HERR KK ERKLÄRT DIE WELT: AUSUFERNDE SHOPPING-ORGIEN

Shopping ist zu einer die liebsten Freizeitbeschäftigungen in unserem Kulturkreis geworden. Und gerade Onlineshopping boomt in letzter Zeit scheinbar unbegrenzt. Da kommt die Diskussion, ob man nicht wenigstens verpflichtende Rücksendekosten einführen sollte, doch genau richtig. Oder?

Shop till you drop

Onlineshopping ist eine Bereicherung. Auch für mich. In gewisser Weise. Was habe ich mich früher darüber aufgeregt, dass ich im Laden nie die Sachen finden konnte, die ich wirklich gesucht habe. Es endete oftmals mit erfolglosen Shoppingtouren durch mehrere Städte (im Ruhrgebiet ist das ganz natürlich, bei den vielen Großstädten, die eng beisammen liegen), Fehlkäufen, oder Kompromisskäufen, die man später bereute.

Online habe ich die buchstäblich große Auswahl, es gibt kaum etwas, das man nicht bestellen kann. Und ich rede hier nur von legalen Dingen.

Insofern ist Onlineshopping ein wahrer Segen. Unschön sind hingegen die Auswüchse des Onlineshoppings: Es entstehen mega Handelskonzerne, die eine unvorstellbare Macht entwickeln. Amazon ist zum Beispiel den meisten von uns unheimlich und ein treffendes Beispiel. Der stationäre Handel stirb dagegen aus, die Fußgängerzonen werden immer einsamer, und in den Shoppingcentern stehen immer mehr Ladengeschäfte leer.

Dafür haben die Paketdienstleister ständig Alarm. An allen Ecken und Enden schiessen neue Paketverteilzentren aus dem Boden, und immer mehr Pakete müssen von chronisch überforderten Paketfahrern zum Kunden transportiert werden. Mittlerweile sieht übrigens mein Hauseingangsbereich aus wie eine Paketannahmestation, da wir immer wieder Pakete für die Nachbarschaft annehmen, die von einer Paketstation wohl noch niemals etwas gehört zu haben scheinen. Pakete, Pakete, Pakete…überall. Pappe, Papier, Füllmaterial, Plastik, Müll. Der Papiercontainer in unserer Straße quillt regelmäßig über, er ist zum Schandfleck mutiert.

Da frage ich mich doch schon seit geraumer Zeit, ob man da wirklich so kopflos mitmachen muss, oder ob man die Bequemlichkeit nicht doch opfern sollte, um wenigstens ein wenig guten Willen zu zeigen?

Rücksendungen sind nicht kostenlos

Alle Welt fordert beim Onlineshopping kostenlosen Versand, und gerne auch kostenlose Rücksendemöglichkeiten. Doch hey, das ist prinzipiell ja Quatsch. Welcher Händler hat was zu verschenken? Natürlich ist der Versand im Preis mit drin, und die vielfachen Rücksendungen – in Deutschland wird jede 6. Bestellung zurückgeschickt – natürlich auch.

Leider ist es im Textil- und Schuhbereich wirklich gemein für den Konsumenten, denn es gibt sie nicht, die Standardgröße für Kleidung und Schuhe. Und da hat sich der Handel natürlich ein ziemlich faules Ei ins Nest gesetzt, denn nun bestellen alle mehrere Größen gleichzeitig, weil man ja nie vorher weiß, wie ein Stück von der Größe her ausfällt. Was nicht passt, wird problemlos und „kostenlos“ zurückgeschickt. Eine mega Verschwendung!

Um Müllberge und Klimabelastung zu reduzieren, könnte eine gesetzlich vorgeschriebene Rücksendegebühr helfen, erklären Wirtschaftsforscher der Universität Bamberg in einer am letzten Mittwoch veröffentlichten Studie. Schon eine Rücksendegebühr von rund drei Euro könnte die Zahl der Retouren um angeblich 16 Prozent senken, erwarten Online-Händler. Bei 490 Millionen zurückgeschickten Artikeln im vergangenen Jahr entspräche das etwa 80 Millionen Retouren weniger.

Ich persönlich tendiere schon eher zu den verordneten Gebühren, denn je problemloser die Rücksendung, desto weniger macht man sich über die ganze Sache Gedanken. Onlineshopping braucht meiner Ansicht nach eine gewisse „Ernsthaftigkeit“. Allein aus Bequemlichkeit und Freizeitlust heraus, sollten keine Probekäufe gemacht werden. Es sei denn, man hat sich vorher dazu seine Gedanken gemacht.

Trotzdem insgesamt ein schwieriges Thema, denn vergessen wir nicht die Menschen, die auf Onlinekäufe angewiesen sind. Man merkt, das ist ein weit gefächertes Thema, dem man mit irgendeinem Gesetzt höchstwahrscheinlich gar nicht so einfach gerecht werden kann.

Trotzdem ist der Denkanstoss auch bei mir angekommen. Ich frage mich seit einiger Zeit ständig, ob ich bestelle, oder doch offline kaufen kann. Wo es geht, vermeide ich mittlerweile die Bestellung, und es ist tatsächlich eine Umstellung. Aber beileibe keine Last! Alles durchaus machbar, denn früher klappte das ja auch. Allein… die Welt retten wir dadurch nun auch nicht wirklich, aber jeder kleine Beitrag zählt.

Wie haltet Ihr das mit den Onlinekäufen?

 

.

 

 

(Foto: Pixabay    Keinerlei Sponsoring)

 

 


66 Gedanken zu “HERR KK ERKLÄRT DIE WELT: AUSUFERNDE SHOPPING-ORGIEN

  1. Also bei mir hält es sich in Grenzen. Allerdings ist es doch oft so, wenn die Rücksendung kostenlos ist, dass man sich mehr zur Auswahl bestellt oder 2 Größen. Wenn Rücksendungen etwas kosten werden, könnte ich vermuten, dass Online-Einkäufe zurückgehen.

  2. Guten Morgen,
    Kleidung kaufe ich offline, vieles davon second hand, aber Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel kaufe ich regelmäßig bei IHerb.

    Hier vor Ort bekomme ich leider nichts, womit ich zurechtkomme. Als ich hierher gezogen bin, habe ich einiges ausprobiert, weil ich eigentlich nicht bestellen mag, aber die passende Pflege zu einem akzeptablen Preis ist mir wichtiger.
    Meine Päckchen werden an einen Laden ein paar Hundert Meter von meiner Wohnung geliefert, kann ich bequem nach der Arbeit abholen.
    In der Regel sind meine Päckchen nur 4 Tage von USA bis Israel unterwegs, finde ich spitze.

    Wenn ich in Deutschland Familie besuche, bestelle ich vorher, was ich sonst noch so brauche bei amazon. Ich mag die kurze Zeit mit meiner Familie nicht mit Einkaufen verschwenden.

  3. kostenlose Rücksendung ist für viele Einkäufer ein Freibrief . Wenn es nicht gefällt, wird es zurück geschickt. Ich gebe zu, ich kaufe auch ganz gut im Net ein.Allerdings keine Klamotten , wegen der Grössen .Ich bewege mich zwischen 38 und 40. Ist mir zu stressig.Hauptsächlich Kosmetika und Bücher.
    Schönen 3. Advent

  4. Guten Morgen und einen schönen Sonntag!
    Genau diese Gedanken mache ich mir auch seit einiger Zeit – und möchte mein „online-shopping-Verhalten“ ändern. Kleidung kaufe ich mittlerweile wieder vor Ort – und es macht Spass! Klar, so viele Rabatte wie online gibt es nicht – aber ich kaufe nur dass, was ich möchte/brauche. Online kaufe ich meistens mehr – die „Versandkosten-frei-Grenze“ muss ja geschafft werden 😉

  5. Guten Morgen KK.
    Ich finde auch,dass es es Wahnsinn ist, wie viel bestellt wird.
    Ich nehme mich hierbei nicht raus. Mit 2 Kindern fehlt die Zeit shoppen zu gehen.
    Meine Versuche mal wieder in ein Einkaufscenter zu gehen, endeten jedes Mal mit dem Fazit, dass ich mit das hätte sparen können. 2h umsonst umherlaufen durch die vollen Geschäfte mit dem Ergebnis, dass oft die gesuchte Größe nicht verfügbar bzw. die Auswahl gering bzw. deutlich geringer als im Onlineshop war. Was mich dann wieder zum Bestellen führt. Leider ist es so, dass vieles unterschiedlich ausfällt oder es zum Teil unmögliche Schnitte hat. Wir haben nun mal nicht alle den „Standardkörper“. Dennoch bestelle ich nur 1 Größe, versuche mich an den Größenempfehlungen, sofern vorhanden, zu orientieren und die Bestellung überschaubar zu halten. Schuhe insbesondere Kinderschuhe kaufe ich eigentlich immer vor Ort.
    Also ich bin da mit den Rücksendekosten hin und hergerissen, wobei es einige Onlineshops schon so handhaben. LG

  6. Guten Morgen.
    Ich kaufe ganz gerne im Laden ein. Bei Klamotten und Büchern brauche ich einfach die Haptik und alles drumherum.
    Kosmetik ist ein schwierige Thema; das meiste, das ist benutze gibt’s nicht anders als online. Oder ist für mich nicht anders erreichbar.
    Allerdings macht mir bei manchen Dingen das online shoppen auch echt Spaß und es ist doch auch oft eine fast schon kindliche Freude ein Päckchen auszupacken.
    Rücksendungen habe ich so gut wie keine und ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man auf die Idee kommt mehrere Paar Schuhe (gleiches Modell) zur Größenauswahl zu bestellen. Eine Bekannt erzählte mir neulich von 5 Paar, die sie so bestellt hat, weil es ihr zu blöd war in den Laden zu gehen. So etwas ist mir total fremd und da bin ich schon auch für eine Gebührenpflicht. Allerdings sollte irgendeine Regelung her, dass Vielbesteller oder diese „große Menge zum Auswählen“-Besteller zur Kasse gebeten werden und nicht der Gelegenheitsbesteller. Oder ein Modell mit unterschiedlichen Gebühren..
    Dann wird’s aber halt schon wieder kompliziert…

    Gestern habe ich ein kleines Döschen Rouge geliefert bekommen (habe ich im „stationären Handel“ nicht bekommen). Geschickt wurde es in einem riesigen DIN A4-Karton in Handbreitenhöhe.
    Bei sowas geht’s dann aber auch schon los – das dürfte m.E. auch nicht sein!
    Da sind also auch die Versender irgendwie in die Pflicht zu nehmen.

    Schönen dritten Advent!

  7. Guten Morgen, ich kaufe Schuhe nie online. Das ist so schwierig schon im Laden etwas zu finden, und dann noch online? Nein danke.Online nur Kleidung, wo ich weiss, es passt zu 99 Prozent und Kosmetik. Amazon Spielzeug. Rücksendung von ca 20 Paketen (mit meinem Mann zusammen) im Jahr evt 3? Aber nur bei Kleidung. Ich war erstaunt, wie mein Bankkonto wächst, da ich seit 2 Monaten keine Kleidung eingekauft habe. Gut, ich gebe auch nur 50 bis 100 Euro im Monat aus, aber das läppert sich schon zusammen. Und ich überlege es mir auch 2x, ob ich das wirklich benötige. Aber es gibt sicher genügend, die aus Langeweile ordern und dann wieder zurück senden. Viele Firmen verrechnen aber schon Pauschalen, da denkt man auch darüber nach, ja oder nein oder sucht man lieber im Handel danach. Esprit ist lustig, die haben uns im Laden gesagt, bestellen sie doch online, da gibt es mehr Auswahl.

  8. „Wo es geht, vermeide ich… die Bestellung…“
    Bestellung vermeiden heißt für mich: Kauf vermeiden. Mach ich sowieso 😉 Ich habe keinen „zuckenden Bestellfinger“.

    Offline einzukaufen, bedeutet eine Stunde Auto fahren zur nächsten großen Stadt und eine zurück. Ist mir zu teuer und zu nervig. Außer Lebensmittel und Drogerieartikel kaufe ich a l l e s online ein. Extra-Retouregebühren — also nicht die bereits eingepreisten, sondern als Instrument, Käuferverhalten zu lenken — würden mir weh tun. Die Klamotten, die nicht passen oder gefallen, oder das Gerät, das ich mir anders vorgestellt habe, würde ich deshalb trotzdem nicht behalten.

    Ich glaube, eine Retouregebühr würde gar nichts ändern. Dafür haben sich die Strukturen schon zu sehr verfestigt. Es nutzt nichts, eine Sache unattraktiver zu machen, während es keine attraktivere Alternative gibt.

