LIFESTYLE: SCHLECHTE GEWOHNHEITEN DURCHBRECHEN

Schlechte Gewohnheiten verfolgen uns manchmal wie eine Sucht. Den Schokoriegel spät am Abend naschen, oder die Tüte Chips vor dem Fernseher. Ständig aufs Handy schauen und selbst unwichtige Nachrichten unermüdlich beantworten. Die Liste kann man unendlich erweitern. Ein paar Tipps, wie man schlechte Gewohnheiten loswerden kann, gebe ich dir heute.

 

 

Ich selbst habe die Angewohnheit, nach dem Essen immer noch eine Süßigkeit naschen zu wollen. Mitag- oder Abendessen ohne einen (oder zwei, drei…) abschliessende Schokoriegel, Pudding oder Eis war lange Zeit für mich undenkbar.

Gerade in der heißen Corona-Phase wurde diese schlechte Angewohnheit auch noch befeuert: durch Stress.

Eine ungewisse Lage und die kaum noch planbare Zukunft lösen Stress aus, wir suchen unbewusst nach Kompensation, und da ist zB. Schokolade etwas, das unser Belohnungssystem stark anspricht. Hier haben wir auch schon den Teufelskreis: Uns geht es irgendwie nicht gut, wir haben Stress, wir sind etwas aus der Bahn geworfen, wir sind „getriggert“, wir tun etwas, dass unser Belohnungssystem aktiviert (Zucker!), wir fühlen uns kurzfristig besser.

Diese Kette wird wiederholt und etabliert sich manchmal rasend schnell als Gewohnheit. Blöd, wenn diese Gewohnheit dann einen unguten Einfluss auf uns haben kann, denn es gibt ja natürlich auch sehr gute, produktive Gewohnheiten, wie zB. Zähneputzen oder Sport treiben.

Eine kleine Übersicht, wie man das Projekt „Schlechte Gewohnheiten loswerden“ angehen kann, kommt jetzt:

 

Stress abbauen

Eine Grundvoraussetzung. Solange wir uns im totalen Stress befinden, und diesen als unangenehm empfinden (es gibt ja auch „guten Stress“), wird es äusserst schwer, die ungeliebten Handlungsweisen zu durchbrechen.

Dabei ist es manchmal weniger schwer etwas Ruhe im Inneren einkehren zu lassen, als wir denken. Ausgleichssport, ein neues Hobby finden, oder einfach nur jeden Tag ein paar Minuten bewusste Atmung praktizieren. Etwas Passendes finden, was man mag und durchhält, das ist immer das Geheimnis. Nicht einfach, das gebe ich zu, aber man sollte verschiedene Dinge ausprobieren, vielleicht gibt es dann den Aha-Efekt!

Ab diesem Moment kann man dann schauen, ob die schlechten Routinen nicht „entfernt“ und vielleicht durch sinnvollere/gesündere/passendere ersetzt werden können.

 

 

Auslöser (Trigger) erkennen

Ein weites Feld! Weithin bekannt ist der sichtbare Trigger: Wenn ich die Schokolade schon sehe, bekomme ich gleich Lust darauf sie zu essen. Oder wenn das Handy ständig neben mir liegt, ist es ein Leichtes, es immer wieder anzuheben und nach Nachrichten zu schauen oder auf Insta zu versacken.

Einsamkeit kann auch stark triggern. Weil man allein zuhause sitzt, beginnt man mit Essen, Trinken, usw. seine „Leere“ zu füllen.

All diese Auslöser zu identifizieren, kann manchmal sehr einfach, aber oftmals auch recht kompliziert sein. In einigen Fällen klappt das auch nur noch mit dem Blick von aussen, also wenn man sich Hilfe sucht.

