BEAUTY-INSIDER: BEAUTY-BLOGGER UND KOSMETIKFIRMEN * EINE MANCHMAL SCHWIERIGE BEZIEHUNG

Als Blogger kommt man öfter mal mit dem Kundenservice oder sogar der PR Abteilung vieler Kosmetikfirmen in Kontakt. Sei es, weil man etwas nachfragen möchte, oder weil die Firmen selbst Kontakt aufnehmen, weil sie eine Kooperation wünschen. Was man da so erleben kann, möchte ich Euch heute einmal schildern, denn selbst das so schillernde Beauty-Business kocht auch nur mit Wasser…

Blogger im Focus der PR Firmen

Jetzt denken einige Leser/innen sicher wieder, es geht um die vielen tollen Werbegeschenke, Reisen in tropische Gefilde, Parties in schicken New Yorker Lofts und Bargeld. *Ironie wieder off*  Nein, ich muss euch leider enttäuschen, darüber kann ich nichts berichten. PR und Marketing der meisten Firmen haben nur ein (mittlerweile) begrenztes Budget für „Blogger-Relations“ zur Verfügung, und dieses wird dann eben ausschließlich zu den großen Playern mit entsprechender „Reichweite“ gelenkt. Ob die das dann auch annehmen, bleibt jeder Bloggerin, jedem Blogger, selbst überlassen, ich urteile da in keinster Weise, denn diese Diskussion finde ich dumm! Wie sagte so schön „Conny von A Hemad Und A Hos“ : „Glücklicherweise habe ich ja noch einen Kopf auf meinem Hals sitzen, mit einem funktionierendem Gehirn, welches mich davon abhält, sofort in den Laden zu stürmen.“  Und wenn ich dann in 20 Blogs von dem selben Event/Produkt/Firma lese, denke ich mir eben meinen Teil, aber gezwungen das zu lesen oder zu kaufen bin ich nicht!

Magazine/Zeitschriften sind abhängiger

Deutlich schlimmer finde ich „versteckte“ Werbung in Magazinen und Zeitschriften! Schaut mal ein Magazin von heute an: Wir bezahlen für das Heft UND einen Haufen Werbung (eben auch die sog. „Advertorials“), und ein klein wenig wirkliche Information. Das wird besonders bei den Lifestyle- und Fashionmagazinen deutlich.

Es kommt immer wieder mal vor, dass PR Firmen darum bitten: Um eine NICHT-Kennzeichnung als „Werbung“. Diese Anfragen werden auch Bloggern vorgetragen! Mal ganz davon abgesehen, dass das verboten ist, finde ich es wirklich dreist. Zuletzt habe ich es bei der bildenden Tageszeitung mit den 4 Buchstaben wieder gesehen. In dem „harmlosen“ Artikel: „So duftet der Frühling“ wurde über die neusten Dufttrends des Jahres berichtet, um dann im 2. Drittel des Artikels einen Beauty-Onlineshop samt Webadresse zu nennen. Aber was solls, wie war das noch mit „dem Kopf auf dem Hals“?

Bekomme ich solche Anfragen, antworte ich der jeweiligen Firma nicht einmal mehr. Ich breche den Kontakt sofort ab und ärgere mich, dass ich zuvor noch höflich und freundlich auf die vorherigen Mails geantwortet habe.

Anfragen an Kundenservice oder PR Abteilungen

Anders sieht es aus, wenn man als Blogger auf die Firmen zugeht. Meist hat man eine Frage zu den INCIs, oder den Daten zum Erscheinen der Produkte im Einzelhandel, usw. Dabei habe ich es mittlerweile aufgegeben mich als „Blogger zu outen“.  Bei vielen Firmen scheint ein roter Alarm loszugehen, wenn sie das Stichwort Blogger lesen. Sei es, dass schon zu viele dieser „Gattung“ um Testprodukte gebettelt, oder vielleicht schlecht über die Produkte berichtet haben. Jedenfalls bekommt man von so einigen Firmen NIEMALS eine Antwort. Einige stellen sich einfach tot, andere Antworten mit entsetzlichen Satzbausteinen – etliche Wochen später. Ob dann die Frage auch beantwortet wurde bleibt oftmals Glückssache.

