LIFESTYLE: HERR KK ERKLÄRT DIE WELT * SHOP ´TILL YOU DROP…

Heute mal wieder oberflächlicher Heckmeck…na und?  Einkaufen, die Kreditkarten glühen lassen, und danach (halb-)tot umfallen? Für einige Zeitgenossen eine erstrebenswerte Vorstellung. Hmm, ich geb´s zu, ich kann mir auch nen schlimmeren Tod vorstellen. Aber wie zur Hölle soll ich das bewerkstelligen? In Deutschland macht Einkaufen einfach keinen Spaß mehr, zu viel schlecht gelauntes Verkaufspersonal, häßliche „Einkaufstempel“ und ständig drängelnde Menschen, als wäre man am bulgarischen Goldstrand beim „All you can eat – Buffet“. Muss man also zum gepflegten Shoppingrausch in den Urlaub fahren?

KK Kreditkarten

Was? Shopping?

 

Hä? Mir fiel es letztens wieder auf, als ich eine Folge von „Shopping-Queen“ ganz aus versehen, unaufgefordert und total zufällig auf meinem Fernsehbildschirm sehen musste. Der „Autounfall-Effekt“ hatte mich auch sofort voll im Griff, und ich konnte nicht mehr wegschauen. Kann es sein, dass diese Sendung ungefähr 8 Stunden dauert? Als endlich der Abspann lief, musste ich erstmal Datum und Jahr auf meinem Handy nachschauen. Puh, doch erst kurz vor zwölf.

Aber ich war auch etwas entrüstet, denn die Shopping-Enthusiasten in der Sendung streiften durch Geschäfte, die teilweise (mit Verlaub) nicht hätten hässlicher sein können. Schick, wie eine „Vapiano“ Filiale, oder das Wartezimmer einer proktologischen Gemeinschaftspraxis. Besser wird´s aber auch nicht mehr werden, denn Onlineshopping macht dem Offlinehandel eben ganz schön zu schaffen. Aber mal ehrlich: Einen Samstag Mittag in der Innenstadt einer deutschen Großstadt verbringen, ist doch mittlerweile genauso prickelnd wie zusammen mit Gina Lisa, Frau Ochsenknecht und Simone Thomalla zum Beauty-Doc zu gehen. Oder mit Obama und Merkel über die glamouröse Hannover-Messe. Schlimmer geht´s kaum noch! (Äh doch, Modewoche in Pjöngjang.)

Dazu Verkäuferinnen und Verkäufer, die zum Lachen dem Zahnarzt ne Flasche Lachgas abluchsen, oder zum Mario Barth Mega-Event in irgendein Stadion pilgern. Huh, so viel Freude versprüht sonst nur meine Nachbarin, wenn die fünf (!) Dackel wieder alle gemeinsam Durchfall auf dem gepflegten Rasen hatten. Jubel, als gäb´s bei Tchibo gerade eine gratis Rolex mit Brillanten zum Pfund Kaffee.

Wo ist denn bitteschön das Verkaufspersonal abgeblieben, welches Verkaufen noch als Berufung ansieht? OK, ich habs auch gehört, klingt doof, ne? Berufung und Verkaufen in Deutschland, da wo der Kunde ebenfalls schlecht gelaunt, und so höflich ist wie Herr Erdogan zu den Redakteuren der türkischen Ausgabe der Titanic, gäbe es denn eine. Der deutsche Kunde, so kühl wie eine Gletscherspalte.

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn hierbei geht es doch um Luxusläden. Schlimm sind aber auch Supermärkte, günstige Klamottengeschäfte und all die „niedlichen“ Krimskrams-Shops, die es ja in jeder mittelmäßigen Fußgängerzone zuhauf gibt. Nur hier erwarte ich erst gar keine freundliche Bedienung…warum eigentlich nicht? Billig = unfreundlich abspeisen lassen im Apokalypsen-Ambiente?

Ich verstehe sowas meist nicht so richtig und fühle mich da ein wenig wie autistisch, denn ich bin so gut wie immer freundlich, höflich und lasse niemals meine über die Leber gelaufene Laus an anderen Menschen aus.

NY…Shopping total!

