LIFESTYLE: 5 ERNÄHRUNGSMYTHEN * EAT SMART * LIVE SMART * LOVE SMART 1. Teil

Im täglichen Dickicht der mannigfaltigen Ernährungsmöglichkeiten und Weisheiten gibt es scheinbar stündlich „neueste Erkenntnisse“, so hat man zumindest das Gefühl. Es herrscht Verunsicherung wohin man nur schaut, Lebensmittel sind zu einem gewissen Grad unser „Feind“ geworden, man muss heute „aufpassen“ was man isst. Schlimm, denn „man ist ja was man isst“, und da wird es dann auch schon kompliziert. Es gibt einige Erkenntnisse, die man beherzigen kann, aber DIE einzig wahre Ernährungsideologie gibt es einfach nicht! Try and Error ist jedoch im Zusammenhang mit Essen nicht unbedingt die schlechteste Wahl, oder…?

 

1. Fett aus rotem Fleisch ist grundsätzlich schädlich

Falsch! Der Gedanke hinter diesem Mythos ist nicht abwegig, aber zu kurz gedacht: Weißes Fleisch enthält weniger gesättigte Fettsäuren und gehört deswegen deutlich häufiger auf den Speiseplan als rotes Fleisch. Zu einfach gedacht, wenn man seinen Speiseplan nämlich nur einfach ausrechnet, anstatt auch über den Tellerrand hinaus zu schauen. Denn: Wer auf Grasfresser setzt, bekommt eine große Portion der Omega-3-Fettsäure CLA ab. Und CLA kann einiges, was man vom bösen, bösen Fett so gar nicht erwartet hätte: Nach einer im „Journal Of Nutrition“ veröffentlichten STUDIE kann ein hoher CLA-Spiegel nicht nur das Krebsrisiko senken, sondern auch den Fettstoffwechsel ankurbeln und entzündungshemmend wirken. Und das alles durch das fettreichere, für Sportler „verbotene“ rote Fleisch? Ja. Das Zauberwort ist aber auch hier: Maß halten!

 

2. Zu viel Eiweiß (Protein) schadet dem Körper

Falsch! Oft gehört: Eine „Proteinüberdosis“ schädigt die Nieren. Dieser Mythos wurde spätestens am Anfang des Jahrtausends in zahlreichen Studien entzaubert. Eine langfristige High-Protein-Diät ist dabei für gesunde Menschen (Sportler/innen) genau so unbedenklich, wie der regelmäßige Proteinshake vor und nach dem Training. Im Gegenteil: Eine High-Protein-Diät bei Übergewichtigen verbessert sogar deren Nierengesundheit, da Fettleibigkeit die Funktion der Organe generell beeinträchtigt. Wenn nierenkranken Menschen eine Reduktion von Proteinen verordnet wird, gilt dies aber ausdrücklich nicht als Maßnahme, um spätere Organschädigungen zu vermeiden. Also: Eine proteinreiche Ernährung hat keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf eine gesunde Niere.

 

3. Viele kleine Mahlzeiten machen und halten schlank

Falsch! Wer seine Fettpölsterchen loswerden möchte, wird von verschiedenen „Experten“ immer wieder auf den „Iss´ sechsmal täglich“-Trip geschickt. Das Einzige, was man am Ende dieses Weges finden wird ist ein Risiko: Wer sechsmal täglich isst, tappt schnell in die Falle am Ende mehr Kalorien zu verdrücken, als er eigentlich wollte. Denn darauf kommt es beim Gewichtsmanagement an: Die Kalorienbilanz. Ganz gleich, ob die Kalorien auf drei oder sechs Mahlzeiten verteilt werden: Zu viel ist zu viel und zu wenig ist zu wenig. Dem Stoffwechsel ist eine „Strategie“ egal, denn er reagiert immer auf die Menge der zugeführten Energie: Isst Du viel, läuft er stärker – isst Du weniger, passt er sich an. Er lässt sich nicht beliebig einstellen. Es ist also eine Frage des persönlichen Geschmacks, wie sich Kalorien über den Tag verteilen lassen sollen.

