GLOSSE: SCHAFFT DEN WINTER AB!

Ja, ja, ich weiß, unterschiedliche Jahreszeiten braucht man, weil man dann den Lauf des Lebens besser erkennt, die jeweils andere Jahreszeit mehr zu schätzen weiß, und so weiter. Trotzdem: Ich bin sehr dafür den Winter weitestgehend abzuschaffen. Und zwar sofort!

 

 

Zu Weihnachten, für ein paar verschneite, ruhige Tage. Ja, da kann ich mich mit dem Winter, den man sich gemeinhin zu diesem Zeitpunkt so vorstellt, durchaus anfreunden. Ein paar Tage Schnee, diese weiß-weiche Stille, die herrscht, wenn  sich der Zuckerguss zärtlich auf das Land legt. Dann kann ich es auch genießen.

Doch die Realität sieht leider meist ganz anders aus: Jedes Jahr überforderte Großstädte und Großstädter, die bei den ersten Schneeflocken die Hände über den Kopf werfen und um Hilfe schreien. Aus den stolzen Flocken, die wie Zuckerwatte vom Himmel schweben, werden im Handumdrehen Matsch und Schlamm, die die Schuhe und Hosenbeine klamm werden lassen, und aus Autos fahrende Zombies mit zwei verdüstert leuchtenden Augen machen, die sich zu blechernen Lawinen in den stinkenden Straßen türmen.

Die Welt im Winter kann grau sein, wenn es der Winter aber ernst meint und die Temperaturen fallen, wie der Schnee, dann erlebt man die Untiefen dieser zum Seelenzustand gewordenen Nicht-Farbe – jedenfalls dort wo die meisten von uns leben, in den Ballungsräumen.

Schwenk zum Frühling: Hier erblüht das Leben, alle und alles bekommt Lust auf Erneuerung, Fortpflanzung, Aktivität und Schaffensdrang.

Der Winter dagegen ist lebensfeindlich, die Kälte erstickt jeglichen Sturm und Drang, nicht umsonst hält so manch schlaues Tier tiefsten Winterschlaf.

Ja, man kann den Winter mögen, aber doch nicht monatelang? Wer liebt schon dicke Kleidung, die man sich in einer mühevollen Prozedur Tag um Tag auf den Leib schmieden muss, bis die verschiedensten Stoffschichten uns den Umfang eines stattlichen Schneemanns verleihen.

Wie sehr muss man seinen Körper verachten, um ihn dermaßen verhüllen zu wollen, bis man ihn im Frühling endlich wieder auspacken darf, und entsetzt feststellt, dass man sich vor lauter kuscheligem Einmummeln auf dem Sofa mit Gebäck und Tee samt Kandis doch lieber wieder in den Winter mit seinen den Pölsterchen schmeichelnden Schlabberpullovern und umgehängten Ponchos zurückwünscht.

Das fehlende Licht gibt mir dann noch den Rest. Um 17 Uhr fühle ich mich im Winter, als müsste ich auf der Stelle zu Bett gehen. Nur mit größter Selbstbeherrschung und Streichhölzern zwischen Ober- und Unterlid schaffe ich es bis zum Abend. Und zur Schlafenszeit falle ich wie vom Fließband geplumpst mutlos in mein Bett und denke mit wachsendem Grauen daran, dass das Weckerklingeln näher und näher kommt.

Gerade im Winter ist das Aufstehen am frühen Morgen eine wahre Zumutung. Die Temperaturen fühlen sich nochmals ungefähr 10 Grad kälter an, als sie es eh schon sind. Die Dunkelheit ist dunkler als dunkel, und ich habe manchmal das Gefühl, dass die Erde einfach nur von einem schwarzen Loch geschluckt wurde, das jegliches Licht, jegliche Energie in sich hinein saugt. Ich könnte es schwören.

Doch wenn man so dermaßen den Winter verabscheut, warum ergibt man sich so lemminghaft dem Schicksal?

Nun, tue ich gar nicht. Ich habe Pläne. Auswandern. Ins Warme. Viel hält mich hier zudem nicht.

