LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 07.02.2020

Das Trendbarometer gleitet geschmeidig in das neue Jahr, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

 

Himmel und Hölle

Meine Güte, in dieser Woche ist aber auch wieder was los! Fassungslos schaut man sich ein Schauspiel nach dem nächsten an, egal ob USA, Thüringen oder Assange, man kann kaum noch zwischen einem übertrieben schlechten Hollywoodfilm und der Realität unterscheiden.

Mitten in Europa geschieht es, dass Julian Assange (jetzt erst) bestätigt bekommt, was alle wohl längst geahnt haben: Alles manipuliert, alle Vorwürfe konstruiert, alles um Nachahmer abzuschrecken. Die Wahrheit wird es also in Zukunft noch schwerer haben ans Tageslicht zu kommen, und Halbverrückte und Verbrecher lachen sich ins Fäustchen, oder werden von irgendwelchen Impeachment-Verfahren „freigesprochen“. Meine Güte, wäre das alles ein Film, ich hätte bereits wütend das Lichtspielhaus verlassen.

Da wundert man sich ja kaum noch über die Posse in Thüringen, die unserer Demokratie (wieder einmal, muss man schon sagen) einen fiesen Tritt ins Hinterteil verpasst hat.

Den 5. Februar 2020 sollten wir uns ins Notizbuch schreiben. Der Tag, als sich die Geschichte auf unheilvolle und höchst seltsame Weise wiederholte. Als Rechtsradikale so viel Einfluss nahmen, dass sie den Politikbetrieb in Deutschland für ein paar Stunden als Kasperltheater dastehen ließen. Als Politiker wieder einmal das Unwort „Politikverdrossenheit“ vergaßen, und sich wie Kinder um das Krokodil und den Kasperl scharten, und mit dem Nudelholz tapfer auf jeglichen gesunden Menschenverstand einprügelten.

Dann wird Schadenbegrenzung betrieben, aber in meinen Augen ist es zu spät. Die AfD nimmt derweil grinsend zig neue Wählerinnen und Wähler in den Arm und freut sich über ihr intrigantes Spiel, das so durchschaubar war, und das diese Politiker in Thüringen offenbar nur zu gerne mitgespielt haben. Pfui!

Was die FDP anbelangt, so war der Abend am Mittwoch bezeichnend, als Lindner herumeiernd und nichtssagend, diese Situation sozusagen erst einmal goutierte, und wieder eindrucksvoll demonstrierte, wozu diese Partei eigentlich taugt: Zu nichts. In der CSU positioniert sich Söder als neue Hoffnung der Demokratie und bekommt glänzende Augen, da seine Chancen auf eine Kanzlerkandidatur wachsen, während Frau Kramp-Karrenbauer wohl lieber nun doch an ihrer nächsten Karnevalsrede tüfteln dürfte, als an einem großen Dankeschön für die Wahl zur Königin von Deutschland.

Was habe ich zu Anfang geschrieben? Himmel und Hölle? Wohl mehr Hölle als Himmel derzeit…

 

 

Kunst in Essen

Das Museum Folkwang in Essen ist in Deutschland recht bekannt, denn es beherbergt eine imposante Sammlung moderner Kunst. Das Besondere: Der Eintritt in die Daueraustellung ist schon seit geraumer Zeit kostenlos. Ein Angebot für die Bürger, die in der traditionellen Arbeiterstadt Essen oftmals ganz andere Sorgen hatten, als sich durch Kultur inspirieren zu lassen.

Der kostenlose Eintritt funktioniert aber ganz wundervoll, die Essener Bürgerinnen und Bürger strömen geradezu ins Museum, und das kostenlose Angebot wird auch weitergeführt. Noch von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gefördert, demnächst aber dauerhaft von Stadt und Land.

Ein schönes Zeichen, Kultur soll für alle da sein. Und wenn das so gut angenommen wird, die Besucherzahlen haben sich seit dem kostenlosen Eintritt mehr als verdoppelt, gibt das doch ein wirklich tolles Feedback.

