LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 14.12.2018

Das Trendbarometer startet in den Winter. Es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, manchmal auch nachdenklich, immer ein bisschen böse… 

 

Bezahlen mit dem Apfel

Seit Anfang dieser Woche bezahle ich in vielen Geschäften mit meiner Apple Watch oder dem Handy und will es nicht mehr missen. Es ist so einfach und unbeschwert, mein Portemonnaie lasse ich ab sofort stecken, das Handy auch, die Uhr (oder das Handy) vor das Terminal halten reicht aus. Na gut, zweimal schnell die Seitentaste drücken muss man noch, dann ist der Bezahlvorgang aktiviert. Alle großen Supermärkte, Discounter und Geschäfte machen mit, man braucht nur auf das NFC Symbol an der Kasse zu achten (diese „Wellen“).

Ich ertappe mich bereits, dass mich die Leute vor mir nerven, die noch umständlich ihr Kleingeld aus der Böse sammeln, oder unbeholfen die Bezahlkarte ins Lesegerät schieben („huch, falsch herum…“), um dann nervös über die PIN nachzudenken, die garantiert auch noch mindestens einmal falsch eingegeben wird. Das dauert! Ich bin nach 15 Sekunden fertig, inklusive Bon ausdrucken.

Apple Pay richtet man total einfach ein, wenn man denn gerade bei der richtigen Bank Kunde ist. Zu Anfang machen in Deutschland nämlich gerade einmal zwölf Bankinstitute mit:

Wie praktisch, dass ich meine Mastercard von O2 und die Maestrocard von Bunq problemlos eingeben konnte, so ist man direkt von Anfang an mit dabei. Dazu ist das System von Apple ausnahmsweise einmal kein schlimmer Datensauger: Apple erfährt nicht was man gekauft, und was man bezahlt hat. Diese Infos bleiben beim Kartenanbieter. Das Bezahlen selbst funktioniert über „Tokens“ und nicht über den Austausch der Karten- und Bankinformationen, was als sehr sicher gilt. Bargeld hat man ungleich schneller verloren oder wird gestohlen.

Da die Leseterminals immer kleiner und günstiger geworden sind, kann man bald so auch kleinste Beträge bezahlen, das geht rasend schnell. Den Überblick verliert man auch nicht, das geschieht eher beim Bargeld. Die App hingegen listet alle Käufe fein säuberlich auf, man kann sofort seine Ausgaben detailliert kontrollieren.

Auch wenn ich vorher eher skeptisch war, die Bequemlichkeit und das Tempo haben gesiegt. Um es mal mit Worten auszudrücken, die ich sonst eher tunlichst vermeide: Ich liebe es! 😉

 

 

Weihnachtszeit?

Ich bin ein bisschen genervt. In diesem Jahr komme ich zu nix. Weihnachtstechnisch meine ich. Weder Weihnachtsmarkt (da verpasst man eh nichts), noch Weihnachtsfeier (Gluck Gluck), oder gar Weihnachtswichteln (ich bekomme immer den McDonalds Gutschein), und an heimische Weihnachtsdeko ist gar nicht zu denken. Es ist gerade so viel los, dass bei mir einfach keine schöne besinnliche Stimmung aufkommen möchte.

Das finde ich schade, denn eigentlich wollte ich mir ein paar Wochen vor Weihnachten einfach mal die Zeit nehmen um alles etwas herunterzufahren. Etwas mehr mit Familie, Freunden und Bekannten unternehmen. Ach, einfach langsamer und ruhiger durch das Weltgeschehen laufen und die Augen weit auf machen. Leider ist das bisher nur ein frommer Wunsch.

Zu allem Überfluss ist mir auch noch letztens mein Laptop vom Tisch gefallen (fragt nicht…). Das Biest hat sofort den Geist aufgegeben, und nun rette mal die Festplattendaten. Das kostet wieder unnütze Zeit, die ich eigentlich gar nicht habe. Ähnliches beim Telefon, beim Auto, und dann steht auch noch dringend der jährliche „Überraschungsbesuch“ im Tierheim an.

Bei all den Dingen, die man noch vor dem Jahreswechsel schaffen möchte, fängt mein Kopf an zu rauchen. Ich bewundere Alleinerziehende, die das alles auch noch mit Kind/Kindern bewerkstelligen. Dieser Faktor fällt bei mir ja weg.

Gerade in diesem Jahr, mein letztes im 40er Bereich, bin ich fast schon ein wenig traurig, dass ich mich nicht zügele und die Vorweihnachtszeit mehr genieße. Im Beruf versuche ich immer stark zu sein und Durchsetzungskraft zu zeigen. Wenn es aber um mich geht, bin ich schwach, viel zu schwach. Das fängt bei blöden Rabattaktionen an, denen ich immer wieder verfalle, und es hört damit auf, dass man die schönste Zeit seines Lebens oftmals mit selbst auferlegten Verpflichtungen vergeudet.

Vielleicht werde ich in diesem Jahr wirklich einmal einen Neujahrswunsch formulieren: Ich möchte bewusster durchs Leben stampfen, Unwichtiges und Wichtiges besser unterscheiden können. Und meine Zeit besser einteilen, besonders für die angenehmen Dinge, wie Familie, Freunde, den Blog (also euch), usw. Ob das klappt? Bisher stand ich diesen „guten Vorsätzen“ immer kritisch gegenüber. Habt IHR Erfahrung damit? Lohnt es sich, einen bewussten neuen Schritt im Leben zu gehen, oder verfällt man doch immer wieder in seine alten Muster?

 

 

Breitbeinig

Gerade während dieser hektischen Vorweihnachtszeit fällt es mir auf: Männer, die mehr Platz einnehmen, als sie eigentlich bräuchten. Ein paar Mal in der Woche fahre ich mit Bahn und Bus, lasse das Auto stehen, es lohnt sich einfach nicht. Die Staus, ihr wisst?

Immer wieder „stolpere“ ich dabei über Jungs und Männer, die nicht einen Sitzplatz einnehmen, sondern zwei, so breit stellen sie ihre Beine auseinander. Jetzt mal Klartext: Kein Gemächt der Welt braucht so viel Platz, es sei denn man(n) ist zufälligerweise ein Blauwal. Das Verhalten macht mich teilweise richtig aggressiv, wenn sich plötzlich fremde Knie an meine Oberschenkel drücken und beiseite schieben. Hallo?

Gehört das zum Platzhirschgehabe? Ist das ein stilles Kräftemessen? Angst vor einem Hitzeschlag in den Hoden, oder nur das Bedürfnis nach Freiheit im überfüllten Bus? OK, Frauen können ähnliche Dinge: Zum Beispiel mit einer atemberaubenden Duftwolke neben mir Platz nehmen, dass ich nach Atem ringend einen anderen Sitzplatz suchen muss. Allerdings kommt auch DAS bei Männern vor, wenn sie frühmorgens unachtsam die halbe Pulle Aftershave (von Weihnachten 1992 übrig geblieben) auf Gesicht, Hemdkragen und Jackett verschüttet haben. Die dufte Dame neben mir letztens zückte allerdings während der Fahrt im Bus neben mir den edlen Flakon und besprühte sich ausgiebig. Nein, ich war frisch geduscht, es lag nicht an mir…

Mittlerweile gibt es für das breitbeinige Verhalten der Männer sogar eine extra Bezeichnung: Manspreading.

Irgendwie habe ich ja keine Lust auf dieses asoziale Verhalten, aber mittlerweile wird zurückgedrückt! Man glaubt gar nicht, wie schnell manche Leute plötzlich ihre langen Beine auf Normalmaß einziehen können, wenn der peinliche Beinkontakt zu lange und zu offensiv gehalten wird.

Ob das generell eine gute Idee ist, kann ich nicht sagen. Nicht, dass das Beinehakeln noch falsch verstanden wird, besonders wenn man als genervte Frau zurückdrückt. Trotzdem sollte man es nicht still über sich ergehen lassen, oder?

 

 

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(Fotos & Screenshots: Konsumkaiser, Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

 

 

 

68 Kommentare

  1. Lieber KK,
    zum 18. Geburtstag meiner Tochter habe ich ihr ein Mobile aus gefalteten Geldscheinkranichen und -schmetterlingen geschenkt; es hing einige Zeit über unserem Küchentisch. Wir fanden das toll. Denn dingliches Geld hat, wie alle Dinge, eine spezifische Energie. Zu etwas, das Du sinnlich erfahren kannst, kannst Du in Beziehung sein. €200 in Deinem Portemonnaie weniger werden zu sehen und mit Deiner Hand a u s z u g e b e n, ist ein ganz anderes Erlebnis, als den Kontostand mit Tastenklicks zu minimieren. Deshalb gibt es so viel Überschuldung: weil man zu etwas Abstraktem kein gesundes Verhältnis entwickeln kann. Ja, ich nutze Online-Banking… 😉

    Für Deine Worte zum Manspreading danke ich Dir als Frau sehr!
    Die hunderte Male, die ich in Berlins Öffentlichen von Männern zu Tuchfühlung gezwungen wurde, verursachen immer noch Übelkeit. Und Wut! Frauen leben hier und heute in einer Welt, in der ihnen nach einem einsamen Spaziergang im Wald suggeriert wird: Selber schuld!, wenn sie überfallen werden. Von klein auf werden wir mit der Angst geimpft, allein an einsamen Orten männlicher Gewalt ausgesetzt zu sein. Jeder Mann kann flockig allein im Wald spazieren gehen. Ich nicht! Wenn ich klug bin…
    Hast Du dem Typen Deine Haltung gezeigt?
    Das wünsche ich mir. Dass immer mehr Männer laut sagen, was hier nicht stimmt.

    1. Ja, eine Beziehung zu Geld kann man besser aufbauen, wenn man es auch mal in den Händen hält, völlig richtig. Ich finde ja auch die Kombination gut. Schnell mal etwas zahlen mit der Uhr ist doch toll. Ich will aber auch die Möglichkeit haben, mal völlig anonym zu bezahlen, ohne Spuren zu hinterlassen. Ohne dabei einen bösen Hintergedanken zu haben. Bargeld muss immer noch eine Option bleiben.
      Die allermeisten Männer in den Öffis, werden mit Sicherheit keine Gewaltphantasien den Frauen gegenüber hegen, denen sie ihr Bein „aufdrücken“. Das ist wohl meist echt dumme Gedankenlosigkeit, was ich aber auch schlimm finde, denn die Menschen denken alle nicht mehr nach. Alle Stoffwechseln nur so vor sich hin und vergessen das Miteinander.
      Indem ich zurückdrücke und meinen eigenen Platz einnehme, der mir ja auch zusteht, versuche ich Aufmerksamkeit zu erzeugen. Indem viele ihre Beine dann einziehen, denke ich, da erfolgreich gewesen zu sein. Ob nachhaltig, das bleibt offen.
      Und klar, Männer untereinander finden verschiedenes Verhalten auch doof bis unerträglich. Es gibt ja auch dieses ständige Kräftemessen unter Männern, das subtil und nonverbal abläuft. Alles kleine Jungs beim Pimmelvergleich unter der Dusche. Bekloppt.
      Liebe Grüße, KK

      1. „Die allermeisten Männer in den Öffis, werden mit Sicherheit keine Gewaltphantasien den Frauen gegenüber hegen, denen sie ihr Bein „aufdrücken“. “

        Leider stimmt das nur bedingt und viel zu selten. Meist bekommt man fremdes Körperteil aufgedruckt und wird dann beobachtet wie dabei dein Gesicht aussieht. Ob du sauer, geschockt oder sogar erregt bist. Wenn es nur unachtsames Verhalten wäre könnte ich vielleicht etwas entspannter damit umgehen. Oft ist es aber reine Provokation.