 

 

Strategien

Trigger unsichtbar machen. Was ich nicht sehe, kann mich schwerer triggern. Das Handy weiter weg legen, sodass man erst aufstehen muss, um es zu nutzen. Die Schokolade im Keller lagern. Wenn man dann wirklich mal Schoki naschen will, muss man erst einen längeren Weg zurücklegen Der erste Impuls kann nicht so schnell befriedigt werden.

Apps zB. in weiter entfernte Ordner auf dem Handy packen und nicht gleich auf die erste Seite. Insta öffnen viele Menschen einfach aus Langeweile, weil es gerade da ist. Lieber eine News-Seite nach vorne legen, oder die Sprachlernapp mit den kleinen Mini-Lektionen.

Simpel gesagt: Erhöhe die Anzahl der „Schritte“, die nötig sind um die Routine auszuführen.

 

Die Gewohnheit unattraktiv machen. Wenn man sich geradezu bildlich vorstellt, welche unschönen Auswirkungen unsere Gewohnheit haben kann (zB. unerwünschte Gewichtszunahme am Bauch durch zu viel Schokolade), wird der „Druck“ gleich deutlich geringer. Dazu kann man sich auch noch die positiven Auswirkungen vor Augen halten (man passt wieder in die enge Jeans).

 

Man kann auch eine Gewohnheit teilweise ersetzen. OK, du darfst Schokolade essen, aber nur die teure Schoki von der Schokoladenmanufaktur, die kleinere Tafeln für deutlich mehr Geld anbietet.

Rauchen: OK, du darfst Rauchen, aber zu jeder Zigarette wirfst du einen Euro in ein Sparschwein. Wenn es voll ist, wird die Summe an die Krebshilfe gespendet. Das macht die Routine unattraktiver und erinnert gleichzeitig an die möglichen Konsequenzen.

 

Querverbindungen schaffen. Stell dir vor, dass zB. ausgerechnet der schlimme Donald Trump auch zu gerne Schokolade nach dem Mittagessen nascht. Man verbindet etwas äusserst Unschönes mit seiner Gewohnheit…jedes Mal wieder, wenn die Lust auf die „Belohnung“ aufsteigt.

 

Ersetze die negative Gewohnheit durch eine positive. Statt Schokoriegel, gibt es zB. noch ein Stück Apfel nach dem Essen. Ehrlich gesagt ist das für mich der unpraktikabelste Vorschlag, aber ihr wisst, worauf ich hinaus möchte. Statt Netflix mit der besten Freundin / dem besten Freund, vielleicht wenigstens einmal in der Woche mit der Person zum Sport gehen. Wenn es gut läuft, kann das ausgeweitet werden, bis man die Couch und Netflix kaum noch vermisst.

 

 

Das klingt alles einfach und banal, aber unser Gehirn lässt sich hier und da schon mal recht leicht beeinflussen. Wichtig ist es, sich einfach mal darauf einzulassen. Wenn man intensiv zB. über die Auswirkungen nachdenkt, diese Effekte also immer wieder in sein Bewusstsein ruft, lässt der Wunsch nach der „Belohnung“ meist deutlich nach. Bei vielen klappt das wie ein geölter Mechanismus. Man entwickelt eine „innere Hemmung“ die ungeliebte Routine auszuführen.

Zu verlieren hat man ja nicht viel, ausser die schlechte Gewohnheit. 😉

 

 

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(Foto: KK. Kein Sponsoring.  Es handelt sich um laienhafte Vorschläge und Inspirationen, nicht um Anweisungen zu Diagnose oder Heilung. Bei Fragen und Unsicherheiten unbedingt entsprechende Fachleute aufsuchen.)

