KK ANGEWIDERT: CLAUSNITZ, BAUTZEN UND CO. – TIEFSTPUNKTE!

Denk´ich an Deutschland….könnt´ich momentan kotzen. Gleiches gilt für Europa. So ohnmächtig habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, und so wütend, und so beschämt, und so weiter… Das neue Europa ist ein Haufen Jammerlappen, die aus lauter Egozentrik den WIR Gedanken einer Gemeinschaft (die auch WERTE teilen soll, nicht nur Handel) völlig über den Haufen geworfen haben, und Deutschland, welches den ganzen Haufen noch moralisch und substanziell zusammenhält, verrottet von innen heraus. „Pogromstimmung“ in Deutschland…?

Liebe Leserinnen und Leser!

Bitte entschuldigt das „harte“ Thema heute, aber nach den Vorfällen der letzten Zeit, und besonders auch wieder am letzten Wochenende, bin ich mit meinem Latein am Ende. Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass ich für die um sich greifende Politikverdrossenheit durchaus ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen kann. Seit Jahrzehnten arbeitet die Politik am Menschen, am Bürger und seinen Belangen vorbei. Wir werden verwaltet und Wahlen gaukeln uns vor, dass wir in „unserem“ Land die Geschicke lenken. Doch in einer Welt, in der Machterhalt und Wahlkampf wichtiger sind als Resultate, ist das eigentlich doch nur Makulatur. Aber das ist nur ein Auslöser für die Verdrossenheit der Menschen und leider ein weites Thema.

Wofür ich KEINERLEI Verständnis aufbringen kann, ist die unbändige Wut auf Flüchtlinge, Moslems, Andersartigkeit im Allgemeinen. Der Stern nannte es in einem Artikel „Pogromstimmung“ und ich empfinde diesen Ausdruck in diesem Moment ausnahmsweise nicht als übertrieben.

Menschen werden hier angegriffen, Wohnheime brennen, Rettungskräfte behindert, Kinder zu Tode verängstigt… Man stelle sich selbst in dieser Situation einmal vor: Ich habe mein Land Hals über Kopf verlassen müssen, aus purem Überlebenswillen. Ziehe los mit Frau und Kind. Als ich im vermeintlich sicheren Zielgebiet ankomme, sind meine Frau ertrunken, mein Kind verschollen und ich weiß nicht was werden wird. Und nun treffe ich auf sabbernden Hass und unendliche (nicht greifende) Bürokratie. Ich bete zu wem auch immer: Mögen wir NIEMALS in die Lage kommen unser Land verlassen zu müssen. Bei DER Solidarität, die momentan weltweit herrscht, wer würde uns Unterschlupf gewähren? Zack! Gitter runter, „zieh weiter!“ Und es ist NICHT nur eine Frage der unterschiedlichen Kulturen.

Dieses Wochenende wurde wieder einmal jeder Tiefstpunkt unterboten, den Deutschland in den letzten Jahren so zu bieten hatte. Und diese Kleinigkeiten: Da nennt sich die „Busfahrt“ mit dem Flüchtlingsbus „Reisegenuss“. Welche kranke Nuss hat sich das denn ausgedacht? Und der Heimleiter mit den brennenden Tatsachen heißt doch ernsthaft Herr Hetze! Ja saaach mal? Und der Koordinator der gesamten Lage nennt sich Teufel Höllenschmied und ist AfD Maskottchen?

Und in all diese schlimmen Schicksale und Probleme mischt sich doch schon wieder andauernd Wahlkampf! Ich kann es nicht mehr ertragen, wie sich die CSU in niederträchtigster Weise „in Position“ bringt. Genau wie diese unsägliche Klöckner, die sich schon als zweite, bessere Angela Merkel sieht. Und Guido(MOBIL) Wolf ebenfalls. Wenn dieses hinterwäldlerische Dorftheater unserer Politiker so weitergeht, ist ein Erdrutschverlust der etablierten Parteien so sicher wie ein weiteres brennendes Asylantenheim im Land der Peggys und Enricos.

„Wir sind das Volk“ schrieen sich dereinst die Menschen von der Seele, aus Sehnsucht nach Freiheit und Veränderung! Heute klingt es bloß noch dunkelbraun und fäkal, ein schlimmer „Etikettenschwindel“!

