SKINCARE: WIE IST DAS NUN MIT EINEM MÖGLICHEN VERBOT VON RETINOL-PFLEGEPRODUKTEN?

Bei Skincarejunkies bricht derzeit Panik aus, ich bin auch betroffen: Es scheint möglich, dass zB. Paulas Choice das 1% Retinol Treatment (in der jetzigen Form) in der EU nicht mehr anbieten wird. Aber was ist da los? Hagelt es wieder Verbote, die die Verbraucher anstatt zu schützen nur bevormunden? Ein klein wenig Klarheit kommt von ungewöhnlicher Seite…

 

 

Retinol, chemische Peelings und Co. sind hochpotente Wirkstoffe, die bereits in relativ niedrigen Konzentrationen zu Nebenwirkungen auf der Haut führen können. Was gut wirkt, hat nun mal auch seine „dunkle Seite“, manchmal mehr, oftmals aber eher weniger. Wer die Stoffe weise einsetzt, weil man sich vorher darüber umfassend informiert hat, kann sich meist auf der sicheren Seite fühlen.

Das Problem: Es gibt Pappnasen, die schütten sich hochkonzentrierte Fruchtsäuren mehrmals täglich ins Gesicht, nutzen am Abend dann noch eine Retinolcreme, gerne auch nach einem bereits verschreibungspflichtigen Retinoid, und wundern sich dann, wenn die Haut völlig austickt. „Äh, die/der BloggerIn hat das aber so empfohlen!“

Ja, toll. Wenn man seinen Kopf an der Haustür abgibt und sich nur noch amöbenhaft durch Leben blubbert, müssen halt die Anderen die Suppe auslöffeln. Sprich: Aufgrund vieler „Erfahrungen“ mit diesen „brandgefährlichen“ Hautpflegewirkstoffen, hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Konsumentensicherheit der EU bereits im April 2016 eine Empfehlung ausgegeben, dass Retinolprodukte auf 0,3% Rezepturen beschränkt werden sollten.

Wohlgemerkt: Eine Empfehlung, keine Verordnung, kein Gesetz.

Wie man aber zB. bei The Ordinary zum 1% Retinol in Squalane lesen kann, soll die Empfehlung demnächst möglicherweise rigoros und flächendeckend umgesetzt werden. Was da also hinter den Kulissen scheinbar los ist, kann ich nicht sagen, aber irgendwer/irgendwas muss den Stein ins Rollen gebracht haben. Gerade nicht-EU Firmen scheinen da derzeit sehr sensibel zu reagieren, was auf erhöhte Sanktionen hinweist, die womöglich verhängt werden könnten, wie zB. Handelsbeschränkungen oder erschwerte Zulassungsverfahren, was den Firmen jeweils üble Umsatzeinbußen einbringen würde.

Wären jetzt also Hamsterkäufe angebracht? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht, aber wie hier in den Kommentaren letztens von Jasmin (sinngemäß) zu lesen war, werden Paula´s Choice definitiv das 1% Retinol Treatment in der EU, so wie es jetzt formuliert ist, aus dem Programm nehmen. Ob wegen Retinol oder anderen Gründen wurde im Dunklen gelassen. Wir Konsumenten fischen also wieder einmal im Trüben und dürfen uns überraschen lassen. Die Zeichen stehen allerdings auf Sturm.

Wer es genau nachlesen möchte: Hier ist das Papier der EU zu Retinol

 

(Edited 08.09.2019 12:29)

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay    Keinerlei Sponsoring)

56 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    ärgerlich diese neuerliche Teil-Entmündigung.

    Ich bin ebenfalls großer Fan des 1 %igen Clinical von Paula, komme aber zum Glück auch prima mit ihrer 0,1%igen Bodylotion zurecht, die ich fast täglich als Nachtcreme verwende. An meiner Haut kann ich null Unterschied erkennen, wenn ich phasenweise das 1 % Retinol ganz weglasse, das ich ansonsten stattdessen zweimal wöchentlich verwende (öfter beschert mir keine schönere Haut, sondern bloß trockenere und empfindlichere)..

    Für mich funktioniert die niedrigere Konzentration, die ich dafür sehr viel häufiger anwende als die 1 %ige, also scheinbar genauso gut.

