SPORT: WIE FINDE ICH DAS ZU MIR PASSENDE FITNESSSTUDIO?

Alle Jahre wieder…Nach dem vielen guten Essen und Müßiggang über die Feiertage, brennen die guten Vorsätze spätestens zum 1. Januar wie Feuer auf den Nägeln (und in unseren Köpfen). Viele möchten dazu in einem Fitnessclub durchstarten. Besser wäre es, sich bereits jetzt das passende Studio auszusuchen, denn momentan sind ja eh alle mit Shopping und Weihnachtsputz beschäftigt. Also genug Zeit und Ruhe, um sich nach einer Sportstätte umzuschauen, die einem liegt! Aber was gibt´s da so, und worauf muss ich achten…?

Grobe Einteilung

Man kann zu Beginn eine recht grobe Einteilung der Fitnessclubs vornehmen, die die eigenen Vorlieben aber bereits berücksichtigt. Da wären dann folgende Studiotypen zu nennen:

  • Das Billig-Studio
  • Der All-In-One Club
  • Der familiäre Fitnessclub
  • Das Damenstudio
  • Der Nobelclub
  • Das funktionelle Studio

Beim Billig-Studio (McFit, FitX…) geht es eigentlich nur ums Geld. Es ist sehr günstig, dementsprechend muss man aber auch Abstriche vornehmen: Gute Kurse, Saunalandschaft, ambitionierte Trainer sucht man hier meist vergeblich, oder findet sie in „Ansätzen“. Die Öffnungszeiten sind meist 24/7

Der All-In-One Club (All in One, 24…) bietet für einen (meist) niedrig bis mittleren Preis das rundum sorglos Paket, Getränke inklusive. Abstriche sind oft beim Personal und der Hygiene zu finden.

Der familiäre Club („Kunzes Bodystübchen“ und Co….) hat was von Tennisverein mit Clubbar. Man kennt sich mit Vornamen und wird oftmals schon nach ein paar Wochen mit Küsschen links, Küsschen rechts begrüßt. Die Ausstattung ist dagegen meist etwas gestrig, Bodybuilding bedeutet hier oft noch Schnauzbart und Uncle Sam Pumphosen. Wer´s mag. Öffnungszeiten sind hier auch eher „familiär“ – Sonntags geschlossen kann da schon mal vorkommen!

Das Damenstudio (Lady Fit, Miss Sporty…) bietet genau das, was der name sagt: KEINE Männer! Nochmals: Wer´s mag…

Der Luxusclub (Holmes Place, Fitness First…) hat alles, was man von einem guten, aber auch teuren Studio, erwartet: Sauna, Solarium, Massage und Pflege, manchmal Schwimmbäder, lizensierte Trainer und dipl. Sportlehrer, Kurse, neueste Geräteparks, zahlreiche Gerätschaften und Ausdauergeräte, sodass es so gut wie nie zu Wartezeiten kommt.

Beim funktionellen Studio (Kieser Training…) ist alles ein wenig spaßbefreiter. Der Sport ist eher auf Rehabilitation ausgelegt, Muskelaufbau für die Disco wird es hier nicht geben! Cardiotraining wird zB. in den Outdoor Bereich ausgelagert. Will sagen: Ab in den Wald! Toll im Winter! Alles hat einen medizinischen Anstrich, will man aber einen ärztlichen Rat zusätzlich zum „Gesundheitstraining“ kostet das natürlich auch EXTRA! Kompetente Physiotherapeuten findet man aber auch in anderen Studios! Kein Grund, warum man sich der Kieser Gehirnwäsche hingeben sollte.

 

