SKINCARE: 10 RATSCHLÄGE UND IRRTÜMER ZUM SONNENBADEN

Sonnenbrand! Das sollte uns ja wohl nicht passieren. Ein guter Sonnenschutz ist das A und O, um möglichst lange eine gesund und frisch aussehende Haut zu behalten. Aber wenn es dann  doch mal passiert ist, ist das Repertoire der „Hausmittelchen“ riesig, und die Tiegelchen und Fläschchen der Kosmetikindustrie nicht minder imposant. Hier sind ein paar Dinge, die man wirklich wissen sollte – und ein paar fiese Mythen, die endlich mal aufgeklärt gehören…

Konsumkaiser

Kinder brauchen einen hohen Sonnenschutzfaktor, dann sind sie sicher.

Nö! Kinderhaut ist extrem empfindlich, und das Immunsystem arbeitet noch nicht auf Hochtouren, um die UV Schäden wie bei einem Erwachsenen aufzuarbeiten. Es können also leicht bleibende Schäden auf zellulärer Ebene entstehen, die später Hautkrebserkankungen eindeutig begünstigen oder gar auslösen. Um die Kleinen optimal zu schützen, sollten Eltern ihnen leichte Kleidung und ein UV-Schutz-Mützchen mit Nackenschutz anziehen – und sie zusätzlich regelmäßig eincremen. Einige Hersteller geben bereits den Lichtschutzfaktor der Kleidung auf den Etiketten mit an.

 

Vorgebräunt durchs Solarium, bekommt man weniger schnell einen Sonnenbrand.

Richtig: Wer schon braun ist, bekommt nicht so schnell einen Sonnenbrand. Insgesamt hat man aber mehr Lichtschäden, wenn man sich vor dem Sonnenbad auf die Sonnenbank legt. Denn wer erst ins Solarium geht und sich später in die Sonne knallt, setzt seine Haut länger der UV-Strahlung aus als jemand, der nicht vorbräunt.

Das lässt die Haut altern – und zwar selbst dann, wenn später kein Sonnenbrand hinzukommt. Das Licht schädigt die Haut auch unterhalb der Sonnenbranddosis. Also lieber das Geld für die Sonnenbank in ein paar Verlängerungstage am Urlaubsort investieren, und dort langsam und schonend braun werden. Ich lag im letzten Urlaub auch fast ständig unterm Sonnenschirm, und ich konnte mich auch nicht über mangelnde Bräune beklagen!

 

Selbstbräuner schützt die Haut vor Sonnenbrand.

Nein, eindeutig nicht. Es sei denn, das Produkt enthält ganz klar zusätzlich einen Lichtschutzfilter. Und ich kenne bislang kein solches Produkt. Die künstliche Bräune hat KEINERLEI Schutzwirkung!

 

Sonnencreme aus dem letzten Jahr wirkt nicht mehr.

Das kommt drauf an! Ist die Flasche/Tube bereits geöffnet, sollte man davon ausgehen, dass die Schutzwirkung bereits vermindert ist. Die Stabilität mancher Filtersubstanzen nimmt nach geraumer Zeit, und nach Kontakt mit Sauerstoff, schnell ab. Dann kann der angegebene Lichtschutzfaktor nicht mehr eingehalten werden. Ein bisschen Schutz ist aber immer noch übrig. Doch wird das in den meisten Fällen nicht ausreichend sein.

War die Flasche unangebrochen und fest verschlossen, dann kann man auch noch das Produkt vom letzten Jahr gebrauchen. Meist ist aber auch ein Verfallsdatum aufgebracht. Das machen die deutschen Anbieter der Drogerie-Eigenmarken sehr oft, und das finde ich sehr löblich. Die Luxushersteller hinken da (natürlich) mal wieder hinterher!

 

Sonnenspray ist so praktisch!

Sonnenspray ist ein Haufen Mist! Oops, sorry. Erstens verwendet man davon viel zu wenig, dann muss man es eh auch verreiben, wie eine normale Lotion auch. Und schließlich läuft man Gefahr etwas von den Filtersubstanzen einzuatmen. Da regt sich die Welt auf, dass die Nanopartikel durch die Haut in den Körper eindringen könnten, und gleichzeitig sprühen und nebeln wir uns mit dem Zeug in engen Badezimmern ein, um es dann haufenweise in die Lungen zu ziehen.