    Vielleicht auch für andere Trost – oder Versuch wert?

    Einen schönen Sonntag für alle :-)!

    Liebe Grüße, Ursula

  2. Lieber KK,
    Gibt es denn schon einen Termin, bis wann das Clinical 1%Retinol Treatment aus dem Programm genommen werden soll? Ich würde gerne in der Glamour Week im Oktober nochmal zuschlagen. Verwende es übrigens z.Z. im täglichen Wechsel mit dem Absorica Retinal, das du einmal vorgeschlagen hast. Letzteres hat zwar nicht die geschmeidige Konsistenz von Paulas Produkt, aber mit der Wirkung bin ich sehr zufrieden. Vielleicht wird das dann ja auch in Deutschland aus dem Handel kommen.
    Vielen Dank für deine aktuellen Infos. Liebe Grüße
    Nora

    1. Absorica nutze ich auch weiterhin gern. Da werde ich mich auch ein klein wenig bevorraten.
      Akut wird die Umsetzung dann wohl im nächsten Jahr. Vielleicht hat Jasmin ein genaueres Datum gelesen?
      Zur Shopping Week hast du noch genug Zeit.
      Viele Grüße!
      KK

    2. Eine kleine Info: Flaconi hat derzeit 25 % auf ausgewählte Produkte. Darunter fallen auch der Retinol Booster sowie das 1%ige Retinol von Paula‘s Choice. Ersteres gibt es derzeit (?) nicht mehr bei Paula‘s Choice. Ich hab grad gestern bestellt 😁

  3. Lieber KK,
    vielen Dank für die Info.

    Ist es nicht traurig, dass krebserzeugende Zigaretten fröhlich im Handel bleiben dürfen, aber hochdosierte Hautpflege verboten wird? Warum nicht einfach einen Warnhinweis draufpappen, das geht bei Zigaretten doch auch?!
    Wer sich jetzt schon bevorraten möchte: bei Flaconi gibt es gerade satte 25 % Rabatt!

    Liebe Grüße
    Birte

      1. „Der Gutscheincode DIAMOND30 kann leider nicht eingelöst werden. Bitte beachten Sie die Gutschein-Bedingungen.“

        Gilt aber nicht für das 1% …

      1. @Nora: Diamond25
        Ich würde jetzt ehrlich gesagt nicht gleich in Bunkerwahn verfallen. Das Jahr ist a) noch nicht rum und wer weiß, ob da überhaupt was dran ist mit dem Retinol und b) das Feriensommerloch ist nun vorbei und Flaconi schmeißt erfahrungsgemäß dann ab Herbst bis zu Weihnachten hin regelmäßig mit zig Rabattaktionen um sich. Letztes Jahr waren sogar ein paar Mal 35% drin.

  4. Äh, also dass das Clinical aus’m Programm geht, hat PC nicht gesagt. Nur, dass es in der jetzigen Formulierung ab nächstem Jahr nicht mehr in der EU zulässig sein wird. Das könnte jetzt auch an einem ganz anderen Inhaltsstoff als Retinol liegen. Vllt. muss „nur“ ein Konservierungsstoff ausgetauscht werden, der hier jetzt nicht mehr zulässig ist? Man weiß es nicht.
    Kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass ein solcher Bestseller ganz rausgeht. Europa ist für Paula mittlerweile sicherlich ein Riesengeschäft. Da lohnt es sich u.U. eine Formulierung entsprechend dem Markt anzupassen.
    Nachlesen kann man besagte Antwort seitens PC auf PC Deutschlands IG-Account. Steht in den Kommentaren zum Freitagpost mit dem Bild des 1% Clinical Treatments.

      1. Hallo lieber KK,

        bezieht sich das von TO auf diesen Abschnitt?

        „EU Shipping Note: We are able to ship this product within the European Union. However, please note that the Scientific Committee on Consumer Safety has published an opinion on April 20, 2016 suggesting that Retinol content of cosmetics should be limited to 0.3% as summarized on page 67 of the publication listed below. While this opinion has not yet affected regulatory restrictions, it may in the near future and such restriction would apply to all products sold within the EU containing Retinol. We recommend considering Granactive Retinoid 2% or 5% from The Ordinary if you are concerned about use of Retinol products.“

        Dieser Abschnitt steht da von Anfang an, auch schon bei diesem Retinol Gel von TO mit 1%, das es nicht mehr gibt (das Du auch mal im Review hattest). Wurde also nicht ergänzt oder ist neu.

