GASTBEITRAG (JULIA): WAS WIR SCHON IMMER ÜBER JAPAN WISSEN WOLLTEN * KULTUR, LEBEN UND BEAUTY – TEIL 1

Eine kleine Blogreihe berichtet vom Leben in Japan. Aus erster Hand beschreibt uns Julia ihren Alltag und verrät uns wie die Japanerinnen und Japaner so ticken, und dazu gehören natürlich auch japanische Pflegeprodukte. Das kann spannend werden…

 

Hallo, ihr Lieben! Erst einmal muss ich einen großen Dank an euch für euer Interesse und den KonsumKaiser für das Bereitstellen der Plattform aussprechen. Das hier ist mein erster Gastbeitrag auf einem Blog¹, und ich hoffe, es ist alles so, wie ihr es euch vorstellt.

Ein paar Worte zu meiner Person: Ich bin knapp 30, gebürtige Berlinerin, und habe in Berlin den Bachelor in Japanstudien und Englischer Philologie gemacht. Dabei hatte ich das Glück, ein Austauschjahr in Japan an der Waseda Universität absolvieren zu können, und bin jetzt gerade wieder an der gleichen Uni in Japan, um meinen Master in angewandter Linguistik abzuschließen. Zwischenzeitlich habe ich für die japanische Regierung im Ausland gearbeitet, was spannender klingt, als es ist.

Insgesamt lebe ich jetzt seit etwa drei Jahren in Japan, wobei ich auch in meiner Zeit in Europa durch Arbeit oder Freunde Japanisch gesprochen habe, was für den Spracherhalt extrem wichtig ist. Zudem bin ich seit fünf Jahren mit einem Japaner liiert und seit letztem Jahr auch verheiratet. Für meine Familie war das größtenteils kein Problem, für seine auch nicht, aber Fremde bringen manchmal blöde Sprüche über japanische Männer – sogar japanische Frauen tun das manchmal. Also vorneweg: Dumme und engstirnige Menschen gibt es leider überall.

 

 

Japan, Japanisch und das Verhältnis der Japaner zu Sprachen und zum Ausland

In den Kommentaren neulich habe ich gleich mal frech angegeben, dass ich so gut Japanisch sprechen könnte, dass man mich am Telefon nicht als Ausländerin entlarvt (der neue Nachname hilft sicher auch dabei…) Das stimmt zwar, solange es nicht an extremes Fachvokabular kommt, aber Japanisch besteht auch aus mehr als nur sprechen.

Die Grammatik selbst ist nicht so komplex wie die von etwa Latein, weshalb ich relativ bald irgendwas sprechen konnte, aber es gibt dummerweise auch über 2.000 aus dem Chinesischen übernommene Schriftzeichen (kanji) zusätzlich zu den einfachen Silbenalphabeten hiragana und katakana. Diese kanji habe ich zwar mal zum Großteil gelernt, aber – und so geht es sogar vielen Japanern – wieder vergessen. Gut, die Japaner können sie noch lesen und seit Einführung des PCs nur nicht mehr von Hand schreiben, während ich auch die Lesungen vergessen habe, aber das hat mich bei der Arbeit noch nie gehindert (dank elektronischem Wörterbuch und copy paste), ich brauche nur extrem lange, wenn ich etwas von Hand schreiben muss. (Dazu muss ich sagen, dass mein Masterstudiengang hier auf Englisch ist, weil ich für wissenschaftliche Aufsätze auf Japanisch – lesen und schreiben – dreimal so lange bräuchte. Außerdem heißt Englisch natürlich internationaler.)

Generell hilft es beim Japanischlernen wie bei jedem Spracherwerb, wenn man halbwegs gute Ohren hat, denn Japanisch ist zwar keine Tonsprache wie das Chinesische, aber es hat festgelegte Akzentsilben, wie das Deutsche ja eigentlich auch (oder sagt ihr „KOSmeTIK“?). Ich selbst habe erst mit etwa 18 angefangen, richtig Japanisch zu lernen, also lange nach der kritischen Phase, in der Kinder eine Sprache noch wie ihre Muttersprache lernen können, aber relativ gute Ohren und ein gewisses Sprachtalent bedeuten gepaart mit der höheren kritischen Denkfähigkeit eines Erwachsenen, dass Sprachenlernen auch nach der Kindheit nicht unmöglich ist. (Zumindest betont das mein Linguistikprofessor immer wieder, und ich denke auch, dass es stimmt. Kinder lernen vielleicht natürlicher, aber wenn man überlegt, dass sie Jahre brauchen, bis sie etwas sagen können, sind wir Erwachsene da gar nicht so schlecht dran, oder?)

