LIFESTYLE: ALLES KOMIKER? VON IMPERTINENZ, CHARAKTERLOSIGKEIT, INKOMPETENZ UND EITELKEIT

Ein Thema, das auch politisch eher uninteressierte Menschen etwas angeht: Ständig eine Extrawurst fordern, andauernd wird gestänkert, es wird auf dicke Hose gemacht, und breitbeinig sitzt man mit den Koalitionspartnern am Tisch. Eigenkritik? Fehlanzeige. Die CSU wird immer mehr zu einer waschechten Plage, und ich fragte mich nach den Bundestagswahlen, ob der Nervfaktor dieser unsäglichen Partei aus Bayern nun endlich seinen Höhepunkt erreicht haben könnte? Nein, denn jetzt legt Polit-Komiker Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU Landesgruppe im Bundestag, mal so richtig los. Ich wundere mich ernsthaft, wie sich Anmaßung, Charakterlosigkeit, Inkompetenz und Eitelkeit in nur einer einzigen Person dermaßen verdichten können…

 

Klima von Unsicherheit und Lähmung

Politik ist ein ein sperriges Thema. Angela Merkel hat Deutschland in einen Dornröschenschlaf versetzt, und die Weltlage ist ebenfalls eher undurchsichtig bis unvorhersehbar. All das bietet Populisten einen Nährboden, und der Ruf nach einem „starken Lenker“ wird immer lauter.

In Deutschland haben die letzten Bundestagswahlen gezeigt, dass die etablierten Parteien keinen echten Kontakt zum Volk mehr haben, die Verluste waren deutlich und schmerzhaft. Doch was macht man in Zeiten der Merkel-induzierten allgemeinen politischen Profillosigkeit? Sich nach rechts ausrichten und populistische Parolen auf das Volk regnen lassen!

CSU: Breitbeiniger als Rambo

Allen voran die CSU, die der kleinste Verhandlungspartner am Tisch ist, aber das Maul ständig so voll nimmt, dass man der Partei mittlerweile Größenwahn attestieren muss. An dieser Stelle kommt mir der Vergleich mit Trump in den Sinn, nur hier heißt es „Bayern first!“

Gibt es eigentlich keine Möglichkeit der Auflösung dieser unheiligen Verbindung? Dieses schmarotzerhafte Aufeinanderhocken seit 1949 sollte ein Ende haben. Die Bierzeltpolitiker der CSU verdienen ein weiteres Wirken höchstens in der Provinz.

Letzter Höhepunkt: Alexander Dobrindt wetterte gegen eine „linke Meinungsvorherrschaft“ und die 68er Generation. „Wir brauchen den Aufbruch in eine neue, konservative Bürgerlichkeit, die unser Land zusammenführt, unsere Wertegemeinschaft stärkt und unsere Freiheit verteidigt“, erklärte Dobrindt vor der CSU-Winterklausur.

Scheinheiliger Konservatismus eines personifizierten Sparkassensparbuchs

Diese Einstellung ist jetzt erst einmal nicht verwunderlich, sieht der gute Mann doch aus wie das personifizierte Sparkassensparbuch. Der klägliche Versuch mit schnieken Prada-Anzügen über seine Inkompetenz als Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur hinwegzutäuschen, versagte bereits kläglich. Aber seine Eitelkeit verlangte weiter nach breiter Aufmerksamkeit, und die populistische Blubberblase, die dieses dieser Dobrindt nun ablassen musste, ist wohl als verzweifelter Versuch zu werten, gegen die beginnende Bedeutungslosigkeit anzukämpfen. „Konservative Werte“ kommen halt immer gut an, wenn man Angst vor der Zukunft hat.

Deutschland ein „linkes Land“? So ein Schmarrn, wer regierte denn hauptsächlich Deutschland seit 1968? Die CDU/CSU. Der biedere Möchtegernhipster scheint ein wenig verwirrt, wenn man sich seine Gedanken auf der Zunge zergehen lässt. Dobrindts Anti-Intellektualismus ist arg bedenklich, wenn man realisiert, dass seine Äusserungen aus der Vorgeschichte des Faschismus stammen, und damit klar auf Wählerkreise der AfD abzielen.

Das Schoßhündchen bellt für den Machterhalt

Man wundert sich nur, dass bei Herrn Dobrindt unter so viel Schleimscheissertum auch noch ein so verschlagenes Licht leuchtet, denn die Äußerungen wirken abgezirkelt und konstruiert. Eigentlich ein längst kastrierter Kater, der jetzt als Schoßhündchen von SS (ähem, Söder und Seehofer) ein bisschen bellt Wahlkampf für den Machterhalt probt: In Bayern gibt´s demnächst Landtagswahlen. *wieschuppenvondenaugenfall*

Als großer Fan von Signalwirkung (wisst ihr ja) sehe ich momentan um mich herum nur noch die Bereitschaft, Politik im Stile eines Trump, Orban oder Putin (den Trägern der „konservativen Revolution“) zu führen. Vielleicht bekommt die CSU endlich einmal den Denkzettel für ihr unerträgliches destruktives Taktieren, also einen echten Tritt in die Eier! Aber bei der CSU vermute ich an dieser Stelle eher klitzekleine Rosinen.

 

 

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(Foto: FreestockPixx   Keinerlei Sponsoring)

6 Kommentare

  1. Den nächsten, der mich in irgendeiner Weise ärgert, werde ich als „Du Politiker“ bezeichnen, vielleicht setzt sich das ja als übles Schimpfwort durch, trotzdem einen guten Sonntag, Karin.

  2. Herrlich, ich habe mich köstlich amüsiert. Und werde nach dem letzten Satz künftig lustiges Kopfkino haben wenn ich Mal wieder den Begriff Rosinenpicker höre.😎

    Den Beruf per se sehe ich nicht negativ. Mindestens 20% unserer Politiker arbeiten ernsthaft für das Wohl dieses Landes. Du Dobrindt wäre allerdings eine fiese Schmähung.

  3. Danke für deine ehrlichen Worte! Die Politik, die die Damen und Herren hier betreiben ist mir mittlerweile ein Graus. Es war die letzten Jahre auch nicht gerade interessanter, aber immer öfter habe das Gefühl, ich wähle zwischen Pest und Cholera… Und der „Nährboden“ krakelt aus vollem Hals, was ihm kurz vorher hereingeschoben wurde… Es ist zum verzweifeln!

  4. Besser hätte man es nicht schreiben können! Ich dachte schon ich sei die einzige, die so denkt. Danke für die wahren Worte und, dass du neben Lifestyle und Beauty auch solche Themen aufgreifst.

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