        Ich habe versucht, irgendwas über die angeblich anstehende Neuregulierung von Retinolkonzentrationen in der EU rauszubekommen, aber niemand, den ich kontaktiert habe, weder im medizinischen Bereich noch über mein familiären Verbindungen über die Politik (MdB) konnte irgendwas darüber berichten. Es bleibt also völlig unklar, warum PC diesen Schritt geht und wie Jasmin schreibt, könnte es auch an irgendwas anderem liegen. Deciem musste ja z.B. für ihre hochkonzentrierten Vitamin C Formulierungen für die EU ändern, weil das Lösungsmittel nicht so zugelassen war (in den Reviews bei Deciem wird das auch bemängelt).

        Im Moment weiß zumindest ich leider noch nicht mehr und von daher schone ich erstmal meinen Blutdruck.. Wenn das wirklich zu einer Änderung kommt und die 0.3 Prozent als Obergrenze eingeführt werden, dann ist das natürlich ärgerlich.
        Ich persönlich habe das Glück, dass ich mit der 0.1% Retinol Body Lotion von PC keine Änderung in der Wirkung zum 1% Clinical wahrnehme (so wie Ursula). Man darf nicht vergessen, dass auch eine niedrigere Dosis wie 0.3% auf Dauer vermutlich häufig die gleiche Wirkung hat wie höherkonzentriert, aber es dauert nur länger (schreibt übrigens auch PC in ihren Erläuterungen zu Retinol). Ob das aber für jeden gilt ?
        Im Hinblick auf die Regulierungswut fände ich es persönlich aber einfach peinlich, wenn da eine Bevormundung stattfindet, es gibt sicherlich ganz vieles, was erlaubt ist mit viel höherem Risiko als hochdosiertes Retinol.

        Wir werden ja zwangsläufig sehen, was da dahintersteckt.

        Viele Grüße
        Roland

        1. Ich hatte ja schon vor geraumer Zeit über die leichte „Panik“ bei Teoxane berichtet. Dort werden ja wohl die hochdosierten AHAs ich ausgenommen, sprich das 15% Night Peel. Insofern muss da etwas schwelen. Selbst in Kosmetikkreisen ist da noch nicht viel bekannt, aber kein Rauch ohne Feuer.
          Ich will da auch keine Panik schüren, aber ja, diees Opinion Paper existiert seit 2016 und vielleicht wird hier „endlich“ mal Klarschiff gemacht. Umpf…
          Viele Grüße!
          KK

          1. @KK: bei Teoxane steckte aber vermutlich die gesonderte Schweizer Kosmetikverordnung dahinter. Da gibt’s 2 Stichdaten, 2018 und 2021, die auch irgendwie was mit Zulassungen und Übergangsfristen zu tun haben. Hatte da mal kurz reingelesen, aber da die Schweiz völlig andere Regeln als die EU anlegt, hab ich mich da dann nicht näher mit befasst

        2. Lieber Roland,
          ich wollte die Gelegenheit nutzen, um mich an dieser Stelle für Deine lange Antwort (Stichwort Hautflora) zu bedanken. Es war aufschlussreich, auch mal die Sicht der ‚anderen Seite‘ zu hören. Und ja, auch mir sind Ärzte begegnet, die sehr ignorant waren und mich eigentlich nicht wahrgenommen haben. Aber der größte Teil der Ärzte und des Pflegepersonals war trotz massiver Arbeitsbelastung emphatisch, fürsorglich und liebevoll. Deswegen möchte ich Dir und allen danken, die Menschen helfen, wenn sie dringend Hilfe benötigen, sie heilen oder ihnen beistehen!
          Viele liebe Grüße
          Regina