Der größte Fehler, den ich bei Mitlernenden sehe, ist, dass sie tatsächlich meinen, durch reines Anime-Gucken Japanisch zu lernen. Ich gucke selbst auch mal Anime, aber hierzu muss man wissen, dass die Sprechweise oft nicht sehr natürlich ist und das Vokabular natürlich je nach Thema ziemlich unbrauchbar („Pikachu, Donnerblitz!“ habe ich bisher noch nie im Alltag gebraucht.). Ich selbst habe mit japanischen Realserien gelernt, die ich da wesentlich hilfreicher fand. Und natürlich gilt hier wie für alle Sprachlerner: Wer sprechen will, muss sprechen üben. (Deshalb kann ich auch kein Französisch mehr…) Vom Musikhören wird man ja auch nicht besser im Singen. Das nur für diejenigen von euch, die mit dem Gedanken spielen, mal Japanisch zu lernen.

Manche Japaner sind ja der Meinung, dass Japanisch „viel zu schwer“ wäre und man dafür einen „japanischen Mund“ bräuchte, also ein gaijin es niemals erlernen könnte. Gaijin heißt Ausländer (klipp und klar ausgedrückt in 外人, „Person von draußen“) und die Japaner nutzen dieses Wort auch für „Ausländer“ im Ausland, z.B. hat mir mal ein Deutschlernender fröhlich erzählt, er möchte, dass Ausländer auf aller Welt die japanische Kultur kennen, und mein Mann meinte nach einem Besuch bei einem japanischen Konsulat in Europa, dass da ja auch Ausländer arbeiten würden, sprich Leute aus dem Land, in dem die Botschaft steht. Kurzum, für Japaner sind wir alle Ausländer, selbst wenn sie sich in unserem Land befinden.

Was macht denn jetzt ein Japaner, wenn so ein gaijin Japanisch kann? Erst mal totaaaaaaaaaaal überrascht „Sie können aber gut Japanisch!!“ ausrufen, nachdem man gerade mal „hallo“ gesagt hat. In meinem Fall, da ich auch noch klein und brünett bin, werde ich oft gefragt, ob ich nicht vielleicht Halbjapanerin bin, denn es könnte doch niemand so gut Japanisch lernen?? Oder vielleicht ist man da geboren? (Seit ich einen japanischen Nachnamen habe, werde ich das kaum noch gefragt – offenbar überschreibt „hat einen japanischen“ Mann alle anderen Möglichkeiten.)

Dann gibt es auch noch die andere Seite der Medaille, die darauf besteht, dass es total seltsam ist, dass so ein „weißes“ Gesicht so gut Japanisch spricht, das könnte ja nicht sein. Asiatische Ausländer machen da sicher gemischte Erfahrungen (Chinesen sind hier nicht sehr beliebt, was nicht okay ist, aber sie tauchen oft in Massen auf und fallen halt auf) und richtig dunkelhäutige Menschen werden oft misstrauisch beäugt. Auch gut gemeintes „othering“ ist auf Dauer Stress, und gerade über Kinder hört man oft die herzzerreißendsten Geschichten wie diese hier (http://articles.latimes.com/2004/jan/18/news/adfg-tongue18); eine halbjapanische Miss Japan musste einige ziemlich rassistische Kommentare einstecken (http://www.newsweek.com/half-black-japanese-beauty-queen-raising-eyebrows-will-she-change-minds-340142), und generell mögen Japaner „halfs“, also Halbjapaner, nur im Fernsehen oder in der Werbung (https://www.tofugu.com/japan/hafu-japan/) – aber sogar Models ohne einen Tropfen japanisches Blut trifft man in Werbeanzeigen, z.B. wirbt Scarlett Johannson für Shampoo, und die hat bestimmt total japanische Haare… nicht.

Andererseits machen sich auch Ausländer untereinander nicht immer das Leben einfacher, und ich z.B. möchte weder von Japanern noch von im Land lebenden Chinesen hören, mein Japanisch wäre „so gut für eine Weiße“, als ob Chinesen es von Natur aus besser könnten. Klar, sie können die Schrift leichter lesen, aber Grammatik und Aussprache sind da noch mal ganz andere Baustellen. Letztens meinte sogar der türkische Dönerverkäufer im Viertel zu mir, ich könnte aber gut Japanisch. Irgendwie kann ich mir das in anderen Ländern nicht so extrem vorstellen.