Als „einfacher Konsument“ getarnt, bleiben einem ja nur Anfragen beim normalen Kundenservice übrig, und das stellt sich auch nicht als Zuckerschlecken heraus. Geantwortet wird entsprechend öfter, aber was man da serviert bekommt, grenzt schon an Missachtung des Kunden. Die blödesten Allgemeinplätze sind nicht zu schade als Antwort, von wirklichen Infos wird Abstand genommen (man könnte ja Firmengeheimnisse verraten??). Echt schade!

Die „Guten“

Aber es gibt auch die rühmlichen Ausnahmen! Ja wirklich! Und weil ich so froh bin, dass es auch ein respektvolles und herzliches  Miteinander in der Blogger vs. PR Welt gibt, ist es mir ein Bedürfnis hier auch Namen zu nennen. Es geht um Firmen, die immer eine persönliche Ansprache wahren, die keine Satzbausteine verwenden, sondern auch tatsächlich einmal den Blog gelesen haben. Es gibt fundierte Antworten, mal freundlich, mal professionell, immer schnell und ausführlich. Da wären unbedingt zu nennen: Paulas Choice, Teoxane, CNK (Christine Niklas), M. Asam (und deren Ableger), Procter & Gamble, Ludwig Beck, Eucerin, BeconfiDent…(Oh Jeh, jetzt habe ich bestimmt noch welche vergessen, Hmm. Ich füge sie nachträglich ein, wenn mir noch eine Firma siedend heiß einfällt!).

Ihr seht schon, die großen „Player“ sind nicht unbedingt in der Überzahl, was stark für die kleineren Firmen spricht. Die müssen sich eben noch mehr anstrengen, die großen sind schlicht und einfach Weltmarkt-weit aufgestellt und „satt“. Namen will ich hier keine nennen, aber den Vogel schoss die Firma „Filorga“ ab, die ebenfalls auf Anfragen nicht antwortete. Als ich dann nicht locker ließ, wurde mir mitgeteilt, dass man sich erst gar nicht mit Bloggern beschäftige. Ok, auch verstanden! Und Ihr merkt: Ein sehr, sehr breites Thema!

Eine nochmals andere Sichtweise von mir zu diesem Thema gibt es am Wochenende!

PR/Marketingfachleuten, die heute hier zufällig gelandet sein sollten (aber auch interessierten „Amateuren“), empfehle ich dringend einen Artikel zu diesem Thema von Björn Tantau von „t3n“ : „Blogger-Relations: So geht’s richtig, liebe Agenturen!“

 

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KK germanwings Trag

 

 

 

(Der Bericht ist nicht gesponsert. Grafiken: Konsumkaiser)

15 Kommentare

  1. fabelhaft! da hätte ich gerne noch mehr zu gelesen, diese insider infos finde ich immer total spannend und ich bin foh, dass ich keinen blog schreibe. worum man sich da alles gedanken machen muss, puh!
    ich habe auch einmal beim garnier kundenservice nachgefragt, und die haben nach ungefähr 3 wochen geantwortet. natürlich auch mit satzbausteinen und ohne meine frage zu beantworten. sher gute erfahrungen habe ich bei paula gemacht, da wurde mir eine rücknahme eines produktes sogar angeboten, ich habe es nicht so recht vertragen. ganz prima!
    schönes thema, ich freue mich schon aufs wochenende!! 😉

    1. Kann ich bestätigen, Paulas Team ist (zumindest In D) klasse!
      Mit Garnier hatte ich auch Erfahrungen, nicht so nette…
      Ich hatte das Gefühl, die halten Social Media Marketing für ein Tool NUR für 12 bis 24-Jährige!
      Als Ü40 wird man da schon kaum noch wahrgenommen. Autsch…

  2. Tja, ich mache als Neuling auch gerade so meine Erfahrungen. Bisher bloggt ich nur aus Spaß. Ich habe mich aber gewundert wie stark am Anfang gewisse Anfragen eintrudelten. Zu nächst fühlte ich mich gebauchpinselt, dann habe ich mich erkundigt. Es waren überwiegend Anfragen in denen ich do follow Links setzen sollte ohne einen Hinweis auf einen sponsert Post oä. Dafür hätte ich dann das Produkt gratis bekommen. Äh, ja nee, Danke. Das Problem ist, das viele kleine Blogger sich möglicherweise um all diese Dinge keine Gedanken machen und damit ihre Reputation bei ihren Lesern und ggf. mit der do follow Problematik auch bei google kaputt machen. Es ist ein Haifisch Becken in dem man erst schwimmen sollte, wenn man die Regeln kennt und wenn einem bewusst ist, wie viel man eigentlich Wert ist.