      2. Meine Erfahrung ist beim manspreading auf jeden Fall, dass Männer sich bei einer Auswahl von freien Plätzen auf jeden Fall neben eine Frau und nicht einen anderen Mann setzen, wenn sie können, weil man sich ja sonst um den Schenkelplatz streiten müsste. Zumindest in dieser Hinsicht ist das Verhalten also auf jeden Fall kalkuliert. (Ich musste letztens im Flieger erst einem feinen Herrn im Anzug sagen, er solle bitte seine Beine bei sich behalten, und selbst in Japan, wo die Sitze eh sehr eng sind, habe ich ständig männliche Knie zu nah, allerdings auch Frauen, die wild gestikulieren oder mit ihrer Handtasche in meine Seite schieben…

  2. Guten Morgen KK,

    ja, sich auf das „Wichtige“ im Leben zu besinnen, das kenne ich, und auch dass ich es immer wieder aus den „Augen verliere“. Aber, ich gebe nicht auf, verzage nicht, sondern erinnere mich immer wieder an die Dinge die mir am „Herzen liegen“. Und das finde ich wichtig, dass ich mir achtsam bleibe. Wenn man Zeit nimmt darüber nachzudenken, über das Wichtige im Leben, auch wenn man nicht immer alles 100%ig umsetzt, dann stimmt doch die Richtung?
    Ich wünsche dir eine besinnliche Zeit in dieser dunklen Jahreszeit,
    Ann

    1. Danke, das mit der „Richtung“ werde ich mir merken. Es ging ja schon wieder los: warum sollte man Vorsätze zu 100% erfüllen, Hauptsache die Richtung ist klar, man bleibt auf Kurs.
      Liebe Grüße, KK

  3. Weißt du eigentlich, dass das Internet der größte Zeiträuber überhaupt ist? Lasse doch mal einen Tag lang alles weg, was mit Computer und Internet zu tun hat, dann wirst du merken wie ruhig das Leben sein kann. 🙂

    Ich denke, am wenigsten Zeit für die Datenrettung braucht man, wenn man die Festplatte ausbaut, sich ein Gehäuse kauft, um die Festplatte als externe Platte zu nutzen. So kann man die Daten nach und nach auf einen anderen PC übertragen. Sollte dein Laptop nur noch Schrott sein, kannst du nach der Datenrettung die externe Festplatte neu formatieren und hast zukünftig einen Datenträger zur Datensicherung. 🙂
    Aber vielleicht weißt du das ja schon. 🙂

    1. Liebe Frieda! ja, habs schon geschafft, allerdings hat das ein Dienstleister gemacht, ich hatte keine Zeit…*hust*
      Aber alles in trockenen Tüchern. Und da es ein Apple Produkt ist, bleiben auch alle Einstellungen, Passwörter und Co. bei mir.
      Den neu gekauften Computer von vorne einrichten ist nämlich noch zeitraubender. 🙂
      Liebe Grüße, KK

  4. Guten Morgen KK,

    ja, das mit den Vorsätzen ist so eine Sache. Bei mir hat es leider nie geklappt, sie für längere Zeit umzusetzen. Durch mehrere traurige Umstände in meinem Leben schleiche ich aber nun seit einigen Wochen als Schnecke durchs Leben und tue Dinge, die ich seit Jahren in der Weihnachtszeit nicht mehr getan habe. Eigentlich nur banale Dinge wie Weihnachtsmarktbesuche, Plätzchen backen, am Adventssonntag Freunde besuchen, einfach Zeit nehmen. Ich empfinde es als sehr angenehm, bin mir aber bewusst, dass es so nicht bleiben wird. Zumal ab Januar auch wieder regelmäßig Sport treiben auf die Liste kommt😉Ich finde Vorsätze aber gut und auch wenn man es nicht auf Dauer durchhält, sollte man es immer wieder probieren.

    Bezahlen mit der Apple watch hört sich super einfach ein. Mich nervt die Abwicklung an den Kassen total und ich grübele jedes Mal in der Warteschlange, ob es nun mit Bargeld oder Karte schneller geht. Meine Freundin sagte letzte Woche zu mir, sie versteht die Ungeduld der Menschen beim Bezahlvorgang nicht, man sollte doch einfach mehr Zeit einplanen. Das konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es ist einfach eine lästige Sache die Wartezeit an den Kassen. Da fehlt mir die Geduld und manchmal lege ich die Sachen auch zurück und gehe, auch wenn ich Zeit habe😊Apple pay kommt auf als Vorsatz auf jeden Fall auf meine Liste.

    Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit, Gabi

    1. Da bin ich auch ungeduldig, kann ich total verstehen. Bezahlen ist ja nix Schönes, sondern einfach nur notwendig. Vielleicht können wir ja auch bald einfach so aus dem Supermarkt spazieren, weil alles schon im Laden automatisch „von der Decke aus“ gescannt wurde.
      Und ja, Lebensumstände können einen manchmal zu einer anderen Sicht auf die Dinge zwingen. Egal wie, aber versuch die „Zeit als Schnecke“ derzeit etwas zu genießen! 😉
      Liebe Grüße, KK

  5. Ich denke dass man immer wieder in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt. Ich sehe da als Beispiel meine Schwester. Sie ist selbstständig, immer am Arbeiten, kaum Zeit für sich selbst, geschweige denn für ihre Hunde (was mich wiederum wütend macht, ist aber ein anderes Thema). Dann kam vor einem Jahr die überraschende Diagnose Lungenkrebs! (Sie ist Nichtraucher!) Da hat sie sich vorgenommen mehr auf sich zu achten, mehr Auszeiten zu nehmen, gesünder und bewusster zu leben. Das hat das erste halbe Jahr nach der OP gut funktioniert. Und umso besser ihr es wieder ging, desto mehr ist sie in ihr altes Verhalten zurück gefallen. Heute ist alles wieder vergessen. Sie arbeitet wieder fast jeden Tag, mit den Hunden geht sie nur kurz raus (hat ja keine Zeit), ist ständig unterwegs so dass Ernährung, Mann und Freunde zu kurz kommen.
    Ich denke der Alltag und unsere „Pflichten“ haben uns zu sehr im Griff. Um das lockerer zu sehen müsste ich glaube ich im Lotto ein paar Millonen gewinnen. Dann könnte ich mich zurücklehnen, durchatmen, in den Urlaub fahren, hätte Zeit….
    Ich beneide die Ureinwohner von der Insel North Sentinel. Die kennen keine Technologie, kein Geld etc. Ich denke dass diese Menschen glücklicher leben. Wobei Glück natürlich jeder anders definiert…aber das wäre wieder ein anderes Thema 😉

  6. Lieber KK,

    zum Thema App: ja, Geld sinnlich erfahren, durch das „Geld in die Hand nehmen“ ist
    anders als es ohne sehen und berühren auszugeben. Mir fällt dazu der Vergleich zum
    Holz bzw. Kohle heizen ein. Früher hat man dies auch optisch und visuell zu erfahren,
    wieviel man verbraucht, heute wird die Heizung höher gedreht. Auch das war für viele
    am Anfang schwierig.
    „Überraschungsbesuch im Tierheim“hört sich gut an.
    Wenn Du derzeit schon etwas gestresst bist, hoffe ich, du bist nun etwas gnädiger
    mit Dir selbst.
    Alles ist vermutlich nie , nie zu schaffen.
    Lese gerade u.a. das Buch von Bas Kast, Ernährungskompass, und muss
    damit schon aufpassen, mich nicht zu stressen , weil ich einiges nun
    ernährungstechnisch umsetzen will. Aber spannend ist es und humorvoll.
    Ein schönes Wochenende für Dich.
    lg
    sylvia

  7. „Das finde ich schade, denn eigentlich wollte ich mir ein paar Wochen vor Weihnachten einfach mal die Zeit nehmen um alles etwas herunterzufahren. Etwas mehr mit Familie, Freunden und Bekannten unternehmen. Ach, einfach langsamer und ruhiger durch das Weltgeschehen laufen und die Augen weit auf machen. Leider ist das bisher nur ein frommer Wunsch“

    Bei mir hat es dieses Jahr geklappt. 🙂 Angefangen mit Adventskranz und Türkranz mit Freunden basteln und dabei aufgepimpte heiße Schokolade trinken – war lustig in der Notaufnahme, mein Kranz hing nämlich bombenfest von meinem Finger, auf Ewigkeit vereint.
    Weihnachtsmärkte besuche ich seit einigen Jahren nicht mehr, aus Angst.
    Man kann aber auf zig anderen Art und Weisen die Vorweihnachtszeit genießen.
    In gleicher Zeit nehme mich mir wenig bis kaum Zeit für Shopping.
    Viel Zeit aber für Ehrenamt und für alle die es viel schlechter als wir haben. Das ist nämlich für mich Weihnachten. Mit Kindern aus Kinderheim Plätzchen zu backen ist unbezahlbar.

    „Habt IHR Erfahrung damit? Lohnt es sich, einen bewussten neuen Schritt im Leben zu gehen, oder verfällt man doch immer wieder in seine alten Muster?“

    Das lohnt sich immer.
    Bei mir war es nicht die Neujahrsentscheidung, sondern eine Mittwochsentscheidung vor einigen Monaten und ich halte daran eisern fest. Ich möchte nicht bereuen, wenn ich einmal gehe – und das kann leider auch schon morgen sein – das ich alles auf der to do Liste erledigt habe und dafür zu wenig gelacht, geredet, erlebt und zugehört habe. Meine Prioritäten sind jetzt anders und trotzdem dreht sich die Erde weiter. Hätte ich nie vorher gedacht. 😉

    „Immer wieder „stolpere“ ich dabei über Jungs und Männer, die nicht einen Sitzplatz einnehmen, sondern zwei, so breit stellen sie ihre Beine auseinander. Jetzt mal Klartext“

    Ja. Ich fahre nur mit ÖPNV. Breitbeinig sind 8/10 Männer und einige genießen es dabei die Frau die sich traut daneben Platz zu nehmen „zufällig“ zu berühren oder zu bedrängen. Diesen ungewollte Körperkontakt – finde ich grausam – und viel schlimmer als jede Duftwolke der Welt. Beinkontakt und zurück drucken will ich nicht – je nach Kultur – könnte man es sogar noch als Einladung verstehen mich noch freizügiger zu betatschen.
    Nein, ich will einfach respektiert und in Ruhe gelassen werden.
    Fremdes Körperteil am meinem im Sommer nackten Bein finde ich eine Art Vergewaltigung. Ich empfinde oft Wut und Hilfslosigkeit.