          1. Liebe Regina,
            da sage ich mal vielen lieben Dank für Deine nette Rückmeldung! Ich glaube ja, dass vieles, was schief läuft im Gesundheitssystem auch und zum großen Teil den Rahmenbedingungen geschuldet ist. Klar, Doofe gibts überall, auch im Gesundheitssystem, aber ich habe leider so viele gute Leute sich auch verändern sehen durch den Stress – was zwar keine Entschuldigung ist, aber auch eine Erklärung. Und wie schön, dass Du gute Erfahrungen machen durftest. Hatte ich letzte Woche auch, zum Glück. Mein Onkel ist in hohem Alter jetzt nach einem Bruch des Oberschenkels im Krankenhaus verstorben und es war erstaunlich, wie gut das gesamte Personal mit ihm und den Angehörigen umgegangen ist. Und am Abend der Todesnachricht hat der ihn betreuende ärztliche Kollege gegenüber meiner Tante, die ihren Mann nach 65 Jahren nun verloren hat, einfach nur großartig und menschlich reagiert, da war ich sehr berührt.. Trotz Hektik des Dienstes und der Belastung hat er sie auf dem Weg zu ihrem verstorben Mann ins Zimmer begleitet, sie an der Hand und im Arm gehalten und Trost gespendet. Er ist ihr in diesem Moment wirklich, wie Du es auch ausdrückst, beigestanden.
            Viele Grüße zurück!
            Roland

        3. Ich habe auch schon wie verrückt nach dieser ab 2020 angeblich in der EU geltenden „Höchstkonzentration“ gesucht und habe bisher einfach nichts dazu gefunden. Vom BfR existiert ja bereits eine Stellungnahme zu Vitamin A in Kosmetik aus dem Jahre 2014 und seitdem wird offenbar immer wieder diskutiert, die Einsatzkonzentration in Kosmetikprodukten zu begrenzen, aber es finden sich einfach bislang keine Hinweise, dass dies jetzt tatsächlich umgesetzt werden soll. Dass PC umformulieren wird, hat mich zunächst schon sehr verunsichert, aber wer weiß, worauf das letztendlich zurückzuführen ist.

          Liebe Grüße
          Isabel

    1. Liebe Jasmin,

      Ich habe heute Tomaten auf den Augen und finde den Beitrag bei IG von PC, könntest Du netterweise hier vielleicht direkt darauf verlinken?
      Danke!
      Viele Grüße
      Roland

        1. @Jasmin: Danke! Auf dem ipad geht es auch ohne Anmeldung, auf dem Handy komischerweise nicht. Das Bild hatte ich schon gefunden, aber nicht in den Kommentaren unten dazu gelesen. Jetzt habe ich es gefunden.
          PC schreibt aber ja, wie Du schon berichtet hast: Die Formulierung ist nicht mehr zugelassen. Ich lese da nichts von 1% Retinol ist nicht mehr zugelassen. Das könnte also auch eine ganz andere Ursache haben. Gerade eben hat vor einer Stunde bei Instagram von PC gefragt, ob das auch den 1% Retinol Booster betreffen wird. Bin mal gespannt, ob da eine Antwort darauf kommt.

          1. Ehrlich gesagt sehe ich aber keinen anderen Wirkstoff, der eine ähnliche Kontroverse auslösen könnte. Peptide haben die doch noch gar nicht auf dem Schirm, zumindest in der Hautpflege. Da ist ja nicht einmal sicher, ob die wirklich tief genug kommen, oder ob wirklich immer irgendwelche Signalkaskaden stattfinden. Aber das Retinol ist schon lange ein Dorn im Auge.
            Und seien wir mal ehrlich: Bisher hat sich so gut wie niemand um die Empfehlung der EU gekümmert. Und nichts hasst die EU so sehr wie nicht beachtet zu werden…

            1. Stimmt schon, aber manchmal muss man sich wundern, was auf einmal nicht mehr zugelassen ist oder nur noch in anderen Konzentrationen usw… mir ist in der INCI Liste jetzt auch auf den ersten Blick nichts aufgefallen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt😬.

