HERR KK ERKLÄRT DIE WELT: NEUER AUSBILDUNGSBERUF: SPIELERFRAU?

Nach der altbekannten „Zahnarztgattin“ (80er Jahre Relikt), und dem wohlbekannten IT-Girl, sind ja nun die Zeitungen voll mit den Spielerfrauen der Fußballnationalmannschaft 2016. Klar, es ist ja auch Europameisterschaft, und da die kantigen Beine der Kerle alle langweilig sind, und auch Ronaldo mal nen „Bad Hair Day“ hat, stürzen sich alle auf die vermeintlich heißen „Spielerfrauen“. Ehrlich? Find ich alles eher lauwarm…

Gleich ist Anstoß: Deutschland gegen die Ukraine. Und alles woran ich gerade denken kann: Schaffen es die Spielerfrauen auch rechtzeitig, geil gestylt und wichtig dreinblickend, auf die Hochsicherheitstribüne, um ihren bolzenden Kerlen moralisch beizustehen? Hach, herrlich. Bei diesem Satz lache ich ja schon bei jedem zweiten Wort. Aber mal langsam. Wie komme ausgerechnet ICH heute auf ein Thema mit „Wer geht mit wem ins Bett“?

Nun, irgendwie ist das Sommerloch ja schon so ein bisschen vorgezogen worden. Da wird gemordet und terrorisiert wo und wie es nur geht in der Welt, aber wichtig ist gerade doch eher warum Reus nicht zur EM darf, und ob Hummels sich aus der perfekten Manndeckung seiner Cäßßy befreien kann. Sportreporter sind zu 90 Prozent Kerle, die auch gerne den manchmal drögen Fußball mit nem Nummerngirl verschönern würden. Oder mit Cheerleaderinnen! Nun gut, Vorlieb nehmen müssen dann alle mit den knochigen Schiedsrichtern, oder den alten Geldsäcken Funktionären am Spielfeldrand.

Ran müssen dann eben die Spielerfrauen, deren Status von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Heute bekommen diese jungen Frauen Schlagzeilen wie: „Der Deutsche Spielerfrauen-Kader“ (Gala), „Das sind die heißesten Spielerfrauen“ (Focus), oder gar „So haben sich Cathy und Co ihre Spieler geangelt“ (RTL). Unglaublich, nicht wahr? Spielerfrau zu sein bedeutet der PR Ritterschlag überhaupt. Mit einem Zack ist man eine „Marke“ und richtig was Wert! Werbeverträge locken, und eigene Publikationen (zB Modeblogs) erreichen galaktische Besucherzahlen.

Wo die Liebe hinfällt, könnte man nun sagen, und achselzuckend weiterblättern. Wenn ich mir da nur nicht Gedanken darüber machen müsste, was das eigentlich wieder über uns alle aussagt. Wir, ich ja gerade auch, vergeuden Lebenszeit und Gehirnspeicherplatz mit Informationen über Frauen, die in einer Beziehung mit einem Fußballspieler sind, und meist bereitwillig öffentlich darüber Auskunft geben. Inklusive Blick in den Kleiderschrank und unter die Unterwäsche (Playboy macht ja nun mal soo geschmackvolle Fotos, die Enkel werden die Omi später bewundern!).

Gossip halt. Aber eigentlich hätte ich doch gerne ein bisschen Klatsch und Tratsch über die Leute, die mir durch eigene Aktionen/Leistungen aufgefallen sind. Dieses passive „ich schmeiß mich an was Berühmtes, dann werde ich auch berühmt“ hat mich schon immer angekotzt. Und nun wird, dank RTL und Co, ein „Ausbildungsberuf“ daraus? Erscheint dann demnächst die App „Wo steckt der reichste Spieler gerade?“ (Kostenpflichtig dann der In-App Kauf „Und in WEM?“)

Und dann Bücher auf Platz 1 der Bestsellerliste nach dem Motto: „So habe ich den Startorhüter geknackt!“, oder „100 Tipps fürs erste Date mit einem Spieler!“ (Erster Tipp: Wir erklären die Abseitsfalle. Hahaha!). Kinofilme folgen: „True Love – Die Story von Cathy und Mats“. Das Fernsehen macht dann daraus das Event-Movie: „Pest und Elend – Wir halten auf ewig zusammen!“