 

 

Kleingeld?

Gestern im Supermarkt. Zwei Kunden vor mir an der Kasse. Alle zahlen Bar. Alle haben ein gut gefülltes Kleingeldfach im Portemonnaie, und alle mussten gefühlte zwei Stunden darin herumwühlen, bis sie endlich die drei Euro zweiundfuffzich zusammengekramt hatten.

Ich bin wirklich nicht für die Abschaffung des Bargeldes, aber das kleine Geschrubsel darf gerne verschwinden. Was das den Handel kostet, was das Nerven kostet. In einigen Supermärkten kann man aufrunden lassen, und der Differenzbetrag wird gespendet. Das mache ich immer.

Meine Kreditkarte ist auch so eingestellt, dass ich jede Zahlung automatisch aufrunde, der Differenzbetrag geht an den WWF. Auf meinen Kontoauszügen gibt es fast nur noch glatte Zahlen. In meinem Portemonnaie herrscht im Kleingeldfach gähnende Leere.

Irgendwo habe ich noch so eine Art „Sparstrumpf“. Darin sind seit Jahren gesammelte Centmünzen. „Wer den Pfennig nicht ehrt…“ und so weiter. Aber gib das mal irgendwo ab? Das kostet eine Menge Geld. Kleingeld ist mittlerweile so unbeliebt, und dennoch halten alle daran fest, als begründe darauf das Erbe der Menschheit.

In Holland bin ich ja öfter, und dort gibt es die Minimünzen nicht mehr (neben einigen anderen Ländern). Da wird ohne Murren auf- oder abgerundet. Hier bei uns poppen schlagartig Verlustängste auf, man könnte ja übervorteilt werden. Der Handel will sich nur dumm und dämlich verdienen. Und wenn ich an der Kasse beim Kauf von Toilettenpapier und Doppelkorn endlich meine Paybackkarte rausgesucht habe, will ich gefälligst auch noch zehn Minuten Centstücke zählen, bevor ich sie der Kassiererin wortlos aufs Kassenband schmeisse? Umpf! Weg mit dem Kleingeld. Und ganz nebenbei: Geld ist eklig und mit mehr Mikroben besiedelt als ein gewöhnliches Klo.

 

 

Kosmetik DIY

OMG! was ich da wieder in den Weiten des Internets gefunden habe. Antifaltencreme zum Selbermachen. Öl und Vaseline, schlag ein Ei rein und druff auf die Haut. Wenn der Cremetopf leer ist, sollen auch die Falten weg sein. Yeah! Und ich glaube, es haben schon etliche Menschen ausprobiert. Wo ist das Emoji mit dem Brett vor dem Kopf?

 

Und nächste Woche zeige ich euch dann, wie ihr mit einer Heizung und einer Packung Schinken eine ganz natürliche Bio-Botox Sheetmask anfertigen könnt:

 

 

 

 

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Wiki Commons, Pixabay    Keinerlei Sponsoring)


22 Gedanken zu “LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 07.02.2020

  1. Das DIY Video habe ich mir gerade angeschaut.
    Wichtig ist die Zutat: „ei Ei“.

    Zum Glück gab es Untertitel.
    Sonst hätte ich gar nichts verstanden… 🙂

    Schönes Wochenende allen.

  2. Ich schmeiß mich weg, Botox DIY😂Aber ein bisschen „ei ei“ mit dem richtigen Menschen könnte doch durchaus Stress abbauen und uns dadurch entspannter wirken lassen. Ich grins immer nur bei vielen Titeln auf YT. Danke für die Morgenlektüre und schönes Wochenende an alle

