LIFESTYLE: WIE SICH DIE DINGE ÄNDERN * FRÜHER SCHRECKLICH – HEUTE COOL

In unserer Kindheit gab es Dinge und Situationen, die empfanden wir als einfach nur schrecklich. Ein paar Jährchen später (na gut, ein paar Jahrzehnte später) sieht das aber ganz anders aus. Plötzlich sind die verhassten Ärgernisse mega angesagt und lassen uns manchmal geradezu in Verzückung geraten. Eine paar Beispiele gibt es hier…

 

Bloß kein Spinat! Und ins Bett wollte man auch am liebsten nie, nie, nie. Als Kind wusste man viele Dinge nicht zu schätzen, die heute im Erwachsenenalter richtig toll sind, zumindest für viele von uns. Schön und tragisch zugleich: Als Kind weiß man nicht, wie gut man es hat.

 

1. Mittagsschlaf

Meine Güte, da lernt man als Kind alle paar Sekunden neue Dinge, neue Gerüche, neue Geräusche kennen, und dann soll man nach dem Mittagessen ins Bettchen und Ruhe halten. Geht´s noch?

Mittagsschlaf konnte eine echte Qual sein, denn nach dem Mittagessen war ich nie müde, ganz im Gegenteil. Frisch gestärkt hätte ich gerne weitergemacht und die Welt auseinandergenommen, um zu schauen wie sie funktioniert.

Und heute? Heute nutze ich jede Gelegenheit für ein Powernapchen zur Mittagszeit. Ich denke dann solche Sachen wie: „Danach bist du wieder richtig frisch.“ Oder: „Du musst mit deinen Ressourcen haushalten.“ Als Kind hätte ich wohl verächtlich gelacht, aber heute liebe (!) ich jede noch so kleine Möglichkeit für ein kleines Schläfchen. Der Mini-Jungbrunnen für den Rest des Tages.

 

2. Spinat

Iiiiih! Spinat kam für mich gleich nach Kinn abputzen mit Ommas Spucke getränktem Taschentuch, das grundsätzlich nach 4711 roch. Spinat war die Strafe für all die Dinge, die man als Kind so tut, wenn die Eltern nicht hinschauen. Spinat war abgrundtief böse, und das Zeug gab es nur um uns Kinder so richtig zur Verzweiflung zu treiben. Dabei ist es ganz normal, wenn Babys und Kleinkinder dieses vermeintlich gesunde Gemüse verschmähen. Sie sollten es auch besser gar nicht bekommen, besonders nicht als aufgewärmte Mahlzeit.

Heute, wie sollte es anders sein, liebe ich Spinat. Schuld daran war natürlich der „Blubb“, der mir den Spinat dann irgendwann doch noch schmackhaft gemacht hat. Mittlerweile esse ich sogar das frische Zeugs, und dann am liebsten als Auflauf und mit viel Käse überbacken. Nur als Eisenlieferant ist Spinat immer noch eine Niete!

 

3. Spazierengehen

Gab es als Kind eigentlich irgendetwas Langweiligeres als mit den Eltern und/oder Großeltern spazieren zu gehen? Basteln war auch noch sowas in dieser Richtung, aber langsam durch die Gegend laufen geht irgendwie gegen die Natur eines jeden Kindes.

Dabei musste man dann noch den langweiligen Erwachsenengesprächen zuhören, die Zeit zog sich länger als jedes Hubba Bubba Kaugummi.

Irgendwann wurde man dann älter, lernte jemanden kennen, verliebte sich, und urplötzlich war Spazierengehen das Tollste überhaupt. In meiner Erinnerung war ein wirklich romantischer Spaziergang zu zweit im New Yorker Central Park an einem lauen Sommerabend der Höhepunkt meiner Spaziergeher-Karriere.

Wenn man sich so viel zu sagen hat, und Schweigen manchmal auch ziemlich schön sein kann, wenn jemand neben einem läuft, den man am liebsten in den Arm nehmen würde, sich aber noch nicht so recht traut, dann ist das urplötzlich die sinnvollste Beschäftigung der ganzen Welt.