Die Pläne sind gut durchdacht, Jobs bereits geregelt, Kontakte zu spanischen Maklern und Behörden sind geknüpft, es könnte eigentlich fast schon im Januar (wäre ja gerade noch rechtzeitig) losgehen.

Aber man hat doch auch Verantwortung und Verpflichtungen. Und zudem ist man kein Hallodri, der einfach mal auf Gut Glück auswandert, um dann als gescheiterte Existenz nach einiger Zeit zurückzukehren. Gut Ding braucht Weile. Ja, das muss ich mir jeden Tag aufs Neue sagen. Zuspruch soll ja helfen.

Schwierig ist es auch eine nun bereits 83-jährige Mutter zum Mitkommen zu bewegen. Nein, eigentlich nicht, denn sie würde sich tatsächlich freuen, das hat mich sehr gerührt. Trotzdem muss das besser geplant sein, als das eigene Umsiedeln. Verantwortung, ich habe es ja erwähnt.

Ich bin mal gespannt, der Zeitpunkt steht zwar noch nicht völlig fest, aber ich werde es tun: Für mich persönlich den Winter abschaffen! Und sollte ich ihn doch vermissen, dann buche ich mir eine nette Woche in einem Iglu in Grönland.

 

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(Foto: Konsumkaiser, Pixabay.  Keinerlei Sponsoring)


45 Gedanken zu “GLOSSE: SCHAFFT DEN WINTER AB!

  1. Guten Morgen lieber KK,

    Ich liebe den Winter sehr, bin voller Tatendrang , kann mich mehr bewegen, im Sommer bei dieser extremen Hitze habe ich das Gefühl zu ersticken, da fällt mir alles schwer, mein Hund mag natürlich auch nicht raus , Sport ist ab 12 Uhr für mich eine Qual und die Nächte sind mir viel zu kurz da es viel zu lange hell ist . Es ist doch schön im Winter schon um 21.30 Uhr ins Bett zu kuscheln und morgens dann wenn der Wecker früh klingelt ausgeschlafen zu sein , im Sommer ist für mich an erholten Schlaf nicht zu denken .
    Ich mag den Sommer nur bis maximal 20 Grad, alles darüber ist mir schon zu warm.
    Ein toller Winter mit Schnee und blauem Himmel, warm eingemummelt und dann raus an diese herrliche frische kalte Luft, das mag ich sehr……allerdings ist es bei uns ja immer nur matschig und nicht so schön, aber ein richtiger Winter ist toll .
    Ich mag die Sonne eigentlich am liebsten auf den Kanaren , da ist die Luft herrlich und die Sonne angenehm, aber nicht bei uns , da ist es mir die letzten Jahre viel zu heiß .
    So unterschiedlich sind die Menschen.
    Einen schönen 3. Advent euch allen
    Liebe Grüße 🖖

    1. Genau, auf den Kanaren passt es. Der stete Wind lässt auch die manchmal höheren Temperaturen erträglich erscheinen. Zum Glück wird es ja auch selten super-heiß, zB. bei Calima.
      Aber das wird unser Ziel, eben in den ewigen Frühling. Die Knochen lieben es! 😉
      Liebe Grüße
      KK

  2. Manchmal finde ich Winter ganz schön, aber irgendwie fühlt sich diese Jahreszeit immer so lange an. Euch allen einen schönen 3. Advent.

    1. Oh ja. In nordischen Ländern könnte ich nicht leben. Der kurze Sommer wäre mir definitiv zu wenig. Aber auch hier kann die Wintersaison viel zu lange dauern. Ich stimme di zu, manchmal kann der Winter auch sehr schön sein.
      Liebe Grüße
      KK

  3. Herrlich lieber KK – Du sprichst mir aus der Seele! Wie so oft, ich liebe Deinen Blog! Vielleicht schreibst Du ja mal ein Buch, wenn Du dann eines Tages auf Deiner Terrasse sitzt und aufs Meer schaust. Ich wünsche allen einen schönen 3. Advent.
    Verschneite Grüße von einer stillen Mitleserin

