LIFESTYLE: MIT DEM PARTNER IN DEN URLAUB * KIRCHEN, SHOPPING, SAUFGELAGE?

Urlaub. Ein paar Wochen kann man dem Partner nicht aus dem Weg gehen. Man sitzt sich auf der Pelle, womöglich auch noch mit Kindern und anderem Anhang. Wird das erholsam, kann das gut gehen? Oder ist das eine ernste Prüfung für jede Partnerschaft?

Urlaub – nix Neues, oder?

Nun sind wir hier ja nicht auf einem Millennial-Blog, der alles „Neue“ feiert bis zum Abwinken. Dazu gehört auch, dass man endlich einmal nicht mehr mit Mami und Papi, sondern mit Schatzi in den wohlverdienten Urlaub fährt, denn das Praktikum ist schon ganz schön anstrengend, und nach den ersten vier Monaten hat man sich schließlich auch den Urlaub hart erschuftet. 😉

Nee, wir sind etwas älter und kennen den Urlaub in all seinen Facetten. Und der typische Jahresurlaub eines Paares wird da gerne mal unters Mikroskop gelegt, denn er gilt gemeinhin als schwere Prüfung für jede Partnerschaft. Die Konstellation ist egal, auch der Partnerschaftsstatus. Immer wieder hört man von schlimmen Zerwürfnissen, gerne auch schon kurz nach der Ankunft, einfach weil unterschiedliche Erwartungshaltungen aufeinander treffen.

Sozusagen: Bis dass der Tod euch scheidet, oder der gemeinsame Urlaub.

Man muss sich nicht „an die Köppe kriegen“

Auch ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, und möchte behaupten, dass es so gut wie IMMER wenigstens einen kleinen Streit gibt. Irgendwas ist immer, wichtig ist nur was man daraus macht. Lässt man es eskalieren, oder lenkt man beherzt ein? „Der Klügere gibt nach“ ist viel zu tendenziös, ich würde lieber sagen: Wir müssen alle kleine Abstriche machen, um gemeinsam Glück zu erleben, aber das sollte es wert sein.

Bei der Buchung der Reise geht es ja schon los. Wie ist man eigentlich auf die Idee zum Urlaub gekommen? „Ich habe 500.000 Follower auf Instagram und bekomme ständig Übernachtungen in Hotels geschenkt. Schatzi muss mit, um mich zu fotografieren.“ Oder: „In der Partnerschaft kriselt es, der Urlaub soll uns wieder näher zusammen bringen.“  Keine guten Voraussetzungen.

Aber: Gemeinsame Erlebnisse schaffen, das schweißt zusammen, gibt neue Gesprächsthemen. Dazu muss man nicht einmal bis nach Bali oder zu den Seychellen. Da wirkt auch ein kleiner Städtetrip manchmal Wunder.

 

Sich auf gemeinsame Ziele einigen ist gar nicht so einfach. Es kommt viel öfter vor als man denkt, dass Partner zurückstecken, nur des lieben Friedens willen. Er will nach Kolumbien, echten Thrill verspüren inklusive Überfällen, der Drogenmafia, Landminen und wilden Tieren. Sie lieber ins Wellnesshotel nach Lanzarote. Oder andersrum.

Na und? Man muss nicht unbedingt den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Man kann ja diesmal DAS und das nächste Mal JENES machen. Dabei kann es wundervoll überraschend sein, auch mal im Urlaub seine Komfortzone zu verlassen. Und wenn alles nicht hilft, muss eben mal getrennter Urlaub gemacht werden. Alles besser, als eine gescheiterte Beziehung durch ein schlimmes Urlaubstrauma! Die Statistik bestätigt: Ca. 1/3 der Scheidungen werden nach einem gemeinsamen (gescheiterten) Urlaub eingereicht.

Ehrlichkeit und Kommunikation

Man sollte seinen Partner gut einschätzen können. Im Urlaub wird meist kein anderer Mensch aus ihr oder ihm! Ist der Partner eher ruhig, wird er nicht zum Partyking auf Ibiza. Und ist sie ultra kommunikativ und lernt ständig neue Menschen kennen, wird der Trip ins Kloster im Himalaya sicher zum Reinfall. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Dass wir unseren Partner nicht ändern können, haben wir längst gelöffelt. Aber warum können wir gerade im Urlaub in dieser Hinsicht manchmal so intolerant sein?

Gut ist es, wenn man vor Beginn des Urlaubs Erwartungen ausspricht: „Ich möchte ab 10 Uhr am Pool liegen und mich mit Gin-Tonic voll laufen lassen“ klingt wohl nicht verlockend für die meisten von uns, ist aber ehrlich und vermeidet ein böses Erwachen, wenn ich bereits meine Wanderschuhe angeschnallt habe, während Schatzi schon etwas schräg auf besagter Liege am Pool liegt.

Kein schlechtes Gewissen!

Irgendwann braucht man auch mal Urlaub ohne Ablenkungen. Den Alltag zu Hause lassen, das sagt sich so leicht, wenn man Kinder und Handys im Gepäck hat. Kann man es irgendwie einrichten, sollte man diese „Faktoren“ zu Hause lassen, oder wenigstens für ein wenig Abstand sorgen. Handy in den Safe – ständige Erreichbarkeit ist schon lange kein Statussymbol mehr. Und für Kinder gibt es in vielen Urlaubsanlagen auch Ganztagsbetreuung.

Gemeinsame Dinge planen! Einen Surfkurs zusammen machen. Oder einen Ausflug in die Inselhauptstadt. Gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen. Und danach Freiräume lassen: Auch mal alleine losziehen. Nicht eingeschnappt sein, wenn der andere Part mal einen ich-Tag will.

Wenn sich beide Partner klar sagen, was sie vom Urlaub erwarten, und wenn beide Parteien auch mal Zugeständnisse machen und offen für Neues sind, dann wird in vielen Fällen die Prüfung bestanden sein. Die berühmte Erwartungshaltung steht vielen Menschen im Weg: Nichts wird wirklich perfekt! Weder gibt es die perfekte Hochzeit, noch die perfekte Beziehung und erst recht nicht den perfekten Urlaub. Geht alles gut, kann man sich auf gemeinsame Erinnerungen, emotionale Fotos und einen schönen nächsten Urlaub freuen!

*Übrigens: Vieles aus diesem Beitrag gilt nicht nur für den Urlaub, auch im Alltag schadet Kommunikation und Einfühlungsvermögen nicht. Dabei muss man sich aber auch im Klaren sein, dass das für viele Männer deutlich schwieriger ist als für Frauen. Ein wichtiges verbindendes Element kann der Humor sein, den bitte niemals verlieren!

