LIFESTYLE: DU KANNST ALLES, DU MUSST ES NUR WOLLEN! WIRKLICH…?

Seit einiger Zeit wird selbst kleinen Kindern eingetrichtert, dass sie alles, aber auch wirklich alles schaffen und sein können, was sie sich nur vorstellen können. Man muss es nur so richtig wollen, dann wird jeder Traum wahr. Und auch wir Erwachsenen bekommen ständig zu hören, dass Selbstoptimierung der Schlüssel zum Glück sei. Wenn ich nur mein „Ich“ so richtig pimpe, dann ist alles möglich! Schön und gut, aber was ist mit dem Akzeptieren der eigenen Grenzen…?

 

Blogs sind ja die typischen Motivationsanheizer für alle, die an grenzenlose Selbstoptimierung glauben: „10 Tipps um faltenfrei/schlank/intelligent/schön/erfolgreich/sexy/reich/entscheidungsfreudiger zu werden“  Wer mich kennt, weiß, dass mir da sofort die Haare zu Berge stehen. Nee, so läuft das nicht. Und weil ich da anders gestrickt bin, schaue ich mir lieber einmal an, was gegen all diese „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ Blubberblasen spricht.

Schon der deutsche Psychiater und Existenzphilosoph Karl Jaspers sprach von der Selbsterkenntnis „Ich lebe in dieser Zeit mit bestimmten Anlagen, Möglichkeiten und Grenzen“  Woher kommt dann eigentlich dieser Drang zum Glaube an die unendlichen Möglichkeiten, die uns scheinbar allesamt mit offenen Armen empfangen würden, stünden wir uns nur nicht so oft selbst im Weg?

Banalstes Beispiel: Immer wieder sind die TV-Castingshows voll mit höchst untalentierten „Künstlern“, denen alle Welt erzählt hat, wie toll sie singen, tanzen, malen, Hunde dressieren, jonglieren, kochen, hüpfen, brummen, atmen können, und sich dann leider öffentlich von einer grölenden Masse erniedrigen lassen.

Egal, morgen mache ich diesen Online-Kurs „Auch Du kannst singen wie ein Engel!“ und dann gehe ich zum Bohlen in die Show. Ha!

 

Ich bin ja eigentlich durchaus ein Fan von diesem aktiven „Das Glück beim Schopfe packen“. Aber das im Kontrast zu Resignation und Selbstzweifeln. Gegen den Strom schwimmen kann sehr gut sein, aber je utopischer die eigenen Erwartungen sind, desto schneller kommt es zur Desillusion.

All diese angeblichen Möglichkeiten und Selbstoptimierungen bauen heutzutage einen immer größeren Druck auf uns Menschen auf. War es bis vor geraumer Zeit noch das Bild des superschlanken Models, das mit ihren Idealmaßen für heftige Verunsicherung unter vielen Mädchen und Frauen sorgte, so ist es heute eine ganze Armee von muskelbepackten, faltenfreien, großbusigen, schmalhüftigen, doppelt studierten, allergiefreien und nahezu heiligen Selfmade MillionärInnen, die uns Instagram und Co. so hämisch vorführen.

DAS habe ich alles geschafft, weil ich es WOLLTE. DAS hättest Du auch haben können, aber Du gibst dich mit MITTELMÄßIGKEIT ab!  Dies scheint die unsichtbare Überschrift zu all diesen Bildern und Erfolgsstories zu sein.

Das Kind muss aufs Gymnasium, dann kann es alles studieren. Eine mögliche Karriere als Handyverkäufer wäre der GAU. Scheitern kommt im Alles-ist-möglich Universum nicht vor. Und überhaupt: Wer redet hier von SCHEITERN? Sind Menschen, die wenig verdienen und vielleicht nicht 100%ig ihre Träume leben gescheitert? Sind sie weniger wert? Sind sie weniger glücklich? Wer hat das zu entscheiden?