  9. Einen schönen 3. Advent 🙃

    Da ich total ländlich wohne, komme ich um den Online Handel nicht herum. Hier gibt es keine Kettenläden wie h&m, c&a, douglas oder sonstige Fachgeschäfte. Keine Parfumerien, keine Naturkostläden oder Reformhäuser, kein saturn, kein Mediamarkt und auch keine Ableger davon. Ich müsste also mind.! 50 km , eine Strecke, mit dem Auto fahren um diese Geschäfte, nur mal beispielhaft genannt, zu erreichen (ÖNV o.ä. Ausser Zug, gubts auch nicht) . Daher nutze ich häufiger den online Handel, und zwar ohne schlechtes Gewissen 😇.
    Ich bestelle aber nie, ganz ehrlich, Dinge zur Auswahl und sende auch fast nie zurück. Wenn dann nur, wenn was defekt ist.

  10. Lieber KK,
    online shoppen hat bei mir – nach Englischen Büchern über Amazon – mit Beauty von Lookfantastic angefangen, später dann Sephora (als man mich aus den USA bestellen konnte), SpaceNK und CultBeauty. Dort gab und gibt es Produkte, die meist nur schwer/ gar nicht oder teurer im stationären Handel zu erhalten sind. Ich bestelle sogar ab und an in Asien…..
    Klamotten kaufe ich kaum online, weil ich die Größen schwierig finde. Und ich liebe das Bummeln durch Geschäfte.
    Generell zum Thema Online Shopping vs. Stationärer Handel habe ich gestern einen Artikel in der SZ gefunden. Der Vergleich ist gar nicht so einfach
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/online-shopping-pakete-versand-1.4722172?reduced=true
    Grundsätzlich ist das Konsumverhalten bei vielen (mich eingeschlossen) viel extremer als vor ca 20 Jahren. Kleidung ist soooo billig geworden und viele kaufen einfach ein, obwohl der Schrank schon voll ist. Warum ist ein Katalog von Ikea in jedem Briefkasten? Der Schrank zuhause ist doch auch noch prima; vielleicht nicht mehr modern, aber nein, ruckzuck ausgetauscht.
    Wenn man sein Kaufverhalten ab und an kritisch hinterfragt und dann ggf. überdenkt, hat man schon einen Fortschritt erzielt. Darum danke, KK, für Deine Gedanken zu dem Thema.
    Viele Grüße

  11. Kleider und Schuhe kaufe ich immer im Geschäft. Ich liebe es durch die Läden zu gehen und zu entdecken. Das Internet mit seinen vielen Angeboten, finde ich anstrengend. Wenn’s mir im Geschäft zu teuer ist, kaufe ich halt nicht, dann brauche ich es gerade auch nicht. Ich habe allerdings keine kleinen Kinder mehr. Zu der Zeit fand ich shoppen anstrengend.
    Bei Kosmetik komme ich allerdings immer mehr dazu über, geziehlt zu bestellen.
    Ich bekomme gerne Pakete, aber schon das verstauen des Mülls nervt mich. 😉
    Muss ich zurückschicken nervt mich das noch mehr 😣
    Einen schönen 3. Advent!

  12. Diese Studie der Uni BA sieht auch in einem einheitlichen Größensystem und einer besseren Größenbeschreibung ein großes Potenzial zum Rückgang von Retouren. Das finde ich mindestens genauso wichtig wie eine Retourengebühr. http://www.retourenforschung.de/info-praeventives-retourenmanagement-und-ruecksendegebuehren—neue-studienergebnisse.html

    Ich bin im letzten Jahr immer mehr dazu übergegangen wieder im Einzelhandel vor Ort zu kaufen. Allerdings ist das in meiner Stadt nicht immer leicht, wenn man eben keine Standardgröße und -haut hat. Ich kaufe v.a. Kleidung und Kosmetik online, gelegentlich auch Haushaltsartikel. Mittlerweile versuche ich, das drastisch zu reduzieren und habe eine Liste mit Dingen, die ich gerne hätte. Da sammel ich und überlege dann nach 2 Wochen, ob ich das immer noch will. Meist ist die Antwort „Nein“ 😀

  13. Guten Morgen, wie du schreibst…..da die Kleider und Schuhgrößen so unterschiedlich ausfallen, bleibt ja nichts anderes übrig, als zur Auswahl zu bestellen !
    Und in den Kaufhäusern ist jetzt alles nach Marken sortiert, das regt mich auf. Wenn ich eine Hose suche, ist es mir egal, von welcher Marke.

    Einen schönen 3.Advent
    Barbara

  14. Guten Morgen lieber Konsumkaiser,

    also, Kleidung und Schuhe kaufe ich grundsätzlich nicht online, weil ich nur ungern Sachen retouriere und das mit den Größen schon im Geschäft selbst so eine Sache ist. Außerdem befürchte ich, daß Kleidung, die zurückgeschickt wird, meist gleich von den Firmen entsorgt wird, unabhängig davon, ob ich sie tatsächlich getragen habe oder nicht – was für eine Verschwendung und all der Müll!!!

    Mit Kosmetik sieht es schon anders aus: Ich bin froh, mir im Internet all die Reviews vorher ansehen und dann entscheiden zu können, ob ich mir etwas bestellen möchte oder nicht. Und bis jetzt hatte ich wirklich KAUM Fehlkäufe gehabt. Dennoch ist es manchmal erschreckend, in welch großen Paketen manchmal welch kleine Dinge geschickt werden und wieviel Verpackungsmüll dadurch entsteht; die armen Bäume!!! Wir haben sehr schnell vergessen, warum wir vor einigen Jahrzehnten plötzlich die Plastiktüten so „verehrt“ haben – wir dachten, damit etwas gegen die immense Abholzung auf der Welt tun zu können. Und nun? Probleme mit Plastik und Mikroplastik überall auf der Welt! Ich wundere mich im übrigen, daß scheinbar NIEMAND danach fragt, WIE das Plastik überhaupt in SOLCHEN Mengen ins Meer kommt?! Und jetzt, wo wir immer mehr Menschen auf dieser Welt werden, wollen wir zurück zu den Papiertüten??? Ich glaube, da werden in einigen Jahren die Menschen noch ihr „blaues Wunder“ erleben, wenn wir uns nicht ganz schnell etwas anderes überlegen!

    Die Paketboten – junge Kerle, die kaum deutsch sprechen können und sich so abhetzen müssen, weil sie total unter Zeitdruck stehen und am Ende auch noch schlecht bezahlt werden – tun mir richtig leid! Wenn sie bei mir klingeln (ich wohne im 2. Stockwerk), laufe ich ihnen jedesmal schon entgegen und sie bekommen von mir IMMER € 1,- in die Hand gedrückt, schließlich spare ich schon wirklich viel mit meinen Online-Bestellungen ein!
    Wird die Ware mit Hermes geliefert, lasse ich mittlerweile meine Pakete immer in einen Paket-Shop liefern, damit ich nicht den ganzen Tag Zuhause warten muß und hoffe? Daß auch das irgendwie die Arbeit der Paketboten erleichtert bzw. ihre Fahrtwege verkürzt.

    Online-Bestellungen haben, besonders was die Kaufpreise und Rabatt-Aktionen betrifft, in meinen Augen schon ihren Vorteil, schließlich bin ich kein Millionär und versuche zu sparen wo ich nur kann, und manchmal kommt man an bestimmte Dinge leider auch NUR über den Online-Handel ran. Deshalb wünschte ich mir, die Geschäfte würden sich ein wenig mehr an die Nachfrage der Kunden orientieren; Deutschland ist ja im Gegensatz zu den USA marktwirtschaftlich gesehen ein angebots- und kein nachfrageorientiertes Land.

    In Frankfurt, wo ich lebe, gab es z. B. mal mitten in der Innenstadt ein NIKE-, ein PUMA- und ein Sketchers-Geschäft oder einen tollen MISS SIXTY-Laden, die jedoch mittlerweile schon alle zugemacht haben. Kleine Boutiquen mit bezahlbarer Kleidung sind alle weg. Manche Marken werden noch in den Kaufhäusern verkauft, aber auch da hat die Qualität nachgelassen. Dafür haben wir jetzt viele „Ramschläden“ oder Boutiquen, bei denen die Preise für ein Kleidungsstück erst bei € 200,- anfangen.
    Das alles ist schon irgendwie traurig, aber dann brauchen sich die Geschäfte auch nicht über den boomenden Online-Handel zu wundern und sich zu beschweren…

    Viele liebe Grüße,
    Eva

    1. „Außerdem befürchte ich, daß Kleidung, die zurückgeschickt wird, meist gleich von den Firmen entsorgt wird, unabhängig davon, ob ich sie tatsächlich getragen habe oder nicht – was für eine Verschwendung und all der Müll!!!“

      Eigentlich nicht. Warum auch?
      Dann musste Zalando Ware im Wert von eine Mio regelmäßig entsorgen.

      „übrigen, daß scheinbar NIEMAND danach fragt, WIE das Plastik überhaupt in SOLCHEN Mengen ins Meer kommt?“

      Einer der Verursacher wären die schwimmende Städte, aka eine Flut von Kreuzfahrtschiffen.

      „Kleine Boutiquen mit bezahlbarer Kleidung sind alle weg.“

      Die sind in der Tat weniger geworden, aber Sachsenhausen und Bornheim verbergen noch tolle Schätze, gerade wenn man keine 08/15 Teile tragen will. Die Stadt die mir positiv in der Erinnerung blieb mit unfassbar vielen, tollen Boutiquen ist Fulda.

      „könnte man das retour schicken auch etwas ungemütlicher machen, also z.B. keine vorgefertigten Rücksendeaufkleber, keine Rücksendepapiere, wo nur angekreuzt werden muss. Wenn das ein bisschen mehr Arbeit macht, überlegen sich vielleicht doch ein paar Bestell-Junkies, ob sie zur Auswahl bestellen oder „einfach mal testen, man kann es ja zurückschicken“. “

      Haben viele bereits. Amazon zum Beispiel.

      Ich bin neulich zu Sephora, mehrere Trauben von Mädels/Verkäuferinnen ließen sich beim Gespräch nicht stören und reagieren gereizt als ich nach einem Produkt frage. Mir wurde dann mit dem Finger in einer unbestimmter Richtung gezeigt, 10 Meter weiter, da dürfte ich das Produkt suchen. Warum also offline kaufen?

      “ stehen und der LKW – der aber 100 Hosen und 100 Paar Schuhe in der Nachbarschaft verteilt – bringt es ihnen nach Hause? Selbst wenn jeder 4 Hosen und 4 Paar Schuhe zur Auswahl bestellt, also nur 25 Hosen und 25 Paar Schuhe behalten werden und der LKW die anderen dann wieder zurückschaffen muss, müsste das doch besser sein, als wenn die 100 Leute alle mit ihren eigenen Autos in die nächste Stadt fahren“

      Offline Käufe werden auch gelegentlich umgetauscht und retourniert. Dies ist nicht nur online Käufen vorenthalten.

      „Nur aus Spaß und Langeweile zu bestellen und alles wieder zurückzusenden finde ich pervers“

      Es gibt auch junge Mädels die Kleider bestellen, tragen!!!, zur Reinigung bringen – wenn überhaupt – und Etikett wieder dran machen, viele sind nur mit einer Schnur oder Faden befestigt. Das erklärt warum man manchmal die Kleider die extrem nach Zigaretten riechen geliefert bekommt.

      „überhaupt noch beliefert wird, gibt schwer zu denken, da muss auch mal von Händlerseite aus Schluss gemacht werden. Wenn man Zustellern zuhört, das sich Leute 20 kg Säcke Hundefutter oder Katzenstreu ohne Fahrstuhl in den 8. Stock liefern lassen, fällt mir der Kiefer runter, eine Frechheit sondersgleichen. “

      Warum?
      Vielleicht können die selbst nicht tragen/laufen.
      Ich kann 15 kg Sack nicht von der Haltestelle nach Hause tragen, ergo bestelle ich online.
      Meist warte ich im Erdgeschoss und bringe es in Keller, aber nach der OP hat man es mir zu der Wohnungstür getragen. Ich kann ja die Katze nicht verhungern lassen, nur weil ich krank bin.
      8. Stock ohne Aufzug dürfte extrem selten vorkommen. Die Bauordnung der Länder schreibt einen Aufzug ab dem 6. Stock vor. Ich wohne in 2. Stock.