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(Fotos: Pixabay  Keinerlei Sponsoring)

 

54 Kommentare

  1. Da hast Du mal wieder einen Beitrag auf den Kopf getroffen 🙂
    Im gemeinsamen Urlaub erkennt man erst, ob man füreinander bestimmt ist 🙂

    Ich fahre mit meinem Mann, früher auch mit Sohn nun schon seit 25 Jahren 1-3x im Jahr in den Urlaub,
    einmal immer in sonnig heiße Gefilde, dann mal Skiurlaub, oder auch Wellnessurlaub, oder einige Tage in den Freizeitpark Rust (gefällt uns auch ohne Kind immer noch wahnsinnig gut)…
    wir hatten im Urlauch NOCH NIE Streit, wir haben exakt die gleichen Interessen und wir genießen immer unsere gemeinsamen Urlaube, da haben wir Zeit füreinander, was ja im Alltag nicht immer möglich ist, mein Mann fährt sogar mit, wenn ich mir mal ein Shoppingtour nach Mailand wünsche, er findet das auch spannend 🙂

    Ich glaube das sagt auch schon, warum wir nun seit 25 Jahren verheiratet sind, was ja in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist!!

  2. Guten Morgen, ich sitze gerade am Frühstückstisch und wir starten gleich in den Urlaub. Wir sind seit knapp 30 Jahren verheiratet und ich kenne die Diskussion, die hier gleich aufkommt, schon im Wortlaut. “ Was hast du denn da alles eingepackt, den schweren Koffer kannst du selber tragen. Ich brauche nur eine kleine Tasche……“
    Alle Jahre wieder…., macht aber nix. Ich weiß ja, mit wem ich es zu tun habe. Und nach den üblichen Startschwierigkeiten wird auch dieser Urlaub ein schöner Urlaub.
    LG Lisbeth

  3. Bei einer neuen Beziehung sollte das Paar gleich mal zusammen in den Urlaub fahren. Denn dort lernt man sich kennen. Wenn man sich dort schon nicht versteht, klappt es auch meist im Alltag nicht. Mein Mann und ich sind gleich mal für 2 Monate nach Asien. Mit leichtem Gepäck. Nur Hin- und Rückflug gebucht. Das sind jetzt 30 Jahre her! Sicher gab es manchmal Streit aber wir konnten uns aufeinander verlassen. Haben viel gelacht und vor allem viel geredet. Bis heute.

  4. Ich verstehe das nicht und habe das auch noch nie verstanden. Sowohl bei meinem Ex-Ehemann als auch bei meinem jetzigen Partner ist es tatsächlich so, dass wir uns im Urlaub blendend verstehen. Viel besser als Zuhause. Bei meinem Ex war es sogar mal so, dass wir kurz vor der Trennung standen. Wir flogen dann in den Urlaub, weil dieser schon lange gebucht war. Tja, wir blieben dann immerhin noch 3 Jahre zusammen. 🙂 Urlaub ist für mich die beste Zeit in der Partnerschaft, schon alleine deshalb, weil man viel entspannter ist!

  5. Völlig neben dem Thema, aber echt erfrischend, ein Tipp, den ich gestern in meinem überhitzten Schlafzimmer ausprobiert hab:
    Kaltflasche statt Wärmflasche! (geklaut bei FrauSeele — lieben Dank :-))
    Die Flasche am besten nachmittags noch in den Kühlschrank und dann zum Einschlafen an die Füße — aaaaaahhhhhhhhh.
    Warum bin ich darauf nicht allein gekommen?!

  6. Sehr gut.

    „Wir müssen alle kleine Abstriche machen, um gemeinsam Glück zu erleben, aber das sollte es wert sein.“

    Stimmt so was von.
    Trotzdem beobachte ich in meiner und Generation 30+, dass man immer egozentrischer wird und jeden Kompromiss gleich für eine persönliche Niederlage hält. Urlaub ist eine Probe für gestandene Beziehungen, aber auch für ganz frische.

    „Na und? Man muss nicht unbedingt den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Man kann ja diesmal DAS und das nächste Mal JENES machen“

    Ganz genau. Sonst sind beide dieses und nächstes Jahr gleich unzufrieden…habe es einem jungen Herr gleich zugeschickt. Mal schauen ob er sich nach dem Lesen immer noch traut gemeinsam zu verreisen ha,ha.

    „Nicht eingeschnappt sein, wenn der andere Part mal einen ich-Tag will.“

    Sehr wichtig. Da ich meist diejenige mit diesem Bedürfnis bin und häufig dafür von der anderen Seite Schuldgefühle zugespielt bekommen habe.
    Mir gefällt Dein heutiger Post ausgesprochen gut. Wird gleich gespeichert und für jeden Neuling in meinem Leben zur Pflichtlektüre ha,ha.

    1. @OmbiaOmbia: eine Art Betriebsanleitung für Anfänger ;-)))))) …? SPASS :-)!! Aber in diesem Post stecken wirklich sehr, sehr viele wahre Worte …

        1. Also ausgerechnet wenn man zusammen verreist Ich-Tage einzulegen finde ich irgendwie befremdlich, ich denke die Zeit ist heutzutage schon knapp genug. Wenn man auf Balkonien bleibt mag das anders sein.

          Ansonsten gebe ich sowohl Andrea als auch Ombia recht. Der Egoismus heutzutage ist Grund dafür dass vieles nicht mehr von Dauer ist. Sehr traurig.

          1. Naja, bei siamesischen Zwillingen mag das klappen, aber auch im Urlaub braucht man doch mal Freiräume. Und es muss ja kein ganzer Tag sein, aber ein Ausflug alleine, wenn der Partner partout kein Shopping mag, ist doch einvernehmlich besser, als ein gekränkter Part, der zurückstecken musste.

            1. Ich erinnere mich als mein Ex-Mann und ich das 2. Mal in Florida waren. Er wollte mit dem Speedboot durch die Everglades fahren, ich nicht, weil das durch mein Handycap schwierig geworden wäre allein aufs Boot und wieder allein runter zu kommen. Hab dann dort auf ihn gewartet, hat mir eigentlich nichts ausgemacht. Er hat mich aber die ganze Zeit spüren lassen dass ihm das nicht gepasst hat. 🙄 Wie man es macht ist es nicht recht. Und das kann man auf viele Dinge übertragen, Familienfeiern etc.

              Getrennten Urlaub gäbe es für mich definitiv nicht.

              1. „Ich finde Paare, die ganz symbiotisch verschmolzen sind (oder den Eindruck erwecken) oft ein wenig unheimlich. Ich nehme denen nämlich nicht immer ab, dass es nie was gibt, was für Dysharmonie sorgt. Wenn ich höre „wir haben in zwanzig Jahren noch nie gestritten“, dann denke ich mir „entweder habt Ihr fast unverschämtes Glück gehabt und es haben sich zwei gefunden, bei denen es einfach ganz wenig Reibungspunkte gibt (ja, das gibts tatsächlich)“ oder „naja, vielleicht traut Ihr Euch einfach nicht und es wäre mal gut..“.“

                Ha,ha,ha.
                Ich auch!
                Bekomme dann aber immer wieder gesagt – da haben sich zwei gesucht und gefunden. Ok. Gut.
                Wenn einer von diesen zwei zufällig mit mir befreundet ist, erfährt man dann schon sei es nur durch pure Beobachtung, dass einer zurücksteckt, bzw. der andere doch etwas dominanter ist. Will sagen, solche Paare gibt es wirklich sehr selten, viel mehr gibt es aber Menschen die Harmonie wegen oder aus Verlustangst oder aus was auch immer auf eine Scheinharmonie setzen.