Mein tollstes Shopping Erlebnis hatte ich vor vielen Jahren in New York, als ich zum ersten Mal eigene Kreditkarten mit hohen Einkaufslimits besaß (Die AMEX hatte gar keins, oops). In Deutschland dümpelten die Kärtchen vor sich hin, denn es machte mir damals schon keine Freude auf der recht spaßbefreiten Kö in Düsseldorf mein Geld unter die Leute zu werfen. Was nötig war wurde gekauft, Lustkäufe kannte ich nur aus Erzählungen. Doch dann kam eben jener Tag, als die Karten in NY zum Glühen gebracht wurden.

Der Dollarkurs war genial, die Shops noch genialer. Allesamt mit DJ und Verkaufsleuten, welche an Wichtigkeit (Headsets für Kundenfragen) einem Wallstreet-Banker in nichts nachstanden. FREUNDLICH waren die! Und wenn´s auch nur ne gute Show war, man hat sich einfach jung, gutgebaut und begehrenswert gefühlt (DAS sind doch DIE eigentlich wichtigen Schlüsselreize unserer Generation). Das ausgegebene Geld war hier in guten Händen: „Geht ihr kleinen Dollars, hier wird gut und sicher für euch gesorgt, husch husch!“

„Thanks for shopping at Ralph Lauren! Please come back…and don´t forget to bring all your friends!“

Und das mit einem warmen Handschlag und einer extra Tüte kostenloser Goodies und Geschenke von RL. So geht man mit guten Kunden um, dachte ich da! Dieses kleine Shopping-Erlebnis war exemplarisch dafür, was ich (fieser Snob) mir wünsche, wenn es ums Shoppen geht! Bei uns habe ich sehr oft das Gefühl in einem Geschäft 1. zu stören, 2. einen Gehaltsnachweis vor dem Kauf erbringen zu müssen, und 3. dankbar sein zu müssen, soeben Kloschüssel/Wischmob/Gummistiefel/Whatever kaufen zu dürfen.

Um die Story aber schnell noch zum Ende zu bringen: Nach ein paar Tagen der Shopping-Wut wurden meine Karten (laut eines halbnackten Kassierers bei „Abercrombie“…peinlich…) gesperrt, und jener Verkäufer überreichte mir den Telefonhörer mit einem Servicemitarbeiter des Kreditkartenunternehmens auf der anderen Seite. Die wollten dann nur sicher gehen, dass ich auch wirklich der „Cardholder“ bin, denn solche Summen waren bislang noch nicht auf meinem Kartenkonto aufgetaucht. Die Karten wurden wieder freigeschaltet und ich hatte nen Schreck fürs Leben. Gut so, denn auch dieses Erlebnis blieb in meinem Gedächtnis, und es erinnert mich bei jedem latent-ausufernden Shopping-Rückfall daran, meine Vernunft einzuschalten. Funktioniert..äh…oft. Umtauschen? Kann ich nicht!

Wann hab ich eigentlich wieder Urlaub…?

 

 

(Liebe Leser/innen! Natürlich weiß ich doch, dass es auch schöne Geschäfte und nettes Verkaufspersonal in Deutschland gibt. In solch einer kleinen „Glosse“ überspitzt man aber nun mal gerne und beschränkt sich auf die eher unterhaltsamen Fakten. Wenn ihr Geschäfte kennt, in denen ihr gerne euer Geld los werdet, dann könnt ihr sie hier gerne nennen!)

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring)

 

 

32 Kommentare

  1. Ich als Verkäuferin von Haushaltselektronik (Nicht MediaMarkt/Saturn) fühle mich ein wenig beleidigt. Manchmal macht der Job echt Spaß, aber stell dich mal einen Tag dahin und hör dir das an was wir uns teilweise anhören müssen. Das macht KEINEN Spaß! Man wir beleidigt, Kunden werden handgreiflich. Nette Kunden sind heutzutage wirklich eine Ausnahme. Normal dass man da die Lust verliert oder?

    1. Ich glaube, du hast diesen Artikel gar nicht ganz gelesen?
      Ich wundere mich immer ein wenig, wenn Leute eine „Glosse“ so ernst nehmen, dass sie sich angegriffen fühlen.
      Glaub mir, ich schufte auch körperlich, im Stehen, samstags und sonntags, manchmal auch 7 Tage in der Woche, gerne auch mit schlecht gelaunten Menschenmorgens um 06 oder abends um 22 Uhr, und ich verliere trotzdem nicht gleich meinen Humor. 😉

        1. Hey Lena!

          Gewagte Gegenthese: Schlüsselkompetenz einer VerkäuferIn sollte es sein, TROTZ unfreundlicher Kunden stets freundlich und zuvorkommend zu sein!
          Da ich sehr viel Wert auf gute und vor allem freundliche Beratung lege (vor Allem, wenn dann noch fleißig das Nümmerchen für die Erfolgsquote auf das Preisschild geklebt wird), reagiere ich echt allergisch auf Verkäuferinnen, die mit einer Einstellung wie Deiner an jeden Kunden herangehen, egal wie nett man Ihnen begegnet.