 

4. Es gibt „guten“ und „schlechten“ Zucker

Falsch! Wer träumt, sich mit „natürlichen“ Zuckerquellen wie Honig zur Traumfigur süßen zu können, wird ein böses Erwachen erleben. Honig besteht zu über der Hälfte aus Fruktose, also Fruchtzucker. Was erstmal gesund klingt, ist für abnehmwillige Schleckermäulchen leider eine Mogelpackung: Zucker ist Zucker, egal, wie du ihn nennst. Schlimmer noch: Diverse Studien legen nahe, dass zu viel Fruktose – genau wie andere Zuckersorten auch – Herz- und Leberkrankheiten, Übergewicht und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen begünstigt. In aller Deutlichkeit: Zu viel Zucker – egal, in welcher Verkleidung – sorgt für Probleme und keinesfalls für eine Traumfigur. Aber: Honig ist zumindest gesünder als Industriezucker: Er enthält mehr Vitamine, Kalzium, Eisen und Magnesium.

 

5. Abends essen macht dick

Teilweise falsch! Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Es bleibt dabei: Entscheidend für Wohl oder Wehe, Gelingen oder Scheitern einer Diät ist die Energiebilanz: Wer mehr Kalorien verbrennt, als er über den Tag verteilt zu sich nimmt, wird abnehmen. Wer sich seine Kalorien tagsüber für den Abend aufspart, wird zwar tagsüber weniger leistungsfähig sein, durch eine üppige abendliche Mahlzeit aber höchstens seinen Schlaf, nicht aber seine Diät beeinträchtigen. Es gibt allerdings gute Gründe, abends auf eine proteinreiche Mahlzeit zu setzen, gerade an Tagen nach intensivem Sport: Muskeln regenerieren in der Nacht – wenn dafür das nötige Material vorhanden ist. Proteine tragen zum Erhalt und Wachstum von Muskeln bei, also stelle sie ihnen auch in ausreichender Menge zur Verfügung. Ausserdem wird stark angenommen, dass mehr Aminosäuren im Blut über Nacht die Wachstumshormonproduktion (HGH) stimulieren. Das ist besonders in Stresssituationen nicht zu vergessen, denn Stress behindert die HGH Produktion stark. Und das führt wiederum zu Fettleibigkeit, verminderter Knochendichte, erhöhtes Herz- Kreislauf Risikoprofil, verminderte Lebensqualität- und Dauer.

 

Fortsetzung folgt!

 

(Der Artikel stellt keinen ärztlichen Rat dar und richtet sich ausschließlich an gesunde Menschen! Nicht gesponsert. Foto: Freestockpix)

14 Kommentare

  1. Ich lebe seit 35 Jahren vegetarisch, nehme seit Jahren keinen Zucker mehr zu mir ( weder versteckt noch offen ) und esse bis zu 8x pro Tag.
    Ich habe auch eine Körpergröße von 170cm 50 kg, ich kann nicht weniger essen sonst nehme ich sofort ab und werde total nervös.
    Teilweise esse ich noch um 22 Uhr.

    Laut einem Blutbefund meines Jahreschecks habe ich Blutwerte wie ein Hochleistungssportler und bin topfit!!
    Ich esse wenn ich Hunger habe, worauf ich Hunger habe ( natürlich mit Hinblick auf gesunde Nahrungsmittel ) und glaube das jeder von uns ein Programm eingebaut hat, das ihn spüren läßt was er wann braucht.

    Leider ist dies durch Industriewaren völlig kaputt und wird von Kindesbeinen an schon verdorben.

    Ich muß auch feststellen das jedes Jahr eine neue Studie herauskommt die etwas anderes besagt und die Studie im Vorjahr verwirft.

