LIFESTYLE: RAUS AUS DER ESOTERIK-ECKE! ATMEN HILFT…

Achtung, nicht weiter klicken! Ich beschwöre hier heute keine Geister, und ich will euch auch nicht in frühere Leben zurückführen, als wir alle noch olle Küchenschaben in Mesopotamien waren…oder so. Nein! Es geht um eine einfache und wirksame Möglichkeit Stress zu bewältigen, ungute Gedanken aus dem Kopf zu bekommen und Angstgefühle zu vermeiden. Interesse? Bitte hier entlang…

In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit nachzudenken. Ich habe euch ja bereits erzählt, dass ich eine Darmerkrankung hatte (und weiterhin habe). Jedenfalls stand die mögliche Diagnose Darmkrebs ebenfalls im Raum. Bedingt durch die Feiertage, hatte ich ein paar Tage länger Zeit auf die notwendigen Untersuchungen zu warten (ich drücke es mal so freundlich aus) – und dementsprechend kreisten meine Gedanken durchaus auch in dunklen Gefilden. Um es mal so zu sagen: Panikattacken haben wir alle schon mal, sie kommen in unterschiedlichen Erscheinungsformen vor.

Neben Familie und Luis, meinen Freunden und dem Blog, gab es noch eine weitere Möglichkeit, die düsteren Gedanken zu vertreiben. Eine einfache Atemtechnik, die viele von euch vielleicht aus dem Yoga-Unterricht kennen.

Lustig ist, dass Atemtechniken bei uns fast nur noch durch solche Kurse vermittelt werden. Nach Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen, oder eigenen Kursen zum entspannten Atmen sucht man lange, und mancherorts sogar vergeblich. Dabei ist das wirklich nichts Esoterisches und man braucht auch nicht den „Dreibeinigen Hund“ auszuführen, um die Wirkung einer bewussten Atmung zu spüren.

Ich suche hier ganz bewusst und offensiv den Weg heraus aus der „Wunder-Ecke“, denn mit diesen pseudowissenschaftlichen und auch über-geistigten Dingen kann ich nicht viel anfangen. Der Nutzen der „Mechanik“ die hinter einer Atemtechnik steht, an den glaube ich allerdings voll und ganz, aus eigener Erfahrung. Seit vielen Jahren bringe ich Menschen diese kleinen Atemübungen bei, und die Erfolge sind immer wieder verblüffend bis überwältigend. Und bei mir war es auch so: Ich fühle mich nach wenigen Minuten wieder gefestigt und stabil. So, als will man sagen „Ich stelle mich dem Sturm entgegen, der kann mir nichts anhaben!“

 

Eine unverbindliche Anleitung zu einer bewussteren Atmung:

  • Du kannst die Atemtechnik ÜBERALL anwenden. Man sieht es nicht, man hört es nicht. Nur du bist konzentriert auf dich selbst.
  • Egal ob du sitzt, liegst, oder in der U-Bahn stehst.
  • Die Atemtechnik verbessert insgesamt die „Durchlüftung“ der Lungen. Es ist also ratsam, diese nicht zur SOS-Übung zu degradieren. Immer mal wieder dran denken!
  • Einzig: Versuche einen ruhigen Ort zu finden, wo du ein paar Minuten für dich hast, ohne angesprochen zu werden.

 

  • Atme gelassen und völlig normal durch die Nase ein! Stell dir dabei vor, wie die Luft in deinen Brustkorb strömt: Wie durch eine weit offene doppelte Flügeltür. Atme weiter! Noch hinunter bis „in den Bauch“. Deine Bauchdecke hebt sich dabei leicht an! „Der Gürtel spannt!“
  • Halte die Luft ganz kurz in dir, danach atmest du durch den Mund aus. LANGSAM! Vielleicht schaffst du es DOPPELT so lange auszuatmen, wie das Einatmen gedauert hat? Üben!
  • Beim nächsten Atemzug (Lass dir Zeit!) wirst du beim Ausatmen ganz leicht die Lippen schürzen, so als wolltest du eine Kerzenflamme zum Flackern bringen, sie aber NICHT ausblasen. Auch hier dauert das Ausatmen länger als das Einatmen!
  • Bei jedem Ausatmen versuchst du so viel Luft wie möglich aus dir strömen zu lassen. Das musst du nicht herauspressen! Bleib gelassen.
  • Übertreibe es am Anfang nicht! Einige intensive Atemzüge reichen für Ungeübte bereits. Dir soll schließlich nicht schwindelig werden!
  • Wichtig ist: Sei in Gedanken bei deiner Atmung. Es ist viel zu schwierig sich NICHTS vorzustellen und seine Gedanken völlig frei zu machen, wie es die Meditation gerne hätte. Nein, denke und konzentriere dich auf die Atmung und was du dabei spürst. Fühle deinen Brustkorb und den Bauch: HEBEN UND SENKEN.
  • Wenn du vertraut mit der Übung bist, wirst du sie auch länger üben können. Sie verschafft ein wenig Abstand zu sich selbst, verbessert die Sauerstoffversorgung, macht wacher und stärkt durch gewisse Reize (und eine Änderung der Körperwahrnehmung) das Selbstbewusstsein.

