LIFESTYLE: WOZU DIE UMWELT SCHONEN? ES GIBT DOCH SUVs

Lebt man im Speckgürtel einer deutschen Großstadt, sieht man sie manchmal öfter als Straßenlaternen: riesige und geradezu aufdringliche Pseudogeländewagen, auch SUVs genannt. Mit jedem Röhren des Motors sagen diese tonnenschweren Monster: Die Umwelt ist mir egal. Aber kann man mit einem Elektroauto diesem Trend entgegensteuern? Nicht wenn es nach den Autobauern von Daimler geht, die nun eine bodenlose Frechheit auf vier Reifen verkaufen möchten.

 

 

Ja, ich weiß! Das Thema hatte ich schon öfter auf dem Kieker, und ein locker-flockiges Sonntagsthema ist das nun auch nicht gerade. Und trotzdem möchte ich heute gerne wieder einmal provozieren, zum Nachdenken anregen. Und da habe ich ein stattliches Beispiel aus meinem Bekanntenkreis parat.

Auslöser, oder besser Auslöserin, war eine Bekannte von mir, die sich gerade voll im Trend bewegt: Lautstark schimpfte sie über Kosmetikprodukte (auch welche, die ich hier schon mal für gut und wirksam befunden habe), die Unmengen von Mikroplastik in die Weltmeere, auf die Äcker und in Nutztiere jagen würden. Unbesehen: Ein schlimmes Thema, aber leider auch noch mit vielen Unbekannten, trotzdem wird es höchst emotional diskutiert. (Auch ich hatte das Thema hier bereits zweimal aufgegriffen)

Großes Problem auf meiner Seite: Wie diskutiere ich mit jemandem, der selbst einen der größten und bärenstark motorisiertesten SUVs der Welt fährt, während der Ehemann eine ähnliche, scheinbar Anabolika-gedopte Schleuder unter dem Wohlstandspopo hat, der allerdings vom Hersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen stammt. Nicht unerwähnt sollte noch sein, dass Sohnemann (18) ebenfalls…rate mal…einen geschmacklosen Geländeschlitten mit den Ringen am Kühler sein Eigen nennt. Sorry, aber hier schreit alles: „Scheiß doch auf die Umwelt!“ Und dazu natürlich: „Seht meine aufgedunsene materielle Überlegenheit mit der ich die Straßen markiere!“

OK, ich bin ja nicht gemein, und so habe ich meine Bekannte zu dieser Tatsache im Kontext Mikroplastik befragt, denn es interessiert mich schon, wie da die Gedankengänge wohl sind.

Fazit: Die SUVs haben eh keine Zukunft (ach?), und demnächst will die ganze Familie auf Elektroautos umschwenken. What??

Wie nett! Hatten sie eine Probefahrt mit einem dieser kleinen Flitzer gemacht, und waren erstaunt, wie wunderbar leise und sprintstark die Elktroniker sind? Von wegen!

Es soll für beide Eltern JE ein Mercedes EQC 400 werden!

Wer jetzt fragt: Na und, was soll das schon für ein elektrisches Furzauto sein? Bitte, hier kommen die erstaunlichen Fakten zu diesem Klimaretter mit dem „guten Stern“:

Zweieinhalb Tonnen, die der Fahrer mit 300 Kilowatt in fünf Sekunden auf Tempo 100 jagen kann. Um auf eine angebliche Reichweite von „über 450 Kilometer“ zu kommen, ist eine 80-kWh-Batterie mit einem Gewicht von 650 Kilogramm verbaut. Einmal Aufladen braucht mehr Strom als mein Haushalt im ganzen Monat!

Ich möchte jetzt wirklich nicht als spaßbefreit gelten, aber ist DAS der neue Trend? Wir (miss-)brauchen die größere (und hoffentlich bald noch viel größere) Effizienz der Batterien um noch monströsere Egoschaukeln zu bauen?

