SKINCARE: DER SOMMER KOMMT! SIND PEELINGS JETZT NOCH OK?

Es ist unbestritten, dass Peelings jeglicher Art die Haut etwas empfindlicher gegenüber UV Strahlung machen. Da diese Strahlung im Sommer besonders intensiv ist, und viele von uns auch einen Strand- oder Wanderurlaub in den hohen Bergen planen, stellt sich die Frage, ob es jetzt noch ok ist, die Haut mit Peelings zu bearbeiten?

 

Im Sommer soll alles „perfekt“ sein

Auf Blogs, in Onlineshops und Magazinen kann man sie derzeit wieder lesen: Die guten Ratschläge für die perfekte Sommerhaut…was immer das auch sein soll. Ich verstehe, Urlaubszeit ist kostbar und man möchte die perfekte Grundlage für die schönsten Tage im Jahr schaffen. Nicht umsonst meinen ja auch immer noch viele Menschen, sie müssten sich eine Strandfigur heranzüchten, damit der Sommerurlaub ein voller Erfolg wird. Mit der Haut ist es wohl ähnlich, gut gepeelt bräunt es sich gleichmäßiger und schöner, so die landläufige Meinung.

 

Erst einmal vorweg: Wer jetzt (im Juni) noch ein paar leichte und handelsübliche Peelings machen möchte, sollte das ruhig tun. Ich selbst nutze für den Körper mechanische Peelings mit natürlichen und microkleinen Partikelchen, für das Gesicht dagegen leichtere chemische Peelings. Dazu bieten sich zB. Säuren an, die aufgrund ihrer größeren Moleküle nicht so tief in die Haut eindringen können (zB. Mandelsäure), oder eh ein besonders reizarmes Profil besitzen (PHA).

 

 

So halte ich es im Sommer

Im Sommerurlaub selbst lasse ich die Substanzen vollständig weg! Sie machen die Haut ein wenig empfindlicher der UV Strahlung gegenüber. Man muss für einen total lückenlosen Breitband-Sonnenschutz sorgen, möchte man nicht kleine braune Flecken auf der Haut (besonders gerne prominent auf der Stirn!) riskieren, so wie es mir bereits geschehen ist. Von möglichen unguten Hautveränderungen fangen wir hier jetzt erst gar nicht an.

Auf der anderen Seite sind die leichten chemischen Peelings, und das vergessen viele Menschen, tolle Feuchtigkeitsspender und wirken antioxidativ (AHA & PHA), und sie können sogar anti-entzündlich und gegen Pickel wirken (BHA), die ja auch gerne im Sommer mal vorbei schauen. Also eigentlich kein Grund auf diese Substanzen im Sommer zu verzichten?

Doch! Peeling ist nicht gleich Peeling, und in den Empfehlungen wird so gut wie NIE auf den Stärkegrad der Säure sowie auf den dazugehörigen pH-Wert des Produktes eingegangen. Was ich im Sommer niemals tun würde, wäre zB. ein hochintensives Peeling von der Kosmetikerin oder dem Hautarzt anzuwenden. Aber auch Produkte wie das „Vampirpeeling“ (AHA 30%) von The Ordinary oder das P50 von Biologique Recherche sind sehr intensiv und/oder haben einen ziemlich niedrigen pH. Das sind Faktoren, die im Prinzip nicht schlimm sind, die aber dennoch die Haut in gewissem Umfang belasten. Damit muss die Haut fertig werden, es ist also quasi Höchstarbeit für die Reparaturmechanismen der Hautzellen.

Nun kommen aber im Sommer, und eben besonders im Sommerurlaub, noch die erhöhten Mengen an UV Strahlung dazu: die Expositionszeit steigt beträchtlich, die Intensität und Begleitumstände sind vom Alltag total verschieden. Sicher, ein guter Sonnenschutz nimmt die Haut weitgehend in Schutz (Sonnencremes sind keine Allheilmittel, mit JEDER Besonnung zahlt man auf sein Sonnenkonto ein!), trotzdem ist die Haut immer noch in einer Art Ausnahmesituation. Mal ganz davon abgesehen, dass es bei Wind, Wellen, Schweiß, Bewegung, Mimik und Berührungen schwierig sein wird, den UV Schutz auf der Haut ständig zu 100% aufrecht zu halten.