          LG
          Lara

  2. Großartig. Deine Posts sind immer wieder (m) Highlight. Aber mit nem kleinen Meckertouch sind se mir am liebsten. 🙂

    LG Anna

  3. Mir fehlt auch einfach in Deutschland ein guter Kosmetikladen. Sephora und Ulta in Amerika haben auch ganz andere Dimensionsordnungen (preislich und räumlich). Mir fehlt einfach diese gewaltige Auswahl. Jedesmal wenn ich in einen Douglas gehe und was haben möchte (sei es nur mal um es auszuprobieren) heißt es immer: Mac? Haben wir nicht hier. Nyx? Nie gehört. usw.
    Das deprimiert mich. Ich würde auch viel mehr Geld im Einzelhandel lassen, wenn ich die Chance dazu hätte. Zumal ich viel lieber ein paar Euro mehr ausgebe um es vor Ort zu kaufen, als es online zu kaufen.
    Liebe Grüße

    1. Und ausserdem wird man bei Douglas immer wie ein potentieller Ladendieb beäugt, wen man sich mehr als zwei Artikel anschaut. Furchtbar.

      1. So habe ich mich auch letztens gefühlt. Der Laden war recht leer und die beiden Damen waren vorne mit Kundschaft in der Parfüm Ecke beschäftigt. Ich bin dann nach hinten in die Make Up Ecke gegangen. Der Security Mann ist mir auf Schritt und Tritt verfolgt. Das fand ich schon sehr unangenehm. Abgesehen davon, dass die beiden Mädels mich komplett ignoriert haben und ich erst auf mich aufmerksam machen musste. Sehr schade, deswegen gehe ich so ungern in einen Douglas.

  4. Herrlich und in weiten Teilen so wahr. In der Männerabteilung meines örtlichen H&M gibt es auch so ein Exemplar von Verkäuferin. Nicht mehr allzu jung, Solariumtiefenbräune und dazu fieses Permanent Make-Up. Aber wenn ich rein komme, sieht sie mich an als hätte ich da nichts verloren, nur weil ich Kleidung in XL kaufe. Außerdem habe ich immer den Eindruck, dass sie völlig genervt ist über Kundschaft. Würde ich sie ja gerne mal drauf ansprechen, macht man aber letztlich doch nie.

    Genauso kann ich deine Erfahrungen aus den USA bestätigen. Zumindest vor 6 Jahren war es noch so. Alle megafreundlich. Und es gab wirklich halbnackte Männer bei Abercrombie? Das habe ich immer für eine Legende gehalten. 😀

  5. Lieber KK!
    Ich bin auch Verkäuferin und fühle mich nicht beleidigt. 🙂
    Ganz im Gegenteil, ich liebe solche Charakterisierungen, du triffst dassehr gut. Und über die Kunden hast du ja auch die richtigen Worte gefunden, hihi!!
    Ein schöner Tagesstart heute, und jetzt auf zur Arbeit, Parfüm verkaufen. 😉

  6. Du sprichst mir sowas aus der Seele!! Ich selbst habe jahrelang in einer kleinen Boutique ( sagt man das überhaupt noch 😀 ) gearbeitet. Es wurde teilweise sehr sehr viel Geld dagelassen und es war selbstverständlich die Damen zu beraten und geduldig und höflich zu sein! Das wünsche ich mir ja auch. Ich gehe sehr ungern in die City zum Shoppen….leider…den Onlineshopping bringt nicht immer den „Woweffekt“ den ich im Laden hätte mit einer gewieften Verkäuferin. Ausnahme in Nürnberg ist für MICH COS! Da werde ich immer sehr gut gepampert obwohl ich durchaus selber entscheide was mir steht oder nicht ;). Aber ein bisschen Bauchpinseln tut doch gut oder ? Ich war sehr oft in USA shoppen und da weiß man einfach wie es gemacht wird. Oft wird diese Oberflächlichkeit bemängelt aber ich muss die Damen ja nicht privat treffen :D. Natürlich gibt es auch unhöfliche Kunden keine Frage aber wenn man im Einzelhandel arbeitet sollte man Beratung usw gerne machen und höflich bleiben. Ist der Job!!!
    LG Renate