      1. Liebe Ombia,

        Kreuzfahrtschiffe sind, was den überwiegenden Teil des in den Meeren entsorgten Plastikmülls angeht, hier wohl eher das kleinere Übel. Problematischer sind vielmehr die illegalen Abfallentsorgungen einiger Länder, an denen leider auch Deutschland mit seinem Müllexporten nicht ganz unbeteiligt ist, dies von der Regierung jedoch totgeschwiegen wird bzw. man offensichtlich nicht an einer Lösung dieses Problems interessiert ist:

        https://www.stern.de/panorama/wissen/natur/plastik-im-meer–wer-ist-schuld-an-den-vermuellten-ozeanen–3971376.html

        Dieses Müllentsorgungsproblem betrifft im übrigen auch unseren Atommüll, den wir nur zu gerne in andere Länder verfrachten und dort zur „weiteren Verarbeitung“ – was immer das auch konkret heißen mag – „abladen“.

        Was die Vernichtung von Online-Retourwaren angeht, sieht es leider auch nicht viel besser mit der Mentalität von Amazon, Zalando und Co. aus:

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/amazon-zalando-otto-die-retouren-republik-deutschland-a-1271975.html

        Die Online-Händler „bemühen“ sich zwar den eigenen Angaben nach, die Vernichtung von retourierten Neuwaren zu reduzieren, genaue Zahlen zu diesem Thema werden jedoch selten genannt, was sicherlich auch seinen Grund haben wird.

        Viele liebe Grüße,
        Eva

        1. Guten Morgen Eva, ich kann mir gut vorstellen, dass die Gäste auf dem Schiff und zwar nicht wenig dazu beitragen. Hier mal eine Plastikflasche runter fallen lassen, da mal was „verlieren“. Und es gab noch nie so viele und noch nie so günstige Kreuzfahrten.

          https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/11962.html

          Zum Thema Retoure

          „Von Zalando erfuhren wir, dass der Großteil der Kunden die Artikel in einwandfreiem Zustand zurückschickt, „so dass circa 97 Prozent aller retournierten Artikel nach Prüfung wieder über den Zalando-Shop verkauft werden können“.

          https://www.stylebook.de/fashion/was-passiert-mit-retouren-bei-online-shopping

          Also doch nicht ausnahmslos vernichtet ;-).

          Aus Deinem Link:

          „n einer Studie der Marktforschungsfirma EHI Retail Institute gaben die befragten Onlinehändler an, im Durchschnitt 70 Prozent der Retouren wieder in den regulären Verkauf zu geben. Zalando teilt mit, „etwa 0,05 Prozent aller Artikel“ zu vernichten, etwa wenn dies aus gesundheitlichen Gründen notwendig sei.“

          Die übrigen 30% werden auch nicht automatisch vernichtet, sondern an Zwischenhändler weiter verkauft oder gespendet.

  15. Hallo,
    Ich muss leider sagen , ich bestelle auch sehr viel aber jetzt kommt das berühmte aber wenn ich fünf Sachen bestelle , warum müssen vier davon einzeln geschickt werden obwohl ich bei einem Anbieter bestelle? Wenn das schon komprimierter Wäre, müsste ich nur ein Karton retournieren.
    Bei den beauty Sachen bestelle ich fast immer noch online , da das Angebot hier ländlicher was die Marken angeht nicht vorhanden ist oder ich es nicht einsehe keinen Wert geschätzten Kundenservice zu haben. Es gibt eine Duft Probe kein Discount das war’s. Beratung oft auch eher mau. Ich weiß manchmal mehr als die Beraterin vor Ort. Dann wird man oft wie eine Aussätzige behandelt außer man findet mal jemanden auf Wellen Länge.
    Es muss sich in beiden Richtungen was tun.

  16. Vielleicht könnte man das retour schicken auch etwas ungemütlicher machen, also z.B. keine vorgefertigten Rücksendeaufkleber, keine Rücksendepapiere, wo nur angekreuzt werden muss. Wenn das ein bisschen mehr Arbeit macht, überlegen sich vielleicht doch ein paar Bestell-Junkies, ob sie zur Auswahl bestellen oder „einfach mal testen, man kann es ja zurückschicken“.

    Und schönen 3. Advent!

  17. Diese Berechnung würde ich mir ja gerne mal anschauen, wäre nämlich interessant, ob die da auch wirklich alle (!) Kosten, die beim stationären Kauf anfallen, berücksichtigt haben. Das fängt ja mal damit an, dass sich die Ware auch nicht aus dem Nichts in den jeweiligen Geschäften materialisiert. H&M z.B. hat glaube ich mehrere Tausend Filialen? Die müssten ja alle mehr oder weniger das komplette Sortiment in möglichst allen Größen vorhalten, denn wenn es bestimmte Sachen oder bestimmte Größen nicht gibt, wird natürlich erst recht wieder bestellt. Das sind also auch unzählige Schiffe, Flugzeuge und LKW, die das Zeug erstmal in die Läden schaffen müssen. Und gerade erst habe ich einen Artikel gelesen, dass Unmengen an Ware am Ende der Saison vernichtet werden, weil man sie nicht los geworden ist. Wäre es da nicht besser, die Leute würden es einfach online bestellen und das Zeug wird aus Zentrallagern ausgeliefert? Wenn es statt Hunderten Filialen z.B. 5 Zentrallager in Europa gäbe und alles über den Online-Shop laufen würde, würde wahrscheinlich am Ende der Saison viel weniger Ware übrig bleiben, weil die Lagerhaltung nicht auf die Filialen verteilt wäre und man außerdem jederzeit ganz einfach feststellen könnte, welche Sachen gerade gefragt sind (da bestellt man dann nochmal nach) und welche eher ein Ladenhüter sind. Außerdem könnte man dann auch einfacher „exotische“ Größen anbieten, die sich in den Filialen so gut wie nicht verkaufen lassen.

    Wenn wir aber mal davon ausgehen, dass in den Filialen praktisch alles in den diversen Größen vorrätig ist, sodass man tatsächlich auch etwas findet. Auch der einkaufende Mensch muss ja erst einmal zum Geschäft kommen, wenn man nicht gerade direkt daneben wohnt. Das bedeutet also irgendeine Form von Transportmittel und das ist, vor allem bei Leuten, die nicht in der Stadt leben, meistens das Auto. Wenn man nicht gleich etwas findet, können da für Hin- und Rückweg schon mal 100km zusammenkommen – für 1, vielleicht 2 Personen und 1 Hose und ein Paar Schuhe. Wäre es da nicht besser, die Leute ließen ihr Auto stehen und der LKW – der aber 100 Hosen und 100 Paar Schuhe in der Nachbarschaft verteilt – bringt es ihnen nach Hause? Selbst wenn jeder 4 Hosen und 4 Paar Schuhe zur Auswahl bestellt, also nur 25 Hosen und 25 Paar Schuhe behalten werden und der LKW die anderen dann wieder zurückschaffen muss, müsste das doch besser sein, als wenn die 100 Leute alle mit ihren eigenen Autos in die nächste Stadt fahren? Es sind nur Gedankenspielereien, aber so eindeutig ist die Sache meiner Meinung nach gar nicht…

    1. Katha, bei deinen Gedankengängen bin ich voll dabei. Und ich möchte ergänzen: Alles schön und gut, wenn man den Mainstream-Geschmack hat (aka bei H&M etc. fündig wird) Ist das nicht so oder suchst du anderes als die Standardgrößen (hier z.B. Schuhgröße 47/48 für den Mann und das soll dann bitte noch gut aussehen), dann kannst du dir die Karten legen, wenn du das offline erledigen willst und der Handel ist da bzgl. der „nicht so gängigen“ Größen auch nicht hilfreich: Nachgeordert wird nicht und wenn weg, dann weg. Na da bin ich als Kunde auch weg.

  18. Wir kaufen, außer Lebensmittel und Drogerieartikel, praktisch alles online. Das Problem ist, dass wir zum Shoppen in die Stadt müssten, was mit dem Auto hin- und zurück etwa 60 oder 65 km bedeutet. Mit der S-Bahn kostet der Spaß pro Person (!) 12 €. Dazu kommt, dass ich nicht mobil bin, da ich nur mit Begleitung unterwegs sein kann bzw. für längere Strecken einen Rolli brauche. Heißt wiederum, ich brauche meinen Partner dafür und er hat ziemlich Stress mit der Schieberei über Kopfsteinpflaster (mir fallen dabei vermutlich die Zahnfüllungen raus *lach*, ist halt nur ein Kassenflitzer). Wie man es dreht und wendet, ohne Onlineshopping wären wir beide ziemlich aufgeschmissen!

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße!
    Andrea

    P.S. Rücksendungen haben wir so gut wie nie, höchstens mal bei Kleidung. Ich überlege grundsätzlich ganz genau, was ich bestelle!

  19. Guten Morgen,
    ich bin ganz bei „Thorlane und Sue“. Habe bis vor kurzem in der Heide gewohnt, da kann man für jeden Kauf 50 km pro Strecke fahren, seine knappe Freizeit auf Landstrassen verbringen und die Umwelt verpesten oder online bestellen. Dann ist die Auswahl im Provinzkaff Celle gleich Null, oder überteuerter Provinzchic – ist ja eine Touristenstadt, da kann man ja zulangen und wenn man der Einzige weit und breit ist, dann sowieso. Da läppern sich die Portokosten, aber anderseits hätte man Spritkosten, nebst Autoabnutzung und Parkgebühren, also man hat die freie Auswahl. Gott sei Dank lebt mein Vater in Hamburg, da bin ich dann mit dem Regionalzug zu Besuch gefahren und habe dort gekauft. Habe aber festgestellt, das man so zu Hamsterkäufen neigt. Nun habe ich mein Leben bequemer eingerichtet und muss nicht mehr so weit fahren. Textilien und Schuhe kaufe ich nur vor Ort, muss probieren und auch den Stoff anfassen, habe keine Lust Textilien 10 x hin und her zu senden, hier wären Standartmaße ein großer Vorteil. Bestelle fast nur Kosmetik online, weil es meine Marken im Handel meist nicht gibt, außer La Roche Posay, da gibt es hier eine gut sortierte Apotheke und irgendwelchen, neuen oder kaum gebrauchten Kram in E-Bay Kleinanzeigen. Amazone boykottiere ich grundsätzlich, so wie die mit Ihren Mitarbeitern umgehen. Da habe ich noch nie bestellt, werde ich auch nicht tun. Nur aus Spaß und Langeweile zu bestellen und alles wieder zurückzusenden finde ich pervers. Solche Kunden würde ich als Händler rauschmeißen. Bei den Bewertungen auf QVC ist mir aufgefallen das eine Kundin das gesamte M.Asam Sortiment probiert hat, alles durch den Dreck bewertet hat und alles retouniert hat. Das die überhaupt noch beliefert wird, gibt schwer zu denken, da muss auch mal von Händlerseite aus Schluss gemacht werden. Wenn man Zustellern zuhört, das sich Leute 20 kg Säcke Hundefutter oder Katzenstreu ohne Fahrstuhl in den 8. Stock liefern lassen, fällt mir der Kiefer runter, eine Frechheit sondersgleichen. Mein Gehirn würde solche Gedanken erst gar nicht produzieren, dass müßte tüchtig Frachtzuschlag kosten aber selbst dieser Zuschlag würde den Zusteller auch nicht vorm Bandscheibenvorfall schützen. Vielleicht denkt man mal über solche Auswüchse nach. Überquellende Glas und Papiertonnen gab es schon lange vor dem Online Handel. Der Deutsche ist Weltmeister im Müll sortieren und die Städte und Gemeinden müssen die Tonnen einfach öfters leeren, hier mal wieder den Rotstift anzusetzen geht gar nicht, insofern interessiere ich mich nicht dafür, habe aber schon oft deswegen bei der Gemeinde angerufen. Anrufen und da meckern wo das Problem sitzt, anders gehts nicht.
    Allen einen schönen 3. Advent.

  20. Ich shoppe nur ungerne Online, nur das was ich Offline nicht finden kann. Außerdem weiß man nie ob die Ware unverletzt ankommt oder nicht. Ich hatte shon unangenehme Erfahrungen damit. Einmal hatte ich etwas durch einen Drittanbieter bestellet. Die Ware wurde nicht geliefert und der Verkäufer musste mir als Entschädigung die Ware neu liefern. Einiger Zeit später habe ich im Angebot dieses Drittanbieters genau die Produkte entdeckt die ich bestellt habe (nur ein Set), was er frühere nicht angeboten hat. Ich nehme an die haben die Ware für sich behalten.
    Ich möchte mich bei Ihnen für all die informativen Artikeln bedanken denen es weder an Stil noch an Humor mangelt. Es macht unheimlich Spass sie zu lesen. Ich wünsche einen angenehmen Tag. 🙂

  21. Liebe Beima,

    die Bestellung über sog. Drittanbieter wie z. B. über Amazon oder Ebay ist leider – wenn man die „richtigen“ Händler nicht kennt – immer ein wenig mit Risiko verbunden. In solchen Fällen würde ich lieber auf Nummer sicher gehen und lieber ein paar Cent mehr bezahlen und Bestellungen bei einen Direkthändler machen, dann hat man im Fall der Fälle weniger mit solchen Unannehmlichkeiten zu kämpfen. Bei seriösen Anbietern hatte ich z. B. NOCH NIE Probleme, etwas zu reklamieren, wenn doch einmal etwas bei meiner Bestellung oder Lieferung schief gegangen ist. Ich achte auch immer auf das Impressum von Internetseiten und, daß der Gerichtsstand nach Möglichkeit in Deutschland liegen sollte. Der gültige Siegel „Trusted Shops“ ist auch nochmal ein Zeichen dafür, daß der Händler vertrauenswürdig ist. Und wenn es doch einmal Probleme geben sollte, schaltet sich Trusted Shops ein und vermittelt (ähnlich wie PayPal).