    1. Meerblick werde ich mir wohl nicht leisten können. Die Immobilienpreise sind wieder explodiert auf den Kanaren. Aber garantierte Wärme und blauer Himmel reichen mir schon. Und den Blog schreibe ich weiter! 😉
      Liebe Grüße
      KK

      1. Also meinst du es doch ernst. 🙂 Finde ich toll. Ehrlich. Ich bin sicher, alles wird sich fügen.
        Ich hatte mir mal überlegt, wenn ich nicht mehr arbeite, mir mal hier und dort für 2 Monate eine kleine Wohnung oder ein Zimmer zu mieten und Sprachen zu lernen. Ich kann das irgendwie nur vor Ort. 😄

      2. Meerblick taugt nur aus der Ferne. Direkt am Meer ist es einfach zu feucht. Lieber etwas oben am Hang mit Blick auf das ferne Meer. Oder ohne Meerblick aber halbwegs trocken.

  4. Du hast zwar „Glosse“ geschrieben, deswegen denke ich nicht, dass du es ernst meinst, aber ich finde nachvollziehbar und bewundernswert, wenn man seine besonderen Bedüfnisse kennt und was dafür tut, statt den ganzen Winter zu jammern. Auswandern ist ja nicht die einzige Möglichkeit. Ein Bekannter arbeitert im Winter 3 Monate im Warmen. Mietet dann dort eine kleine preiswerte Wohnung und macht in der Zeit das, wozu er nicht in Deutschland sein muss, ein anderer nimmt immer im November den kompletten Jahresurlaub und fährt ins Warme. Die Zeiten, in denen wir hier durchgeregnete Sommer haben und deswegen in der Zeit ins Warme fuhren, sind doch vorbei. Mit Kindern ist man noch auf die Ferien angewiesen, aber wenn man keine hat oder sie aus dem Haus sind, ist das möglich.
    Ich mag den Winter und mir macht seit paar Jahren eher Hitze zu schaffen, aber ich überlege auch, gegen Ende des Winters was umzustrukturieren, um da wieder an Sonne. Wem das schon jetzt fehlt, braucht vermutlich andere Lösungen, wenn oder sobald es geht.

    1. Die „Glosse“ bezieht sich auf das „radikale Abschaffen des Winters“, aber das Auswandern ist ernst gemeint, alles ist schon im Gange. Gerade das Klima auf den Kanaren, das ja keine langen Hitzeperioden kennt, sondern eher moderate Temperaturen hat, ist ja genau das Himmlische daran. Im Sommer keine brütende Hitze, im Winter keine eingerosteten Knochen. 😉
      Jobtechnisch muss ich mich festlegen, da kann ich leider nicht zu unterschiedlichen Saisons mal hier, mal dort arbeiten. Aber das geht ok.
      Liebe Grüße
      KK

  5. Köstlich. Und wieder mal perfektes Timing. Ich steige dann nachher in mein Auto und fahre nach Marokko. Endlich wieder mal. Und zum Finale sollte ich dort auch angekommen sein. 😉

    Ein großes Problem in D, das von Süd nach Nord sich stark verschlimmert, sind die Wechsel der Tageslängen. Damit komme ich nicht klar. Marokko, wie auch die Kanaren, haben 10-14 Stunden Tageslänge, Norddeutschland 7- 17 Stunden.

    Wenn Winter, dann bitte mit Schnee und Sonne, da habe ich herrliche Erinnerungen an unsere Skiurlaube in den Alpen – damals, in den schneereichen 60er Jahren.

    Und hier passt auch mal der alte Satz: nach Diktat verreist 🙃

    Wünsche einen schönen 3. Advent!

      1. Danke! Jo, gegen die alte Kolonialmacht im Halbfinale. Das verpasse ich, aber zum Finale sollte ich da sein. Schlechter als 4. können die Atlaslöwen nicht mehr werden.