Wieso sind die Japaner so versessen darauf, dass ihre Sprache ganz doll besonders ist (obwohl sie die Schriftzeichen aus China übernommen haben und die Grammatik wohl dem Koreanischen ähnelt)? Na weil Japan doch ganz besonders ist. Eine Insel halt. Von Japanern, die glauben, nur Japan hätte vier Jahreszeiten, über Kinder, die denken, sie wären „reinblütige Japaner“ (kein Witz!) und wissen wollen, ob ich auch reinblütige Deutsche wäre (haha). Wenn die japanische Sprache so besonders ist und die Münder der Japaner nur darauf ausgelegt (natürlich totaler Quatsch, aber in China und Südkorea werden z.B. Kindern sogar die Zungen operiert, damit sie besser Englisch aussprechen können (http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/2161780.stm und hier http://articles.latimes.com/2004/jan/18/news/adfg-tongue18 ), dann ist es ja im Umkehrschluss ganz logisch, dass Japaner Probleme mit Fremdsprachen haben. Dass diese Logik sofort auseinanderfällt, wenn man an im Ausland geboren Japaner denkt, die zweisprachig sind, z.B. Hikaru Utada (falls diese Leute noch als komplette Japaner gelten), sollte klar sein, aber welches Land hat nicht seine seltsamen Ideen von der eigenen Identität?

Meine ganz persönliche Verschwörungstheorie ist ja, dass die japanische Regierung gar nicht will, dass Japaner Englisch oder andere Fremdsprachen lernen. Ich kenne kein Land, das so viel Mühe in den Englischunterricht steckt (hattet ihr in der Schule native speakers als Lehrerassistenten? Ich nicht) und so viel Geld in abendliche Paukschulen für englische Konversation, und trotzdem so wenig Englisch spricht. Klar haben die Japaner eine höhere Tendenz zu Scham als wir und viele denken, sie würden sich blamieren, wenn sie etwas Falsches sagen, aber ich kenne auch viele Japaner, die bei Ausländern sofort alle Scham verlieren und die wahnwitzigsten, frechsten Sachen sagen (sofern sie es können).

Letztens erst habe ich mich mit einer japanischen Freundin unterhalten, die eigentlich gerne in Deutschland arbeiten möchte, und auch sie meint, dass Japaner zwar höflich sind, aber nur in ihrer eigenen Gemeinschaft, und auch nur zu Leuten, die über ihnen in der recht strengen Hierarchie stehen. Ein alter Witz beschreibt einen japanischen Angestellten, der in der vollen Bahn alte Menschen und schwangere Frauen ignoriert, nur um später seinen Sitzplatz seinem Boss anzubieten. Und hier sehen wir schon: Japankritische Japaner und Japanerinnen, die eine Fremdsprache beherrschen, zieht es oft ins Ausland, was für Japan natürlich ein riesiges Problem darstellt mit der eh schon schwindenden Bevölkerung.

Aber wenn man qualifiziertes Personal (fast) zu Tode arbeitet – mein Mann kommt manchmal erst morgens wieder nach Hause, und der arbeitet nicht in der Notaufnahme – ist es kein Wunder, dass junge Leute das Land verlassen, wenn sie können. Nun könnte sich Japan zwar zum Ausgleich ausländische Arbeitskräfte ins Land holen – und zum Teil passiert das auch – aber wer nicht ewig als Ausländer behandelt werden möchte, geht halt irgendwann wieder. Ich bin auch an einem Punkt angekommen, wo es mir erst einmal reicht. So sicher und sauber Japan auch ist, wenn ich einkaufen gehe und der Verkäufer, nachdem ich mich mit ihm auf Japanisch unterhalten habe, mir auf einmal einen englischen Touristenführer für die Nachbarschaft, in der ich seit über einem Jahr lebe, aufdrängen will, ist meine Geduld auch am Ende. Andererseits sind mindestens die Hälfte meiner engsten Freundinnen Japanerinnen und meine Schwiegerfamilie hat mich auch sehr nett aufgenommen (demnächst soll ich für Fotos in den Familienkimono gestopft werden), aber bei jedem Meet-Up-Treffen, selbst einem zum Französischlernen, erklären zu müssen, wieso man Japanisch spricht, und dann immer die Ausländerin zu sein, schlaucht auf Dauer doch.