Sich realistisch seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen vor Augen zu führen ist aus der Mode gekommen und gilt als latent depressiv. Wenn ich nun mal 1,59 Meter klein bin, dann wird zu 99% kein erfolgreiches Supermodel aus mir. Wenn ich trockene Gesetzestexte einfach nicht in den Kopf kriege, werde ich sicherlich kein erfolgreicher Jurist. Trotzdem gibt es die goldenen Gegenbeispiele, wie blinde Fotografen und taube Komponisten. Daraus aber einen Anspruch abzuleiten, halte ich für sehr falsch.

Jaspers: „Es gibt kein vollkommenes Glück. Das Scheitern gehört zum Menschsein.“ Genau! Und wie fühle ich mich heute, wenn ich (scheinbar) nicht mithalten kann gegen all diese gefilterten „Wahrheiten“ um uns herum? Warum ist ein gewisser Realitätssinn heutzutage so verpönt? Wann ist es passiert, dass Scheitern nicht auch als zweite Chance verstanden wird?

Wenn ich etwas finde, das mich zufrieden, vielleicht sogar glücklich macht, dann sollte es mehr als egal sein, wenn man mir weismachen möchte, dass ich eigentlich doch „so viel mehr verdient“ hätte. Meiner Ansicht nach sollten wir alle wieder mehr Akzeptanz üben. Nicht „sich ergeben“, sondern mit seinen Möglichkeiten arbeiten. Nicht jeder kann alles schaffen, aber jeder kann alles versuchen.

 

 

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(Fotos: Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

 

 


38 Gedanken zu “LIFESTYLE: DU KANNST ALLES, DU MUSST ES NUR WOLLEN! WIRKLICH…?

  1. Schönes Wort zum Montag. Danke dafür! Mittlerweile denke ich mir, dass (mich) diese Fixierung aufs Glück eher unglücklich macht. Schaue mittlerweile lieber nach dem/meinem Sinn, damit geht’s mir besser. Gar nicht so selten gehen (mein) Sinn (der manchmal auch nur die Abwesenheit von Unsinn ist) und Glück allerdings Hand in Hand. 😊

    Und was diesen Selbstoptimierungsmarathon angeht: Schon raffiniert, wie man uns da bei der Angst packt, nicht […hier angebl. Defizit nach Wahl einfügen…] zu sein. Ein Geschäftsmodell, das noch lange funktionieren wird, vermute ich. 😩

  2. Da wären wir wieder bei dem Thema Influencer/Coach. Selbsternannten, wohl gemerkt. Die nach 2-3 Videos die sie auf you tube gesehen haben und nach einem Eckart Tolle Buch behaupten qualifiziert zu sein um fremde Leben umzukrempeln. Ich bin selbst ein optimistischer Mensch der aber gerne und stets Bezug zu der Realität behält.
    And now something completely different – Tiramisu ist vollbracht. Ich sage nur – bye, bye beach body.😁😵

    1. Ach was, TS ist halb so schlimm! 😉 Durch die Genussgefühle beim Essen verbrennt man mehr Kalorien als man aufnimmt! So ungefähr… 🙂
      Liebe Grüße, KK

        1. Hallo liebe Ombia,
          Ich vemute, das Tiramisu ist den Weg des Irdischen gegangen… 😀einfach verschwunden..
          Zur Beruhigung wegen der Kalorien, hatte das bei einem Beitrag von KK zu Eiscreme schon mal ähnlich gepostet: Kalorien sind eine Wärmeeinheit, Tiramisu ist kalt.
          Ergo: müssen also nicht angerechnet werden. Und überhaupt, Kalorien, die man in Gesellschaft verzehrt, dienen nicht der Nahrungsaufnahme, sondern dem gesellschaftlichen Miteinander. Zählen also auch nicht. Weiß aber nicht, ob das auch gilt, wenn Du die Portion für 4 alleine aufgegessen hast😀! Außerdem hat KK doch Mascarpone mit reduziertem Fettgehalt empfohlen..