 

4. Haare schneiden

Das erste Mal beim Friseur: Panik, Geschrei, Tobsuchtsanfälle, pure Angst…  Warum nur muss man in diesen gleißend hellen Laden, sich auf einen unheimlich riesigen Stuhl setzen, der garantiert in Wirklichkeit ein lebensgefährlicher Schleudersitz ist, und warum zur Hölle hantiert da ein ganz, ganz alter Mensch (fast so uralt wie Mama und Papa) mit diesen doofen Scheren, mit denen wir uns beim doofen Basteln (siehe oben) letztens noch den Finger blutig geschnippelt hatten?

Heute freut man sich auf seinen Termin beim Friseur, weil man (hoffentlich) hinterher wieder gepflegt und adrett aussieht. OK, Ausnahmen soll es geben, zum Glück ist meine „Frisur“ kein kompliziertes Kunstwerk, eher der „Anfängerschnitt“ – aber dafür kann ich im Notfall auch mal selbst mit dem Haarschneider ran.

Und manche von den schreienden kleinen Friseuropfern werden später selbst einmal HairstylistIn. Erzähl denen das mal, die werden gucken…

 

 

5. Älterwerden

Ist doch paradox: Als Kind wirst du nicht schnell genug älter und führst dich manchmal geradezu lächerlich auf, nur damit alle Welt denkt, du wärst schon ein echter Erwachsener, obwohl du bei jedem Zug an der Zigarette einen schlimmen Hustenanfall bekommst, und vor peinlicher Berührtheit puterrot anläufst.

Ein paar Jahrzehnte später bist du schon seit vier Jahren 39, hattest bereits mehrere Termine bei Ärzten, die sich auf muntere Bastelarbeiten im Gesicht spezialisiert haben, und dein Wahlspruch lautet: „Man ist so jung, wie man sich fühlt“

Manchmal, nur manchmal, möchte ich nochmals dieses Gefühl erleben, wie es ist, wenn man an der Grenze zum Erwachsenwerden steht – und es nicht abwarten kann. Wenn man geistig begriffen hat, dass nun das ganze Leben vor einem liegt, welche Möglichkeiten man (hoffentlich) hat, und es nur noch einen Moment dauert, bis der „Startschuss“ fällt. Endlich 18!

Aber niemand wird sagen: Endlich 50. Auch wenn das Älterwerden viele tolle und spannende Seiten für uns alle parat hat, und man sich dafür nur öffnen muss, so wird es niemals wieder so sein, wie damals, als wir am liebsten eine Zeitbeschleunigungsmaschine gebaut hätten.

 

Kennt Ihr noch andere Situationen, die ihr als Kind gehasst habt, und die heute zum ganz normalen täglichen Leben dazugehören? Vielleicht die Sportskanone, die als Kind damals jede Sportstunde geschwänzt hat?

 

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Wiki Commons   Keinerlei Sponsoring)

53 Kommentare

  1. Guten Morgen, lieber Kaiser,

    mir Genießerin fällt neben vielen anderen Dingen gleich mal was zum Thema Essen ein: Ich habe als Kind warme Mehlspeisen gehasst (bei uns vorzugsweise nach üppiger, gebundener Gemüsesuppe – die ich ebenfalls nicht mochte, daran hat sich bis heute nichts geändert, ich bevorzuge „Bodenseer“, sprich‘ klare Suppen, bei denen man trotz Einlage bis auf den Grund des Tellers sieht ;-)).

    Meiner Mutter obligate Frage: „Möchtest Du noch Palatschinken?“ (oder Marillenknödel) habe ich IMMER verneint, darauf meine Mutter IMMER: „Möchtest Du eine oder zwei?“

    🙂

    Müßig zu sagen, dass ich IMMER mindestens zwei Stück bekam, obwohl ich gar keine wollte!

    Dieser Ablauf erinnert mich bis heute an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und werde ich wohl nie vergessen, Palatschinken und besonders Marillenknödel esse ich aber heute sehr gern …

    Vielen Dank für die geistige Zeitreise samt Schmunzeln :-), ich wünsche Dir und allen in der Runde einen guten Wochenbeginn!