  3. 😂 Ich habe gestern um die Mittagszeit im Supermarkt erlebt, dass einem Kunden nach dem Einkauf von Toilettenpapier und Doppelkorn noch 20 Cent fehlten. Der genervte folgende Kunde, der schon nervös mit den Hufen gescharrt hatte, bis sein Vordermann endlich die sechs Euro fünfundvierzig abgezählt hatte, streckte der Kassiererin das fehlende Geldstück hin, um die Prozedur abzukürzen und dem Kunden auszuhelfen. Aber das wollte dieser nicht auf sich sitzen lassen :“das geht doch nicht!“ Und die Kassiererin „ach bitte, das müssen Sie doch nicht“ und der genervte Kunde „jetzt nehmen Sie es doch, damit das hier weiter geht“ Und bis das Ganze hin und her sich aufgelöst, der Kunde die Gabe akzeptiert, sich gerechtfertigt und seinem Spender gedankt, dieser sich ebenfalls für seine Ungeduld entschuldigt, seine Eile erklärt und auch die Kassiererin ihrerseits das Ihrige zu der Situation beigetragen hatte, waren weitere fünf Minuten vergangen.

    Auf die Diy-Maske mit Schinken freu ich mich. Meinst du, das klappt auch mit Kernrauchschinken von Edeka und meiner Fußbodenheizung…🤔?

    Einen wunderschönen Freitag für alle!

  4. Hab mich grad schlapp gelacht über die Botox Sheet Mask 😂

    Du schreibst, den 5.Februar soll man sich im Kalender anstreichen.
    Ganz genau das gleiche habe ich am Mittwoch auch gedacht, das war ein Meilenstein. Es offenbarte auch so viele Charaktere der Beteiligten. Bisher war ich zwar des öfteren entsetzt über die politische Entwicklung insbesondere in Südostdeutschland, aber irgendwie war das auch weit weg für mich in Hamburg.
    Aber am Mittwoch ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen – so fing das damals in den 20er und 30er Jahren auch an und als es realisiert wurde, war es zu spät. Ich sehe schreckliche, schleichende Parallelen und das macht mir Angst.

    1. Ich möchte gerne ergänzen, dass die politischen Verhältnisse eher mit denen in Frankreich ab der Neunziger vergleichbar sind, und es ist nicht unmöglich, dass auch hier auf manchen Ebenen italienische Verhältnisse auftreten.

      In wirtschaftlicher Hinsicht gibt es realistisch betrachtet keine Parallele zu den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts – der Erste Weltkrieg war nicht lange her, es fehlten viele Arbeitskräfte (im Krieg gefallen), die Wirtschaft lag darnieder, es gab Ende der Zwanziger eine galoppierende Inflation (nicht nur in D) usw..

      Man steht jetzt sehr gut da, selbst in der derzeitigen, leichten Rezession, s. z. B. hohe Beschäftigungszahlen (auch wenn man über die Bedingungen für etliche Berufszweige diskutieren könnte; anderen geht es aber sehr gut).

      Derzeit leben wir in Zeiten, die m.E. zudem eher von Deflation geprägt sind (hier streiten sich die Wirtschaftler), und die Notenbanken bemühen sich um die Zinsen, damit die Verschuldung der Staaten nicht weiter ansteigt (sonst würden auch wieder höhere Steuern nötig, s. Teufelskreis). Hier steckt – grob und sträflich verkürzt gesagt: – viel eher eine Art Umverteilung, nämlich von den Bürgern zu den Staatshaushalten. Wer hat sich nicht schon geärgert, dass es auf dem Sparkonto nicht mehr die schönen Zinsen der Siebziger oder Achtziger gibt?

      Was man beobachten kann, ist ganz selbstverständlich die Thematisierung des Negativen und der Differenzen in den Medien. Daher auch der auf Realitätsverzerrung beruhende Eindruck, dass es allen schlecht geht, außer einem selbst (war kürzlich eine Meldung).
      Natürlich berichten Medien darüber, weil dies in der Regel unterkomplex ist, d.h. einfach zu erklären ist.

      Aber derzeit schreiben sich die Nachrichten wirklich ganz von alleine – Hochzeiten für den Journalismus.