1) Vor Jahren habe ich schon mal einen Artikel über japanische Kosmetik geschrieben, der nicht veröffentlicht wurde, und für Tabibito habe ich letztes Jahr über meinen Besuch eines japanischen Gefängnisses geschrieben, doch die Veröffentlichung scheint am Mangel an Bildern gescheitert zu sein. (Man darf da natürlich nicht fotografieren.)

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Morgen folgt Teil 2 in dem es um Kosmetikprodukte in Japan geht.

41 Kommentare

  1. Guten Morgen, vielen Dank für den Beitrag. Ich finde es sehr spannend über Auslandserfahrungen zu lesen. :)
    Ich lebe seit fast 3 Jahren in Israel und kann jedem empfehlen, falls es sich einrichten lässt, mal eine Zeit im Ausland zu leben.

  2. Eine solch kurzweilige interessante Information über ein Land zu lesen, macht Spass. Eine Weile in einem anderen Land zu leben, das empfinde ich als eine große Bereicherung des Lebens, ich selbst habe zwar damit keine Erfahrung, aber ich hätte es gerne mal gemacht.

    Das die Menschen in Japan tatsächlich solch brutalen Arbeitszeiten haben, hätte ich nicht wirklich für möglich gehalten. Wie kann man das auf Dauer durchhalten?

    1. Da schließe ich mich voll fraeulein bratbecker an. Was für eine schöne Überraschung (sorry, KK), heute Morgen mal einen Blick nach Japan werfen zu dürfen! Neben allem, was ich erstmal sacken lassen muss (die Arbeitsbedingungen etwa), musste ich auch grinsen. Über den alten jap. Witz, der scheinbar mehr als ein Körnchen Wahrheit enthält. Das hätte ich nicht gedacht, andererseits sind Japaner eben auch „nur Menschen“. Und ich überlege gerade, ob das nicht oft – und nicht nur in Japan – so ist, dass man ewig „der Ausländer“ oder „der Zugezogene“ bleibt? Wahrscheinlich bleib man das umso länger, je kleiner das Örtchen ist, in das man gezogen ist. Vermute ich.

      Wie auch immer: Super interessant. Freue mich sehr auf den 2. Teil!

      1. Vielen Dank! <3

        Es ist wohl leichter, ewig der Ausländer zu sein, wenn man offensichtlich als Ausländer zu erkennen ist. Und je nach Ort sind manche offener, andere nicht. Gerüchten zufolge sind ja für gewisse deutsche Orte selbst andere Deutsche, deren Urgroßeltern nicht von dort stammen, Fremde…

        Die Arbeitszeiten kann man eher nicht auf Dauer durchhalten. Mein Mann hat schon lange die Nase voll, andere Leute beklagen sich, kommen aber nicht raus, manche sterben leider an Herzinfarkten oder sogar an Suizid. Vor einer Weile gab es bei der Firma Dentsu so einen Fall, wo eine nur 24-jährige Frau an Überarbeitung so gelitten hat, dass sie lieber sterben wollte. Es gibt viel Berichterstattung dazu auf Englisch, wenn man "dentsu suicide" oder so eingibt. Traurig…

  3. Liebe Julia, ich kommentiere eher wenig, lese jedoch fast alles, hatte mir die verlinkten Seiten angeschaut und freue mich sehr über Deinen Gastbeitrag. Bin natürlich auch sehr gespannt auf morgen. Dankeschön!

  4. Liebe Julia, herzlichen Dank für den hochinteressanten Bericht. Es ist spannend zu lesen, wie die Japaner so „ticken“. Ich freu mich schon auf den 2. Teil!

  5. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Ich freue mich schon auf den nächsten. Wann hat man schon mal die Chance, einen lebensnahen Einblick in den japanischen Alltag zu bekommen.

