LIFESTYLE: DAS TRASHWONDERLAND ÖFFNET WIEDER SEINE TORE * IBES 2019

Pupsen, Popeln, Pommes aus Maden, alles wie gewohnt, alles so schön eklig und trashig, dass das Einbildungsbürgertum bereits nach der 1. Folge das Abendland wieder einmal in Schutt und Asche wähnt. Und ja, ich mag diesen Trash und schere mich nicht darum, was das nun über meinen Charakter aussagt, oder eben auch nicht. Ich habe aber nach der Eröffnungsfolge von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ Hoffnung, dass es wieder aufwärts geht mit diesem wertvollen Fernsehformat, denn alle Zeichen stehen auf Zoff, Sex und Wahnsinn…

 

 

In den letzten Jahren gehörte es ja unter Z-Promis zum guten Ton, für ein paar Tausender möglichst regungslos und schnarchend auf auf einer ollen Pritsche im australischen Dschungel vor surrenden Kameras dahinzuvegetieren. In diesem Jahr scheint es anders, und auch die fast völlig unbekannte Schar der Promidarsteller wirkt unheimlich motiviert.

Vielleicht liegt es an den 100.000 Euro, die die Siegerin oder der Sieger zum Ende der kindersicheren Kombination aus The Hunger Games und Circus Maximus abstauben kann? Oder ist das Ensemble dieser Parallelwelt einfach nur froh, dass ihnen endlich mal wieder jemand zuhört? Entsprechend schnabulieren sie sich gleich in der ersten Folge um Kopf und Kragen.

 

Das Who is Who…von Entenhausen?

Dabei sind alle Rollen wieder einmal stereotyp besetzt: Die Doofen, die Blonden, die doofe Blonde, die ehemals Blonde mit so viel Plastikholz vor der Hütte, sodass sich der Rest des Körpers scheinbar zum Löschen der Gehirnfestplatte entschieden hat.

Der glutäugige und immer bereite Vorzeigeitaliener Domenico, der seine Augenbrauen offensichtlich mit schwarzem Edding und einer scharfkantigen Malschablone auffrischt. Er ist eindeutig handfeste Konkurrenz für den ehemaligen Camper „Professor Ortega“, denn das Kanalsystem seines Gehirns ähnlich leergespült. Kostprobe? „Ich bin Italiener“, sagte er, „ich habe Feuer, und da lässt man das Feuer ab und zu mal in freier Laufbahn laufen.“ Yesss!

Zu ihm gehört seine Ex, die sehr, sehr blonde Evelyn, die fernsehtauglich beim „Bachelor in Paradise“ mit ihm Schluss machte, weil er zwar ewige Liebe versprach, aber zu Hause schon seine Freundin mit ansehnlichem Babybauch auf ihn wartete. Da geht doch wieder was, denkt sich der geschulte IBES-Zuschauer, und ja, sogleich in der ersten Folge wird geflirtet bis Dr. Bob kommt. Bei den beiden Superbrains geht es sicher noch heiß her, ausgehend von einem bekannten Sprichwort…

 

Bromance und `ne gute Story

Ach ja, dann ist da ja noch die „Bromance“ zwischen dem Currywurst-Mann (Chris Töpperwien, Besitzer eines Currywurst-Trucks) und Pipi-Yotta (Bastian Yotta, Erfinder von Kalendersprüchen). Die beiden scheinen sich derzeit bis aufs Blut zu verabscheuen, gute Voraussetzungen für fotogene Paarübungen bei den Dschungelprüfungen.

Bereits nach 15 Minuten nervt Idyotta, der Mann mit dem Fassadenkörper, mit seinen 90er Jahre Motivationsweisheiten, also durch penetrantes „Storytelling“ zu seiner Marke „Der Yotta“: Der ehemals dicke, arme und unglückliche Basti, der schon kurz davor war sich vom Hochhaus zu stürzen, bis er sich ein paar Mal „Ei äm schtrong, Hälssie and fuhl of Änerdschie“ zusäuselte und damit reich, muskulös und berühmt wurde. Oder so ähnlich. Das toppt nur noch die „Story“ von Ernährungs-Erlöser Bas Kast, der medienwirksam seine schlimme Herzerkrankung allein und ausschliesslich durch eine Ernährungsumstellung (powered by Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) bewerkstelligt haben will, die man ihm nun kostenpflichtig aus den Händen reisst. Merke: Zu einem wirklich erfolgreichen Geschäftsmodell gehört immer auch eine gute Story!

 

Die Bemitleidenswerte

Nicht so gut ist die Story von Sybille Rauch, die wahrscheinlich jede Scheisse erlebt hat, die das Leben so bereit halten kann. Offensichtlich wirkt die Frau dermaßen zerbombt, dass man sie fast schon mitleidig wieder nach Hause schicken möchte, inklusive der Siegprämie und nem dicken Butterbrot. Aber nein, sie lässt lieber durchblicken, dass noch sexuelle Energie in ihr schlummert, und sie auch schon ein Auge auf den einen oder anderen Campbewohner (gerne auch ausserhalb ihrer Altersliga) geworfen hat.

