HERR KK ERKLÄRT DIE WELT: IMMER WIEDER SONNTAGS…SIEHT DAS LEBEN AUS WIE TRÜBE GRAUPENSUPPE * DER SUNDAY NIGHT BLUES

Am Sonntag scheint die Sonne, das weiß doch jedes Kind, oder? Immer mehr Menschen fällt aber sonntags die Decke auf den Kopf, sie sind traurig, gereizt, genervt und zeigen alle Anzeichen einer depressiven Verstimmung. Darf ich vorstellen: Die Sonntagsdepression, oder auch „Sunday Night Blues“ Ein spannendes Phänomen, denn es scheint, dass intelligente Menschen diesen Gute-Laune Knick ganz besonders stark verspüren…

 

„Es ist Sonntag, ein Tag, den ich gar nicht mag/ Weil ich mich sonntags viel zu viele dumme Fragen frag’/ Sonntags ist es ruhig und still/ Und ich weiß nicht wie und was ich machen will“ (Fettes Brot)

 

Ich mag sie nicht, diese Sonntage

Seit meiner Kindheit hasse ich Sonntage. Ich fühle mich, wenn ich sonntags nicht arbeite, irgendwie nutzlos. Meine Stimmung schwankt zwischen „Ähh!“ und „Bähh!“ Der Sonntag ist für mich ein „toter Tag“. Alles ist so ausgestorben, so blutleer, so wenig hektisch, so ohne „Biss“.

Nenn mich Hyperkinetiker, aber ich kann sonntags nicht einfach auf meinem Arsch Po sitzen und den Lieben Gott einen guten Mann (oder doch ne Frau?) sein lassen. Ich möchte nicht daran erinnert werden, dass Sonntag ist. Ich will lieber was tun, was bewegen, mich bewegen…und ich muss den animierenden Trubel geschäftiger Menschen um mich haben. Manchmal fahre ich an freien Sonntagen zum nahgelegenen Flughafen. Einfach weil dort Leben herrscht, die schicken Geschäfte geöffnet sind, und man Energie spürt. Wieder daheim fühlt es sich an, wie in Watte gepackt zu sein…wäre doch bloß schon wieder Montag.

Wir sind nicht allein

„Spinnt der?“ könnte man jetzt fragen, denn der Anfang der Arbeitswoche macht die meisten Menschen ja ebenso froh, wie ein entzündeter Pickel am Gesäß. Nee, ich bin da nicht allein (und Ihr, die ihr diese Gefühle womöglich kennt, auch nicht): Eine US Studie hat herausgefunden, dass zB. 60% aller Amerikaner unter einer Form der Sonntagsdepression leiden, und deutsche und schwedische Wissenschaftler konnten beweisen, dass Sonntage statistisch die am wenigsten glücklichen Tage der Woche sind. Es ist immer wieder schön zu wissen, dass man nicht alleine so bekloppt ist, nicht wahr?

Dass der Sonntag für viele Menschen ein Graus ist, weiß man schon lange. Bereits den ungarischen Analytiker Sándor Ferenczi faszinierten im Jahr 1919 Patienten, die zu Sonntagen oder Ferienzeiten Neurosen entwickelten. Auch in den 1950er-Jahren beobachtete der Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl das „Gefühl der Öde und Leere, der Inhaltsleere und Sinnlosigkeit des Daseins, wie es gerade beim Stillstand wochentägiger Betriebsamkeit im Menschen aufbricht und zutage tritt“.

Gefühlskater

Montag bis Freitag geht das Leben seinen geregelten Gang: aufstehen, arbeiten, heimfahren, Abendessen, Dusche, Blogartikel schreiben, schlafen, usw. Aber Freitagabend kann man was planen, ausgehen, Freunde treffen, wasweißich. Und ist das am Freitag nix geworden, ist da ja immer noch der Samstag. Der strahlende Tag mit dem glamourösen Abend, wo man sich seit John Travoltas „Saturday Night Fever“ traditionell gerne aufbrezelt und in die Nacht zieht um das Leben zu spüren.

Und dann kommt der Absturz: Man wacht auf, hat Zeit zum Grübeln und weiß: Da ist er, der Sonntags-Blues. Alkohol am Vorabend verstärkt diesen Effekt übrigens noch: Ein paar Gin-Tonic und wir fühlen uns einen Abend lang blendend. Doch dann rutscht die Stimmung den Bach runter: Es dauert, bis die Dopamin- und Serotoninspeicher wieder aufgefüllt sind. Eine verdammt lange Zeit, in der man sich aufgrund des Mangels der Botenstoffe in einem depressionsähnlichen Zustand befinden kann. Und, weil es so schön ist, gleich noch eine Hiobsbotschaft hinterher: Je älter wir werden, desto hartnäckiger dieses Gefühl. Oh Wunder: Höhepunkt dieses Gefühlskaters ist der Sonntag.