    1. Stimmt. Schade eigentlich. Die Unbeschwertheit geht dabei irgendwie flöten. Einfach Losbloggen geht heute ja wohl nicht mehr, man denke nur an diese unsägliche Abmahn-Wut! Leider bekommt man auch viel Neid zu spüren in diesem Metier. Man brauch jedenfalls dringend ein „dickes Fell“. 😉
      Viele Grüße, KK

  3. Hallo KK!
    Ein sehr interessantes Thema, dass Du da anschneidest. Finde gut, dass Du da auch wenig von dem Kommerz-Problem weggehst, das wird ja gerade auf vielen Blogs durchgenudelt und wirkt immer so ein bisschen wie Rechtfertigung.

    Man muss auch einmal sehen, dass wir „Profis“ ebenfalls ein schweres Los haben, denn nicht so viele Blogger sind höflich, freundlich oder „pflegeleicht“ (so wie Du *grins*). Wir werden oftmals geradezu angebettelt (das Wort hast Du schon ganz richtig in Deinem Artikel gewählt).
    Aber nicht jedem Blog können wir solche Samples zukommen lassen. es gibt nun mal auch Qualitätsunterschiede, machen wir uns da nichts vor.
    Gibt es aber Absagen, so müssen wir oft mit rufschädigenden Postings o.ä. leben! Dann lieber gar keine Antwort geben, auch wenn das manchmal unprofessionell erscheint.

    Ich stimme mit Dir überein, dass Firmen allgemeine Anfragen IMMER beantworten sollten, das signalisiert Wertschätzung des Kunden. Und die schwarzen Schafe, die ungekennzeichnete Werbung wünschen, gibt es in jedem Bereich. Das gehört sich nicht und ich finde es auch schlimm. Aber es hat sich mittlerweile eingebürgert und niemanden regt es mehr auf.

    Eine „Kollegin“ von Dir, die augenscheinlich von Chanel bis Tom Ford reichhaltig bedacht wird, ist übrigens auch so ein Fall! Auf ihrem Blog habe ich noch niemals einen Sponsoren-Hinweis gesehen. Die Dame spielt mit dem Feuer und gibt ein schlechtes Beispiel für andere, frische Blogger ab, die neu dazukommen.

    Den Link fand ich übrigens seeehr gut, ich habe ihn gleich in der „Firma“ weitergeleitet! Diese Basics geraten auch bei uns schnell mal in Vergessenheit. Guter Reminder!

    Viele Grüße von der „anderen Seite“!
    (und weiter so!!)

    1. Das finde ich ja prima, auch mal die Sicht der Dinge von der anderen Seite zu hören. Wenn in Blogs nur PR Bilder zu sehen und PR Texte zu lesen sind, ist mir meine Zeit zu schade. Aber es gibt Unmengen solcher Blogs – also scheint es dafür genug Leser zu geben.

      Und ja, in Wellen kommen diese „Rechtfertigungstexte“ immer wieder. Tenor: Wir bleiben ehrlich und unbestechlich. Gut, wenn dann noch alles ehrlich gekennzeichnet ist.

      Ich denke einfach (aus meiner Erfahrung und aus den Blogs, die ich so lese) daß es auch ehrlich und unbestechlich bleibt, bis man eine gewisse Größe und Reichweite hat. Dann wird man zum Multiplikator und kann weder alles testen noch alles gut finden, ist aber schon so fest in der Maschinerie eingebunden, daß man zum Profiblogger wird und es reicht, bei IG oder FB die neue Brille z. B. nur mal wie nebenbei zu tragen.

      Die gehäuften Anfragen der Blogger bei den Firmen sind sicher auch zweischneidig zu sehen. Aus meiner Sicht erklärlich, ein tolles/teures Produkt möchte jeder gerne haben und für die Firmen ist nicht immer ein Nutzen erkennbar. Eventuell sogar ein Verriß drin. Da lebt man bei Kooperationen mit den Printmedien bestimmt sicherer. Meine (spärlichen) Kontakte mit den Firmen waren immer freundlich und persönlich, bei PR Agenturen erlebt man dagegen ganz andere Sachen 😉

      In dem Link von Joerg sind Bloggerevents erwähnt, heute macht Douglas eines in HH – mal abwarten, was wir wo zu sehen bekommen…

      Liebe Grüße
      Bärbel ☼

  4. In letzter Zeit höre ich viele Blogger nur noch JAMMERN!
    Hach, so teuer, so wenig Geld, so viel Streß, so böse Anfeindungen, usw.
    Mir geht das Gejammere auf den Zeiger.