    Bei Kosmetikartikeln wäre ich sowieso sehr vorsichtig, denn im Internet wie z. B. bei Amazon und Ebay sind oftmals viele Fälschungen in Umlauf und ich hätte Angst, mir damit evtl. auch einen gesundheitlichen Schaden zufügen zu können.

    Viele liebe Grüße und einen wunderschönen 3. Advent an alle, die hier mitlesen 🙂,

    Eva

  22. Einen stürmischen Sonntag aus dem Norden,

    Amazon boykottiere ich auch, weil der Umgang mit den Mitarbeitern so widerwärtig ist!

    Ansonsten versuche ich so wenig wie möglich online zu bestellen, zur Ansicht oder mehrere Größen schon gar nicht. Ich überlege sehr genau, was ich bestelle. Mein erster Gang ist immer der stationäre Handel. Bei Kosmetik sammel ich möglichst viele Dinge, damit eben nicht die Rougedose einzeln versendet wird.

    Aber auch der Onlinehandel muss etwas unternehmen. Es kann doch nicht sein, dass es billiger ist, die retournierte Kleidung wegzuwerfen als sie erneut zur Versendung aufzubereiten. Gut, dass es erste Menschen gibt, die diese Sachen abholen und weiter verkaufen.

    Ich sende fast nie zurück, nur wenn defekt oder so neben der Abbildung. Retourekosten fände ich aber dennoch gut, weil dann die vielen Bestellungen „mal schauen“ weniger würden. Wie oft ich höre, das etwas zur Ansicht bestellt wird, finde icherschreckend. Der Onlinehandel ist aber grade für die (hier bereits mehrfach genannt) ländliche Gegend wichtig.

    Es hat eben ein Für-und-Wider! Wenn jeder mit Bedacht bestellt, wäre schon viel gewonnen.

    Allen einen schönen 3. Advent
    Blumella

  23. Dass der Onlinehandel Fluch u. Segen zugleich ist, ist klar. Aber jetzt wieder verstärkt offline kaufen zu wollen (und ich habe es wirklich versucht u. bin nicht nur daran gescheitert, dass es Paulas Sachen nur online gibt!)… nun ja… das ist, als hätte man vorher Netflix, Prime &Co gehabt u. stünde nun nur mit den Öffentlich-Rechtlichen da. Nicht wirklich befriedigend.

    Meine Paketboten bekommen immer mal wieder -nicht nur zu Weihnachten- das Trinkgeld, das ich durch kostenlosen Versand einspare u. ich nehme Pakete für die halbe Nachbarschaft an. Macht den Job vielleicht ein bisschen angenehmer.

  24. Danke für den Beitrag:

    Ich würde schon lange gerne die Versandkosten zahlen.
    Ich hab ja vor Ort auch Kosten.
    zB: Parkhaus oder Bus & Bahn müssen ja auch bezahlt werden um einkaufen zu können.

  25. einen ebenso stürmischen Sonntag aus dem Süden 😊ich bestelle viel und gerne, aber ich bestelle es nur 1x entweder Größe 38 passt oder ich muss reinwachsen. Oder ich kaufe beide Größen bei Jeans no problem , mal passt 38, mal die 40! Nur bei Luxus
    bestelle ich es ausnahmsweise 2mal aber hab ich nur 1x so gemacht, war Muttis Idee, um zu vergleichen, ob nun rot oder schwarz. Das möchte ich auch nicht missen, die Selfies schau ich mir noch heute gerne an. Die Jacke war eigentlich ein kleiner Reinfall alle mögen sie aber ich nicht so. Das ist das eigentliche Übel, ich hasse Rücksendungen Geld wäre daher kein Problem; ich habe schlicht keine Lust dazu. Dass Zara und H&M abholen ist daher super. Ich habe noch eine andere Unsitte ich mach Klamottenpakete und auch Schuhpakete erst mal gar nicht auf. Ich mag es, zu wissen, dass ich es ja mal anziehen könnte oder irgenwann die richtige Gelegenheit schon kommt gefallen tut es mir nämlich alles sehr. Das müsste msl ein Psycho analysieren 😩Einmal bei Zara habe ich das Paket 1 Monat oder so nicht ausgepackt. Dann aber doch und ich hatte genau noch einen Tag, um den nicht passenden Teil zu Zara zu bringen. Dabei habe ich festgestellt, dass es bei uns in Augsburg all die Sachen im stationären Handel gar nicht gibt. Grund? Spekulationen . Also muss man da doch online bestellen. Kurzum: Rücksendungen dürfen kosten bei Bestellung selbst schau ich immer, dass ich über die Grenze komm. Ach ja ich bestelle auch deswegen viel, weil ich sehr selten Auto fahre eigentlich nie ist das nicht super? Mach alles mit dem Rad; kein Problem in einer Großstadt da sollten wir mal ansetzen! Schönen Rest Gaudetesonntag Silke

  26. Es gibt Händler wie zum Beispiel Zalando die Probekäufer eine Weile beobachten und dann nur noch auf Sofortzahlung umstellen. Da erledigt sich dann ganz automatisch, mal 8 Winterjacken zur Probe bestellen. 😉

    Ich kaufe immer seltener offline – also doch – aber Kleidung und Kosmetik selten – und gerade jetzt ist es apokalyptisch in der Stadt, da gehen nur lebensmüde Menschen „bummeln“. Ich hatte neulich die Absicht mit einen Blazer offline zu kaufen, fünf Kaufhäuser später hatte keins meine Größe?!? Und ich rede nicht von XXXL. Und schwarz auch nicht, wäre jetzt die falsche Saison. Ne, echt? Habe ich dann online direkt vom Hersteller gekauft, zwei Tage später war er da.

    Ich kann nur abends einkaufen und dann sind die Läden voll und voller. Dann lieber nach Hause mit Tasse Kakao in Ruhe bestellen. Ich kenne meine Marken und welche Größe ich dort trage, will heißen, ich schicke selten was zurück. Genauso kaufe ich Kosmetikprodukte gleich drei oder vier, wenn ich das Produkt eher nutze, muss ich nicht jeden Monat eine Tube mir liefern lassen.

  27. Genau dieses Thema hatte ich erst mit Freunden diskutiert. Ich bin nämlich absolut kein Bestell-Fan und kaufe am liebsten alles offline. Doch selbst offline shoppe ich nur ungern. Obwohl ich in Berlin wohne und das Angebot entsprechend groß ist: Herumrennen, nichts finden, viele Menschen… Das kostet dann schonmal einen ganzen Tag und kommt vielleicht 1 – 2 Mal im Jahr vor. Meistens verzichte ich darauf lieber. Online fehlt mir dann aber das Anfassen und beäugen. Wenn es nämlich nicht passt oder wie abgebildet aussieht, muss es zurück und ich mag Retouren nicht, auch nicht selten. Mir ist da nicht zu helfen. 😀

    Einzig Kosmetik (Hautpflege und ganz selten mal Makeup), die ich nicht einfach so beziehen kann, bestelle ich regelmäßig. Aber meist weiß ich genau, was ich brauche und wenn mal was nicht passt, finde ich auch so noch Abnehmer.

    Ich verstehe aber sowieso nicht, wozu man ständig neue Dinge oder Kleidung braucht, wenn der Kleiderschrank eigentlich fast platzt. Ich nutze alles, was ich mir kaufe, bis es uralt ist oder kaputt geht. Und bevor ich Sachen kaufe, frage ich mich meist erst, ob ich das jetzt wirklich brauche oder ich auch ohne angenehm weiter lebe.

    Trotzdem habe auch ich meine Blackout-Momente, wenn so ein Shopping-Tag mal erfolgreich läuft und ich dann richtig zulange. Naja, schöne neue Welt halt, Huxley lässt grüßen. ^^

    1. Liebe Nadine,

      mit Deinem Satz „Ich verstehe aber sowieso nicht, wozu man ständig neue Dinge oder Kleidung braucht, wenn der Kleiderschrank eigentlich fast platzt. Ich nutze alles, was ich mir kaufe, bis es uralt ist oder kaputt geht. Und bevor ich Sachen kaufe, frage ich mich meist erst, ob ich das jetzt wirklich brauche oder ich auch ohne angenehm weiter lebe.“ sprichst Du mir aus der Seele!

      Als Primark bei uns in Frankfurt seine ersten Geschäfte eröffnet hatte und plötzlich gefühlt JEDER auf der Straße mit mindestens (!) 4 Primark-Tüten in der Händen herumgelaufen ist, dachte ich mir auch nur: WOZU SOOO VIELE KLAMOTTEN??? UND WOHIN ÜBERHAUPT DAMIT???
      Ich habe mich wirklich gefragt, ob die Leute ihre Sachen überhaupt noch waschen oder ob sie sie einfach schon nach nur einmal Tragen wieder entsorgen?!

      Als Sozialpädagogin kann ich es mir zum Glück „erlauben“, mich nicht jeden Tag in einem nagelneuen Outfit präsentieren zu müssen, dennoch sind alle meine Sachen gut gepflegt und sehen selbst nach 10 oder sogar 15 Jahren immer noch fast wie neu aus. Wenn etwas bereits abgenutzt aussieht, tausche ich es selbstverständlich auch aus und gebe es z. B. bei der Altkleidersammlung in der Kirche ab, wenn es noch tragbar ist – die freuen sich auch jedesmal sehr darüber – andernfalls lassen sich viele Probleme auch noch schlicht und einfach mit Nadel und Faden „reparieren“ und das mache ich dann auch. Meine Schuhe pflege ich auch sehr gewissenhaft und wenn sich die Absätze abgelaufen haben, bringe ich sie zum Schuster.

      Mit dieser Vorgehensweise tragen wir zwar nicht gerade zum wirtschaftlichen Wachstum unseres Landes bei, dafür produzieren wir aber auch nicht so viel Müll 😉👍!

      Viele liebe Grüße,
      Eva

      1. Liebe Eva,

        ich verstehe dich so gut! Die Primark-Epidemie ging mir auch sehr auf die Nerven. Und es stank furchtbar darin, als ich mich mal etwas umgucken wollte, sodass ich gleich wieder raus musste aus der Wühltischhölle.

        Ich freue mich selber auch über neue Sachen und wenn ich mir mal neue Kleidung gönne ist das halt besonders schön für mich. Auch ich freue mich natürlich über nagelneue Lingerie oder alle paar Jahre schicke Schuhe. Nur brauche ich halt nicht so viel. Ich laufe trotzdem nicht in Lumpen herum. ;D Wir machen unter uns Mädels auch gerne Kleidertauschabende, das macht Spaß und man kommt ohne viel Aufwand an schöne neue Kleidung.

        Lieber weniger Müll, seh ich auch so. 😉

        1. Liebe Nadine,

          ich habe zwar leider in jungen Jahren bereits meinen Geruchsinn verloren, aber als ich vor Jahren mal mit meiner Mutter in den Primark gehen wollte, weil wir so neugierig waren, was es da scheinbar „für umsonst“ zu kaufen gibt bei all den vielen Tüten, mit denen die Kunden die Primark-Geschäfte verlassen hatten, ist meiner Mutter schon am Eingang fast schlecht geworden wegen dem chemischen Gestank und wir haben nur ein paar Runden gedreht und den Laden dann so schnell wie möglich wieder verlassen und seitdem auch nie wieder betreten.
          Damit möchte ich Primark keinesfalls schlecht machen, für Menschen, die jeden Pfennig umdrehen müssen, ist das sicherlich eine gute Möglichkeit, sich günstig einkleiden zu können, aber dann kaufe ich persönlich lieber weniger Klamotten, dafür aber dann in besserer Qualität, die bei guter Pflege auch nach Jahren noch wie neu aussehen.

          Zuhause „gammele“ ich am liebsten auch gemütlich in einem Big-Shirt und Bademantel herum; lebe aber auch alleine und muß für niemanden hübsch aussehen 😉.