Deshalb bin ich sehr dafür, dass man ein paar Wochen vor den sommerlichen Belastungen der Haut mit den intensiveren Produkten aufhört. Nach einem In-Office Peeling bei der Fachfrau/beim Fachmann muss man sogar mindestens 4 Wochen direkte Sonnenbestrahlung meiden – dringend!

Ähnliches gilt übrigens auch für neue Retinolprodukte, deren Dosiserhöhungen, Microdermabrasionsprodukte, oder gar Microneedling-Anwendungen die man ausprobieren möchte. Allgemein: Im Hochsommer sollte man jegliche Experimente möglichst vermeiden. Bei dem bleiben, das man gut verträgt, das wirkt, das der Haut offensichtlich gut tut, das ist wahrscheinlich der sicherste Weg. Retinol tut der Haut auch im Sommer gut, aber bitte keinen Hautstress auslösen!

 

Nach dem Sommerurlaub

Nach dem Sommerurlaub warte ich auch nochmals ein paar Wochen, ehe ich mich wieder an meine übliche Routine annähere, denn den langsam gebräunten Teint möchte ich mir noch etwas erhalten. Mit Peelings und Co. wäre der schöne Schein viel schneller wieder vorbei.

Ich pflege mit viel Feuchtigkeit und achte darauf, dass die Hautbarriere durch entsprechende Pflegesubstanzen unterstützt wird (zB. durch Ceramide und Fettsäuren).

Ist die Bräune langsam und unter Zuhilfenahme von vernünftigen Schutzfaktoren (mind. 30 – 50) aufgebaut worden, hält die Färbung der Haut nämlich deutlich länger und sieht auch gleichmäßiger, also einfach natürlicher und schöner aus. Man möchte ja nicht wie ein Sonnenbank-Brutzelhähnchen aussehen, und ein „Pellen“ der Haut nach dem Urlaub ist ein risikostarkes Warnsignal, dass da etwas mal so völlig schief gelaufen ist. Ehrlich gesagt: Wem das öfter passiert, braucht sich auch keine Gedanken mehr um Anti-Aging Produkte machen…

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay   Keinerlei Sponsoring   Dieser Beitrag dient nur als allgemeiner Denkanstoß und soll weder fachliche noch ärztliche Beratung ersetzen! Bei Fragen und/oder Unsicherheiten unbedingt fachlichen oder ärztlichen Rat einholen!)

22 Kommentare

  1. Tja, also mir ist das schon oft passiert mit dem Pellen nach dem Urlaub. Ich gehörte über (viel zu) viele Jahre zu der Fraktion der eher ungeschützt in der Sonne Brater, hatte entsprechend oft Sonnenbrand und Pigmentflecken… Asche auf mein Haupt. Inzwischen weiß ich es besser.
    Nun habe ich meine Haut mit chemischen Peelings so einigermaßen „im Griff“, sie neigt aber zu Unreinheiten. Da sind wir beim nächsten Punkt: Ich will den Sommerurlaub nicht verpickelt verbringen und auch nicht hinterher wieder auf die Arbeit müssen – mit Pickelgesicht statt ansprechender Bräune.
    Im Sommer(Urlaub) die Peelings also weglassen? Irgendwie macht mir das auch kein gutes Gefühl… 😦

    1. Wenn du es mit dem Sonnenschutz mega genau nimmst, kannst du ja die leichteren Produkte auch im Urlaub nutzen. Besonders bei BHA sehe ich keine großen Bedenken, wenn es deiner Haut so gut bekommt.
      Ich persönlich lasse nur alle intensiven Wirkstoffprodukte weg.
      Nach dem Sommer bekommt die Haut durch die vermehrte UB Belastung ja oftmals „Verdickungen“ und da sind dann zB Fruchtsäuren genau das richtige Mittel der Wahl.
      Liebe Grüße!
      KK

  2. Das geht mir genauso. Wenn ich komplett auf chem. Peelings verzichte, dann gewinnen die Pickel die Oberhand.

    1. Interessant wäre da vielleicht auch ein Versuch mit Porify von HighDroxy, das ähnlich arbeitet, allerdings keine höher konzentrierte Säure und einen neutralen Haut pH besitzt.