  5. Bei der Maske weiss ich nicht, soll ich lachen, weinen, oder mir nicht doch besser das Ganze am Ende auf das Brot schmieren? (Ein belegtes Brot mit Schinken, ein belegtes Brot mit Ei! )
    Das toppt vieles, was ich bisher gesehen habe und ich hab schon viel gesehen.
    Hier in der Schweiz haben wir schon lang keine Münzen kleiner als 5 Rappen. Und was soll ich sagen? Es geht wunderbar. Aldi und Lidl haben zwar. -,99 Preise, aber an der Kasse wird am Schluss immer auf den nächsten 5 Rappen Betrag abgerundet. Funktioniert auch bei Obst und Gemüse wunderbar. Man muss dem Deutschen Verbraucher das System vielleicht nur schmackhaft machen, dass er „bis zu 4ct pro Einkauf“ sparen kann.
    Wetten, dann wollen alle das neue System?

    1. Das würde mit Sicherheit gut funktionieren. Solange nur ABgerundet wird, sind alle zufrieden. Aber das dauert sicher noch. Hier geht ja alles nur noch im Schneckentempo. 😖
      Liebe Grüße!
      KK

      1. Also bei uns in der Kantine wird grundsätzlich aufgerundet – zu Ungunsten des Kunden versteht sich. Mit Rechenregeln braucht man denen nicht zu kommen, so viele deutsche Wörter verstehen die nicht (wollen nicht?!).

        Ich finde das viele (!) Kleingeld, dass sich im Laufe der Zeit so ansammelt nervtötend und mir würde ein Wegfall einiger Münzen nichts ausmachen.

        Das „politische Desaster“ hat mich heute Morgen zu der freudigen Erkenntnis geführt, dass es immerhin ein Gutes hatte: Ich habe schon länger nichts mehr von Nerv-Greta in den Medien gehört.

        Was die DIY-Sachen angeht: Ich halte es da mit primula:
        Ein belegtes Brot mit Schinken. Schinken! Ein belegtes Brot mit Ei. Ei!

        In diesem Sinne – schönes (eisgekühltes?!) Wochenende!

  6. In meinem Portemonnaie hab ich nie nennenswert viel Kleingeld, ich geb das immer aus. Mir macht es sogar Spaß, ein bisschen zu rechnen, um einen Betrag zu geben, der Sinn ergibt. Die verbreitete Ungeduld an der Kasse und anderswo finde ich schade. Es gibt eben langsamere Menschen. Ein paar Minütchen länger einkaufen — wo werden die wohl fehlen… 😉

    Das politische Desaster ist für mich auch keins. Wir habens doch gemerkt und gehandelt.

    1. Liebe Thorlane, solange diese gefährliche Partei bei Wahlen derart viele Prozente erreicht, haben viele die Gefahr eben nicht bemerkt. Oder es ist schlimmer: es ist Ihnen egal. Oder es ist noch schlimmer: sie wollen das so!
      Und wenn dann die sogenannten bürgerlichen Parteien mit denen gemeinsame Sache machen, werden verheerende Zeichen durch Verharmlosung gesetzt!

      1. Ich nehme eher an, „die wollen das so“.

        Irgendwann wird man sich damit abfinden müssen, trotzdem gescheite Politik zu machen, indem man über die Parteigrenzen hinweg – selbstverständlich unter aktiver Umgehung jener gewissen Partei – Bündnisse sucht und findet. Da müssen sich dann alle mal in den verschiedenen Sachfragen zusammenraufen. Kompromisse gehören dazu (nicht mit jener gewissen Partei).

        Allerdings kann man sich zwar ärgern, wenn man von ‚denen‘ gewählt wird, denn dass man gewählt wird, kann man kaum verhindern – aber was man daraus macht, ist noch einmal eine ganz andere Frage: man müsste ein solche Wahl nicht annehmen (vorsichtig formuliert).
        Das Hirn einzuschalten wäre so schlecht nicht (gewesen), das kann man auch jetzt noch machen.