          2. @Roland: ich weiß auch, wer gefragt hat 😉 (ich war’s nicht). Ich beobachte jetzt mal den Diskussionsstrang auf IG und bis zu einer Antwort seitens PC, bleibt das ja alles im Grunde nur wilde Spekulation. Und selbst wenn: es gibt oft noch ewig lange Übergangsfristen, z.T. von Jahren, bis Neuregelungen dann wirklich in Kraft treten. Sollte der Fall eintreten ist es vllt. auch eine Chance mal ein bisschen Schwung in die Erforschung von Retinoidderivaten und Co. zu bringen. Klar ist Retinol mit am Besten erforscht. Aber da ist man ja auch noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, da wird doch dauernd an Verkapselungen, verträglicheren Derivaten und was weiß ich geforscht. TO hat ja mit den Granactive Retinoids damals schon einen Schritt in diese Richtung gemacht. Ich bin da ehrlich gesagt gar nicht so pessimistisch, dass sich auf dem Gebiet der Retinoide nicht sowieso noch viel tun wird. Hin zu „massenverträglicheren“ Varianten, die aber trotzdem effektiv sind.

            1. Ja, man wird einfach abwarten müssen. Ich fände eine Regulierung auf 0.3 Prozent Maximaldosis auch nur schwer nachzuvollziehen, aber es ist ja nicht so, dass diese Dosis keine Wirkung hat. Ich darf mal auf den Artikel von PC verlinken, in dem auch noch mal genauer ausgeführt wird, dass z.B. regelmäßig 0.1 Prozent sehr gute Ergebnisse liefern kann. Klar, jemand, der jeden Abend 1% Prozent cremt, der wird das vermissen. Aber jemand, der 2mal pro Woche diese Konzentration aufträgt, hat vielleicht mit jeden Tag 0.1 Prozent genau den gleichen Erfolg.
              https://www.paulaschoice.de/de/wie-finde-ich-die-richtige-retinol-staerke

            2. Das Problem mit Retinol und Derivaten, zumindest laut diesem Paper, ist garbicht eine potentielle Unverträglichkeit, sondern die Gefahr einer Überdosierung von Vitamin A.
              Bei Retinol und Retinylpalmitat nimmt der Körper über die Haut wohl gleich viel Retinol auf, bei gleicher Konzentration (also nicht deutlich weniger vom Retinylpalmitat, weil es ja angeblich schwächer sein soll).
              Und die Berechnung zeigt, dass wenn alle Pflegeprodukte (es muss ja der Worst Case angenommen werden) Retinol oder Derivate enthalten, man eine zu hohe Dosis Vitamin A aufnimmt – ohne überhaupt durch Nahrung aufgenommene Vitamin A zu berücksichtigen, was zumindest in Deutschland im Schnitt schon sehr hoch ist.
              Sollte das also der Hintergrund der Regelung sein, würde granactive Retinoids und Konsorten früher oder später dasselbe Schicksal drohen. Sinnvoller wäre es vor diesem Hintergrund, die Beschränkung der vitamin A Dosis auf Körperprodukte einzuschränken. Aber es ist natürlich möglich dass das Thema Verträglichkeit eine Rolle spielt (wobei mir eine Unverträglichkeit von Retinylpalmitat neu wäre).

              Ich bin 100% EU Fan aber bei manchen Themen frage ich mich schon, ob man nicht praktikablere Lösungen finden kann. So auch beim krebserregenden Titanium Dioxide – Verbraucherschutz in allen Ehren, aber die Folgen dieser Einstufung sind nicht maßstäblich im Vergleich zu den Risiken (die nur auf das einatmen zutreffen – bei Puder durchaus relevant, bei der Sonnencreme eher nicht).

  5. Wääh! Ich bin schon groß, kann lesen, mich informieren und selbst entscheiden, was ich mir ins Gesicht tue.
    Der Retinol Booster von PC geht dann sicher auch bald in die ewigen Jagdgründe ein. Na super.
    Das ist ein Produkt, das ich täglich verwende und meine Haut liebt es. Das wird mir fehlen.
    Wenn ich jetzt bunkere, wie lange hält sich ein ungeöffneter Booster bei unverminderter Wirksamkeit? Was meint ihr?

    1. @Amen: PC D hat auf meine Frage mit 2 Jahre geantwortet, PC USA mit 3 Jahren. Sachgerechte Lagerung vorausgesetzt. Weiß nicht, ob PC D vllt. die Lagerung und den Transport von den USA nach D vorsichtshalber „rausrechnet“? Ausnahme ist der C15 Booster. Der ist nur ein Jahr ungeöffnet haltbar.
      Ich gehe jetzt einfach mal von gut 2 Jahren aus. Alles darüber hinaus macht mMn sowieso keinen Sinn.

