LIFESTYLE: DIE QUAL DER WAHL – VERFLUCHT, ICH KANN MICH NICHT ENTSCHEIDEN!

Die Welt des Konsums ist geprägt von einer großen Auswahl, die uns manchmal geradezu den Atem raubt, denn nicht immer fällt uns die entsprechende Entscheidung auch leicht. Ganz im Gegenteil: Je größer die Auswahl, desto schwerer wird es für uns – ganz schön frustrierend. Was kann man also tun, um im Dschungel der Möglichkeiten entscheidungsfreudig zu bleiben?

 

 

Die riesengroße Auswahl

Letztens ist es mir bei Netflix wieder aufgefallen. Ich wollte mich etwas entspannen, und suchte nach einer eher seichten Serie, die zwar einfach gestrickt, aber doch durch interessante Charaktere und spannende Handlung überzeugt. Tja, dann findet man echt viel, packt sich die Vormerkliste voll, und hinterher sind es immer noch so viele mögliche Kandidaten, dass man einfach keine Entscheidung treffen kann. Dazu ärgert man sich über die verlorene Zeit!

Netflix kann man nun gerne durch viele andere Dinge (und sogar Personen) ersetzen. Egal, ob es das beste Reinigungsprodukt für fettige Haut, die bestgeschnittene Jeans oder der beste Partner fürs Leben sein soll, immer sind die Möglichkeiten mannigfaltig und die Entscheidung dementsprechend schwer.

Dabei haben wir es hier in Deutschland noch vergleichsweise leicht, wenn ich mir die Möglichkeiten in einem US Supermarkt anschaue. Da würde ich wahrscheinlich noch am Abend durch die Gänge irren, auf der Suche nach dem perfekten Mittagessen.

Nehm ich dies? Och nee, lieber das. Oder doch das hier? Beides? Aber da drüben, das sieht toll aus, hat aber mehr Zucker. Hmmm, was denn nun? Kein Wunder wenn nun die Laune schlagartig sinkt, ein typisches Frustrationserlebnis.

 

Mehr Auswahl zu haben, bedeutet nicht automatisch eine bessere Auswahl zu haben.

Eine zu große Auswahl beeinflusst uns so stark, dass wir erst gar nicht so richtig in die Lage versetzt werden, eine zufriedenstellende Entscheidung zu treffen.

Bei einer riesengroßen Auswahl überhöhen sich auch unsere Erwartungen. Wenn es so viele Möglichkeiten gibt, müssen ja wohl auch ein paar megatolle Kracher dabei sein. Der perfekte Film, die perfekte Jeans, der perfekte Partner…

Beim Abwägen der einzelnen Optionen bewerten wir auch die möglichen Vor- und Nachteile. Entscheide ich mich gegen eine Option, muss ich dafür aber auch einige Vorzüge aufgeben. Es fühlt sich dann wie eine „verpasste Chance“ an. Je mehr Auswahl wir haben, desto mehr „verpasste Chancen“ summieren sich für uns.

Das Ende vom Lied: Trotz fast schon unzähliger Möglichkeiten, ist es gefühlt kein Kandidat „wert“ erwählt zu werden. Und hinter der nächsten Ecke wartet vielleicht eine noch attraktivere Option.

 

Kann ich diesen Teufelskreis durchbrechen?

Ja, da gibt es mehrere Möglichkeiten.

Man schaut zum Beispiel nach Einschränkungen, die ein Angebot NOCH spannender machen. Wenn etwas nur zeitlich begrenzt erhältlich ist, oder gar knapp verfügbar, dann erhöht das natürlich auch die Attraktivität. Problem dabei, sowas gehört mittlerweile zu den gängigen Marketingmethoden. Wir treffen ständig auf „zeitlich begrenzte Sonderangebote“, oder „wenn weg dann weg“ Verlockungen.

Man kann sich aber auch selbst einschränken: Ich setze mir zum Beispiel ein Zeitlimit bei der Suche und Auswahl. Ich grenze dann auch noch die Anzahl Möglichkeiten ein, lege mich vorher schon auf eine bestimmte Zahl fest, möglichst einstellig! 😉

Momentan hilft mir das sehr bei der Auswahl eines neuen E-Autos. Man kennt sich da noch nicht so gut aus, die Möglichkeiten sind zwar noch überschaubar, aber man will ja auch nicht die Katze im Sack kaufen.

Also denke ich zuerst einmal darüber nach WAS ICH möchte und brauche, anstatt mich vom Angebot „inspirieren“ zu lassen. Das engt die Auswahl dann doch schon erheblich ein, und erleichtert mir die  Übersicht.

Das Schöne daran ist, dass man diese Methode auf sehr viele Bereiche des Lebens anwenden kann. Man muss sich nur daran erinnern, und das dann konsequent anwenden. So gelangt man dann zwar nicht automatisch zu einer (womöglich auch noch perfekten) Entscheidung, aber der Prozess wird deutlich einfacher und schneller für uns.

 

.