  6. Guten Morgen,
    bin total gespannt. Vor Jahren haben wir auch überlegt, auf die
    Kanaren zu ziehen. Aber wegen Kinder und Eltern sowie beide
    in Berufen tätig, wo Sprache die Basis ist, haben wir den Schritt
    nicht gemacht. Wir waren immer im Winter dort und nie im
    Sommer. Ich würde vorher wissen wollen, wie es sich im
    Sommer dort verhält. Wir waren immer auf Gran Canaria.
    Vermute, das ist auch dein Ziel?
    Chapeau, das Deine Mutter so mutig und flexibel ist.
    lg
    sylvia
    ps. schon spanisch gelernt?

    1. Ja, genau dorthin. Im Sommer ist es sehr angenehm, auch wenn die Calimas (ist das der richtige Plural?) zunehmen. Sandsturm und Sahara-Hitze. Aber immer nur tageweise. Sonst Temperaturen um 25 Grad.
      Und natürlich lerne ich Spanisch, seit Jahren ja schon mit meiner Lieblings-App, und seit Monaten nun intensiv. Ist ja wichtig, wichtiger als die NIE-Nummer zu beantragen. Nur wer die Sprache spricht, wird auch ernst genommen, da sind die Spanier etwas härter als die Deutschen.
      Liebe Grüße
      KK

  7. Guten Morgen,
    hier liegt fett Schnee und wie jedes Jahr mache ich es wie die Italiener. Winter einfach ignorieren. Im Winter arbeite ich wie ein Galeerensklave, sitze im warmen und mache was sinnvolles (?). Im Sommer gehe ich früher und bin am Chiemsee oder in Salzburg. Hier auf dem Berg bin ich froh über meinen SUV, vorbei die Zeiten wo ich nassgeschwitzt vor Stress im Auto saß und jede Fahrt die Nervenhölle war.
    Lieber KK, ich freue mich sehr für Euch und schön das der Blog weieterleben wird!! Leider kann ich noch noch nicht mal nach AT auswandern. Ich habe mir ein deutsches Spezialwissen über etliche Jahre angeeignet, was am Rande des beherrschbaren ist. Das in einem neuen Land muss ich das nicht nochmal haben.
    Allen Friermenschen kann ich von UNIQLO die HAETTECH Thermokleidung sehr empfehlen. Grundlache ist Baumwolle mit einer neuen japanischen Faser. UNIQLO wurde vor Jahre hier mal empfohlen und ich renne in HH immer wieder rein.
    Lieber KK, alles Gute für Eure Pläne und allen einen schönen Advent.
    Viele Grüße in die Runde
    Christiane

  8. Ich kann alles unterschreiben, du sprichst mir aus der Seele. Diesen kurzen, tristen Tagen kann ich gar nichts abgewinnen, trotzdem einen schönen dritten Advent.
    Liebe Grüße

  9. Guter Plan lieber KK!
    Wenn man diese Insel so sehr liebt und ein Drittel seiner Lebenszeit Sehnsucht nach dem wohltuenden Klima dort hat, ist es ja fast überlebenswichtig seine sieben Sachen inklusive Mami zu packen um endlich dort zu leben.
    Die Spanier werden dich mit offenen Armen aufnehmen, kluge, tüchtige und obendrein noch sympathisch freundliche Menschenkinder sind überall gern gesehen.
    Ja tatsächlich – guter Plan! 👍😎👍

  10. Ich mag den Winter. Alle Strickerinnen mögen den Winter. Warum sonst wird unsere Projektliste immer länger und das Garn häuft sich in unseren kleinen Verstecken im Haus. Pullis, Ponchos, Tücher und Socken wollen doch alle getragen werden. Tagein und Tagaus hocken wir in unseren gemütlichen Ecken und stricken vor uns hin und kommen nur zum Arbeiten und Essen hervor. Und zum Schlafen und manchmal zum Duschen.
    Den Sommer ertrage ich bei 25Grad und einer Luftfeuchte von 50%… alles darüber ist nix mehr für mich, da krieg ich einen Knall. In die Sonne würde ich nie auswandern wollen, eher in den Norden. Aber ich stimme dir zu, Schmuddelwinter ist nix für mich. Aber Schnee und Kälte und blauer Himmel. Abends Tee und Glögg, Kerzen und Handgestricktes am Leib.
    So unterschiedlich sind wir alle, aber das ist auch gut so.