    1. Stimmt! Onlineshopping birgt ein ähnlich hohes Frustpotential, nur eben anders. Blöd, dabei ist Shopping heutzutage schließlich meist keine Notwendigkeit mehr, sondern Freizeitgestaltung. Ich sag immer: Das neue „Opium fürs Volk“.
      LG, KK

  7. Douglas im Forum Mülheim! Dort gibt es die weltbeste und motivierteste Verkäuferin ever! Hab schon regelrecht Angst vor ihr:-)
    Ein Aufeinandertreffen ist immer eine teure Angelegenheit, selbst wenn man nur mal so gucken wollte..

    1. Oha, aber nicht Andrea, oder?? 😉
      Früher hatten die auch ein paar echte Drachen. Die konnten einfach nicht verstehen, dass ein Mann in Ruhe im Cremeregal schauen wollte. Die haben mich immer zum Davidoff Ständer bugsieren wollen, schlimm!
      LG, KK

  8. Ich liiiiebe shoppen. . Bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann ist dann plötzlich die Luft raus (was mit einem Glas Champagner durchaus hinauszuzögern ist..) und dann will ich nur noch raus… Bis dahin aber genieße ich es, besonders in Hamburg in den bekannten Vierteln oder auch hier vor Ort, wo sich die Läden diese Arroganz gar nicht leisten können und schon froh sind, wenn mal jemand NICHT in Jogginghosen kommt 😉.
    Über deine Kolumne hab ich sehr lachen müssen (ich amüsiere mich jetzt schon einige Zeit hier kommentarlos) , zum Glück mache ich selten solche Erfahrungen. Im Gegensatz zu meiner Freundin, die nun wirklich Geld hat und man es auch merkt… trotzdem wird sie oft behandelt, als würde sie mit Gutscheinen vom Sozialamt einkaufen… das finde ich dann immer ziemlich witzig… 😉
    Ach noch was: verleihst du deine Kreditkarten auch? 😀 …..

  9. Das geht mir genauso wenn ich Shopping Queen gucke, dann frag ich mich immer warum die auch noch zur Krönung diesen Schrottschmuck kaufen müssen oder ne Handtasche für 12 EUR damit der Look perfekt ist und es keinen Punktabzug gibt.
    Modewoche in Pjöngjang

  10. Hallo Herr Kollege 😊

    witzig 😉
    Jedoch finde ich persönlich den Einkauf gaaar nicht so krass im Vergleich zum Ausland…
    Gerade die aufgesetzte Schubidubidu-Masche in fast allen Commonwealth Ländern geht mir eher auf den Sack – overpowered & übermotiviert!
    Unehrliches Lächeln, Floskeln…
    Pseudo-Family-Gehabe, aber alles fake!

    Ich mag meine RUHE haben, wenn ich durchs Geschäft flaniere, selektiere & brauche nur FACHKUNDIGES Personal (heute überall diese Aushilfen ohne wirklichen Plan!), wenn ich wirklich nicht alleine weiter komme.
    Ich brauche keine „Mandy/Britney oder Peggy in Chemnitz“, die meinen Personal Shopping Coach miemt 😜
    und sich mir devot anbietet!!!
    Ich habe seltenst Stress mit Verkäufern, da ich auch immer freundlich & dafür bekannt bin, dass ich gute Laune verbreite (unbewusst)… habe wirklich hohen Wiedererkennungswert… egal wo… Leute erinnern sich stets an mich, was mich oft selbst überrascht… und freuen sich mich zu sehen!
    Was ich damit sagen will:
    Ich persönlich finde das die Kunden heute oft Umgangsformen & -töne drauf haben, die mich sehr erschrecken lassen!!!
    BITTE & DANKE oft Fehlanzeige… hört mal genau hin, was Kunden teils äußern & vor allem in welcher Tonlage!!! 😝

    Das Verkäufer/Service/Personal irgendwann mal der Geduldsfaden etwas anreißt, kann man insgeheim schon verstehen… andererseits darf man professionelles Verhalten verlangen & erwarten.

    Das einzige was ich mir manchmal mehr wünsche:
    schnellere Bedienung wenn möglich (da ich leider etwas ungeduldig bin! SRY!… aber ich arbeite an mir zu entschleunigen ✌),
    fachkundiges versiertes Personal!