Und wer sich nach dieser Einsicht in die Zukunft immer noch vorrangig über Kosmetikprodukte mit Plastikpartikeln echauffiert, um danach dieses Monsterauto zu bestellen, um damit zum Anlegehafen der Aida zu düsen, um seine 2. Kreuzfahrt in diesem Jahr anzutreten, dem ist in meinen Augen wahrlich nicht mehr zu helfen!

Im Kleinen anfangen? Ja, da bin ich voll dabei. Zug und Bus nutze ich. Obst, Gemüse und Fleischwaren packe ich in selbst mitgebrachte Behälter. Ich fahre Fahrrad, wenn die Strecken im Stadtgebiet liegen, sogar bei Regen, denn ich bin nicht aus Zucker. Ich besitze einen verbrauchsarmen Kleinwagen. Ich spare Strom, Heizenergie und Wasser. Aber man kann einfach nicht alles bedenken. Es geht nicht! Trotzdem ist es erwähnenswert, denn ALLES ist besser als diese gedankenlosen selbsternannten Umweltexperten, die zwar ein Umweltbewusstsein heucheln, aber eigentlich buchstäblich Asoziale sind, so gemein das auch klingen mag.

 

 

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(Fotos: Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

24 Kommentare

  1. Lieber KK,
    Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich könnte mich jedes Mal darüber aufregen und kenne auch so einige Beispiele aus meinem Bekanntenkreis.
    Muss wohl etwas typisch deutsches sein, so in dem Ausmaß. Das gibt es so krass, bis jetzt jedenfalls, in Frankreich noch nicht. Habe ich jedenfalls noch nicht so feststellen können.
    Das Umweltbewusstsein ist aber auch ein ganz anderes hier, in manchen Sachen besser, in manchen schlechter.
    Die Autos sind aber definitiv kleiner, im Allgemeinen jedenfalls.
    Solche SUVs gehören für mich verboten, was bringen sonst alle Umweltschutzmaßnahmen ?
    Schönen Sonntag und liebe Grüße aus dem Beaujolais 😁

  2. Witzig, dass du das heute schreibst! Gestern Abend haben mein Mann und ich zwei befreundete Paare zu Besuch gehabt, die allesamt, also jeder von ihnen, einen SUV fahren. Aber du glaubst gar nicht, wie toll die den Müll trennen und nur Biobaumwolle mit Ökosiegel für die Klamotten zulassen.
    Beim Auto hört aber in Deutschland der Spaß scheinbar auf. Der Reifenabrieb treibt ungleich mehr Mikroplastik in die gesamte (!) Umwelt, da ist Kosmetik fast schon harmlos. Sorry für diese Verallgemeinerung, aber du weiß was ich damit sagen möchte.
    Ich besitze übrigens gar kein Auto mehr, denn bei uns ist der ÖPNV gut ausgebaut und sicher. Und Flugreisen habe ich vor 5 Jahren zuletzt gemacht. Man versucht halt seinen Teil beizutragen, aber das reißen diese von dir und mir genannten Leute mit dem Arsch wieder ein.
    Schönen Sonntag!

  3. Lieber Kaiser,

    ich muss mich bei diesem Thema stark zurückhalten, sonst würde mein Kommentar den Rahmen sprengen – Du hast mit allem Recht! Ich bin immer wieder perplex, und ja, deprimiert, was alles wirtschaftlichen und persönlichen Interessen untergeordnet wird nach dem Motto „was kümmern mich andere(s), Umwelt, oder ein Morgen“ oder „sollen doch die anderen die Welt retten“ ..