  6. Sehr interessant, vielen Dank dafür!
    Bei solchen langen Arbeitszeiten leidet sicher Privatleben und Familienleben auf Dauer. Arbeiten dann Frauen weniger wenn sie Familie gründen?
    Übrigens mir geht es ähnlich in Deutschland.
    Habe einen deutschen Nachnamen und spreche gut Deutsch, dafür, dass ich hier nicht so lange lebe.
    Was ich schon alles gehört habe. Das sich jemand mit mir normal unterhält, dann sage ich wo ich her komme und plötzlich fängt der gleicher Mensch sehr langsam und deutlich zu sprechen. Und grammatikalisch falsch noch dazu.
    Das ist mein drittes „fremdes“ Land in dem in lebe und vermutlich nicht mein letztes.
    Freue mich auf die Folgebeiträge.

    1. Vielen Dank! <3
      Wenn Frauen Kinder kriegen, oder oft schon bei der Heirat, scheiden sie meist aus dem Berufsleben aus. Es gibt Kindergärten und Mutterschaftsurlaub, aber leider auch Fälle von Schwangerenmobbing, und da Japan eh ziemlich sexistisch ist, kann man als Frau davon ausgehen, dass die Karriere leidet. Manche jungen Leute arbeiten so viel, dass sie keine Zeit für die Partnersuche haben, da fällt dann das Kinderproblem eh weg. Und natürlich meckert die japanische Regierung auch über uns selbstsüchtige Jungspunde, die keine Häuser kaufen und Kinder kriegen – mit schlecht bezahlten befristeten Arbeitsverträgen, die uns die ältere Generation eingehandelt hat, geht das aber auch nicht.

      In Deutschland habe ich auch manchmal gehört, ich würde ja "fast perfekt" Deutsch sprechen, da mein Mädchenname polnisch war. Bin gespannt, wie das jetzt wird, wenn wir zurückziehen… Wir Menschen sind schon sehr von unseren eigenen Vorstellungen eingeschränkt.

      1. Hallo Julia!
        Danke für diesen nicht nur sehr aufschlussreichen, sondern auch so witzig zu lesenden Beitrag! Bitte mehr!! Japan ist für mich immer noch ein fernes Land aus den Sagen und Legenden. Ich finde es faszinierend, aber auch sehr fremdartig, habe mich allerdings auch nie tiefer mit Kultur und Geschichte beschäftigt und mein Wissen stammt aus Filmen etc. Umso interessanter, dem Blick einer Insiderin zu folgen. Der Artikel über das Gefängnis würde mich auch sehr interessieren.
        Wenn du in Deutschland bist, werden die Deutschen vermutlich sagen: „Holla, sprechen Sie gut deutsch – für eine Japanerin.“ 😄

        Ach so – Danke KK, dass du auch hier wieder so großartige Vielfalt auf deinen Blog „holst“. Immer wieder eine Freude, bei dir hereinzuschauen!
        Viele Grüße, April

        1. Vielen lieben Dank! Es freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat.
          Für Deutsche sehe ich natürlich nicht japanisch aus (wie denn auch – vielleicht gleichen wir uns nach ein paar Jahrzehnten Ehe mehr an?), aber am Telefon könnte es durchaus mal interessant werden.

  7. Liebe Julia,

    ich bin eine stille Mitleserin und möchte dir an dieser Stelle herzlich danken für deine Mühe und die spannenden Einblicke und Erfahrungen! Das Lesen hat richtig Spaß gemacht und ich freue mich auf weitere Gastbeiträge von dir!

  8. Guten Morgen !

    Welch interessanter kleiner Einblick in das Leben in Japan. Danke hierfür. Ich würde gern auch die zwei unveröffentlichten Artikel lesen dürfen. Vielliecht ist das hier möglich ?

    1. Vielen Dank!
      Der erste Artikel über Kosmetik ist obsolet, und da ihr zwei neue über Hautpflege und Make-up bekommt, nicht mehr interessant.
      Der zum Gefängnis ist eigentlich immer noch Tabibito versprochen, aber irgendwie wird das wohl nix mehr (ist jetzt schon ein Jahr her)… Der würde irgendwie aber auch gar nicht hier her passen, oder?

      1. Domo arigato, Julia-san, für Deine Antwort(en) und zukünftigen Beiträge.
        Ich bin sehr neugierig und „sauge alles auf wie ein Schwamm“, was Japan betrifft.

