LECKER: DER OSTEN WÄHLT UND KK KOCHT LETSCHO (KK STYLE)

Heute wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Passend dazu ein waschechtes „Ossi-Gericht“ (stammt aus der ungarischen Küche) für den pikanten Geschmack, richtig was Herzhaftes, ohne Fleisch und doppelten Boden. Ziemlich minimalistisch, zum Fingerablecken, aber etwas abgewandelt – eben nach KK Art.  Und während ich das schreibe, umweht meine Nase ein schmackhafter Duft von Zwiebeln, Paprika und Knoblauch…

 

Man brauch ein wenig Zeit: Ca. 1 bis 1,5 Stunde(n) – Ein „Rührstück“…

Zutaten:

  • Spitzpaprika, gelb (für 2 große Portionen verwende ich 4 Pakete à 500 g.)
  • 3 große Gemüsezwiebeln
  • 250 g Tomaten
  • 4 ordentliche Knoblauchzehen
  • 2-3 Schnapsgläser Rapsöl
  • Salz, Pfeffer oder Sambal Olek/Erös Pista (scharfe Paprikapaste)
  • Für die Beilage eine Tasse Reis in zwei Tassen Wasser mit etwas Salz kochen. Wer mag, kann noch rote Paprika in Würfelchen schneiden und hinzugeben. Der Reis kocht im geschlossenen Topf im Wasser auf, den Herd dann ausstellen und einfach auf der Herdplatte (bei Induktion auf niedriger Stufe köcheln) stehen lassen, bis das Wasser vollständig aufgesogen wurde. Nach ca. 30 Minuten ist der Reis perfekt mit Biss und gabelfein.

 

 

Spitzpaprika waschen, schneiden, entkernen und dann in mittelgroße Streifen schneiden.

 

Zwiebeln schneiden, mittelgroße Stücke, Form egal, es verkocht eh.

 

„Abfall“ kann in die Biotonne.

 

Tomaten waschen, vierteln und mit der Gabel zerdrücken. Ich lasse die Haut dran (mehr Ballaststoffe), ausserdem verwende ich gerne kleinere Tomaten mit mehr Aroma.

 

Öl in einem sehr hohen Topf erhitzen.

 

Zwiebeln hineingeben und unter ständigem Rühren andünsten. Sie müssen schön goldig werden, damit sie ein wenig karamellisieren und die Maillard Reaktion einsetzt, die für die herrlichen Röstaromen sorgt. (Ähnliches gilt später auch für den Paprika)

 

Den Paprika in Etappen dazugeben und weiterhin stets umrühren. Das wird der längste Teil der Zubereitung. Ständiges Rühren und warten bis das Wasser verdunstet und der Paprika sich reduziert, dauert mindestens 30 bis 40 Minuten. Aufpassen, es brennt schnell an, immer wieder RÜHREN! Leichtes Anbacken auf dem Boden ist erlaubt, sanft mit einem Holzlöffeln ständig abschaben. Schmoren, schmoren, schmoren…

 

Nach der Hälfte der Zeit, den Knoblauch pressen und dazugeben.

Wenn man die Zwiebeln und den Paprika kaum noch erkennt, die Masse also eher breiig geworden ist und eine goldbraune Farbe angenommen hat, können die zerdrückten Tomaten dazukommen.

Nun nochmals 20 Minuten köcheln und RÜHREN!

Das Gericht schmeckt besonders gut, wenn es vor dem Essen noch eine oder zwei Stunden stehen und ziehen konnte.

Mit Reis servieren.

 

Meine Anmerkungen:

Sorry für die Fotos (nein, ich schmeiße jetzt kein Kilo Petersilie ins Foto, damit die Farbkomposition stimmig ist)! Meine Version des Gerichts ist nicht sonderlich fotogen, schmeckt aber herrlich herzhaft. Und das ganz ohne angebratenes Fleisch. Da ich eh keinen Speck mag, vermisse ich hier auch nichts, und die Gesundheit freut es auch.

Im Gegensatz zum Originalrezept verwende ich nur recht wenige Tomaten, so bleibt das Röstaroma dominant.

Bitte nicht am Öl sparen (Rapsöl ist vorteilhafter)! Die Menge Paprika braucht das. Insgesamt wird es durch das lange Einreduzieren und Schmoren eine eher kleine Menge Letscho, obwohl die vier Pakete Paprika (2kg) nach einer riesigen Menge aussehen. Dadurch (und das Öl) haben wir aber ein sehr intensives/konzentriertes Aroma.

 

Guten Appetit! 🙂

 

Und so ganz nebenbei, wenn es um die Wahlen heute geht: Ich verstehe jeden Menschen, der sich unverstanden, ungehört oder abgehängt fühlt. Gerade im Osten ist das schnell passiert, denn da ist die Realität härter als die Politiker es gerne hätten.

