LIFESTYLE: KAMPF DEM HERBST/WINTERBLUES * ERINNERUNG AN DIE LICHTHERAPIE

Da wir das Thema ja vor einigen Tagen hier bereits hatten: Der leichten Herbst- und Winterdepression, eine depressive Verstimmung, kann man zB. mit vielen Spaziergängen erfolgreich begegnen. Doch was tut man, wenn man kaum aus dem Haus kommt um das Tageslicht zu nutzen? Vor einem Jahr hatte ich mir ein Lichttherapiegerät gekauft, mit dem ich recht zufrieden war. Heute möchte ich noch einmal daran erinnern.

 

Der Winterblues

Ich wiederhole es hier ja ständig: Ich bin ein Sommermensch. Im Winter fühle ich mich permanent unwohl, müde und abgeschlagen. Morgens komme ich nicht aus dem Bett, am Abend bin ich dagegen munter und schlafe schlecht ein. Manchmal bin ich dermaßen lustlos, dass ich sogar meine eigenen Sporteinheiten sausen lasse und mit einer Tüte Chips auf dem Sofa versumpfe. Toller Teufelskreis: Danach habe ich ein schlechtes Gewissen, und die Laune fällt noch zwei Meter tiefer.

Mit Vitamin D habe ich es versucht, und ich bilde mir ein, dass es Erfolg bringt, die Stimmungstiefs sind weniger geworden. Aber so richtig munter wird man davon natürlich nicht, Vitamin D ist nun mal kein doppelter Espresso.

Auf der Sonnenbank Licht tanken ist auch keine gute Idee, der regelmäßige Besuch der UV Kanonen lässt die Haut schneller altern. Dann muss ich mir ja noch mehr Anti-Aging Kram kaufen, als ich es eh schon tue! Ausserdem verwende ich gerade viel AHA, BHA und Retinol, da ist konzentrierte UV Strahlung absolut tabu, es sei denn man möchte ganz schnell noch 99 weitere Pigmentflecken auf der Stirn bekommen…

Tageslichtlampen habe ich auch schon ausprobiert, aber die sind umständlich: Man muss „nutzlos“ vor einer solchen Lampe herumsitzen und ins Licht starren. Ähnlich wie bei den Sheet Masken, bei denen man sich auch kaum bewegen kann, sonst fallen die Dinger vom Gesicht, ist eine stationäre Tageslichtlampe auch nichts für mich.

Etwas Recherche und ich sah die Luminette. Einfach aufsetzen und mit Helligkeit bestrahlt werden, dabei aber relativ frei und ungebunden sein (zumindest in der Wohnung) – das klingt perfekt! Beim Preis wurde mir zwar ein wenig blümerant zumute (ca. 199 Euro), aber schlussendlich habe ich sie mir bestellt, und vier Tage später kam sie per DHL ins Haus.

 

Beschreibung der Luminette

Die Brille kommt gut verpackt, und mit einem eigenen Hartschalenetui. Eine recht ausführliche Anleitung liegt bei, und das Gerät ist auch bereits vorgeladen, damit man sich sogleich einen ersten Eindruck verschaffen kann.

Das Gestell wirkt eigentlich erstaunlich „billig“, es besteht ausschließlich aus Kunststoff. Dafür ist die Brille aber auch ziemlich leicht, und man kann sie einfach und wenig störend auf der Nase platzieren. Da sie sehr hoch sitzt, kann man problemlos geradeaus schauen, der Blickwinkel ist nur ganz wenig eingeschränkt.

Geladen wird die Brille per USB (Erstladung dauert 5 Stunden), danach hält eine Ladung für ca. 8 Sitzungen. Es können drei Helligkeitsstufen gewählt werden, in der hellsten Stufe (1500 LUX) dauert eine Sitzung dann genau 20 Minuten, eine Timerfunktion zeigt das Ende der Bestrahlung durch dreimaliges Blinken an. Einmal täglich 20 Minuten reicht für die meisten Personen aus. Alles sehr praktisch, wie ich finde.

Wenn die Lampe eingeschaltet ist, wird man natürlich schon etwas von der Außenwelt abgeschirmt. Man sollte wirklich in einem (erleuchteten) Raum bleiben, da man ansonsten die Orientierung verlieren könnte. Da das Licht aber nicht direkt in die Augen fällt, sondern über einen holografischen Spiegel zum Auge gelenkt wird, hat man kein unangenehmes Blendgefühl. Man glaubt es kaum, aber die gleißende Helligkeit tut richtig gut!

Ich kann dabei Haushaltsaufgaben erledigen und sogar am Computer schreiben, wie gesagt, man ist deutlich weniger eingeschränkt als vor einer stationären Tageslichtlampe.