    2. Beach Body? Wir steuern direkt die „gefütterte/wattierte Jacken“-Zeit an, da passt sich der Körper halt… äh… an und zur Not hilft man ihm dabei. ^^

      @Coach: Ich könnte z.B. einen staatl. zugelassenen Fernkurs als „Psychologische/r Berater/in / Personal Coach“ absolvieren und meinen Lebenslauf damit aufwerten. Andererseits könnte ich mir den Kurs und die 18 damit verbundenen Lehrhefte auch sparen und mich gleich Coach nennen (http://www.spiegel.de/karriere/karriereziel-coach-meist-bleibt-coaching-ein-nebenjob-a-928744.html ). Das gibt einem schon zu denken – wobei (nach)denken ja prinzipiell eine gute Sache ist. 😉

  3. „Ich kann alles, ich muss es nur wollen …“ booooaaahh
    Ich schau mir gerade HD in fuse an, wegen Ursula 🙂 und ich krieg ne Krise. Ich kann das (nicht haben), auch wenn ich es will, weil mir der Preis von 69 € für 30 ml in der Seele weh tut. Wenn ihr das Zeug für den Preis wirklich alle kauft, dann habe ich gerade das Gefühl, dass ich hier falsch bin.

    1. Du hast schon mitbekommen, dass die Firmen sehr oft großzügige Rabattaktionen fahren? So auch Ende dieses Monats wieder.
      Und es werden hier ja auch günstigere Produkte vorgestellt und die haben auch oftmals eine gute Wirkung. Es tragen ja auch nicht alle Menschen Chanel nur weil es viele Leute toll finden. 😉
      Viele Grüße, KK

    2. Liebe Frieda, sorry, das wollte ich nicht!! Und wie KK schon schreibt, es gibt immer wieder Aktionen …

      Auch ich bin keine reiche Erbin und muss mir das sehr wohl gut einteilen, kaufe immer bei Rabatt-Aktionen, und komme mit den guten Sachen zum Glück halbwegs lange aus. Ansonsten verwende ich fürs Gesicht auch gut formulierte Körperprodukte (z.B. BHA- sowie Retinol-Bodylotion von PC) und günstige Basis-Prdoukte wie z.B. CeraVe, was die Gesamt-Kosten deutlich relativiert.

      Selbst wenn die teuren Produkte dazwischen mal ausgehen, ist es ja nicht so, dass man deswegen gleich einen optischen Altersschub bekommt :-).

    3. Die Leserschaft hier hat eine große Bandbreite und das ist gut so. Von Vitamin C Serum für 10 euro die Packung bis 100 euro die Packung. Wir alle hier haben unterschiedliche Prioritäten, finanzielle Möglichkeiten und letztendlich auch die Vorstellungen wie unsere Haut aussehen soll. Ich schaue mir gerne Fashionzeitschriften an auch wenn ich keine Tasche für 7000 euro besitze oder je besitze werde. Ich weiß aber auch, dass einige die gleiche Zeitschrift lesen solche Taschen problemlos kaufen.

  4. Sehr gut! Trifft genau einen Nerv der Zeit.
    Solche Lifestylethemen sind unterhaltsam und anspruchsvoll.

  5. Ich hab neulich irgendwo (Handelsblatt? weiß nicht mehr) einen Beitrag gelesen, der die fünf beliebtesten Motivationssprüche auseinandernahm. Sowas wie „Life happens outside your comfort zone“ und ähnliches. Das war sehr erhellend und tröstlich, denn im Grunde sind das alles neoliberalistische Impulse wie von Dir beschrieben: Selbst schuld, wenn Du es nicht bis ganz oben schaffst.