Alles eine Frage von zu viel Zeit und Freizeitstress?

Ja, so scheint es: Gerade erst veröffentlichte die Universität Hamburg eine Studie mit dem Titel „Rhythms and Cycles in Happiness“ (KLICK!). Demnach hadern vor allem Menschen mit hohem Bildungsstatus mit ihrer Freizeit (das sind also hauptsächlich „Kopfarbeiter“ – und ich meine damit keine Fußballer). Das Ausmaß der Unsicherheiten im Berufsleben ist gestiegen. Viele empfinden deshalb am Sonntag schon Horror vor dem Anfang der Woche – weil sie nicht wissen, was sie am Montag erwartet.

Ein weiterer Faktor ist sicher auch, dass für Menschen mit viel Verantwortung die berufliche Bestätigung enorm wichtig ist, wichtiger noch als die alltägliche Anerkennung vom Partner, so die Hamburger Forscher.

Erlernt haben wir diese Gefühle, dieses Verhalten, manchmal schon in der Kindheit: Aus Angst vor dem Schulbeginn am frühen Montagmorgen, wurde für viele von uns bereits der Sonntag eine Art Hiobstag. Die Botschaft war klar: Morgen geht wieder der „Ernst des Lebens“ weiter, vorbei ist die Unbeschwertheit, DAS was Kindheit ausmacht. Es ist doch kein Wunder, wenn man dieses Magengrummeln mit in sein Erwachsenenleben nimmt.

 

Strategien gegen die Sonntagsdepression

  • Gar nicht so einfach! Je nach Stärke dieser Gefühle muss natürlich abgeklärt werden, ob dahinter nicht gar eine erstzunehmende „echte“ Depression steckt.
  • Ansonsten empfiehlt es sich sehr, die freien Tage gut zu nutzen. Oberstes Ziel ist es, der gedanklichen Selbstgeißelung zu entgehen!
  • Sport ist hier wieder einmal geradezu ein Wundermittel, besonders wenn man ihn an der frischen Luft betreibt. Kater und Sonntagsblues lassen sich so einigermaßen in Schach halten.
  • Eine frühzeitige Planung (am besten schon freitags) für die kommende Woche kann diese diffuse „Angst“ vor dem nahenden Montag nehmen.
  • Dinge erledigen, das ist auch so etwas, was vielen von uns Zufriedenheit schenkt. Also MACHBARE Pläne schmieden und diese umsetzen. Auf einer to-do-Liste Punkte abhaken kann unglaublich befreiend sein! Damit meine ich allerdings nicht Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Das ist zwar üblich, bringt uns aber nur in einen panischen Zustand, wenn wir das Pensum nicht erledigen können/wollen, und kann in einem Burn-out enden.
  • Schlaf und Entspannung sind aber als gleichwertig anzusehen!
  • Freunde treffen ist Seelenhygiene. Also nicht einigeln und den Tag im Bett verbringen, wenn es draußen auch noch so grau und kalt ist.
  • Aber: Sozial-Stress vermeiden, jedes Wochenende kann nicht Silvester sein.
  • Der Kirchgang ist für viele Menschen ein nicht zu unterschätzendes Ablenkungsmanöver!
  • Eine gepflegte Melancholie kann Luxus sein. Nachdenken ist wertvoll, wenn man es kontrollieren kann. Vielleicht doch einmal einen Body & Mind Kurs besuchen?

Eine Anschauliche Übersicht zu den Strategien gegen einen Sunday Night Blues findet man auf Wiki-How:

 

Eigentlich ist es alles ein Kreuz. Wir könnten so ein schönes Leben haben, gäbe es einen weiteren Tag zwischen Sonntag und Montag! ;-) (Frei nach K. Bauerfeind)

 

 

 

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(Dieser Artikel dient nicht zur Diagnose oder Heilung von krankhaften Zuständen. Es sollen nur allgemeine Denkanstöße gegeben werden, die auf viele Menschen zutreffen. Gibt es Fragen im Einzelnen oder Unsicherheiten, bitte unbedingt einen Arzt oder Psychologen dazu befragen!)