      2. Spannend wäre der Artikel über das Gefängnis sicher, auch hier. Vielleicht kannst du mal nachfragen, ob sie ihn noch veröffentlichen wollen, oder ob er freigegeben wird. Nach einem Jahr sollten sie das wohl entscheiden können. Mich würde es auf alle Fälle interessieren. Danke für deine hautnahen Einblicke in eine „fremde“ Kultur. Fand diesen Beitrag sehr spannend und freue mich auf den Kosmetikbeitrag morgen. Lg Nina

        1. Vielleicht mache ich das echt, oder Tabibito veröffentlicht ihn doch noch, dann könnt ihr ihn alle da lesen, ohne dass hier noch mehr Platz von mir beansprucht wird.

  9. Liebe Julia, vielen Dank für die lesenswerte Beschreibung Deiner Eindrücke und Erfahrungen „aus erster Hand“ von Land und Leuten! Und an Dich, lieber KK, dass Du das hier ermöglichst!

  10. Liebe Julia,
    dein Einblick ins japanische Leben war für mich besonders interessant, da mein Sohn zum nächsten Semester in Frankfurt Japanologie studieren wird. Wir haben im Frankfurter Raum zwar Kontakt zu Japanern, aber ich kenne niemanden, der auch Japanologie studiert hat…..von eurer Spezies gibt es ja nicht allzu viele…:-)
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

    1. Oh, dann wünsche ich ihm viel Erfolg!
      Ich dachte immer, es gibt zu viele von uns, vor allem im Verhältnis zu interessanten Jobs. Ich selbst bedaure da gerade einige Entscheidungen, wie z.B. außer Japanisch und Linguistik nichts gelernt zu haben. Wenn du oder dein Sohn Interesse hättest, würde ich gerne ein paar Erfahrungswerte mitgeben, gerne per Email oder Skype-Telefonat. (Für Kontakt zu Japanern vielleicht mal bei Events vom Konsulat schauen oder googlen, ob es eine Nihonjinkai gibt.)

      1. Wow, danke!!!!!
        In Frankfurt gibt es ja eine recht große Japan-Community, auch die Kontakte des Institutes sind da recht gut, vor allen Dingen im Bereich Wirtschaft. NF wird Politikwissenschaften, evtl. Spezialisierung japanisches Recht, mal schauen…die Idee nach Events vom Konsulat zu schauen ist super (wir haben selbst Diplomaten in der Familie) und ich weiß aus Erfahrung, dass man im Ausland gerne die eigene Kultur vermittelt.
        Gerne nehme ich also dein Angebot zum „Coaching“ an, wie machen wir das mit der e-mail adresse? Ich kann sie hier in den Kommentaren hinterlassen oder der liebe KK leitet sie weiter??? (An KK: Vielen vielen Dank, dass hier auch ein Austausch unter den Lesern möglich ist!)

  11. Liebe Julia,

    vielen lieben Dank für den tollen Beitrag, auf den habe ich schon gewartet (und auch lieben Dank an KK für das Bereitstellen des Blogs)!
    Deine Einblicke finde ich wahnsinnig interessant! Ich freue mich natürlich auch schon auf den Beautyteil morgen! Persönlich fände ich es noch spannend zu erfahren, wie du japanisches Essen empfindest? Ich habe viele chinesische Freunde und die sind förmlich besessen davon, die richtigen Dinge zur richtigen Tages-, aber auch Jahreszeit (!) zu essen. Die setzen ihre Ernährung auch mit allem Möglichen in Verbindung, z.B. auch damit, welches chinesische Tierzeichen man ist. Außerdem scheinen sie zu wissen, wann ich meine Periode habe, dann versuchen sie mir immer Bluttofu (= angeblich total gut für Frauen) unterzujubeln. Und das ist noch das harmloseste, was ich manchmal zu essen vorgesetzt bekomme.
    Ist das in Japan auch so? Was isst man eigtl. in Japan? Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nur Sushi kenne!