            2. Eben, so wie KK es schreibt. Unterschreibe ich.
              Extrem selten mögen beide Personen 24/7 das Gleiche tun. Und wenn man beruflich sehr menschenintensiven Job hat und dann keine 40-Stunden Woche, dann darf man ruhig von 10 Tagen einen Tag, oder von mir aus einen halben alleine lesend verbringen und die Stille genießen.
              Aber gut, nicht jeder braucht das Gleiche um sich zu regenerieren.
              Wie die anderen das sehen ist völlig wurscht, solange mein Partner das versteht.
              Und nein, er genießt nicht drei Stunden in einer Parfümerie zu verbringen, warum soll er auch?
              Nur so am Rande erwähnt, Paare die ALLES nur noch zur zweit machen, langweilen mich sehr und solche Symbiosen separieren sich auch bald von dem restlichen Freundeskreis. Für die einigen vielleicht der Zeichen wahrer Liebe, für mich Horror pur.
              Erinnert mich an eine ehemalige Freundin die nur noch zur zweit erschienen ist. Gerade dann halte ich ein gesundheitliches Anliegen aus dem Bereich Frauenarzt. Er meinte noch, stört ihn nicht das Thema, nur zu. Ha,ha.

            3. @KK: toller Text!

              Ich denke, das Wichtigste ist, das man die Erwartungshaltungen abgleicht und offen kommuniziert. Wir sind ja irgendwie alle von diesen Hollywoodfilmen total verdorben für die Realität, so nach dem Motto „wahre Liebe versteht sich auch ohne Worte“.. ja genau, träumt nur weiter. Wie soll mein Gegenüber denn wissen, was ich denke, wenn ich es nicht offen kommuniziere. Wir alle haben verschiedene Sozialisationen durchlaufen, unterschiedliche Beziehungsmuster in unseren Herkunftsfamilien kennengelernt und gehen in gleichen Situationen völlig unterschiedlich mit den Dingen des Lebens um. Und ausgerechnet in einer so komplizierten Sache wie der Liebe und einer Beziehung erwarten wir, dass „im Gleichklang der Herzen“ meine Taten und Handlungen (oder Nicht-Handlungen) richtig interpretiert werden?
              Ich weiß ja manchmal selbst nicht genau, warum ich gerade was mache, wie soll mein Gegenüber das dann auf die Reihe bringen? Man muss sicher nicht jeden Pups, der quer sitzt, kommunizieren, aber so die grobe Richtung „wie stellst Du Dir es vor, was möchtest Du, ist es ok, wenn ich… “ und vice versa sollte vor einem Urlaub schon abgeklärt werden. Sonst gibt es einen Frontalzusammenstoß mit der Realität.
              Meistens bekommt derjenige ja unseren Unmut ab, der dafür sorgt, dass wir uns gerade nicht gut fühlen, aber teilweise kann der andere ja gar nicht wissen, warum das so ist, weil wir uns nicht äußern. Das kennt irgendwie ja jeder. Mein Bedürfnis wurde nicht erfüllt, ich fühle mich schlecht und Du bist Schuld. Manchmal stimmt das, aber ganz häufig muss man sich doch die Frage gefallen lassen: weiß mein Gegenüber überhaupt, was meine Bedürfnisse sind, wie es mir geht, was ich erwarte?
              Urlaub ist deshalb so heikel für Beziehungen, weil es die – wenn ich es so nennen darf – die Schwachstellen in der Kommunikation eines Paares offen legt. Und weil die Erwartungshaltung an die „perfekte gemeinsame“ Zeit natürlich völlig an der Realität vorbei geht. Ich kann nur dazu ermutigen, sich mutiger zu seinen Bedürfnissen zu äußern, die auch zu vertreten und dabei kein schlechtes Gewissen zu haben. Es wird immer auf einen Kompromiss hinauslaufen, aber wie soll es anders gehen ?

              1. Auch ohne Urlaub haben Forderungen und Ansprüche innerhalb einer Beziehung keine Aussicht auf Erfolg, ebenso die Annahme der automatischen Gedankenübertragung. Blöderweise lernt man sowas nicht in der Schule 😡

              2. Hallo Charlotte,

                ja, leider lernen wir in der Schule jede Menge Zeug nicht, was für ein gutes und erfülltes Leben sinnvoll ist – und leider auch immer mehr Menschen nicht mal mehr im Elternhaus. Geht halt immer mehr als nur um Fakten und Zahlen lernen, reines Wissen nützt uns auch nichts, wenn man nicht weiß, was damit anfangen.
                Ich finde nicht, dass man in einer Beziehung keine Ansprüche oder Forderungen stellen sollte – kommt ja immer darauf an, was man erwartet und worum es geht bzw. auch wie man formuliert. So wie man in den Wald reinruft, so kommt es halt auch wieder zurück, meiner Meinung nach.
                In einer ausgeglichenen Beziehung wird es um ein ausgeglichenes Geben und ein Nehmen gehen, um ein gemeinsames „wir“ mit gemeinsamen Zielen. Idealerweise. In der Realität sind viele Beziehung natürlich leider völlig unausgeglichen und dann wird es schwierig. Aber wie soll ich denn als Partner wissen, was mein Gegenüber von mir erwartet, wenn ich nicht weiß, worum es geht. Von daher habe ich überhaupt kein Problem, wenn Ansprüche und Forderungen an mich gestellt werden, ob ich diese erfüllen kann und will ist damit ja noch nicht beantwortet. Schlimm würde es dann, wenn ich mit meinen Wünschen dann aber im Gegenzug kein Gehör finde, dann ist was gehörig in Schieflage.

                Unbestritten ist meiner Meinung nach aber auch, dass es in unserem gesellschaftlichen Kontext Frauen viel schwerer gemacht wird, Forderungen und Ansprüche zu formulieren – viel zu schnell kommt das Label „schwierig, zickig, unweiblich usw.“ Uns Männern ist es ja quasi von Geburt an erlaubt, deutlich zu werden in dem was wir möchten. Bei solchen Überlegungen kommt man natürlich ganz schnell in politisch-gesellschaftliche Dimensionen und mehr. Ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung in der Arbeit sagen, viel mehr Frauen als Männern fällt es schwer, Forderungen und Ansprüche anzumelden – nicht, weil die das nicht können, sondern weil sie dahingehend erzogen werden, es nicht zu tun. Und es fällt schwer, diese Muster zu durchbrechen, persönlich wie auch im gesamtgesellschaftlichen Rahmen.