    „Das wünsche ich mir. Dass immer mehr Männer laut sagen, was hier nicht stimmt.“

    Das wünsche ich mir auch sehr. Leider helfen eher Frauen als Männer wenn die Situation zu bedrohlich wird…Männer schauen weg.

    Ich gehe gerne mit der Zeit mit. Smart Watch ist aber etwas was ich an meinem Handgelenk nicht schön finde und was zu meinem Kleidungstil nicht passt. Diese Art des Zahlens wird auch lange auf mich warten und das ist gut so.

    „Du in Beziehung sein. €200 in Deinem Portemonnaie weniger werden zu sehen und mit Deiner Hand a u s z u g e b e n, ist ein ganz anderes Erlebnis, als den Kontostand mit Tastenklicks zu minimieren.“

    So ist es. Ich zahle gerne und oft mit der Karte, aber 200,00 euro in meinem Geldbeutel werden immer mit mehr Bedacht ausgegeben als gleiche Summe elektronisch. Da sieht man ja nicht das Geld physisch verschwinden. Nicht umsonst raten Schuldenberater zurück zum Baren.;-)

    Ich sehe auch wie spontan ich online Kosmetik bestelle. Niemals würde ich so schnell und so spontan andauernd in diversen Läden offline einkaufen.

    1. Liebe ombiaombia,
      ich teile Deine Wut und Hilflosigkeit ohne Wenn und Aber.
      Und ich finde es großartig von KK, dieses Thema hier unter weiblicher Mehrheit (schade eigentlich) auf den Tisch zu legen. Irgendwo las ich von einer Aktivistin, die einem breitbeinigen Mann in der U-Bahn Farbe in den Schritt gesprüht hat. Is doch ne Maßnahme… ;-D

  8. Als bekennender und überzeugter Teilzeit-Dinosaurier, was manche modernen Errungenschaften anbelangt, halte ich es beim Bezahlen wie Thorlane. Große Beträge und regelmäßige Zahlungen erfolgen selbstverständlich per Online-Banking – hier ist die Übersicht ein Segen – bei den kleineren, alltäglichen Ausgaben nehme ich aber immer noch lieber buchstäblich Geld in die Hand. Auch ich bin überzeugt davon, dass man es dann weniger gedankenlos ausgibt, als wenn der Betrag an der Kassa nur virtuell abgebucht wird.

    Deinen vermutlich gar nicht mehr so überraschenden Besuch im Tierheim finde ich besonders schön, und vielleicht findet Dich dabei sogar wieder ein Herzenstier, das mit Dir nach Hause darf und Dein Leben bereichert, ähnlich wie es damals bei/mit dem kleinen Luis oder Louis war, wenn ich mich richtig erinnere :-)?

  9. Apple Pay hab ich am ersten Tag morgens schon ausprobiert, mit dem Handy, das ich bedeutend schneller in der Hand habe als die Kreditkarte, weil sie ein eigenes Taschenfach hat und nicht noch irgendwo heraus geholt werden muss. Der Unterschied zum kontaklosen Bezahlen ist für mich aber nicht so groß wie der Sprung vorher überhaupt zum kontaktlosen Zahlen, der war riesig. Mit dem Handgelenk ist das natürlich noch mal eine ganz andere Sache.

    Es stimmt übrigens nicht, dass Bargeld generell aufmerksamer ausgegeben wird. Bei mir ist sogar das Gegenteil der Fall.

    Ich hab ein Konto und extra noch eine unabhängige Prepaid-Kreditkarte, kontaktlos, auch Apple Pay zahle ich mit der Prepaid-Karte, auf der ich mehrere Sparbereiche habe. Was auf dem Ausgabebereich ist, ist überschaubar und ich hab auch eine Abrechnung, für die ich manell zu faul bin. Hab ich das Geld früher von EC und KK, die ans Konto gebunden war, benutzt, hatte ich natürlich keine Kontrolle, auch weil die Abrechnung sich mit den fixen Kosten mischte und auch zusammen erst nach Monatsende zugeschickt wurde.
    Wie man Geld ausgibt, ist keine Frage von Bargeld oder Karte, sondern ob man Geld aus einer großen Quelle (oder der Möglichkeit) bezahlt oder einer sehr überschaubaren Menge, wie es beim Bargeld auch üblich ist.

    Wer digital anders ausgibt als bar, hat das psychologische Problem, nicht das Geld als anzusehen, was Geld ist. Das liegt aber nicht an der Möglichkeit. Hier hilft es, ein ebenfalls überschaubares Limit zu haben. Die meisten Leute können Limits (ob bar oder digital) gut händeln, aber keine theoretisch endlosen Möglichkeiten (falls man an Dispo denkt)
    Ich bin damals auch auf Bargeld umgestiegen, als ich sparen lernte, aber da gab es auch noch nicht die technischen Möglichkeiten von jetzt. Ich hab festgestellt, dass ich mit der Prepaid-Karte sehr viel mehr Geld spare als vom Konto bezahlt oder sogar als Bargeld.

    Anreiz sind 2 Sachen: ich sehe das Geld gern auf den festgelegten Einzelbereichen auf Zusatzkarte als Zahl wachsen. Ich hätte es immer sofort mit verfügbar, aber selbst bei Diebstahl oder Verlieren würde ich so gut wie nichts einbüßen. Dort komme nur noch ich ran.

    Zweites: paradoxerweise hilft mir der Fakt, einen minimalen Betrag für das Geld zu zahlen, den ich auf die Karte lade. Ich versuche das zu vermeiden und das wirkt sich auf das Ausgabeverhalten aus. Fazit: das Geld dort wächst und wächst, wie es bar nicht war.
    Dazu kommt: ich versuche extra noch, den Betrag auf dem Konto mit dem Gehalt und den Fixkosten gleich zu halten bzw. das weiter wachsen zu lassen, obwohl ich von dort einen Betrag auf die Karte überweise.

    Das liegt alles möglicherweise daran, dass ich Bargeld ab einer gewissen Menge nicht mehr zu Hause haben will und die ist niedrig. Dazu kommt: es hat sich im Reklamationsfall bei einem nicht auffindbaren Bon als Nachteil erwiesen, bar bezahlt zu haben. Ich hätte einen teuren Mantel vor Jahren voll erstattet bekommen, hätte ich die Kontotransaktion nachweisen können.
    Ich hab das damals bar bezahlt, um tatsächlich den Gegenwert zu sehen. Hat sich in der Praxis als unklug erwiesen.

    Es ist ja nicht so, dass es nicht viele Menschen gibt, die mit Bargeld besser haushalten, aber das ist mit den Möglichkeiten jetzt nicht immer so. Und viele kennen die ja auch gar nicht, weil sie von ihren alten Erfahrungen ausgehen, die andere Voraussetzungen hatten. Technik ist nicht unbedingt schlecht fürs Sparen.

    1. Liebe Irida, wie richtet man sich auf einer Kreditkarte mehrere Sparten ein? Könntest Du etwas mehr darüber schreiben? Evtl. ist es eine Besonderheit der Prepaid Karte? Die kenne ich nicht, man sagt mir oft im Taxi oder in bestimmten Läden, Prepaid nehmen wir nicht. Vielen lieben Dank.

      „Wer digital anders ausgibt als bar, hat das psychologische Problem, nicht das Geld als anzusehen, was Geld ist.“

      Dieses Problem haben die meisten Menschen da draußen. Vor 30 Jahren waren Menschen nicht so verschuldet wie heute.
      Damals haben sie damit gezahlt was sie wirklich hatten. Meist in der Tasche.
      Für Starbucks, für Music, für Massage zack zack zack. Weil ich es mir wert bin. Geht flott. Online Shopping hat alles nur noch schlimmer gemacht :-)). Manchmal denke ich, boah habe ICH das alles bestellt?
      Hätte ich das jeden Tag aus der Stadt nach Hause tragen müssen, wäre die Wahrnehmung eine andere.

      Letztendlich ist es entscheidend, dass jeder für sich einen guten Umgang mit dem Thema findet.

      1. Ich hab die Karte von N26. Ich hatte noch nirgends ein Problem damit. Warum auch? Das Geld wird sofort transferiert, ich bekomme sogar gleich eine Meldung auf das Handy. Dass es Prepaid ist, hab ich allerdings auch noch nie an der Kasse gesagt, sondern: Kreditkarte. Läuft alles reibungslos. (Ich hab eine Black Card und zahle Gebühren, dafür hab ich u.a. mehr Spaces, aber ich glaube 4 sind auch bei der gebührenfreien Version dabei.)

        Pychologie ist aber gottseidank etwas, was man selber ändern kann. Ich hatte vor 20 Jahren mal solche Geldprobleme, das ich mich mit Geld beschäftigt habe und viel gelesen, was ich noch nicht wusste. Es waren hauptsächlich nur einige neue Sichten auf dieselbe Situation erforderlich, und es klappte in der Folge problemlos, lässig mit meinem Geld auszukommen und noch was zu sparen. An der Einkommenssituation hat sich wohlbemerkt nichts geändert.

        Die Geschichte mit dem Bargeld funktionierte für mich so lange, wie ich den Betrag „greifen“ konnte. Ab einer bestimmten Menge wird für mich viel Geld aber abstrakt. Das ist vermutlich bei vielen so und deswegen verlieren sie den Überblick, egal ob bar oder digital. Deswegen funktioniert bei Bargeld auch das Umschlag-Prinzip so gut. Mit meiner Karte ist das eigentlich auch so. Noch kann ich nicht direkt aus dem jeweiligen Space (Umschlag) bezahlen, sondern muss das Geld erst ins Hauptkonto (Portmonee) schieben, aber das soll später auch gehen.
        Ich könnte also ein Beauty Budget anlegen und wenn das weniger wird, wird mir das was sagen.

        Je nach Art der Karte kann man also verschieden viele „Umschläge“ Spaces genannt, anlegen und das Geld dort hinschieben oder auf das Hauptkonto (das eigentliche Portmonee) schieben, wenn man es braucht. Ich meine, der Konsumkaiser hat von seiner Karte mal Ähnliches erzählt.
        Ich hab auch lange gedacht, das Geld ausgeben bar anders ist, aber man hat ja fast nie seinen gesamten Geldbestand mit. Das exakt war aber die Situation mit der Bankkarte früher. Klar, dass das dann gar nicht auffällt, bar aber schon.