    Dass Menschen wie hier von Dir beschrieben gerne mit erhobenem Zeigefinger auf z.B. Mikroplastik in Kosmetik hinweisen, mit ihren Protz-Schüsseln zur Mülltrennung, oder Biomärkten fahren und dort dann ökologisch einwandfrei mit Jute-Tasche einkaufen, und nicht im geringsten diesen krassen Widerspruch erkennen oder erkennen wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Dass, um beim heutigen Beispiel zu bleiben, entgegen immer strengerer Umweltauflagen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und teils Fahrverboten die Autobauer trotzdem immer noch stärkere/größere Monster – die man auch im städtischen Nah-Verkehr natürlich unbedingt braucht! – entwickeln und diese dann auch erfolgreich verkaufen können (und dürfen! Wo bleibt da eigentlich die sonst so vieles reglementierende Politik??), kann und muss ich ja nicht verstehen :-(.

    So, genug, das Thema reibt mich auf ….

    Ich wünsche Dir und allen hier trotzdem einen wunderbaren Sonntag!

    GLG Ursula

  4. Die richtig großen Geländewagen sind umweltschonender als kleine Stinker!! Wouu gibt es die modernen Abgasreinigungssysteme?
    Erst informieren dann meckern!!!!

    1. Oha. Danke für die Aufklärung. Relativer Mehrverbrauch von fossilen Energiequellen durch mutwillige Übermotorisierung ist natürlich alles nur Killefit. Und der Betrug mit den Abgasreinigungssystemen, die nur Sonntags, bei Vollmond, zwischen 1 und 3 Uhr funktionieren natürlich auch.
      Danke für die interessante Wortmeldung! KK

    2. Herrje, ein weiterer Vertreter der von Dir hier so treffend beschriebenen Spezies. Gegen manche(s) bleibt man einfach chancenlos, da prallen sämtliche Argumente ab …

  5. Ich habe bereits zu diesem Thema gearbeitet, die Grundidee ist eigentlich kleine E-Autos ersetzen Stadtfahrten. Da ist die Reichweite gering, aber die Studien belegen, dass man wohnend im Zentrum und arbeitend im Zentrum täglich unter 15 km hinterlegt. Weiterführen der Idee ist dann, man kann zu Hause laden, am Arbeitsplatz laden – viele Arbeitgeber bieten die Infrastruktur dafür – und auch zwischendurch in meiner Stadt. Zapfsäulen gibt es überall, sogar klick and go Systeme. Da haben die Bekannten etwas falsch verstanden und beruhigen ihr Gewissen auf eine merkwürdige Art und Weise.
    Was bei uns gut funktioniert sind Stadtflitzer – Zweisitzer aka Smarts – angebunden an multimodale Angebote. Also Bahn, Rad, Bus und wenn es sein muss und für kurze Strecken – nicht alles ist ÖPNV-mäßig angebunden, obwohl in der Stadt – sinnvoll nutzen.

    „Im Kleinen anfangen? Ja, da bin ich voll dabei. “

    Genau. Übrigens hört bei mir der Spaß bei Reisen auf. Ich habe nur dieses eine Leben und will so viel wie möglich von der Welt sehen.
    Das an sich ist kein Problem.
    Probleme sind woanders. Wie gesagt mit beruflichem Hintergrund zu diesem Thema sehe ich das differenziert und mit wenig verklärtem Blick. Da wird einem absichtlich schlechtes Gewissen gemacht, damit die Übeltäter nichts so ins Fokus rücken und weiter die Schandtaten ausüben können.

    „Die richtig großen Geländewagen sind umweltschonender als kleine Stinker!! Wouu gibt es die modernen Abgasreinigungssysteme?“

    Können Sie mir hierzu bitte die Studien verlinken. Ich zweifle nämlich an den Studien die Sie gelesen haben oder an Ihrem Verständnis von den Inhalten.

