LIFESTYLE: JA IST DENN SCHON WIEDER KARNEVAL…?

Ich habe ja schon oft und viel über den Karneval geschrieben. Wir zwei werden einfach keine Freunde mehr. So ein klein wenig muss ich heute dann doch noch mal ablästern. Und dazu gibt es noch den „ultimativen Anti-Kater-Tipp“…

 

Ich entschuldige mich schon mal prophylaktisch bei allen Vollblutkarnevalisten: Sorry, aber Karneval ist wie Leber essen. Entweder man mag es, oder eben nicht. Da ich zur „nicht“ Fraktion gehöre, liegt es mir natürlich immer sehr, zum Rosenmontag eine kleine Glosse zu verfassen. Das Problem ist nur: Es wurde ja schon alles geschrieben!

Ein befreundeter Psychiater beschreibt das Treiben zur praktisch kältesten Jahreszeit des Jahres bei uns übrigens so: „Ein kollektiv verordnetes Besäufnis mit viel platter Erotik und nacktem Fleisch“ Äh ja, hat er gesagt, nicht ich. Und ihr seht mich ja nicht, wie ich gerade wohlwollend und zustimmend nicke, oder? Obwohl es für diese Zustandsbeschreibung nun nicht unbedingt einen Psychiater braucht. Kollektives Saufen, Fleischbeschau und bekloppte Lieder grölen gibt es ja auch im Sommer – auf dieser Insel mit dem outdoor Irrenhaus „Ballermann 6“. Oder sogar in Österreich, dort nennen sie es nur „Wiener Opernball“ 😉

Denken wir doch mal an begnadete, heiße Körper. An sexy Outfits. Mitreissende Rhythmen und aufreizende Bewegungen, sodass man gleich mitmachen möchte. Seien wir ehrlich: All das gibt´s in unseren Breiten zum Karneval nun wirklich nicht. Wenn schon Karneval, dann dürfte er per Gesetz nur in Rio de Janeiro stattfinden, und sonst nirgendwo.

Heute treibt es die Alaafisten also wieder auf die Straßen, um bei Minusgraden auf offenbar von Kindergartenkindern gestaltete Wagen zu warten, von denen herab man sich dann auch noch mit Lebensmitteln bewerfen lässt. Wenn die Arbeitsgemeinschaft Heiterkeit in Mehrzweckhallen und Festzelten ihr Unwesen treibt, bleibt eine Sache meist nicht aus: Der Kater am Tag danach.

Da stellt sich meist anschliessend die Frage: Magen oder Leber? Also lieber Magenbluten oder Leberversagen? Die typischen „Reanimationsmedikamente“ nach erfolgreicher Intoxikation sind nämlich Aspirin und/oder Paracetamol. Dumm nur, dass diese solch üblen Nebenwirkungen haben können, die sogar gar nicht so selten vorkommen, zu denen die Pharmaindustrie aber gerne schweigt.

In den USA wird nun ein von der höchsten US Arzneibehörde (FDA) zugelassenes „Katermedikament“ vertrieben, das angeblich Katersymptome innerhalb von 30 Minuten beseitigen soll. Es dauert sicher nicht mehr lange, bis das auch bei uns einen tosenden Applaus bei allen Schluckspechten der Nation verursachen wird.

Doch der Pferdefuß naht bereits: Was ist drin in „Blowfish„, dem Wunder-Wiederbelebungsmedikament mit staatlicher Wirkungsbestätigung? Die Arznei enthält in mehreren Tabletten 1000 mg ASS (also Aspirin), 120 mg Koffein und ein Antacidum, um den Magen zu beruhigen. Shocking: In der Packung ist eine Dosis enthalten (2 Tabs) für ca. 3 US Dollar.

Mal abgesehen von der durchaus heftigen Koffeindosis (da reicht auch die Hälfte!), kann man das gut und gerne (deutlich günstiger) auch hier bei uns selbst kopieren:  Es braucht eine große Tasse starken Kaffees, Zwei Aspirin und eine Kapsel Protonenpumpenhemmer. Dieser wirkt länger auf die Schleimhaut angreifende Magensäure als ein simpler Säurebinder. Somit wird man wieder munter (Koffein), der allgemeine Katerschmerz/Kopfschmerz lässt nach (Aspirin) und man braucht keinen Magendurchbruch befürchten, weil Alkohol und Aspirin nun wirklich nicht magenschonend sind.

Und was das US Medikament schon mal gar nicht hat: Die wichtigste Zutat für eine erfolgreiche Katerbekämpfung – den sauren Rollmops!

Alaaf und Helau!