        Mannmannmann, da haben sich aber welche gründlich am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. 🙄

        1. Jetzt mal völlig quer gedacht, ohne Wertung, von der politischen Geschäftsordnung her – und vielleicht auch von der Mehrheit der Wähler so gewünscht:
          mit etwas gutem Willen könnte der thüringische Ministerpräsident doch einen grünen Umweltminister ernennen, einen Sozialminister der Linken, einen Innenminister der CDU, einen Wirtschaftsminister der FPD, einen Integrationsminister der SPD usw. Und alle regieren schön an einer gewissen Partei vorbei. Wenn die mal mitstimmt für einen Gesetzesentwurf, kann man nichts dagegen machen, aber deren Ideen kann man schön ins Leere laufen lassen.

          Neuwahlen würden jene gewisse Partei doch sehr stärken, die FDP wäre raus (Dummheit muss ja wehtun und wird es in diesem Fall), die CDU würde heftig verlieren.

          Aber der Mensch ist, wie er ist (sprich: dass dies derzeit möglich wäre, glaube ich nicht). Also Neuwahlen.

      2. Die Partei — finde ich nicht gefährlich. Ich glaube sogar, dass sie zu einer gewissen politischen „Wachheit“ beiträgt (vorauseilende Anm.: Ich wähle seit Jahren Grün.) Gefährlich finde ich, dass so viele Menschen darauf verzichten, selbst zu denken.

        1. Diese Ansicht kann ich absolut nicht teilen.
          Wie gefährlich sie ist und dass sie vor nichts zurückschreckt, hat sie ja gerade eben erst bewiesen.
          Und Björn Höcke, der Geschichtslehrer (unfassbarerweise immer noch im Beamtenstatus) wusste genau, was er tat! Der Personenkult um ihn, sein Duktus und Auftreten erinnern nicht von ungefähr an Goebbels.
          Es ist schon bezeichnend, dass man ihn mit gerichtlichem Segen Faschist nennen darf.
          Jegliche Verharmlosung der AfD halte ich inzwischen für sträflichen Leichtsinn.

    2. Mein Kleingeld gebe ich auch immer aus, und vertreibe mir die Zeit in der Warteschlange an der Kasse mit der Berechnung des genauen Betrags und dem sinnvollen Zusammenstellen der Kleinbeträge. Oder noch eine Möglichkeit: wenn niemand hinter einem steht, mit freundlich-leuchtenden Augen die Kassierin fragen, ob sie vielleicht Kleingeld benötigt. Wenn man freundlich fragt, will sie das meistens auch.

    3. Was das politische Desaster angeht, so haben wir nicht „bemerkt und gehandelt“, sondern wir sind über eine Woche lang hinters Licht geführt worden. Es liegen Beweismittel vor, die verdeutlichen, dass dieses „Spielchen“ schon mindestens eine Woche vorher geplant war.
      Ich bin ja ein Fan von Symbolpolitik, das erwähne ich hier oft, und was damit an den Wähler übermittelt wird, ist „Fuck you!“ Mehr nicht. Desaströser geht es kaum noch, wenn man das im geschichtlichen Kontext sieht.
      Wahrscheinlich ist vielen Menschen die Tragweite dieses Unterfangens noch gar nicht bewusst. Lug und Trug nur bei Donald weit weg? Nee, hier vor der Haustür. Und hinterher den Dreck schnell wegräumen, damit nicht all zu viele es bemerken? Schlechter Stil, und bezeichnend für so viele Politiker, die hier mal für kurze Zeit offenbar ihre Maske fallen ließen.
      Liebe Grüße!
      KK

  7. Das politische Desaster = der (ex ) Ministerpräsident bekommt für einige Stunden Amtszeit einen vollen Monatsbezug – ca. 17.000€ – dann noch für ein halbes Jahr Übergangsgeld natürlich mit pauschalen Spesen und Auslagen, diversen Zuschlägen. Das wird den Steuerzahler rund 100.000€ kosten……Unfassbar. Natürlich zahlt er auch nicht ins Sozialversicherungssystem ein.
    Auch hier denke ich wieder an die französische Revolution, wird mal wieder Zeit für so was.
    Wie wird hier ein fleissiger Arbeitnehmer behandelt, der unverschuldet zum Arbeitsamt muss ??
    Das muss ich hier wohl niemanden erklären. Leider, und das ist ein dickes leider, kann man wohl nicht die Frösche bitten den Sumpf trockenzulegen. Wir bezahlen das alle, aber für Schulen, Strassen, Brücken, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegepersonal fehlt das Geld und der deutsche Michel lässt sich das auch noch gefallen. Unfassbar blöd.