    1. Das stimmt, liebe Ombiaombia! Ständig wird (total kontraproduktiv) ein schlechtes Gewissen erzeugt, bis man abwinkt, weil man das Gefühl hat gegen Windmühlen zu kämpfen.
      So auch beim Mikroplastik in der Kosmetik. Man muss das sehr ernst nehmen, keine Frage, aber die größten „Schuldigen“ bleiben nun mal Industrie, Funtionsklamotten und Reifenabrieb. Und die Kosmetikindustrie reagiert ja bereits. Träge, aber sie reagiert! Was tut hingegen Industrie, Autobauer und Modeindustrie? Da muss man wieder selbst ran: Weniger nutzlose Autofahrten, Wäsche nur in speziellen Säcken waschen, usw.
      Aber im Moent ist halt die Kosmetik im Trend, von den anderen Ursachen wird scheinbar abgelenkt!
      Liebe Grüße, KK

      1. Ablenken tun sie momentan gerne alle. Kosmetik ist schuld, das kann man schön rausrufen, da Kosmetik ja eh Frauensache ist (äh, nee) und man Frauen ja leichter was wegnehmen kann.

        Ich fahre auch nicht Auto (habe nicht mal einen Führerschein) und versuche wenig Müll zu produzieren, aber die Japaner packen alles dreifach in Plastik, und ohne Flugreisen komme ich nicht nach Hause, um meine Familie zu sehen. 😦

        1. In einem japanischen Supermarkt würde ich in der Obst und Gemüseabteilung wohl verrückt werden. Diese ganzen abgepackten und mundgerecht zugeschnittenen Stücke. Ist da eigentlich noch EIN Vitamin in den Früchten und Gemüse?
          Kann man in der Großstadt eigentlich auch an Produkte „frisch vom Bauer“ kommen? Wahrscheinlich ist das in Japan unbezahlbar?
          Viele Grüße, KK

          1. Jedes Stück Schokolade ist einzeln eingewickelt…

            Am Stadtrand hatte ich früher einen Wochenmarkt, und man kann sich wohl Gemüse vom Bauern liefern lassen. Kleinere Läden für Obst und Gemüse gibt es fast überall, aber selbst da ist dann der Pfirsich in Plastik verpackt, damit er nicht gedrückt wird…

  6. Bestimmt steigen irgendwann mal die Stromkosten und zwar für alle. Auch für diejenigen, die kein Elektroauto fahren. Und was ist mit den Batterien, die entsorgt werden müssen?

    1. Na und? Das sind Probleme, die man lösen muss. Die Batterie wie wir sie kennen ist ja hoffentlich auch nicht das Ende der Fahnenstange.
      Nur was ist denn die Alternative? So weitermachen wie bisher?

    2. Die Stromkosten dürften für mein Verständnis auf lange Sicht sogar sinken. Wenn die Stromtrassen gescheit ausgebaut und die Atomkraftwerke abgeschaltet sind, produzieren wir nur noch Strom aus Quellen, die zum Teil erheblich geringere Investitions- und Betriebskosten verursachen und zudem keine zugekauften Ausgangsmaterialien (wie z.B. Holzkohle) mehr benötigen, aus denen der Strom produziert wird. Somit sollten sich die Investitionen in die Strominfrastruktur, die jetzt gemacht und natürlich auch vom Verbraucher mitgezahlt werden, amortisieren und auf einem hart umkämpften Markt wie dem Strommarkt werden die Anbieter Einsparungen dann auch an die Verbraucher wieder weitergeben. Das ist allerdings nichts, was in den nächsten Tagen passiert, sondern wirklich auf lange Dauer. Dass wir in den nächsten Jahren noch mehr zahlen wegen der Elektroautos, die bisher ohnehin in Deutschland kaum verbreitet sind, sehe ich dagegen nicht.
      Die Entsorgung bzw. Aufbereitung alter Autoakkus ist wieder eine andere Frage, stellt aber vermutlich kein so großes Problem dar, wie die Entsorgung von Atombrennstäben oder die Plastikentfernung aus dem Meer.