        Dass viele das Problem nicht hatten, würde ich nicht sagen. Ich hatte es z.B. Nicht, weil es im Osten gar keine Konsumkredite gab. Wer den auch heute nicht benutzt, kommt auch mit dem Geld klar, das er hat. Nur weil es Kredite gibt, muss man die nicht nutzen oder kann sie abbauen. Aber weil da Geldmengen oder die eigenen Möglichkeiten damit noch abstrakter werden, ist es auch noch bedeutend einfacher, sich hier zu verschulden. Allerdings muss man dazu auch der Typ sein. Es gibt auch jede Menge Leute, denen das nie passieren würde. Die verdienen genau dasselbe, gehen aber anders damit um.

        1. Liebe Iridia, vielen Dank für Deine Antwort.
          Ich persönlich hatte keine schlechte Erfahrung mit Prepaid, da ich keine habe, aber wenn ich Taxi oder Hotel zahlen wollte (Inland und Ausland), fragte man mich ob es eine klassische oder Prepaid Karte ist, da man die zweite nicht akzeptiert.
          Erst kürzlich konnte meine Begleitung in Portugal sein Hotelzimmer nicht zahlen, Prepaid wollte das Hotel nicht. Das sind eigentlich klassische Beispiele wann ich eine Kreditkarte nutze.
          Als ich frühere teure Fachbücher aus England bestellt habe, habe ich immer für eine Arbeitskollegin mitbestellt, sie konnte ihre Prepaid dort nicht einsetzen. Vermutlich ist das heute anders. Werde ich nie herausfinden, da ich problemlos mit klassischer Kreditkarte lebe und selten etwas ändere was gut funktioniert. Außer es handelt sich um Kosmetik. 🙂

          Ich finde, dass die heutige Gesellschaft viel mehr konsumgetrieben ist. Heute gibt es Ware und Dienstleistungen die es nicht mal vor fünf Jahren gab, also gibt es auch Bedürfnisse 😉 die es früher nicht gab oder die einem vor 20+ Jahren nicht bewusst waren. Heute ist an jeder Ecke alles zu haben – sage nur online Shopping – und wenn es früher einem um ein Uhr nachts langweilig war ging man nicht shoppen. Heute eher.

      2. „Manchmal denke ich, boah habe ICH das alles bestellt?Hätte ich das jeden Tag aus der Stadt nach Hause tragen müssen, wäre die Wahrnehmung eine andere.“

        Haha, liebe OmbiaOmbia, wie wahr 🙂 !

  10. Guten Morgen,

    Ich schreibe hier durch bestimmte Umstände leider kaum noch, aber heute muss ich.

    Mein neuer Job im Jobcenter ist leider seit einigen Tagen passè, ich bin gerade freigestellt. Das war MEIN Job und das was ich immer machen wollte, nur leider hat mein Vorgesetzter vor mir erkannt, dass ich professionelle Distanz und Stabilität erst hinbekomme, nachdem ich nochmal die Rote Karte gezeigt bekommen habe. Und da die Behörde durch vergangene Fehlentscheidungen Angst hatte, hat man mich quasi vorsorglich entfernt. Ich kann nicht mal böse sein, im Gegenteil. Es ist eine harte Ohrfeige für mich, sie tut verdammt weh. Aber man hat mir auch zu verstehen gegeben, dass man mich mag und es menschlich sehr bedauert. Jetzt werde ich mich also gleichzeitig mit der Jobsuche um mich kümmern und hart an mir arbeiten, sowohl was Privates/Persönlichkeit als auch weitere berufliche Qualifikation betrifft. Mein erster Beratungs-/Coaching-Termin ist heute. Und auch wenn mich einige Leute in meinem Umfeld mich für verrückt erklären, möchte ich in 2-3Jahren nochmal bei besagtem Jobcenter anklopfen und hoffen, dass ich eine 2. Chance bekomme.
    Leider sind bei in den letzten 4 Jahren einfach zu viele schlimme Dinge in zu kurzer Zeit passiert, und ausgerechnet jetzt bekomme ich noch die Extra-Quittung dafür.

    Kennt jemand von euch solche Situationen?

    Liebe Grüße

    1. Lieber Gast, es tut mir leid, dass Du diese Erfahrung gemacht hast. Bitte verstehe es niemals als Deine persönliche Unzulänglichkeit. Es ist eine Stärke und eine Besonderheit. Viel Erfolg auf dieser wunderbarer Reise in die richtige Richtung.
      Ich kenne solche Situationen und erlebe gerade eine solche. Alles Gute.

      1. Liebe Ombia, findest du wirklich, dass das keine Unzulänglichkeit ist? Gerade sehe ich das leider etwas anders. Manche werden durch ihre Schicksalsschläge hart oder stumpfen ab, bei mir ist es (leider) umgekehrt.
        Die falsche Richtung ist es nicht, nur der falsche Zeitpunkt. Es wird bestimmt seinen Sinn haben, wie alles was in den letzten 4 Jahren passiert ist.
        Danke für deine lieben Wünsche & auch dir alles Gute und Durchhaltevermögen.

        1. Ich denke das wirklich, ja. Auch wenn es zeitweise anstrengender ist, lieber so als abgestumpft. Trotzdem kann man und soll man einige Techniken erlernen um besser für sich zu sorgen. Mit „richtiger Richtung“ meinte ich nicht, dass die aktuelle falsch ist. Sondern, dass die Arbeit mit sich und an sich immer die richtige Richtung ist, egal was dazu geführt hat.

          1. Da hast du recht! Danke!!

            Wir sind auch nicht im Bösen auseinander gegangen, im Gegenteil. Ich konnte auch die Führungsebene gut verstehen. Sie haben sich in der Vergangenheit leider zu oft in die Nesseln gesetzt und sind jetzt deshalb bei mir eben härter als sie wahrscheinlich eigentlich sein wollen. Ausserdem ist eine Behörde nun mal nicht die Wohlfahrt, und Mitleid würde ich auch keins wollen. Ich hoffe nur inständig, dass ich wenn es soweit ist wenigstens meine 2. Chance bekomme und jetzt nicht für alle Zeiten den Stempel drauf habe.

    2. Liebe M.,
      ich habe gerade festgestellt, dass ich aus Versehen Deine im Spam-Ordner gelandete letzte mail gelöscht habe – sorry, das war keine Absicht. Ich dachte schon, ich hab Dir was doofes geschrieben und Dich aus Versehen verärgert! War ganz fern meiner Absicht und offensichtlich auch gar nicht der Grund, sondern meine Unachtsamkeit (wo wir wieder beim Thema wären).

      Lass Dich durch die akutelle Krise nicht unterkriegen. Es ist überhaupt nicht verrückt, wenn Du für diesen Job nochmal für eine 2. Chance kämpfst. Gut, wenn Du Dir Dir professionelle Hilfe mit Coaching holst. Es hilft, wenn einem jemand die eigenen Muster aufzeigt und mögliche Strategien, damit anders und vielleicht besser umzugehen. Hinfallen tut jeder und das ist auch nichts, wofür man sich schimpfen sollte. Nur Liegenbleiben sollte man nicht. Klar tut es weh und Raum für Traurigkeit und gefühlte Enttäuschung vielleicht auch über sich selbst ist wichtig. Das Leben ist keine Abiprüfung und deshalb geht es auch nicht nur um richtig oder falsch.
      Ich denke jeder Mensch kennt solche Situationen, in denen Wünsche und Träume nicht übereinstimmen mit der Wirklichkeit. Für mich gehört das zu unserem Leben dazu. Manchmal ergibt sich daraus im Rückblick aber auch tatsächlich etwas Neues und durchaus auch nichts schlechtes. Wir haben uns ja im Hinblick auf Handicap mal darüber ausgetauscht, dass man an Widrigkeiten auch wachsen kann und ich glaube, diese Lebenserfahrung wird Dir auch jetzt helfen. Gut mit sich umgehen, zulassen, dass Du Deine Wunden lecken musst und darfst und trotzdem geht es hoffentlich weiter!
      Liebe Grüße
      Roland

      1. Lieber Roland,

        Ich war mir nicht sicher was los ist und dachte, du wirst dich schon melden, wenn du wieder Lust dazu hast. Ich wollte auch nicht unbedingt fragen, man weiß ja nie was den Anderen gerade umtreibt.

        Es ist lieb, dass du mich trösten willst. Ich weiß auch, dass Ich jetzt erst mal wieder einen Umweg gehen muss, mich wieder berappeln muss. Trotzdem hätte ich mir das gerne erspart, weil ich den Job so vermisse, die Kollegen, die Kunden. Vielleicht ist es auch ein bisschen Blödheit nach so kurzer Zeit sein Herz schon so reinspielen zu lassen, aber so bin ich nun mal. Und dieses Jobcenter ist auch anders als die anderen Arbeitsämter und Jobcenter, die ich sonst noch so kenne. Alles ist wesentlich homogener, mehr auf Augenhöhe und auch die Kunden werden respektvoller und wertschätzender behandelt (was der Atmosphäre allgemein sehr gut tut). Mein Vorgesetzter und ich hatten schon in den Vorstellungsgesprächen einen „Draht zueinander“ gefunden, das ist auch so geblieben (haben auch sehr oft nonverbal kommuniziert). Ich hoffe, wir bekommen es hin, den Kontakt zu halten.

        Ich rege mich viel mehr über mich selbst auf. Hätte ich erkannt, dass ich auf wackeligen Füßen stehe, hätte ich gleichzeitig mit dem Job was für mich tun können. Dem Vorgesetzten bin ich nicht böse, sogar dankbar für seine Ehrlichkeit und Offenheit.