    Lieben Gruß, Ursula

    1. WAS? Bei Palatschinken hätte ich gesagt: Liebe Mutter, bist du verrückt? ich möchte mindestens drei Portionen und danach die Marillenknödel…vier Stück, mit Option auf mehr. :-))

    2. „Meiner Mutter obligate Frage: „Möchtest Du noch Palatschinken?“ (oder Marillenknödel) habe ich IMMER verneint, darauf meine Mutter IMMER: „Möchtest Du eine oder zwei?“ “

      Ha,ha,ha. Und wegen österreichischer Mehlspeisen habe ich mehrmals bei euch Urlaub gemacht. Ich hätte gesagt, liebend gerne und später bitte Topfenstrudel und noch eine extra Portion Salzburger Nockerl und heute Abend noch Sachertorte mit Glas kalter Milch. Ich LIEBE eure Süßspeisen. Einmalig!!!!

      1. Liebe OmbiaOmbia, ich war ja lernfähig, heute mag ich diese Sachen ja auch :-)! Die wesentlich bessere, drahtige Figur hatte ich aber eindeutig damals als Jugendliche, die das noch nicht mit Überzeugung und nur sehr selten gegessen hat!

  2. Sehr treffend, ich habe mich 100 %ig wieder erkannt und leise gelächelt. Mir fällt noch ein: das wirklich regelmäßige und sorgfältige Zähneputzen. Heute verwende ich mit diversen Hilfsmitteln sehr viel Zeit dafür. Einen guten Montag, LG.

    1. Stimmt, ist bei mir auch so. Beruhigend, dass man dann doch einsichtig wird. Früher leuchtete mir der Sinn von Zahnseide und Zwischenraumbürstchen überhaupt nicht ein, heute nutze ich es automatisch.

  3. Früher musste ich morgens, wenn ich zur Schule gelaufen bin, immer eine Kopfbedeckung tragen. Wie peinlich ist denn das?!
    Kaum war ich außer Sichtweite meiner Mutter, habe ich mir das uncoole Teil (meist ein Kopftuch, brrrrr!) vom Kopf gerissen.
    Heute sind ja Kopfbedeckungen aller Art angesagt und selbst ich trage des öfteren Eine (hauptsächlich wenn ich keine Lust habe meine Haare zu stylen oder bei schlechtem Wetter).
    Schönen Montag und liebe Grüße
    Sansa

    1. Stimmt, die Kapuze vom Pulli oder der Jacke war extremst peinlich, wenn man sie auf dem Kopf hatte. Heute tragen die Jugendlichen ja doppelt Kapuze plus Cap plus Kopfhörer, und das bei 900 Grad im Schatten. Hahahaha!

      1. Hahahah! Ich bin früher auch mit Hotpants und bauchfreiem Top raus und wenn ich mir den A… abgefroren habe. Hauptsache es sah gut aus! Hahahah! Heute würde mir das im Traum nicht einfallen, abgesehen von meinem Alter ;-)!

  4. Klasse, kenne ich alles!!
    Und Sport war in der Schule mein Alptraum, heute stehe ich im Fitnesskurs in der ersten Reihe. 😂

  5. Ein superschöner Beitrag heute wieder. Das Thema könnte ich unendlich weiterspinnen.
    Und deine Beschreibung zum Spaziergang unterschreibe ich 100prozentig.
    Hach, Erinnerungen…..