Gleichberechtigung im Dschungelcamp: Nach all den lüsternen Tattergreisen, nun der Cougar mit leichten Erinnerungslücken. Verstörend auch ihr Versuch eine „Pizza“ aus pürierten Maden, Emublut und (ganz stilecht) Stierpenis mit ihrer (beinahe) gesamten Faust in die schier unendlichen Tiefen ihres Schlundes zu versenken, um die Dschungelprüfung zu bestehen. Brrrr…

 

Sex sells…not

Um mal beim Sex zu bleiben: Die selbsternannte „Sexpertin“ und Sexpodcast Betreiberin Leila Low(budget)fire gibt sich derweil vor den gierigen Kameras so, als wolle sie mit dem erhofften 100.000Euro Gewinn eine Mädcheninternat eröffnen. Wenn die meint, sie könne mit „Ich schlucke“ und ihren nackten Brüsten schockieren, oder wenigstens Aufmerksamkeit erregen, dann legt sie bei einem eventuellen Kinderwunsch wohl auch Vogelfutter für den Klapperstorch auf die Fensterbank. Peinlich eindimensional und altbackener als die vom Leben zerfledderte Sybille Rauch.

 

Die Nervensägen…

Die Nervensäge ist auch schon ausgemacht. Obwohl…es sind eher gleich zwei. Alienstimmenimmitator Tommi Pieper, der mit einem fulminant-senilen Sprechdurchfall bereits nach 10 Minuten alle, aber auch wirklich alle nervt. Und dann noch eine der „ruhestörendsten“  Gemany´s Next Topmodel Kandidatinnen ever, ever, ever: Gisele. Nein, nicht Bündchen, so weit kommts noch. Gisele Dingens, die Fledermaus-artig heulend, kreischend und Schwanz einziehend geradezu vorbildhaft dafür sorgt, von den wahlberechtigten Sadisten Zuschauern in die kommenden zehn schlimmsten Dschungelprüfungen gewählt zu werden. Hat die sich nicht wenigstens mal EINE Folge von IBES angeschaut?

Auch die anderen Kandidaten zeigen Potenzial, es reicht aber (noch) nicht unbedingt für eine Erwähnung. Ausserdem habe ich kaum Zeit nochmal schnell die Schreibweise ihrer Namen zu googeln, denn die zweite Folge IBES beginnt gleich. Bis dahin muss ich noch die Chipstüte bereitlegen und das Onlineabo der FAZ und der Süddeutschen für die nächsten zwei Wochen kündigen. Ich glaube nämlich, es wird doch recht interessant, in dieser Promi-Hölle. Und „die Hölle, das sind immer die anderen“.

 

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Screenshot RTL    Keinerlei Sponsoring)

 

 

11 Kommentare

  1. Das würde ich mir nicht mal ansehen, wenn man mich dafür bezahlen würde… Früher hab ich auch geschaut, aber irgendwann wurde es mir einfach zu blöd. Dir trotzdem viel Spaß dabei!

  2. Ein ganz wunderbarer Post, lieber KK. Ich hatte eigentlich keine rechte Lust, das dieses Jahr wieder anzuschauen – nach dem Lesen Deines Posts hab ich gleich die erste Folge angeworfen 😉
    Dir einen schönen und entspannten Sonntag!

  3. Ich lach mich schlapp! Habe es genauso empfunden wie du. Das Camp ist so schön vorhersehbar, scripted reality at it‘s best!

  4. Ich war bitter enttäuscht, als ich von den neuen Kandidaten nur ungefähr zwei kannte. Aber es stimmt, es ist bisher richtig unterhaltsam. Ich gucke es auch mit Freude, genieße die Kommentare der Moderatoren, und ich liebe das Getratsche hinterher mit meinen Freunden. Wir gucken nämlich immer in einer Gruppe, mit Ofenkäse, Chips und Prosecco. 🙂
    Und hinterher ist dann auch gut mit Trash TV.
    Liebe Grüße aus Frankfurt!
    S

  5. Hihihi, ich schaue es gerade und es ist genau wie beschrieben. Da geht es ja ab, um Himmels Willen!
    Total unterhaltsam, ich kenne nur fast niemanden. Die Gagschreiber sind aber wieder super und deine Text heute ist auch wieder genial lustig.
    Bin echt mal gespannt wer gewinnen wird.

  6. EIgentlich haben wir das jedes Jahr geschaut. Aber da es die letzten Jahre immer lahmer geworden ist und man so gut wie keinen der „Insassen“ mehr kennt, haben wir dieses Jahr irgendwie kein Interesse…..allerdings, nach deinem Beitrag sollten wir vielleicht doch mal reinschauen. Obwohl mir ja mittlerweile mein Schlaf um diese Uhrzeit wichtiger ist…..

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