    Das Glück beim Schopf packen, das ist in meinen Augen ebenfalls etwas ganz anderes. Kairos heißt das in der griechischen Mythologie – der Gott der günstigen Gelegenheit sozusagen. Ich rufe mir den Begriff öfter mal in den Sinn, wenn ich berufliche oder private Entscheidungen treffen muss. Als Mutmacher, denn ich bin nicht so wahnsinnig beherzt von Natur aus 😀

  6. Seit ungefähr acht Jahren gehöre ich nun zu den Menschen, die oft nicht so „normal“ f-u-n-k-t-i-o-n-i-e-r-e-n wie die meisten. Das stellte alle Glaubenssätze über mich selbst auf den Kopf. Ilan Stephani sagt in einem Interview: „Selbstliebe heißt nicht: Ich finde mich toll!“ Sie bedeutet eher: „Ich bin auf meiner Seite.“ Und das lernte ich dann so richtigrichtig. The more you know, the less you need…

  7. Ach, wie gern ich Deine Beiträge lese, auch dieser trifft den Nagel mal wieder auf den Kopf. Zur Verteidigung aller Eltern muss ich aber sagen, dass das gar nicht so einfach ist mit dem Nachwuchs heutzutage, vor allem in der Großstadt nicht.
    Ich zum Beispiel erlebe von Anfang an, dass die meisten Kinder im Umfeld schon recht früh alles mögliche können und ständig verplant sind, wodurch einfach auch ein gewisser Druck schon früh unter den Kindern entsteht („Ich kann das, das und das und das sowieso!“). Mit den Klassenkameraden meiner Tochter sind Spiel-Verarbredungen so gut wie unmöglich, höchsten drei Wochen im Voraus und auch dann werden sie wieder gecancelt, weil irgendwas ganz wichtiges dazwischen gekommen ist. Bestes Beispiel: letzten Freitag war Laternenumzug an unsere Schule und es kam ausser meiner Tochter kein einziges Kind aus Ihrer Klasse – alle zu busy (entweder die Eltern oder die Kinder selbst) – sehr traurig!
    Wir hingegen halten uns da bewusst raus und lieben es, auch mal spontan etwas machen zu können ohne in Terminen gefangen zu sein. Andererseits hat aber vielleicht genau dieses Verhalten dazu geführt, dass meine Tochter eben auch nicht so aktiv ist – sie will auch nix Neues ausprobieren. Da packt mich doch öfter auch der Ehrgeiz und ich versuche Sie dazu zu animieren, mal was Neues (Hobbies) zu testen, weil ich eben finde, dass man nur so erfahren kann, was einem Spass macht oder was man vielleicht wirklich gut kann (alles kann man eben nicht!) Wird von meiner Tochter aber meist abgelehnt oder jüngst der Tanzkurs wieder gekündigt, weil sie nicht mehr mag…(obwohl sie total gerne tanzt eigentlich)
    Tja, da weiss man dann auch nicht mehr weiter…und ja auch ich wünsche mir, dass meine Tochter mal aufs Gymnasium gehen kann, alle anderen Schulen sind gelinde gesagt eine Katastrophe in Berlin…aber diese Probleme konnte ich mir vor meinem Mutterdasein nicht vorstellen und hätte wahrscheinlich das Gleiche geschrieben wie Du oben im Text.

  8. Es ist wie mit allen Dingen, bei dem einen lösen sie etwas aus, beim anderen nicht oder sogar das Gegenteil.
    So ganz nebenbei, der Coach ist kein Ratgeber, er stößt durch Fragen lediglich Denkprozesse im Gegenüber an.
    Denkmuster, Lebensmetaphern, Motivationssprüche o.ä. helfen vielen Menschen in der Bewältigung des ggfs. komplexen Alltags. Nicht ok ist allerdings die Reduzierung dieser Sätze auf provozierende Schlagzeilen.
    Richtig ist, dass wir Ziele nicht erreichen, wenn wir sie uns nicht vorstellen können. Im gleichen Atemzug ist festzustellen. Nur weil wir uns Dinge vorstellen können, erreichen wir sie nicht. Dazwischen liegen Erkenntnis, Mühen und vielleicht auch fehlendes Talent.Das gilt es herauszufinden. …. und zwar für jeden Menschen individuell.

