LIFESTYLE: SELBSTERKENNTNIS FÜR ANFÄNGER

Da haut der gute KK gestern mit Ausdrücken um sich, wie zB. „Visualisierung“, „Selbsterkenntnis“, oder „Meditation“, und alle so „Hä?“… Nun ja, aller Anfang ist schwer und  solche Themen wie Selbsterkenntnis oder Meditation laufen bei vielen Menschen unter „Unheimliche Begegnungen der schlimmsten Art“. Dabei ist das gar kein Hokus Pokus, sondern eine Art Mechanik in unserem Wesen, die man nur zu bedienen wissen muss. Leider wird uns Menschen die Betriebsanleitung nicht mitgeliefert. Also heißt es Ausprobieren, und ich helfe dir ein klein wenig dabei…

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Hokus-Pokus und Simsalabim…

Zuerst einmal verabschiede dich von Dingen, die du im Zusammenhang mit Meditation (und anderen heute so modernen) „Selbstoptimierungsmaßnahmen“ einmal in Filmen oder Fernsehen gesehen, oder davon geradezu atemlos gelesen hast. Vieles davon ist schlicht und einfach überschätzt. Irgendwie haben wir alle den Hang, etwas uns Unbekanntes zu mystifizieren.

ZB. mag uns Yoga exotisch vorkommen, gehören ja auch viele uns fremde Bezeichnungen und Rituale mit dazu. In Indien hingegen ist Yoga „Volkssport“. Und wenig anders ist auch der Effekt einzuordnen: Man wird beweglicher, man wird agiler und man hat einen beruhigenden Effekt auf das vegetative Nervensystem. Und jetzt sage ich etwas Ketzerisches: Das ist NICHTS was man nicht auch mit entsprechenden „modern-westlichen Turn- und Entspannungsübungen“ hinbekäme.

Aber Yoga hat den Heiligenschein und ist für die meisten Menschen in unserer westlichen Welt ein kleines bisschen unheimlich. All diese Posen, all diese Turbane, all diese Bärte, all diese Bezeichnungen. Wer fährt nicht ehrfürchtig zusammen, wenn er den „herabschauenden Hund“ machen soll, oder gar zum „Krieger“ wird. Da ist der „Sonnengruß“ noch romantisches Geplänkel. Und immer könnte die nächste Übung der „flinke Fakir“ sein, oh Schreck.

 

Doch wenn es darum geht, einmal neben sich zu treten und sich seiner selbst bewusst zu werden, dann haben die meisten von uns ein großes Problem: „Wie soll ich das bewerkstelligen?“

Das liegt zumeist am „Erfolgsdruck“. Wir sehen ständig vergeistigte Menschen, die in den tollsten Posen und mithilfe von wild räuchernden Kerzen und Stäbchen angeblich Bewusstseinsebenen erreichen, die uns augenscheinlich verschlossen bleiben.

 

Doch was will ich eigentlich erreichen?

Zumeist geht es um Klarheit zu unserer eigenen Person. Wir wollen uns von aussen betrachten und unsere Situation, auch in der sozialen Gemeinschaft, einschätzen können. Wir wollen daraus Einsichten entwickeln, die uns aufzeigen ob wir den „richtigen Weg“ eingeschlagen haben, oder ob wir falsch abgebogen sind. Wir möchten dazu innere Ruhe und Gelassenheit erlangen, denn nur so kann man sich seinem Innersten stellen, und dabei ehrlich zu sich sein. Das Gegenteil von Selbsterkenntnis ist übrigens die Selbsttäuschung.

Ich leite schon seit vielen Jahren einige sehr erfolgreiche Entspannungs- und Selbstwahrnehmungskurse, die ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung selbst entwickelt habe. Dabei gibt es keine Scharlatanerie, sondern einfache Vorschläge, die man umsetzen kann, aber nicht muss. Und es gibt eine wichtige…nun, nennen wir es „Grundregel“:

 

SIMPLIFY!

Man kann nicht einfach an NICHTS denken! Man muss keine Angst vor seinen Gedanken haben! Wenn diese abschweifen…auch gut. Es gibt kein Falsch, niemals!