  11. Auswandern… was für eine grandiose Idee.😍 Alleine der Gedanke daran lässt die Mundwinkel nach oben wandern.

    Ich habe nichts gegen den Winter speziell, was mich aber wirklich schafft sind diese Tage oder gar Wochen ohne Licht. Dieses deprimierende Mordor-Feeling, dem ich mit „dem richtigen Mindset“ tatsächlich nicht beikommen kann. Also nutze ich nahezu alle Tipps aus dem letzten MMM (Danke nochmal!!!💚) und werfe jetzt hochdosiertes Johanniskraut ein.

    Aber die Kanaren… hm… sehr spannend. Lanzarote mochte ich sehr.😎

    LG Marie

    1. Johanniskraut kann tatsächlich was, aber es gibt auch so einige Fallstricke. Im Zweifelsfall frag doch vorher einmal kurz beim Arzt oder Ärztin nach.
      Meine Laune ist aber auch besser, seit wir unser Vorhaben endgültig abgesegnet haben.
      So ein permanenter Ortswechsel kann enorm inspirierend sein.
      Liebe Grüße
      KK

  12. Wow, auswandern…. Ich hab mit jeglicher Art von Veränderungen ein großes Problem. Wenn ich im Urlaub bin, brauche ich 3 Tage um mich an das neue zu gewöhnen, habe da schon fast Heimweh. Selbst als wir renoviert haben und ich endlich alles so hatte wie ich es wollte, hab ich ewig gebraucht mich daran zu gewöhnen. Ich gewinne dem Winter auch nichts ab, vor allem fehlt mir die Sonne. Monate grau in grau. Ich finde es sehr sehr mutig von dir, alles hinter dir zu lassen und in die Sonne zu fliehen aber es ist auch verdammt cool. Noch dazu mit der Mama 👍🏼

    Schönen Sonntag
    Natascha

    1. Lieben Dank! Ach i wo, mutig, innerhalb von Europa ist das ja nur ein relativ kleiner Schritt. Da meine Familie ja auch so weit verstreut lebt, habe ich da vielleicht auch andere Grenzen im Kopf. Mutig von meiner Mutter ist es aber schon, einfach so das ok zu geben, wohl wissend, dass sie ja nicht all zu viele Optionen hat. Das würde mich sehr unter Druck setzen, aber sie meistert das mit der Gelassenheit des Alters.
      Liebe Grüße
      KK

      1. Lieber KK,

        „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ heisst es doch so oft und gerade deshalb finde ich es mutig von Deiner Mutter diesen Weg zu gehen und lieb gewonnene Bekannte / Freunde zurück zu lassen. Ich ziehe den Hut. Sie hat es sicherlich schwerer dort in Spanien Fuß zu fassen als Du.

        Was man aber nicht außer Acht lassen sollte, die medizinische Versorgung. Bei uns in „Good Old Germany“ steht halt nach ca. 10 Minuten ein Krankenwagen / Notarzt vor der Türe und vielleicht auch noch ein Rettungshubschrauber und ob die medizinische Versorgung in Spanien wirklich so gut ist wage ich zu bezweifeln. Ein Nachbar hatte einen Radunfall auf Mallorca und musste dann am Rand der Strasse ca. 45 Minuten warten bis endlich mal ein Krankenwagen kam.

        Desweiteren ist mir bekannt dass man sich seinen Hausarzt in Spanien nicht raussuchen kann. Dieser wird einem zugewiesen und zu diesem muss man gehen egal welches Leiden man hat. Man kann nicht selbständig einen Facharzt aufsuchen und um bei so einem Facharzt einen Termin zu bekommen wartet man schon mal ein / zwei Monate.

        Nicht alles durch die rosarote Brille anschauen und bitte nicht falsch verstehen, ich gönne es Euch und wünsche schon jetzt einen erfolgreichen / harmonischen Start im neuen Land.

        Hasta Luego sagt Herr TO.

