll, die totale Motivation. Im Klassenvergleich kam ich immer schlecht weg, denn ich hatte das große Glück mit echten Könnern in der Klasse gewesen zu sein. Kostprobe: Ich teilte mit einem späteren deutschen Nationaltorhüter die Klasse und den Sportunterricht. Und der spielte damals schon als junger Profi beim FC Schalke. Er musste selbst den Sportlehrern Autogramme schreiben. So viel zu „Selbstbewusstsein entwickeln durch Sport“, wenn man immer nur daneben steht.

Gleichmacherei in der Schule

Das große Problem ist einfach, dass unser derzeitiges Konstrukt „Schule“ in so vielen Dingen einfach nicht dazu geeignet ist, auf die menschliche Unterschiedlichkeit einzugehen. Manche Kinder sind toll in Mathe, andere haben beim 1X1 aufgegeben, weil sie das Hantieren mit Zahlen einfach (noch) nicht begreifen. Manche Kinder können die tollsten Bilder malen, andere erschaffen „Kunstwerke“, die sich selbst Frankenstein nicht an den Kühlschrank kleben würde.

Unterschiede machen uns Menschen aus, nur die Schule zelebriert Uniformität. Kinder werden ab der ersten Sekunde in Schablonen gepresst, da können die Erzieherinnen und Erzieher noch so aufgeschlossen und fortschrittlich sein.

Dabei war ich eigentlich nicht unsportlich. Ich hatte Spaß mit meinen Freunden im Freibad, da kam ich aus dem Wasser gar nicht mehr raus. Ich hatte eine tolle Kondition und konnte rennen, wenn alle anderen schon mit Seitenstechen den Notarzt rufen wollten. Nur der Schulsport tötete diese Ansätze, Sport war für mich ab sofort mit Leid verbunden.

Sicherlich kann die Schule nicht die komplette Erziehung der Kinder übernehmen, zu der ich auch die (Achtung altmodisches Wort) „Körperertüchtigung“ zähle. Auf der anderen Seite sind dort die Fachleute, also warum nicht die Körper der Kinder fürs zukünftige Leben ertüchtigen? Sie ertüchtigen ja auch die Gehirne der Kleinen (wenn alles gut läuft).

In der Schule geht es um Leistung, das ist auch im Schulsport so. Nur leider verstehen sich viele Sportlehrer als Trainer im Hochleistungssport, dabei lernt man mittlerweile sehr wohl, worauf es bei einem Sack Flöhe (die unterschiedlichen Kinder) und Sport ankommt: Auf die Entwicklung. Hat der Schüler 30 Fehler im Diktat, lässt sich die 5 schwer vermeiden. Kann das Schulkind aber nicht schwimmen, und ist am Ende des Halbjahres in der Lage vom Beckenrand zu springen und einige Meter Brustschwimmen zu zeigen, dann ist das für mich eine klare 2! Auch wenn die anderen Kinder zur gleichen Zeit vom zwei Meter Brett springen und die 100 Meter Lagenstaffel beherrschen.

Schulsport muss Kinder ermächtigen mitzuhalten. Motivieren, um überhaupt dran zu bleiben, und nicht vergraulen. Schulsport muss Grundlagen schaffen, damit die Kinder spüren wie man Muskulatur benutzt und warum wir sie brauchen. Erklären! Ertüchtigen! Ich lerne ja auch erst das Lesen, bevor ich Theodor Fontane auf die Leseliste setze.

Kinder, egal ob auf dem Land oder in der Stadt, lieben Bewegung. Diesen ersten Trieb darf man nicht unterdrücken. Ihnen schon früh das Gefühl von Körperspannung zu vermitteln ist wichtig. Es tut nicht weh, seine Muskeln zu spüren, sondern es ist ein schönes Gefühl. Das Gegenteil vom Gefühl der Ohnmacht, wenn man sich unzulänglich und schlapp fühlt, in einer Gruppe von Kindern, die allesamt ultrasportlich sind.

Sportlich wurde ich erst, als ich selbst entscheiden durfte, was zu mir passt. In der Oberstufe konnte man die Sportart auswählen. Ich war mittlerweile auch in einem Sportverein und nahm an Meisterschaften teil. Ich fand Gefallen am Sport, jenseits von Fußball und Schlagballweitwurf. Jede Woche ein paar Stunden zittern und scheitern, und trotzdem schlummerte ein Athlet in mir. Und das ist bei sehr vielen Menschen so. Wir werden nicht unsportlich geboren, ganz im Gegenteil. Wir werden dazu gemacht, weil die Schablone nicht auf uns alle zugeschnitten ist. Auch wenn nicht jeder das Zeug zum Leistungssportler hat – jeder kann lernen, dass Bewegung gut für Gesundheit und Geist ist und es für jeden einen Weg gibt, zumindest ein Minimum davon in sein Leben zu integrieren. Nur die Schule…die schafft DAS nicht. Ich hoffe, ich verallgemeinere hier nur, und es hat sich einiges geändert. Kennt ihr Beispiele?

 

.

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

 

55 Kommentare

  1. Ich gehöre noch zu der Generation, wo Jungen und Mädchen damals getrennt Sportunterricht machten.
    Die Mädels machten rhythmischer Sportgymnastik und die Jungs spielten Fußball.
    Das war auf dem Dorf halt so.

    Gefühlt habe ich tatsächlich bis zur Oberstufe im Schulsport nur Fußball gespielt.

    Erst dann konnte man wählen: Hockey, Basketball oder Schwimmen.

    Als ehemaliger Brillenträger, der auch beim Sport eine Brille tragen musste, war ich von Ballspielen nie ein großer Freund.
    Immer aus Angst, dass mich ein Ball voll ins Gesicht trifft.

    Erst ab der Oberstufe und Nutzung der Wahlmöglichkeit hatte ich auch Lust am Schulsport.

    Ein Trauma habe ich zwar nicht, aber insgesamt auch keine gute Erinnerung an die Zeit.