    Ansonsten empfinde ich das unsere deutschen Taxifahrer mittlerweile ein Albtraum sind… da könnte ich manchmal… Ach egal… bringt eh nüscht 😐
    Einfach Trinkgeld weg lassen…

    Gruss
    der hydro

        1. Nee nee 😂
          Wenn dann das Tal der Täler Oberstdorf 😨
          Da ist Eispause bis 07.05., darum bin ich zZ auf Tour in NRW, Berlin, Sachsen – das Wetter ist hier auch ein ALP-traum 😣

    1. Juhu zu dem Thema fachkundig und Aushilfen. Ich bin selber eine, ich kann nur von mir selber sprechen wir können nichts dafür im Gegenteil ich bin als Student froh diesen Job zu haben. Fachkundiges Personal ist nicht mehr bezahlbar da müssten für Preise noch mehr steigen , wärst du bereit dazu mehr für deind Ware zu bezahlen ?

      Ansonsten verstehe ich deinen Ansatz sehr gut , wer möchte nicht fachlich gut beraten werden ( besonders im Wäschebereich fällt mir das auf ) aber die Kompetenz kostet nun mal.

  11. Ja klar gab es halbnackte junge Männer bei Abercrombie. Wieso? Gibt es Dir etwas nicht mehr? Mein letzter NYC Besuch mit meinem Sohn liegt schon ein paar Jährchen zurück, das muss so 2008/2009 gewesen sein. Oft wurden wir mit „what’s up, guys?“ begrüsst und ich musste mich erstmal erkundingen, was die korrekte Antwort darauf ist („not much, dude“) hihi aber der Unterschied zu Deuschland war schon frappant. Belgien ist aber vielleicht sogar noch einen Tick schlimmer, was Kundenfreundlichkeit betrifft. Eine Freundin von mir wurde neulich in einem recht exklusiven Einrichtungsgeschäft angeschnauzt, ob sie sich für eine Prinzessin hielte, weil sie nach irgendwas in einer anderen Farbe fragte, und dann wurde ihr beschieden, sie solle doch dahin zurückgehgen, wo sie herkäme (in diesem Falle Spanien). Macht immer Freude sowas.

    1. Ich war bei meinem Aufenthalt dort nur in einem Laden, da haben sehr adrette junge Menschen gearbeitet. Aber die waren von Kopf bis Fuß mit Klamotten aus der Auslage eingekleidet. Und es war wirklich nicht kühl zu der Zeit, also man hätte schon leichter bekleidet sein können. Das war 2010. Also vielleicht wurden die in der Zwischenzeit auch eingestampft.

      Ich vergesse manchmal, dass ich selbst quasi im Einzelhandel arbeite. Und ja es gibt viele nervige, anstrengende, unfreundliche Kunden. Aber mit der Zeit kennt man seine Pappenheimer und schaltet auf Durchzug oder, weil ich ein Teufel bin, lässt sich Sachen einfallen, um sie nochmal so richtig auf Touren zu bringen. Da klemmt dann mal die Kasse oder die Kaffeemaschine reinigt gerade usw. Unfreundlich wurde ich bisher nur zwei oder drei Mal, aber da wurde ich tatsächlich verbal beleidigt und sowas muss sich niemand gefallen lassen, nicht mal Verkaufspersonal. Generell fällt auf, dass kaum noch jemand Guten Tag und Auf Wiedersehen sowie Bitte und Danke sagt. Finde ich schade.

      Was ich eigentlich sagen wollte, beleidigt fühle ich mich durch diesen Post auf keinen Fall. Ich versuche aber auch alles, um den Kunden den Einkauf angenehm zu machen und bekomme entsprechend, neben den vielen unangenehmen Erfahrungen, auch sehr nette Rückmeldungen und manchmal sogar Trinkgeld. Ein bisschen mehr Service würde ich mir daher also auch von anderen in der Zunft wünschen, auch von Aushilfen.