 

Es gibt noch viele andere und anspruchsvolle Atemübungen. Sie alle bringen dich weiter, denn eine gesunde Atmung ist eine der Grundvoraussetzungen für einen gesunden Körper und Geist!

(Dieser Artikel ist nur ein Übungsvorschlag und dient weder der Diagnose noch Heilung von Krankheiten. Bei Fragen und Unsicherheiten ist unbedingt ein Arzt zu befragen!)

 

 

(Foto: WP Wide / Freestockpixx   Keinerlei Sponsoring)

5 Kommentare

  1. Guten Morgen lieber KK
    Eine kleine, einfache?! Möglichkeit im Hier und Jetzt zu verweilen.Es braucht in der Tat ein wenig Übung, ein immer mal wieder drann denken, aber es lohnt! Sich weniger im Gestern und Morgen zu tummeln ist sehr befriedigend und vermittelt einem viel Sicherheit. Sich ‚ nur‘ mit dem zu beschäftigen was gerade ist, reicht doch eigentlich voll und ganz, oder?!
    In diesem Sinne wünsche ich allen eine intensive Woche im hier und jetzt.
    Nimitta

  2. Da muss ich an einen Spruch auf einer meiner Yoga-DVDs von/mit Ana Brett denken: Angst ist Aufregung ohne Atem. Als ich das zum x-ten Mal hörte (ich überhöre das Gequatsche auf den DVDs ja gerne, weil es mir zu „abgehoben“ ist), hat es irgendwann klick gemacht und mir wurde bewusst, dass ich in Stress/Angstsituationen tatsächlich dazu neige, den Atem kurz anzuhalten oder sehr unregelmäßig und flach atme. Danke für den Reminder! 😉

    LG Anna

  3. Finde ich gut, dass du auch mal auf sowas eingehst. Ich kann den Angstzustand der dich bis zur (glücklicherweise nicht Krebs!) Diagnose begleitet hat, gut nachfühlen. Hatte vor zwei Jahren im Winter mit richtig fiesen Panikattacken zu kämpfen die von hypochondrischen Anwandlungen begleitet waren. Ich dachte zwischendurch wirklich, dass da etwas sein muss (obwohl ich erst Ende Zwanzig bin) und jede Attacke war wie ein Beweis für mich.
    Letzen Endes war es tatsächlich nur eklatanter Vitamin D Mangel, welcher von meiner Schilddrüsenerkrankung (obwohl ich richtig eingestellt war) herrührte. Nachdem ich nun von Herbst bis Frühjahr Vitamin D Pillen nehme, ist der Spuk vorbei.

    Um auf deine vorgestellte Atemtechnik zu kommen: Die habe ich so ähnlich auch angewandt und es hilft wirklich dabei, runter zu kommen und den Kopf ein wenig zu leeren bzw. die Gedanken woanders hin zu lenken.
    Also danke, dass du das (auch deine Krankheit und Ängste) mit uns teilst.
    Tina

  4. Wie wahr, erstmal tief durchatmen ist in vielen Situationen der goldene Weg. Wer es gerne mal bildlich sehen mag und auch besser ein- und durchschlafen möchte, hier entlang

    Bei jeder Gelegenheit anwenden bis es in Fleisch und Blut übergeht, es öffnet eine neue, größere innere Welt.

  5. Ich bin ständig unter Dauerstrom und kenne das Gefühl der „Atemlosigkeit“. Habe bei einer Kur dann glücklicherweise Yoga Nidra (auch autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Qi Gong) kennenlernen dürfen und fahre damit immer noch am besten. Ich brauche sowas auch zum einschlafen, um mal dieses „ach, ich muss auch noch das und das erledigen“ loszuwerden. Ich fühle mich jedenfalls viel entspannter seit dem ich das mache. 😉

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