Outdoor geht das mal gar nicht: Ein bisschen Wind, und die Nachbarin ist fein mit unserem Sonnenschutz eingesprüht…nur wir nicht. Und auf glatt gebohnerten Hotelzimmerböden sorgt der Lotion-Nebel für eine lustige Rutschpartie. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ein Plumpser aufs Steißbein tut verteufelt weh!

 

Hellhaarige Menschen brauchen einen höheren Sonnenschutz als dunkelhaarige Leute.

Die Einteilung in Hauttypen ist viel zu grob, als dass sich der Einzelne darauf verlassen sollte. Auch wenn die Mehrheit der Dunkelhaarigen mehr Sonne verträgt als blonde Menschen – es gibt auch blasse Dunkelhaarige und schnell bräunende Blondinen. Im Zweifelsfall lieber einen höheren Lichtschutzfaktor auftragen. Und der eigenen Erfahrung vertrauen – wer im letzten Jahr schon nach kurzer Zeit krebsrot wurde, wird sich auch in diesem Jahr schnell verbrennen.

 

Im Schatten braucht man keinen UV Schutz.

Oh doch! Sogar Sonnenbrand kann man im Schatten bekommen. Schuld ist die Streustrahlung: Das Sonnenlicht wird etwa von Meer und Strand reflektiert. Ich tue das, was die Tradition in südlichen Ländern vorschrieb (heute ist ja alles aufgeweicht): Zur Mittagszeit wird Siesta gehalten, ein kleines Schläfchen, oder leicht angezogen Bummeln gehen, und erst ab 15 Uhr genieße ich die goldenen Sonnenstunden, und das gut eingecremt. Erst später ins Restaurant? Na und? Die Sonne ist herrlich ab 18 Uhr, da kann man auch wundervolle Fotos machen, weil das Licht unglaublich weich (und gnädig) ist! 🙂

Und auch der Vormittag ist eine gute Zeit für den Strand. Es ist noch nicht so voll. Die Stimmung ist aktiver, man kann Sport treiben, ins Wasser gehen. Aber gegen 12 Uhr Mittags packe ich meine Tasche und gehe. Und da kommen eh erst die meisten „Strandbewohner“.

 

Wasserfeste Sonnencreme ist WASSERFEST.

Quatsch! Nach dem Baden im Meer trocknet man sich ja für gewöhnlich gut ab. Und allein die mechanische Reibung des Handtuchs auf der Haut entfernt ca. 50% der Schutzwirkung. Auch wenn wir das Produkt gerade erst vor dem Bad aufgetragen haben. Weg ist weg!

Also unbedingt neu auftragen. Übrigens ist Schwitzen auch ein Lichtschutz-Killer. Der Schweiß (besonders auf der Stirn) „spült“ die Filtersubstanzen einfach teilweise weg. Wir reiben auch unbewusst oft den Schweiß ab, wieder wird Filtersubstanz entfernt. Die Stirnregion ist somit eine der gefährdetsten Partien an unserem Körper, wenn es um Sonnenbrand geht. (Es folgen noch Nase, Ohren, Nacken und Fußrücken)

 

Ein After Sun Produkt muss sein!

Nein, es reicht auch die normale Pflege, wenn man damit gut zurecht kommt. Hauptsache, die Haut fühlt sich nicht ausgetrocknet. Die meisten guten Pflegecremes enthalten gleichwertige oder deutlich bessere Wirkstoffe als die After Sun Produkte. Wer gar keine Pflege anwendet, wird auch nicht gleich vom Blitz getroffen. Aber die Haut kann ein wenig Unterstützung gebrauchen. Ein pures Aloe Vera Gel bekommt man meist in den Urlaubsländern direkt aus der Region, sowas ist immer eine gute Idee, denn zusätzliche Feuchtigkeit kann jede Haut nach einem Sonnenbad gebrauchen.

 

Quark hilft bei Sonnenbrand!

Oh, das ist mein Lieblingsthema, denn diesen „Quark“ lese und höre ich ständig! NEIN! Das ist NICHT so!

Sicherlich kühlt der Quark ganz nett und wirkt feucht, aber 1. wird der Quark fest und bröselig (DAS reizt wiederum die Haut). Das bedeutet, die Feuchtigkeit ist nicht IN die Haut gegangen, sondern verdunstet, und dabei hat sie etwas Feuchtigkeit aus der Haut „mitgenommen“.

2. Sind die Milchsäurebakterien aus dem Quark auf der Sonnenbrand-Haut nicht gut. Im Gegenteil, sie können für weitergehende Infektionen sorgen! Auch wenn die Haut keine Blasen wirft und aufgerissen ist: Die Schutzbarriere ist geschädigt, und Keime haben leichtes Spiel einzudringen. Und die gehören nun mal nicht dorthin!