  2. Guten Morgen! Oh Gott dieses Foto!!! Ich habe Bockspringen gehasst wie die Pest u Sport überhaupt! Jetzt bin ich krank, wenn ich mal zwei Tage nicht trainiert habe! Yoga oder Hanteltraining oder Trampolin Dieser Zwang war wirklich schlimm, auch bei uns in In der ehemaligen DDR!🙈 liebe Grüße

    1. Eine tolle Wandlung!
      Und in der DDR hatte man ja noch die vielen „Sichter“ im Nacken, die ständig nach Talenten Ausschau gehalten haben. Spaß war da nicht gerade angesagt. 😉
      Liebe Grüße, KK

  3. Guten Morgen , das kann ich genauso unterstreichen. Ich habe Schulsport nie gerne gemacht und jetzt liebe ich Sport und kann es mir nicht mehr ohne vorstellen . Ich mache von Montag-Freitag täglich 30-45 Min Sport mit einem Onlinestudio, morgens um 5.00 Uhr ⏰ und Sonntags dann 1 Stunde . Abends mache ich dann Yoga, 2x die Woche in einem Studio und ansonsten zuhause. Ich gehe täglich spazieren und ganz neben bei noch ab und zu arbeiten 😄 sportliche Grüße und einen schönen Tag und danke für deine tollen Berichte……..ich würde mich auch sehr freuen wenn du ab und zu etwas über Sport und Ernährung schreibst , Detox, Intervallfasten, Low Carb , High Carb……..da gibt es ja unendlich viel

    1. Schau mal unterm Menüpunkt Sport, dort habe ich ja schon so einige Sachen geschrieben.
      Nur ich mach den Sport ja mittlerweile beruflich, da kommt es mir auf dem Blog immer so komisch vor. Ich mag die Themen, aber hier ist mein Ausgleich. Daher nur sporadisch, aber es wird wieder mehr, versprochen! 🙂
      Viele Grüße, KK

  4. Guten Morgen,

    uff – Schulsport und manche anderen Erlebnisse im restlichen Unterricht waren für mich (als schon immer) dickes und kleines Mensch der Horror.

    In der Grundschule hatten wir ab der dritten Klasse eine/n Drill-Seargent/in für den Sportunterricht und eine Klassenlehrerin, die schüchterne, irrwitzig-kreative und sensiblere Kinder belächelte. Ich fühlte mich selten ernst genommen.

    Und ich war die für den Schulgeist denkbar ungeeignetste Mischung:
    – kreativ-verträumt: Malen, mit Farben spielen und Geschichten erfinden war toll (heute würde man das als ADS bezeichnen) und fünf bis sechs Stunden an einem Ort verweilen zu müssen, brachte mich dazu in meine so viel spannend empfundene Innenwelt zu flüchten.
    – interessiert an nicht schulrelevanten Themen: mich hat die Seidenstraße und ihr Verlauf zu dieser Zeit nun mal mehr gerockt, als Zählkönigin zu werden
    – zu schüchtern um jede Ungleichbehandlung meiner Mitmenschen lautstark zu monieren – aber auch mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattet (dieses innere Dilemma mit neun Jahren aufzulösen ist schwierig)
    – und zu allem Überfluss hatte ich nie das Bedürfnis „besser als andere“ zu sein, sprich, ich hatte keinerlei Ehrgeiz mir und jemandem anderen etwas zu beweisen.

    Als Krönung gab es dann noch den Sport!
    Der weibliche Drillseargent machte sich gerne über das „dicke, verwöhnte Prinzesschen“ (der Fluch des Einzelkindes) mit der „Neigung zum Drama und Schauspiel“ lustig – ich hatte einfach Angst vor ihr, aber sie war felsenfest davon überzeugt, dass ich ihr nur etwas vorspielte. Ich solle hier „nicht so ein Theater machen und mich gefälligst zusammenreissen“.
    Jetzt sollte ich noch als Erklärung davorschicken, dass ich mit sechs Monaten einen üblen Unfall hatte: Ich stürzte mit einem sog. „Gehfrei“ in einem unbeobachteten Moment kopfüber die Terrasse hinab ins Rosenbeet.
    Im Nachhinein denke ich, dass dieser Unfall meine kindlichen Panikattacken verursachte – immer wenn ich von einem oder über einen Gegenstand springen sollte (Kasten, Reck, Bock), wo hochklettern musste oder durch Rollen (Bodenturnen, Reck) den Orientierungssinn verlor, dann hatte ich eine erhöhte Herzfrequenz, Schweißausbrüche und Todesangst.
    Damals lief der Versuch meiner Mutter, der Lehrerin das zu erklären, dass ich mich als Säugling beinahe aus der Welt entsorgt hätte und meine Ängste vermutlich daher kämen ins Leere. Schließlich können sich „sechs Monate alte Säuglinge an nichts erinnern“ – heute weiß man, dass es ein sogenanntes „Körpergedächtnis“ gibt.

    Glücklicherweise gab es im späteren Verlauf Ausnahmen – aber auch in der weiterführenden Schule gab es z.B. einen Sportlehrer, der mich vor allen anderen verspottete. Ich habe ihn dann spürbar mit Verachtung gestraft (oder wenn möglich mit einer schlagfertigen Antwort pariert) und da ich zu dieser Zeit im Klassenverband aufgrund meiner „notgedrungen“ entwickelten Softskills (Hilfsbereitschaft, Freigiebigkeit, Zuhören, nach Möglichkeit fair bleiben und für andere Einstehen) beliebt war, hatte er sich schnell ins Aus manövriert.
    Diese Art von Anerkennung hat mich oft gerettet – denn auch wenn es manche Menschen ungern zugeben: Wir alle brauchen Anerkennung für etwas, was uns ausmacht.

    Ein sehr langer und persönlicher Post – hoffentlich bereue ich das nicht, hier so öffentlich darüber geschrieben zu haben.

    Wünsche allen einen wohlgesonnenen Tag!
    Frau Paprika

    1. Frau Paprika, dein Post könnte fast 1:1 von mir sein. 🌸 Damals gab es leider keine anderen Kinder in meiner Umgebung die ähnlich getickt haben 😞

    2. Vielen Dank für deinen tollen Bericht aus deinem Leben. Man sieht, wie wichtig es ist als Kind bereits Anerkennung zu bekommen. Lob und Motivation ist die stete Triebfeder. Leider kann man mit Kindern umspringen wie man will, sie können sich kaum wehren. Natürlich gibt es heutzutage auch die Gegenbeispiele, aber am Ende des Tages ziehen die Kinder doch den Kürzeren. Und wie toll du deinen fiesen Sportlehrer „strafen“ konntest. Das hätte ich mich als kleiner Junge wohl nicht getraut.
      Liebe Grüße, KK

      1. Dazu muss ich sagen, dass ich da schon älter war. So um die 15 Jahre – da hatte ich schon meine Schüchternheit abgelegt und lies mir nicht einfach die Butter vom Brot nehmen.