    1. Ich danke dir und allen anderen Lesern für die offene Aufnahme und die vielen lieben Kommentare!

      Japanisches Essen ist für mich ein etwas schwieriges Thema, da ich nämlich Vegetarierin bin. Obwohl natürlich einige asiatische Kulturen und Strömungen des Buddhismus vegetarisch leben, sind die Japaner große Fleisch- und Fischverzehrer, und ich werde schon oft misstrauisch beäugt oder gefragt, was ich denn dann essen würde. (Öhm, Tofu?? Gemüse? Schokolade ist Gott sei Dank auch vegetarisch.) Nach meinem Empfinden essen die Japaner mehr Fleisch als Fisch, wobei in vielen Gerichten wie Nudelsuppe Fischbrühe enthalten ist. Da drücke ich oft ein Auge zu, da ich sonst mit niemandem essen könnte, wenn wir nicht speziell ein Restaurant einplanen – hier ist oft sogar im Salat Schinken drin… In den letzten Jahren hat sich die Situation etwas gebessert, da vor allem Frauen ab und zu vegetarisch oder vegan essen für die Schönheit, aber das heißt dann oft auch, dass solche Restaurants chic, trendy und teuer sind. An der Uni gibt es noch nichts für Vegetarier, dabei haben sie vor einigen Jahren Halal eingeführt. Es geht einfach nicht ohne Fleisch und Fisch, deshalb esse ich meist zu Hause, oder unterwegs dann ein Reisbällchen oder so, da gibt es fast immer eins ohne Tiere drin.

      Was essen die Japaner also im Alltag? Sushi ist eher ein seltenes Festmahl, wobei es natürlich auch im Supermarkt günstiges Sushi gibt, das schmeckt aber nicht besonders. Oder diese rumfahrenden Bahnen mit Sushi drauf, aber das ist natürlich dann kein schnelles Essen mehr, und viele Japaner haben kaum Zeit für mehr als schnelle Essen. Die oben erwähnten Reisbällchen gibt es fertig in jedem Laden in allerlei Sorten, Brot ist auch immer beliebter, aber meist sehr gummiartig, und es gibt viele fertige Gerichten als Bento zu kaufen, oft ist das Reis mit Fleisch und/oder Fisch und etwas Gemüse. Außerdem kann man sehr günstig essen gehen, mal eben eine Schale Reis mit billigem Geschnetzelten drauf oder eine Nudelsuppe kann man je nach Menge und Gegend ab 2€ bekommen. Generell leben viele arbeitende Japaner, vor allem Männer, gar nicht so gesund, wie wir vielleicht denken, es wird viel frittiert, es gibt viele helle Kohlehydrate etc. Das, was ich essen kann, mag ich aber, auch Süßigkeiten wie rotes Bohnenmus.

      Ich weiß nicht, wie der Vergleich zu China ausfällt, aber du hast ganz Recht, es gibt hier natürlich zu jeder Jahreszeit passendes Essen. Im Frühling Kirschblüten in Süßigkeiten, im Sommer kühlbares Gelee oder Süßigkeiten wie dieses (http://www.nihonbashiya.jp/sub/item.html?i=52) – manchmal ist das Aussehen fast wichtiger als der Geschmack. Ich habe diese Fische letztens verschenkt und noch nicht gehört, ob sie gut waren, also kann es sein, dass die beschenkte Person nicht sagen will, dass sie nicht schmecken. ^^; (Teure Früchte als Geschenk sind übrigens kein Gerücht – überhaupt ist Obst außer Bananen hier sehr teuer.) Dann gibt es natürlich noch so Sachen wie kalte Nudeln im Sommer, heißer Eintopf im Winter etc., weil man sich durch die schlecht gedämmten Häuser eher an die Jahreszeiten anpassen muss.

      1. Uuh, das rote Bohnenmus! Daran konnte ich mich nie gewöhnen! Das schmeckt irgendwie so pappig-trocken. Ich bin 2009 mit Anfang 30 für knapp 2 Jahre nach Australien und war erstaunt, wieviel Asiaten dort leben. Auch Japaner. Hätte ich gar nicht gedacht. Gut, ich war wohl auch etwas naiv in der Hinsicht. Bin dann geich beim Sushi-Restaurant um die Ecke Stammgast geworden, ich kannte das aus D eigtl. nicht und habe es sofort geliebt. Hab die armen Besitzer dann mit allerlei Fragen zu Sushi bombardiert, und hoffe bis heute inständig, dass sie mir keine Märchen erzählt haben und ich mich nicht seither in jedem Sushi-Restaurant auf der Welt blamiere 😄
        Heute bereue ich es sehr, dass ich damals nicht mal nach Japan rüber geflogen bin. Ich wollte immer, aber wie das so ist: man hat ja noch Zeit, es ist ja nicht weit weg,… Tja, heute ist es aber wieder ziemlich weit weg.
        Aber das mit der Ernährung glaube ich dir sofort. Ich habe in Sydney gelebt und war entsetzt, wie hektisch alle das Essen in sich reingeschlungen haben, egal wie der ethnische Background war. Insgesamt kam es mir auch so vor, dass die meisten Asiaten (ich weiß, dass das ein sehr unkorrekter und weitgefasster Begriff ist, aber in Ermangelung eines anderen kurzen Wortes…) dort dicker waren als in Asien selbst. Wobei ich sagen muss, dass Fettleibigkeit in Asien mittlerweile auch stark um sich greift. Das ist zumindest mein Eindruck in den Ländern, die es in den letzten Jahren/Jahrzehnten zu ein bisschen Wohlstand gebracht haben. Die so gesunde Küche, von der wir in Europa meinen, sie sei dort vorherrschend, verschwindet immer mehr. Früher wurde z.B. in Thailand nur zu besonderen Gelegenheiten frittiert. Heute verkauft das Zeug jeder Straßenstand, der früher schöne frische Suppen im Angebot hatte. Echt schade!