          Kleidertausch ist auch eine super Idee und da habe ich auch schon einmal mitgemacht, leider sind alle meine Bekannten und Freunde größer und/oder etwas fülliger als ich und mir hatte leider nix gepaßt. Aber bei Second-Hand-Geschäften, da werde ich manchmal fündig 😉.

          Viele liebe Grüße,
          Eva

          1. „Zuhause „gammele“ ich am liebsten auch gemütlich in einem Big-Shirt und Bademantel herum; lebe aber auch alleine und muß für niemanden hübsch aussehen“

            Liebe Eva, ich lebe momentan auch alleine. Das ist vermutlich der ultimativer Beweis, dass sich nicht jede Frau nur für die anderen zurecht macht. 😉 Mir sind die anderen nicht wichtiger als ich es mir selbst bin.
            Eine Freundin von mir lackiert die Fußnägel nur im Sommer, da es im Winter keiner sieht. Echt? Ich sehe es. Jeden Tag. Und will mich jeden Tag an schönen Fußnägeln erfreuen. Einige Frauen tragen nicht besondere Unterwäsche wenn sie keinen Partner haben. Warum nicht? Tolle Unterwäsche strahlt man auch über Jeans und Shirt aus. Einige Frauen depilieren sich nicht, wenn in keiner Beziehung. Für mich gehört es zur Selbstliebe sich für sich selbst hübsch zu machen.
            Oder auch nicht. Je nach Lust und Laune. Kritisch fände ich es allerdings, wenn man nur für die anderen hübsch sein will.

            Was Primark angeht, deren Baumwolle ist die seltsamste Baumwolle die ich je in den Händen hatte. Ich bin immer noch überzeugt, dass es Polyester war.

            1. Liebe Ombia,

              ich verstehe, was Du meinst, aber so hat eben jeder seine Prioritäten und deswegen lebe ich auch gerne alleine 😉.

              Man kann und muß nicht immer hübsch sein. Ich habe meine Akne und meine Rosazea und alle anderen nicht perfekten Dinge an mir mittlerweile akzeptiert und angenommen und bin trotzdem glücklich mit mir selbst, denn ich weiß, das es am Ende viel wichtigere Dinge im Leben gibt als Schönheit. Mein von mir unverschuldeter Schulwegunfall, bei dem ich zwei Wochen vor meinem 18. Geburtstag fast gestorben wäre, hat mich das gelehrt. Ich lag halbseitig gelähmt ein knappes Jahr im Krankenhaus und diversen Rehakliniken über ganz Deutschland verteilt und saß danach noch ein weiteres Jahr im Rollstuhl. Ich hatte ein Schädel-Hirn-Trauma mit zwei Einblutungen im Gehirn, einen Schädelriß und etliche Knochenbrüche am ganzen Körper. Die halbe Luftröhre mußte mir wegen einer Trachealstenose nach Langzeitbeatmung operativ entfernt werden, wovon mir nun u. a. eine halbseitige Stimmbandlähmung mit Atemnot unter körperlicher Belastung, wöchentliche Migräneanfälle und der Verlust von Geruch- und Geschmacksinn als Folgeschäden dauerhaft geblieben sind. Mein Abitur und meinen Wunsch Medizin oder Jura zu studieren konnte ich vergessen und habe mein Studium zur Diplom-Sozialpädagogin erst im Alter von 36 Jahren abschließen können.

              Ich glaube, wenn man das alles erst einmal durch hat, betrachtet man die Welt ein wenig mit anderen Augen und ist einfach nur froh, daß man es mit all den Problemen und den vielen Steinen, die man immer wieder in den Weg gelegt bekommt – bis heute – es trotzdem wenigstens bis hierher geschafft hat.

              Kosmetik ist mein Hobby und meine Passion, mit der ich gerne meine freie Zeit verbringe, aber ich weiß auch, daß Schönheit und Jugend vergänglich sind und ich muß nicht immer hübsch sein, erst recht nicht, wenn ich alleine Zuhause bin, um mich trotzdem wohl in meiner Haut zu fühlen. Das heißt jedoch noch lange nicht, daß ich „ungepflegt“ Zuhause rumgammele, nur trage ich dann kein Make-up und ziehe mich eben bequem an 😉, warum auch nicht? Aber das ist nur meine eigene Meinung.

              Gute Nacht und viele liebe Grüße,

              Eva

              1. Liebe Eva,

                danke für Deine Geschichte.
                Ohne nochmals hier ins Detail zu gehen, ich kenne Krieg aus erster Hand und manchmal denke ich, nur diese Einstellung, trotz Granaten, trotz Angst nicht zu überleben, wenn man über die Straße geht, trotz all dem mit zweckenentfremdeten Mitteln die Normalität zu bewahren war unsere Rettung!
                Den Teil mit dem Rollstuhl, kann ich sehr gut nachvollziehen. Das tut mir leid. Meine Ärzte meinten, ich werde nie wieder laufen können.

                „Man kann und muß nicht immer hübsch sein. Ich habe meine Akne und meine Rosazea und alle anderen nicht perfekten Dinge an mir mittlerweile akzeptiert “

                Muss sowieso jeder. Denn die gibt es zuhauf. Und ohne diese Akzeptanz wären ich konstant unzufrieden.

                „Ich glaube, wenn man das alles erst einmal durch hat, betrachtet man die Welt ein wenig mit anderen Augen und ist einfach nur froh, daß man es mit all den Problemen und den vielen Steinen, die man immer wieder in den Weg gelegt bekommt – bis heute – es trotzdem wenigstens bis hierher geschafft hat.“

                Vielleicht.
                Vielleicht auch nicht.
                Ich lese – vielleicht täusche ich mich – gewisse Haltung, nach allen diesen Erfahrungen, wird man nicht so oberflächlich und hält nicht zurecht gemacht für so wichtig.
                Falls es so gemeint ist, stimmt das in Deinem Fall.
                In meinem und Menschen die in der Reha mit mir Zeit verbracht haben und vor allem mit Menschen die jahrelang im Krieg mit Todesangst gelebt haben und davon lebenslänglich Schaden tragen – stimmt das ganz und gar nicht.
                Deine Haltung ist eine von vielen möglichen wie man damit umgeht, eine andere – oft zu sehen – wäre dann erst recht mit jede kleine Freude sich den Tag zu verschönern und trotz Umstände ein Minimum an Normalität zu bewahren. Wenn Deine Freunde auf Deinen Händen sterben, nur weil sie Brot kaufen wollten, dann entwickelt man die Haltung – ein letztes Stück meiner Welt gebe ich euch nicht, jetzt erst recht nicht! Und auch wenn die Stadt monatelang keine Kosmetiklieferung bekommt, findet man Wege sich zurecht zu machen. Mit merkwürdigsten Mitteln. Darüber gibt es viele Kriegsreportagen die es weltweit gefilmt haben.
                Dies war meine Strategie und vermutlich meine Rettung. 🙂

                „, daß Schönheit und Jugend vergänglich sind und ich muß nicht immer hübsch sein, erst recht nicht, wenn ich alleine Zuhause bin, um mich trotzdem wohl in meiner Haut zu fühlen“

                Spätestens ab 40+ wissen wir alle, dass Jugend und Schönheit vergänglich ist. Wie ich gestern geschrieben habe, Selbstliebe hat viele Formen. Wir leben unterschiedliche Formen davon und das ist gut so. Ich hatte Zeiten wo ich so zugerichtet war, dass die Fußnägel das einzig normale an mir waren und ich war so froh darüber! 🙂

                Nach wie vor sehe ich es kritisch, wenn man sich nur für die anderen zurecht macht.

                „Das heißt jedoch noch lange nicht, daß ich „ungepflegt“ Zuhause rumgammele, nur trage ich dann kein Make-up und ziehe mich eben bequem an “

                Hm, ich habe nichts geschrieben was dem widerspricht ;-). Denn ich würde niemals zu Hause unbequeme Sachen tragen.
                Geschminkt dagegen, gerade wenn ich neue Produkte in Ruhe testen will bin ich manchmal. Manchmal auch einfach so, oft gar nicht. Ich kann aber auch dem Postboten die Tür aufmachen gänzlich in Guam mit Luftfolie eingepackt zu sein und erst dann festgestellt zu haben, dass ich nichts an habe.
                Evtl. liegt der unterschied darin, dass ich mir für zu Hause Anziehsachen kaufe. Denn ich will zu Hause und nur für mich schöne Unterwäsche tragen – gleiche die ich am Anfang einer Beziehung tragen würde – und auch schöne Klamotten. Das hat dann auch mit Lebenserfahrung oder Lebensgeschichte zu tun.

                Schön, dass Du Kraft gefunden hast, all das hinter Dir zu lassen und neue Wege zu gehen. Hab einen schönen Donnerstag.

                1. Liebe Eva, liebe Ombia,

                  eure Erlebnisse lassen mich etwas sprachlos zurück und ich empfinde tiefen Respekt für euch beide und wie ihr damit umgeht und (wie ich es für mich herauslese) euer Leben, jede auf ihre Weise, genussvoll auskostet. Danke für eure Einblicke.

                  Ich erkenne mich in euren Schilderungen auf beiden Seiten wieder. Ich brezel mich gerne auch nur für mich auf, das gilt sowohl für meine Hautpflege, als auch Makeup sowie Kleidung. Die ganzen Sachen kaufe ich auch nur für mich, weil ich mich damit gut fühle und sexy Unterwäsche generell gern mag. ^^ Andererseits sitze ich auch mal mit Fettkopf in Jogginghose oder Onesie zu Hause im Home Office und fühle mich trotzdem wohl. 🙂 Mein Freund findet beides toll und findet mich auch hübsch, wenn ich mal wie ein Höhlentroll aussehe (kauf ich ihm nicht immer ab :D).

                  Ich denke, was uns dabei vereint, ist die Authentizität, die wir ausstrahlen, wenn wir uns geben wie wir sind und dabei wohl fühlen. 🙂

                  1. Liebe Nadine,

                    genau darum geht es mir: leben und leben lassen, Hauptsache jeder fühlt sich wohl in SEINER Haut 😌. In diesem Sinne: „Ich habe fertig“ 😉.

                    Viele liebe Grüße,
                    Eva

                  2. Dem schließe ich mich an. Ihr habt beide einen ganz anderen Einblick zugelassen in einen sehr privaten und geschützten Teil Eures Lebens. Was sich aus so Grenzerfahrungen ergibt, ist für jeden Menschen anders, es gibt da kein „mach es so, dann ist richtig“, sondern nur eine individuelle Art des Umgangs. Und deshalb kann ich beide Ausführungen ganz gleichberechtigt nebeneinander stehen lassen.
                    In der Kürze der Kommentare und in der Natur des geschriebenen Wortes liegt eben auch mal die Gefahr, daß man für sich anders interpretiert.
                    Viele Grüße
                    Roland
                    P. S. @Eva: kennst Du die Seiten der Schmerklinik Kiel für Migräne oder die Internetcommunity
                    http://www.headbook. me
                    ?
                    Kann sehr hilfreich sein für jemanden mit viel Migräne, gibt ganz viel für verständliche, differenzierte Information und auf headbook sind um die 8000 Kopfschmerzgeplagte organisiert. Der Umgangston ist sehr höflich und die Atmosphäre wertschätzend und supportiv.

                    1. Lieber Roland,

                      dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Vielleicht nur noch soviel: Wäre mir mein oder das Aussehen anderer Menschen egal, hätte ich keine Ausbildung zur staatlich geprüften Kosmetikerin gemacht, würde hier beim Konsumkaiser nicht mitlesen, würde mir die Haare nicht bei Vidal Sassoon schneiden lassen und würde nicht so viel Geld für Kosmetikprodukte ausgeben 😉.

