HEALTH & LIFESTYLE: ORANGENSAFT * BESSER ALS SEIN RUF!

„Gesunde Vitamine tanken“, das denkt so gut wie jeder Mensch, wenn er eine reife, pralle Orange sieht. Allerdings sind diese nicht allzu praktisch, denn beim Verzehr kann es ordentlich spritzen und ein paar Taschentücher sollte man auch schon mal parat haben. Da wäre der Orangensaft die perfekte Alternative? Nun, seit geraumer Zeit wird Orangensaft verteufelt und soll in einigen Ländern sogar „zwangsbesteuert“ werden, um den Konsum einzudämmen. Ziemlich dumm, wie sich nun zeigt…

KK Orangen2

Orangensaft in der Kritik

Orangensaft hat in letzter Zeit einen schweren Stand. Aufgrund des relativ hohen Zuckergehaltes stehen viele Ernährungsexperten dem goldenen Saft sehr kritisch gegenüber. Daher wird oftmals anstelle von gepresstem Orangensaft eher zum Verzehr von Orangen geraten. In England ist sogar eine „Strafsteuer“ auf alle Fruchtsäfte vorgeschlagen worden und Orangensäfte wurden als „Junkfood“ aus einigen Kindergärten verbannt. Allerdings gibt es nun ein flammendes Plädoyer FÜR den Orangensaft von einem Forscherteam der Universität Hohenheim.

Orangen bieten einen hohen Gehalt an überaus gesunden Nährstoffen. Sie verfügen „neben einer hohen Konzentration an Vitamin C über eine Vielfalt an Carotinoiden und Flavonoiden, die das Risiko für bestimmte Krebs- oder Herzkreislauferkrankungen senken können“, berichtet das Forscherteam um den Doktoranden Julian Aschoff und Studienleiter Professor Dr. Dr. Reinhold Carle, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel an der Universität Hohenheim. In ihrer gerade veröffentlichten Studie gingen sie der Frage nach, was tatsächlich gesünder ist – die ganze Frucht oder der Orangensaft.

 

Orangensaft, besser als gedacht

Die Studie hat die Vorurteile gegenüber Orangensaft nun eindeutig widerlegt. Tatsächlich würden die Nährstoffe aus dem Saft durch den Körper potentiell besser aufgenommen als aus der Frucht selbst, erklärt Studienleiter Prof. Carle. Zwar würden die Carotinoid- und Vitamin C Gehalte bei der Saftpressung geringfügig vermindert, doch gleichzeitig nehme „die Freisetzung dieser Inhaltsstoffe und somit der Anteil, den der Körper aufnehmen und verwerten kann, um ein Vielfaches zu.“

Für die Studie stellten die Wissenschaftler Saft aus der Navel-Orange her, wobei sie neben frisch gepresstem Saft und handelsüblichen Direktsaft, auch einen flash-pasteurisierten Saft produzierten. Letzterer werde in Supermärkten oft gekühlt als „Premiumsaft“ verkauft. „Die Freisetzung der Nährstoffe aus diesen drei Säften haben wir dann mit der aus der Frucht verglichen“, berichtet der Lebensmitteltechnologe Aschoff. Dabei stellten die Forscher fest, dass „die Freisetzung der Carotinoide, die als Provitamin-A eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielen, von 11Prozent in der Frucht auf über 28 Prozent im Frischsaft und bis zu 40 Prozent im pasteurisierten Saft“ stieg. Die Carotinoide aus dem Saft seien damit potentiell vierfach besser bioverfügbar als aus der Frucht!

 

Wichtig ist das „WAS & WIE“

Nun ist der Saft nicht per se eine Quelle aller Gesundheit und Glücks, man darf ihn getrost genießen, aber in Maßen! Der Zuckergehalt bleibt weiterhin hoch, und wer seinen Durst mit Orangensaft löschen möchte, erlebt nach einiger Zeit sicherlich sein blaues Wunder auf der Waage!  „Da der Obst- und Gemüseverzehr in Deutschland aber weit unter den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt, trägt der Konsum von Orangensaft zu einer gesunden Ernährung bei“, erläutert Prof. Carle. Dabei ist dann ein pasteurisierter Saft noch einmal dem einfachen Direktsaft vorzuziehen. (Wer allerdings auf Euro und Cent achten muss, wird auch mit dem gewöhnlichen Saft gut bedient). Wichtig ist noch die Lagerung an einem kühlen und dunklen Ort, und der Saft sollte nicht für längere Zeit offen im Glas an der Luft und im Tageslicht herumstehen (Saftbar!!).