      1. Ja, darauf schwöre schwöre ich. Porify hilft zwar nicht bei ganz hartnäckigen Unreinheiten, aber auch im Frühjahr, wenn es wärmer wird ersetzt es mein mildes Gesichtswasser und ich sehe deutliche Verbesserungen.

  3. Das HD Porify hatte ich schon mal, aber leider hat das für meine Haut nicht geklappt….
    Ich denke, ich werde das Peelen im Urlaub etwas zurückfahren, aber nicht ganz unterbrechen.

  4. Ich weiß, Vitamin C ist kein Peeling in dem Sinn…aber wie ist da deine Einschätzung dazu? Manche halten ja das vorherige Auftragen von Vitamin C vor dem Sonnenschutz für eine Verbesserung dessen…..da bin ich mir wirklich noch unschlüssig…
    Aber BHA und AHA lasse ich auch im Urlaub weg und danach nur sporadisch, funktioniert aber auch meist gut….vor allen Dingen wenn man am Meer ist und die Vorteile des Salzwassers genießen kann =)

    1. Vitamin C ist ja vor allem erst mal ein tolles Antioxidans. Das kommt mit Sonnenschutz zusammen immer gut und ist (Stand heute) der Haut sehr zuträglich.
      Ich würde stabilisierte Formen wählen, die zB. Das n Ölen gelöst daherkommen. Die haben meist keine extrem saure Grundlage. Ist der pH des Produktes eher hautneutral, ist es auch nicht mehr so stressig für die Haut!
      Liebe Grüße!
      KK

      1. War mir nur nicht sicher, wegen der leicht aufhellenden Wirkung =) aber dann muss ich mal schauen, wie es sich mit dem Vitamin C von The Ordinary verträgt.

        Lieben Dank und viele Grüße
        Sabrina

  5. Ich versuch den Sommer — wie jedes Jahr — irgendwie hinter mich zu bringen und halte mich jenseits von 22°C ohnehin nur drinnen auf. Bei knallender Sonne gibts auf dem flachen Land keinen Schatten… 😉 Frische Luft tanke ich nach 20.00 Uhr. Meine Hautpflegeroutine brauch ich also nicht zu ändern. Liebe Grüße an alle Rothaarigen und Hitzeunbeständigen! Der September kommt…

  6. Ha, toll, das ist so eine Frage, mit der ich mit seit Wochen umtreibe. Ich verwende im Moment hauptsächlich das 1% Retinol von PC, grad hab ich mich gut dran gewöhnt (ca 2-3x wöchentlich). Kann man das wohl auch im Sommer weiterverwenden? In den Urlaub nehme ich es nicht mit, aber ich bin auch so sehr viel draußen, wegen Kind.

    AHA beginne ich glaub ich erst im September wieder 🙂

      1. Ach schön. Nachdem ich ewig nichts gesehen habe vom niedriger dosierten Retinol, merke ich mittlerweile die Auswirkungen der etwas größeren Dosis. Hätte ich gar nicht gedacht, dass das Zeug wirklich funktioniert 😀

        Dennoch, ich neige halt blöderweise zu Pigmentflecken und möchte kein allzu großes Risiko eingehen. Deshalb kein AHA für mich.

        1. Mein Sonnenschutz auf der Stirn wird durch Schweiß immer „löchrig“ und die Flecken kommen sehr schnell zurück. Deshalb geht ohne Mütze nix mehr bei mir.

  7. Dieser Beitrag kommt genau zur richtigen Zeit! Ich habe mir das Problem mit Peelings im Sommer die ganze Zeit schon überlegt.
    Welches wäre denn ein gutes PHA Produkt? Und natürlich leicht zu besorgen.

  8. Mit der Frage hab ich mich auch gerade beschäftigt. Wir sind jetzt im Juni mit dem Camper in Dänemark unterwegs und obwohl ich zuerst dachte, ach, ist ja nur Dänemark (sonnentechnisch), sind wir aber eigentlich nur zum Schlafen drin, ausser es schüttet. Und im „Badezimmer“ (hust) macht es eh keinen Spass, sich gross zu peelen und einzucremen. Daher fahre ich auf Sparflamme. Der nächste Herbst lauert ja sicher schon irgendwo
    Liebe Grüsse, Pia

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