      1. ja, ich glaube die haben das geändert. Als es Abercrombie immer schlechter ging, haben die auch ihre „Models“ zurückgepfiffen. Dann gabs nur noch „normales“ Personal „ohne Waschbrettbauch“! 🙂
        Deine Einstellung finde ich sehr gesund, meist werde ich auch freundlich behandelt, wenn ich zuerst auch mal „Guten Tag“ sage und dabei lächle. Gerade bei Männern ist das auch manchmal schon zu schwierig, Lächeln bedeutet ja Schwäche! (Unglaublich dumm!)
        LG, KK

  12. Da sagst du was.
    Ich bin ja immer der Meinung, wie man in den Wald hineinruft… usw. und das Benehmen mancher Kunden könnte auch den Erziehungsberater erfordern, aber inzwischen musste auch ich feststellen: die Professionalität des Verkaufspersonals lässt deutlich zu wünschen übrig. Das fängt mit Geduld und Freundlichkeit an und hört beim Fachwissen (welches Fachwissen, informieren Sie sich doch bei Google oder Wiki!) auf.
    Es ist sicher nicht ein Tag wie der andere und mancher Kunde auch unerfreulich, aber – das ist der Verkäufer/innen Beruf! Da gehören subjektive Befindlichkeiten weggesteckt und einfach der Job gemacht, welcher nun mal aus Service besteht. Wer das nicht will, sollte ganz schnell auf Höhlenforscher/in oder so umschulen und sich in selbiger verkriechen. Negatives Beispiel kürzlich: Uniqulo auf dem Berliner Ku-damm, so was Unfreundlich-Herablassendes muss man lange suchen! (Na was habe ich von einem Laden, der Universitätstoilette heißt, erwartet? 😛 )
    Mein Lieblingssatz ist übrigens – mit beleidigter Mine auf die Frage nach anderer Farbe, Größe etc.- „Ham Se nich am Ständer / im Regal geguckt? Ne, wenn es da nicht hängt / liegt, ham wa `s nich.“
    Und dieses Jahr wünsche ich mir vom Weihnachtsmann eine freundliche BH- Verkäuferin, die mich endlich mal kompetent zur richtigen Größe und gutem Sitz berät, geduldig auch noch den 10. BH in die angenehm ausgeleuchtete Kabine schleppt und sich mit mir freut, wenn sie mir dann etwas Passendes, Hübsches in die Tüte packen kann und sich für den Kauf bedankt. Da würde ich dann nämlich immer wieder einkaufen. LG!

    1. Du triffst es sehr genau, liebe April!
      Und gerade der Unterwäsche Bereich ist ja nun mal tatsächlich noch sehr beratungsintensiv.
      Da könnte man mit entsprechendem Personal wahrscheinlich eine Goldgrube aufmachen.
      Irit hatte doch mal solch ein gutes Geschäft erwähnt.

      Ich hatte auch mal ne Stamm-Douglette, der bin ich sogar von DDorf nach Essen und später Wuppertal „gefolgt“, weil sie einfach genau wusste, wie man Kunden behandelt! Waren das noch Zeiten, heute gibts ja wirklich nur noch halbvolle Regale bei Dougi.
      LG, KK

      1. Hautnah in Oberhausen, dort bekommt man eine ganz professionelle Beratung in puncto Unterwäsche !!👍
        Gucken nur kurz und holen dir dann oft schon direkt den BH, der dir perfekt passt🤗🤗

    2. Sonst fahr doch mal in den Kaufhof an der Kö in Düsseldorf. Da gibt es bei dem Chantelle und Simone Perele Stand zwei sehr motivierte Verkäuferinnen (die gehören glaube ich zu den beiden Marken). Ich habe auch totale Probleme beim BH Kauf. Die sitzen nie richtig. Mit deren Beratung hab ich den perfekten BH gefunden (zugegeben sehr teuer, aber das war er mir wert). Super nett, super freundlich. Zum BH Kauf fahr ich nur noch dahin. Auch wenn ich 40 km fahren muss.

  13. @Inga G und @Juliane:
    Danke für eure Tipps! Wenn ich in der Nähe bin, werde ich diese Läden auf jeden Fall besuchen. Leider trennen mich gut 400 km davon, was eine „nur mal so“ Einkaufstour erschwert und zum teuersten BH aller Zeiten führen würde 😀
    Das gleiche gilt für Irits Empfehlung. Och Mann, warum wohnt ihr alle im Ruhrgebiet und nicht weiter südöstlich 😉

  14. Stimmt, die Verkäufer hier sind oft so unfreundlich.:(
    In den USA sind sie wirklich netter. Die armen Amerikaner, wenn die hier mal zu Besuch sind….
    Ich habe letztens etwas teures von Sisley bei Douglas gekauft und habe keine einzige Probe bekommen! 😦

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