 

 

(Fotos: Pixabay    Keinerlei Sponsoring)


25 Gedanken zu “LIFESTYLE: DIE QUAL DER WAHL – VERFLUCHT, ICH KANN MICH NICHT ENTSCHEIDEN!

  1. Einen wunderschönen guten Morgen, ich bin ganz Deiner Meinung. Ich habe vor mitunter Jahrzehnten in einer firmeninternen Schulung gelernt, bei Entscheidungen ganz klar zwischen ‚musts‘ und ‚wants‘ zu unterscheiden. Offensichtlich war dieser Teil der Schulung so nachhaltig, dass ich ihn noch immer wieder anwende…besonders bei Anschaffungen, die nicht alltäglich sind. Ich wünsche eine schöne Restwoche; an dieser Stelle einen herzlichen Dank an Dich für die morgendliche Freude an Deinen Berichten und Meinungen 😉

  2. Neues Auto, du sagst es! Seit Februar geht das, erster Deal war geplatzt, es soll auch ein E-Auto werden. Die Zeit drängte dann jetzt auch noch, weil das alte Auto zurück geht, weswegen wir nicht auf die Neuerscheinungen im nächsten Jahr warten können. Ich hoffe, heute unterschreiben wir endlich!

  3. Guten Morgen,
    kenne ich nur zu gut. Erst kürzlich stand ich Gesxhäft, suchte ein einfaches Ketchup und konnte mich nicht entscheiden! Welches nehm ich bloß- hilfeeee viel zu viele…

    VG

    1. Genau! Ich setze dann immer meine Lesebrille auf und vergleiche die Inhaltsstoffe. Wenn im Ketchup zB. weniger Zucker zugesetzt ist, wird das Produkt mein Favorit.
      Aber der Geschmack ist dann irgendwie doch wichtig. 😉
      Liebe Grüße
      KK

  4. Große Auswahl – das ist für mich ein Problem, ich bin dann schnell überfordert, kann mich nicht entscheiden. Es passiert mir dann öfters, dass ich gar nichts kaufe, was irgendwie auch wieder frustriert. Im Grunde sind frühere Generationen in der Hinsicht zu beneiden, da gab es diese Auswahlmöglichkeiten nicht und man hat einfach den gewünschten Artikel gekauft. Um was ich übrigens die Frauen früherer Generationen beneide, ist die Selbstverständlichkeit mit der sie älter geworden sind. Die machten sich keine Gedanken um Diät, verjüngende Make-up-Techniken oder gar Optimierungen von Gesicht und Körper.

    1. Das stimmt, ich beneide jüngere Generationen auch nicht. So viel Druck und Erwartungen. Und dann noch unser aller „Erbe“ in Umwelt und Wirtschaft. Diese lang entwickelte Verkrustung ist echt nicht lustig.
      Ich verstehe nur nicht, warum Tendenzen wie zB. Instagram sowas noch verstärken. Warum sehen das so viele so unkritisch? Ich bin ja ein großer Fan vom Mittelweg, so ganz wie früher wird nich klappen, aber man wünscht sich für die zukünftigen Generationen auch ein wenig mehr Leichtigkeit.
      Danke für den interessanten Denkanstoß!
      Liebe Grüße
      KK

  5. … und das Schlimmste : Du hast endlich deine Favoriten gefunden … und die fallen kurz später aus dem „Programm“ oder werden verschlimmbessert :-(.
    E-Auto-Abenteuer haben wir schon Anfang 2019 zugunsten des Hyundai KONA entschieden, und nicht bereut.
    Zumindest damals gab es noch grosszügige Probefahr-Angebote der Händler.
    Mittlerweile ist leider soviel FalschInfo ( bewusst oder unbewusst ) unterwegs, das der Entscheidungsprozess
    warscheinlich eher schwieriger geworden ist.
    Stehe jedem mit meinen Tipps / Erfahrungen zur Verfügung 😉

      1. Hi, ja sehr 😉
        Fahren macht grossen Spass…. auch wenn sich das UnterwegsSein insgesamt etwas ändert :
        Du fährst entschieden langsamer, das fehlende Röhren ( des Diesels bei uns ) schaft eine
        entspannte Atmophäre. Wir wählten bewusst den kleineren Akku ( 39 kw ) ,
        wirtschaftlich die bessere Wahl gegenüber der grossen Ausführung.
        Analysiere dein Fahrverhalten möglichst objektiv, Reichweitenangst ist sehr oft unbegründet.
        Und nach ein paar Fahrten fallen auch alle irgendwie gearteten Ängste weg 🙂
        Ein engangiertes Autohaus zu finden ist das grössere Problem ….
        Also Probefahren, was das Zeug hält…. bei den momentanen Zuschüssen preislich wirklich attraktiv

        1. Oh ja, das mit den Autohäusern habe ich heute auch bemerkt. Das werde ich morgen auch im Blog thematisieren.
          Meine Bedürfnisse habe ich mir klargemacht, daher auch die Eingrenzung auf die Kleinwagen. Reichweite ist auch für mich nicht überwichtig, aber auch nicht unter 250 km. Und da ich früher schon sehr zufrieden mit BMW war, wäre der i3 dann doch mein Hauptkandidat. Leider scheinen hier bei uns die Händler keine Abschlüsse machen zu wollen und warten auf ihren Winterschlaf und aufs Jahr 2021.
          Danke für die Infos!
          Liebe Grüße
          KK