              3. Hallo Roland, hm, worauf hat man denn Ansprüche in einer Partnerschaft? Welche Forderungen sind gerechtfertigt? Sind es nicht vielmehr die unausgesprochen Erwartungen, die meistens ein Bein stellen? Natürlich bin ich lange auch falschen Vorstellungen aufgesessen, keine Frage. Und es stimmt, man sagt mir nach eher schwierig zu sein, weil ich unbequeme Dinge offen anspreche. Wer mag schon schon erkennen, das alles eine Konsequenz hat, auch das Unterdrücken und Nichthandeln. Inzwischen lebe ich sehr bewusst und taste mich an meinen Wunsch heran, die eigenen Regeln zu leben. Nur ich bin allein dafür verantwortlich, das beste aus mir zu machen. Kurzum, volle Zustimmung;-)

              4. „Hallo Roland, hm, worauf hat man denn Ansprüche in einer Partnerschaft? Welche Forderungen sind gerechtfertigt? Sind es nicht vielmehr die unausgesprochen Erwartungen, die meistens ein Bein stellen? Natürlich bin ich lange auch falschen Vorstellungen aufgesessen, keine Frage. Und es stimmt, man sagt mir nach eher schwierig zu sein, weil ich unbequeme Dinge offen anspreche. Wer mag schon schon erkennen, das alles eine Konsequenz hat, auch das Unterdrücken und Nichthandeln. Inzwischen lebe ich sehr bewusst und taste mich an meinen Wunsch heran, die eigenen Regeln zu leben. Nur ich bin allein dafür verantwortlich, das beste aus mir zu machen. Kurzum, volle Zustimmung;-)“

                Auf Respekt, Treue, Wertschätzung und Zusammenleben auf Augenhöhe. Quasi auf all das was man selbst leistet. Ich erwarte nicht mehr aber auch nicht weniger als das was ich selbst biete.

              5. Hallo Charlotte,
                ich kann ja nur für mich sprechen. Natürlich habe ich in einer Partnerschaft Ansprüche und Forderungen, sonst wäre ich ja nicht in einer. Ich denke, es ist eine Frage der Definition – Ansprüche und Forderungen implizieren ja nicht gleich „nur ich bin wichtig“ oder „wenn die nicht erfüllt werden, ist die Partnerschaft nichts“. So kann das ja nur schiefgehen. Vielleicht könnte ich so sagen: Partnerschaft ist für mich das gemeinsame Ringen von (meistens) zwei Menschen um etwas gemeinsames. Beide haben eine eigene Vergangenheit, eigene Ansichten und gehen unterschiedlich mit den Dingen des Lebens um. Wenn Deine Frage darauf zielt, dass Du Ansprüche und Forderungen im Sinne von „Nur Du machst mich glücklich“ verstehst, dann bin ich da ganz bei Dir. Das kann nur schiefgehen. Wenn man wie ich mit Ansprüchen und Forderungen eher so Dinge meint wie „Du behandelst mich bitte mit Respekt. Auch beim Streit wird es nicht widerlich. Ich möchte in meinen Bedürfnissen ebenso gesehen werden wie Du und wir werden Kompromisse aushandeln müssen, wie wir die unterschiedlichen Dinge unter einen Hut bringen… und so weiter..“, dann finde ich schon, dass man in einer Partnerschaft durchaus so was auch geltend machen sollte.
                Die Frage, welche Forderungen gerechtfertigt sind, die beschäftigt Paare ja ungemein, der Knackpunkt ist ja häufig der, dass man das Gefühl hat, die Bedürfnisse des Gegenübers sind viel wichtiger als die eigenen.. entweder weil der einem das sagt, oder weil man in seiner eigenen Sozialisation gelernt hat, dass, wenn man nicht die Bedürfnisse des anderen befriedigt, dann wird man nicht geliebt. In diese Falle tappen besonders Frauen gerne. Aus psychotherapeutischer Sicht unterscheiden wir z.B. zwischen selbstunsicheren Menschen, die gar nicht so genau wissen, was sie wollen und den eher dependenten/abhängigen, die eigentlich eine ganz klare Vorstellung davon haben, wie die Dinge laufen sollen, sich aber unterordnen aufgrund von Angst, dann nicht mehr gemocht zu werden.
                Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir als Menschen immer im Spannungsfeld sind zwischen Wunsch nach Unabhängigkeit und gleichzeitig aber auch Wunsch nach Nähe/Gesellschaft/Partnerschaft, natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt. Wenn man nur das tut, was man will, dann eckt man sehr schnell an, wenn man nur das tut, was andere möchten, dann kommt man unter die Räder. Für mich läuft es eben daraus hinaus, dass man reflektiert, Kompromisse bildet und versucht, seine eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen, ohne die der anderen als unwichtig anzusehen. *boah, jetzt ist es bisschen kopflastig geworden, hoffe, ich hab mich nicht zu kompliziert ausgedrückt*.
                Viele Grüße
                Roland

              6. Hallo Roland, genau das meinte ich auch 🙂 Nö, für mich ist es nicht kopflastig weil es des Pudels Kern trifft.
                In unseren Urlauben haben wir nach dem ersten Krieg eine Methode entwickelt, wie es für uns beide gut läuft. Weibchen wird in einem schönen Cafe abgesetzt und darf andere Menschen gucken, Männchen streunt ohne Zeitlimit durch den gesamten Jagdbereich und beide freuen sich füreinander, was sie alles erlebt haben. Dafür bin ich so dankbar und finde ihn mit jedem Ausflug besser. Einen Anspruch darauf leite ich aber nicht ab. Ganz klar ist es eine Definitionsfrage, da habe ich eher andere Bilder vor Augen, mehr in Richtung „mach mich glücklich, irgendwie“, brrr

              7. Ja, manchmal geht es ganz schön zu, bis man sich irgendwie einig wird oder zumindest Kompromisse findet. Da hat es wohl bei Euch ganz schön gekracht, wenn Du das mit dem Wort Krieg beschreibst.
                Ich finde Paare, die ganz symbiotisch verschmolzen sind (oder den Eindruck erwecken) oft ein wenig unheimlich. Ich nehme denen nämlich nicht immer ab, dass es nie was gibt, was für Dysharmonie sorgt. Wenn ich höre „wir haben in zwanzig Jahren noch nie gestritten“, dann denke ich mir „entweder habt Ihr fast unverschämtes Glück gehabt und es haben sich zwei gefunden, bei denen es einfach ganz wenig Reibungspunkte gibt (ja, das gibts tatsächlich)“ oder „naja, vielleicht traut Ihr Euch einfach nicht und es wäre mal gut..“.
                Ein Problem ist ja auch, dass wir alle ganz unterschiedliche Kommunikationsstrukturen haben, die gleiche Sprache zu sprechen heißt nicht automatisch, dass wir auch das gleich sagen. Die Bücherregale sind ja z.B auch voll mit Ratgebern zum Unterschied Mann-Frau… diese ganzen Theorien sind natürlich fluide und in Stein gemeißelte Weisheiten gibt es sicher nicht. Zu behaupten „Frauen sind halt so und Männer sind halt so“ ist viel zu stark vereinfacht. Menschliches Verhalten ist so vielfältig wie es Menschen gibt, aber im Bereich der Neurobiologie gibt es eben schon auch Ansätze, die teilweise erklären, warum wir alle unterschiedlich ticken. Oder schau Dir doch nur mal an, wie verschieden Menschen Beziehungsmodelle erleben und deuten, die aus unterschliedlichen Kulturen kommen..
                Schlimm wird es halt, wenn man meint, die alleinige Deutungshoheit zu haben – finde, das gilt in allen Lebensbereichen, aber besonders eben auch in einer Beziehung.