Es geht schlicht darum, seine Gehirnwellen in einen bestimmten Schwingungszustand zu bringen, der eine gewisse Ruhe und Ordnung in uns auslöst. Dazu gibt es viele Wege.

Die meisten Menschen sprechen auf eine Atemmeditation an. Das bedeutet, dass man sich auf seine Atmung konzentriert, sie analysiert, verändert, damit spielt, was auch immer.

Auch Visualisierung ist nichts Wundervolles, sondern einfach nur ein Bild, welches man sich vor Augen führt. Und das ist leicht, denn meist geht es um Situationen aus unserem täglichen Leben. Wenn ich Visualisieren möchte, wie ich lieber einen Apfel statt einer Tafel Schokolade esse, dann stelle ich mir das ganz einfach genau so vor!                                                             In bekannten Umgebungen, genau zu der Tageszeit und mit den Menschen, wann eben der süße Hunger auf mich einstürmt. Und dann stelle ich mir vor, wie ich in den Apfel beisse, wie er sich anhört, wie er schmeckt, wie das Fruchtwasser beim Biss auf meine Nase spritzt, usw.

Auch hier gilt: Sei kreativ, es gibt kein Falsch, stell es dir so vor, dass es dich anspricht, im besten Falle berührt! Verknüpfe Emotionen. Setze das Szenario vielleicht in einen sonnendurchfluteten Raum, oder du stellst dir dabei die enge Jeans vor, in die du schon immer hinein passen wolltest.

Langer Rede, kurzer Sinn: Visualisierung ist ein Werkzeug, um sich selbst zu beeinflussen. Im besten Fall, um eine Verhaltensänderung zu initialisieren.

Meditation ist ein Werkzeug, um eine innere Gelassenheit herzustellen, die uns helfen kann, einen eventuell verstellten Blick wieder auf das Wesentliche zu richten.

Innere Unruhe und Ängste lassen sich oftmals auch auf diese Weise lösen, weil wir nötige Klarheit brauchen, um keine Ängste zu haben. Nur was wir kennen, wessen wir gewahr sind, macht uns keine Angst.

Gemeinsam ist diesen einfachen Tools, dass sie uns eine Erkenntnis darüber bringen, was unsere eigenen psychischen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Realitäten sind.

Wer dazu Yoga braucht, oder lautlose Meditation, oder einsam am See fischen geht: Gut! Wenn man es „durchzieht“, also nicht zu viele Fragen stellt, sondern einfach mal TUT, ohne Angst vor einem Falsch zu haben, wird merken, wie die Auswirkungen auf den eigenen Körper und Geist aussehen. Aber keiner ist gezwungen einen Lotussitz oder einen Kopfstand einzunehmen, um sich innere Klarheit und Gelassenheit verschaffen zu können.

 

 

 

(Fotos: deathtostock,   Keinerlei Sponsoring)

 

(Alles hier ist nur ein Vorschlag in stark verallgemeinerter Form. Es soll keinesfalls Diagnose, Heilung oder Anleitung betrieben werden. Bei Unklarheiten zu Krankheiten und/oder psychischen Zuständen bitte unbedingt einen Arzt des Vertrauens konsultieren!)

 

 

13 Kommentare

  1. Ich glaube, das ist der Schlüssel: einfach mal tun – ohne darauf zu achten, ob es richtig oder falsch ist. Und genau deswegen praktiziere ich Yoga auch nur für mich – je mehr man in die Materie einsteigt, desto abtörnender ist das bisweilen. Leben oder leben lassen? Eher nicht.

    Und nachdem ich deinen gestrigen Post habe sacken lassen, fiel mir auf, dass das mit der Visualisierung doch schon irgendwie klappt – allerdings eher bezogen auf die Situationen, die nicht eintreten sollen – das aber funktioniert oftmals erschreckend gut. Und weil das eben sehr gut funktioniert, habe ich mittlerweile logischerweise Angst vor dem, was sich da gelegentlich in meinem Kopf abspielt. Also höchste Zeit, da mal bewusst ranzugehen. 😉