Die Feinheiten

  • Zuerst muss man sich darüber im Klaren werden, WAS man persönlich von einem Fitnessstudio erwartet. Und: Muss es ein Studio sein, oder reicht einem womöglich eine Kursreihe beim Stadtsportbund? Um wirklich ein umfassendes Fitnesstraining zu absolvieren, und das ist von den Möglichkeiten und der Vielfältigkeit in einem Sportstudio ungeschlagen, bieten aber nur die Fitnessclubs adäquate Möglichkeiten.
  • Der zweite Faktor, den man sich dringend anschauen sollte: Die Entfernung! Nichts lässt den „inneren Schweinehund“ schneller Oberhand gewinnen, als ein langer Weg zur Sportstätte bei Kälte und/oder Regen! Je näher, desto besser! Immer!
  • Dritter Faktor: Anfänger oder Fortgeschrittener? Anfänger tun dann (leider) doch eher gut daran, nicht in einem Billig-Studio zu landen, da dort die Einweisung (in aller Regel) recht spärlich ausfällt! Nur weil wir Sport in der Freizeit ausüben, ist dieser nicht weniger Ernst zu nehmen. Gerade Anfänger überfordern sich gerne beim ungewohnten Sport bis zur hartnäckigen Verletzung! Für Menschen, die sich mit ihrem Training auskennen, und die nur ab und an mal eine neue Inspiration suchen, ist das Billig-Studio aber völlig ausreichend. Dort herrscht dann auch das Muscle-shirt vor, und das Training ist leistungsorientiert bis hin zum Show-Bodybuilding.
  • Wer Wert auf Socializing legt, sollte dem Luxusclub den Vorzug geben. Hier wird auch meist ambitioniert trainiert, aber genauso gerne wird gequatscht. Man lernt sich schnell kennen, und meist ist man „unter sich“, den hohen Aufnahme- und Mitgliedsgebühren sei Dank! Dafür erhält man Top-Ausstattung, (meist) Top-Trainer und Top-Kurse (Hüstel, besonders anspruchsvolle Groupfitness Barbell Formate!!). Und hier wird meist auch Wellness GROß geschrieben. Um hier nochmals Unterschiede zu erkennen, sollte man auf Sauberkeit und Hygiene schauen. Zertifikate und Prüfsiegel sind Schall und Rauch: Selbst hinschauen!

 

Was alle bieten (sollten)

Einige Dinge sollten heute eigentlich Standard in Fitnessclubs sein, trotzdem muss man schauen, ob sie angeboten werden und ob man eventuell auch darauf verzichten kann:

  • Die Kinderbetreuung ist ein wichtiger Punkt für viele jungen Eltern.
  • Abwechslungsreiche Kraftmaschinen, viele Freihanteln und ausreichend Cardiogeräte sollten ebenfalls selbstverständlich sein.
  • Hygiene wird in guten Studios immer als wichtig erachtet. Auch die Mitglieder können dank ausgestellter Desinfektionsmittel Gerätschaften nochmals selbst desinfizieren.
  • Die Ausbildung der Betreuer ist mit ausschlaggebend für den Trainingserfolg eines jeden Mitglieds. Sind Trainer demotiviert (und das ist auch eine Frage der Bezahlung), werden sie niemals Menschen begeistern (also motivieren) können.
  • Bei Fitnessketten ist es praktisch auch in anderen Städten (bei manchen auch in anderen Ländern – weltweit) trainieren zu können.
  • Die Öffnungszeiten sind zu beachten! Frühes Training, genau wie sehr spätes, muss auch mal möglich sein.
  • Last but not least muss der Preis erschwinglich sein, und der Mitgliedsvertrag sollte heutzutage keine unverfrorenen Fallstricke mehr besitzen, wie zB. Vertragsverlängerung um 24 Monate oder keine eigenen Getränke mitbringen zu dürfen.

Sonderformen, wie zB. das EMS Training sind zwar durchaus sinnvoll, sie bilden aber nicht das gesamte Spektrum eines ausgewogenen Fitnesstrainings ab! Darüber sollte man sich im Klaren sein. Es gehören IMMER Kraft, Flexibilität und Ausdauertraining zusammen. Nicht unbedingt gleichzeitig, aber über die Woche gesehen!

Das Training im trauten Heim sehe ich persönlich sehr kritisch. Wenn man nicht gerade „vom Fach“ ist, läuft man beim Heimtraining Gefahr sich zu unter- oder überfordern und Verletzungen können die Folge sein! Sport muss man auch „lernen“! Es geht ja auch keiner in die Küche und brutzelt sich ad hoc ein 5-Gänge Menü zusammen. Das braucht ebenfalls Wissen und Übung, und das im besten Falle unter kundiger Anleitung! Im harmlosesten Fall verpufft das Training einfach, weil man ständig die falschen Trainingsreize setzt!

Checkliste:

  • Mindestens EIN Probetraining MUSS angeboten werden, sonst Finger weg! (McFit bietet zB. 3 Trainingstage kostenlos.)
  • Gefällt mir das Ambiente?
  • Gefällt mir das Publikum?
  • Überfüllt zu den Stosszeiten? (zB. Montags ab 18 Uhr!!)
  • Sauber oder eher angestaubt?
  • Sind die Trainier frei und offen ansprechbar? Wird man in Kursen als Neuling erkannt und eingewiesen?
  • Ist der Preis für mich erschwinglich?
  • Ist das Studio nah beim Wohnort/Arbeitsstelle? 30 Minuten Entfernung sind eher ein Ausschlusskriterium!
  • Passen die Öffnungszeiten zu meinen (erwünschten) Trainingszeiten?

 

Als Neuling, also zu Beginn eines jeden Sportprogramms, sollte immer zuerst die Meinung des Hausarztes eingeholt werden. Ein kleiner Check-up vor dem ersten Training gibt ein sicheres und unbeschwerteres Gefühl!