  6. Guten Morgen!
    Herrlicher Artikel 🙂 Ich war ein komisches Kind, habe Spinat geliebt, am liebesten in Pfannenkuchen. Dafür Pilze gehasst.. selbst die kleinsten Fitzelchen wurden aussortiert. Und Käse, igitt.
    Und erstes mal beim Friseur, oh ja. Das gehört zu den frühesten Erinnerungen, die ich überhaupt habe. Das Kind (also ich) hat den gesamten Laden zusammengeschrien, weil ich gefragt worden bin „mit Scheitel ?“ und ich verstanden habe „mit Schädel ?“. Die daraus entstehende Angstattacke war wohl traumatisch…

    Ich hab noch: Mit Sonnenmilch eincremen. Ok, jetzt auch nicht mein größtes Hobby, aber als Kind am Meer war das so was von igitt.
    Kurze Hosen tragen, als Junge gehaßt. Keine Ahnung warum. Wanderurlaub, jedes Jahr gefühlte Folter, als Erwachsener eigene Wanderschuhe und ganz scharf auf den jährlichen Urlaub in Oberstdorf. Fingernägel schneiden *arrrrrrgh*. Albtraum. Ich bin weggelaufen. Dieses furchtbare Gefühl kann ich heute noch abrufen.

    Einen guten Start in die Woche!

    1. Sonnencreme liebte ich eigentlich, wohl wegen besagter Delial Creme. Die roch nach Urlaub, unglaublich toll.
      Und Pilze hasse ich heute noch. Wie kann man überhaupt Käse essen, habe ich mich als Kind gefragt, das wollte ich niemals essen, nieeee! Heute ist mein 2. Vorname Käse. 😉

    2. Roland, das mit dem falsch verstehen kann ich gut nachvollziehen! Ich habe als Kind ( und auch heute nicht) niiiieee Graupensuppe gegessen weil….na, was hab ich wohl verstanden? Riiiiichtig! RAUPENsuppe 😂 Ich dachte wirklich das in der Suppe diese ekligen Dinger rumschwimmen.😉😀

  7. Welch ein schöner Wochenbeginn.
    Alle Deine oben angeführten Dinge treffen auch auf mich zu 😀

    Als Kind habe ich nur Eskimo-Eis gegessen, ein offenes Eis habe ich immer abgelehnt – heute ist es genau umgekehrt.
    Weichgekochte Eier habe ich gehasst, inzwischen esse ich sie gerne.
    Ich habe auch alle Milchprodukte (außer Butter) total abgeleht. Heute weiß ich, dass ich eine Laktoseintoleranz habe :-). Man kann also Kindern ruhig vertrauen, wenn sie etwas nicht essen wollen.

    LG und einen schönen Wochenstart
    Eva

  8. Guten Morgen, lieber KK,

    ja, so geht das mit dem Älter- und Gescheiterwerden. Spaziergänge liebe ich heute sehr, besonders im laaanweiligen Wald, was hab ich das früher verabscheut.
    Aber in einem Punkt hat bei mir offensichtlich keinerlei Weiterentwicklung stattgefunden: Haare schneiden respektive Friseurbesuche hasse ich bis heute. Ich schreie zwar nicht mehr den Laden zusammen, bin eher trotzig schweigsam und immer froh, wenn ich fertig bin und wieder gehen kann.
    Aber wenns schön macht😊.

    Eine schöne Woche für alle,
    Irene

  9. Da merkt man mal wieder wie alt man schon ist… Erst gestern habe ich meiner Nachbarin von meinen Kindheitserinnerungen erzählt. Schade, dass die uneiderbringlich sind. Toller Blogpost! ♡

  10. Nun….bis zu meinem 16 Lebensjahr (Spätzünderin) habe ich gedacht, „richtig“ küssen, ihr wisst schon, ist sooowas von igitt. Spucke von jemand anderem. Iiiihhhh 🙂 Dachte, dass ich das niemals tun werde können.

  11. Hallo!
    Was für ein erheiternder Wochenstart! Ich war die Ausnahme beim Essen: Spinat mochte ich bereits als Kind und heute auch noch. Meine Mutter machte allerdings immer frischen und ich habe ihr gern zugesehen, wie sie die Blätter klein hackte. Dafür aß ich als Kind keine Schokolade – das hat sich geändert. 😀 Ich sollte laut Amtsärztin sogar ein Jahr später eingeschult werden, weil ich so dünn war – auch das ist nun Geschichte!
    Nur die Abneigung gegen Wandern, insbesondere im langweiligen Wald 😉 , hat sich bis heute erhalten.
    Ich wünsche dir eine gute Woche! LG, April