                      Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch für Deinen Tipp mit der Schmerzklinik 🙂👍, ich werde mir die Seiten auf alle Fälle anschauen, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
                      Ich war vor vielen Jahren einmal in einer Migräne- und Kopfschmerzklinik in Königstein/Taunus und der Arzt dort hat sich nur meine CT- und MRT-Bilder angeschaut und gesagt: „Was ist denn mit Ihnen passiert?! Also an den Vernarbungen am Gehirn, daran kann man nix mehr ändern.“. Dann fragte er mich, ob ich ab und zu auch mal Rohkost essen würde. Ich bejaht das und sagte: „Na ja, ab und zu esse ich mal eine rohe Möhre, manchmal auch Tomaten und Paprika oder ein Stück Kohlrabi, Salat esse ich auch mal ganz gerne und ab und zu natürlich auch mal etwas Obst, aber ich bin kein Vegetarier. Eigentlich esse ich alles, was schmeckt“. Daraufhin meinte er, ich solle weniger Rohkost essen, weil das im Magen zu Alkohol umgewandelt werden würde und Alkohol löse ja bekanntlich Migräne aus (HÄÄÄ??? Alles klar, dachte ich. Nach dieser Theorie müßten ja dann alle Vegetarier und erst recht alle Veganer Alkoholiker sein.). Und dann nach einem relativ kurzen Gespräch verkaufte er mir ein sauteures Präparat, bei dem ich erst nach Verlassen der Klinik gesehen habe, daß es sich dabei um ein reines Vitaminpräparat bestehend aus Vitamin B2, Magnesium und ich glaube Vitamin C und noch irgendwelchen anderen Spurenelemente gehandelt hatte.
                      Also lange Geschichte kurzer Sinn, damit war dann auch meine allerletzte Hoffnung, wenigstens hier Hilfe zu erhalten, dahin!

                      Natürlich kenne ich mittlerweile all die Trigger, die Migräne auslösen können und natürlich weiß ich auch, daß hochdosiertes Vitamin B2 und noch einige andere Dinge die Migränehäufigkeit und -stärke reduzieren können. Ich habe sie auch schon mit mehr oder weniger Erfolg alle durchprobiert. Ich schlafe und trinke genug, versuche so weit wie möglich ein geregeltes und nach Möglichkeit stressfreies Leben zu führen und habe Hobbys, die mir Spaß machen und mich nicht überanstrengen. Ich habe mir schon den Atlaswirbel bei einer Therapeutin für „Atlasprofilax“ richten lassen, jahrelang Physio- und Manuelle Therapien sowie Faszientraining gemacht und auch schon jahrelang Tagebücher für meine Neurologin geführt, um herauszufinden, welche Auslöser bei mir genau vorliegen könnten, mit dem Ergebnis, daß wir es mittlerweile aufgegeben haben, weil wir nichts Spezifisches finden konnten. Beispiel: Manchmal habe ich meine Tage, dann esse ich mal Käse oder Zitrusfrüchte, oder Schokolade oder sonst irgendwas, was theoretisch auch eine Migräne auslösen könnte, und gleichzeitig regnet es draußen oder es schneit oder der Wind weht und ich komme erst sehr spät ins Bett usw., es sind also meist so viele Faktoren gleichzeitig vorhanden, daß sich daraus unmöglich etwas ableiten läßt.
                      Ich trage auch die richtige Brillenstärke, habe für nachts eine Aufbißschiene, mit der ich super zurecht komme, bei Sonnenschein trage ich auch wegen der Migräne immer eine Sonnenbrille, im Winter schütze ich Kopf und Nacken gegen die Kälte und ich verwende nur Parfüm, das bei mir keine Kopfschmerzen auslöst usw.
                      Und NEIN, Depressionen habe ich AUCH NICHT.

                      Aufgrund der Hirnblutung darf ich keine Triptane einnehmen, weil diese den Hirndruck erhöhen, und Anti-Epilleptika wie z. B. das „Topiramat“ möchte ich prophylaktisch auch nicht lebenslang einnehmen, weil ich damit total müde werde und mich bei der Arbeit überhaupt nicht mehr konzentrieren kann und Fehler mache, also bleiben bei Bedarf nur noch die Schmerztabletten und die „Vomex-A“ gegen Migräneübelkeit, die mich jedoch auch super müde macht und sogar meine Sicht einschränkt.
                      Das Ganze mache ich nun schon seit 25 Jahren so mit und hoffe eigentlich nur noch, daß es sich vielleicht irgendwann einmal mit dem Einsetzen der Wechseljahre bessern wird…

                      Bitte entschuldige für diesen langen Roman, aber in kurzen Worten lassen sich solche Dinge für fremde Menschen kaum verständlich erklären.

                      Nochmal vielen Dank für Deinen Tipp lieber Roland und viele liebe Grüße,

                      Eva

                  3. @liebe Nadine – danke! Aus meiner Schilderung kann man erkennen, dass niemandem von uns auf der Stirn steht was man erlebt oder nicht erlebt hat und somit voreilige Schlüsse nicht wirklich treffend sind.
                    Und das man sehr oft nicht von sich auf die anderen schließen kann.
                    Man kann zwei gleiche Menschen mit gleicher Erfahrung kontrontieren und trotzdem werden sie es anders erleben und unterschiedliche Dinge daraus lernen/mitnehmen.

                    Übrigens kenne ich keinen der Mal nicht zu Hause mit ungewaschenen Haaren abhängt.;-)
                    Was home office angeht, wenn ich sehr wichtige Telefonate führe – ergo muss verhandeln oder sehr souverän rüber kommen – ziehe ich auch zu Hause Büroschuhe an :-). Meine Stimme ist in der Tat dann eine andere, als wenn ich sag ich mal – habe ich auch – in der Unterwäsche im Sommer daheim sitze und arbeite.

            2. @Ombia: Da bin ich voll bei dir. Für mich ist das auch ein Zeichen von Selbstliebe und Selbstwert, mich für mich selbst zu pflegen/zurechtzumachen- gleichgültig, ob mich jemand sieht od. nicht. So, wie ich auch alleine für mich ein schönes/gesundes Essen koche o.ä. Und wenn ich es da schleifen lasse und achtlos mit mir umgehe, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass meine Seele SOS funkt und dann werde ich hellhörig. 😉

              (Aber das mag jeder anders handhaben und ich rede da nur von mir.)

              1. Ja, so habe ich es gemeint. Denn nach meiner Scheidung hat es lange gedauert, bis ich so weit war, dass ich mir Zeit nehme und mich für wichtig genug halte für mich täglich frisch zu kochen. Weil ich es wert bin. Auch trage ich schöne Sachen in Rahmen meiner Möglichkeit, weil jeder Tag für mich besonders ist. Ich warte nicht mehr auf die besonderen Momente.

                1. Liebe Eva, lies doch bitte noch mal ganz genau, was ich geschrieben habe- vor allem das, was ich in Klammern gesetzt habe. Eben genau um zu vermeiden, dass sich jemand angegriffen fühlt. 🙂

                  (Aber ich wiederhole es gerne nochmal: Ich rede da nur von mir. )

              2. Liebe Anna,

                ach mei, wer hat denn hier etwas von „schleifen lassen“ und „achtlos mit mir umgehen“ geschrieben 🙄???
                Meiner „Seele“ geht es gut, mach Dir um mich mal keine Sorgen 😉! Aber vielleicht solltest Du Dir mein Kommentar von gestern noch einmal durchlesen, dann kommen bei Dir evtl. auch keine solch irrigen Interpretationen dabei heraus. Sei doch einfach froh, daß Du noch so fit und gesund bist, um Dich jeden Tag für Dich selbst aufzuhübschen 😉!

                Viele liebe Grüße,
                Eva

    2. @liebe Nadine – warum kaufe ich neue Sachen bevor mir alte von Leib abfallen? Weil es mir sehr viel Spaß macht ein neues Kleid, tollen Wintermantel aus Wolle oder tolle Pumps zu tragen. Eine neue Kette zu entdecken. Aus Spaß. Weder beruflich noch privat trage ich abgenutzte Kleidung. Fühle mich so einfach nicht wohl. Auch zu Hause und nur zum rumgammeln trotzdem Pyjama das noch Farben und Form behalten hat. Ja, ich kaufe mir extra Kleidung für zu Hause. Ich besitze überhaupt nicht viel Klamotten und mein Schrank ist halb leer, aber alles was drin ist liebe ich und trage gerne. Ich trage gar nicht gerne uralte Sachen, gönne es aber jedem der es gerne trägt. Selbst meine Socken für zu Hause müssen schön sein. Und das alles längst vor Konmari.

      1. Liebe Ombia,

        das klingt doch super. 🙂 Ich gehöre eher zur Gammelfraktion was Kleidung für zu Hause angeht, aber bin immer wieder beeindruckt von Freunden, die zu jeder Zeit stylisch aussehen. Dafür bin ich dann zu faul. 😀

        1. Und dann wiederum beeindruckst Du viele vermutlich mit Deiner durchdachter Hautpflege. Will sagen, das sind keine Gaben, sondern einfach nur Interessen. 🙂 Und die sind bei jedem anders ausgelegt.

  28. schon klar, dass die versandkosten im preis stecken. es wird also immer einen shop geben, der es „umsonst“ macht. ich würde das nicht von oben regulieren wollen.

    schuhe kaufe ich kaum online, ich muss material und gewicht erst mit den händen testen.

    kleidung kommt gerne online und es geht auch viel zurück. die langen arme und langen beine habe ich mir nicht ausgesucht und kaum ein shop gibt mehr als die konfektionsgröße an.

    bei deko und büchern und musik reicht mir alles digital und meine hobbykäufe (tücher und taschen) geschehen nicht online. ich stehe auf inszenierte einkaufserlebnisse.

  29. @Eva: Hallo Eva,

    ich hoffe, Du bekommst das jetzt nicht in den falschen Hals, aber: Wer um Gottes Willen hat Dir erklärt, dass Triptane den Hirndruck erhöhen? Das ist absoluter Nonsens. Triptane greifen an den Nervenbotenstoffen im Gehirn an, die bei der Migräne eine Rolle spielen, unter anderem an den Serotonin-Rezeptoren und vermutlich auch am CGRP (Calciton Gene Related Peptid). Ich bin selten so direkt, bitte entschuldige, aber wenn ich lese, wie Du unter der Migräne leidest, dann kommt mir der Verdacht, dass es Dir leider wie hunderten von meinen Patienten geht, die ich in den letzten 12 Jahren mit Migräne und Kopfschmerzen behandelt habe. Die ärztliche Versorgung von Migränebetroffenen ist eine Katastrophe und das Wissen um diese Erkrankung sowohl bei Kollegen wie auch den Patienten leider nicht immer gut. Du hattest neulich ja mal Deine Krankengeschichte gepostet und aus dem, was ich da gelesen habe, ergibt sich keine Kontraindikation für Triptane, natürlich mal unter Vorbehalt vielleicht sonst nicht bekannter Details. Aber: Ein Schädel-Hirn-Trauma in der Vergangenheit ist KEINE Kontraindikation für Triptane. Wer auch immer Dir das erzählt hat, hat keine Ahnung von der Wirkungsweise dieser segensreichen Medikamente. Klar, es gibt Kontraindikationen wie Z.n. Schlaganfall und Herzinfarkt, aber selbst das wird inzwischen sehr differenziert betrachtet. Wir behandeln bei uns in der Klinik auch 85jährige mit dieser Substanzgruppe. Ich leite bei uns die Migräne-und Kopfschmerzgruppe und bin selbst Migränebetroffener, Du kannst also davon ausgehen, dass ich mich mit der Materie mehr als nur gut auskenne.
    Ich würde Dir wirklich empfehlen, unbedingt eine Zweitmeinung im Hinblick auf den möglichen Einsatz von Triptanen einzuholen, meiner Meinung nach müsste ein Einsatz bei Dir gut möglich sein. Bei längeren Attacken eignet sich z.B. Allegro 2,5 mg sehr gut, ist ein sehr lange aber recht mildes Triptan, ich kombiniere es oft mit 250mg bis 500mg Naproxen. 
    Es gibt inzwischen 7 verschiedene Triptane mit unterschiedlichen Charakter, aber allen gemeinsam ist eine sehr hohe Verträglichkeit.
    Triptane sind nicht gefährlich und „Hammermedikamente“ sondern wirken sehr spezifisch auf die Mechanismen der Migräne ein. Es könnte also gut sein, dass Dir eine gut verträgliche und auch für Dich zur Verfügung stehende Behandlung nicht angeboten wird aus eigentlich nicht nötigen Ängsten vor unerwünschten Wirkungen.
    Richtig ist: Triptane sollten nicht in einer Auraphase eingenommen werden (da keine Wirkung. Das früher diskutierte Risiko der Gefäßverengung ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie angenommen.. Quelle. DGPPN 2018 Migränesymposium). Richtig ist: Triptane sind gefäßaktiv, sie verengen die in der Migräne geweiteten Gefäße. Sie erhöhen aber NICHT den Hirndruck. Wie sollten sie das denn tun? Eine Hirnblutung, die aufgrund von traumatischen Einflüssen vor zig Jahren stattgefunden hat, ist KEINE Kontraindikation. Ich behandle selbstverständlich Patienten mit einer solchen Vorgeschichte mit Triptanen und das seit Jahren sehr erfolgreich.