    Was muss ich machen, das die Kreditkarte rundet und eine Spende an den WWF geht ? Die Bank fragen ? Super Idee, will ich auch haben.

    1. Ich verstehe die Hintergründe, dass man die verfahrenen politischen Verhältnisse schnell verbessert sehen will, sehr gut. Früher® war es doch schöner, wenn sich die CDU und die SPD um die Vorherrschaft balgten und zwei kleinere Parteien das Quartett ergänzten, und alles grosso modo recht friedlich seinen Gang ging (bitte jetzt nicht an Strauß denken 😎).

      Es strahlt doch aber etwas Hilflosigkeit aus, wenn man blutig-radikale Umstürze wünscht. Bitte bedenken, dass in solchen Zeiten das Recht des Stärkeren/Skrupelloseren gilt. Dann sind die Stärkeren sind die Radikaleren, die die keine Bedenken haben, jemanden körperlich zu attackieren. Bitte auch mal vom Ende her denken: Der Ausgang wäre keineswegs gewiss eine Demokratie.
      Ich bin eigentlich ganz froh, in einem Rechtsstaat zu leben. Die Revolution, die die Verhältnisse gebessert hat, muss man mir noch zeigen. Geht das nicht auch anders?

      Natürlich ist das Murks, wenn der MP für die Zeit, die er im Amt bleiben wird, solche Ansprüche erhält: Tümpel/Frösche (richtig gesehen). Könnte man thematisieren, könnte man ändern.

  8. Liebe Hasio815,
    ich lese Deine Kommentare sooooo gerne, bin ganz bei Dir, habe aber auch keinen anderen Plan B parat. Alles einfach schrecklich. „Zur Strafe“ bin ich den ganzen Tag bei schönstem Sonnenschein unterwegs gewesen und habe eine süße Kleinigkeit in einer Apotheke gefunden : von der Firma NUXE das Trockenöl farblos 10 ml, das Öl mit Schimmer 10 ml und eine Anti-Aging Creme 15 ml für 5,90€. Es gibt verschiedene Cremes/Reinigung/Öle in der Komi 3 Teile aussuchen für 5,90€. Da ich das Öl schon lange auf dem Schirm hatte, war das die Gelegenheit, ich dachte 5,90€ kostet nur ein Fläschchen Öl. Bin so begeistert, das ich da wohl noch mal hinfahre und mehrere 3er Sets als Mitbringsel für Freundinnen kaufe. Dann habe ich nach langem Suchen endlich einen Lack gefunden der die Nägel wirklich weißer macht von ANNY „no more yellow nude“. Herrlich, ein schöner Tag, nun denke ich nicht mehr an die Politik, da kann man sich ja den ganzen Tag versauen. Ich glaube, ich sollte mich politisch ausklinken, das gibt nur Falten.
    Über die Eiercreme habe ich mich mal wieder schlappgelacht, das reisst alles raus.
    Allen hier ein gutes Nächtle, gehe jetzt Bares für Rares schauen.

  9. Mein Kommentar bezog sich nicht auf die Landtagswahlen, bei denen wirtschaftliche Gründe mit Sicherheit immer eine große Rolle spielen, sondern nur auf die Wahl des Ministerpräsidenten am Mittwoch, bei der es den Wahlberechtigten und ihren Strippenziehern nur um Macht und Kalkül ging. Da wurde die Demokratie mit Füßen getreten und der Volkswille komplett ad absurdum geführt. Für einen Moment haben viele Politiker ihre hässlichsten Fratzen gezeigt, bevor sie sich schnell anders positionierten und wieder aalglatt präsentierten. Ich mag es mir nicht vorstellen, was wäre, wenn der Aufschrei in Medien und Bevölkerung nicht so groß gewesen wäre und die gewählten Volksvertreter mit diesem Staatsstreich durchgekommen wären.