Von OrangenNEKTAR sollte man besser die Finger lassen, denn hier liegt der Orangensaftanteil gerade mal bei 50%, der Rest ist Wasser und zugesetzter Zucker! Noch schlimmer sieht es bei Orangenfruchgetränken/Fruchtsaftgetränk aus (beliebt bei Kindern, z.B. „Capri-Sonne“), hier überwiegen Wasser und Zucker bei weitem!

 

 

(Foto: Konsumkaiser, Clipdealer  Quelle: Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Reinhold Carle, Universität Hohenheim, Inhaber des Lehrstuhls Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel  Der Bericht ist nicht gesponsert)

13 Kommentare

  1. Hallo KK, du bist doch Fitnesstrainer, oder? Ich war letzten Sommer eine Zeit lang in einem Fintnesstudio um mir Tips und Anregungen zu holen, auch zur Ernährung. Mir wurde gesagt, ich soll auf Säfte verzichten, wegen des Zuckers… (ich trinke einen Saft mit 100 % Fruchtanteil von V…a und ab und zu Apfelschorle). Dabei trinke ich eigentlich nur mal ein Glas zum Frühstück oder Abendessen. Und O-Saft mit Wasser verdünnt schmeckt nun mal so gar nicht… Trinke also meinen Saft weiterhin.

    1. ich bin diplom sportwissenschaftler und habe auch diverse lizenzen für breitensport, wie z.b. fitness, groupfitness und personal training. 😉
      wenn gesagt wird, man solle auf säfte verzichten, so ist immer gemeint, dass man sie nicht literweise trinken sollte, sondern nur mal ein glas. ein glas saft ist sozusagen eine vollständige portion obst oder gemüse, eben auch mit kalorien aus zucker, und das ist natürlich so oder so zu sehen. ich finde aber in einer nutzen-schadensaufrechnung den saft trotzdem gut, weil er viele gute nährstoffe bietet, die man womöglich sonst nicht zu sich nehmen würde. viele mögen ja auch kein obst oder gemüse. eine schorle zum sport aber auch anheissen tagen (Kohlensäure muss aber eher nicht sein) im verhältnis 3 (wasser) zu 1 (saft) finde ich sehr empfehlenswert!

      1. Hallo KK, danke für deine ausführliche Antwort! Aber das ist ja das, was ich bei der Beratung nicht verstanden hatte – ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich i.d.R. nur 1 Glas pro Tag trinke und trotzdem wurde mir der Verzicht nahegelegt und ausserdem gesagt, im Saft wäre viel mehr Zucker als im Stückobst. Nur leider mag ich im Gegensatz zu Gemüse und Salat (die kann ich in allen Varianten bergeweise essen) überhaupt kein Obst. Ausnahmen sind hier eben mal ein Glas Saft oder alle Schaltjahr mal eine Banane. Aber ansonsten war es das leider mit Obst.

        Ein bisschen off topic, aber vielleicht kannst du mir einen kleinen Rat/Tip geben. Schon vor dieser Beratung im letzten Jahr hatte ich meine Ernährung etwas umgestellt und versucht, großteils auf Getreide (hauptsächlich Nudeln und Brot) und Süßkram zu verzichten, was mir bis in den Herbst hinein auch sehr gut gelungen ist. Habe nicht wirklich was vermisst (sehr dunkle Schokolade durfte manchmal sein), war immer satt, habe ein bisschen abgenommen, meine Haut wurde viel schöner und meine Migräne ist fast verschwunden. Im Herbst dann signalisierte mir mein Körper wieder vermehrt Lust auf Getreide (vor allem Nudeln), und so habe ich recht oft wieder welches gegessen. Leider hat sich damit auch wieder meine Lust auf Süßkram eingestellt. Ich will das jetzt wieder umstellen, habe aber die Befürchtung, dass mich im nächsten Herbst wieder Dasselbe ereilt. Hast du einen Tip um das evtl. zu umgehen? Vollkornnudeln sind leider keine Option, habe ich schon versucht und finde sie grausig. Erschwerend kommt hinzu, dass ich meine Hauptmahlzeit abends zu mir nehmen muss und mich nicht so gut bewegen kann (Handicap). Schon im Voraus danke für deine Antwort!