    Topiramat ist sehr gut wirksam aber auch sehr tricky, aber bei weitem nicht die einzige Substanz, die für eine mögliche Prophylaxe zur Verfügung steht. Es gibt jede Menge gut verträglicher Medikamente, die bei einer häufigen Migräne zum Einsatz kommen können im Hinblick auf angestrebte Reduktion der Attacken. Etwa 30 Prozent bricht die Vorbeugung ab, weil sie durch Nebenwirkungen keinen wirklichen Vorteil haben in der Lebensqualität. Aber heißt im Umkehrschluss: bei 70 Prozent der Migräniker, die eine Prophylaxe benötigen, gelingt es dann halt doch, was passendes zu finden.

    Machst Du regelmäßig progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen? Falls nein: wäre sehr sinnvoll, Studien haben bis zu 50% Migränereduktion nach gewiesen. Für Migräniker nicht so leicht zu lernen, weil deren Gehirn anders „taktet“ und sie oft ungeduldig sind im Erlernen von so was. Aber es lohnt sich. Die Schmerzklinik Kiel hat ein sehr gute kostenlose App, kann ich Dir unbedingt empfehlen.

    Ich hätte Dir eine Atlastherapie unbedingt ausgeredet. Migräne entsteht nicht von der Halswirbelsäule, sondern ist eine genetisch getriggerte Veranlagung, die viel mit Reizverarbeitung und mangelnder Habituation des Gehirns an wiederkehrende Reize zu tun hat. Der Migränebetroffene steht praktisch ständig „hirnstoffwechseltechnisch“ unter Hochspannung und das kostet Energie. Wenn das Fass überläuft, dann kommt es zur Migräne. Ob Dein Unfall da eine wesentliche Rolle spielt, wird Dir nie jemand beantworten können. Falls Migräne in Deiner Familie aufgetreten ist, dann kannst Du davon ausgehen, dass du die über 38 Risikogene geerbt hast.
    Hier mal ein interessantes Interview von Professor Göbel, dem „Papst“ der Kopfschmerzforschung in Deutschland:

    https://www.general-anzeiger-bonn.de/ratgeber/fit-und-gesund/wenn-der-kopfschmerz-das-leben-bestimmt_aid-43721127

    Hier noch der spezielle Link für die Internetseite „Migränewissen“. Links in der Liste findest Du auf der Webseite wirklich ALLES, was Du dazu wissen musst.
    https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/

    Wenn Du das durchgelesen hast, dann weißt Du mehr als 95% aller ärztlichen Kollegen über die Krankheit. Leider, muss man sagen. Die Not der Betroffenen ist groß, die Versorgung eine. Katastrophe.

    Liebe Eva, ich kann Dir aus der Ferne natürlich nicht sagen, ob meine Überlegungen zu den Triptanen für Dich zutreffen, aber ich möchte Dich unbedingt ermutigen, bezüglich eines möglichen EInsatzes nochmal eine Beratung in Anspruch zu nehmen/ Zweitmeinung einholen. Es wäre ja wirklich tragisch, wenn Du von diesen Substanzen profitieren könntest aber es nicht tust.

    Liebe Grüße
    Roland

    1. Und nein, die Migräne kommt nicht vom Darm. Das Mikrobiom des Darms ist sicherlich inzwischen in den Fokus gerückt, was viele Erkrankungen anbelangt bis hin zur Depression und Demenz. Der Wissensstand im Hinblick auf die genetischen Komponenten der Migräne und den Mechanismen im Hirnstoffwechsel, die bereits bis zu 36 Stunden vor einer Attacke entstehen, sind weltweit zweifelsfrei in zahlreichen Untersuchungen bestätigt. Ernährung spielt insofern eine Rolle, dass gewisse Nahrungsmittel wohl Migräne triggern können (Käse, Rotwein) und bei manchen wird auch eine gewisse Histaminempfindlichkeit diskutiert. Ich persönlich bin ein Verfechter von blutzuckerstabilisierender Ernährung wie Logi-Kost bei Migräne, da Untersuchungen erbeben haben, dass Schwankungen im Energiehaushalt eindeutig Migränetrigger sind. Bei sehr häufig in den frühen Morgenstunden auftretenden Migräneattacken hilft oft, am späteren Abend noch komplexere Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, etwas, was gerade völlig den Empfehlungen widerspricht. Es ist heute ja modern, am Abend eher eiweißreich zu essen. Für Migräniker könnte das genau einen Schuss in den Ofen werden, da viele von ihnen nach vier bis fünf Stunden nach dem Einschlafen durch die circadianen Rhythmen mit Migräne aufwachen.
      LG
      Roland

    2. Lieber Roland,

      VIELEN, VIELEN DANK für Deine Mühe und für all die Infos, die Du für mich zusammengetragen hast!!! Ich kriege jetzt aber schon ein schlechtes Gewissen, ich wollte hier wirklich niemanden mit meiner blöden Krankengeschichte traktieren, manch ein Kommentar konnte ich bloß einfach nicht so stehen lassen 😔!

      Zum Thema Triptane hat mir meine Neurologin einst nur diese Geschichte mit den möglichen und in meinem Fall dann lebensgefährlichen Nebenwirkungen wie einer Erhöhung des Blut- und Hirndrucks erzählt, was zu einer erneuten Hirnblutung führen könnte, und daß es als mögliche Nebenwirkung auch zu einem Anschwellen des Halses und damit zu Atemnot führen könne. Da ich seit meiner Trachealstenosen-OP eine paramediane Rekurrenzparese habe und unter einem inspiratorischen Stridor – vor allem bei körperlicher Belastung – leide, und neben der Stimmbandparese auch der dazugehörige Aryknorpel einen Teil des Luftröhreneingangs bedeckt, war das dann die andere Kontraindikation bzgl. Triptane. Denn schon bei der kleinsten Erkältung bekomme ich Atemnot, dann allerdings auch schon im Ruhezustand. Eine Vocal-Cord-Dysfunktion wurde jedoch bereits ausgeschlossen.
      Daß Triptane bei 1/3 der Patienten nicht wirksam wären, hatte sie mir damals auch erklärt – aber klar, immerhin entfalten sie dann bei 2/3 der Patienten ihre Wirkung und das ist ja nicht wenig. Da ich jedoch das Novaminsulfon gut vertragen hatte und mir andere Schmerzmittel nicht geholfen hatten, bin ich letzten Endes beim Novaminsulfon geblieben.

      Die Informationen und Verlinkungen, die Du mir zu diesem Thema geschrieben bzw. geschickt hast, werde ich mir auf alle Fälle durchlesen, denn ich habe mich seit dieser oben erläuterten Aussage meiner Ärztin nicht mehr weiter mit dem Thema Triptane beschäftigt.

      Von der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen habe ich auch schon gehört, ich muß jedoch ehrlich zugeben – wie Du es auch schon treffend beschrieben hast -, daß ich mir nie etwas daraus gemacht habe, weil ich mir immer denke: Bei einem Migräneanfall, den ich meist schon am frühen Morgen habe (darauf wache ich meist auf), versuche ich schon, im Bett zu bleiben und mich zu entspannen, aber wenn die Arbeit ruft, muß ich aufstehen und funktionieren, denn niemand der nicht selbst schon einmal eine richtige Migräne gehabt hatte, versteht meine Situation. Und ja, ich bin auch ein sehr ungeduldiger Mensch und auf manchen Gebieten ein totaler Perfektionist, womit ich mir das Leben manchmal selbst schwer mache, aber das ist nun mal meine Natur und dagegen komme ich selbst nur sehr schwer an.

      Die Atlastherapie war für mich einen Versuch wert, da ich auch mit den Kiefergelenken Probleme habe und seit meinem Unfall mit halbseitiger Lähmung rechts und einer Weber-C-Fraktur am linken Sprunggelenk ein Bein plötzlich um ca. 1 cm kürzer geworden ist. An meiner Migränesituation hat die Atlasprofilax jedoch leider nichts verändert – klar, die Folgen/Narben der Hirnblutung werden dadurch ja schließlich nicht beseitigt -, aber es hat auch zum Glück nichts schlimmer gemacht. Immerhin war ich danach um 2,5 cm größer, was bei einer Körpergröße von nur 1,55 m auf nunmehr 1,575 m für mich schon etwas Tolles wenn auch ursprünglich nicht beabsichtigt gewesen war 😉. Meine Physiotherapeutin, die u. a. Spezialistin für CMD ist und auch Prototherapie / IPM-Analyse macht, hat meine Migräne anhand der von mir geschilderten Symptome und nach etlichen Tests als typische Trigeminus-Migräne diagnostiziert/eingeschätzt, weshalb sogar schon die Überlegung im Raum gestanden hatte, evtl. eine Neural-Therapie mit Botox machen zu lassen, aber davor habe ich ehrlich gesagt Angst, denn das muß schon wirklich sehr gekonnt sein, sonst kann das an der falschen Stelle eingesetzt auch einen großen Schaden anrichten.

      Richtige Migräne mit Übelkeit und/oder Auren hatte in meiner Verwandschaft bislang angeblich noch niemand gehabt. Unter einem Aura leide ich übrigens nicht, das Einzige, was ich manchmal 1 bis 2 Tage vor einer Attacke habe, ist Heißhunger auf Süßes. Ich trinke auch nie Alkohol, weil ich es nicht mag und davon auch immer husten muß und bin schon seit meiner Geburt ewiger Nichtraucher. Käse esse ich leider sehr gerne und bekomme von bestimmten Sorten auch fast immer eine Migräne-Attacke, deshalb esse ich Käse mittlerweise nur noch mit Bedacht und viel seltener, wie ich es eigentlich gerne tun würde.
      Was Du mir in Deinem anderen Kommentar geschrieben hattest mit den Kohlehydraten und Zucker, das trifft voll und ganz auf mich zu: Sobald mein Blutzuckerspiegel zu stark absinkt und ich nicht rechtzeitig etwas Vermünftiges essen UND auch genügend trinken kann, kommen die Schmerzen; nicht immer als Migräne, manchmal sind es auch „nur“ Kopschmerzen, wogegen auch schon die Einnahme von 1000 mg ASS hilft, aber die Schmerzen kommen. Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac habe ich übrigens auch schon alle durch, haben alle nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. ASS und Novaminsulfon sind daher z. Zt. meine Standard-Medikamente, die ich bei Bedarf einnehme, sowie die Vomex-A Dragees bei Übelkeit.

      Die Verlinkungen, die Du mir zugeschickt hast, lieber Roland, werde ich mir auf alle Fälle mal in Ruhe anschauen, vielleicht kann ich daraus noch irgend etwas Hilfreiches für mich entnehmen. Nach nunmehr 25 Jahren hat man als Schmerzpatient irgendwann natürlich auch schon seine eigenen Wege gefunden, die einem bis zu einem gewissen Grad helfen können, eine mehrere Tage andauernde Attacke irgendwie körperlich wie auch psychisch zu überstehen, aber ich bin für jeden Ratschlag wirklich sehr dankbar 😌! Daher noch einmal: VIELEN VIELEN DANK FÜR DEINE UNTERSTÜTZUNG LIEBER ROLAND UND VIELEN DANK AUCH AN ALL DIE ANDEREN LESER HIER FÜR DIE VIELEN TIPPS, DIE ICH VON EUCH BEKOMMEN HABE, DANKE VIELMALS 👍👍👍!!!