 

 

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(Grafik: Blowfish   Keinerlei Sponsoring)

11 Kommentare

  1. Guten Morgen lieber KK! Wieder mal herrlich abgelacht dank dir und deiner Eloquenz!!! Entweder man hat es drauf oder nicht! Und du hast es eben ausgesprochen gut drauf!!!!!!!!!! Eine tolle Woche für dich! Liebe Grüße

  2. Meine Gedanken heute morgen waren – Morgens leere Züge, Bahnhöfe, die nach Erbrochenem riechen – klar, ist wieder Fasnacht hier im Allemanischen. StraßenUmzüge mit hässlichen, angsteinflössenden Kostümen und überall erschallt es von den sonst spassbefreiten Mitmenschen „hoorig“ oder „narri narro“.
    Da verstecke ich mich doch lieber auf Arbeit und halte es nach dem Motto der FDP – lieber gar kein Kostüm als ein schlechtes Kostüm 😉

  3. Ich bin also nicht der einzige Faschings-„Autist“ 🙂 .

    Ich wundere mich jedes Jahr, wieso Menschen, die sonst „in den Keller lachen gehen“, während dieser sogenannten fünften Jahreszeit auf einmal glauben, lustig zu sein, bloß weil sie sich eine Kasperlmütze oderwasauchimmer aufgesetzt haben …bei vielen ist es auch nur ein Ventil, endlich einmal so richtig die Sau rauslassen zu können.

  4. Ich kann dem Karneval auch so gar nichts abgewinnen. Allein die schlechte Musik reicht voll und ganz um mich abzuschrecken. Das Beste daran sind die leeren Autobahnen, heute bin ich ganz ohne Stau zur Arbeit gefahren und das ist ja dann auch mal schön 🙂

  5. Ich hab zwei Antikater-Medikamente auch im dm gesehen, wesentlich teurer, aber offenbar anders aufgebaut. Mindestens eins war ein zwei-Phasen-Produkt, eins schon am Abend, das andere am nächsten Morgen. Der Preis war aber so, dass ich das nicht mal einfach zum Probieren mitgenommen habe. Ich bekomme mittlerweile relativ schnell einen Kater, auch ohne viel Alkohol.

  6. Ich hasse Karneval ja auch. Diese grotesken Outfits. Diese furchtbar Musik. Und dann die Vorstellung, bei Regen und Kälten zwischen den Betrunkenen auf der Strasse rumzulaufen… brrrrrrr arrrrgggg neiiiiin. Bei Kater empfehle ich, banal banal aber so ist es halt: viel Wasser, Magnesium und Ingwer. Ingwer hilft 1A gegen leichte Übelkeit.

  7. Ich bin zu norddeutsch für den Kram.

    Selbst als Kind habe ich mich nie gerne verkleidet, als es noch diese Kindergarten- und Schulpflichtveranstaltungen (ja, ja…lang ist her 🙂 ) gab.
    Meist ging ich als Matrose. Weiße Hose, Ringelshirt und ein Matrosenmützchen aufs Haupt und ab die Post….
    An gute Tage lies ich mir noch einen Schnurrbart ankleben, aber da auch nur höchst selten.

  8. Hallo und schöne Woche,
    Ich mag Karneval oder Fasching, wie es bei uns in Österreich heißt, auch nicht, aber den Opernball mit einer Faschingsveranstaltung gleichzusetzen, das ist m. M. n. unzutreffend und nicht nachvollziehbar.

    Der Opernball ist der Traum vieler Menschen, ich weiß nicht, ob du den Modus Operandi kennst, aber die Eröffnung durch das Jungdamen und Herrenkomitee ist das Highlight des Abends. Die Debütanten werden in monatelangen Auswahlverfahren aus den besten Tänzern gewählt, proben akkurat und sind unglaublich stolz darauf.

    Die Kleiderordnung verbietet „Fleischbeschau” und es wird auch nicht „kollektiv gesoffen“ und es werden auch keine „bekloppten Lieder gegrölt“.

    Im Gegenteil, die Veranstaltung ist auch kulturell und politisch bedeutsam, die Bundesregierung ist vertreten und Kanzler Kurz hat zum Beispiel heuer ein politisches Statement mit seinen Gästen Waris Dirie (Menschenrechtsaktivistin, die gegen die grausame Praktik der Beschneidung von Mädchen in vielen Ländern kämpft) und dem irischen Ministerpräsidenten Leo Varadkar mit Partner Matthew Barrett gesetzt.

    Künstler aus vielen Länder besuchen den Ball, unter anderem der Stargeiger Yury Revich.

    Man könnte noch vieles zu dem Thema schreiben, generell finde ich, einen Ball mit einer Faschings(Karnevals) Veranstaltung gleichzusetzen, wäre so, als würde man einen Besuch bei einem Würstelstand mit einem Dinner in einem Haubenrestaurant gleichsetzen.

    Beides ist ok, hat seine Fans, aber ist eben komplett verschieden.

    Nix für ungut, wie man bei uns sagt, aber das lag mir am Herzen.

    Liebe Grüße

    1. Deswegen gabs auch einen entwaffnenden Smiley neben dem Vergleich. Sowas setze ich sonst kaum.
      Und dass die Veranstaltung hochrangiger als Karneval ist, dachte ich mir natürlich. Das war eine ironische Überspitzung.
      Allerdings ist das Gebaren von Herrn Lugner mitsamt seinen eingekauften Luder und B Promis durchaus mit Karneval zu vergleichen. Und Fleischbeschau gibt’s da allemal.
      Viele Grüße, KK

      1. Ich denke, das hängt auch sehr stark mit der Berichterstattung auf deutschen TV-Sendern zusammen. Wir sehen eben immer nur Lugner mit all seinen Fehltritten und das ganz große Drama hinter den Logen. Ansonsten zeigen sie uns ja nicht viel davon.

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