        Dem Grundschulschreck war ich dagegen hilflos ausgeliefert. Und es brauchte lange, bis ich wieder die innere Gouvernante loswurde, die mich ständig an meine Beschämungen bei Versagen erinnerte.

  5. Guten Morgen, du sprichst mir aus der Seele! Ich habe früher gerne geturnt, aber Ballspiele gehasst (ich konnte und kann bis heute nicht werfen). Die Oberstufe mit der Wahl an Kursen war dann ein Segen!
    Ich hoffe sehr, dass sich das Schulsystem, vor allem beim Sport, endlich mal verändert. Wie viele Kinder entwickeln wohl diese Abneigung gegen Bewegung, nur ein ein Lehrer ihnen schlechte Noten gibt? Das gilt zwar für alle Fächer, aber gerade beim Sport ist es so fatal, weil wir dann im Endeffekt immer mehr mit Übergewicht und damit verbundenen Problemen zu tun haben.
    Ich fände es schön, wenn die Kinder endlich ohne Notendruck einfach die Möglichkeit bekommen, sich in verschiedenen Sportarten ausprobieren zu können. Ein Wunschdenken?

    1. Es ist mMn nicht nur der Notendruck, sondern auch das vorgeführt und beschämt werden, was den Schulsport zu einem Schreckensfach werden lässt.

      Ich konnte z.B nie schnell Schwimmen – trotzdem habe ich Schwimmen geliebt, da ich dort Ausdauer hatte und in diesen gerühmten Flow kam. Für die Noten war aber die Geschwindigkeit wichtig und wenn man nicht schnell war, haben gerne alle die Augen verdreht – die anderen müssen ja dann solange warten…

      Und um noch mal an meinen ersten Post anzuknüpfen: für mich war es ein unglaubliches Erfolgserlebnis, als ich bei einer späteren sehr guten Lehrerin ermutigt wurde, meine Angst zu überwinden und über den Stufenbarren zu springen – und es nicht kritisiert wurde, das dieser Versuch unglaublich unelegant von statten ging 😉

    2. Das denke ich auch. Sport sollte von der ersten Sekunde an Spaß machen, und wer später Leistungsdruck dazu haben möchte, der sollte das wählen dürfen. Mir haben später ja auch Meisterschaften Spaß gemacht.
      Könnte man Lernen insgesamt mit Freude verbinden, was könnte man den Kindern alles in den Kopf bringen. Aber so?
      Viele Grüße, KK

  6. Auch ich kann ein Lied davon singen. Und meine Tochter hat derzeit das gleiche Problem, obwohl wir sie früh haben entscheiden lassen in welchen Sportverein sie gehen möchte. Sie mag halt Tanzen gern, nur leider wird das in der Schule so gar nicht gefördert. Sie muss ständig Volley- und Basketball spielen. Da hat sich scheinbar noch nicht viel geändert.

  7. Oh Gott, ich kenne das so gut. Ich bin bei meiner Großmutter aufgewachsen in den ersten Lebensjahren – dort gab es zwar viel Süßes, aber keine Bewegung. Entsprechend unbeholfen war ich dann im Schulsport und habe es von Sekunde 1 an gehasst. Bis zum Abi hab ich gelitten, wenn die Sportstunde anstand. Und meine Selbstwahrnehmung war, obwohl normalgewichtig, total im Arsch. Ich dachte immer, ich bin der unsportlichste Mensch der Welt. Das wurde von Eltern und Lehrern auch so gespiegelt.

    So ging mir das dann mit allen Sportversuchen als Erwachsene, bis ich zum Yoga fand. Seit sieben Jahren übe ich Vinyasa Yoga und fühle mich in meinem Körper immer mehr zuhause. Wie sich herausstellt, bin ich gar nicht so ungeschickt. Es macht mir Spaß, schwierige neue Positionen zu lernen. Yoga ist der einzige „Sport“ den ich mache, und ich denke, das ist auch okay so. Immerhin schwitze ich meist ganz ordentlich, der Vinyasa-Stil ist ja schon eher anstrengend. Und die Muskeln müssen auch kräftig arbeiten. Ich würde gern bis ins hohe Alter damit weitermachen (mal angenommen, ich werde alt).

    1. Na klar, Yoga ist halt auch eine echte Sportart. Ich finde das toll, wenn man dann doch noch „seinen“ Weg findet. Gerade auch die vielen Fitnesssportarten heute helfen da ja doch. Und Yoga bringt immerhin auch noch einen echten Mehrwert für die Seele, wenn man es denn möchte.
      Liebe Grüße, KK

  8. Oh ja, ich kann mich hier vielem nur anschließen. Ich war nie dick oder sehr ungeschickt, aber da gibt es immer die Vereinssportler. Dann gibt es auch noch Mitschüler die einen ( ungelogen!) mit unverhohlener diabolischer Freude so hart wie möglich beim Völkerball,treffen wollen. Muss ich noch erwähnen, dass ich überhaupt nicht werfen kann? Die Bundesjugendspiele waren mir ein Graus – dass man überhaupt gezwungen werden darf, an so was teilnehmen zu müssen, nur um jedes Jahr offiziell die schlechteste zu sein?
    Zu allem Überfluss bin ich auch noch chronisch krank und das wurde jahrelang nicht diagnostiziert- selbst die Ärzte glaubten schon nicht mehr an mein Leiden. Bis es dann eskalierte und zur OP kam. Das hat sich dann auch in Mitleidsfünfen beim Dauerlauf und beim Sprinten bemerkbar gemacht, ich konnte halt einfach keine Leistung bringen.
    Turnen und rhythmische Sportgymnastiknastik oder Tanzen kamen viel zu kurz. 1 Halbjahr Volleyball, 1 Halbjahr Basketball, und dann wieder von vorn. Da hab ich mich als nicht ballbegabter Mensch ja sogar schon über seltene Ausflüge zum Hockey oder Fußball gefreut, da waren wir alle schlecht, aber Spaß hat’s trotzdem odervgrad deswegen gemacht.
    Und ihr glaubt gar nicht was ich mich über 1x Linedance gefreut hab.