        1. Lieber Herr TO, die Negativbeispiele gibts in Deutschland ja auch haufenweise. Denk mal an die meisten auf dem Land, da herrscht oft Ärzteflucht. Kein schönes Thema.
          Ich kann nur für die Kanaren sprechen, aber dort ist das Gesundheitssystem effizienter aufgestellt, weil eben die erst Kanalisierung ( auch eine Triage) der Patienten Sonn macht. Da verstopfen gelangweilte Gewohnheitspatienten nicht die Warteräume.
          Trotzdem kommt man dort wohl nicht um eine private Zusatzversicherung herum, um auch verschiedene andere Krankenhäuser nutzen zu können, usw.
          Will sagen: Man kann nicht von besser oder schlechter sprechen, denn überall gibt es leider Missstände. Siehe derzeit die Konderkliniken ohne Kapazitäten, die selbst Notfälle nur noch notversorgen können, Betten gibts dann weit weg.
          Liebe Grüße
          KK

  13. Lieber KK, ich drücke fest die Daumen für deine Auswanderpläne! Es ist schön, so ein Ziel zu haben und an der Realisierung zu arbeiten. 👍
    Ich lebe ja in einer Gegend, wo es richtigen Winter gibt und liebe alle Jahreszeiten! Ich übe verschiedene Winter- und Sommersportarten aus und freue mich über die sportliche Abwechslung. Es ist für mich unglaublich entspannend, sich nach einer Runde im Schnee am Kamin einzukuscheln.
    Mich würde es nicht glücklich machen, in einer Gegend zu leben, in der durchgehend ähnliches Wetter herrscht. Gut, dass die Menschen alle so unterschiedlich sind. 😁

  14. Ui nur gut dass wir auch dann nicht auf Dich verzichten müssen!? Ich verstehe den Wunsch auszuwandern auch wenn das für mich nicht in Frage kommt. Wir sind seit einigen Jahren zumindest so weit, unsere 6 Wochen Urlaub in die kalte Jahreszeit zu verlegen und z.b. den kompletten Februar zum verkürzen des Winters im Warmen zu verbringen. Und im Herbst nochmal 2 Wochen den Sommer verlängern. Das macht echt viel aus.
    Liebe Grüße Tina

    1. Glaube ich, das ist wirklich viel wert, wenn man mal eine echte Auszeit von den Zuständen bei uns hier nehmen kann. Leider ist das als Selbstständiger zumindest in meiner Branche illusorisch, daher der komplette Umzug, der aber mit Sicherheit eine Verbesserung für mich bringen wird. Aber noch ist Zeit, es bedarf ja noch einiger Planung, und man glaubt ja gar nicht, was hier noch alles zu erledigen ist. Und die Möbel!! Himmel, was sich da alles anhäuft. Der perfekte Moment Ballast abzustoßen.
      Liebe Grüße
      KK

  15. Ganz viel Erfolg bei Deinen Plänen, lieber KK! Fast hatte ich es mir schon gedacht, dass Du auf den Kanaren landen würdest.

    Seit meinem Studium, damit weit über die Hälfte meines Lebens, lebe ich nicht mehr in Deutschland, und es hat bei mir immer prima funktioniert. Nur der Liebe wegen bin ich nach Europa zurückgekehrt.
    Wenn man von grundsätzlich unterschiedlichen Herangehensweisen an die Dinge ausgeht, diese annimmt und so gut es geht nachahmt, und wenn man ein paar Widrigkeiten einkalkuliert, ist man immer wieder positiv überrascht, wie gut es dann doch läuft.

    Die Hauptknackpunkte, die die wenigsten beim Nachdenken über das Auswandern einkalkulieren, betreffen die Gesundheitsversorgung sowie die Krankenversicherung (und andere Sozialversicherungssysteme), damit man nicht ernsthaft unter die Räder kommt. Aber das hast Du sicherlich schon alles entsprechend vorbereitet, und immerhin betrifft es „nur“ ein Auswandern innerhalb der EU.