        1. Oh, in Australien war ich noch nie! Wenn man bedenkt, dass das von Japan auch ein langer Flug ist, aber zwischen Japan und Europa mit einem Direktflug „nur“ ca. 11 Stunden liegen, kannst du ja immer noch hin, ich schreibe dann einen Gastartikel mit Reisetipps. :D

          Ich kenne viele sehr schlanke Japaner, aber wie du richtig sagst, nimmt die gesamte Weltbevölkerung etwas an Körperumfang zu, das sehe ich hier vor allem (ist aber keine Statistik) bei Single-Männern. Wahrscheinlich ernähren die sich schlecht und haben keine Zeit für Sport. Wobei ich seit unserem Rückzug nach Japan auch zugelegt habe, aber da sind andere Faktoren mit dabei. Es stimmt übrigens leider auch, dass man in Asien eher Kommentare zum Aussehen bekommt wie „hast zugenommen“ oder „mag dein Mann pummlige Frauen?“… :(

  12. Vielen Dank für eure lieben Kommentare! Ich kann nicht auf jeden einzelnen antworten, ohne dem Herrn Konsumkaiser den Freischaltfinger lahmzulegen, aber auf eure Fragen antworte ich sehr gerne!

  13. Hallo Julia,

    vielen Dank für den tollen Einblick und ja, japanisches Essen interessiert mich auch sehr, obwohl ich glaube mir schmeckts nicht. Ich steh ja total auf Gewürze aus allen möglichen Ländern und ohne find ich inzwischen alles total fad.
    Ich freu mich schon sehr auf Deinen Artikel morgen!

    Schöne Grüße
    Mia

    1. Du klingst wie mein Mann, alles muss zum Feuerspucken scharf sein. XD
      Japanisches Curry (gibt es als Mix) geht in mittelscharf, und Wasabi ist natürlich auch immer möglich. Gewürze sehe ich sonst aber eher selten, wobei man natürlich welche zu kaufen kriegt. Wir essen aber fast immer Thai-Curry. ^^;

  14. Thai ist auch super!!
    Seit längerer Zeit habe ich auch afrikanische Gewürze für mich entdeckt und wundere mich warum ich 20 Jahre lang nur auf asiatische festgelegt war. 🤓

  15. Liebe Julia, ist das nicht wunderbar, sein Leben auf diese Art zu teilen? Für mich ist es wie eine Gedanken-Reise und kann mir deine Bilder und Eindrücke richtig gut vorstellen. Danke!
    Vor rund 20 Jahren bin ich vom Norden in den Süden gezogen und auch ich werde immer ein Auswärtiger bleiben. Scheint wohl überall auf diesem Planeten so zu sein ;.)

  16. Hallo Julia,

    da bekomme ich so richtig Lust darauf, noch viel mehr von Dir zu lesen! Tolle Einblicke direkt aus dem „Inneren“ und nicht nur ein oberflächlicher Reisebericht. Vielen Dank für den tollen Text und vielen Dank dem Herrn KK, dass er Dir hierfür die Gelegenheit gibt :-).
    Viele Grüße
    Roland

  17. Ich verspüre übrigens schon den ganzen Tag lang den unbestimmten Drang jmd. einen kleinen Ball an den Kopf zu werfen und dabei „Pikachu – Donnerblitz!“ zu rufen. Weiß gar nicht, wieso! 😉

    1. Ups ^^; Aber du musst ja eigentlich auch erst den Gegner mit Donnerblitz schocken und dann den kleinen Ball werfen, um ihn zu fangen. (Sorry, ich bin Generation Pokémon.)

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