(Fotos und Grafiken: Konsumkaiser, Wiki-How   Keinerlei Sponsoring)

31 Kommentare

  1. Mein Sonntags-Blues hat seit der Schulzeit auch viele Berufsjahre angehalten – nicht, weil ich nicht wusste, was mich Montag erwartete, sondern im Gegenteil, WEIL ich es wusste ;-)( …

    Trotz sehr viel unsicherer und arbeitsintensiverer Selbständigkeit hat sich dieses Gefühl teilweise gelegt, hauptsächlich, weil diese hochprozentige Fremdbestimmung wegfällt. Mich überfällt es aber nach wie vor massiv in Phasen, in denen ich extrem erschöpft bin oder sehr große Sorgen und Ängste habe. Dann wünschte ich, dieses von Dir beschriebene „wie in Watte gepackt“ würde anhalten – quasi, wie wenn die normale, raue Welt so stillstehen würde ….

  2. Ausschlafen, dann ne Stunde Krafttraining und mein Yogakurs…anschließend ab in mein Lieblingscafe…Bauernfrühstück, zwei starke Kaffee und in Ruhe Zeitung lesen.
    Anschließend je nach Wetter noch ein bisschen Spazieren gehen und Zuhause liegengebliebene Sachen erledigen.
    Abends dann Serien gucken.
    I love sundays 😁
    Auch ganz ohne sozialen Faktor. Für mich ist das der Tag, der ganz mit gehört und wo ich es mir richtig gut gehen lasse.

    1. Bei vielen, die den Sonntag nicht mögen geht es darum, mal wieder bei und mit sich zu sein. Nicht mehr abgelenkt von all dem Soll, Musd oder Highlight. Es wird deutlicher, spürbarer wie es mir geht und was bei mir wirklich los ist und davor haben viele Angst, können nicht gut mit sich allein sein.
      Also ich mag Sonntag. So nach dem Samstag: Ah schön ein weiterer Tag für mich, wo ich tue und lasse was ich mag. :)

      1. Hallo,genau das Problem liegt bei uns selber…viele Menschen können nicht mit sich alleine sein und müssen immer bespaßt werden.Genau das mußte ich auch erst lernen…bin immer davongelaufen!!! Tollen Sonntag noch😉

  3. Ein hochinteressanter Beitrag, vielen Dank! Die Erklärung/Anleitung auf Wikihow finde ich sehr hilfreich. Was sich im Netz alles findet!

  4. Ich kann Sundaylover da nur zustimmen: viele können nicht „alleine“ sein. Es gilt nur der was, der immer busy ist und Termine hat. Ich genieße diesen Tag, weil ich ihn ohne Druck so verbringen kann, wie ich will. Ich wünsche Dir einen schönen, entspannten Sonntag!

  5. Das kenne ich, das hatte ich früher jeden Sonntag. Allerdings nicht, weil ich nichts zu tun hatte, sondern weil ich panische Angst vor Montag hatte! Seit ich zuhause bin (ob die Krankheit durch diese Angst entstand?) kenne ich keinen Sonntags-Blues mehr.
    Liebe Grüße!

  6. Meine Depression beginnt Montag früh und endet Freitagabend. ☹️ Am WE weiß ich gar nicht, was ich alles zuerst erledigen soll (Haushalt, private Büroarbeit, Familie und Freunde), weil die Stunden zu kurz sind und die unselbstständige Vollzeit mich einfach erschöpft.
    Den Sonntagsblues kenne ich aus Studentenzeiten, allein in fremden kleinen Unistädten, an Feiertagen, in Semesterferien, wenn die anderen Kommilitonen zuhause bei den Familien waren.

    1. Ja. das kenne ich auch. Als ich gearbeitet habe, war auch mal ein Wochenende allein okay, aber jetzt, wo ich meinen Master beende, graust es mir davor, dass mein Mann ausgerechnet in meinen Semesterferien auf Geschäftsreise muss. Klar habe ich Freunde und kann zu Meet Ups gehen, aber in dieser riesigen Stadt (Tokyo) kostet jeder Weg (gibt keine Monatskarte), jedes Treffen im Café, aber man trifft sich halt auch kaum mal zu Hause bei jemandem. Ich werde mir ein paar Projekte suchen und öfter mal meine Eltern anrufen – ich kann zwar inzwischen wieder relativ gut allein sein, aber soziale Isolation schlägt mir dann noch ziemlich aufs Gemüt. Menschen sind nun mal soziale Tiere.