          1. Der KONA ist mittlerweile gut verfügbar…. auch weil in Tschechien eine zusätzliche Produktion aufgebaut wurde.
            Also fast zum Mitnehmen. Reichweite des kleinen Akkus : 290 km, je nach Fahrstil bissl mehr oder weniger.
            Das vorbildlichste Autohaus im Bereich E-Mobilität sitz in Landsberg am Lech.
            Da fahren sogar Leute aus Schleswig-Holstein hin, ihr neues Auto abzuholen

            1. Ah Danke! Ich habe ihn mir gerade mal angeschaut, es ist aber leider ein SUV, und das ist für mich nicht wirtschaftlich. Mir reicht ein Klein- bis Kleinstwagen.
              Liebe Grüße
              KK

  6. Ich würde mit dem E-Auto noch warten. Ich glaube, daß diese Technik übersprungen wird und von Sauerstoff abgelöst wird.

    1. Leider werde ich nicht mehr warten können, denn mein altes Auto macht Faxen. Da wurde mittlerweile so viel Geld in Werkstätten versenkt, das muss nun erneuert werden. Ich habe es schon extrem hinausgezögert. Und die Zeit bis sich das dominante System herauskristallisiert habe ich leider nicht mehr.
      Liebe Grüße
      KK

  7. Hallo,

    Wir haben vor 3 Jahren nach E-Autos geschaut, was damals noch preislich uninteressant war. Der Zoe war damals auf Grund der „klapprigen“ Verarbeitung raus.

    Jetzt schwankten wir zwischen dem oben erwähnten Kona und dem i3. Da bis auf den i3 alle Lieferschwierigkeiten haben (erst wieder 2021 zu kriegen…) haben wir für den i3 unterschrieben. Freu mich schon 😊

    Herzliche Grüße
    Karen

  8. Hallo Herr Konsumkaiser, ich fahre den i 3 nunmehr seit 4 Jahren und ich liebe ihn sehr. Finde auch den Service bei BMW angenehm, zumindest meistens. Ein für mich nicht unwichtiger Aspekt, Leihwagen bei Reparaturen und anständiger Umgang miteinander, ich habe da schon einiges Unschönes erlebt- BMW sticht eher positiv heraus bei der Kundenorientierung. Der i3 ( ich habe noch die erste Version) ist nicht der Reichweitenkönig, besonders im Winter nicht. Für mich innerhalb der Stadt (Berlin) kein Problem, aber man sollte es bedenken, weil die Ladenetze unterwegs spärlich und schlecht sind. Ich lade meinen zuhause an der normalen Steckdose über Nacht auf, das reicht für den Stadtverkehr immer. Nachteil des i3 wenn jemand empfindlich ist: durch die schmalen Räder wirkt er manchmal wackelig und windanfällig. Für mich kein Thema, mein Mann mag das garnicht, ihm wird davon leicht übel.
    Insgesamt kann ich ihn fast uneingeschränkt empfehlen und die neuen Modelle haben auch mehr Reichweite. Und das Vergnügen, irgendeinen Angeber an der Ampel mit dem schnellen Start zu verblüffen gibts dazu. ( ist nicht sehr sozial , ich weiß, aber mir macht es trotzdem manchmal Spaß) Wünsche eine gute Entscheidung!
    Herzliche Grüße
    Sandra

    1. Haha, ich verstehe dich voll und ganz! 😉 Danke für den anschaulichen Bericht. Mein Eindruck vom i3 ist genauso, und ich mag ihn sehr. Mal sehen. 🙂
      Liebe Grüße
      KK

  9. Kommt denn auch ein Hybrid in Frage? Das Aufladeproblem würde mich abstrecken.
    Habe aus Neugier den neuen Honda Jazz getestet und fand ihn genial. Keine Dose notwendig und sehr üppige Ausstattung mit fast allem pipapo. Länge 4,04 m sollte passen…das Video finde ich sehr informativ

    Halte uns bitte auf dem laufenden 😆

    1. Hallo Charlotte! Hybrid habe ich für mich ausgeschlossen. Die Ladeinfrastruktur ist hier schon sehr gut ausgebaut, alle meine Wege und Urlaub in Holland sind gepflastert mit Ladestationen. Ich halte eich gern auf dem Laufenden, ich finde eh, man findet viel zu wenig echte Erfahrungsberichte zu diesem Thema, aber viele Halbwahrheiten.
      Liebe Grüße
      KK

      1. Den Luxus der E-Tanken-Verfügbarkeit habe ich in meiner Stadt noch nicht kennengelernt, selbst in der Sammelgarage im Haus gibt es keine Möglichkeit zum Laden. Unsere Urlaubsziele sind auch eher Langstrecke, da bin ich lieber für alle Fälle gerüstet.
        Dann suche die das richtige Autohaus aus und freu dich auf deinen neuen Kumpel 😉

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.