                Da soll mal einer sagen, hier geht‘s nur um Cremes und Lotionen😀.

              8. Manchmal, nein, wenn ich ehrlich bin ganz oft, sehe ich auch mangelne Empathie als „Fehlerquelle“. Und es ist fast egal um wen es sich handelt, ob Kind, Hund, Mann, Freundin…sprich in der Weise, wie dein Gegenüber deine Idee nachvollziehen kann. Wie fühle ich mich in der Haut meines Gegenübers, wenn ich das jetzt sage, also wenn ich ein Kind, Hund, Mann oder Freundin wäre? Geht auch im Job, meine Buchhaltung habe ich so gemacht, das es dem Betriebsprüfer gefällt, hat sehr gut funktioniert, ohne Mehraufwand 🙂

              9. @ich stimme Roland völlig zu.

                „Natürlich habe ich in einer Partnerschaft Ansprüche und Forderungen, sonst wäre ich ja nicht in einer. Ich denke, es ist eine Frage der Definition – Ansprüche und Forderungen implizieren ja nicht gleich „nur ich bin wichtig“ oder „wenn die nicht erfüllt werden, ist die Partnerschaft nichts“

                Und.
                Menschen ohne Ansprüche – sozusagen anspruchslos – so meine Erfahrung, bringen kaum etwas. Beruflich und privat.
                Sie haben keine Ansprüche an die anderen und auch nicht an sich selbst.
                In besten Fall langweilig. In schlimmsten tödlich für die zwischenmenschliche Interaktionen.

                Ansprüche habe ich auch an meine Freunde. Nicht jeder schafft es in inner circle. Und wenn einmal dort, müssen wir weiter mit einander aushandeln. Ich habe eine Freundin die immer zu spät kommt. Außer zum Flughafen. Also da wo sie weißt, keiner wartet, hopla, da geht es auf einmal. Meine knappe Zeit ist mir wertvoll. Und ich mag nicht jedes Mal ewig auf jemanden warten. Also kommuniziere ich meine Ansprüche. Da ich von passiv aggressiv – die gängigste Methode eigentlich und erstaunlich viele „reife“ Menschen verwenden „schmollen ohne einen Grund zu nennen“ – nichts halte.
                Dann kann die Freundin schauen ob sie dies erfüllen mag. Muss sie aber nicht.
                Ich muss mich dann nicht weiter treffen und stressen.

                „Wenn man wie ich mit Ansprüchen und Forderungen eher so Dinge meint wie „Du behandelst mich bitte mit Respekt. Auch beim Streit wird es nicht widerlich. Ich möchte in meinen Bedürfnissen ebenso gesehen werden wie Du und wir werden Kompromisse aushandeln müssen, wie wir die unterschiedlichen Dinge unter einen Hut bringen… und so weiter..“,“

                Amen to that.

                Ich habe vor vielen Jahren und dann später nochmals ein tolles, kleines Buch – fünf Sprachen der Liebe gelesen. Kann ich jedem wärmst empfehlen. Dort wird einem gut erklärt worauf die Missverständnisse und Konflikte basieren, auch wenn beide einander lieben und bei sich haben wollen. Tolles Buch.
                Zeigt das jeder Liebe gibt, aber in seiner Sprache.
                Wenn das aber nicht die Sprache des Empfängers ist – alles umsonst.
                Der andere fühlt sich nicht geliebt. Wir sind frustriert, da wir ALLES gegeben haben. Unterschiedliche Sprachen könnten zum Beispiel Zeit, Zärtlichkeit, Lob, Sex, Geschenke usw. sein.
                Roland, schön schreibst Du.

              10. …und um auf Cremes und Lotionen zurückzukommen, wie würde ich mich als Haut fühlen? Möchte ich mit Sonne gepeitscht, mit Alkohol geprügelt, mit Duft belästigt und brutal geschrubbt werden und alle drei Wochen ein neues System durchleben müssen? Oder entsprechend der Umstände ernährt und geschützt werden?

              11. @Ombiaombia: Danke!

                Das Buch kenne ich, finde ich prinzipiell auch nicht schlecht, weil es die „Stolperstellen“ aufzeigt, die es in der Kommunikation oft gibt. Aber leider gibts für mich auch was zu kritisieren: Der Autor kommt ursprünglich aus einem christlichen Umfeld (nein, das ist nicht das Problem, dazu komme ich gleich) und ich finde, man merkt ihm das ihm Hinblick auf sein Frauenbild an. Den Männern wird deutlich weniger abverlangt als den Frauen. Besonders aufgestoßen ist es mir, als es um Mißbrauch und Übergriffe geht, da wird allen Ernstes vorgeschlagen, die Frau soll dann von sich aus mehr Initiative ergreifen, weil der übergriffige Partner quasi ein „leeres Gefäß ist“, das gefüllt werden muss. Bei so was bin ich raus, aber so was von. Im Hinblick auf das Aufzeigen von Interpretationsmöglichkeiten von Sprache finde ich das Buch wiederum gelungen. Da mir aber dieser eine besagte Inhalt so ganz widerstrebt, fällt es mir schwer, den Rest, der gut ist, anzuerkennen.

                @Charlotte: Absolut, wir brauchen eine innere Vorstellung davon, was wir mit Worten und Taten (oder Nicht-Worten und Nicht-Taten) beim Gegenüber auslösen.

                Im klinischen Alltag benützen wir für eine besser Erklärung von menschlichem Verhalten oft auch Test-Instrumente wie z.B. den hier:
                https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/downloads/OnlinematerialienPVU/DifferentiellePsychologie/10.5%20Das%20Persoenlichkeitsstil-%20und%20Stoerungs-Inventar.pdf

                Dieser PSSi ist z.B. etwas, was ich gerne als Erklärungsmodell für Patienten nehme, um ihnen aufzuzeigen, warum sie bestimmt Verhaltensweisen haben. Die Grundannahme ist, dass wir alle eben auch verschiedene Akzentuierungen von Persönlichkeitsstilen haben, die unsere Sicht auf uns und die Welt (damit auch auf unser Gegenüber) und unser Verhalten steuern. Wenn wir jetzt annehmen, es stoßen zwei (oder mehr) Menschen aufeinander, die unterschiedliche innere Triebfedern und Überzeugungen haben, dann wird deutlich, warum da so viel Dynamik drin ist.