        Liebe Grüße

  11. Ich bin an der Kasse die Geduld in Person. Egal wie lang die Schlange ist, egal ob die Oma vor mir mühsam ihr Kleingeld aus der Tasche kramt und es leise murmelnd vor der Kassiererin zählt oder das 2 jährige Zwillingspaar hinter mir aus voller Inbrunst im Duett schreit, weil es das bunte Zuckerzeugs haben will. Wenn ich warte, dann beobachte ich entweder meine Umgebung und lasse sie auf mich einwirken oder konzentriere mich auf meine Bauchatmung.
    Manchmal kommt auch ein nettes kurzes Gespräch zustande.
    Das selbe im Stau. Musik hören und laut mitsingen oder lesen oder bewußt schönen Gedanken nachgehen. Manchmal ist es auch lustig zu sehen was andere so in ihren Autos machen. Auch die Wartezeit beim Arzt wird ausgiebig genutzt. Zum lesen. Das ist für mich in dem Moment Freizeit. Mich stört die Warterei nicht, denn ich kann es doch eh nicht ändern. Und wer weiß wie lahm ich mal als Oma werde…. ich will kein D-Zug sein:D
    Ach ja, Weihnachtsmärkte sind doch überbewertet. Wenn ich mal da bin, dann nur weil ich da durch muß um an mein Ziel zu kommen und wegen den Glühweinbonbons, die ich auf Stadtsommerfesten, die viel schöner sind, auch im Sommer bekomme. Übrigens wurden mir dieses Jahr die Bonbons nach Hause gebracht, also ich mußte noch nicht mal in die Kälte raus. Hat es sich nach Jahrzehnten endlich mal rumgesprochen, dass ich kein Freund unseren Paderborner Weihnachtsmarktes bin 😉
    Das bargeldlose Bezahlen finde ich nicht schlecht, aber ich traue dem ganzen noch nicht ganz. Zumindest nicht was Sicherheit anbetrifft. Ich mache online Banking, auch wenn ich weiß, dass es nicht wirklich sicher ist. Es gibt kein System welches sicher ist. Jedes System ist zu knacken. Aber Nutzen/Risikofaktor ist annehmbar. Der NFC Technologie traue ich wesentlich weniger. Denn NFC-Chips können recht einfach ausgelesen werden. So gelangen sensible Daten wie die Kontodaten in die Hände von Dritten. Dies ist bereits ab einer Entfernung von zehn Zentimetern zur Karte möglich.
    Unklar ist zudem, welche Auswirkungen die NFC-Strahlung der Kartenterminals haben. Während Handystrahlung bereits erforscht wurde, gibt es zu NFC noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Also auch ein zweischneidiges Schwert wie fast alles im Leben;)
    Und was das Manspreading anbetrifft, so habe ich das nie beachtet oder es sind wahrscheinlich nicht Männer meine Altersklasse, die bevorzugt so sitzen, weil dann hätte ich es wohl registriert;)
    P.S: @Komsumkaiser ein wirklich toller Blog. Eigentlich lese ich nur still mit(die Kommentare sind auch sehr interessant und hilfreich), aber da die Themenpalette hier so breit gefächert ist, gibt es immer wieder Interessantes zu entdecken und dann gibt man sich doch den Ruck zu kommentieren, weil liegt ja so auf der Zunge. Ja irgendwann kommt immer das erste mal:D
    Wünsche allen ein schönes Wochenende!

    1. Liebe Sylvia,
      ein Mensch wie Du würde mir in der Kassenschlange auffallen 🙂
      Inzwischen kann ich fühlen, ob jemand an der Stelle, wo er sich gerade befindet, ganz in sich und bei sich ist, wach bei allem, was gerade um ihn geschieht, oder mit den Gedanken Stunden/Tage zurück oder voraus. Menschen mit innerer Ruhe finde ich unglaublich anziehend. Ich bekomme in ihrer Nähe immer etwas von ihrer Ruhe ab. Wenn das in einer Kassenschlange passiert, freue ich mich besonders. Danke für Deine Geduld!

    2. Der NFC Chip kann inzwischen nur dann ausgelesen werde, wenn das Gerät etwa 4 cm von der Karte entfernt ist, haben neulich Tests ergeben. Ich meine, das müsste man merken oder jemand müsste dir mit einem Lesegerät in die Tasche greifen, in der das Teil lose liegt und so positionieren, dass es lesbar ist. Außen an der Hosentasche wäre es aber u.U. machbar. Davon abgesehen haftest du maximal mit 25 Euro. Ist mir noch nie passiert. Ich hab allerdings schon Geld (sogar das Portmonee) verloren oder welches nicht richtig zurück bekommen, was mir erst zu Hause auffiel. Passiert wiederum vielleicht anderen nicht, aber mir. Nicht oft, kommt aber schon mal vor.
      Online-Banking ist unsicherer als NFC (jedenfalls für dich als Kunde, beim Online-Banking kannst du u.U. mit dem gesamten Betrag haften, NFC maximal 25 Euro), die Handyvariante mit dem einmal erzeugten Token ist noch sicherer, dort muss man sich außerdem mit Daumendruck oder Face ID ausweisen – bei jedem Betrag. Ich würde am liebsten jeden Betrag online auch so überweisen, also mit meinen Bio-Daten zur zusätzlichen Absicherung und nicht nur die Kontonummer.

  12. Lieber KK,

    im Hinblick auf die geäußerten Pläne, bewußter im neuen Jahr durchs Leben zu marschieren: auch wenn wir uns hier alle ja nur in der virtuellen Realität begegnern, ist es doch auch erstaunlich, wieviel persönliches ja immer wieder durchkommt, von Dir wie aber auch von uns, den Lesenden (da fällt mir ein: ich bin immer noch nicht sattelfest, wie ich eine geschlechtergerechte Sprache korrekt benütze. Schreibe ich Leser, dann bin ich als Mann da total zuhause und denke mir null komma nichts, als weibliche Leserin würde ich mir denken, meint der mich jetzt auch? Nennt es männliche Blindheit aber ich fange erst in letzter Zeit näher damit an, mich damit zu beschäftigen.. da kommt nachher der Zirkelschluss zum Manspreading).
    Jedenfalls ist so von außen der Eindruck, dass Du jemand bist, der sehr rasch ist im Handeln, im Denken und Tun. Vermutlich bist Du von Menschen, die nicht so sind, eher auch mal genervt, auch wenn Du menschliche Verschiedenheit und Diversität sicherlich auch als sehr bereichernd erlebst. Falls ich da mit meiner Vermutung richtig liege, dann könnten Dir die achtsamkeitsbasierten Methoden sehr gut helfen. Das ist im Grunde genommen ja nichts neues, beruht auch auf alten buddhistischen meditativen Techniken, wurde aber z.B. von Kabat Zinn in den Kontext unserer modernen Welt gesetzt. Ich habe keine Ahnung, ob Du Erfahrung mit solchen Techniken hast oder das gar praktizierst, aber falls nicht: ist nur zu empfehlen, besonders für Menschen mit „schnellem“, zielstrebigen und raschem inneren wie äußeren „Er-“Leben. Man schafft damit einen gewissen Gegenpol und Momente der entspannten Aufmerksamkeit. Es könnte nämlich sein, dass Deine Stärke (falls ich da richtig liege) im Bereich der Achtsamkeit gleichzeitig die Schwachstelle ist. Und das lässt sich gezielt trainieren. Es geht dabei ja nicht um einen bestmöglichen Erfolg (und da berührt das wieder Deine mögliche zielorientierte Grundhaltung) sondern um einen Ausgleich. Ich finde, man merkt es Menschen sehr stark an, wenn sie solche Techniken regelmäßig üben. Sie gehen bewußter mit sich und der Welt um. Aus persönlicher Erfahrung kann ich Dir nur sagen, ich verliere meinen achtsamen Umgang mit mir und der Welt ganz schnell (ha!), wenn ich da nicht aufpasse und mit solchen Übungen gegensteuere.

    Und zum Thema Manspreading: Ich glaube durchaus, dass das was mit verinnerlichten Strukturen und im weiteren Kontext auch Rollenmodellen zu tun hat. Ich sage nur „Damensattel“ und „wie sitzt eine anständige Frau von Welt vornehm auf einem Stuhl?“. Das geht weit über nur mögliche biologische/soziale/gesellschaftliche Strukturen hinaus. Im Kontext der AfD ist ja alles, was nur irgendwie nach Genderforschung riecht, verdächtig, einen Umsturz der gesellschaftlichen Strukturen zu verursachen, aber auf dieses alberne Argumentationsniveau muss man sich nicht herablassen. Ich finde es sehr wichtig, dass es Forschungszweige gibt zu Fragen wie männliche/weibliche/diverser Identität und was bestimmt Biologie/Erziehung/Kontext im Verhalten. Die Welt ist eben nicht nur Schwarz/Weiß. Ich wage zu behaupten, dass es den allermeisten Männern nicht mal bewußt ist, wenn sie so dasitzen (was es nicht besser macht), einfach weil „es schon immer so war“, weil „ein richtiger Kerl sich den Platz nimmt, den er braucht“ usw.. Es gibt ja schon jetzt interessante Untersuchungen, dass eine Frau, die sich so hinsetzt, als unweiblich, als aggressiv oder „irgendwie falsch“ wahrgenommen wird. Spannende Frage, warum eigentlich?

    1. …weil es schon immer so war… Ich würde behaupten, dass es für fast alle Frauen, die nicht in Kampfkunst ausgebildet sind oder einen wehrhaften Hund bei sich haben, normal ist, im Dunkeln abends allein auf der Straße mehr oder weniger Angst zu haben. Warum eigentlich? Und das ist n i c h t normal. Und auch nicht in Ordnung. Roland, Du sagst: …“dass es… nicht bewusst ist…“ Genau darum geht es mir. Ein Bewusstsein zu entwickeln für die vielen Merkwürdigkeiten, die so hingenommen vor sich gehen.

      1. Mensch Leute! Mal so schnell von unterwegs: Hier kommen ja wieder eine Menge toller und berührender Kommentare rein. Ganz großes Kino! Echt, wer hier nicht mitliest, verpasst etwas. Und an alle, die sich neu „aus der Deckung gewagt haben: Super, dass ihr hier seid und Herzlich Willkommen! 🤗

      2. Hallo Thorlane,
        „weil es immer so war“ heißt ja nicht, dass das nicht schon immer falsch war und es entschuldigt es auch nicht. Im Rahmen der #metoo Debatte wurde doch auch deutlich, dass Männer und Frauen von völlig unterschiedlichen Standpunkten aus bewerten und dass es überwiegend der männliche Standpunkt ist, der als „Norm“ genommen wird. Ich bin da ganz bei Dir, eine Veränderung wird nur geschehen, wenn sich ein Bewußtsein entwickelt für die vielen „das war halt schon immer so“-Merkwürdigkeiten in unserer Welt. Wir haben als Mensch ja einen Kopf zum Denken und ich finde, den sollte man auch nutzen, aber schau Dir nur mal an, mit was für Äußerung Beiträge von Genderforschung, Ehe für alle, Gleichberechtigung der Frau, usw.. in Foren kommentiert werden. Aktuelll gerade im Hinblick auf §219, da werden Rollenmodelle ausgepackt, von denen hätte meine Mutter in den70iger Jahren schon gedacht, die sind völlig überstanden. Von wegen!