  6. Ich verwende das 1% Clinical täglich und seh mich schon rapide rerunzeln… 😉
    Beim CBD ist es ähnlich gelaufen. Die Hälfte der Händler haben die höheren Konzentrationen ohne Ankündigung über Nacht aus ihrem Shop genommen. Das sind die, die Angst und keine Ahnung vom Wirkstoff hatten. Andere reagierten ruhig, mit wissenschaftlich und historisch verargumentierten Widersprüchen an die entsprechenden Komissionen und verkaufen fröhlich und unbehelligt weiter.

    Umsatzeinbußenparanoia ist doch völlig fehl am Platz, wenn man einen Wirkstoff in- und auswendig kennt, ihn professionell verarbeitet und weiß, was man tut. Ein Hersteller, der nicht mit Arsch und geradem Rücken hinter seinem Produkt steht, sammelt bei seinen Kunden ordentlich Minuspunkte.

  7. Ein Disaster ist das.😭😭😭😭😭😭
    Mein Vorschlag von gestern – jemand von und aus nicht EU-Ausland vertickt es an uns in anonymen Päckchen. Das Geschäft wird boomen, ich schließe dann gleich ein Abo.
    Für mich sind Versionen unter 1% nicht interessant. Dann wohl nur noch Tretinoin.

  8. Ich muss jetzt an Highdroxy denken, ob die uns aus der Patsche helfen und 1% Retinol
    irgendwo verstecken?😁
    Offiziell kann man das Produkt harmlose Basiscreme nennen.😇

      1. @Thorsten: die Antwort gefällt mir😀! Da werden wir mal ganz genau hinsehen, ob und was da eventuell noch kommt!
        Übrigens wollte ich schon lange mal loswerden: auch wenn ich die Produkte von HD (noch?) nicht nutze, mir gefallen die sehr cleveren Formulierungen außerordentlich gut, die Wirkstoffe in sehr guten Konzentrationen und durchdacht kombiniert und eingesetzt. Als Mediziner gefällt mir besonders, dass Ihr keine Phantasiewirkstoffe einsetzt sondern es praktisch zu allem, was Ihr hervorhebt, eine sehr gute Studienlage mit validen Daten gibt.
        Die Produkte sind sicherlich nicht preiswert, aber in Anbetracht der Qualität den Preis wert. Und wie ich hier durch das Mitlesen lerne, ist der Kundenservice wohl außer Konkurrenz. Und dass mit Dir hier jemand direkt aus der Firma mit uns allen kommuniziert und Einsicht gibt in Überlegungen, Visionen und mögliche Produktentwicklungen finde ich mehr als nur bemerkenswert!
        Viele Grüße
        Roland

  9. Ich habe mal gelesen, dass Retinol immer frisch verwendet werden sollte (nach dem öffnen max. 1/2 Jahr), da mit der Zeit die Konzentration abnimmt. Zwar nicht gen Null aber weniger wird. Da könnte ich mir auch ungeöffnet max. 2 Jahre vorstellen. Mit dem Bunkern ist es also nicht getan, leider.
    Schönen Sonntag noch
    Liebe Grüße Sandra

    1. Hallo Sandra,
      Retinol ist ein sehr empfindlicher Stoff, das stimmt. Aber eine luft- und lichtdichte Verpackung wie von PC sorgt dafür, dass das Produkt nicht mit diesen Elementen in Verbindung kommt. Dazu kommt noch, dass PC beim 1%Retinol ein spezielles Polymer einsetzt (laut Instagram), das den Wirkstoff nochmals zusätzlich schützt. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Stabilität und Effektivität vom Produkt über den gesamten Zeitraum, der von der Kosmetikverordnung vorgeschrieben ist, gewährleistet ist.
      „Das Retinol ist in ein firmeneigenes Polymer eingekapselt, das es vor Luftzersetzung schützt, aber auch die Abgabe durch die Haut kontrolliert. “

      Bei Firmen, die Retinol in offene Cremetiegel abpacken, sieht das natürlich ganz anders aus.. aber die Verpackung und Formulierung vom 1% Clinical ist schon sehr state-oft-the-art!