Solange irgendwo in Deutschland Menschen vor einem brennenden Asylantenheim applaudieren, haben wir alle die Aufgabe dagegen zu stehen; den Mund aufzumachen, damit man als Schweigender nicht zum Mitläufer wird! Hinterher behaupten noch alle, sie hätten von nichts gewusst…

15 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus dem Herzen und ich muss mich wirklich bemühen keinen Hass auf die Sachsen zu bekommen, wenn ich manchmal Interviews verfolge, wo diese gefragt werden, warum es grad dort so eskaliert. Ich sage lieber nicht, was ich denke…
    Es ist traurig, was in Deutschland passiert. Ich wohne in Solingen, aber es gibt ein Hoffnungsschimmer. Ich habe den Eindruck, die Menschen sind hier vorsichtiger geworden, was sie sagen. Im Gegensatz zu den Sachsen, sorry.

    Lg Andrea

    1. Liebe Andrea,

      deine Wut und deine Sorge kann ich vollauf verstehen. Dass es einem angesichts der aktuellen Ereignisse manchmal vorkommt, als würde man ins tiefste Mittelalter oder in irgendeine Barbarei versetzt, geht vielen, auch mir, so. Wenn du allerdings von Hass auf „die Sachsen“ schreibst, begibst du dich leider auf genau die gleiche Stufe wie die Hetzer, die jemanden allein aufgrund dessen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder Religion verurteilen.

      Das Feindbild, insbesondere in den Medien, ist klar und mir tut es leid für die vielen Sachsen, die täglich gegen genau dieses Bild kämpfen und etwas dafür tun, dass es unter anderem den Flüchtlingen besser geht. Komisch, dass man davon dann viel weniger bis gar nichts in den Medien findet (es könnte ja an Vorurteilen rütteln…).

      Und lieber Kaiser, so sehr ich deine treffenden Posts immer mag, insbesondere weil sie klare Worte finden, den Teil „im Land der Peggys und Enricos“ hätte man hier durchaus einfach weglassen können, enthält er doch ebenfalls eine (herablassende) Verallgemeinerung…

      Ich glaube, es bringt nichts, mit dem Finger zu zeigen. Die Leute, die man vor Kameras grölen sieht und hört, wird man eh nicht bekehren können und vielen anderen tut man schlicht Unrecht…

      1. Nur als kleine Ergänzung: ich habe mir mal eine Statistik angeschaut, die die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte im Jahr 2015 nach Bundesländern verteilt auflistet, und überschlägig die Anzahl der Übergriffe zur Einwohneranzahl ins Verhältnis gesetzt. Fakt ist, die nun nicht mehr ganz so neuen Bundesländer nehmen unrühmlich die vorderen Plätze ein – beschämend! Überraschend findet sich aber auch das Saarland wieder. Bezeichnend ist jedoch, dass Sachsen von den neuen Bundesländern im Verhältnis zur Einwohnerzahl die wenigsten Übergriffe (57) zu verzeichnen hat (1 Tat auf rund 70T Einwohner gegenüber 1 Tat auf rund 30-36T Einwohner) und auch bei den absoluten Zahlen hinter Thüringen (71), Brandenburg (67) und Sachsen-Anhalt (65) rangiert, während Mecklenburg-Vorpommern (48) absolut betrachtet ca. 15 % weniger Übergriffe als in Sachsen aufweist, demgegenüber aber nur über 40 % der Einwohnerstärke von Sachsen verfügt.

        Das ist selbstverständlich keine Entschuldigung, jeder Fall ist mehr als einer zu viel, und dies ist eine sehr allgemein gehaltene Betrachtung, deren Richtigkeit ich nicht überprüfen kann (traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast). Ich finde aber, das macht deutlich, dass Verallgemeinerungen unangebracht sind und das Problem auch nicht lösen. Übrigens: NRW ist bekanntermaßen das bevölkerungsreichste Bundesland mit wahrscheinlich auch den meisten Unterkünften und dementsprechend ist die Quote im Verhältnis geringer, aber in absoluten Zahlen betrachtet sprechen 214 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte für sich.

        Wir müssen alle den Mund aufmachen und uns gegen unmenschliches Verhalten aller Art und aus jeder Richtung wehren, plumpe Schuldzuweisungen in einzelne Richtungen helfen da aber rein gar nichts und heizen die Stimmung nur noch mehr auf.

  2. Auch ich bin entsetzt und angewidert von dem Pack, welches jegliche Menschlichkeit verloren zu haben scheint! Pfui. Und Politik ist der pure Witz. Frau Merkel soll endlich mal Geld locker machen! Viel Geld! Für Flüchtlinge UND Schulen, Universitäten, Schwimmbäder, soziale Einrichtungen, usw!!
    Deutschland wird zur Wüste, nur die Waffenlieferungen nehmen um 14% zu!!!