Nach den 20 Minuten der Anwendung fällt man allerdings buchstäblich in ein dunkles Loch, denn alles um einen herum wirkt nun düster-gelb. Ich möchte immer die Brille gleich wieder aufsetzen und am besten ganztägig bestrahlt werden.

 

Technische Details

Bei der medizinisch zertifizierten Luminette Lichttherapiebrille wird eine besondere Beleuchtungstechnik eingesetzt: Das Licht aus den 8 LED-Leuchten erreicht die Augen nicht direkt, sondern wird in einem speziellen und patentierten holografischen Visier widergespiegelt:

  • Das Licht wird von den außerhalb des Gesichtsfelds angebrachten LED-Leuchten ausgestrahlt und in einer diffraktiven Linse gebündelt, die auf ein Visier graviert ist und auf die Augen reflektiert.  Es dringen auf diese Weise mehr Lichtstrahlen durch die Pupillen der Augen, sodass ein höherer Koeffizient für die Übertragung zwischen Hornhaut und Netzhaut erreicht werden kann.
  • Dank des Einsatzes der holografischen diffraktiven Linse wird das UV-freie Licht im Bereich der optimalen Wellenlänge von 468 Nanometer („blau“)gebündelt und beeinflusst somit auf positive Art die innere Uhr des Körpers und die Produktion von Melatonin.
  • Das Licht erreicht die Augen im bestmöglichen Einfallswinkel, nämlich von oben. Die wirksamen Strahlen fallen auf diese Weise auf die untere Hälfte der Netzhaut, genau auf die Stelle, an der sich die meisten Rezeptoren befinden, die zwar nicht zur optischen Wahrnehmung beitragen, dafür jedoch eine Rolle bei der Steuerung der inneren Uhr des Körpers und der Produktion von Melatonin spielen.
  • Die Lichtintensität und der Einfallswinkel des Lichts bleiben während der Behandlung stets konstant, ungeachtet der Blickrichtung oder der Stellung des Kopfes. Die herkömmlichen stehenden Lichttherapiegeräte haben den Nachteil, dass die empfangene Lichtintensität stark schwanken kann. Bei einem üblichen Standgerät variiert die Entfernung zwischen den Augen und dem Gerät fortwährend. Bei einer feststehenden Entfernung ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass konstant genügend Licht die Augen erreicht.
  • Die Luminette kann problemlos in Kombination mit einer normalen Brille oder mit Kontaktlinsen eingesetzt werden. Die Brille wird mit drei verschiedenen Nasenstegen geliefert, wodurch sie optimal an die Konturen des Gesichts angepasst werden kann.
    Maße : 180 x 160 x 45 mm (Einheitsgröße)
    Gewicht : 69 g
    Lichttechnik : 8 Licht emittierende Dioden (LEDs)
    Lichtspektrum : UV-Licht-frei
    : Spitzen-Wellenlänge 468 Nanometer
    Lichtintensität : 500 – 1500 lux (3 Stufen)
    : Schränkt die Sicht nicht ein, blendet nicht
    Technische Lebensdauer : 20.000 Brennstunden
    Stromversorgung : Wiederaufladbarer AAA NiMH-Akku
    : 1.2 V 800 mAh
    Elektrizität (Adapter) : 100-240V / 50-60Hz / 5W
    Normierung : ISO 9001 / ISO 13485
    : Medizinisch CE-1639, Klasse IIb
    Technische Garantie : 3 Jahre
    Standard : CE-konform in Bezug auf elektrische Sicherheit nach EN60065
    : und elektromagnetische Felder nach den Normen EN55020,
    : EN55015, EN61547, EN55013, EN61000
    Optische Verbreitung : Diffraktere Optik durch Holografisches System
    Bedienungsanleitung : Deutsch / English / Französisch

 

Mein Eindruck

Die Helligkeit tut echt gut! Wenn ich die einigermaßen bequeme Brille früh morgens aufsetze, merke ich schon, dass ich schneller wach werde. Die Lebensgeister kommen einfach etwas flotter in die Gänge. Das würde ich allerdings mit einer kalten Dusche genauso erreichen können. Doch die Brille ist da der deutlich elegantere Weg.

Nach einem Monat der Anwendung muss ich sagen, dass ich keine weltbewegenden Effekte ausmachen konnte, man wird jedoch deutlich munterer und etwas froher gestimmt. Wenn man die Brille abnimmt, ist die „Dunkelheit“ aber erst einmal geradezu beklemmend.