    1. Klar ist das erschreckend. Wir sind da gar nicht so weit auseinander, finde ich.

      Damit kommen sie ja glücklicherweise nicht durch, wie man sieht. Zumindest nicht auf der Landesebene. Auf kommunaler Ebene sind die Verhältnisse noch einmal anders.

      Um Macht geht es ja immer, und wenn es nur darum geht, die Macht zu haben, eine in den eigenen Augen gute und richtige Politik zu betreiben, das muss ja nicht per se schändlich sein.
      Wer weiß bei diesen Wahlergebnissen schon genau, was der so genannte „Volkswille“ ist (ein bisschen gefällt mir persönlich auch das Wort nicht).
      Allerdings sollte man sich gut mit der Geschäftsordnung des jeweiligen Parlamentes auskennen und die eigene Strategie entsprechend planen und überlegen, wie die Aktionen interpretiert werden können.
      Vielleicht wäre es nicht so blöd gewesen, die Landesministerien mit etlichen Vertretern der gemäßigten Parteien besetzen zu wollen und in Sachfragen sich Mehrheiten zu suchen; das hätte man entsprechend positiv kommunizieren können, wenn man klug gewesen wäre, zumal die Verhältnisse nach der Wahl zum Krätzebekommen verfahren sind. Wenn man dann niedergeschrien wird, bitte, man hätte es dann wenigstens versucht, und die anderen hätten nicht gewollt.

      Problematisch für die Demokratie ist m.E. viel eher, dass es den gemäßigten Parteien nicht gelingt, die radikalen Ränder aus der Politik fernzuhalten.

      Das Hochkochen von Aktionen im Umfeld von Demonstrationen stimmen da eher bedenklich, und man hat den Eindruck, es gibt in der saturierten Gesellschaft, in der wir glücklicherweise leben dürfen, etliche auf beiden radikalen Seiten, die die Bestrebung hegen, endlich einmal wieder losschlagen zu dürfen (Hoooligans sind ja auch so eine Sache…).
      Ich finde, dies sollte man als gemäßigte Partei mit verbalen Auslassungen nicht weiter befeuern, und dies machen aber so einige mittlerweile. Gelinde gesagt ist dies dumm und nicht klug, denn die eigene, gemäßigte Partei wird dabei verlieren, und die nicht gemäßigten werden Stimmenanteile hinzugewinnen.
      Wie eigentlich doch immer, wenn Radikales hochkocht (Siebziger, Neunziger…), soll es heißen – wehret den Anfängen.

      Die Zwanziger sehe ich da immer noch nicht (wie gesagt treffen die weiteren Bedingungen so nicht zu), aber tun muss man etwas. Die Zwanziger heraufzubeschwören, scheint mir nicht so originell, wach und aufrüttelnd, wie es auf den ersten Blick wirkt; etliche Blätter schreiben dies auch, aber wahrer muss es deswegen nicht werden, nur weil viele das sagen. Tendenziell kann man aber leider für viele Bereiche sagen, dass durch den Diskurs in den Medien ohnehin der eher radikalere Gedanke weiter befeuert wird (einfacher Vergleich: eine vegetarische Freundin darf sich mobben lassen – von Veganern! 🙄 Anstatt dass man sie für den Schritt in die eigene Richtung lobt).

      Da Dummheit (respektive politische Kurzsichtigkeit) weiter verbreitet ist als Bosheit, gehe ich üblicherweise immer von der ersteren aus (auch wenn letztere existiert); ich nehme an, dass fragwürdige Aktionen im Landtag, wenn sie stattgefunden haben, auch noch ans Tageslicht kommen werden, und blicke neugierig-gespannt auf die nächsten Wochen.

      Einen schönen Sonntag noch!

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