        Wenn Du mit nicht normal meinst, so sollte es nicht sein, dann hast Du recht. Leider ist es aber „üblich“, was es noch schlimmer macht. Das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit ist ja überhaupt nicht zu diskutieren, aber leider nicht selbstverständlich. Im Zuge der Migrationsdebatten z.B. sind ja sehr viele pointierte und meiner Meinung nach auch gruppenbezogene Standpunkte geäußert worden und jeder Übergriff ist einer zuviel, das braucht man ja überhaupt nicht zu benennen, weil das selbstverständlich ist. Und dass es vermehrt Probleme gibt, wenn mehr Menschen mit anderem kulturellen Background und damit verbundenen Rollenmodellen in unserem Land sind, auch nicht. Aber mich gruselt es immer, wenn ich Sachen lese, „wir“ (also die deutschen Männer) müssen unsere Frauen beschützen vor dem „bösen“ Fremden. Das Risiko für Frauen, Opfer von gewaltätigen und sexuellen Übergriffen zu werden durch Männer im direkten Umfeld, sei es beruflich/privat/Freizeit ist nach wie vor ein deutlich höheres als vom“ Fremden“ auf der Straße. Das ist kein Erfindung von mir sondern lässt sich eindeutig belegen und ist meines Erachtens ein Beweis für die grundsätzliche Notwendigkeit zur Weiterführung der Debatte im Hinblick auf Gleichberechtigung/Gleichstellung. Es handelt sich hierbei meines Erachtens um ein gesamtgesellschaftliches Problem und eben nicht nur um eines von „denen da“.

    2. Ich spreche jetzt nur für mich, aber mich nervt es manchmal online diese politische Korrektheit über alles. Ich habe Dich hier als einen respektvollen Gesprächspartner kennengelernt und stolpere niemals online über „Leser“. Ich stolpere eher über die lange, weil politisch korrekte Ausformulierung alle drei Geschlechter und kenne es so am besten von einem ehemaligen verbohrtem Kollegen mit Schwerpunkt Soziologie. Seine Texte zu lesen hat einfach Weh getan.
      Damit der Kommentar sich leserfreundlich gestaltet, finde ich eine einheitliche Formulierung sogar gut.
      Man erkennt leicht und schnell an anderen Stellen wie der Verfasser mir oder anderem Gelschlecht gegenüber steht. ;-). Manche nutzen die korrekte 😉 Formulierung und entarnen sich unbewusst doch an anderen Stellen.

      In ÖPNV dagegen eine Frau absichtlich zu bedrängen ist etwas anderes. Und das passiert bewusst und nicht selten.
      Das kann wenn überhaupt nur eine andere Frau mit gleicher Erfahrung verstehen. Ich erlebe oft Blicke „guckt mich wie ein Auto an“ wenn ich das Thema anspreche und Menschen nicht in einer richtig großer Stadt leben oder einfach viel mit eigenem Auto unterwegs sind.
      Das wiederum macht das Thema nicht für mich weniger schlimm oder weniger präsent.

      Genauso schlimm finde ich es so etwas zu verharmlosen – er meinte es nicht so, du interpretiert es falsch, er kann nicht anders, stell dich nicht so an. Da fängt das gefährliche an.

    3. Lieber Roland, da hast du bei mir den Nagel auf dem Kopf getroffen. Diese Charakterzüge, die du schilderst, sind mir durchaus bekannt. Ich habe das alles auch identifiziert und arbeite schon lange daran. Durch meine Arbeit, ich bin ja kein „schnöder“ PT, sondern ich arbeite ganzheitlicher mit den Menschen, habe ich regelmäßige Supervisionen mit Psychologen, und ich arbeite demnach auch ständig an mir. Aber es ist so verteufelt, wenn dann doch das genetische Programm meine Ungeduld nährt.
      Ich bin pedantisch und ein Perfektionist, meist mir gegenüber. Aber das habe ich mittlerweile gut im Griff, ich kann auch Faul sein (hart erkämpft). Schlimm wird es bei Menschen, die mir viel bedeuten. Da werde ich schnell ungeduldig, eben weil ich so hohe Erwartungen habe. Will sagen: Stünde ich mit meiner Mutter in der Kassenschlange, und sie würde im Schneckentempo bezahlen (was mit 79 mehr als natürlich ist), ich könnte wohl Augendreher und Pfeifgeräusche nicht vermeiden. Und somit habe ich mich in solchen Situationen nicht im Griff.
      Ich kenne sehr viele Erdungs- Entspannungs- Achtsamkeitslehren und Übungen, ich wende sie auch oft an, allein…es fühlt sich an, wie Fell gegen die Wuchsrichtung streicheln. Man tut für sich etwas Gutes, trotzdem fruchtet es nicht, wie man es sich erhofft. Gut zu wissen, dass ich da nicht alleine bin.
      Liebe Grüße, KK

      1. Hallo KK,
        nein, da bist Du sicherlich nicht alleine. Ich bin zwar eher das Gegenteil von perfektionistisch und kann mir und anderen gegenüber generell sehr großzügig sein (nicht dass ich damit sagen möchte, Du nicht, nicht falsch verstehen) aber das schnelle und rasche, das kenne ich auch sehr gut. Sowohl im eigenen Leben wie auch in der gemeinsamen „Arbeit“ mit Patienten. Das Fell gegen die Wuchsrichtung zu streicheln heißt für mich übersetzt, es fühlt sich irgendwie falsch an und da liegt ja schon eine Bewertung darin- in diesem Fall beschreibst Du das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun und es fruchtet nicht so, wie erhofft. Aber ist denn denn falsch, solche Techniken anzuwenden, nur weil man damit nicht so weit kommt, wie man das von sich erwartet ? Vermutlich beißt sich da die Katze in den eigenen Schwanz.
        In der therapeutischen Arbeit arbeite ich gerne mit Bildern und vielleicht könnte Dir eines hilfreich sein, was zu meinen favorisierten gehört: Wenn die Emotion das Pferd ist und der Verstand der Reiter, dann ist es wichtig zu wissen, wie komme ich ans Ziel. Es gibt Situationen im Leben, da muss mich das Pferd (die Emotion) führen, da muss ich darauf vertrauen, dass es instinktiv weiß, wie es geht. Aber es gibt auch Situationen, da muss der Reiter (der Verstand) dem Pferd die Führung bieten, weil das Pferd (die Emotion) sonst scheut, vor dem Hindernis umdreht, den falschen Weg nimmt oder aus anderen Gründen verhindert, dass wir an das angestrebte Ziel kommen. Zwar hören wir unentwegt, Gefühle können nicht lügen, aber das ist totaler Quatsch. Ich bin ein großer Freund von Intuition und Bauchgefühl, weiß aber auch, dass frühe Bindungsmuster, Lebenserfahrungen aber auch aktuelle Zustände wie z.B. Schlafmangel oder Stress unsere emotional Wahrnehmung und Verarbeitung sowie Einordnung ganz erheblich beeinflussen können.

        Im Bezug auf das oben von Dir gesagte könnte man dolmetschen: Dein Verstand (Reiter) sagt Dir, diese Techniken sind gut für Dich, deshalb wendest Du sie an. Das Pferd (Emotion) fühlt es aber nicht so wie erhofft und scheut sich, ist sich unsicher, fragt sich, ob es den Weg richtig geht. Ich würde Dich im Gespräch fragen: Was ist denn Dein Ziel ? Perfektion oder einfach das entspannte Üben von Methoden, um mehr (gesundheitsbezogene) Lebensqualität zu spüren und zu erleben. Die wissenschaftliche Datenlage ist ja klar und spricht eindeutig für so Techniken. Dass Du das weißt, ist mir klar (Reiter!). Aber ganz offensichtlich zeigt sich das Pferd (Emotion) davon nicht so beeindruckt, wie Du meinst dass es sollte. Na und? Du hast eine klare Vorstellung vom Ziel, eine Idee, warum Du das machst, auch wenn es sich anfühlt wie „Fell gegen den Strich“ – das heißt für mich nichts anderes als das Pferd möchte aus irgendeinem Grund nicht über das Hindernis (und da kannst Du ganz lange suchen, warum, vielleicht findest Du da gar keine Antwort: zu hohe Ansprüche an sich, Wunsch nach Kontrolle, frühe prägende Erfahrungen, neurobiologische Gründe – so können z.B. Migräniker aufgrund ihrer Reizverarbeitung oft ganz schlecht entspannen… you name it!). Als u.a. Verhaltenstherapeut würde ich Dir, wärst Du Klient -und vermutlich sagst Du das Deinen auch genau so – sagen: mach einfach weiter, lass Dich nicht von diesem Gefühl irritieren, Du weißt dass es richtig ist. Wer weiß, wie es Dir gehen würde, wenn Du diese Techniken nicht anwendest ? Ich würde ganz sicher behaupten: besser nicht, eher schlechter.
        Mir hat mal eine sehr geschätzte Patientin gesagt: Auch die Schnecke kommt ans Ziel 🙂
        Viele Grüße
        Roland
        P.s. und im Hinblick auf: ich würde bei meiner 79jährigen Mutter an der Kasse ungeduldig werden. Da würde ich sagen, versuche erst gar nicht, dagegen anzukämpfen, sondern akzeptiere, dass es diesen ungeduldig schnellen Teil in Dir gibt. Aber es gibt ja auch noch andere Teile und Strukturen, so dass es vielleicht gelingen könnte, so etwas zu entwickeln wie eine Reaktion die lautet: ach sieh mal an, jetzt kommt wieder der superschnelle ungeduldige Kaiser in mir zum Vorschein und ich könnte schon wieder loslegen.. aber ich merke es und kann das Reaktionsmuster unterbrechen, indem ich mir z.B. ganz bewußt verdeutliche, lohnt es sich denn, sich aufzuregen, wie schlimm ist es, dass ich eine Minute länger warten muss usw. Der Unterschied ist, bei letzterer Technik kommt man sich nicht dysfunktional vor, weil man einen Charakterzug von sich entdeckt, den man nicht mag, sondern entwickelt eher eine akzeptierende Grundhaltung, dass es diesen Teil eben gibt – aber man hat Möglichkeiten, dass man nicht automatisch Reaktionsmuster B zeigt, nur weil vorher Emotion A entsteht.

        Man, das war jetzt bisschen kopflastig, sorry falls jetzt jemand denkt, auf KK‘s Blog möchte ich lieber was über Vitamin A oder Anti-Stink-Duftöle für das WC lesen. Aber Dein Blogbeitrag heute und die Kommentare gingen ja mal wieder so viel darüber hinaus.
        Viele Grüße
        Roland
        P.s. Ich muss übrigens meine Selbsthilfegruppen-Medaille abgeben. Habe nicht durchgehalten, habe zwei Flaschen Poo-Pourri bestellt. Danke Ombiaombia 🙂

      2. Ich finde Dein Gefühl „Fell gegen die Wuchsrichtung“ hochinteressant. Es sagt Dir: hier ist was nicht stimmig. – Vielleicht hast Du Lust, es zu erforschen? Die wesentlich spannendere Frage im Entwicklungsprozess lautet für mich auch nicht: Wie kann ich … sein? Sondern: Warum will ich … sein?
        Mit „harter Arbeit an sich selbst“ gegen sich selbst (Fell…) erzeugt man Widerstand, der das, was man nicht will, bekanntermaßen verstärkt. Ich schätze, Dein Fell ist der nächste Schlüssel, um Dir selbst auf die Spur zu kommen. Alle Menschen, die wir lieben, und alle, die wir nicht lieben, helfen uns bei der Spurensuche. 🙂

      3. Das hast Du schon geschrieben. Hätte eins zu eins von mir sein können. Zum einen ist es genau das was solche Menschen zu einem Profi macht. Zum anderen ist die Herausforderung zum Entschleunigen und die Erwartungen runter zu schrauben viel größer.