        Ich bin übrigens auch ein Cola-Kind, auch heute muss es noch in schöner Regelmäßigkeit sein. Hätten meine Eltern bloß nie mit Cola und Limo angefangen… Seit einigen Jahren trinke ich allerdings hauptsächlich Mineralwasser medium. Stilles Wasser kriege ich leider auch nicht runter.

  2. ich habe die studien über o-saft nicht verfolgt. ich weiß nur aus eigener erfahrung, dass ich der verzehr von orangen besser vertrage als von dem frisch gepresstem saft (bekomme dann bauchschmerzen). das fand ich irgendwie komisch. habe sogar vermutet, dass die mitgegessene weiße haut evtl. eine schützende wirkung hat. kann das sein?

    1. kann ich so nicht bestätigen. für gewöhnlich sind in den häuten, oder in dem was wir als „abfall“ bezeichnen viele gute sekundäre pflanzenstoffe und ballaststoffe, die sehr wichtig sind. also ist es schon gut sie zu essen. aber ein glas orangensaft ist natürlich viel „konzentrierter“ als 2 orangen zu essen. in dem glas saft stecken ja meist 3 bis 4 orangen! und das ist schon eine menge säure!

    1. ganz genau. man sogar soweit gehen zu sagen, dass man generell direkt nach dem essen nicht die zähne putzen sollte, denn säuren sind meist immer irgendwo enthalten und säure entsteht auch im mundraum durch die speisereste. so ist der zahnschmelz empfindlich nach jedem essen, aber eben besonders nach stark säurehaltigen genüssen.
      ich presse auch selbst, wenn ich aber sehe, dass der pasteurisierte saft nochmal eine höhere menge an guten stoffen bietet, dann spare ich mir die zeit und die spül und aufräumarbeit hinterher und trinke ein leckeres glas saft ausdem kühlregal. leider haben wir hier meist nur so recht unleckere sorten (die deutschen lieben es ja weniger süß!). in spanien und frankreich sind die orangen irgendwie kräftiger und orangiger. ist womöglich nur mehr natürlicher zucker, aber es schmeckt so gut… 😉

    1. das ist echt ein teufelskreis. wenn die kids schon so früh an ultra süßes gewöhnt sind, dann kommen sie später auch nicht mehr so schnell davon los. ich bin auch so ein cola-kind und kann heute noch kein stilles ungekühltes wasser trinken, nur im notfall. blöd, ne? lg, kk

  3. Auf dieses ganzen Hin- und Her der sogenannten Ernährungsexperten höre ich nicht. Da lasse ich mir kein schlechtes Gewissen einreden. Je nach Tagesform wird immer mal ein anderes Lebensmittel verteufelt, dann wieder gesegnet. Das nervt mich nicht nur, sondern ist für mich auch unglaubwürdig. O-Saft genieße ich ab und zu wenn ich Appetit darauf habe, ebenso wie Orangen als Frucht und anderes auch und bin sicher, dass es gut für mich und meinen Vitminhaushalt ist. Schmecken tut´s sowieso.
    Für exzessiven Konsum wäre mir der Saft zu süß, gegen den Durst bevorzuge ich Wasser oder Tee. Insofern komme ich also nicht in die Gefahr des Erschreckens auf der Waage (zumindest nicht damit, mit anderem schon…) Was den Zuckergehalt angeht, hast du schon einige Übeltäter benannt, ich würde mit einer „Strafsteuer“ mal bei Cola und Co. ansetzen!

    1. gut, dass cola light ja mittlerweile so gut schmeckt.eine zeitlang ging weder pepsi noch cola, aber dann gabs ne rezeptänderung und ich trinke sie wieder gerne, oder die vom discounter (netto), schmeckt manchmal besser als das original. etwas als wäre eine zitronenscheibe im colaglas.
      zum orangen pellen bin ich ehrlich gesagt zu faul, ich presse halt. aber saft kommt mir mehr und mehr ins haus. mein kühlschrank bestellt schon eigenmächtig nachschub per internet. 😉

  4. Ich genieße jeden Samstagmorgen zum Frühstück ein Glas vom scheinbar sehr guten Premiumsaft aus der Kühlung und da habe ich mir noch nie Gedanken über Zucker oder Kalorien gemacht. Wenn ich jetzt aber diese neuen Erkenntnisse lese, trinke ich den Saft noch viel lieber. 😀

    1. oh ja, das finde ich auch schön!ohne zeitnot macht das auch viel mehr spaß, so ein genußvolles frühstück. kalorien sind da drittrangig. es gibt nämlich auch immer mindestens ein nutella brötchen!! 🙂

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