  9. Mir sowas von aus der Seele gesprochen!

    Immer öfter habe ich den Eindruck, dass Kinder die Selbstverwirklichungsprojekte ihrer Eltern sind und der kleine, individuelle Mensch gar nicht gesehen wird 😔.
    Zwangsläufig sind das dann die Prinzen und Prinzessinnen, denen alles gelingen muss und die in Tränen ausbrechen, wenn sie in der Grundschule (!) „nur“ eine Zwei oder gar eine Drei für eine Klassenarbeit erhalten.
    All das folgt doch dem allgemeinen Trend, in dem Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung immer krasser auseinander klaffen und die Großen machen es den Kleinen vor.
    Und Glück? Was ist das schon wirklich? Eigentlich ein kurzer, besonderer Moment – aber per se selten etwas von Dauer, wie es die ganzen Selbsterfüllungsgurus einem weismachen wollen.. und bewirken, dass sich Scharen von Menschen auf der krampfhaften Suche nach Glück unglücklich machen…
    Ich halte es da lieber mit der kleinen Schwester des Glücks: der Zufriedenheit.
    Die ist ein wärmendes, weitaus dauerhafteres Gefühl 😉 und ich muss mich dafür nicht in einen Selbstoptimierungsstress begeben.
    Überhaupt: Je älter ich werde, umso radikaler steige ich aus diesem ganzen Erwartungshaltungsgedöns aus.
    Damit mache ich es meiner Umwelt, die mich noch als Perfektionistin und immer zur Verfügung Stehende kennt, nicht gerade leicht – aber m i r geht es gut damit!
    Und damit ich das nicht mehr vergesse, trage ich zwei dünne Armreifen, auf denen jeweils steht “I am enough” und “Everything happens for a reason”.
    (Es gibt noch einen dritten, auf dem steht „Always in my heart“, aber das ist eine andere Geschichte…)

  10. Lieber KK,
    mal wieder ein schöner und wahrer Text. In der Arbeit mit Menschen, die erkrankt sind, begegne ich auch immer häufiger Aussagen wie „ich habe mir die Krankheit hergeholt, also mache ich sie mir wieder weg „ oder externalisiert eben „mach Dir die Krankheit wieder weg, wozu hast Du sie..“. Dieses Ringen um die absolute Kontrolle ist in so unruhigen Zeiten wie diesen verstärkt zu beobachten. Vielleicht als Gegenpol zu den verrückten äußeren Umständen. So nach dem Motto, ich kann die Welt nicht retten, aber mich selbst wenigstens optimieren. Oder vielleicht stecken ja einfach total einfache wirtschaftliche Überlegungen zugrunde oder politische (nein, ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, keine Sorge). Ganz viele eigentlich unnötige Dinge verkaufen sich ja wie geschnitten Brot, wenn man Menschen suggeriert, das ist jetzt aber unbedingt ein must-have (da nehme ich mich ja auch nicht raus, ich konsumiere gerne und gebe auch gerne Geld aus). Und bereits in den 90igern gab es amerikanische Feministinnen, die in Tradition von Gloria Steinem es damit erklären, dass man z.B. Frauen, wenn man ihnen suggeriert, sie müssten ihre Zeit mit Selbstoptimierung verbringen (noch hübscher, noch schlanker, noch sexier, noch glücklicher, noch perfekter), davon abhält, im politisch/gesellschaftlichen Kontext Macht einfzufordern. Vereinfacht gesagt: wer fünfmal in der Woche ins Fitnesstudio rennt, weil er denkt, sein Hintern ist zu fett, der wird in der gleichen Zeit nicht am politischen Leben partizipieren. Interessanter Grundgedanke, auch wenn er in seiner extremen Position natürlich verneint, dass es sicherlich ein Mittelmaß gibt wie bei allem – sich um sich selbst zu kümmern, schließt nicht aus, dass man sich auch um die Welt, in der man lebt, kümmert. Da hatten wir es hier auch schon öfters davon.
    Wir ringen als Mensch eben ganz häufig um das richtige Maß im Bestreben, Wunsch nach Autonomie und gleichzeitig im sozialen Miteinander eingebunden zu sein unter einen Hut zu bringen. Ich sage meinen Patienten immer, das Leben ist nicht gerecht und auch nicht fair und entweder wir lernen, damit umzugehen oder wir reiben uns nur unnötig auf. Und jeder kann alles, wenn er nur will, das ist natürlich einfach fürchterlicher Quatsch.
    P.s. In den Bereich „alles ist möglich“ reihe ich übrigens auch so Sachen ein wie dem Universum seine Wünsche schicken.. hallo, ich schicke ihm seit Wochen meinen Wunsch, die 90 Millionen im Jackpot abzuräumen, aber glaubst, Du, da hört einer zu ?