  7. Lieber KK,

    „weitermachen wie bisher“ ist absolut keine Alternative!
    Was ist, wenn das mit der Reinkarnation stimmt?! Dann heißt „nach mir die Sintflut“: „vor mir die Sintflut“ – und wir sind alle am A….
    Mir war gar nicht so klar, dass Du als Konsum(!)kaiser täglich Umweltbewusstsein praktizierst, und ich freue mich sehr darüber :-))

    1. Tja, wie gesagt, man baut aber auch viel Mist. Zum Beispiel Kosmetik aus Korea bestellen. Muss ja nicht sein. Man hat also immer irgendwo seine Baustellen. Ich finde nur gut, wenn man sie auch identifiziert und darüber nachdenkt. Allein große Reden schwingen bringt ja auch nicht weiter. An viele alltägliche Dinge, wie zB. das Fahrrad nehmen, oder die Wurst in die Schale zu geben, statt in Einwickelfolie, fühlt sich ja irgendwann total normal an. Mit anderen Worten: Die kleinen Dinge kann jeder umsetzen, völlig ohne Komfortfverlust. Und ich als kleiner Blogger habe natürlich NICHT die Macht, die Konzerne dazu zu bringen ein echtes ökologisches Gewissen zu entwickeln. Blöd, wenn man sowas denkt. Aluminiumfreie Deos sind da immer so ein tolles Beispiel. dabei ist das doch der tollste Marketingtrick: Man kann gleich zwei Käuferschichten bedienen und nicht nur eine, und hat per Greenwashing sein Image aufpoliert.
      Liebe Grüße, KK

      1. Kleiner Blogger… Ich werd nie vergessen, wie damals während der EHEC-Verseuchung kurzzeitig k e i n e r mehr Gurken kaufte, weil es die irrtümliche Meldung gab, die Keime säßen da drauf. Abertonnen Gurken wurden vernichtet.
        Konsumenten haben Macht! Aber sie nutzen sie nicht. Flashmobs vor den Autohäusern: „Wir wollen Autos, die leise, energiesparend und planetengesund sind!“ Ein Jahr keine Autoneukäufe. Und die Sache läuft…

  8. Das Problem hatten wir doch schon bei den Verbrennern. Die Leistungszuwächse durch Verbesserung der Motortechnik wurden durch stärkere Motoren pulverisiert. Für einen Kleinwagen reichen 34 PS, wie beim R4 oder Käfer. Nur haben die meisten Kleinwagen heute mehr PS als mein Geländewagen. Diese Entwicklung läuft seit Jahrzehnten. Ein moderner Mini schluckt im Praxistest soviel wie mein R4 vor Jahrzehnten, nur daß der noch einen höheren Luftwiderstand hatte. Und auch nur 2,5l weniger als mein Toyota, der übrigens genauso breit wie ein Mini ist. Nur höher und einen Meter länger.

    Als Geländewagenartige modern wurden habe ich die Stirn gerunzelt, da ich ahnte, daß dadurch die Stimmung kippt. Vor 30 Jahren, als diese Fahrzeuge noch Exoten waren, war die soziale Akzeptanz eine ganz andere.

    Frankreich hat übrigens eine weit größere und aktivere Offroadszene, wie auch Spanien. Deutschland ist diesbezüglich eher zurückgeblieben. Kann aber sein, daß dort weniger SUV und mehr echte Arbeitstiere gefahren werden. Weniger Geländewagen haben die Franzosen jedenfalls nicht, man betrachte nur, wie stark sie die internationale Rallyeszene dominieren.

    Elektrische Geländewagen? Ist doch kein Problem. Gibt zwar im Busch keine Steckdosen, aber dann packe ich halt meinen Dieselgenerator aus und mache damit Strom😣 Boah, Mercedes, mal wieder echt Merdecedes.