    So, das war viel und es gäbe noch mehr, aber egal. Heut Abend geh ich zum Pilates und finde es gut😊

    Liebe Grüße an alle Geschädigten 🤗

    1. danke für deine Geschichte zum Thema. Ich freue mich hier doch sehr, dass ihr trotz der vielen schlechten Erlebnisse, euren weg zum Sport gefunden habt.
      Linedance finde ich auch toll! Und Pilates ist harte Arbeit! Viel Spaß weiterhin, KK

  9. Mir ging es genau wie dir. Du sprichst mir aus der Seele. Ich hab erst mit Ende 30 nach einem Artikel von Ulrich Strunz in Bunte mit Laufen begonnen, dabei geblieben und gemerkt, was Sport eigentlich für mich tun kann und wie toll das sein kann, wenn man erst mal im Routinebereich ist. Ich mache wechselweise einiges, von dem ich merke, was das für zusätzliche Lebenskraft und -freude bringt. Der Sinn des Wortes „Disziplin“ hat sich völlig verändert. Es ist eher Lust als Sklaverei, vor allem nach dem Sport.

    Schulsport sehe ich inzwischen überhaupt als Grund, warum wir als Land alle solche Bewegungsmuffel sind. Den meisten ist Sport als Bedürfnis, sich zu bewegen, nie wirklich vermittelt worden. Ich weiß auch nicht, ob die Konzentration bei Jungs auf Fußball, was ja auch Abhängigkeit von anderen bedeutet, da so hilfreich ist. Es entwertet auch alle anderen Sportarten. Wenn es um Leistung und Noten geht, fehlen da großflächig die Voraussetzungen. Mich nervt auch, dass es keine Spielplätze für Erwachsene gibt, dass es auf der Arbeit auch mal zwischendurch, wie andere Raucherpausen machen, keinen Ort gibt, an dem man sich Dehnen und Strecken und kurz auspowern kann. Parks sind im Dunklen (Winter!) nicht beleuchtet und beräumt oder nur teilweise gestreut, falls überhaupt und Turnhallen und Laufstrecken von Schulen können für die Allgemeinheit selten genutzt werden, schon gar nicht nach dem „heute habe ich Lust“-Prinzip. Fahrradfahren in großen Städten ist ziemlich gefährlich geworden. Selbst nach der Schulzeit ist es nicht sehr einfach, zu Sport zu kommen. Wenn da aber Grundlagen gelegt würden, dass sich Kinder auf ihre Art einfach gern bewegen, wäre es viel leichter, das als selbstverständlichen Lebensteil anzusehen, der uns vor allem dann gesünder und stärker erhalten kann, wo uns die Natur beginnt, auszusortieren.

    1. Du sagt es! Es sind so viele Co-Faktoren, die gegen Spaß am Sport sprechen. Alles nicht einfach, und trotzdem kriegen es so viele von uns hin. Bewegungsmuffel ist leider keine aussterbende Spezies, immer noch nicht, obwohl unser Wissen über Gesundheit so umfangreich geworden ist.
      Liebe Grüße, KK

  10. Liebe Hassgrüße an Frau Steiner, die mich in der Oberstufe gezwungen hat, ohne Nase-Zuhalten vom Einer ins überchlorte Wasser zu springen – ich dachte, mein Hirn explodiert. Und mich vor den Augen der ganzen Klasse auf Knien vom Startblock Köpper wiederholen zu lassen, bis ich blutete, war allerunterste pädagogische Schublade. Hoffentlich haben Sie Arthrose.

  11. Oh ja, da bin ich auch mit dabei ! Schulsport war immer ein Graus für mich. Und bei Völkerball habe ich mich immer mit meiner besten Freundin im Geräteraum versteckt. Hallo? Aua ! Mich mit einem harten Ball abschiessen lassen, und überhaupt, die ganze kriegerische Co-notation dabei. *Völker*ball. Ob das wohl heutzutage immernoch gespielt wird? Ich wurde immer als eine der Letzten gewählt usw usf. Dabei war ich privat im Schwimmverein, und als es dann mal darum ging, Leute auszuwählen, um die Schule bei einem Schwimmturnier zu vertreten, wurden wir getestet, und siehe da… ich war im Team. Jeder hat irgendwas, was ihm liegt, und was gefördert werden sollte, und diese demütigenden Situationen im Sportunterricht sind einfach kontraproduktiv. Wird Zeit, dass da komplett umgedacht wird.

  12. Ich habe Schulsport auch immer gehasst. Ich war (und bin) immer noch klein (unter 1,60) und hatte auch noch eine Klasse übersprungen, weswegen ich von den Mitschülern natürlich gerne gemobbt wurde, da ich ein leichtes Opfer und „seltsam“ war. Und dann im Sportunterricht vom Lehrer vorgeführt zu werden, weil ich beim besten Willen nicht so weit springen kann wie Mandy mit ihren 1,75 (und nur Stroh im Hirn, das ständig durch ihr Schnoddermaul rauskaum, also kein Gewicht dabei) war hart.
    Ich verstehe eh nicht, wieso Sportunterricht so streng benotet werden muss. Wenn es darum geht, Kinder zu bewegen, ist es doch egal, wie hoch sie springen, solange sie springen? Und was sollen die immer komplizierter werdenden Küren auf dem Stufenbarrern (Hilfe!) – wird man fitter, wenn man zehn Minuten in der Schlange steht, einmal auf das Ding geht, sich vom perversen Sportlehrer in den Schritt greifen lässt und heulend wieder runtersteigt? (Wobei mir das fast lieber war als die Sportlehrerin, die bestimmt vom Militär kam. Offenbar hat die auch einge der anderen Leser_innen unterrichtet, wie ich sehe.) In Musik oder Kunst bestanden die meisten Leistungskontrollen aus Theorie und nicht darin, wie gut man singt oder zeichnet. (Bei uns konnte man die sogar abwählen, aber Sport nicht. Meine Sportnote ging sogar ins Abi ein, herzlichen Dank! Natürlich bin ich mit einer 4 in Sport viel weniger für die Hochschule qualifiziert als Mandy.)
    Als eine, die früher mit Kindern und Sprachlehre zu tun hatte (und jetzt freiwillig noch Singen lernt – das macht mir aber Spaß!), kann ich über deutsche Schulen eh nur den Kopf schütteln. Was hatte ich da für Lehrer! Bei Mobbing wegschauen oder „der macht das nur, weil er dich mag“ Bullshit erzählen, Witze über Frauen reißen, Mädchen schlechter bewerten, Schüler bloßstellen statt zu unterrichten, einfach mal im Unterricht verschwinden und nicht wiederkommen (so fällt eine gesamte Klasse durchs Zentralabi in Mathe – der Lehrer hatte wohl verpennt, dass er die Prüfung nicht mehr selbst schreiben darf) und lauter solche Sachen, die ich von mir selbst beim Unterrichten niemals akzeptieren würde. Gut, in Japan sieht es nicht besser aus, und Lehrer haben einen harten Job, aber muss man das an den Kindern auslassen?