  7. Den Sonntag, sowie Feiertage mag ich gar nicht. Man gammelt nur so vor sich hin und am Ende ist man unzufrieden, weil man nichts produktives geleistet hat. Ich finde das sehr unbefriedigend und freue mich, wenn solche Tage wieder vorbei sind und alles wieder seinen gewohnten Gang nimmt. Der Montag und der Freitag sind übrigens meine Lieblingstage.
    Schönen (gammel) Sonntag noch 🤗

  8. Sehr interessantes Thema und super Strategien! Ich hatte auch meine Probleme mit den Sonntagen, als ich noch Single war und das Gefühl, der Sonntag gehört den Paaren. Inzwischen finde ich Sonntage toll, vorausgesetzt der zu erwartende Montag stresst mich nicht. Das ist wirklich ein wichtiger Punkt!
    Dass Sonntage auch in unserer heutigen Gesellschaft noch spürbar weniger hektisch sind und nicht auch da schon nonstop überall alles offen hat, finde ich wichtig und gut; es bietet zumindest mal eher die Gelegenheit, sich mit sich und seinem Befinden und seinen Gedanken zu beschäftigen, so wie Sundaylover es oben schreibt und wie du es so treffend als „gepflegte Melancholie“ beschreibst.
    Schönen Tag noch, auch wenn er nicht zu deinen Lieblingstagen zählt! ;-)
    Ellen

  9. Ich liebe und brauche den Sonntag. Ich arbeite sechs Tage die Woche – der Sonntag ist der einzige Tag, an dem ich nicht um fünf Uhr morgens aufstehen muss. Der Sonntag ist der einzige Tag der Woche, an dem mich nicht schon beim Aufwachen tosender Verkehrslärm umgibt. An dem mir kein Termin den Tag verdirbt. Ein einziger Tag, an dem ich einfach nur tun darf, was ich will. Es sieht tatsächlich so aus, als hätten die Menschen in Deutschland viel zu viel Freizeit und seien zu dumm, mit ihrer Freizeit etwas anzufangen. Kein freier Wochentag kann diesen Tag ersetzen.

  10. Also ich liebe Sonntage. Bei mir ist da schon pathologisches Gammeln angesagt. Einfach die Seele baumeln lassen. Etwas Lesen, Musik hören und die freie Zeit genießen, bevor wieder eine stressige Woche startet. Wir leben in hektischen Zeiten, da ist ein solcher Tag wirklich ein Geschenk für mich. So, genug der Worte: ich muss gammeln.

  11. Ich freue mich immer sehr auf das Wochenende. Endlich Ausschlafen, kein permaneter Zeitdruck durch Vorgesetzte, die mich buchstäblich minütlich überwachen, und immer mehr fordern, obwohl ich dieses Jahr 60 werde. Gehe täglich zur Arbeit mit dem Wissen, dass ich endlich gehen soll, obwohl ich gute Arbeit leiste… Spätestens Sonntag Nachmittag bin ich aber wieder im Tal, kann dann nur mit Schlaftabletten einschlafen, weil ich weiß, dass Montag der stressigste Tag ist und ich wieder nicht genug Telefonate und Vorgänge „durchprügele“…

    1. DAS kann ich sehr gut nachempfinden… In den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit war der „Sonntagsblues“ bei mir deswegen so ausgeprägt, weil ich wusste, dass der Montag auf mich wartete mit all seinen Ungewissheiten und dem immer größeren Druck, dem ich in meinem beruflichen Umfeld ausgesetzt war. Ich hielt trotzdem durch… bis es nicht mehr ging und ich aus medizinischen Gründen aus dem Dienst genommen werden musste.
      Seitdem ist diese unerträgliche Anspannung verschwunden und der Sonntagsblues gehört der Vergangenheit an.
      Achte auf Dich 🤗!

      1. Danke für Deine Worte. Ich bin seit Jahren wegen Depressionen in Behandlung und war schon mehrfach kurz davor, aus dem Betrieb auszuscheiden. Aber ich bin dort seit 18 Jahren und nicht so leicht kündbar. Der Arbeitsmarkt wartet nicht auf mich. Ich habe Verpflichtungen, muss noch 4 1/2 Jahre durchhalten. Derzeit bin ich krankgeschrieben wegen eines Unfalls. Ich werde mit dem Hamburger Modell einsteigen und mein Betrieb macht schon wieder mit mails auf sich aufmerksam. Eine Woche Galgenfrist habe ich noch…
        Wenn ich wieder nicht mehr kann, ziehe ich die Notbremse.
        Alles Gute!