    Warum sind kleine Fahrzeuge mit zusätzlichem Pedalantrieb so teuer? Ich denke da z.B. an Twike. Solche Modelle, Sub-Autos mit integrierter Körperertüchtigung, die mich auch mit leerer Batterie weiter bringen, darüber sollte IMHO mehr gesprochen werden. Aktuell wird nur der Antrieb getauscht, alles andere bleibt wie gehabt, inklusive der Rausch von Beschleunigung und Geschwindigkeit. Vielleicht sollten wir mit der Einführung einer Höchstgeschwindigkeit auf unseren Autobahnen beginnen? So als kleiner, kostenneutraler Anfang.😊

    Jeder kann seinen Anteil zur Schadstoffvermeidung leisten. Und jeder wird das dort leisten, wo es ihm am Wenigsten wehtut. Ich bin z.B. vor 25 Jahren das letzte Mal geflogen und mache keinerlei Kurzurlaube.

    Ich frage ja oft SUVler, warum sie so ein Auto haben. Da hört man viel von Angst und Sicherheit. Weshalb der Begriff Hausfrauenpanzer zwar polemisch klingt, faktisch aber eine Tatsachenbeschreibung ist.

    Liebe Grüße
    Argana

    1. Ja, das Argument mit der Sicherheit kenne ich auch. Nur was ist wenn zwei von den großen, starken SUVs „zusammentreffen“? Und es gibt ja mittlerweile so viele davon, das ist keine Utopie. Dann ist der Sicherheitsaspekt doch sozusagen ad absurdum geführt? Und viele Männer und Frauen, die ich kenne, fahren mit den großen, schweren Wagen so unsicher, eben weil sie die Abmessungen nicht einschätzen können, sowie die Wucht des Antriebs. Sicherheit ist für mich im Straßenverkehr kaum noch möglich, nur noch zu Hause bleiben. ;-)) Den Eigenkraftantrieb geschickt nutzen finde ich eine interessante Idee, die ja selbst Fred Feuerstein schon nutzte. Leider gibt es da ja bislang nur diese spaßbefreiten Ökomobile, indiskutabel. Aber da werde ich mich mal schlau machen, das interessiert mich sehr.
      Liebe Grüße, KK

      1. Ich muss nur an eine der unzähligen privaten Schulen in der Stadt denken. Alle Mamis fahren solche Monster, blockieren gänzlich die Straße damit und verhalten sich mit solchen Autos allgemein sehr unsicher und gefährlich für sich und die Umwelt. Ich muss den Gehweg verlassen, den sie blockiert haben, muss auf die schmale Straße die auch zur Hälfte blockiert ist, auch für die Autos die von hinten kommen und einfach durchfahren wollten. Solche Gelendewagen sind in der Stadt nicht zeitgemäß. Sie werden von der Gattung Wifey gefahren und meist genutzt um Kidis von der Schule abzuholen, shoppen zu gehen oder um Maniküre aufzufrischen.
        Andererseits kenne ich jemanden der mit Twike täglich zu Arbeit fährt, habe es probiert, allein durch die liegende Position ist es schon ein komisches Gefühl beim regen hinter einem LKW zu fahren.

  9. So sind sie halt immer noch, die wohl meisten Deutschen. Nix ist wichtiger fürs Image als das Auto, das man fährt. Aber ich denke, das Problem ist in fünf bis sechs Generationen gelöst. Autos als Statussymbole funktionieren bei den meisten heute 18-25-jährigen schon jetzt nicht mehr so wirklich gut. Betrachte Deine Bekannten einfach als Dinos 😉 Ändern wirst du sie eh nicht.
    Liebe Grüße
    Fran

  10. Hallo zusammen,

    ich bin erst heute dazu gekommen mal hier zu lesen und weiß jetzt gar nicht, ob das noch jemand liest, aber ich möchte auch noch gerne meinen Senf dazu geben.

    Mich regt dieses Thema so dermaßen auf! Autofahrer haben IMMER irgenwelche Argumente FÜR ein Auto. Die Sicherheit der Kinder ist eh das Totschlagargument Nummer 1. Was kann man da noch entgegnen, wenn man sich selbst sowieso gegen Kinder entschieden hat? Diese Diskussionen kann man sich einfach sparen.

