LIFESTYLE: BLOGGER UND YOUTUBER – WERBUNG, WERBUNG, WERBUNG…

Blogger und Vlogger (Youtuber) scheinen mittlerweile ausser Rand und Band. Ein paar Bildrechte werden noch angemahnt, aber wenn es um Werbung auf den entsprechenden Blogs und YT Kanälen geht, scheinen wir auf dem Planet der Gesetzlosen zu wohnen. Im Mutterland des Kommerzes, den USA, wird man aber langsam unruhig und will das lukrative Treiben der meist jungen Konsumfreaks stärker kontrollieren. Wird auch bei uns Zeit…

Schleichwerbung und Co. auch in Deutschland auf dem Vormarsch: Wenn dein Blogger/Youtube-Idol dir echte Kacke empfiehlt…

Letztens gab es bei Welt.de einen vielbeachteten Artikel zu Bloggern auf Snapchat, denen jegliches Rechtsverständnis zu Werbung und Werbeeinnahmen abhanden gekommen zu sein scheint. Sorry, aber wenn ich mir da so manch „Social-Media-Idol“ anschaue, halte ich diesen Zustand einfach nur für pure Dummheit, nichts sonst. (Ich empfehle den Welt Artikel einmal zu lesen, denn die superdoofen und plapperbereiten Großmäuler der Branche werden dort namentlich genannt!)

„Mir ist es egal ob ein Posting bezahlt ist, da ich nur zu Dingen poste, hinter denen ich zu 100% stehe!“, so eine der Influencerinnen für 14-Jährige. OK, Honey, wer dir das glaubt, denkt auch, dass Mama und Papa keinen Sex mehr haben. Und bestimmt niemals auf dem Küchentisch. Da wo du morgens schlecht gelaunt dein Nutellabrötchen reinzwängst. Ätsch!

Mit anderen Worten meint diese Gehirnauszubildende: Was schert mich das Gesetz (Kennzeichnungspflicht von Werbung), ich bin jung und schön (ähem), ich darf das! Und das machen viele, der jungen Bloggerinnen und Blogger…sehr viele! Eine Folge der Erziehung à la „Du bist einzigartig, die ganze Welt steht dir offen und wartet auf dich, mein Sonnenscheinchen“, oder?

Die USA scheinen in solchen Fällen nun die Faxen dicke zu haben!

Die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) will gegen nicht ausreichend gekennzeichnete Werbung auf Youtube, Facebook und ähnlichen sozialen Diensten vorgehen. Ein Sprecher: „Wir glauben, dass die Konsumenten den Empfehlungen dort vertrauen, und wir möchten sicherstellen, dass sie nicht enttäuscht werden“. (Und verarscht werden, weil sie eh nicht so richtig des Denkens fähig sind. Ergänzung von mir!)

Einer der Auslöser der aktuellen Pläne der Behörde war der Fall Warner Bros. Home Entertainment. Der Konzern hatte eine Reihe von Youtubern – darunter PewDiePie – dafür gut bezahlt, in YT Videos die Werbetrommel für ein Computerspiel zu rühren. PewDiePie hatte das Video klitzeklein als Werbung gekennzeichnet. Viele andere Youtuber hatten gar keine Hinweise auf Werbung eingeblendet. Es kam zum ersten großen Shitstorm gegen „Schleichwerbung“ bei YT.

Trend: Kennzeichnungen werden versteckt. Kürzel wie #ad (Advertisment, Werbung) oder #spon (sponsored) fallen längst nicht jedem auf und sind selbst für Amerikaner nicht unbedingt auf Anhieb klar.

In den USA wie auch in Deutschland gilt ganz klar per Gesetz: Wird ein veröffentlichter Artikel gesponsert (also bezahlt mit Geld oder Sachleistungen), MUSS dies sichtbar gekennzeichnet sein. Verantwortlich für die Umsetzung des Gesetzes in Deutschland sind die Landesmedienanstalten, die aber momentan einzig auf EINSICHT setzen.