    1. Ach, du auch? Ich bettle nun schon seit Wochen dieses dusselige Universum an, aber meinste das hört auf mich? Wenigstens hört es auch nicht auf dich, und wenn doch, dann kriege ich vielleicht etwas ab? Der Blog braucht ne neue Tapete…Ähem. 😉

      1. Also, ich habe jetzt schon dreimal etwa acht Euro gewonnen, ich bin total bereit für die große Wagenladung Glück. Aber vielleicht hört mich das Universum nur nicht, weil Du auch so laut schreist? Lieber KK, ich lese Dich ja wirklich gerne, aber in diesem Fall muss ich einfach mal total egoistisch sein: Hinten anstellen, Klappe halten, ich sag dem Universum, dass Du beim nächsten mal dran bist, ok ? Und ne neue Tapete ist drin, wenn ich am Freitag abräume, versprochen. Gewinnklasse 2 ist die Chance 1:6 Millionen, na hallo. Da habe ich den Gewinn ja praktisch schon in der Tasche. Hallo Universum, ich freue mich auf Dich:-) Meine Bestellung für den Gewinn ist hiermit aufgegeben! (Sorry, ich hab gerade Kalkofes Mattscheibe angesehen.. wie er Astro-TV verarsc.. *herrlich!)😀

      2. update:-): Ich hoffe, Du hast diese Woche nicht gespielt, ich habe nämlich gerade 16 Euro 20 investiert in meinen Gewinn der 90 Millionen am nächsten Freitag.
        Da staunst Du, was ? Du darfst gerne nächste Woche wieder spielen, da ist der Jackpot dann wieder kleiner.
        Ach, was mache ich nur mit dem ganzen Geld ? Vermutlich überschnappen und dann einen gesetzlichen Betreuer bekommen, der mir 200 Euro Taschengeld im Monat gibt und den Rest selbst verjubelt.. hehe.

          1. Gerne, aber ich muss Dich warnen, ich bin genauso wie der Mann im Rollstuhl in „Little Britain“, falls Dir das was sagt. Das Geld wird also hart verdient 🙂
            Hatte vorhin den Eindruck, das Universum antwortet mir. Falls ja, dann musst Du die eigentliche These des Beitrags von Dir oben aber ändern. Anything goes, yes!
            Falls ich gewinne und davon gehe ich aktuell schwer aus, dann buche ich mir einen von diesen Lifestyle-Beratern und werde es Euch alle hier wissen lassen, was auch dem Projekt „faltenfrei/schlank/intelligent/schön/erfolgreich/sexy/reich/entscheidungsfreudiger“ geworden ist 🙂 – aber jetzt bitte nicht länger aufhalten, ich muss noch mein Duschgel pimpen, so wie Du es am ersten April vorgeschlagen hast, Prost !

              1. Woher wusste ich nur, dass Du das kennst 🙂
                In meinem Kollegenkreis ist das übrigens die Antwort, wenn man jemanden fragt : „könntest Du mir bitte mal.. – computer says NO!“ 🙂

                Einen schönen Abend allen und verzeiht das kleine Intermezzo! Now back to something more serious, Vicky!

  11. Dies ist det beste Artikel den ich seit lang auf einem Blog gelesen habe! 👏🏼👏🏼

  12. Hahaha, lustigerweise habe ich rund um dieses Thema heute auch einen Beitrag veröffentlicht. Allerdings ist mein Tenor doch ein bisschen anders. Oder vielleicht doch nicht? 😉

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