Aber ich komme auch aus einer Region, in der das ebenfalls so ist. Im Ruhrgebiet herrscht keine Romantik, das ist ebenfalls knallharte Realität. Der Strukturwandel hat die ehemals blühende Industrieregion links liegen lassen. Mit ein bisschen mehr Dienstleistung kannst du keine tausende hart arbeitende Menschen froh machen. Es reicht hinten und vorne nicht! Und ganz nebenbei leben wir hier schon seit langer Zeit mit unseren wirklich vielen ausländischen Mitbürgern Seite an Seite. Manchmal schlecht und unerträglich (Clanbildung), aber doch in der Essenz eher gut und bereichernd – für beide Seiten.

Wählt was ihr wollt, ich mache da keine Vorschläge oder besserwisserische Empfehlungen. Aber seid euch bewusst WEN ihr wählt. Es sind Menschen dabei, wie Andreas Kalbitz (Spitzenkanditat AfD), der zB. 2017 an einer rechtsextremen Kundgebung in Athen teilnahm, und dort u.a. die Hakenkreuzflagge hisste. Und das ist nur EIN Beispiel für deren Personal. Geht der „Denkzettel“ wirklich so weit? Kälte und Unmenschlichkeit haben in unserem Land nichts zu suchen, sollten wir uns DA zumindest nicht einig sein?

 

 

.

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser    Keinerlei Sponsoring)

 

11 Kommentare

  1. Lieber Konsumkaiser,
    danke danke danke! Nicht nur für das Rezept für Letscho, sondern auch für Dein Rezept für Demokratie! Ich kann dieses verhuschte Duckmäusern gegenüber Personen, die solche menschen- und verfassungsfeindlichen Dinge tun, kaum noch ertragen.
    Ja genau, überlegen wir genau, wen wir wählen und was wir damit für unser Land, in dem wir alle gern leben, tun.
    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße! Weiter so!!!

  2. Saulecker ! Ich esse es mit kleinen Pellmännern sehr gerne. Mache mir schon mal ( aus Faulheit)ein Glas mit fertigen Letscho auf und verfeinere nur.Toller Erinnerungstipp.. Dann weiss ich, was es demnächst wieder mal als Mittagsschmaus gibt..
    schönen Sonntag

  3. Sehr lecker, kenne ein sehr ähnliches Gericht aus meiner Heimat.
    Bitte auch keine CDU wählen, da die Chefin bei der Wahlparty🙈Deutschland-Fahne (bis heute keine Stellungnahme hierzu) für störend empfunden hat. Kann mir kaum vorstellen, dass in einem anderen Land zu sehen. Kroatische Präsidentin liebt kroatische Flagge und das ist genauso richtig. Sie liebt auch die Nationalmannschaft und war bei der WM mit Freudentränen dabei. Andere respektiere, eigenes Land lieben ist für mich das einzig normale.

    1. Liebe ombia,

      hier in Sachsen geht es nur noch um CDU oder AfD und anders als Presse annimmt, geht es etwas weniger um Asylbewerber, als man denken würde. Außerhalb der Städte ist hier fast alles AfD.

      Unser Ministerpräsident Kretzschmer könnte siegen, obwohl er in der CDU ist und nicht weil. Er ist persönlich glaubwürdig, redet mit jedem, aber ob es selbst bei Sieg für eine Regierung reicht, ist völlig unklar. Es geht diesmal tatsächlich um alles. Ich glaube, ihn wählen sogar einige Leute, die mit der AfD sympathisieren, nicht alle sind beinharte Anhänger, denn er spricht auch Sachen an, die die Bundes CDU totschweigt und die könnte er abholen.

      Es gibt eine gewisse Angst, dass er mit der AfD koaliert, er selbst hat das kategorisch ausgeschlossen, ebenfalls mit den Linken. Er betrachtet beide Parteien als Spalter der Gesellschaft. Damit holt er in Sachsen sehr viele Leute ab, aber ob die Mitte noch reicht, ist sehr umstritten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir unregierbar werden.

      Aber wer heute nicht CDU wählt, wählt AfD. Für Differenzierung wird es nicht reichen. Nicht diesmal, wenn stimmt, was befürchtet wird.

  4. Guten Morgen, danke für das Superrezept wird gleich nachgekocht!!! Mit dem anderen Kommentar bin ich ganz auf deiner Seite. Einen schönen Sonntag an alle.
    Matilda

  5. Vielen Dank für Deinen unermüdlichen Einsatz für die Demokratie. Ich kann Dir nur absolut zustimmen.

    Das Rezept klingt sehr lecker und wird definitiv nachgekocht.

    @ Irida
    GENAUSO sehe ich das auch!!!

  6. Um unseren alten, und glücklicherweise auch neuen Ministerpräsidenten Hr. Kretschmer zu zitieren: „Das freundliche Sachsen hat gewonnen“.
    Und ich bin so froh.

  7. Danke für diesen tollen Artikel!!!! Du verbindest etwas Triviales mit einer eindrucksvollen Botschaft. Klasse! Sowas kannst nur Du, lieber KK.

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