Nicht geeignet ist die Therapiebrille übrigens für lichtempfindliche Menschen, Epileptiker, bei schwerwiegenden psychischen Erkrankungen, oder Erkrankungen der Augen. Auch für Kinder ist das Produkt nicht gedacht. 

Ich würde das volle Geld nicht noch einmal dafür ausgeben. Für unter 100 Euro käme die Brille dann aber doch in Betracht, denn zumindest macht sie mich wach wie ein Kaffee. Und auch bei Jetlag würde ich die Brille gerne einmal testen, da stelle ich mir durchaus einen offensichtlicheren Effekt vor.

Luminette bietet einen Probemonat für 39,00 Euro an, was ich ein sehr gute Idee finde. So kann man sich perfekt ein erstes Bild machen. Und bequem, schnell und praktisch ist das Teil ja nun wirklich (nicht gesponsert!)

 

(Preis ab ca. 192 Euro – über Onlineversandshops   Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring, Fotos: Konsumkaiser)

26 Kommentare

  1. Sachen gibt es. 😀Vielen Dank für die Produktbewertung. Meine Heimat lieg im
    Süden, dementsprechend fällt mir dunkle und nasse Zeit wirklich schwer.😢

  2. Das Bild von dir mit der Brille sieht schön futuristisch aus.
    Ich kann leider zu jeder Jahreszeit Depressionen kriegen, auch im Sommer (gerade im Sommer), zu Jahreszeitenwechseln, wenn das Leben sich ändert (jetzt gerade), und mein Vitamin D ist auch nach einem japanischen Sommer meist im Keller, egal wie viel ich schlucke. Konnte mir auch noch kein Arzt erklären.

    Ich hoffe aber, dass du dich mit der Brille besser fühlst! Manche Leute schwören ja auf Lichtwecker, die habe ich aber noch nicht ausprobiert, weil es hier eh so früh hell wird und unsere Vorhänge nie ganz dicht sind. (Genau wie ich. XP) Könntest du eventuell dein Umfeld etwas heller und sommerlicher gestalten, oder hilft das auch nicht?

  3. Guten Morgen,

    20 Minuten nutzlos vor einer Lampe zu sitzen, fänd ich gar nicht so schlimm. Man könnte es als tägliche Meditation sehen und sich einfach entspannen.
    Mit der Brille bist Du natürlich mobiler…Müll rausbringen, dem DHL Mann die Tür öffnen, einkaufen gehen…alles kein Problem. Sieht halt nur doof aus aber mit den jahren gewöhnen sich die Nachbarn bestimmt daran.

    Allen einen schönen, sonnigen Novembertag 🙂
    LG
    Nicola

  4. Mit einer Tageslichtlampe habe ich auch mal geliebäugelt. Und obwohl ich wirklich nahezu naiv-experimentierfreudig bin, habe ich wohl einmal zu oft gelesen, dass es für die Hornhaut problematisch werden könnte und gekniffen. Aber gut lesen tut sich dein Bericht schon. Werde dennoch erstmal deinen Langzeitbericht abwarten und, wie seit 2 Jahren im Herbst/Winter, damit anfangen, meine Vigantoletten einzuwerfen. Bilde mir ein, dass das Stimmungstief damit in den letzten Jahren nicht ganz so tief war, aber derzeit bin ich eher bewölkt gelaunt und möchte ungesundes (= fettig oder süß) Zeug mümmelnd auf der Couch überwintern. Das ist ja auch kein Zustand.

    1. Mir helfen Vitamin D Kapseln, ich habe auch beobachten können das ich weniger anfällig bin und irgendwie allgemein resistenter – körperlich und psychisch. Was mir im Winter noch hilft ist am WE für mehrere Stunden raus zu gehen, auch wenn es zu Hause wärmer, schöner und gemütlicher ist. Eine Tageslichtlampe hatte ich anfangs als ich frisch nach DE kam. Ich habe leider nicht konsequent genug davor gesessen…und wie KK schreibt, nach so eine Session erschient mir mein Zuhause noch trister und dunkler.

  5. Ich bin ja die, die mit der teils dunkleren Jahreszeit (gilt ja nicht an strahlenden Herbst-, geschweige denn Wintertagen mit Sonne und Schnee) verstärkte Gemütlichkeit und kuschelige Abende in Verbindung bringt, sowohl meine Mutter als auch mein Bruder leiden aber jedes Jahr stark unter der „Winterdepression“, und ich kann verstehen, dass man wirklich fast alles dagegen versucht.

    Bei meiner Mutter helfen zumindest ein wenig Vitamin D + K2 + B-Vitamine (neben möglichst viel Aufenthalt/Bewegung draußen bei Tageslicht, auch wenn’s z.B. neblig ist), bei meinem Bruder nichts davon :-(.