  3. Toll und mutig geschrieben von Dir. Was gerne vergessen wird ist, dass alle Menschen sind. Vielleicht hilft das objektiver dazu zu stehen.
    LG
    Kokkok

  4. Danke, dass du es hier (wenn auch „leider“) immer wieder ansprichst! Ich bin jedes Mal aufs neue entsetzt über so viel unverhohlenen Hass auf unschuldige Menschen. Ich war übers WE in Köln und hatte eine wunderschöne Zeit dort. Keinerlei „Annäherungsversuche“ die, die berühmt berüchtigte Armlänge Abstand notwendig gemacht hätten. Nur freundliche und respektvolle Menschen – und ich habe mich wieder einmal für die Leute aus meinem Bekanntenkreis fremdgeschämt, die mir vor der Reise „besorgte“ Ratschläge geben wollten. Kurioserweise komme auch ich aus einer Gegend, in der wir nicht viele ausländische Mitbürger haben und gerade das scheint mir, wie auch in Sachsen mit ausschlaggebend zu sein a la: “ Was ich nicht kenne, fürchte ich.“
    Nichts destotrotz ist es einfach nur beängstigend, was derzeit in Deutschland und Europa geschieht. Und die ganzen AFD-Mitläufer sollten sich mal das Parteiprogramm zu Gemüte führen. Da kriegt man ja das nackte Grausen….

  5. Liebe Claudia, danke für Deinen Post.
    Und lieber Konsumkaiser, ich verstehe Deine Ohnmacht, aber man sieht/liest, dass auch Du vor Vorurteilen nicht gefeit bist.

  6. KK hat die Peggys und Enricos sicher im überspitzten Sinne gebraucht. Aber ich als Sächsin kann sagen, dass ich mich auch für meine Landsleute schäme. Und die ewig Gestrigen, die ihre Kinder noch nach diesen alten Ost-Namen (lach!) nennen, sind die schlimmsten. Bei denen war auch „in der DDR nicht alles schlecht“. Fremdenfeindlichkeit gehört hier zur absoluten Tagesordnung. Eure politische Korrektheit hilft uns hier auch nicht, die Leute mit den braunen Gedanken gehören bestraft.
    Lieber KK ich finde deinen Artikel hervorragend, denn er sagt in der Essenz genau aus was ich auch denke: Alle müssen wir gegen diese Unmenschlichkeit angehen. Es dürfen keine weiteren Menschen bei uns sterben, weil aufgebrachte Peggys und Enricos kaum eine Gehirnzelle zu besitzen scheinen.

  7. Ich finde es gut, dass du deinen Gedanken zu diesen Bildern und Nachrichten hier Raum gibst und sehe das meiste wie du. Für diese verhetzten, selbst hetzenden Leute kann man sich nur schämen. Den Satz „wir sind das Volk“, der – in meinen Augen – so positive Geschichte geschrieben hat und für den Menschen Repressalien auf sich genommen haben, in solch braunem Kontext zu benutzen, ist mehr als eine dumme Unverschämtheit.
    Ich sehe allerdings auch die Probleme, mit denen wir durch die Masse und die unterschiedliche Herkunft der Neuankömmlinge konfrontiert werden und wünsche mir endlich einen transparenten Umgang der Politik mit den Bürgern auf Augenhöhe. Dann würden recht schnell unbegründete Ängste und Vorurteile abgebaut werden können und der braune Bodensatz nur noch geringes Publikum finden.

    Ach so – die Sachsen haben übrigens kein Monopol auf Fremdenfeindlichkeit, wie die Berichte aus den Regionen von Chantal und Kevin zeigen.

  8. Als ich in den Nachrichten über Herrn Hetze las, dachte ich mir nur: “ Nomen est omen.“

    Ich sehe es genau wie Du. Guter Artikel.

  9. Du kannst auf deinem Blog ja schreiben, was du willst. Ist ja deiner und keiner muss es lesen, aber hier warst du trotzdem ganz schwach. Gibst dich ja selber undifferenziert als Hater ganzer Volksgruppen (Sachsen und gerne auch gegen Süd-Süd-Deutsche [bayerischer Simpel und so] und benamt hast du dich vermutlich selbst und nicht deine Eltern [soviel zu Peggy und Enrico]. Bist also auch nicht besser als die, die dich so anwidern. Von Engagement deinerseits liest man auch nichts, sonst stellst dein soz. Auftreten ja auch gern mal in den Vordergrund (Obdachlose u. Tiere), also auch bei dir keins vorhanden anscheinend ( sonst würden wir garantiert davon lesen). Richten sollen’s doch bitteschön die Anderen, Hauptsache man hat sich politisch korrekt positioniert.
    Wirst jetzt net gern lesen, schon klar, aber meine Meinung zu diesem Post…

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