 

 

 

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12 Gedanken zu “LIFESTYLE: SCHLECHTE GEWOHNHEITEN DURCHBRECHEN

  1. Guten morgen,

    Da sprichst du mir aus dem Herzen, ich war bis dieses Jahr bis Ostern tatsächlich Zuckersüchtig. Jeder Versuch davon los zu kommen ist irgendwann wieder gescheitert .
    Bei mir liegt es nicht am Gewicht das ich davon los kommen wollte, ich bin schlank , aber dennoch war mir klar es ist ungesund täglich 2 Tafeln Schokolade und dann noch ein Pack Gummibären am Abend .
    Ich bin nun seit Ostermontag Zuckerfrei und fühle mich sehr wohl und hoffe das ich es auch bleibe, ich habe kein Verlangen mehr nach Süßigkeiten, das alles spielt sich im Kopf ab.
    Einmal die Woche gönne ich mir gerne mal einen Kuchen wobei ich mittlerweile sogar selbst gemachten zuckerfreien Kuchen dem tollen Sahnekuchen vom Konditor vorziehe .
    Meinen Drang nach Süßigkeiten nach dem Essen habe ich mit Eiweißriegel in den Griff bekommen, die schmecken auch süß und sind gesünder , oder ich trinke einen Shake .
    Obst esse ich am Abend nicht mehr , aber ich esse morgens sehr viel Obst in meinem Porridge .
    Ich wünsche allen die es schaffen wollen von einer blöden Gewohnheit los zu kommen das sie es schaffen……ich denke es dauert mindestens 6 Wochen bis der Körper sich umstellt .
    🙌
    Liebe Grüße
    Simone

      1. Das wurde immer mehr und mehr , ich konnte auch 2 Becher Magnum essen 🙉
        Ich habe immer 52/53 kg gewogen , seit ich nun zuckerfrei lebe bin ich sehr dünn geworden , aber ich denke es ist trotzdem gesünder ohne Zucker , dann bin ich eben dünn , habe trotzdem Kraft und fühle mich wohl

  2. In meiner Jugend habe ich tonnenweise Milka Schokolade gefressen, war aber immer hundemager. Jetzt kompensiere ich mit Kosmetikkäufen, manchmal Perlenketten. Das muss auch aufhören, völliger Blödsinn.
    Viele Grüße

  3. Grundsätzlich ist Schokolade gesund, also kein Grund darauf zu verzichten. Wie immer ist die Menge das Gift und die Inhaltsstoffe, da hilft auch nicht Fairtrade oder Bio. Wichtig ist, dass es Schoki mit hohem Kakaoanteil ist, also 70 oder 80%. Wenn man sich davon 1 oder 2 Karos tägl. gönnt, als Ritual, braucht man auf seine „Belohnung“ nicht zu verzichten. Manch einer sagt iiiih, aber wenn es sonst nichts Süßes gibt, findet man den herben Geschmack echt lecker. Ansonsten Süßes immer vor dem Essen, dann wird es anders verstoffwechselt und da Süßes immer nach mehr verlangt, wird das Verlangen durch die anschliesende Mahlzeit gestoppt.

    1. Es geht doch überhaupt nicht um die Schokolade (oder was auch immer). Es geht um festgefahrene Gewohnheiten, die einen belasten, und die man ablegen möchte. Uns allen kann es doch völlig egal sein, was andere Leute gern essen möchten, und ob es „gesund“ ist oder nicht. Das ist nicht die Intention des Textes.

      1. Ich finde das schon recht wichtig, was Du hier beschreibst, lieber KK. Die Macht der Gewohnheit wirkt unglaublich stark und verhindert oftmals das zu tun, was man sich eigentlich wünscht, und sie zu brechen benötigt ein paar sehr harte Tage und ein paar Wochen zur Stabilisierung. Ich nehme nicht einmal an, dass es sich um Selbstoptimierung handelt (was ja heutzutage gemeinhin gerne unterstellt wird), sondern vielmehr um Selbstermächtigung, eben daß man – mit den üblichen Einschränkungen – wenigstens etwas Kontrolle über den eigenen Lebensweg erlangt.
        (Ein warnendes – und wirksames – Beispiel ist mir meine geschätzte Mutter, die m.E. etwas zu viel gegessen hat, was man deutlich sieht; glücklicherweise ist sie so gesund wie genußsüchtig.)

