KK INTERN: HERR KK ERKLÄRT DIE WELT * WARUM WEIHNACHTEN BESSER IST ALS SEIN RUF

Fühlt ihr euch auch ein wenig „verkatert“? Ganz normal! Nach viel zu wenig Bewegung und Sauerstoff, viel zu viel Fett und Zucker und ner Menge ungemütlicher Stühle und Sofas, kehrt nun das „normale“ Leben zurück und wir müssen wieder umschalten auf Alltag. Aber was ist geblieben, nur dieser Kater oder gab es auch schöne Momente?

Noch einen Tag vor Heiligabend, hatte ich bis spät gearbeitet und mir dann die offizielle Erlaubnis zum Gammeln gegeben: Es gab meine Lieblingsserien PLUS Lebkuchen, Marzipankartoffeln und zur Abwechslung ne Tüte Chips. (Chips sind ja das neue E10, Gott sind die billig geworden!). Irgend so ein bettelndes Fellknäuel musste ich davon allerdings fern halten, keine leichte Aufgabe. Besonders wenn man ein Weichei ist und einem treuen Hundeblick nicht widerstehen kann. Trotzdem gabs nix, viel zu gefährlich für einen kleinen Herzpatienten. Gegen 02 Uhr in der Nacht hatte ich dann mein diesjähriges Gammelprogramm ausreichend ausgekostet und das wars dann auch! 🙂

Der Heiligabend ist ja nun für mich mittlerweile traditionell der Tag, an dem ich etwas für das Gemeinwohl tue, ich will auch gar nicht lange berichten (das tun so einige Zeitgenossinnen auf Facebook ja schon viel besser als ich). Nur seltsam war es schon, dass (wohl aufgrund der milden Temperaturen) in der örtlichen Obdachlosensuppenküche nicht besonders viel los war. Egal, mit den Anwesenden zusammen gab es ein leckeres und lustiges Weihnachtsessen.

Jedenfalls hatte der Heiligabend für mich wieder dieses gute Gefühl parat, neben all dem Ego-Scheiß den man betreibt, auch das „echte“ Leben, abseits von „Glamour-Job“ und „Glamour-Blog“, an sich herangelassen zu haben. Wirklich, es klingt so belustigend, aber wenn man mal überlegt: Wer nicht mit der Bahn oder dem Bus fährt und einen zB. hochtechnisierten Job ausübt, der fährt mit seinem Auto nur noch von Tiefgarage zu Tiefgarage, isst im angesagten Restaurant und trifft sich mit Freunden auf der selben Ebene. Hunderttausend Facetten des echten Lebens gehen so mal ganz schnell an uns vorbei. Es ist wenig, und ich versuche es öfter, aber wenigstens einmal im Jahr will ich mir das intensiv und deutlich klar machen: Abgesichert (durch Job und einigermaßen ausreichend Geld) zu sein, ist ein unglaubliches Privileg und kann von heute auf morgen vorbei sein!

Tags darauf gab es dann „Weihnachtswahnsinn“ mit der Familie: Ein wilder Haufen, alles quatscht und blubbert, alle wuseln irgendwie herum: Einfach das totale Gegenteil zum Edeka-Opa! In diesen Momenten mag ich Weihnachten. Dann legte einer der Familienweihnachtswilden eine Christmas CD von Frank Sinatra ein, und genau jetzt wurde es sogar ein bisschen besinnlich, nun ja, zumindest beschaulich.

Und dann kommen die Geschenke!! Kleinigkeiten wohlgemerkt. Naja, hat sich wieder mal NIEMAND dran gehalten, ich (fast) auch nicht. Ich LIEBE es Geschenke zu verschenken. DAS ist SOO TOLL! Besonders wenn das ausgepackte Geschenk tatsächlich überrascht UND erfreut! Meine Geschenke sehen immer aus wie…hmm…von diesem Schimpansen eingepackt, der auch Bilder malen kann. Goldig, aber doch eher potthässlich, hüstel! Aber kommt es nicht auf die INNEREN Werte an? 😉 Ich könnte eine Kiste mit Gold verschenken, es würde sicher zuletzt ausgepackt werden, dabei finde ich jetzt gar nicht, dass meine Geschenke aussehen, als könne man sich an ihnen verletzen…pöh.