      1. Ich habe welche bekommen, sie aber nicht gegessen, sondern weiter verschenkt, weil ich keine Schokolade mochte. Heute unvorstellbar! 🙂

  12. Bei mir war es die Brille! Mit 4 bekam ich die erste, weil ich schlimm geschielt habe. Ich hasste sie, die ganze Schulzeit durch. Als ich 18 war ging es auch ohne gut, aber irgendwann in den 40ern liess ich mir die erste Woody Allen Brille mit Fensterglas machen und versteckte dahinter die plötzlich vermehrt auftretenden Augenringe. Inzwischen ist die Sammlung enorm, hat Stärken bekommen und Samstag sogar eine getönte Lesebrille für die Handybedienung bei Sonnenschein im Garten.
    Und bis auf den Spinat unerschreibe ich alles. Bratei mit Spinat und Stampfkartoffen (so hiess das in Nord Vorpommern) war mein Lieblingskinderessen und immer meine erste Wahl, wenn wir mal in einer Gaststätte Mittag aßen.

    1. Au ja, Brillen sind auch ein ernstes Thema für Kinder. Puh! Das Wort Brillenschlange wurde sicherlich nur erfunden, um kleinen kurzsichtigen Strolchen das Leben schwer zu machen! 😉
      Liebe Grüße und weiterhin Gute Besserung!!

    2. Bei mir war es auch die Brille. Ich habe meine mit 6 bekommen, als einziges Kind in der Klasse. Schlimm. Auch weil ich geschielt habe. Die ganze Grundschule habe ich sie getragen. Jetzt als Erwachsene brauche ich sie wieder und bin froh sie zu tragen. Alle aus meiner Umgebung sagen ich sehe mit der Brille besser aus, ein gut getroffenes Brillengestell macht viel her. Einige bei der Arbeit tragen ein ähnliches Design ohne Seestärke, weil sie damit cool aussehen…so voll Business like. Ich habe auch beobachten können, dass mich unsere Geschäftspartner ernster nehmen, wenn ich die Brille trage. Schon lustig.

  13. Lieber KK Du schaust richtig frisch aus! 🙂
    Ich liebe es mich zwischendurch kurz hinzulegen, ich liebe es einfach. Geht selten. Aber danach bin ich tausend mal wacher, besser gelaunt und habe fünf Mal mehr Energie etwas zu unternehmen oder leisten als davor. Also am WE freue ich mich diese tolle Zwischenpause zu haben.
    In früherer Firma hatten wir einen liebevoll eingerichteten napping room und dort waren wir nachmittags alle viel leistungsfähiger und haben bessere Idee gehabt.

    Spinat liebe ich. Frisch am besten, eine Schüssel die für fünf reichen soll für mich alleine, als Beilage. Nur etwas Olivenöl und Gewürze dazu….ich verdrücke in der Saison frischen Spinat wagonweise.

    Und auch mit dem Friseur hast du recht! Ich muss alle 6 Wochen hin, sonst hält mein Bob nicht und diese Woche ist mein Lieblingsmensch im Urlaub. Ich zähle schon die Stunden und die Minuten…

    „Manchmal, nur manchmal, möchte ich nochmals dieses Gefühl erleben, wie es ist, wenn man an der Grenze zum Erwachsenwerden steht – und es nicht abwarten kann. Wenn man geistig begriffen hat, dass nun das ganze Leben vor einem liegt, welche Möglichkeiten man (hoffentlich) hat, und es nur noch einen Moment dauert, bis der „Startschuss“ fällt. Endlich 18!
    Aber niemand wird sagen: Endlich 50. Auch wenn das Älterwerden viele tolle und spannende Seiten für uns alle parat hat, und man sich dafür nur öffnen muss, so wird es niemals wieder so sein, wie damals, als wir am liebsten eine Zeitbeschleunigungsmaschine gebaut hätten.“

    Wie wahr! Sehr gut beschrieben.