                Übrigens, der Klassiker in der Paartherapie bezüglich der unterschiedlichen Wahrnehmung bei der traditionellen Mann-Frau Konstellation ist folgender:
                Frau sagt, ich überlege mir, ob ich meinen Mann verlasse, es ist schon lange nichts mehr in Ordnung. Er antwortet darauf, wie hätte ich was merken sollen, sie hat doch noch jeden Tag Essen auf den Tisch gestellt.
                Frau sagt, er sagt mir nicht, dass er mich mag, mich schätzt, nie bringt er Blumen mit. Er antwortet darauf, was will sie denn, ich bringe den Müll raus und erst letzte Woche habe ich auf ihrem Auto die Winterreifen montieren lassen.

              12. @Ombiaombia: Dein Beispiel mit dem Zuspätkommen, das könnte aus meinem Leben sein. Nur, ich bin es, der zu spät kommt (kam). Ich bin sehr großzügig mit Zeitangaben, manche sagen mir nach, ich hätte da was südländisches (Achtung Vorurteile ! – ach, da gibt es übrigens ein hinreißendes Buch mit gleichem Titel von Peter Ustinov, ja, der Schauspieler. Unglaublich intelligenter Mensch, voll mit Esprit und das Buch, ach, was sage ich, lest es!). Ein Freund von mir ist Bauingenieur, sehr zwanghaft und sehr genau, mit dem war ich immer zum joggen verabredet. Ich bin grundsätzlich immer 15 Minuten zu spät gekommen, hab mir auch überhaupt nichts dabei gedacht, andersrum wäre es mir ja auch egal gewesen. Bis er mal total ausgeflippt ist und weg war, alleine zum joggen. Ich fand das am Anfang nur hysterisch und wir haben richtig Krach bekommen. Ich war nicht in der Lage, anzuerkennen, dass seine Wirklichkeit genauso wichtig ist wie meine. Mein Maßstab also auch für ihn gelten sollte. Ich habe lange daran gekaut, bis ich kapiert habe, worum es geht. Es ging nicht um die 15 Minuten, sondern darum, dass er es als respektlos gegenüber seinen Wünschen und seiner Weltsicht erlebt hat. Für mich war es lehrreich, das annehmen zu können, für ihn war es lehrreich, dass ich es keineswegs respektlos gemeint habe – aber es respektlos auf Handlungsebene in seiner Wahrnehmung interpretiert werden konnte.
                Resultat: ich habe mich zukünftig total bemüht, pünktlich zu sein, er war nicht sauer, wenn ich es nicht immer geschaft habe. Geholfen hat uns nur, offen zu kommunzieren, uns zuzuhören und nicht darauf zu beharren „ich alleine habe aber recht“.
                Jetzt ging es bei der Sache um einen Freund und joggen und nicht um Beziehung und wesentliche Inhalte.. aber selbst das war schon echt anstrengend!

              13. @lieber Roland – oh, daran erinnere ich mir gar nicht.
                Komisch. Ich bin nämlich genau eine Kandidatin die so etwas immer stört. Freigeist und so. Unabhängig.
                PPSI nutze ich auch in meiner Arbeit.
                Und Dein Beispiel zeigt genau was passiert wenn beide verschiedene Sprachen kennen – was nicht schlimm ist. Aber wenn sie diese nicht verstehen – dann ja.

              14. @Roland – und ich könnte meine Herkunft dafür verantwortlich machen, sollte ich zu spät kommen.
                Tue ich aber nicht.:-))
                Mich nervt es extrem wenn einige Menschen einen immer warten lassen. Keine gute Benimmformen.
                Die vermitteln mir dann, dass meine Lebenszeit weniger wichtig ist als deren.
                Und das tun dann oft Menschen die realistisch gesehen viel mehr Zeit als ich haben, da entweder ohne Arbeit oder Teilzeit usw..
                Und nein, nur weil man um 15:40 schreibt, verspäte mich ein wenig – und wir treffen uns um 15:30 eigentlich – ist dann nicht alles wieder in Ordnung.
                Nur weil ich die Information erhalten habe, bedeutet es nicht, dass es mir Spaß macht weiter zu warten.
                Wie gesagt, immer gleiche Leute.
                Wir haben früher 15 Minuten Puffer eingebaut und gesagt, wir treffen uns um 15:15 und gehofft, es klappt dann bis 15:30. Mir war das aber auf Dauer zu kindisch und zu anstrengend. Da ich davon ausgehe, dass jeder der es wirklich will, das in Griff bekommen kann. Zumindest die meiste Zeit. Du bist ein gutes Beispiel für meine These. 😉
                Ich treffe mich einfach mit solchen Menschen jetzt nur noch sehr selten. Und sage ganz offen warum.

                Das Buch von Ustinov finde ich toll. Habe ich zu Hause. Und auch Über das Leben und andere Kleinigkeiten, Die Reisen des Sir Peter: Alle Geschichten von unterwegs und noch einige. Mag ich sehr.

                „Ich fand das am Anfang nur hysterisch“
                Interessant. Da fehlt mir Respekt anderer Person gegenüber. Zum Glück hast Du es eingesehen! 🙂
                Die immer zu spät Kommer schätzen eigene Zeit und Freiheit mehr als die von den anderen und wenn solch ein Verhalten immer wieder ausgelebt wird – gelegentlich kann es jedem mal passieren – dann sind das die Menschen die mich stressen und zwar unnötig. Weil – warten macht nicht Spaß. Keinem.
                Und das verlangt wiederum eine Handlung bzw. Entscheidung meinerseits.
                Mit manchen Menschen kann man bis zum umfallen kommunizieren, das geht dann da rein und da raus…

              15. „Genau, hahaha! Ein Hund kann nicht miauen, wer das verinnerlicht hat gewonnen 🤗“

                Ha,ha. So ist es!
                Habe das gerade jemandem geschildert, da ich die Pointe gut fand. Die Antwort eines Mannes – jetzt werde ich schon mit Hunden verglichen?!? .:-(
                Tja.
                Unterschiedliche Sprachen in der Tat.