  12. Ein sehr interessanter Beitrag. Ich kenne dieses „Sonntagsgefühl“. Manchmal komm ich mir bescheuert vor, weil ich so fühle. Es ist gut zu wissen, daß es anderen auch so geht.
    Liebe Grüße!

  13. Das finde ich echt interessant, dass es diesen Sonntagsblues bei so vielen Leuten noch gibt. Ich hätte gedacht, dass das in den heutigen Zeiten, wo sonntags gearbeitet wird, keiner mehr in die Kirche muss und auch Läden, Sportstudios, etc. geöffnet sind, irgendwie verschwunden ist – zumindest hier in Berlin haben sich die Wochentage doch inzwischen sehr angeglichen.
    Ich kenne dieses Gefühl aber aus meinem Studium – allerdings nicht jeden Sonntag, sondern immer, wenn das Semester vorbei war oder ich eine Hausarbeit abgegeben hatte. Danach kam dann das große schwarze Loch. Seit ich im Schichtdienst arbeite, ist das allerdings komplett verschwunden, weil mein „Sonntag“ ziemlich oft auf einen beliebigen anderen Wochentag fällt. Und ich genieße es dann durchaus, mich zurückzuziehen und Dinge für mich zu tun, von Sport bis Netflix.

  14. Ich hasse auch Sonntag und habe da auch depressive Verstimmungen. Bordsteine hochgeklappt und Hiroshima Atmosphäre.
    Aber was anderes lieber KK: Immer wieder begegnet mir im Netz die Werbung über diese Wunder Goji Beere Creme von Hendel’s Garden mit angeblichen zahlreichen Berichten über Wunderwirkung.
    Kennst du diese Creme oder würdest du die auch mal testen wollen.
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht an die Wunder-Kraft irgendwelcher Beeren, zumal es bestimmt so sein wird dass die Creme zu 99 % aus Vaseline besteht und zu 1 % aus Gojibeere. Trotzdem bin ich ein Werbe-Opfer und mich würde es trotzdem interessieren ob da möglicherweise was dran ist.

  15. Hmmm. Ich weiß genau was Du meinst. Also nachfühlen. Ich hatte das wärend Schulzeit und Studium. Und noch eine ganze Zeit danach. Ich hatte den Sonntag gehasst. Man musste lernen, hat das viel zu lang geschoben. Keiner hatte Zeit und wollte was machen am Sonntag.
    Ich hatte immer dieses „eigentlich“ solltest Du was tun schlechte Gewissen. Und hatte einfach keine Lust. Und so war der ganze Sonntag ein Trauerspiel.
    Es dauerte eine ganze Weile, bis ich realisierte, dass das schlechte Gewissen gar nicht sein muss, weil ich ja gar nix mehr lernen müsste. Ich habe den Sonntag morgen als meinen Sportvormittag auserkoren. Seit 24 Jahren gehe ich im Prinzip JEDEN Sonntag Vormittag mit meinem Dad ins Studio (Ausnahme Krankheit, Urlaub, Skifahren, unverschiebbare Einladungen). Danach wird gekocht. Geschlafen. Ins Kino gegangen oder mit Freundinnen/Freunden auf ein „Hallo neue Woche“ Treffen in die Kneipe gegangen. Ich liebe Sonntage. Mann „kann“ nicht mal einkaufen. Und wenn man Sonntag nicht „Putzt“ ist das auch nicht schlimm. Schließlich soll man am Sonntag nicht arbeiten.
    Da kann ich gleich ganz religiös werden. Hautsache kein Stress, keine Pflicht.

    LG Sunny

  16. Ich arbeite jeden Sonntag, von daher kenne ich so etwas gar nicht. Aber auch in Zeiten, wo das nicht der Fall war, hatte ich nie den Sonntagsblues. Das war immer der Tag, an dem die Familie zusammen kam und an dem man einfach nur schöne Sachen machte befreit von jedem Stress. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu doof, um da etwas zu bemerken. :-D