    1. In Musik und Kunst wurden bei uns ausschließlich die erzeugten Ergebnisse bewertet, wobei man in Musik auch „einfach“ eine Komposition erstellen konnte und in Kunst gab’s Extrapunkte wenn man seinem Werk eine analytische Beschreibung beilegte.
      (Noten lesen oder Instrumente spielen wurden natürlich nicht gelehrt, das musste man so können).

      Sport konnte ich auch nicht abwählen aber mit bestimmten Fächerkombis kam man auf so viele Noten, die man einbringen musste, dass Sport nicht zählte. Sieht halt blöd aus bei Bewerbungen aber zumindest für die Unizulassung ist es egal.

    2. Oh, du hast die volle Packung abbekommen. Eine Klasse überspringen ist heftig für die sozialen Kontakte in der Schule.
      Und ja, Lehrer ist ein echt schwerer Beruf, und es gibt sicher viele Ausnahmen. Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass neben einer engagierten Lehrerin, zwanzig bequeme und desinteressierte Menschen standen. Schade für die Kinder, die dann doch durchs Raster fallen.
      Liebe Grüße, KK

  13. Ich bin ein unsportlicher Mensch, auch unabhängig vom Schulsport. Aber ich habe immer Sport gemacht.
    Fußball haben wir tatsächlich sehr selten gespielt, ich würde sagen einmal in meiner ganzen Schulzeit. Dabei wurden die Geschlechter erst in der 7. Klasse getrennt und ich war die ersten Jahre bei der Jungsgruppe (gefühlt höhere Akzeptanz als bei den Mädels, schlecht war ich sowieso aber die Jungs waren da irgendwie entspannter).
    Was mich am Sportunterricht stört ist dass so gut wie nichts gelehrt wird. Wenn Volleyball ansteht dann üben wir eine halbe Stunde Pritschen und dann gibt’s ein Spiel. Wie man Pritscht, einen Aufschlag macht oder sonstwas wurde nie erklärt. Volleyball war bei uns gefühlt fast jedes Jahr mit dabei, dennoch habe ich nie auch nur eine Bewegung hinbekommen. Derzeit bin ich durch eine Verkettung von Zufällen in einer Volleyballgruppe wo ich in den ersten 5 Minuten mehr gelernt habe als in ca. 70 Stunden Schulsportvolleyball. Ich bin nicht gut, aber alle sind super freundlich und unterstützen mich, und ich habe jedes Mal viele Erfolgserlebnisse weil ich tatsächlich etwas lerne und es erfolgreich umsetze.
    Schulsport ist gefühlt immer nur darauf aus, denjenigen die die Disziplin bereits beherrschen einfach die Möglichkeit zu geben, es zu praktizieren. Nichts da mit lernen. Weil wer schon auf einem hohen Niveau anfängt, hat auch nicht wirklich Spaß daran wenn alle anderen ihm nicht das Wasser halten können.
    So haben wir in der Grundschule ein Jahr lang Gymnastik gemacht. Die erste Übung war ein Purzelbaum. Nennt mich dumm aber ich habe es nie, auch nur einmal geschafft einen Purzelbaum zu machen. Und ich habe geübt, jede Stunde ohne Pause. Die anderen gingen über zu weiteren Übungen aber ich bin nie über die erste Stufe hinausgekommen. Und nein, den Lehrer hat das nicht dazu motiviert mir Tips zu geben oder sonst wie zu helfen. Schwimmen kann ich auch nicht wirklich (ich gehe nicht unter und komme von A nach B, das wars). Sonst haben wir Handball, Basketball und einmal Hockey (Grundschule) gemacht und alle zwei Jahre ca. 1 Monat für die BJS geübt. Üben=macht mal, das übliche.

    Und dann das Thema „Ausdruck“ oder so… Ich tanze mein Leben lang, verschiedene Disziplinen, Gruppen- und Paartanz. Ich bin gut, Körperspannung, exakte Bewegungen, gelernte Abläufe, das liegt mir. An meinem Taktgefühl habe ich erst begonnen zu zweifeln, als andere Paare die völlig aus dem Takt waren vor uns platziert wurden. Mein Partner war mir anderen Personen auch sehr erfolgreich. Aber ich? Mach alles richtig, aber irgendwie fehlt „das gewisse Etwas“ (soviel zum Thema hilfreiches Feedback). Was ist das? Wo bekomme ich das her?
    Ich trainiere 15 Jahre lang damit mir meine Schulsportlehrerin (gut, die Dame war in vielen Bereichen verquer und hat des Öfteren Schülern Probleme bereitet die sie nicht verdient hatten) eine 5 gibt (der Rest der Gruppe bekam 1er und 2er) weil sie bei mir kein „Talent“ zum Tanzen gesehen hat. Ahja. Damit war auch meine letzte Hoffnung dahin, jemals über eine 4 hinauszukommen (für das Tanzen war ich extra in die Mädelsgruppe gewechselt).

    Mit Taekwondo (Kampfsport bei dem man nicht notwendigerweise kämpfen muss) habe ich denke ich „meinen“ Sport gefunden, weil es dem Tanzen ähnelt aber nur die Technik zählt, nicht irgendwelche angeborenen Eigenschaften.

    Sorry, es ist ein Roman geworden, das Thema ist und bleibt mir einfach ein Rätsel.

