SPORT: BRAINIACS * DAS GEHIRNVOLUMEN HÄNGT MIT DER KÖRPERLICHEN FITNESS ZUSAMMEN

Wer bislang dachte, dass körperliche und geistige Fitness zwei völlig unabhängige Dinge sind, täuscht sich gewaltig. Bewegung kann die Denkleistung sowohl sofort als auch langfristig steigern (und das in JEDEM Alter), das ist seit langem bekannt. Und wer beim Sport sein Gehirn aktiviert (zB. mit Schrittfolgen beim Aerobic), trainiert ganzheitlich erfolgreicher. Der Zusammenhang zwischen Sport und Gehirn geht aber weit darüber hinaus. Denn wie eine aktuelle Studie zum ersten Mal zeigt, weisen Kinder, die regelmäßig sportlich aktiv sind, eine erheblich größere Masse an grauer Gehirnsubstanz auf…

 

Die graue Hirnsubstanz

Grob gesagt, handelt es sich bei der grauen Substanz um den Anteil an Nervenzellkörpern im Gehirn. „Farblich“ unterscheidet sich davon die weiße Substanz, die die Nervenleiterbahnen beinhaltet. Ein größeres Volumen der grauen Substanz bedeutet folglich, dass nicht nur die Weiterleitung von Reizen über das Nervensystem verbessert wird, sondern es kommt auch zu einer signifikanten Vermehrung von Zellkörpern, von denen die Nervenleiterbahnen ausgehen.

 

Fitte Kinder sind die wahren Nerds?

Eine recht neue Studie schreibt der Verbesserung der Ausdauerleistung (aerobe Kapazität = maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit) im Kindesalter das größte Potenzial in der Entwicklung von grauer Hirnsubstanz zu. Aber nicht nur ausdauernde Kinder, sondern auch jene mit guten motorischen und koordinativen Fähigkeiten hatten ein nachweislich größeres Volumen an grauer Hirnsubstanz.

Kinder, die anderen in der Muskelkraft überlegen waren, wiesen hingegen kein überdurchschnittlich größeres Volumen an grauer Substanz auf. Diese Studie, mit 101 Kinder zwischen 8-11 Jahren, brachte damit ein bemerkenswertes Ergebnis zutage: Die physische Fitness von Kindern steht in direkter Verbindung zu Gehirnstrukturen, die sich in den akademischen Leistungen der Kinder widerspiegeln.

Eine Vergrößerung der grauen Hirnsubstanz durch Ausdauertraining wirkt sich auf verschiedene Gehirnregionen positiv aus, wie z.B. am motorischen Cortex und am Hippocampus, die für motorische Fähigkeiten zuständig sind, spielen aber auch  für das Lernen und visuelle Prozesse eine wichtige Rolle.

 

Fazit

Training für den Körper ist auch Training für die Entwicklung des Gehirns. Ganz besonders Kinder sollten sich also unbedingt viel, andauernd und regelmäßig bewegen (oder eben Sport treiben), da das Gehirnwachstum mit ca. 20 abgeschlossen ist. In der Realität werden Kinder heute immer noch recht früh an Stühle gefesselt und müssen sich im Stillsitzen üben…Danke, liebe Schule!

 

 

Quellen: Allgemeine Zusammenhänge zwischen Sport und Geist (engl.) , Zusammenhang zwischen Kindern mit guter körperlicher Fitness und erhöhtem Volumen der grauen Hirmasse (engl.)

 

 

(Fotos: Wiki Commons  Keinerlei Sponsoring)

7 Kommentare

  1. Wirklich interessant, deckt sich aber ehrlich gesagt kaum mit der Erfahrung aus meiner Schulzeit. Da waren die Sportasse in der Regel zumindest notentechnisch eher nicht so weit vorne und laut dieser Theorie hätten sie ja dann auch ansonsten mit besten schulischen Leistungen glänzen müssen.

    Übrigens hat sich gerade an Grundschulen schon viel getan, da ist es nicht mehr so, dass die Kinder 6 Stunden still sitzen müssen. Bewegung ist auch da mittlerweile ein zentrales Merkmal, eben weil man gemerkt hat, dass es den Kleinen gut tut, wenn sie zwischendurch aufstehen und durch die Gegend springen können.

    Ich wünsche einen schönen Tag! =)

    1. Vielleicht waren das nicht die Ausdauertypen, sondern die Kraftmeyer. 😉 Ehrlich gesagt kenne ich aber auch viele Gegenbeispiele zum o.g. Studienergebnis. Da spielt dann doch wohl noch viel mehr mit. Und emotionale Intelligenz bleibt hier ja auch aussen vor.
      Liebe Grüße, KK

      1. Zu der Zeit war das Gewichte stemmen noch nicht so angesagt. Da ist man noch joggen und rudern gegangen oder war im Basketball-, Handball- oder Leichtathletikverein. 😉 Leider kann ich aber auch nicht sagen, wie sich deren Lebenswege nach der Schule und unabhängig von Noten weiterentwickelt haben. Vielleicht haben sich da die Superhirne ja dann noch bemerkbar gemacht. 😁

  2. Da musste ich sofort an meine eigene Schulzeit denken. Mein alter Bio-LK-Lehrer hat immer gepredigt: Survival of the fittest! Darwin hat es wohl geahnt 😊 Have a nice day…

  3. Wie heißt es so schön, ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Und, nach meiner Erfahrung hat Intelligenz oder Lebenstauglichkeit nicht zwangsläufig was mit guten Noten zu tun.
    Einen schönen Donnerstag
    Sunny

  4. Ich hatte nicht den Eindruck, daß im Sportstudio oder beim „modernen“ Marathonlauf gerade die geistige Intelligenz des Landes die Mehrheit darstellt.

  5. Eine Studie macht noch keinen Frühling, aber es stimmt natürlich, dass man in gewissem Maße fit sein sollte. Aber ob die Fitten auch immer die Schlauen sind? Ich zweifle.

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