Spielerfrauen müssen sich übrigens nach ungeschriebenen Gesetzen benehmen! Diese zu verletzen wird mit Haare abschneiden, oder Nagellackentzug bestraft. Besonders schlimm: In der Bildzeitung nicht mehr vorkommen. The Death Sentence Of Reality Stars! Also sind sie allesamt immer gut gelaunt, straff trainiert, perfekt gestylt und geschminkt aber niemals redselig! Das könnte nämlich schlimm enden, wenn sie mal sagen müssten, wie der Nationaltrainer heißt („Rehagel, nä?“), oder warum ihr Mann in letzter Zeit so einen schlappen Eindruck macht – und SIE das im Privaten nur bestätigen kann. Umpf! Dann lieber mal eben ein paar Kollegen beiseite schubsen und Posen auf Teufel komm raus. Posieren können die alle! Sicherlich wird das über 4 Semester gelehrt! GNTM? Lachhaft! „Drama, Baby!“ (Ok, Ausnahmen bestätigen die Regel: Claudia Effenberg wird mir in diesen Tagen geradezu sympathisch!)

Spielerfrauen treten auch grundsätzlich nur im Rudel auf. Sie rotten sich vor Restaurants zum Rauchen zusammen und sitzen gemeinsam auf der Tribüne. Mal sehen, wann es eine von ihnen neben Angela Merkel schafft? In den großen Städten Deutschlands erkennt man sie gleich, in den IN-Clubs, Boutiquen und Restaurants. Immer mit diesem leicht gehetzten Blick: „Wo ist der nächste Fotograf?“ Schlimm für eine Spielerfrau mit Ambitionen: Bei einem Dortmunder Profi zu landen! Da bedarf es schon einiger Überzeugungskraft, ihm mal eben München schmackhaft zu machen. Ober Barcelona!! Ein weiser Mann hat mal gesagt „Spielerfrau kann man nicht werden, man wird dazu geboren.“ (O. Schulz)

Also Mädels, glaubt nicht euren Müttern! Ein gescheiter Job bringt niemanden weiter. Richterin? Überbewertet, das können heute auch schon von Geistern besessene werden! Wer mal richtig rumkommen will, und bei Millionendeals ein Wörtchen mitreden möchte, sollte dringend einen Ausbildungsplatz als Spielerfrau suchen! Übrigens, es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis auch der „Spielermann“ (also der schwule Freund vom Spieler) seinen akzeptierten Platz in der Gesellschaft erhält. Und wie steht es mit den „Spielerinnenmännern“ und „Spielerinnenfrauen“ der Bundeskickerinnen?? Hach, Fragen über Fragen…

Und jetzt bitte ganz schnell alles wieder vergessen!! 🙂

 

 

 

(Foto: Instagram   Keinerlei Sponsoring)

7 Kommentare

  1. Als Spielerfrau wäre ich schon fast überqualifiziert, aber leider schon etwas zu alt. Wenn aber mal was als Bundestrainerfrau frei werden sollte – ich stünde zur Verfügung! Ich hab einen teuren Geschmack, kann die Klappe halten und lästern auch. Bewerbungen gern per Email..

  2. Mal sehen, vielleicht könnte uch mich für eine Saison beurblauben lassen. Nur fand ich Fußball schon immer doof. Ich werde mich also um den Job der Reisebegleitung der neuseeländischen Rugby Trainerriege bewerben. Schließlich sind die die amtierenden Weltmeister keine solch verweichlichten Poser. Stop, der Schweini verdient seit dem Finale meinen größten Respekt. Ich wollte schon immer mal ans andere Ende der Welt.
    LG Sunny

  3. Ach Mensch. Lästern ist böse und pfui und ich möchte nicht wissen, wie sich das auf mein Karma auswirkt, dass ich gerade Tränen gelacht habe. Klasse geschrieben. 😛

    Unter uns: Ich bin ja auch ne (ehemalige) Spielerfrau, die sich damals einen (ehemaligen) Kicker gekrallt hat. Oder er mich… ach egal. Dumm nur: Bezirksliga. Echt unglamourös. Nix Luxushotel. Dafür Zelt und Campingplatz. Aber Ruhe vor der Blöd-Zeitung. DAS war es wert. *g*

    LG Anna

  4. Dass sich der Spielermann so schnell etabliert, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. So weit ist Deutschland noch nicht. Ach was sage ich, so weit ist die Welt noch nicht. Reicht ja schon, wenn man heute morgen liest, Gott hätte das in Orlando so gewollt…

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