    1. Danke für deinen tollen „Roman“ Und ja, du sagst es. Man wird in der Schule so oft allen gelassen. Mittlerweile stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass mein Matehverständnis so schlecht ist, weil eben so viele Dinge schon vorausgesetzt wurden, und ich da ganz am Anfang eben noch Defizite hatte. Genau wie du beim Sportunterricht, ist mein „Fundament“ brüchig gewesen. Und dann darauf ein Haus bauen? Gemein, oder?
      Liebe Grüße, KK

    1. Ich habe auch darüber nachgedacht. Aber nicht schlimm, mittlerweile kann man es als Ironie sehen. Ich muss ja nicht darauf hinweisen, dass es hier um viel mehr geht. Das ist dann sozusagen Tiefstapeln. 🙂
      Der Blog polarisiert ja auch, und everybody´s darling will ich auch nicht sein.
      Liebe Grüße, KK

  14. Hallo ihr Lieben,
    ja ja, ich kann mich auch einreihen, was den Schulsport angeht. Wobei ich bisher immer dachte, dass der allgemeine Schulsport an „normalen“ Schulen besser sein müsste, als bei meiner Schule, da 1. eine Turnhalle und 2. Sportgeräte vorhanden sind. Tja, da kann man sich wohl täuschen. Ich habe schon mal erwähnt, dass ich auf eine Schule für Sehebehinderte gegangen bin. Als ich eingeschult wurde, sagte der Direkor meinen Eltern, dass eine Turnhalle geplant sei (meine Schule lag in einem Komplex mit 2 weiteren Schulen). Die Turnhalle hat besagter Direx nicht mehr erlebt. Sie wurde fertig gestellt, da war ich in der 9. Klasse. Ich habe also noch 2 Jahre Schulsport in der eigenen Turnhalle erlebt. Ha ha. Vorher war es immer so, dass wir entweder draußen auf dem Schulhof oder in unserer Eingangshalle Sport machen mussten!!! Es gab mal zwischendurch die Möglichkeit eine Turnhale im Stadtgebit zu nutzen, aber dazu mussten wir ja mit dem Schulbus hingefahren werden. Sehr aufwändig. Meine Schlule hatte natürlich auch nur begrenztes Sportmaterial. Bei uns war tatsächlich Phantasie gefragt Wir hattetn eine gute Lehrerin. Das war nicht so mein Problem. Ich mochte Bewegung nicht gerne und habe nur deshalb gute Noten im Sport gehabt, weil ich mich angesträngt habe, denn ich bekam ja Anerkennung für meine Leistung. Über dieses Problem habe ich schon mal an anderer Stelle gesprochen. Wir haben ja im Sport auch nur das Übliche gemacht: Gymnastik, Völkerball (nur draußen, die Decke unserer Halle war recht niedrig), Prellball (das habe ich am liebsten gespielt, da war ich spitze), Hockey gab es bei uns auch mit Plastikschlägern, hat auch Spaß gemacht. In der Grundschule haben wir mal mit einem Medizinball gespielt und ich habe den leider nicht gefangen, sondern direkt ins Gesicht bekommen. Brille war verbogen und meine Nase war zwar nicht gebrochen, aber entstellt, da die Nasenscheidewand eingedrückt wurde und somit die Luftzufur eingeschränkt war. Erst gute 10 Jahre später konnte ich die Nase operativ richten lassen. Schulsport war bei uns auch teilweise langweilig (bevor die Sporthalle kam), denn was kann man in einer Eingangshalle schon machen?
    Ich denke auch wie viele von euch, dass das Potenzial vom Schulsport nicht gut genautzt wird. Die Turnhallen sind (denke ich) doch gut ausgestattet und es fehtl einfach an Phantasie da etwas draus zu machen. Natürlich kommt noch hinzu, dass ja an Regelschulen deutlich mehr Kinder in einer Klasse (an die 30 schätze ich) sind. Wir waren ja nur ca. 10, es sei denn, wir haben mit einer anderen Klasse zusammen Sport gehabt (war meistens so).
    Ich denke, Schulsport sollte aus der Benotung herausgenommen werden. Das nimmt den Druck von Kindern und Lehrern. Ich weiß zwar auch, dass es Kinder gibt, die die Sportnote als Ausgleich für eine andere Note gerne nehmen. Doch Bewegung sollte spaß machen und der Gesundheit dienen und nicht dem Notendurchschnitt.
    So ihr Lieben, ich wünsche euch allen einen schönen Tag und fiiegt bei dem Wind nicht weg.

    Liebe Grüße
    RuhrCat

  15. Ich schlage aus der Reihe – ich liebte den Schulsport und war auch eine von den „Geschickten“ (meine Mutter hob sich bei den Sprechtagen die Turnprofessorin immer bis zum Schluss auf, um wenigstens mit etwas Positivem heimgehen zu können ;-))), bei mir war’s mit der Sportlichkeit schlagartig mit Eintritt ins Berufsleben bzw. dem Zusammenziehen mit dem damaligen Freund vorbei. Kann gar nicht mehr sagen, woran das genau gelegen hat (außer dass er lieber nur in der Sonne lag und seine Bräune pflegte ;-), während ich damals wenigsten noch schwimmen ging – bis heute meine liebste Sportart).

    Später waren die sportlichen Vorlieben wenig kompatibel (mein Partner war leidenschaftlicher Golfer, was für die Freizeit- bzw. Wochenend- oder Urlaubsplanung schon vom Zeitfaktor her eher schwierig ist und mich eine Zeitlang zum „Naja-Golfer“, der halt ihm zuliebe mitspielt, machte). Dann kamen die Zeiten, wo grobe gesundheitliche Einschnitte ihn aus sportlichen und beruflichen Aktivitäten herausrissen, ich schlagartig zum Alleinverdiener wurde (wir waren gemeinsam selbstständig), für nichts anderes mehr Kopf oder Zeit hatte und mir echten Kummerspeck anfutterte (noch dazu koche und esse ich gerne gut). Seither kriege ich einfach nicht mehr die Kurve, etwas für mich, meine Gesundheit, und klar, auch für eine wieder attraktivere Figur zu tun.

    Mangels Kondition und Gelenkigkeit traue ich mich ehrlich gesagt derzeit nicht in eine Gruppe, solo überwiegt bei mir aber leider oft der innere Schweinehund ….

  16. Vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag in dem ich mich voll wiedererkenne.

    Auch bei mir hat der Schulsport lange ein Trauma hinterlassen. Bei manchen Übungen bin ich mir heute ziemlich sicher, dass sie eher dem Körper schaden, als einen Nutzen zu bringen. Einen kleinen, untrainierten Körper 100m in gefühlt 5 Sekunden jagen zu wollen, kann nicht gesund sind. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Sportlehrer denken, dass unsportlich (was man ja nicht zwangsläufig sein muss) auch gleichzeitig etwas minderbemittelt ist.