  4. Meine Herangehensweise an gar nicht so gute Gewohnheiten ist es, mir zu Bewusstsein zu bringen und zu überlegen, ob das, was ich gerade zu tun vorhabe, für mich denn gut ist. Und mir dabei vorzustellen, welche gesundheitliche Folgen das haben könnte.
    Manchmal funktioniert das sogar.

    Wenn ich mir neue Gewohnheiten anlachen will, z.B. mehr Bauchmuskeltraining, dann muss ich nur daran denken, daß ich in meinem zarten Alter und bei der schlanken Figur am Strand auf gar keinen Fall als Hängebauchschwein durchgehen will – ist mir ja schon zuhause peinlich.

    Aber.

    Derzeit fehlt mir etwas, ich vermute, es ist die Nähe zu anderen, zu vielen anderen Menschen: Die Partymaus leidet.

    Und irgendwie führt der Weg dann doch immer an den Vorratsschrank im Keller, wo die Schokolade, die Schokokekse, das Marzipan, die Chipstüten, die Salznüßchen 🤪 🥴 😛 nur auf mich warten.
    In den Keller zu laufen hat ja auch sein Gutes, denn wenn man hin und wieder vom Bildschirm aufsteht, bringt man die Blutzirkulation wieder in Schwung. 😉

  5. Hatte vor Jahren eine op, die Krankenschwester wog mich vorher und fragte mich „na wieviel kg wiegen wir den“ ich sagte… äh, ich glaube so 58 kg?! Hah, sagte sie 67! Das war aber mit Klamotten! Trotzdem ging mir das ziemlich nahe… passten mir doch so manche Kleider und Hosen nicht mehr! Obwohl ich bei 1,70 m kein Übergewicht hatte fühlte ich mich zu dick!! Komisch aber es war so. Nach der Operation habe ich Radikal meine Ernährung umgestellt! 8/16 gemacht und so gut wie kein Zucker! Und siehe da? In einem Jahr 10 kg abgenommen! Sport bissel viel Bewegung und ich habe heute kein Verlangen mehr nach Süßigkeiten 😊 kann’s nur empfehlen, ab und zu sündig werden ist völlig ok, ich trinke gerne trockenen Sekt den gönne ich mir am Wochenende 😊 gerne auch mal 2 Gläßchen.
    Wenn ich mal ausnahmsweise ein Riegel Schoki in den Mund nehme ist der soooo süß und ich finde das furchtbar! Also der Mensch ist ein Gewöhnungstier aber er kann sich auch umpolen!
    Ich für mich kann nicht mehr süß 😀

  6. Ich dachte immer, ich sei handysüchtig und habe das auch immer mit etwas falschem Stolz so kommuniziert. Ich konnte mein Handy nie vergessen oder verbummeln, weil die Zeit, in der es mir fehlte unter einer Minute lag. Es gibt Handyhalterungen am Rad, im Auto, in Küche und Bad und auf dem Schreibtisch. Die machten es immer verfügbar. Dazu kam der Lockdown und das Homeoffice seit 03/20 und ich hatte schon richtig „Nacken“. Seit 1. Juli habe ich einen neuen Arbeitsplatz. Wir arbeiten mit höchst sensiblen Daten und das Handy muss morgens im Spind eingeschlossen werden und darf erst zum Feierabend wieder raus. Ich wusste es vorher und wollte den Job trotzdem 🙂 Was soll ich sagen? Innerhalb von ein paar Wochen bin ich meine Sucht los! Danke Chef! Jetzt kann es sogar passieren, dass mein Handy auf dem Nachhauseweg noch im Flugmodus ist und mir trotzdem nichts fehlt. Allerdings weiß ich nicht, ob ich es ohne diesen „Zwang“ von aussen auch geschafft hätte.

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