    1. Ja, liebe Hasi0815, da wird es einem im Europa, oder zumindest in Ländern wie Spanien, ja doch einigermaßen leicht gemacht. Die ärztliche Versorgung ist dort meist sehr gut, es herrscht ein hoher Standard.
      Ansonsten bin ich ein ziemlich anpassungsfähiger Typ, da mache ich mir keine Sorgen. Zumal wir auch nicht in eine deutsche Urbanisation ziehen wollen. Kontakt mit den wirklich offenen und herzlichen Einheimischen ist einfach wichtig fürs Überleben, genauso wie die Sprache dann auch viel schneller besser wird.
      Liebe Grüße
      KK

  16. Wie toll! 😀 Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich auch eher heute als morgen aus Deutschland wegziehen. Night wegen des Winters (ich hasse Hitze), aber allein wegen der Schönheit des Landes und der ganz anderen Mentalität der Menschen.
    Ganz viel Erfolg bei der Planung und dass es schnell mit der Umsetzung klappt!
    LG, Gloria

    1. Ja, die Mentalität. Das ist auch ein gewichtiger Grund. Alle Canarios, die ich kennengelernt habe, sind (typisch südländisch) herzlich und großzügig. Es herrscht eine andere Lebensqualität, nicht materiell, aber einfach wohltuend für die Seele.
      Die Zeit der Planung ist toll. Vorfreude ist und bleibt nun mal die schönste Freude. 🙂
      Viele Grüße
      KK

  17. Lieber KK,
    ich bin leider sehr spät dran heute, aber falls Du es noch liest, dann von mir auch alle und von Herzen kommende gute Wünsche für die Umsetzung Deiner Pläne. Auch ich habe schon ein paar Jahre im europäischen Ausland gelebt und mich sehr wohl gefühlt. Ich liebe meine Heimat in Norddeutschland auch, aber alt werde ich hier auch nicht, das steht fest. Wohin es mich genau zieht, weiß ich noch nicht, aber auf alle Fälle auch in ein wärmeres Klima.
    Ich freue mich schon wie Bolle auf Deine künftigen Berichte und Erfahrungen, wie großzügig und super von Dir, dass Du uns nicht „zurücklässt“ und wir weiterhin profitieren dürfen.
    Adventliche Grüße und allen einen guten Start in die neue Woche.
    Melanie

    1. Vielen lieben Dank, natürlich blogge ich weiter. Was ich hier ja auch schon alles durch die Leserinnen und Leser gelernt habe. Und gerade in so aufregenden Zeiten, kann so ein Niederschreiben einiger Erlebnisse auch ein wenig Ordnung in die eigenen Gedanken bringen. Ich freue mich jedenfalls, wenn ich demnächst berichten kann, wie es denn läuft.
      Zum Glück verlasse ich Deutschland nicht im Groll, und man ist auch nicht aus der Welt, da sind doch gute Voraussetzungen. 😉
      Liebe Grüße
      KK

  18. Winter mag ich nur, wenn draußen alles unter einer dicken weißen Decke liegt, der fallende Schnee den Lärm und Geräusche erstickt und es beim Laufen unter den Schuhen knirscht. Was recht häufig hier in meiner Region passiert, der Schwarzwald und die Alpen sind nah. Aber je älter ich werde, desto weniger sind wir Freunde.
    Wir werden in 4-5 Jahren Deutschland verlassen und uns auf Kreta niederlassen. Mit der Immobiliensuche dort haben wir bereits begonnen. Es gibt nichts was mich hier noch hält. Ich freue mich darauf.

  19. Hallo KK,

    sehr gute Entscheidung, wir planen im Mai mit Kind, Kegel und Mama ( 74) nach Süditalien zu ziehen.
    Es hängt nur noch an den Jobs, alles andere ist so gut wie geregelt. Gott sei Dank ist das mit der Sprache kein Problem, da wir alle italienisch können.
    Ich finde innerhalb Europas ist das zwar ein großer Schritt, aber durchaus machbar.
    Viel Glück und Freude mit der weiteren Planung.

    LG

  20. Auch wenn ich jetzt sehr spät dran bin… Tolle Entscheidung und toi toi toi für alles was da kommt 😁 es wird sicherlich eine tolle Erfahrung…. Aber gibs zu, du wolltest nur an die stete Quelle von Tretinoin 😂
    Ich kann das sehr gut nachvollziehen und ja ich beneide dich! Alles Liebe

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