    Heute liebe ich Sport, gehe dreimal in der Woche ins Fitnessstudio und mache dort hauptsächlich Kurse und gehe auch viel wandern. Auch im Fitnessstudio macht mal einer lustige Piruetten oder schafft eine Übung nicht. Und es wird auch mal gelacht. Aber miteinander und nicht übereinander.

    Ich würde mir wünschen, dass Schulsport erstmal dazu beiträgt ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln, die hier schon genannte Körperspannung und auch etwas Ausdauer, alles mit Spaß verbunden.

    Wie würdest du einen sinnvollen Schulsport gestalten?

    1. Dieses Miteinander als Erwachsener finde ich auch total motivierend. Kinder können wirklich grausam untereinander sein.
      Für mich müsste der Sportunterricht die Kinder zuerst einmal ernst nehmen. Sie sollten lernen, warum wir unsere Muskeln besitzen, was sie tun und wie wichtig es ist sie zu verwenden, auch wenn einem mal nicht danach ist.
      Grundfertigkeiten, Geschicklichkeit, Balance, Ausdauer, Kraft. Alles kann man in Spiele einbauen, die die Kinder in Teamarbeit machen, aber auch einzeln. Und Wettbewerbe können natürlich auch sein, nur dann eben so, dass allen bewusst ist, dass die Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied ist!
      Viele Kinder fühlen sich mangels Bewegungserfahrung „tolpatschig“ das muss zuerst in Angriff genommen werden. Kein Kind ist wirklich ein Tolpatsch, es fehlt nur an Bestätigung, positiven Erlebnissen und Selbstbewusstsein. Jedes Kind braucht nicht pro Tag eine „gute Tat“, wie bei den Pfadfindern, sondern eher ein positives Erfolgserlebnis für sich. Und wenn mal etwas nicht sofort klappt, dann wird das notiert und geübt und motiviert und gelobt, bis es klappt. Aber mach das alles mal bei einer Wochenstundenzahl von 1,5 bis 3 und 35 Kindern in der Klasse. 😦
      Liebe Grüße, KK

      1. Danke für deine Antwort. Ich finde dein Konzept sehr interessant und wirklich gut durchdacht. So hätte mir Schulsport sicher auch Spaß gemacht.🙂

        Was mir gerade noch einfällt. Auch schlechte Schüler im Sportunterricht bleiben den Lehrern in schlechter Erinnerung. Wir hatten letztens Klassentreffen. Die Sportlehrerin kam etwas später und ging die Runde rum und hat allen Schülern die h
        Hand gegeben. Jeder hat nochmal seinen Namen gesagt, sie immer gelächelt und ein paar nette Worte gesagt. Irgendwann war ich an der Reihe, gab ihr die Hand und schlagartig verdüsterte sich ihren Miene. Dann sagte sie: “ ich kann mich erinnern, gut erinnern!!!“ In einem fast drohenden Tonfall und das nach 25 Jahre. 😂

  17. Ich hatte auch keinerlei Freude am Schulsport. Gefühlt habe ich mich die meiste Zeit durchgemogelt und irgendwie überlebt. Mit Spaß hatte es tatsächlich nichts zu tun und Noten sind in diesem Bereich besonders unnötig.

  18. Ich weiß zwar nicht, weshalb das so ist, aber ich kann mich an meine Kindheit und an die Schule nur sehr schwer erinnern. Manchmal kommt etwas hoch, aber nur sehr selten. Wenn ich eure Texte überfliege, wird mir das erst so richtig bewusst. Irgendwie ist das ein komisches Gefühl, dabei hatte ich keine schlechte Kindheit und bisher auch kein schlechtes Leben. Auf und ab gehts ja immer. Vielleicht besser, wenn man nicht alles weiß 🙂

    1. Komisch, oder? Manchmal sollte man dann auch nicht in den verschollenen Gedanken wühlen. Du wirst unbewusst schon deine Gründe dafür haben, und man merkt ja auch, ob das Nachdenken darüber nicht doch etwas Unbehagen erzeugt. Ich habe da auch so eine Schublade, die lasse ich lieber immer geschlossen. Es muss nicht alles thematisiert werden, mach dir keine Sorgen.
      Liebe Grüße, KK

  19. Ich gehörte zu den typischen Vertreterinnen der „Religion: 1, Sport: 5“- Fraktion 😉 und beim Lesen der Berichte hier kommen lauter ungute Erinnerungen hoch.
    Auch ich habe Vieles aus meiner Schulzeit verdrängt, was mir immer dann auffällt, wenn ich mich einmal im Jahr mit einem kleinen, aber feinen Kreis ehemaliger Klassenkameradinnen treffe (wir waren eine reine Mädchenschule, schluchz… erst ein Jahr nach meinem Abi wurden auch Jungs aufgenommen).
    In bestimmten Abständen lädt mein Gymnasium die Abiturjahrgänge zu einem geselligen Nachmittag mit Schulbesichtigung ein.
    Es hat mich beim ersten Mal nach über 30 Jahren erschreckt, dass sich an unserem ehemaligen Klassensaal überhaupt n i c h t s verändert hatte – da hat ein Operationssaal noch mehr Atmosphäre! Vom pädagogischen Grundsatz „Lernraum ist gleichzeitig auch zu nicht unerheblichem Teil Lebensraum“ hatte sich da noch gar nix rumgesprochen.
    Das war dann auch das letzte Mal, dass ich meine alte Schule betreten habe. Zu viel „bad vibes“!