Ein Baby, na gut ein Kleinkind, war diesmal auch dabei. So ein liebes kleines Windelscheisserchen sieht man selten. Rote Bäckchen und dieses Grundfröhliche im Blick, das nur kleine Kinder noch haben. Hier sind Weihnachtsgeschenke besonders „einfach“! Nen alten Karton und ein paar Buntstifte, da käme eine 500 Euro teure Kameradrohne, oder ein George-Clooney-Gedächtnis-Kaffeegerät niemals mit! Noch nicht…

Und natürlich wurde auch etwas vorgetragen: Ein paar flache Gedichte, die unvermeidliche Blockflöte flötete und Herr KK wurde ans Klavier gebeten. Suuper, anstatt am Vortag Chips mampfend irgendwelche Folgen „Game of Thrones“ und „iZombie“ zu gucken, hätte ich mir mal lieber nochmal den Fingersatz von „Oh Du Fröhliche“ angeschaut. Was macht man in diesem Fall? Man improvisiert und versucht eine BoogieWoogie Version daraus zu zaubern. Oh, sorry, jetzt ist ein falscher Eindruck entstanden. ICH kann das nicht, MEINE Zuhörer mussten dann mit einer…ähh…bedächtigen Version auskommen, die zumindest bei den älteren Anwesenden ein paar Tränchen hervorzauberte. (Doch wohl nicht aus lauter Glück, dass ich nur dies eine Lied gespielt habe und niemand „Zugabe“ grölte?). Meine Mutter musste so kichern, sie verschwand nach ein paar Takten in der Küche und klapperte laut mit den Untertassen.

Mein Vater hat natürlich gefehlt, wie in jedem Jahr seit nun über fünf Jahren. Aber er war doch mit uns zusammen anwesend. Dieser Mann hätte den Atheismus erfunden haben können, doch zu Weihnachten wurde er butterweich und sang die christlichsten Weihnachtslieder lauthals mit. Und auch daran haben wir uns wieder erinnert, amüsiert, gelacht, und später vielleicht auch ein klein wenig geweint. Weihnachten ist das Fest der großen Gefühle, irgendwann erwischt es jeden einmal. Und ehrlich gesagt, ist es schön, wenn es zumindest einmal im Jahr die Gelegenheit gibt eine weit verstreute Familie für einen kurzen Moment wieder zu vereinen. Ich bin kein großer Familienmensch, das gebe ich offen zu, aber es war schön…so schnell vergänglich…

 

 

(Foto: Konsumkaiser    Keinerlei Sponsoring)

 

 

 

7 Kommentare

  1. ich (einzelkind) war bei meinen eltern zu hause und wir hatten zu dritt einen schönen abend. meine zahlreichen tanten & onkels sind teilweise weit weg, haben alle eigene familien oder der bruch ist so tief und da gibt es dann auch zu weihnachten kein treffen. es war nicht kitschig weihnachtlich, aber ich war bei den wichtigsten menschen in meinem leben. und der tannenbaum fehlte mir auch nicht sonderlich^^

  2. Ach,schön! Das sind gute Nachrichten, klingt ganz toll und ich hätte gerne Mäuschen gespielt,als du am Klavier gesessen hast. Ein unglaublich herzlicher Artikel,ich bin ganz gerührt. Danke,liebster KK!

  3. Eine schöne „Weihnachtsgeschichte“! Du scheinst immer mit einem Lächeln zu schreiben, irgendwie denkt man das. Das gefällt mir sehr. Und was die Facebook Über-Gutfrauen angeht, so stehe ich auch dem Standpunkt, dass sie es wohl nötig haben ständig ihre Person als Heilige zu stilisieren. Das belustigt mich oft, finde es aber nicht schlimm, denn diese Dame habe ich schon lange aus meiner Timeline gekickt. Jede(r) wie sie (er) mag!
    Einen guten Rutsch für dich und die LeserInnen dieses tollen Blogs!

  4. Ich habe herzlich gelacht, vielen Dank dafür 🙂
    Bei uns ist es ähnlich, herzerwärmend, skurril, lustig und es hält sich auch keiner an finanzielle Obergrenzen bei den Geschenken.
    Und dann hab ich immer am 1. Feiertag das Kontrastprogramm. Die unlustige zwanghafte angeheiratete Familie, die mit nix zufrieden ist und selbst jetzt, wo alle auswärts essen wollten, damit „keiner die Mühe zu Hause hat“, da auch wieder nur was zu meckern haben. Da ist man dann froh, daß es bis zum nächsten Weihnachten noch ein Jahr dauert, puuuuh…

    LG

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