  13. „Kein Gemächt der Welt braucht so viel Platz, es sei denn man(n) ist zufälligerweise ein Blauwal.“ Ich krieg mich nicht mehr ein! Ganz ehrlich, ich hab mich schon immer gefragt, was diese seltsame Sitzhaltung bewirken soll. Alles muss man als Frau nicht verstehen!

    Lach, Apple hat es endlich geschafft – hat ja im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern nur unwesentlich länger gedauert. 😀 Irland hat das seit 2014… Wir haben keine Apple Handys, zahlen aber inzwischen regelmäßig mit Google Pay. Ist schon eine tolle Sache!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

  14. Wieder sehr interessante Themen heute 👍🏻!

    Ich würde und werde ApplePay mit Sicherheit niemals nutzen, weil ich momentan versuche, den Versuchen, mich als gläserne Kundin zu tracken und zu verkaufen, Widerstand zu leisten.
    Selbst wenn das jetzt etwas nach Don Quichotte klingt, weil ich natürlich schon via Kreditkarten, Online-Käufen etc. nachverfolgbar bin, muss ich nicht noch immer etwas Neues on top daraufsetzen.
    Der Ausverkauf unserer Daten schreitet munter voran – wieso ist noch niemand auf die Idee gekommen, all die Datenkraken dafür zahlen zu lassen?
    Seit ich „The Circle“ von Dave Eggers gelesen habe, in dem es um die schleichende Totalvereinnahmung menschlicher Individuen durch einen Konzern geht, bin ich sehr nachdenklich geworden…

    Thema 2:

    Ich habe mich zwei Mal gründlich vor die Wand gefahren, weil ich beruflich stets über meine Grenzen gegangen bin (Perfektionistin halt 😏) und privat auch keine Bedingungen hatte, aus denen ich Kraft zum Auftanken ziehen konnte.
    Nach dem ersten Mal und einem längeren Klinikaufenthalt waren die Vorsätze gut – haben aber bestenfalls ein Jahr angehalten (Achtsamkeitsmeditation, Qi-Gong, Bewegung in der Natur etc.).
    Das zweite Mal war noch heftiger – anscheinend vergisst der Körper nichts und es kulminiert sich da einiges.
    Davon habe ich mich eigentlich bis heute nicht wirklich erholt und es führte zu meiner krankheitsbedingten Ruhestandsversetzung- was aber das Beste war, was mir passieren konnte. Anscheinend konnte ich es nur auf die „harte Tour“ lernen…
    Bei meinem zweiten Klinikaufenthalt hat man mir in aller Deutlichkeit gesagt, dass ich mich die ganze Zeit nicht um den Menschen gekümmert habe, der am Wichtigsten für mich sei – mich selbst. Dies solle ich nun zu meinem Ziel machen und gut für mich sorgen.
    Ich muss wohl etwas ungläubig geguckt haben, denn der Arzt fragte mich, ob ich das schriftlich haben wolle. Und da ich mich kenne 😉, sagte ich „ja“.
    So habe ich nun ein wunderbares ärztliches Rezept, das ich direkt neben meinem Bett aufgehängt habe, damit ich es auch jeden Morgen beim Aufwachen gleich im Blick habe:
    „Erlaubnis für Genuss, Freude, Wohlbefinden, Faulheit, unpärvect sein, um es sich richtig gut gehen zu lassen“. Mit Klinikstempel und Unterschrift des Arztes!
    So eine visuelle Erinnerung bringt‘s – zumindest bei mir!
    Zudem habe ich mir eine Achtsamkeits-App heruntergeladen, die mich jeden Tag zu einer von mir bestimmten Uhrzeit daran erinnert, eine Meditation zu machen, deren Dauer variieren kann je nach Erfordernis zwischen drei und dreißig Minuten.
    Ein gutes und nützliches Tool!
    Und ansonsten taucht das Wort „nein“ nun häufiger in meinem Wortschatz auf – nein zu Erwartungshaltungen anderer, aber auch meinen eigenen, die mir immer wieder eine Falle stellen wollen. Ich bin dadurch sperriger und unbequemer geworden, aber mir geht es besser damit.

    Ich wünsche Dir sehr, lieber Konsumkaiser, dass es Dir gelingt, Zeitinseln n u r für Dich zu finden!

    Allen ein schönes Adventswochenende!

    1. Liebe Claudia Regina
      während ich deinen Beitrag las, dachte ich hier wiederholt sich ein Teil meiner eigenen Biografie.
      Wie schnell vergesse ich meine Vorsätze und falle ins alte Muster zurück.
      Vielleicht magst du uns (mir) mitteilen, welche Achtsamskeits App du verwendest.
      Ganz lieben Dank

      1. Liebe Sabine,

        ich glaube, nicht wenige Frauenschicksale sind so, weil wir (zumindest meine Generation) dazu erzogen wurden, immer kompromissbereit zu sein, alles perfekt machen zu müssen und es den anderen recht zu machen… Und davon hing auch die Liebe ab, die wir bekamen (sei es von den Eltern oder dem Partner), je nachdem, wie gut wir diesen – fremden – Erwartungshaltungen entsprachen.
        Es hat sehr lange gedauert, bis ich in der Lage war, dieses Drehbuch umzuschreiben.
        Einer der Sprüche, die in diesem Kontext halfen, war der Satz einer bayerischen Freundin:“Einen Scheiß muss ich…“

        Die App, die ich auf meinen iPhone installiert habe, heißt „Mindfulness – Die Achtsamkeitsapp“ und zeigt auf blauem Grund eine Figur im Lotussitz.

        Liebe Grüße,
        Claudia Regina

        1. Ein verspätetes Dankeschön, für die App Information.
          Ups – eine englischsprachige Seite. Da bin ich leider nicht mehr ganz so fit.
          Dank deiner Info werde ich sicherlich noch passendes für mich finden.
          Liebe Grüße

    2. Das hast Du ganz toll geschrieben liebe Claudia Regina! 🙂 Ich habe in meinem Berufsleben viele kennengelernt die nach dem zweiten Burnout nie wieder die Kraft gefunden haben wieder leistungsfähig zu sein. Was an sich nicht schlimm ist, verdeutlich eigentlich nur das wir nicht endlos schlecht mit uns umgehen können. Dann folgte langte Arbeitslosigkeit und dann Hartz IV, die meisten können nicht in die Frührente gehen. Das sollte uns eigentlich genügen um achtsamer mit sich umzugehen, aber wie jemand heute bereits geschrieben hat – je besser es einem geht, desto leichter vergisst man die guten Vorsätze.

      Ich muss immer wieder daran denken wie das Buch Schöne neue Welt (englisch Brave New World) aus1932!!!! von Aldous Huxley nie aktueller war als gerade.

      1. Danke, liebe ombiaombia!

        Was Aldous Huxley betrifft, sind wir schon mittendrin, denke ich… umgeben von Alexas, Siris, neugierigen, Daten sammelnden Apps und ständigen „Datenpannen“ bei Facebook, um nur Einiges zu nennen.

  15. Hi KK und auch hi an alle anderen Leser. 🙂

    Ich bin und war ja schon immer super langsam was technischer Fortschritt angeht. Dabei sperre ich mich nicht dagegen. Im Gegenteil, mit fast 33 hänge ich oft viele Freunde ab, wenn es um Entdecken und Verstehen von neuen Dingen geht. Meistens finde ich es sogar super interessant und spannend, wie sich Ideen und Technologien in so kurzer Zeit entwickeln. Aber trotzdem frag ich mich dann, ob ich das wirklich brauche und meist endet dort mein Interesse. ^^ Während die Wohnung meines besten Freundes schon fast komplett digital von Alexa gesteuert wird, steh ich noch auf und mache Lichter selbst an und aus oder stelle selbst die Lautstärke meiner Musik ein. Man könnte jetzt sagen, ich bin altmodisch, aber irgendwie sehe ich für mich da noch keinen Sinn, viel Geld für keine überragenden „Lebenserleichterer“ zu zahlen.

    Dabei finde ich auch die Bezahlmethode sehr spannend. Ich habe dieses schnelle Bezahlen auch schon bei NFC-fähigen EC- und Kreditkarten beobachtet. Irgendwann schließe ich mich dem sicher auch an, aber wenn ich daran denke, wie lange ich gebraucht habe, endlich alles mit Karte zu zahlen. Dafür zahle ich dann aber heute ausnahmslos alles damit. ^^ Eine Beziehung zum Geld habe ich trotzdem nicht verloren. Ich orientiere mich beim Einkaufen an den Zahlen die ich sehe und nicht an meiner Bezahlmethode, dh selbst bei großen Beträgen halte ich noch kurz inne, bevor ich die Karte zücke. Ist das nachvollziehbar beschrieben? 😅

    Meine Ungeduld versuche ich gerade bei Wartezeiten zu trainieren. Ich denke an schöne Momente, die meist erst dann entstehen, wenn man sich Zeit nimmt und nicht schnell schnell durchhetzt. Funktioniert nur leider nicht immer… 😂

    Neben Technikschnecke kann man mich auch noch Grinch nennen. Ich feier seit Jahren kein Weihnachten mehr. Mir geht diese ganze Stresserei um Geschenke und erzwungener Harmonie schon lange auf den Geist. Danach darf man dann wieder ignorant und selbstsüchtig sein, aber zu Weihnachten herrscht Friede, Freude, Eierkuchen… Meh… Trotzdem merke ich, wie ich auch gestresster reagiere zum Ende des Jahres, besonders im Job, und oft keine Zeit finde, richtig abzuschalten. Eigentlich versuche ich, meine Sicht auf das Ende des Jahres dahingehend zu ändern, dass ich es nicht mehr als Ende ansehe, sondern einfach nur eine weitere season, wie zB Ostern, Halloween, etc. Das nimmt vielleicht auch den Druck, da man nicht mehr auf ein Ende zusteuert und aber das Gefühl hat, noch so viel vorher erledigen zu müssen. Eigentlich macht für mich auch eher Ende Winter/Anfang Frühling als großer Wechsel mehr Sinn, auch weil man häufig zum Frühling mit mehr Licht und angenehmeren Temperaturen munterer wird.