    Einen mehrwöchigen Test mit einer Tageslicht-Lampe hat er letztlich abgebrochen, weil es ihm „danach“ ähnlich erging wie Dir – Stichwort dunkles Loch und Beklemmung …

    1. Ich mag den (schönen) Herbst ja auch wirklich gerne und bin ohnehin eher ein Frühlings-u. Herbst-Typ. Hochsommer mit über 30 Grad ist nicht so meins, da leide ich. Aber die Dunkelheit schafft mich. Das, was bei Sonnenschein ein Selbstläufer ist, klappt ab November nur noch, wenn ich mit mir rede wie mit einem störrischen Maultier. Sehr lästig. 🙊🙈

      1. Was im Grund kein Wunder ist, wenn einem Ende Oktober eine Stunde Helligkeit geklaut wird! Kommt man am 27.10. noch bei Helligkeit nach Hause und kann ne Runde walken, ist es am 29.10. um die gleiche Zeit schon dunkel. 😦

  6. Hmmm, mir drängt sich da ein anderer Gedanke auf: das ach so böse hochenergetische blaue Licht direkt auf die Augenpartie🤔

    1. 20 Minuten pro Tag gegen Handynutzung. Da fallen 20 Minuten nicht so ins Gewicht, finde ich. Aber genaue Aussagen dazu würden mich auch interessieren. Aber da gibt’s noch nichts.
      Liebe Grüße, KK

    2. Das habe ich mich auch gefragt. Andererseits wie KK schreibt, das Handy. Ich verbringe damit mehr als eine Stunde täglich – Mails, WhatsApp, Insta, Zeitung, fotografieren, Termine, Einkaufszettel und und und.
      Vielleicht wäre ein Filter/Folie fürs Handy gar nicht mal verkehrt. Aber gerade beim fotografieren will ich die echten Farben sehen und genießen.

      Was mir noch sehr im Winter hilft – Vitamin B Spritzen. 8 Spritzen zweimal die Woche und man hat viel mehr Energie und bessere Laune.
      Einige meine Freunde schwören seit Jahren auf Ashwagandha.

        1. Kenne ich. 😉Für mich bedeutet es ein teueres, gutes Handy zu haben auch die Funktionen zu genießen. Dazu gehörtdie volle Farbenpracht wenn ich mir die Naturbilder über Insta morgens anschaue.

        1. Hallo Spotify,
          kommt darauf an, wie der Vitamin B Spiegel ist – ich nehme an, Ombiaombia bekommt Vitamin B12 ? Man kann den Serumspiegel messen und das empfehle ich auch. Ich hatte neulich eine Patientin, die hat von ihrer Heilpraktikern gehört, sie habe eine Unterversorgung mit Vitamin B12 und dann täglich 1000µg eingenommen. Die orale Resorption ist sehr gering aber bei der Dosis hat es ausgereicht, dass im Labor ein fünffach überhöhter Serumspiegel nachweisbar war.. Prinzipiell ist Vitamin B12 ein großes Thema bei vegan lebenden Menschen.
          Ich nehme es selbst, weil ich Metformin einnehme – und das sorgt teilweise für Vitamin B12 Mangel.
          Ich denke, acht Spritzen über den Zeitraum von vier Wochen – 2xWoche also. Bei einem ausgesprägten Mangel spritzen wir in der Klinik sogar täglich 1000µg über den Zeitraum von zwei Wochen. Aber auch hier gilt: der Bedarf ist individuell.

  7. Hab grad bei labmuffin geschaut, war mal ein Tip von dir. Da gibts einen 2 Teiler zum Thema sichtbares Licht. Hab Teil 1 gelesen , Teil 2 muss bis heut Abend warten. Bisher schon mal intresssant👍

    1. Ja. Das ist die feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme ohne LSF.
      Generelle Unterschiede zwischen den US- und den EU-Versionen: in den USA werden 2 Parabene als Konservierer eingesetzt, in der EU dafür Phenoxyethanol. In den USA ist hyaluronic acid drin, bei uns sodium hyaluronate.
      Ansonsten sind die Produkte gleich, auch wenn die Incis in den USA nicht in exakt der gleichen Reihenfolge aufgeführt werden wie in der EU.

  8. Hallo!
    Habt jemand schon Erfahrung mit den Lichttherapie-Masken die man sich aufs Gesicht setzt und die gegen Falten helfen sollen? (in diesem Fall rotes Licht) Hab mich bisher nicht getraut so´n Ding zu kaufen,,,,

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.