    2. habe ich auch gelesen . Übrigens ist Airol Creme schon lange verboten, stattdessen gibt es einen Ersatz, den kannst vergessen ich brauche das für Pickel wenn mal einer kam, half Airol (verschreibungspflichtig von Phierre Fabre) holy moly das Zeug ätzt alles weg, niemals würde ich mir das woanders hinschmieren war nie Retiol Jünger; du kannst gar nicht so ausgleichen und genau wie Ursula schreibt, es zieht gleichzeitig Feuchtigkeit raus, im Zweifel müssen wir dann eben zum Beauty Doc 🤔😂

      1. Diese Nebenwirkung ist eigentlich nur anfangs zu sehen, also in den ersten Monaten. Oder eben immer, falls man das Produkt sporadisch oder nur spot on nutzt.
        Nicht umsonst schleicht man es über Monate ein. Beauty Doc kann nur eine Partie behandeln und für vieles was Retinol kann hat Beauty Doc keine vergleichbare Lösung, falls wir hier von Fillern und Botox sprechen. Pralle, dichte, junge Haut und zwar am ganzen Gesicht kommt nicht von Wangenfiller. Die kosten sehr viel und „verbessern“ nur diese eine Partie. Der Rest fällt dann nur noch mehr auf. Davon abgesehen wollen nicht alle, alle paar Monate mehrere hunderte Euros dafür ausgeben oder wie in meinem Fall haben vor Fillern wirklich Angst. Nebenwirkungen sind hier erst recht nicht ohne.

        Hat jemand von euch Laser für „um den Augen herum die Haut festigen“ getestet? Das wird vermutlich meine erste Baustelle, so in 2-3 Jahren…

  10. Ich habe die angehängte Studie gelesen.

    Um das mal ganz wertfrei zu formulieren: Der Knackpunkt sind hier tatsächlich wohl nicht mögliche Hautreizungen, sondern die Aufnahme von Vitamin A über Kosmetikprodukte.

    Insbesondere für die hauptsächliche Zielgruppe von Produkten mit Vitamin A ist ein Überschreiten der maximal empfohlenen Aufnahme von Vitamin A potenziell sehr schädlich.

    Produkte mit bis zu 0.3% Retinol in Gesichts- und Handpflege hält der Herausgeber des Dokuments für sicher.

    Nennt mich eine naive Memme, aber mir hat die Lektüre wirklich zu schaffen gemacht.
    Es ist insbesondere in der ersten Hälfte (wo es um Hautirritationen geht) geprägt von vielen Tierversuchen deren Notwendigkeit ich sehr zu bezweifeln wage.

    Zu lesen wie Hasen und Meerschweinchen, Ratten und Mäuse malträtiert werden (Applikation von hochprozentigen Retinoiden auf die Haut / in die Augen / Den Bindehautsack), teilweise mit so heftigen Reaktionen, dass man die Versuchsreihe abgebrochen hat)… Der Gedanke lässt mich wirklich erschaudern und ich bin gerade so aufgewühlt, dass ich am liebsten alle meine Retinolprodukte im hohen Bogen in die Tonne schmeißen möchte.
    Da kann PC noch so oft sagen sie seien cruelty free.

    Just my 2ct

    -NurZuBesuch-

    1. Das stimmt. Über den Aspekt mit der Vitamin A Aufnahme bin ich auch gestolpert. Die ist aber über Kosmetik umstritten, soweit ich weiß. Trotzdem ist es ja bei Schwangerschaften angeraten extrem vorsichtig zu sein, was ich auch oft betone.
      Was die Tierversuche angeht, hätte ich auch gern mehr Klarheit, denn wenn es nur um Retinol und seine Verwandten geht, so haben wir ja ein bereits sehr gut erforschtes Terrain. Warum dann für jedes Produkt immer wieder neue Versuchsreihen erzwungen werden, erschließt sich mir nicht. Da muss dringend mal ausgemistet werden und nicht mit Hintenrum-Verboten gearbeitet werden. Für das Tierwohl würde ich allerdings auch auf Retinol verzichten, wäre es nur die einzige Baustelle. Traurig.
      Danke für den Reminder und viele Grüße!
      KK