  17. Was mir an Sonntagen zu schaffen macht, ist das Herausgelöstsein aus meiner Alltagsroutine( die ich im Übrigen sehr mag) bei gleichzeitiger Fremdbestimmtheit.
    Solange ich die Sonntage für mich habe ( und bis ich dann wach bin, ist als Nachtmensch ja meist schon Mittag, also der halbe Tag rum) liebe ich sie und genieße die Ruhe, kann tun und lassen, was ich will.
    Aber schon als Kind mochte ich es nicht, wenn ich nicht die Dinge tun konnte, die ich wollte, sondern am Sonntag mit der Familie irgendwo hinfahren musste; oft war es einfach auch schwierig, sich dann gut zu verstehen.
    Und jetzt mit eigenen Kindern erlebe ich den Sonntag oft als den anstrengendsten Tag der Woche, an dem ich alle Aufgaben, die mir sonst abgenommen werden, selbst erledigen muss.
    Auf den Montag freue ich mich aber immer, denn ich mag meine Arbeit und ich mag meinen Alltag.
    Nur bin ich meist trotz Ausschlafen wieder müde- denn wenn wir zwei Tage ausgeschlafen haben( und das funktioniert jetzt mit etwas größeren Kindern endlich wieder), kann ich Sonntag abends nicht vor halb eins ins Bett und muss doch Montags um 6 wieder raus…

  18. Ich hatte früher auch manchmal Sonntag Abend Blues, aber das ist irgendwie im Laufe der Zeit weg gegangen. Vielleicht weil ein paar Hirnzellen mittlerweile abgestorben sind haha. Sonntag ist der Tag, an dem ich ohne Zeitdruck ins Gym gehe oder zu einem Meditationstreffen mit meinen Yogaleuten oder ausgiebig für die Familie koche, wofür in der Woche keine Zeit bleibt. Allerdings habe ich das gleiche Phänomen wie meine Vorrednerin: nach 2 Tagen ausschlafen komm ich Sonntag Abend immer viel zu spät ins Bett und bin dann Montag Morgen total unausgeschlafen. Ich schlafe aber so dermassen gerne aus, dass ich das in Kauf nehme. Schönen Montag allerseits.

  19. Danke für diesen Beitrag. Ich dachte echt schon, ich sei allein mit dieser Einstellung.
    Ich konnte Sonntage auch noch nie leiden.
    Dieser Tag war für mich schon immer recht sonderbar. Jeder der Familie ist an diesem Tag zu Hause, die Stimmung ist bedrückend und der gewohnte Rhytmus ist einfach nicht mehr da, was fûr Asperger Menschen wie mich eh schon schwer zu ertragen ist.
    Ich freu mich allerdings auf die Montage. Sie sind fûr mich immer wie ein kleiner Neuanfang. Dinge, die ich mir vorgenommen habe, müssen immer an einem Montag beginnen. Und ich liebe Samstage, weil das ein Tag ist, an dem ich hin und wieder mal Freunde treffen mag.

  20. Echt jetzt? Ich habe nicht gewusst, dass es solche Depressionen gibt und bei Dir hätte ich niemals damit gerechnet!
    Für mich gibt es kaum etwas Schöneres als einen freien Sonntag oder einen Feiertag.

    In der Schulzeit waren wir am Wochenende regelmäßig unterwegs.
    Im Sommer auf dem Boot und im Winter ging es auch immer raus oder es gab gemütliche Nachmittage vor der Glotze mit Kinderfilmen und Kakao.

    In meiner Lehre und an den ersten Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft war eh alles verschoben, den Tieren sind die Wochentage egal. Also hiess unser Schichtplan „rollende Woche“. An der Uni in Berlin brauchte ich den Sonntag zur Erholung von der Nacht davor ;-)

    Und seit ich blogge, „arbeite“ ich auch sonntags immer ein wenig. Falls Mal die Zeit nicht reicht und etwas liegen bleibt, dann laufen Sachen wie Haushalt und Wäsche ja nicht weg.

    Montagsmuffelichkeit ist doch ein Instagram-Phänomen, oder? Das tut man so, weil es alle zelebrieren. Wenn man sonst nix zu sagen hat, postet man montags eben eine kitschige Kaffeetasse. Genau wie dieses regelmäßige #TGIF, wenn das Wochenende vor der Tür steht.

    Für mich ist das frühe Aufstehen an jedem Tag eine Herausforderung, aber deshalb bekomme ich keine schlechte Laune mehr. Ich könnte ja etwas ändern, wenn ich es will. Es liegt doch alles nur an mir.

    Fröhliche Sonntagsgrüße aus dem ICE von Frankfurt nach Hamburg!
    Bärbel

    1. Sorry, mein Kommentar dümpelte seit Sonntag ungesendet auf dem Klapprechner herum. Jetzt sitze ich im ICE nach Berlin und habe den Rechner wieder aufgeklappt – sende ihn einfach hinterher.

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