Eine Milcheiweiß-Unverträglichkeit (hat doch gerade fast jeder, warum schmieren sich also alle Quark ins Gesicht??) wäre ebenfalls fatal für das Gesicht. Untrügliche Zeichen einer Allergie können Auftreten: Rötungen und Schwellungen! ZUSÄTZLICH zum Sonnenbrand, super!

Unsere Haut ist nach einem Sonnenbrand in einem Zustand wie bei einer Entzündung! Das bedeutet, sie wird rot und warm – es tut sich was IN ihr. Hier sollte man ganz besonders vorsichtig sein, was man draufkleistert, sie soll ja nicht noch zusätzlich belastet werden. Genau wie nach einer Verbrennung ist Kühlen gut, aber bitte möglichst wenig mechanisch manipulieren, und keine okklusiven Cremes auftragen, das führt zum so gefürchteten Hitzestau! Eventuell ist ein Gel mit Kortison angebracht, das sollte aber ein Arzt entscheiden.

Lieber eine (oder zwei) Aspirin (entzündungshemmend – frühzeitig einnehmen!) und dazu sehr viel stilles und nicht zu kaltes Wasser trinken. Ein kühlender Umschlag (KEIN EIS!) auf dem Gesicht oder gar auf dem Kopf tun sehr gut und helfen erst einmal. Und den Quark meinetwegen aufessen, aber nicht ins Gesicht!

 

 

 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um allgemeine Ratschläge und keine Anweisungen für Leib und Leben. Bei Unsicherheiten und Fragen, bitte unbedingt den Arzt des Vertrauens befragen! Mit der Sonne muss man vorsichtig und verantwortungsvoll umgehen, im Zweifelsfall immer einen höheren Lichtschutz auftragen und wiederholt Eincremen! Kinder müssen ganz besonderen Schutz erhalten (Kleidung, UV Schutzcreme und die Aufenthaltsdauer sollten von den Eltern überwacht werden).

(Foto: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring)

5 Kommentare

  1. Hallo Herr Kollege 😊

    Du Optimist 😁
    Seit Wochen nur Regen im tiefsten Jodelland 😜
    Gestern hatten wir nach fast 2 Wochen Dauerregen oder Schauern 1/2 Tag Sonne… Jetzt auch ein Hauch von Frühlingssonne, aber heute Nachmittag ist bereits wieder ausgiebiger Regen gemeldet 😐
    Revanche zum Sommer 2015.

    Sommerurlaub kenne ich eh nicht… Saison läuft schon seit Pfingsten bekanntlich auf Hochtouren…
    Trotzdem wünsche ich ALLEN einen schönen Urlaub & reichlich Vitamin D3 😊👍

    DANKE für Deine Hinweise auf Tinosorb S / M… bekommt meiner Haut sehr gut 👍
    Schade das die Amis da noch nicht mitziehen (s. Paula & Co).

    GRUSS
    der hydro

  2. Danke! Diesen Quatsch mit dem Quark lese ich auch ständig. Dabei ist es wirklich eher kontraproduktiv. Aber alle plappern es nach.

  3. Nein! Sonnenspray ist nicht gut?! Verdammt. War ja klar. Das Ladival Spray ist nämlich – neben HighDroxy fürs Gesicht – das einzige Zeug, mit dem ich halbwegs klarkomme und das sich halbwegs angenehm trägt. Wahrscheinlich, weil ich zu wenig aufsprühe. 😉

    Aber ich bin froh, dass ich das jetzt lese… muss nämlich Nachschub besorgen.

    LG Anna

  4. Ich muss sagen, wir haben früher im Familienurlaub abends oft Melkfett auf die Haut geschmiert, auch wenn die mal etwas rot war. Und meist hat das ganz gut geholfen. Ist denn dieser Hitzestau, von dem man immer wieder liest, so schlimm? Ich dachte auf sowas müsste man nur bei Couperose achten.

    1. Schlimm im Sinne von „man schwitzt sich kaputt unter der Creme“. Wenn es dann noch am Abend heiß ist und die Haut glüht, hat man eine ständig feuchte Haut. Mag aber auch gut sein, Wunden heilen feucht ja auch besser. Ich sollte mal einen Hautarzt befragen. Vielleicht gibt es dazu ja Studien.
      LG, KK

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