    1. hmm, der beitrag hier ist doch eher positiv zu sehen, ich betone ja gerade auch die erfreulichen beispiele. die einzige, die hier jammert, bist eigentlich im moment nur du. koch dir mal nen schönen tee und lass deinen dampf woanders ab. auch du bist nicht gezwungen worden all diese „jammerartikel“ zu lesen. viele grüße, kk

  5. Hallo KK,

    sehr guter Beitrag!! Mein Mann bloggt ja quasi „hauptberuflich“ zum Thema Börse und Finanzen und ärgert sich auch immer wenn er Anfragen bekommt, Artikel ungekennzeichnet als Werbung zu veröffentlichen – gerne auch noch kostenlos.
    Die Tage hat er mir aus irgendeiner Wirtschaftszeitschrift vorgelesen dass manch Beauty Blogger gut und gerne um die 3000 Euro im Monat macht ….
    Da er als Journalist ja auch einem gewissen Kodex unterliegt, gibt es bei ihm schon immer – wenn überhaupt – nur als „Sponsored“ gekennzeichnete Artikel und die erscheinen selbstverständlich unter dem Namen des Verfassers.
    Alles andere ist unseriös denn man fragt sich mit der Zeit leider welchen Inhalten man überhaupt noch vertrauen kann.

    Zum Thema Kundenservice noch ein positives Beispiel: ich hatte vor einigen Tagen bei Bioderma angefragt, ob sie mir Apotheken in meinem PLZ-Bereich nennen können, die Proben vorrätig haben, da unsere kleine Dorfapotheke hier sowas nicht führt. Innert kürzester Zeit hatte ich per E-Mail Antwort, welche Produkte mich interessieren und einen Tag später war ein Umschlag mit Proben da. So geht es auch.

    Viele Grüsse
    Anna

    1. autsch, das mit den 3000 euro halte ich für ein gerücht. das klappt im beauty bereich bestimmt nicht. vielleicht im fashion/lifestylebereich, und da auch nur international tätige blogs. anders sieht es bei beteiligungen am verkauf aus. habe ja mal das video von herrn böhmermann hier gepostet https://youtu.be/WinDf_5G9Ps . die youtube video-logger sind ein ganz anderes kaliber!
      bioderma ist mir eigentlich auch ganz sympathisch, obwohl die hier ja eher ein mauerblümchen dasein fristen, leider. liebe grüße, kk

  6. also das Mizellenwasser ist sehr empfehlenswert und ich bin auf der Suche nach Sonnenschutz über die gespolpert. Sehen nicht schlecht aus INCI-mässig …

  7. Ich finde es super, dass du so offen über diese Geschichten schreibst, die bei anderen unerwähnt im Hintergrund ablaufen. Auch wenn es eigentlich schade ist, da du so sicher manches interessante Produkt einfach ablehnen musst, um dir treu zu bleiben.

    M. Asam war übrigens auch sofort in meinem Kopf, als du angefangen hast von den Positivbeispielen zu schreiben. Da bekommt man immer eine persönliche Antwort, auch wenn es dafür manchmal ein paar Tage mehr braucht, ist mir so etwas doch eindeutig lieber als nichtssagende Satzbausteine. Einzig dass mir immer wieder als Frau Christian geantwortet wird, finde ich doch etwas schade. Aber dass sie auch männliche Kundschaft haben, werden sie sicher noch lernen.

    1. da musste ich schmunzeln: ich werde auch immer als „herr xy“ angesprochen, wenn ich mich per mail über technische themen erkundige oder handwerker ins haus bestellen will.
      so viel zum thema emanzipation;-)

    2. Ja m .asam ist wirklich positiv abends hatte ich eine Frage zu einem Produkt und am anderen morgen gegen 7:00 war schon eine Antwort da 😱

  8. ich bin ehrlich: ich wollte auch schon mal bloggen, weil ich Lust auf Werbegeschenke hatte! Irit von ff erzählt ja auch immer von den Maßen an Paketen, die für ff ankommen! fand ich cool! doch dann habe ich mich am Layout, erstem Post und den rechtlichen Dingen versucht und musste aufgeben. das ist soooo zeitintensiv, das hätte ich nicht gedacht. wie man täglich bloggen kann ist mir ein Rätsel. alle Achtung!!!!

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