    In meiner Stadt kann man mit dem Radl oder öffentlichem Nahverkehr überall hinkommen und trotzdem fahren alle mit ihren dämlichen Autos, verstinken und verstopfen die Straßen – von dem ganzen Lärm will ich gar nicht erst anfangen.. Wieso stellen Firmen als geldwerten Vorteil eigentlich noch einen Firmenwagen für ihre Mitarbeiter zur Verfügung? In den meisten Fällen ein Witz!

    Ich bin nicht gut informiert über die Technik muss ich zugeben, aber eins weiß ich: Das Problem in meiner Stadt wird nicht dadurch gelöst indem man andere (Elektro) Autos einführt. Es müssen einfach Autos weg. Wir brauchen WENIGER Autos, nicht ANDERE! Es sind ja noch zusätzlich (!) welche dazu gekommen in Form von Konzepten wie Stadtauto, Elektroautos etc., die Leute benutzen, die normalerweise gar kein Auto besitzen würden.

    Es ist jedenfalls einfach Chaos bei uns. Den ganzen Gestank atmen ja aber glücklicherweise nicht die Autofahrer ein, sondern die Radfahrer. Ich habe mich vor einigen Wochen tatsächlich entschieden über meinen Schatten zu springen und mir eine Atemschutzmaske zu kaufen, auch wenn ich mich damit völlig zum Affen mache, aber ich habe einfach keinen Bock mehr auf diesen ständigen Gestank beim Radeln!

    Aber jedes Mal, wenn ich mich über das alles aufrege erinnere ich mich irgendwann dann an diesen unglaublichen Bericht über Containerschiffe, den ich mal auf ARD gesehen habe – wenn man sich den mal reinzieht, braucht man sich echt über keinen SUV oder Mikroplastik mehr aufregen, weil man weiß, die SUV´s und alles Andere sind tatsächlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

    Ca 6.000 Frachtschiffe für Containertransporte stoßen soviel Schadstoffe aus, wie alle Autos weltweit im gleichen Zeitraum. Es gibt aber keine 6.000, sondern ca. 60.000 Containerschiffe!! Das muss man sich mal vorstellen!

    Jährlich kommen mehr und vorallem noch größere Frachter dazu, die noch mehr Fahrten machen, als das Jahr zuvor.

    Sehr wichtig, dass WIR unser Papier separat entsorgen und uns Gedanken bei ner in Plastik verpackten Zuccini machen! Da rege ich mich über mich selber auf, dass ich da überhaupt EINEN Gedanken daran verschwende.

    Ich glaube das hier war die Dokumentation auf ARD:

    http://doku.wandelstern.org/video/ard-seeblind-der-wahre-preis-der-frachtschifffahrt

    Entschuldigung für meinen negativen Post – mich regt das wirklich auf..

  11. Hallo Mia, auch wenn ich viele Deiner Argumente nachvollziehen kann – ich wusste zwar vom enormen Schadstoff-Ausstoß der Containerschiffe, nicht aber den Werten in DIESER Größenordnung – bleibe ich eine Verfechterin davon, im eigenen Umfeld so viel wie möglich mit ökologischem Augenmaß und Verantwortungsgefühl zu handeln. Schon aus dem Grund, wie soll sich jemals etwas ändern, wenn niemand sich ändert? Jeder für sich allein betrachtet ist natürlich bedeutend weniger als der berühmte „Tropfen auf dem heißen Stein“, bei sehr, sehr vielen sieht es aber anders aus.

    Weniger Nachfrage an z.B. dem erwähnten Plastik kommt irgendwann zwangsläufig auch bei den Produzenten an (wenn schon unsere politischen Vertreter ungebrochen nur boomende Wirtschaft und Gewinnmaximierung anpeilen, ich frage mich ja schon lange, in welchen tiefen Gräben die ehemaligen Kern-Themen unserer „grünen“ Parteien versunken sind, aber das ist eine andere Geschichte)….

    Und darauf hoffe ich.

    LG Ursula

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