    LG Anna

  2. Ihr Lieben. Als leidenschaftliche und begeisterte Yogini kann ich das aber nicht so stehen lassen, dass Yoga nur ein Sport ist wie jeder andere. Wenn man nur so bisschen Übungen macht, dann ist es Gymnastik, und sicher auch sehr gesund, aber halt kein Yoga. Yoga besteht aus 8 „limbs“, von denen die Asanas (also die körperlichen Stellungen) noch nicht einmal die wichtigsten sind. Da wären unter anderem nämlich die Yamas (moralischer Verhaltenskodex) wie Ahimsa (non-violence) oder Aparigraha (non-attachment), dann wären da die Nyiamas, also die Tätigkeiten die man auszuführen hat, z.B. Tapas (Disziplin in diesem Fall, und nicht etwa Chorizo Häppchen zum Rioja), dann natürlich auch die Asanas (Übungen) und Pranayama (Atemübungen) und Dhyana (Meditation). Das alles zusammen ergibt Yoga, und ohne die verschiedenen Bestandteile ist es wie gesagt, Gymnastik, aber kein Yoga. Pilates z.B. ist ein bisschen so ähnlich wie die Yoga Übungen, wenn einem das spirituelle drum herum nicht zusagt. Denn das ist natürlich in der Tat nicht jedermanns Sache. Ich selbst liebe es und möchte es nicht mehr missen, ja ich behaupte sogar, mich ein bisschen selbst besser zu kennen.

      1. Liebe Exilberlinerin, da bin ich ganz bei dir: Yoga ist kein Sport wie jeder andere. Es ist eine Lebenseinstellung. *räusper* Vielleicht eine Lebenseinstellung die auch bestimmte Bewegungs/Sportelemente beinhaltet? 😛 Und sonst halte ich es da u.a. mit Tara Stiles: Dein Yoga, dein Leben – oder eben mein Yoga. 😉

  3. Lieber KK!
    Ich kenne dein Programm und mache regelmäßig zweimal wöchentlich den Kurs mit. Ich muss sagen, dass das genauso ist wie du es sagst. Es gibt einen sportlichen Teil und einen vergeistlichten Teil. Die Kombination finde ich besonders gut. Yoga ist mir selbst ,auch,al etwas zu verbissen und es gibt zu viele Übungen, die mein Körper nicht mag. Ich schaffe auch keinen Lotussitz mehr, oder einen Kopfstand. Lustig, dass du das auch erwähnt hast. Deshalb bin ich froh über diese Alternative.
    Ich finde das Konzept auch sehr gut durchdacht, es gibt somit das Beste auch zwei Welten: der Yogawelt und der Meditationswelt.
    Und du betonst auch immer, dass die Auswirkungen spürbar werden, wenn man es einfach mal macht. Und so ist es auch.
    Der riesige Erfolg von Yoga ist bestimmt deshalb so groß, weil viele andere Leute mit normalem Sport nichts anfangen können und sie ein fremd klingendes Label eher akzeptieren.
    Bitte unbedingt weiter so!
    Frau van der Putten

  4. Blöd das du so weit weg wohnst , ich bräuchte auch mal einen Kurs wo ich lerne zu entspannen. Ich wurde erst gestern wieder Hibbel Mors genannt. 😂 Ständiger Puls auf 100 und ich werde auf der Arbeit speedy Gonzales genannt. Witzig ist es aber auch anstrengend.

    1. Hast du schon einmal deine Schilddrüse checken lassen?
      Ständig so hoher Puls ist auf Dauer nicht so toll.
      Aber wie du schon sagst: Ein Entspannungskurs kann nie schaden.
      Liebe Grüße, KK

      1. Habe ich alles checken lassen total in Ordnung, ich habe betablocker verschrieben bekommen aber ich möchte die nicht unbedingt nehmen. Da mein Blutdruck relativ niedrig ist 100/80 oder 90/80 Ist auch Tagesform abhängig.

    2. Entspannen kann man auch z.B beim Autogenen Training. Mein Mann macht gerade so einen Kurs und findet es sehr gut. Und die Krankenkasse sponsort das auch noch mit 80% Rückerstattung.

  5. Ahhhh wie toll, habe erst vor kurzem einen MBSR Tag gehabt und bin auch total begeistert von Meditation sowie Yoga 🙂
    Tolles Thema und ich würde sehr gerne mehr davon hören 🙂

    Liebe Grüße

    Sabine

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