              16. Die Konsequenz fällt mir in der Praxis manchmal schwer. Alle sechs Wochen mache ich eine Großbestellung für meine „betreutes-Cremen-Gruppe“ mit Vorkasse, weil ja auch immer sofort abgebucht wird und ich keine Bank bin. Immer wieder das warten, keine Rückmeldung, war frustig. Dann habe ich eine nette Mail geschrieben, warum, wieso, weshalb und wer nur jeden 3 Tag das Handy in die Hand nimmt, hat weitere sechs Wochen später wieder die Möglichkeit dabei zu sein. Seitdem habe ich meine Freude dabei wiedergefunden und die Menschen, die an dieser Gemeinschaften Interesse haben, müssen auch nicht mehr warten. Die Konsequenz des Nichthandelns führt in diesem Fall zu frühzeitiger Faltenbildung und zur persönlichen Weiterentwicklung 😎

  7. Heute nicke ich mal wieder innerlich ganz oft mit dem Kopf beim lesen dieses Beitrags und es erinnert mich an folgende Geschichte: ein mir bekanntes Paar war in einer sehr schwierigen Beziehungsphase. Man stand immer mal wieder kurz vor der Trennung, dann kam man sich wieder näher und so ging es hin und her. Scheinbar hatte der Paartherapeut, den die Beiden konsultierten, auch irgendwann genug und schlug ihnen vor, zwei Wochen Urlaub in Schweden oder Norwegen zu machen, aber die Unterkunft sollte nicht in einer größeren Stadt bzw Hotelanlage sein.
    Die Beiden haben sich anschließend getrennt 🙂 Gruß, Claudi

  8. Auch hier sind Meinungen und persönliche Vorlieben unterschiedlich, ich kann nur für mich sprechen: in jüngeren Jahren wäre es für mich ebenso undenkbar gewesen wie für „Gast“, Solo-Zeit geschweige denn Solo-Urlaub ohne Partner zu verbringen. Wenn man sich liebt, möchte man doch gerade die schönste Zeit des Jahres miteinander verbringen! Mittlerweile – zwar älter, aber nicht mit weniger Liebe für den anderen! – habe ich aber erkannt, dass man auch als Paar nicht aufhört, noch ein Einzel-Individuum zu sein mit Wünschen und Interessen, die nicht zwangsläufig immer und zeitgleich auch die des Partners sein müssen (und umgekehrt) – von daher finde ich Erholung von der gemeinsamen Erholung 🙂 sehr positiv und FÜR BEIDE bereichernd!

    1. Da hast du durchaus recht, trotzdem wären getrennt verbrachte Urlaube nicht meins. Vielleicht mal ein WE, aber nicht mehrere Wochen. Aber da ist halt jeder anders.
      LG

      1. Damit hast Du auch wieder Recht .-)! Da ich zwei oder drei Wochen Urlaub „am Stück“ zuletzt vor 30 Jahren gemacht habe, habe ich daran nicht wirklich gedacht, bei mir sind Urlaube generell selten („selbst-ständig“ ;-)), und wenn, nicht länger als eine Woche. Mehrere Wochen würde ich auch nicht ohne Partner verreisen wollen, wäre im umgekehrten Fall aber nicht gekränkt.

  9. Samstags zum Möbelschweden und du merkst, ob du mit diesem Menschen länger zusammenbleiben möchtest. Alternative: Wochenendeinkauf in einem knallvollen Supermarkt.^^

    Gemeinsamer Urlaub… hm… ich stelle immer wieder fest, dass es keine eierlegende Wollmilchsau gibt – ich bin ja auch keine. Und es gibt tatsächlich Alltags-Dream-Teams, die sich im Urlaub von einem Kompromiss zum nächsten hangeln, was dann mit Spaß u. Erholung nicht mehr viel zu tun hat. Allerdings ist es mir pers. wichtiger, im Alltag gut zu harmonieren, so viel Urlaub hat ja kein Mensch.^^ Tatsächlich bin ich auch ein großer Fan davon, getrennt voneinander Urlaub zu machen (freuste dich aufs Wiedersehen!) oder vor Ort alleine loszuziehen/den Partner alleine losziehen zu lassen. Mich persönlich macht es nämlich wahnsinnig, 3 Wochen am Stück 24/7 mit einem Menschen (Kind logischerweise mal augenommen) zusammenzukleben und alles im Doppelpack zu machen, da werde ich dann auch sehr unleidlich und sorge stänkernderweise dafür, dass ich meinen Freiraum bekomme. 😉

    Und deinen letzten Satz unterschreibe ich ja sowas von!

    1. Ich setze noch Hunger und Schlafmangel drauf.
      Von mir könnte der aktuelle Snickers Werbeslogan sein: du bist nicht du, wenn du hungrig bist!
      Wer mich gut kennt, kann den Moment aber gut abpassen. Ich rede soviel wie ich schreibe. Man könnte auch Plappermaul dazu sagen. Sorgen muss man sich also erst machen, wenn ich verdächtig still werde. 😉

        1. Ich auch! Und mein Mann pennt bis mittags und kriegt erst abends Hunger, also sitze ich still und oft hungrig in der winzigen Wohnung, oder muss leise was essen. ^^;

      1. Hunger und Schlafmangel und dann noch Reizüberflutung… boah, da kommt Mr. Hyde bei mir aber ganz schnell zum Vorschein. Ich schäme mich dann hinterher immer fürchterlich und rede mich damit raus, dass die Verhaltensauffälligkeiten, die ich dann an den Tag lege, hirnorganisch bedingt sind. Vor Jahren bin ich am Flughafen München mal ausgeflippt, weil ich nach Rückkehr von den Malediven hungrig und übermüdet der Meinung war, ich brauche jetzt auf der Stelle was zum Essen und die Bedürfnisse von +1 waren mir in dem Moment völlig egal..
        Als friedliebender Mensch bin ich erstaunt, was so eine Situation mit einem macht, ganz ehrlich, das sind Seiten, die ich nicht gerne an mir mag. Sobald der Blutzucker wieder oben ist und ich etwas entspannt, denke ich wieder normal.
        Man würde vermutlich kaum drauf kommen, aber ich quassel auch viel 🙂 *hehe*. Schlimm steht es um mich, wenn ich nichts mehr sage, da bin ich ganz bei Dir, Jasmin.
        Aus dem Grunde empfehle ich, wenn man es sich leisten kann, Langstrecke grundsätzlich nur sehr bequem zu absolvieren, wir fliegen – was ein großes Privileg ist, sich das erlauben zu können – alles über 6 Stunden nur Businessclass oder höher. Seitdem gab es zumindest auf der An- und Abreise keine dramatischen Zusammenstöße, weil Dr. Jekyll (also ich) deutlich entspannter ist. Minimiert die Gefahr für meine Umwelt dramatisch, das ist der Grund, wie ich das viele Geld für die Flugtickets nach außen hin rechtfertige 🙂

        Einmal im Jahr drei Wochen Urlaub am Stück ist für mich elementar wichtig, da regeneriere ich deutlich besser als bei den Kurzurlauben. Die sind für das Gemüt und den Geist auch sehr schön, aber diese tiefe Entspannung mit völliger Herausnahme aus dem gewohnten Umfeld, die habe ich nur bei den langen Urlauben.

    2. “ Allerdings ist es mir pers. wichtiger, im Alltag gut zu harmonieren, so viel Urlaub hat ja kein Mensch.“

      Anna, sehr schön geschrieben. Gute Beispiele übrigens und die führen wirklich am Ende des Tages zu gewissen Erkenntnissen ha,ha.
      Ich genauso wie Jasmin werde weniger angenehm wenn ich Hunger habe. Nicht umsonst habe ich von Kollegen eine Karte bekommen mit „gib ihr etwas zu essen“!.