Ich sehe da Eltern und Schule wieder einmal dringend gefordert die Medienerziehung um genau diese Themen zu ergänzen!

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(Grafik: Konsumkaiser    Keinerlei Sponsoring)

10 Kommentare

  1. Der Begriff der Gehirnauszubildenden gefällt mir. Wobei der ja voraussetzt, dass da irgendwo ein Gehirn ist… ist da wirklich eines?
    Ja, äh, und die Sache mit der Medienerziehung. Lass mich dreimal kurz lachen. Die besteht an der Schule meiner Kids daraus, dass zwei Halbjahre lang im „Informatikunterricht“ Power-Point-Präsentationen gebastelt werden.
    Den Rest macht man dann höchstselbst, mit fraglichem Ausgang, denn der Prophet im eigenen Land und so. Ein schmucker Haarfärbe-Unfall in der letzten Woche allerdings, der hat es gebracht. Denn bei den Youtubern, da war genau diese Haarfarbe doch das Nonplusultra! Die und keine sonst! Vermutlich bringen orangefarbene, taillenlange Haare mehr als ein Medienerziehungs-Leistungskurs 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

  2. Hallo KK,
    Ich finde diese Entwicklung echt bedenklich. Kindern wird suggeriert, dass es ganz normal ist mit 14 oder 15 Designerschuhe oder Taschen für tausende von Euros zu besitzen oder mit 18 einen dicken Mercedes zu fahren. You Tuber werden wie Stars gefeiert und verarschen Ihre Fans von vorne bis hinten. Wenn man sich überlegt wieviel Geld manche für ein Produktfoto auf Instagram verdienen. Allerdings sind es nicht nur die Blogger und you Tuber sondern ganz viele Möchtegern Promis machen auf Instagram Werbung, die dann natürlich auch nicht gekennzeichnet ist.
    Viele Grüße Dani

  3. Klasse geschrieben. Daumen hoch. Als Mutter zucke ich allerdings beim Punkt der Medienerziehung kurz zusammen. Schule? Vergiss es. Und rate mal, wem mehr geglaubt wird? Der Mami oder den tollen Youtubern? Ja… Arschkarte haste da, da kann ich mir den Mund fusselig reden. Habe ich letztens auch. Als ich gegen Proteinshakes gewettert und für ausgewogene (und somit auch eiweißhaltige) Ernährung plädiert habe. Ich hatte eindeutig die schlechteren Karten – dank youtube und *zensiertem* Fitnesstrainer. Und dann habe ich hier im Blog rumrecherchiert, ein paar Passagen zitiert (Danke!) und dem Junior die aktuelle GEO-Sport in die Hand gedrückt. Nun sind die Proteinshakes erstmal vom Tisch. Bis zum nächsten Youtuber… *seufz*

    1. Ja, ich sehe es förmlich vor mir, wie man auch an den liebsten Menschen verzweifeln mag…dann puhle ich meinen Lieblingslink aus´m Netz https://www.youtube.com/watch?v=WinDf_5G9Ps und sende es „verpflichtend“ an die Menschen, bei denen ich Hoffnung habe. Böhmermann hin oder her, den meisten fallen die Kiefer runter, wenn sie erstmal die Auswirkungen geschnallt haben 🙂

  4. 🙂 Super Beitrag, lieber KK!
    Mich erschreckt auch immer die fehlende #sponsored Kennzeichnung bei so manchen Bloggern, auch bei solchen, die nicht mehr sooo jung sind.
    Vielleicht solltest Du mal einige Schulklassen besuchen und denen etwas über’s Bloggen erzählen… 😉
    Liebe Grüße 🙂

  5. Gut, dass es schon einige hier angemerkt haben. So etwas wie Medienerziehung an der Schule gibt es im Grunde gar nicht, zumindest nicht in der Form, wie es heutzutage nötig wäre. Da könnten Vorträge von Profis vermutlich wirklich mehr helfen, denn ich kann voll verstehen, wenn Kinder in dem Alter natürlich nichts glauben wollen, was die Eltern erzählen. Das ist halt so. ^^

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