    Beim menspreading verhalte ich mich ähnlich, ich drücke zurück. Wenn das nicht hilft, frage ich sehr laut, ob der Herr bzw. sein Gemächt wirklich so viel Platz brauchen oder er evtl. an übergroßen Hoden leide (je nach Stimmung auch in vulgärer berliner Ausgabe erhältlich 😅). Den Vergleich mit einem Blauwal werde ich mir merken und ausprobieren. ^^ Ganz oft hilft aber Tatsache auch schon ein forscher und steter Blick beim zurückdrücken, evtl. mit kurzem Blick nochmal in den Schritt. Gerade in der Öffentlichkeit hilft es laut zu sein, andere evtl. darauf aufmerksam zu machen. Ich bin aber auch frech bzw. lasse mir nichts gefallen, geschweige denn irgendetwas über mich ergehen, dass ich nicht möchte. Im Extremfall drohe ich auch. Ich finde dieses Rollensystem, was Mann darf und Frau ertragen sollte und auch andersherum extrem lästig und veraltet. Ich wünsche mir ein Umdenken was geschlechtliche Stärken und Schwächen angeht, ohne das man gleich als „Mannsweib oder Schlappschwanz“ abgestempelt wird. Was ich da schon für lautstarke und hitzige Diskussionen geführt habe… Wenn man es komplett sachlich erklärt, erntet man sogar viel Einsicht. Es scheitert nur leider oft an „andere sagen/sehen/machen das doch auch so“. 🙄

    Puh, sorry, das ist wohl bisher mein längster Kommentar. Aber da hast du mit deinen Themen heute genau meine Nerven getroffen. 😆

    Ich wünsche dir und allen anderen ein schönes Wochenende. 🙂

    1. Während ich Deinen Kommentar lese (komme heute wieder zu gar nix), läuft ein Film in mir ab…
      KK initiiert eine Welle in den sozialen Medien (#Blauwalgemächt); kurze Zeit später haben Frauen in Städten Blauwalaufkleber dabei und knallen sie Männern in der Öffentlichkeit aufs zudringliche Bein. Bald kursieren peinliche Handyvideos über blauwalbeklebte Männer im Internet. Und eines Tages in naher Zukunft finden wir Schilder mit durchgestrichenen blauen Walen über den Sitzen in Zügen und Bussen.
      Ich drücke zurück… 😀

    2. Super verstanden, ja. 🙂

      Es wäre vielleicht auch eine Variante, laut „nehmen sie Ihr Bein von mir“ zu sagen. Laut was zu sagen hat wirklich oft große Wirkung. Wir machen das vermutlich fast alle viel zu selten.

      1. Könnte es sein, dass das „wir machen das viel zu selten“ zusammenhängt mit der ausgelösten Scham?. Funktioniert schon seit Jahrhunderten, dass das Opfer sich schuldig fühlt und wie oben Ombiaombia schon beschrieb sogar die Deutungshoheit entzogen bekommt über die Wahrnehmung.. „das bildest Du Dir nur ein, stell Dich nicht so an, sei nicht so empfindlich…“.
        @Ombiaombia: bin ganz bei Dir, die Geisteshaltung kann nicht daran festgemacht werden, ob jemand korrekt Leser*innen schreibt. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Sprache ein machtvolles Organ ist und uns auch in unserer Haltung beeinflusst. Ist mir neulich wieder aufgefallen. Habe mir den von KK empfohlenen Film „Human“ angesehen – sehr sehr beeindruckend – und mir danach gedacht, wieviel einfacher ist es doch, von „Flüchtlingswelle“ zu sprechen als von „Menschen, die fliehen“ (nur als Beispiel).
        Mir geht es auch auf den Senkel, wenn Form vor Inhalt kommt, aber ich kann ja nicht vorraussetzen, dass meine Haltung gleich ist wie die anderer.

        1. Ich habe den Film auch zusammen mit Freunden bei mir gesehen und wir haben uns lange danach noch unterhalten.

          „Mir geht es auch auf den Senkel, wenn Form vor Inhalt kommt, aber ich kann ja nicht vorraussetzen, dass meine Haltung gleich ist wie die anderer“

          Stimmt.

        2. Ja stimmt, heißt ja dann auch oft ganz erschrocken „sei doch nicht so laut, wie peinlich“.
          Aber einfach nicht beirren lassen und für sich selbst einstehen. Hilft ja auch meist zuerst eine einfache aber bestimmte Frage („brauchen Die wirklich so viel Platz“ oder auch „können Sie bitte Ihr Bein bei sich lassen“, bevor man gleich los schreit. ^^

      2. Hallo Iridia, schön, dass Du diesen Kommentar gepostet hast. Beim Lesen der Beiträge fuhren meine Gedanken Achterbahn. Kann es denn sein, das wir trotz Emanzipation durch die typisch weiblichen inneren und sicher anerzogenen Antreiber ‚sei perfekt‘ und ,sei gefällig‘ uns immer noch nicht trauen in der Öffentlichkeit laut zu sagen, wenn uns was uns nicht passt? Ich würde übrigens auch nicht allen Männern unterstellen durch breitbeiniges Sitzen Frauen belästigen zu wollen. Ihnen hat warscheinlich nur nie jemand gesagt, dass die Knie beim Sitzen zusammengehören, was wahrscheinlich jedes Mädchen als Kind gehört hat. Womit ich nicht sagen will, dass es die Belästiger nicht gibt. Aber sollten wir Frauen uns nicht gegen diese verbal wehren können? Oder ärgern wir uns, weil uns der adäquate Spruch erst einfällt, wenn wir aus der Situation raus sind?

    3. Ja, auch die Wohnungen und Häuser meiner Freunde sind mittlerweile richtig smart. Ne. Dann beschließt noch mein Kühlschrank von alleine, dass ich gar nicht so viel Eis oder Parmesan brauche.

      Ich liebe dieses Video :-)))))

      Alles klar. Die Polizei ist auf dem Weg.

      Ich will weiterhin neue und moderne Geräte – Laptop, TV, Handy usw.. Aber nicht alles aus der Ecke finde ich sinnvoll oder gar erwünscht. Man muss nur noch etwas erfinden was sich für uns bewegt, bildet und ernährt und wir können wie im Matrix vegetieren. Da wären wir wieder bei dem Buch Brave new world.

  16. Danke, Danke, Danke! Ich empfinde es mittlerweile als Privileg hier mitlesen zu dürfen.
    Es gibt so viel Input, ich komme kaum hinterher.
    Danke an KK für seine geschickt platzierten Denkanstöße, und Danke an die vielen intelligenten Kommentatotinnen und Kommentstoren. Einzigartig ist das hier. Bin so froh das entdeckt zu haben.
    Ich umarme euch alle in Dankbarkeit,
    Sabine

  17. Ich wollte heute per Mail einen „schönen 2. Advent“ wünschen und da ging mir das Kerzlein auf, dass ich eine Woche zurückhänge. Wo ist sie hin, die verflixte Woche? Ich kann mich nicht bewusst daran erinnern, dass wir groß was miteinander zu schaffen hatten, aber das hatten wir. Mit zunehmendem Alter nervt mich das immer mehr. Die Zeit ist zu knapp, um im Eiltempo durchs eigene Leben zu hetzen. Und ich kann hier nur für mich sprechen, aber: So gerne ich deine Posts lese, ich habe da nur Spaß dran, wenn ich weiß, dass sie nicht von einem völlig ausgebrannten KK kommen. Der sich abends völlig platt an den Laptop setzt, um noch schnell einen Post rauzuhauen, weil die Leser das erwarten. Ich meine, die Leser erwarten das schon (du hast sie ja auch völlig verzogen), aber sie verstehen es bestimmt uch, wenn du mal nen Gang runterschaltest … und nur noch 5 Posts die Woche veröffentlichst.^^

    1. Huh, solltest du irgendwann mal den Eindruck haben, ich habe einen Beitrag nur so in drei Zeilen dahingerotzt, dann sag mir das bitte! Gerade für die Blogbeiträge nehme ich mir viel Zeit, das hat was mit Reflexion zu tun und gibt mir Kraft. Klingt vielleicht hochtrabend, ist aber echt so. Egal worüber ich schreibe, dadurch denke ich intensiver über die Umstände und auch mich nach.
      Bloggen kann meditativ wirken, wenn man es genau nimmt.
      Abgehetzt bin ich draußen, hier im Blog versuche ich ausgeglichen und ganzheitlich zu sein. 😉
      Aber du hast recht, man muss seine Grenzen auch mal erkennen können!
      Danke für die Anregung, liebe Anna!

      1. Ich hab das Gefühl eigentlich nie, dass du gehetzt bist. Vielleicht liegt meine Sicht auch daran, dass ich es ebenfalls entspannend finde, zu schreiben, genau wie du.

        Einen herzlichen Dank speziell auch dafür, dass du diese technischen Sachen kommentierst und ausprobierst. Ich finde das immer sehr spannend und freu mich über diese Themen.

        Auch die Männer-Frauen-Themen finde ich sehr interessant, vor allen, weil sich bei mir gerade was ändert. Ich wäre übrigens für geschlechtsneutrale Sprache, weil ich nicht möchte, dass das Geschlecht so eine Rolle spielen sollte, dass es immer mit thematisiert wird und wenn es nicht ausdrücklich im Kontext eine Rolle spielt. Auch international scheint mit eine Hinwendung zur neutralen Bezeichnung die Mann – Frau Dualität zu ersetzen, die oft leider als Gegensatz rüberkommt. Heraus kommt, dass unsere neue Jusitzministerin „die Männer“ in England für den Brexit verantwortlich macht, obwohl es in der Wahl so entschieden wurde. Mir kommt Genderkonzentration wie ein Krieg vor, der allen nur schadet. Ich glaube auch nicht daran, dass gendergerechte Bezeichnungen das Leben für Frauen besser macht. Viel wichtiger fände ich, gegen Geschlechterypisierungen mit Abwertung zu sein, die mitunter sehr subtil sind.

      2. Nein, ich habe nie das Gefühl, dass du deine Posts mal so eben dahingerotzt hast, genau deswegen schrieb ich das ja. Aber wenn dir das Kraft gibt (verstehe ich sehr gut), dann ist alles gut. 😉

  18. Mit meiner Fitbit Uhr kann ich auch bezahlen, es braucht nicht zwingend den Apfel. Aber ich mache es einfach nicht. Alles, was in Richtung Bargeldabschaffung geht, ist mir unangenehm. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht auch, weil ich in einem Kontrollstaat aufgewachsen bin. Und wenn die Omis vor mir ewig in ihren Börsen kramen, bekomme ich es nicht mit. Denn meine Ohren sind zugestöpselt und meine Augen am Handydisplay festgesaugt. Wenn ich dran bin, bin ich dran – Hektik habe ich mir irgendwann abgewöhnt. Muss ich irgendwo warten, lenke ich mich immer mit Instagram & Co ab.
    Trotzdem finde ich es wichtig, zu wissen wie es geht und dass ich auch so zahlen könnte, damit ich mal den Anschluss nicht verpasse.

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