    Ich bin aber aus genau diesen Gründen Lehrerin geworden, weil ich es besser machen wollte als die meisten, die mich unterrichtet hatten (im Übrigen d a s Hauptmotiv für die Berufswahl vieler Kolleginnen und Kollegen meiner Generation).
    Eines ist unabdingbar, wenn man diesen wunderbaren, sehr facettenreichen Beruf mit leider mangelhafter gesellschaftlicher Anerkennung ergreifen will: MAN MUSS KINDER MÖGEN!
    Selbstverständlich? Nein, leider nicht 😔.
    Was den Sportunterricht, insbesondere in der heutigen Grundschule betrifft, so werden heute Bewegungsparcours aufgebaut und vieles in eine spielerische Handlung eingebettet.
    Der zieldifferente Unterricht, insbesondere in Klassen, in denen behinderte und nichtbehinderte Kinder unterrichtet werden, erfordert ein Eingehen auf die individuellen Stärken eines jeden Kindes.
    Jedes kleine Individuum dort abzuholen, wo es steht, zu ermutigen und bestmöglich zu fördern, dem hatte ich mich verschrieben, zuerst als Lehrerin, dann als Schulleiterin und schließlich als Schulrätin. Und ja, das geht – auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen, die Personalaustattung und die Räumlichkeiten vielen engagierten Lehrkräften es teilweise verdammt schwer machen (was auch einer der Gründe war, warum mich meine Arbeit im letzten Berufsabschnitt krank gemacht hat – aus eigener Erfahrung wusste ich, dass die Schulen viel mehr brauchten, als ich ihnen zur Verfügung stellen konnte).
    Es liegt Vieles im Argen im System Schule – das ist aber nicht nur ein bildungspolitisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.
    Das Umdenken kann immer nur im Kopf anfangen – und wir alle müssten uns viel mehr der Vision von einer humanen Schule als einem Haus des Lernens verschreiben, in dem jeder von jedem lernen kann…

    1. Bravo. was du beschreibst ist genau auch meine Vorstellung, wie man die Kinder zum Sport motiviert. Bzw., man muss sie ja gar nicht motivieren, sondern dabei behalten und keinen ausgrenzen. Das hast du toll beschrieben und ich bin froh so etwas aus dem Mund einer Fachfrau zu hören.
      Wie in jedem Berufszweig kommen halt motivierte und unmotivierte Menschen zusammen. Nur gerade bei Kindern finde ich es fatal, denn was lösen Mensch, die zB. eigentlich Kinder gar nicht mögen, in den Kleinen aus? Diese Bürde schleppt man dann ein Leben lang mit sich, wie du es eindrucksvoll schilderst.
      Wichtig finde ich eben auch, dass die Schule auch für einen langen Lebensabschnitt ein zweites Heim ist, und dementsprechend freundlich und einladend sein müsste. Bei uns sind es aber eben doch noch meist „Lehranstalten“, wie es früher ja so schön hieß. Brrrr…
      Liebe Grüße, KK

  20. Hallo,
    jeder Sport der mich damals interessiert hat, dürfte ich nicht machen, da es zu teuer war. Reiten, Tennis oder Tanzen. Ich dürfte nur in den örtlichen Turnverein und wurde jede Woche gezwungen. So bald ich dann älter wurde, habe ich mich geweigert. Leider hatte mir meine Mutter dadurch ziemlich den Spass am Sport vermiest. Das nehme ich Ihr heute noch übel. Ja und Schulsport war damals einfach uncool. Leider schaffe ich es zur Zeit nur eins bis zweimal wöchentlich Sport zu machen, hab aber zwei Hunde und dadurch schon sehr viel Bewegung.
    Liebe Grüße Dani

  21. Ich trau mich ja fast nicht es zuzugeben, aber ich mochte tatsächlich Völkerball. Nicht das ich besonders gut hätte Bälle werfen können, das ließ ich Mitspieler machen, aber ich hatte ein sehr gutes Reaktionsvermögen und war schnell und wurde somit fast nie vom Ball getroffen und war so oft die Letzte im Feld und die Gegner haben manches Mal geflucht und sich gewundert warum die komische Trulla aus der C einfach nicht zu treffen ist. Das wars allerdings dann auch schon mit meinen sportlichen Erfolgen in der Schule 😉

    1. Ha! Ist doch super. So hast du herausgefunden, was deine „Spezialität“ ist. Wendigkeit und Geschicklichkeit, sowie Agilität. Das ist schon mehr, als viele andere da erfahren durften. 😉
      Ich finde auch nur den Namen misslungen, und eben dieses Wählverfahren bei der Mannschaftsbildung.
      Liebe Grüße, KK

  22. Ich finde es toll im Süden einfach im
    Park oder am Strand die outdoor Fitnessplätze kostenlos nutzen zu können. Frische Luft, traumhafter Ausblick und gleichgesinnte die einfach Spaß haben. Für mich habe ich auch recht spät den Sport entdeckt und nutze jetzt jede freie Minute mich an der Luft zu bewegen.

    1. Oh ja, die kenne ich von Las Palmas, der Inselhauptstadt von Gran Canaria. Dort gibt es überall outdoor Fitnessplätze, und die mit Meerblick, da treffen sich 18 bis 80 Jährige. Sonnenschein macht ein einfacheres Leben. 🙂
      Liebe Grüße, KK

  23. Oh je, Schulsport…
    Ich werde nie vergessen, wie ich in der ersten Stunde Sport auf der weiterführenden Schule mit meinen Turnschläppchen stand – hatten wir halt alle in der Grundschule. Das war so peinlich, weil der Rest fast ausschließlich Turnschuhe trug. Ich glaube, da war meine 3, die sich wirklich bis kurz vorm Abi konsequent durchgezogen hat, besiegelt.
    Schwimmen fand ich damals ganz furchtbar! Mitten in der Pubertät, leider überhaupt nicht mit sich und seinem Körper im Reinen, und dann muss man da halb nackt vor der Klasse stehen… wer denkt sich sowas aus?

  24. Guten Morgen,

    Erinnert sich noch jemand an die Bundesjugendspiele als Höhepunkt des Schulsportjahrs? Die Pflichtveranstaltung hab ich gehasst und tatsächlich geschafft nur einmal teilnehmen zu müssen. Da ich die Veranstaltung konsequent boykottiert habe, habe ich die Urkunde, die ich doch glatt bei dieser Gelegenheit für die Teilnahme bekommen habe, sofort in der Tonne entsorgt. Schwimmen war toll, hatten wir aber nur in der Grundschule. Peinlich war mir da nach den Sommerferien nur die Frage meiner Mitschülerinnen warum ich keine Bikinistreifen auf der Haut hätte – meine Mutter stand beim Ostseeurlaub auf FKK, ich ehr weniger. Ein ‚Trauma’ habe ich davongetragen als wir unter so ner Sportbank durchkriechen mussten und ich als Moppel, die auch früh pubertierte, nicht durchpasste.

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.