    Ich glaube das ein Übermaß an Proteine ( tierische ) den Organismus übersäuert und Ketonkörper erzeugt die die Zellen entzünden.
    Ich glaube auch das ein Übermaß an rotem Fleisch inkl. Fett ein Purinschocker ist und Menschen mit einer Neigung zu Rheuma oder Gicht usw. stark belasten.
    Es ist wirklich schwierig geworden heutzutage eine Empfehlung abzugeben, da alles schon irgendwie verseucht ist mit Antibiotika, Pestiziden und Fungiziden, Phthalaten uvm.

    Generell würde ich aber auch sagen das es besser ist nur 2 oder 3 Mahlzeiten zu essen und Magenleerzeiten zu erzeugen.
    Wenn man das denn kann..
    Aber was stimmt ist das kein Zucker guter Zucker ist..

    1. Wie schaffst du es, bei rein vegetarischer Ernährung keine „versteckte“ Fructose zu dir zu nehmen? Verzichtest du dann auch auf Obst und „süßes“ Gemüse wie z.B. Paprika?

      1. Ich habe alle Intoleranzen die es gibt,Histamin, Fructose, Kasein, Lactose usw.
        Das heißt ich esse sowieso kein Obst.
        Natürlich esse ich Gemüse, nur das „Zucker“ in Gemüse fällt für mich nicht in die Kategorie Industriezucker zugefügt ( also Invert, Birkenzucker, Fructose, Maltodextrin, Lactose, Zuckeraustauschstoffe etc.)
        Ich esse nur was die Natur im Paket natürlich mitbringt, kein fertige Kost.
        Es ist ja auch Stärke gleich Zucker, das macht nichts..

        Ich halte auch nichts von missionieren, jeder muß für sich selber seinen Weg finden.
        Ich frage mich nur wie wir es vom Höhlenmenschen bis heute geschafft haben ohne die all die guten Ratschläge der Ernährungsindustrie!!

        1. Mit Kasein habe ich auch Probleme. Hat lange gedauert, bis ich drauf gekommen bin. Aber mit dieser Erkenntnis lebe ich wieder „besser“.

          Ich esse eher wenig Obst, weil ich mir den Zucker daraus sparen möchte. Sehr zum Unverständnis meines Umfelds. Hat doch gar kein FETT! 😉

          Ich hatte die Frage durchaus ernst gemeint, auch wenn es mir im Nachhinein etwas provokativ vorkommt. Entschuldige bitte. Ich bin nämlich selbst schon daran interessiert, den Zuckerkonsum sehr niedrig zu halten und da sammle ich gerne Infos zu.

          Ich habe gerade an den Bekannten gedacht, der ganz stolz erzählt hatte, dass er vom Zucker ja vollkommen weg wäre, aber jeden Tag mindestens eine Ananas und viele Trockenfrüchte esse, das Gläschen (oder die Flasche?) Wein am Abend nicht zu vergessen…

          1. Bitte mach dir keine Gedanken, ich habe das nicht falsch verstanden.
            Und lieb das du dich entschuldigst!!:-)

            Ich kenne ganz viele Leute die sehr stolz sind auf ihre Aufklärung beim Essen und dann ganz schlimme „Sünden“ begehen..
            z.B. ich esse nur Pute ( aber frittiert ), ich trinke nur Cola Zero ( Aspartam ), ich ernähre mich vegetarisch ( aber Tonnen von Süßigkeiten um den Fleischappetit zu kompensieren ) ein Kebab ist viel gesünder als ein Big Mac ( wir haben jedes 2. Jahr einen Kebabfleisch-Skandal ), ich trinke keine gesüßten Säfte ( aber jeden Tag min. 2 große Bier ), kein Red Bull mit Zucker ( da muß ich jetzt garnichts schreiben )..
            Ich sage nie was, ich habe festgestellt das beim Essen die Freundschaft aufhört..