      Und auch ich rede gerne viel und wenn das aufhört, dann, dann haben wir ein Problem.

      Ich hatte seit vielen Jahren nicht drei Wochen Urlaub am Stück. Da würde ich definitiv Tag für mich alleine haben wollen.
      Auch die Idee alleine mal spazieren zu gehen und dann später zu erzählen was man entdeckt hat, finde ich toll.

  10. Ich arbeite mit meinem Mann zusammen, daher gibt es Probleme im Urlaub nicht – jedenfalls nicht mehr oder weniger als in unserem Alltag.
    Allerdings machen wir auch jeder für sich (und seine Bedürfnisse) 4 Tage getrennten Kurzurlaub pro Jahr. Der Mann fährt Rad mit Gleichgesinnten und ich verschanze mich im Buchhotel mit Gleichgesinnten :-). Und dann gibt es noch einen gemeinsamen Urlaub (14 Tage). In diesen 14 Tagen werden gemeinsame Dinge unternommen und das schließt natürlich Kompromisse ein.
    Alles in allem ist diese Urlaubsgestaltung seit Jahren erprobt und für uns die perfekte Lösung.
    Allerdings muss auch ich sagen, dass wir noch nie länger als 14 Tage am Stück Urlaub machen konnten – vielleicht würden wir mehr auch nicht schadlos überstehen ;-)?

  11. Da wir die letzten fünf Jahre entweder keine Zeit oder kein Geld für einen längeren Urlaub hatte (entweder durch Fernbeziehung, Unistress oder japanischen Arbeitsplatz) und unsere längste gemeinsame Reise eine Woche verspätete Flitterwochen waren, weiß ich nicht, ob ich komplett mitreden kann, aber momentan hocken wir ziemlich aufeinander, da ich mit der Uni fertig bin und mein Mann zwischen Jobs ist. Ich finde das aber ganz schön, da wir davor fast keine Zeit füreinander hatten, und wenn es doch mal zu viel wird, höre ich Musik und mache was ohne ihn oder gehe aus.
    Gott sei Dank ist mein Mann aber sehr pflegeleicht und macht alles mit, was ich machen will, solange er dabei auf sein Smartphone starren darf. X’D
    Die Hochzeitsreise haben wir über eine Agentur gebucht, die uns ein Programm gemacht hat (machen wir sonst nicht, aber wir hatten keine Zeit, uns groß über ein unbekanntes Land zu informieren) und ich wollte Meer und er scharfes Essen, was wir beide bekommen haben. Unsere kleinen Reisen davor waren fast alle Kurztrips zur Entspannung und Flucht aus der Großstadt, sprich heiße Quellen, vielleicht ein Museum oder Zoo/Aquarium und viel Essen. Ich merke nur, dass ich gnatschig werde, wenn das Programm zu straff ist – um 4 Uhr aufstehen fürs Whale Watching und dann bis mittags hungern ist nicht so schön, aber dafür kann mein Mann ja auch nix, und wenn ich doch mal zu gnatschig werde, weiß er inzwischen, was mir fehlt – meistens. Manchmal heißt sein Stoizismus auch, dass er absolut nichts mitkriegt. Aber ich finde, da habe ich echt Glück gehabt. Mit meiner Mutter zwei Wochen durch Japan zu reisen hat mir fast den Rest gegeben, aber die habe ich schon zu Hause früher kaum so lange ausgehalten…

  12. off Topic, aber vielleicht kann jemand mit mir seine Erfahrung teilen. War heute zur Krebsvorsorge und in einer für mich überraschender Aktion habe ich ein Fibrom entfernt bekommen. Da kam immer BH dran und besser ist es weg. Man hat es weggelasert und ich soll jetzt 14 Tage ein Pflaster tragen, dann abziehen. Später fiel mir ein, dass ich gar nicht gefragt habe und man sagte mir von selbst nicht wie ich mich jetzt zu verhalten habe…
    Ich bin mir nicht sicher ob dieser Pflaster 14 Tage schwitzen, Sport, duschen und ähm alles andere aushält. Soll angeblich etwas spezielles sein und bombenfest.
    Davon abgesehen, wenn mir das Ding doch nach 5 Tagen abfällt, was erwartet mich dann?
    Eine offene Wunde oder etwas anderes? Fibrom hatte die Größe eines Stecknadelkopfes.
    Vielen Dank

  13. Auch off topic:

    @ombiaombia:
    – hab was für dich, vorausgesetzt du hast ein Android-Handy. Damit kann man sichtbar machen, ob man genug SC aufgetragen hat bzw. wo sie schon wieder etwas abgetragen wurde. Und sieht sogar ganz schick aus das Teil. Preis 79$: https://sunscreenr.com
    – wie läuft’s mit den Whitestrips? Bist du zufrieden?

    @KK: ich wollte nur mal hören, wie es Dinah geht? Meinst du, sie schreibt vllt. irgendwann mal wieder hier ein paar Artikel? Haben mir immer gut gefallen!

    1. Liebe Jasmin, danke, dass Du an mich denkst. 🙂 Wow, das ist ja eine coole Sache! Habe iOS, also muss warten bis es auch dafür dieses geile Teil gibt, ich kaufe es mir das ganz bestimmt!
      Whitestripes finde ich gut, hat bei mir wirklich etwas gebracht.
      Und auch wenn ich wie ein kleiner Streber Sensodyne und alles mögliche gekauft habe, habe ich es nicht gebraucht.
      Meine Zähne haben alles toll vertragen. Eis essen in Unmengen ging leider problemlos danach.
      Werde es wie Du zur Erhaltung einmal die Woche weiter nutzen…

    2. @Jasmin Dinah hat eine stressige Zeit mit vielen Umbrüchen durchgemacht. Ich will sie da gar nicht drängen. Natürlich würde ich mich über ein baldiges Comeback freuen, aber wie gesagt, ich will nicht lästig werden.
      Mal sehen, was zum Herbst geschieht.
      Lieb von dir, dass du dich erkundigst!
      Viele Grüße, KK

  14. Lieber Kaiser,
    seitdem ich Single bin und daher mit meiner Freundin in den Urlaub fahre (allein ist ja auch doof) muss ich feststellen, so entspannt war Urlaub für mich lange nicht. Irgendwie passen wir zwei Mädels rein urlaubstechnisch wunderbar zusammen, viel besser als mit dem Ex Partner. Jeder macht das worauf er Lust hat, den einen Tag entscheidet die, den anderen die andere, kein rumgezicke, kein Augen rollen. Wir haben beschlossen, auch wenn irgendwann ein Partner wieder da ist, den Mädelsurlaub behalten wir weiterhin bei.
    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Das höre ich sehr oft. Ich denke, dass es so einigen Partnerschaften gut tun kann, wenn man getrennten Urlaub macht. Aber beileibe nicht bei allen. Ich habe auch oft mit meinem besten Freund Urlaub gemacht, und da gab es leider öfter auch Reibereien. Es kann also so oder so laufen. 😉 Liebe Grüße, KK

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