 

5 Kommentare

  1. Für mich ist die „spaßbefreite“ Atmosphäre bei Kieser einer der Gründe, seit Jahren 2x Woche dort zu trainieren. Ich mag halt gerade nicht die eisenpumpenden Jungs oder die permanent plappernden Mädels aus den übrigen Studios 🙂
    Bei Kieser hab ich meine Ruhe (das Training hat für mich fast was meditatives…). Bzgl. des Muskelaufbaus muss ich Dir aber leicht widersprechen: mit gezielten Übungen wird das auch so langsam mit dem Bizeps (ok, noch nicht das Niveau von Michelle Obama, aber ich arbeite dran…). Auch da gibt es den ein oder anderen nervigen Trainer, aber als Gehirnwäsche würde ich es jetzt nicht bezeichnen 🙂
    Für mich ist die Hauptsache, es tut mir gut und ich hab Spaß dabei. Und für die Ausdauer geht’s bei mir tatsächlich normalerweise ab in den Wald zum Walken. Nach einem Unfall geht das zwar derzeit noch nicht wieder, aber ich freue mich schon drauf, in ein paar Wochen wieder loszulegen…

  2. Das sind alles gute Kriterien, aber was mich grundsätzlich von allen Fitness-Studios fernhält ist die musikalische Dauerbeschallung. Wenn ich Sport mache, will ich zu mir kommen, mich und meinen Körper spüren.

    Dabei will ich weder Musik hören die ich mir nicht ausgesucht habe (und freiwillig niemals hören würde!!), noch will ich mir die Ohren mit eigener Musik zustöpseln müssen, um die aufgezwungene zu übertönen.

    Ich verstehe nicht so recht, warum man sich durch Musik von der Anstrengung ablenken lassen muss.

    Ich wünsche mir ein Silent Fitness Studio …

  3. Na ja, ich trainiere in einem Billigstudio einer Kette – nämlich bei fitX und bin eigentlich ganz zufrieden damit. Wenn ich mag, kann ich ja auch noch Kurse besuchen und es gibt einem extra Frauenbereich, den ich allerdings seltenst nutze.

    Da ich in Essen wohne, habe ich dort zwei Studios zur Auswahl – wobei mir in E-Stoppenberg das Publikum nicht gefällt und in E-Bergerhausen oft ein Kindergarten trainiert – so kommt es mir vor. Das Oberhausener Studio ist auch größer und weitläufiger, da ist der Fahrtweg allerdings weiter.
    Ich persönlich brauche kein teures Studio. Ich will mein Training absolvieren und dann ab nach Hause. Das Duschen zu Hause finde ich auch wesentlich angenehmer. Also nach dem Training schnell die Tasche schnappen und ab ins Auto und entspannt zu Hause duschen und pflegen.
    Was ich nicht verstehe, wie FitX diesen überaus günstigen Preis halten kann. Die Geräte sind gut, es gibt Kurse, die Getränke sind kostenlos und das Duschen ebenso.

    Wenn ich mal daheim hüpfen und trainieren möchte, habe ich DVDs von Jillian Michaels und Johanna Fellner. Eine neue DVD schaue ich mir allerdings erst ein paar Mal in Ruhe an um den Bewegungsablauf intus zu kriegen, bevor ich mit dem Training beginne. Jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen so eine halbe Stunde Jilian Michaels Training ist auch ganz nett.

    Liebe Grüße aus Essen nach Essen
    Barbara

  4. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens in all-in-one clubs trainert. Als mein ltz. Leider geschlossen hat war es sehr schwierig einen neuen zu finden. Jetzt trainier ich in einem Luxusclub und bin sehr happy. Wenn man wie ich 3 x die Woche trainiert wird man auch dort mit Vornamen angesprochen. Es ist aber auch keine Kette.
    Löblich muss ich mich aber auch zu Kieser äußern, denn der hat es immerhin geschafft vor 6 Jahren einen OP Termin abzusagen nachdem die konservative Behandlung nichts gebracht hat und mir die Ärzte sagten wenn ich mich jetzt nicht operieren lasse, könne ich in 4 Wochen nicht mehr laufen. Ich war damals 18 x bei Kieser innerhalb 5 Wochen. Zusammen mit EMS Training ging es mir damals von Tag zu Tag besser. Daher kann ich heute noch Kieser guten Gewissens empfehlen.

    Lg, Anja

  5. Danke für die Übersicht. Ich hatte dich ja vor einiger Zeit mal um so etwas gebeten. Und irgendwie bestärkt es mich in meiner Meinung zu den Billigketten. Leider gibt es hier nur solche oder die totalen Luxustempel. Dabei wäre wohl ein Club der irgendwo dazwischen liegt genau das richtige, ich muss also umziehen. 😀

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