  2. Lieber KK, danke für diesen Beitrag. Ich habe mich auch jahrelang mit Ernährungsmythen beschäftigt und würde dir in allen Punkten Recht geben. Was ich ganz schlimm finde ist, wenn Leute das Thema Ernährung zur Religion erheben. Jede/r kann sich von mir aus ernähren, wie er oder sie möchte, aber ich möchte nicht missioniert werden.

  3. Danke für diesen Blogpost. Ich esser zwar kein Fleisch, finde die anderen Fakten aber interessant und es auch lustig, dass viele Leute denken, dass es guten Zucker gäbe. Auf der anderen Seite gebe ich zu, dass ich auch nicht komplett auf Früchte verzichte – zumindest der Zucker aus Früchten ist das geringere Übel. 🙂

    1. Das sehe ich genauso, ein Apfel ist super und nicht nur Zucker!!!
      Da sind soviele gute Sachen drin..
      Gesund und nahrhaft ( wenn man Obst essen kann )!!

  4. Meiner Meinung nach kommt es auf die Ausgewogenheit der Ernährung an. Das Zuckerthema ist allerdings ein schwerwiegendes, da in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln zuviel davon drin ist.
    Nichts gegen ab und zu mal Zucker (ich liiiiiebe Torte!), aber eben in Maßen – und als Ausgleich süße ich z.B. seit langem nichts nach, wie Getränke. Daran kann man sich schnell und prima gewöhnen. Bei Obst überwiegen für mich die positiven Nährstoffe (und der Geschmack), da nehme ich den Fruchtzucker eben gern in Kauf. Ich esse es ja nicht kiloweise.
    Wirklich bedenklich finde ich, dass Essen von etwas Notwendigem über Genuss zu einem Problem geworden ist. Es gibt kaum noch jemanden, der unbeschwert isst und sich dabei richtig ernährt. Entweder Fressen oder Mäkeln. Oder Missionieren, das sind dann die Schlimmsten.

  5. `Hallo,

    ich habe leider meine Belohnungsverhalten immer noch nicht umprogrammieren können ;(.

    Aber wenn mein Mann auch immer Schokolade mitbringt…..

    Ich lieb auch gute Steaks. Wir haben auch einen guten Tierhalter, der uns immer anruft und wir dann hinfahren und Fleisch kaufen. Das ist butterweich , das Fleisch.

    Ich habe mich auch gerade mit Omega 3 Fettsäuren beschäftigt und gelesen, dass es besser ist zweimal die Woche Fisch zu essen als Leinöl zu nehmen zur Abdeckung des Bedarf.

    Ich weiß so viel, aber …. Mein Geist läßt sich schwer umprogrammieren.

    LG Sue

  6. danke für eure interessanten kommentare! ich bin ja ein arger genussmensch, und essen ist für mich eine lust und keine reine nahrungsaufnahme. deshalb schlage ich auch mal über die strenge und esse nur was mir wirklich auch schmeckt und was mir zusagt. das leben ist zu kurz als sich ständig kasteien zu müssen. zum glück bin ich nicht so sehr auf ungesunde lebensmittel fixiert, da ist auch viel gesundes dabei. ich kann mich nicht beschweren. ich finde auch, dass man auf sein innerstes hören sollte wonach einem gerade ist. leider ist vielen von uns dieses gefühl, was fehlt mir, was brauche ich, abhanden gekommen. aber man kann es wieder erlernen.
    fruchtzucker ist halt nicht unbedingt völlig locker zu sehen, ernährt man sich nur mit einer „süße früchte diät“, wird man mit sicherheit mangelerscheinungen und gewichtszunahme erfahren. auf der anderen seite, wenn schon süß, und da kann sich ja kaum jemand völlig enthalten, dann eine leckere banane oder eine reife birne!! aber auch dunkle schokolade ist nicht so schlecht wie ihr ruf!! viele grüße an euch!! KK

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