      Gute Nacht und viele liebe Grüße,
      Eva

  30. Guten Morgen, Eva!

    Ich will Dich nicht zu was überreden, das darfst Du nicht falsch verstehen, aber ich habe eben diese Geschichten mit der angeblichen Gefährlichkeit von Triptanen schon so oft gehört, dass es mir zu den Ohren rauskommt. Deine Neurologin mischt leider ein paar Sachen durcheinander. Also, zuerst einmal wirken Triptane bei etwa 85 Prozent. Das erste, Sumatriptan, kann 1993 auf den Markt. Wir haben in den über 25 Jahren Erfahrung in der Medizin über 10 Millionen Daten zu dieser Substanzklasse, es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass sie schädlichen Einfluss nehmen. Es gibt die Limitierung der Einnahme auf max 10 Tage im Monat zur Vermeidung eines Übergebrauchs, aber sonst unter Beobachtung der Kontraindikationen sind das sehr sichere Medikamente. Triptane führen NIEMALS zu einem Anschwellen des Halses, es sei denn, man reagiert allergisch. Was Triptane manchmal machen, sie führen zu einem Gefühl eines kratzigen Halses oder thorakaler Enge. Aber da gibt es kein morphologisches Korrelat dazu. Wenn man ein Triptan mit einem Schmerzmittel wie Naproxen zusammen einnimmt, lässt sich diese sehr selten auftretende unangenehme Empfindung sogar noch weiter reduzieren. Außerdem gibt es Unterschiede in den Triptanen selbst, Sumatriptan macht es z. B. etwas mehr als andere. Das Frovatripran setze ich sehr häufig ein und darunter hat in über 10 Jahren noch NIE ein Patient über diese Missempfindungen berichtet.
    Die progressive Muskelrelaxation solltest Du auf keinen Fall in einer akuten Attacke üben. Das kann nicht funktionieren und ist auch nicht dienlich. Vielmehr übt man regelmäßig an den gesunden Tagen. Das Ziel, und das ist in vielen internationalen Studien gut belegt, ist es, dadurch die Schwelle zur Migräne zu verändern. Die PMR nach Jacobsen hat von allen Nicht-Medikamentösen Behandlungen mit die beste Datenlage. Bis zu 50 % weniger Migräne.
    Du hast nicht eine Trigeminus-Migräne sondern der Trigeminus ist in der Attacke IMMER mit aktiviert und wesentlich beteiligt. Deshalb haben viele Migräniker Schmerzen am oder hinter dem Auge, den Zähnen, bekommen ein taubes Gesicht oder bis in die Ohren ziehend. Eine Neuraltherapie für den Trigeminus ist Quacksalberei bei Migräne.
    Botox wird in der Migräne sehr erfolgreich eingesetzt, aber dann nach einem bestimmten Schema, dem Preempt Protokoll. Das sind über 30 Positionen, die gespritzt werden, aber das ist keine Trigeminusbehandlung.
    Ich kann Dir wirklich nur empfehlen, Dich einzulesen in die Informationen der Kieler Klinik und vielleicht schaust Du mal bei headbook vorbei. Da sind so viele mit ähnlicher Geschichte und man kann so oft viel besser helfen als auch bei Dir momentan. Ich arbeite übrigens nicht in Kiel, halte die Klinik und die Arbeit von Prof. Göbel aber für bahnbrechend für die Kopfschmerzpatienten in Deutschland.
    Es lohnt sich deshalb wirklich, auf den verlinkten Seiten reinzulesen.
    Und ich glaube, KK hält es ganz gut aus, wenn es hier auch mal um was anderes geht. Sein Blog ist breit aufgestellt und immerhin wird am Mittwoch von den Gästen gekocht😁.
    Viele Grüße
    Roland

    1. Hallo lieber Roland,

      ich danke Dir für Dein positives Feedback 😌!
      Es ist schon in Ordnung, ich fühle mich von Dir nicht zu etwas gedrängt. Es war bloß nicht meine Absicht, hier ein so großes Faß aufzumachen. Ich kann natürlich sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlen magst, wenn Du Geschichten wie die Meine hörst, und dann denkst, das stimmt so aber nicht ganz, was manche Ärzte da ihren Patienten erzählen. Sicherlich, dieses Gespräch mit meiner Neurologin über Triptane liegt bereits über 20 Jahre zurück und seitdem hat sich in der Medizin und Forschung bestimmt schon einiges getan, aber ich hatte aus den genannten Gründen Triptane irgendwann überhaupt nicht mehr auf dem Schild und quasi ad acta gelegt.

      Die maximal 10 Tage Tabletteneinnahme im Monat versuche ich auch einzuhalten, so viele Tabletten verschreibt mir meine Neurologin aber sowieso nie. Und wenn ich das Gefühl habe, es handelt sich bei den auftretenden Schmerzen wahrscheinlich nur um Kopfschmerzen und es stellt sich keine Übelkeit ein, versuche ich es zunächst immer mit ASS.
      Die Problematik mit Sumatriptan habe ich auch mitbekommen und das mit der Enge im Thorax wäre für mich schon ein massives Problem, sollte es unvermittelt doch auftreten, daher bin ich Triptanen gegenüber auch lieber etwas vorsichtig. Das mit Frovatriptan evtl. auch in Kombi mit Naproxen (das Naproxen alleine hilft mir leider nicht) werde ich bei meinem nächsten Besuch bei der Neurologin aber ansprechen und mal schauen, was sie dazu sagt. Das Novaminsulfon hilft mir nämlich leider auch nicht immer, obwohl ich bei der ersten Dosis meist mit 750 mg beginne und wenn das nach ca. 2 Stunden noch gar keine Wirkung zeigt, nehme ich nochmal 500 mg. Und wenn das dann auch nicht hilft, versuche ich durchzuhalten, was anderes bleibt mir nicht übrig.

      Auf diese Trigeminus-Geschichte ist meine Physiotherapeutin auch nur deshalb gekommen, weil ich ihr erzählt hatte, daß ich die Migräneschmerzen nicht nur IN den Augenhöhlen habe, sondern mir auf Druck auch die Augenbrauen oberhalb der Nasenwurzel und die Schläfen schmerzen, ich also quasi auch Gesichtsschmerzen habe (soviel zum Thema, warum ich auch mal froh bin, Fünfe gerade sein lassen zu dürfen und mich Zuhause nicht immer hübsch machen zu müssen). Manchmal tun mir auch die Kiefergelenke weh, was ich jedoch erst seit einer im Jahr 2006 zu niedrig gemachten Teilkrone habe, wodurch dann andere Zähne gewandert sind und ich seitdem auch noch Probleme mit der Okklusion von Ober- und Unterkiefer bekommen habe, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, es hat bloß alles noch verschlimmert, sprich die Migränehäufigkeit hat seitdem zugenommen. Ich bin wegen CMD und einer leichten Progenie aber auch schon seit Jahren in Behandlung.

      Lieber Roland, ich bleibe mit den vielen neuen Informationen, die ich nun hier von Dir erhalten habe, auf alle Fälle dran. Im Februar ist mein nächster Termin bei der Neurologin und da werde ich das Thema Triptane nochmal ansprechen. Auch werde ich mich bzgl. eines Kurse für PMR nach Jacobsen mal erkundigen. Da mein Unfall damals auf dem Schulweg als BG-Unfall gewertet worden ist, bekomme ich dafür bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten sicherlich auch Unterstützung von der Unfallkasse.

      Noch einmal vielen, vielen Dank für Deine Hilfe in dieser Sache lieber Roland und danke auch dafür, daß Du mit uns hier immer mal wieder Dein fachliches Wissen teilst, das ist nicht selbstverständlich 😌👍!!!

      Ich wünsche Dir noch einen schönen und hoffentlich nicht zu stressigen Tag und viele liebe Grüße,

      Eva

      1. Lieber Roland,
        was ist denn in so einem Fall wie Evas von CGRP-Antikörpern zu halten? Die sind doch für Patienten mit mehr als vier Migränetagen pro Monat gedacht. Oder sind die Erfahrungen damit noch nicht so groß, dass Du dazu was sagen kannst? Das würde mich als auch von Migräne betroffene Interessieren, auch wenn ich Gott sei Dank meistens weniger Migränetage habe. Kannst bzw. magst Du dazu was sagen?
        Herzliche Grüße

        Sam

        1. Hallo liebe Sam!
          Die neuen Antikörper, die seit Oktober 2018 verfügbar sind und mit inzwischen drei Varianten mit etwas unterschiedlichen Wirkansätzen sind sehr vielversprechend. Besonders positiv ist die wohl sehr gute Verträglichkeit, Nebenwirkungen fast auf Placebo-Niveau. Ich muss zugeben, ich dachte am Anfang, da kann auch keine gute Wirkung haben, wenn es kaum Nebenwirkungen hat. Die Studien sind aber ziemlich überzeugend. Man könnte sagen: für einen Teil der Migränebetroffenden sind diese neuen Substanzen wirklich ein Segen. Ich habe gerade heute eine Patientin entlassen mit 40 Jahren Migräne, inzwischen chronifiziert. Die hat alles durch. Im April 2019 erstmals die neuen Antikörper und bereits nach der ersten Gabe Reduktion der Migräne von 10-15 Tage im Monat auf zwei Attacken mit je zwei Tagen. Solche Erfolgsgeschichten gibt es immer wieder, will aber nicht verschweigen, dass ich auch bereits mehrere hatte, die diese Substanzen als frustran und ohne Effekt erlebt haben.
          Wenn Du jetzt fragst, warum bekommt die dann nicht jeder ? Der Preis: die liegen bei 700 bis 1000 Euro im Monat. Ein Betablocker kostet so um die 6,50 Euro. Da ist klar, dass die Krankenkassen nicht hurra schreien. Das ist der Grund, warum es zur Verordnung Limitierungen gibt. TK und BKK verlangen zum Beispiel, dass Du, bevor Du die Antikörper bekommst, erstmal FÜNF Prophylaktika probiert haben musst aus den Leitlinien und die als nicht hilfreich erlebt wurden. Erst dann ist eine Verordnung dieser neuen Substanzen möglich. Macht ja auch zum gewissen Maße Sinn, wenn man 10000 Euro im Jahr bezahlen muss statt vielleicht 500 oder noch weniger, dann will man natürlich schon den Beweis, dass es sich lohnt.
          Man kann also sagen: Ja, Antikörper gegen Migräne bei entsprechender Indikation unbedingt, sie sind sehr gut verträglich und die Akzeptanz ist hoch. Aber: die anderen vorbeugenden Medikamente sind damit nicht hinfällig. Auch Botox funktioniert oft sehr gut, aber eben auch nicht bei jedem.
          Und: Kein vorbeugendes Medikament macht die anderen, nicht-medikamentösen Strategien obsolet. Gleichmässiger Lebensrhythmus, ausgeglichenes psycho-vegetatives Regulierungssystem, leichter Sport, Entspannung, gute Schlafqualität usw.. wir reden ja über eine Veranlagung zu „energetischen“ Krisen und da hilft eben auch außerhalb der Medikation auch viel.

          Kein Antikörper kann (zumindest bis jetzt) einen Organismus so abschirmen, dass er immun ist gegen Einflüsse in diesem Bereich. Vielleicht kommen wir ja mal dazu, dass es das gibt.
          Übrigens: diese Antikörper sind auch interessant im Hinblick auf Strategien zur Blockierung des CGRP im Anfall. Es laufen Studien mit Medikation, die auch über diese Mechanismen funktioniert, als Tablette verfügbar. Anderer Ansatz als die Triptane, aber sehr vielversprechend. Da kommt sicherlich relativ zeitnah noch ein völlig anderer Behandlungsansatz auf den Markt – vorausgesetzt, die initialen Studien sind weiter so positiv in der Entwicklung. Aber da geht noch einiges Wasser die Donau runter, bis das spruchreif ist.
          Viele Grüße
          Roland

          1. Lieber Roland,
            vielen Dank für Deine ausführliche und wirklich informative Antwort. Das klingt sehr spannend, zumal Du auch aus der Praxis berichten kannst. Und ja, Du hast vollkommen recht. Migräne ist eine vielschichtige Krankheit, bei der man auch die nicht-medikamentösen, vorbeugenden Maßnahmen nicht vergessen darf. Möglichst kein Stress sagt sich aber oft wesenlich leichter, als es sich dann in der Realität darstellt. Und guter Schlaf und Wechseljahre schließen sich leider bei mir so ziemlich gegenseitig aus. Dumm gelaufen. 😉 Auf jeden Fall aber danke, dass Du Dir für so etwas immer so viel Zeit nimmst.
            Herzliche Grüße
            Sam

            1. Hallo Sam,
              es geht gar nicht so sehr darum, ob wir Stress haben sondern eher darum, was der mit uns macht und in einer Dosis. Der menschliche Organismus ist ja ein sehr anpassungsfähiger und ich ermutige Patienten zuerst immer mal dazu, das auch als eine Fähigkeit annehmen zu können.
              Wichtig im Hinblick auf Stress ist es, wieviel Kontrolle wie über ihn haben und ob es Möglichkeiten gibt, ihn auch auszugleichen. Migräne kommt übrigens nicht so sehr im Stress, sondern wenn der nachlässt. Das hat damit zu tun, dass das Gehirn eines Migränikers nicht so gut mit Veränderungen im Lebensrhythmus umgehen kann. Es ist also vielmehr die Schwankung, die dann die Migräne auslösen kann.
              Klar, wenn jemand unter ständiger Anspannung steht, dann wird das auf Dauer als ein Baustein dazu beitragen, dass der Organismus als System belastet wird und die Schwelle zur Migräne sich dann verändert. Aber es spielen eben noch so viele andere Faktoren wie Hormone usw. auch eine Rolle. Reduziere Stress und die Migräne ist gut, das funktioniert nicht. Andersrum : wenn Du Migräneneigung hast, schau mal ob eine verbesserte Stressbewältigung mit allem, was dazu gehört, eine mögliche Verbesserung ermöglicht. Häufig ja. Aber die Erkrankung ist eben so komplex, das kann nur ein Baustein sein.
              Viele Grüße
              Roland

Kommentare gern gesehen! (Keine Anmeldung nötig)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.