      1. Ich habe mir diese Stellungnahme des Scientific Committee on Consumer Safety betreffend Retinol schon mal vor langer Zeit genau durchgelesen und heute nochmal.
        Ausdrücklich wird ausgeführt, dass es in den in vivo Studien keine Hinweise dafür gibt, dass es eine relevante Erhöhung der Retinolserumspiegel gibt.
        (Seite 65 „In the in vivo studies cited above, no significant increase in plasma levels of retinoids could be detected after repeated applications of retinal, retinol or retinyl palmitate (Sass et al., 1996; Nohynek et al., 2006). This may be due to several factors such as dose and area of application“).
        Klar ist hingegen, dass es (was ja erwünscht ist) eine Anreicherung in den Hautschichten gibt. In den Empfehlungen für die maximale Dosierung verfolgt das SCCS nachvollziehbar die Maxime „Maximale Sicherheit“, darauf beruht auch der Sicherheitshinweis für schwangere Anwenderinnen bezüglich Risiken einer topischen Applikation von Retinol.
        Im Hinblick für alle anderen AnwenderInnen ist durch die verfügbare Datenlage die Limitierung auf 0,3 Prozent aber letztendlich ein Rechenmodell und nicht das Ergebnis von validen Untersuchungen.

        Zum Thema der erwähnte Tierversuche: diese Untersuchungen sind nicht neu, sondern teilweise zurückgehend auf die 80iger und 90iger (was sie nicht besser macht). Aber die EU Verordnung verbietet seit 1998 Gott sei Dank strikt weiteres. Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass einfach praktisch jede Substanz, die den Eingang in die Formulierungen der Kosmetikindustrie gefunden hat, irgendwann mal leider im Tierversuch getestet worden ist und sei es vor -zig Jahren. In vielen asiatischen Ländern sind diese Versuche immer noch vorgeschrieben und es gibt viele, die z.B: Firmen boykottieren, die in solchen Ländern verkaufen. Ich bin da nicht so firm drin, aber ich glaube, da ging es auch so Multis wie Loreal und co..
        Hier in Link für mit ein paar Daten bezüglich der zeitlichen Regularien in der EU:
        https://www.tierversuche-verstehen.de/schaerferes-verbot

        1. Einige der Studien fanden allerdings auch in den 00er Jahren statt, für manche ist kein Durchführungszeitraum angegeben.

          Ich hoffe nur inständig, dass es aufgrund der jetzt wohl erneut aufgekommenen Debatte und der großen Nachfrage nach hochdosierten Retinolprodukten keine weiteren Versuchsreihen an Tieren geben wird.
          Da steckt einfach ein riesiger Markt hinter und es gibt eine Menge Geld zu verdienen – oder eben zu verlieren.
          Und Ja, es gibt da durchaus noch „Schlupflöcher“ und Grauzonen.

          In meinem kleinen Kopf sind nur jetzt eben diese Tests, von denen ich heute in der Studie gelesen habe, sehr konkret mit diversen Dingen in meinem Badezimmerschrank verknüpft.

  11. Krass KK, habe auch inter von Probs mit Retinol gehört. Psst, arbeite in Brüssel…
    Da geht was, du vermutest total korrekt.
    Allerdings kann ich net sagen, was da rauskommt.
    Es gibt ein paar Parteien, die haben das neu auf der Agenda, warum weiß niemand.
    Abwarten und Tee trinken.
    Alles Liebe!

    1. Können wir nicht eine Petition startet und über Dich einreichen? So, unter die Hauspost, reinschmuggeln? Ich tippe darauf, dass eine Ehefrau – plötzlich verjüngert – ihren Politiker-Gatten verlassen hat und man dies jetzt als persönliche Rache gegen Retinol versteht :-))).

    2. Hat man denn in Brüssel wirklich Grund zur Besorgnis gefunden, oder ist das nur ein politisches „Spiel“ wo irgendeine Lobby versucht ihre (mutmaßlich wirtschaftlichen) Interessen zu pushen?

      Seltsam dass kaum was bisher an die Öffentlichkeit dringt. Eigentlich müsste sich das doch auch längst wie ein Lauffeuer über die üblichen verdächtigen Beauty Blogs etc. verbreiten…

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