    Hm, als Kind könnte ich kaum abwarten alles alleine entscheiden zu dürfen. Für alles alleine Sorgen zu dürfen. Hilfe!!!
    Möge mich jemand bitte in die Spielecke tragen wo ich mittags abgeholt werde, bis dahin spiele ich stundenlang. Danach serviert mir Mama mein Mittagessen, in der Zwischenzeit hat sie Rechnungen bezahlt und Handwerker organisiert. Dann mache ich – ta da dammmm – Mittagsschlaf nur um danach wieder zu spielen.

    Habe jetzt meine Sonnencreme SPF 50 aus Südkorea bekommen. War für die Hände gedacht.
    Die Creme kostet 5,00 €. Zoll will für die Abfertigung 11,90.
    Jahrelang war alles keine Problem.
    Jetzt wird jede internationale Sendung bestraft.
    Ich verstehe es nicht. Meine Freunde in anderen europanischen EU-Ländern bekommen gleiches Produkt ohne Strafzoll.
    Kann mir das jemand erklären?

        1. Ach OmbiaOmbia, kommt mir teils bekannt vor, ich hatte aber das Glück, keine A….geige als Amtsleiter ans Telefon bekommen zu haben. Mir ist wie bereits erwähnt auch die Lust vergangen, nicht nur wegen des eigentlich ökologischen Wahnsinns, von so weit weg banale Kosmetik liefern zu lassen, sondern auch weil momentan Politik und Zoll nichts für schwache Nerven sind. Momentan läuft halt einiges anders (oder eben nicht) – leider. Die Zollpackerln mit Creme o.ä. finde ich da aber sicher nicht am schlimmsten 😦 … Sorry, das soll jetzt Deinen berechtigten Frust nicht kleinmachen!

          1. Weißt Du was mich eigentlich hier ärgert? Das ich keine Ahnung habe warum sie so handeln.
            Ich respektiere ja die Gesetze. Solche machtgeile Vorgehensweise erwarte ich in China, aber hier doch nicht.
            Dann lieber öffentlich verkünden – ab sofort sollt ihr nichts mehr aus dem Ausland bestellen. Weil wir das jetzt so sagen.
            Das wäre zumindest transparent.
            Auch wenn nicht viel, habe ich mit letzter Bestellung 30,00 € plus Porto verloren. Warum eigentlich?
            Ich fühle mich beklaut, da ich kein Gesetz gebrochen habe und bis heute weder der Versender noch ich wissen warum sie es so gemacht haben.
            Ich kann auch bei der Arbeit nicht andauernd Mist bauen und denken, das wird schon.Ich will wissen warum, auf welcher Grundlage. Wenn ich die Begründung kenne, fällt es mir leichter es hinzunehmen.
            Sollte die Behörde keine Lust haben mir die seltsame Vorgehensweise zu erklären, meine Freundin bei der Tageszeit hat Lust mir zuzuhören.
            Ich will wissen, woran ich künftig bin und nehme mir einen halben Tag frei und gehe persönlich hin.
            Ich verstehe jetzt so langsam warum große bekannte Firmen derzeit nach Deutschland nicht liefern.

            1. Da pflichte ich Dir 100%ig bei! Fühlt sich an wie Willkür, der man einfach ausgeliefert ist 😦 … was man bis vor kurzem so nicht kannte und auch nicht für möglich gehalten hat.

    1. @ombiaombia: bitte nochmal genau: Du hast also in Korea ein Produkt bestellt, welches hier vom Zoll betrachtet wurde. Zoll fällt wegen des geringen Preises nicht an, dafür aber eine Bearbeitungsgebühr fürs Betrachten? Die haben sie doch nicht alle!
      Hast Du beim Versender direkt bestellt oder über Ebay? Ich habe bisher immer alles anstandslos geliefert bekommen, wie gesagt, bisher. Ich werde jetzt mal testen und mir zwei Produkte bei verschiedenen Händlern bestellen, beide unter 15€, und dann schauen wir mal.

      1. Ich habe einmal aus Südkorea und einmal aus USA Bestellt.
        Das ging an Absender zurück mit dem Vermerk – das darf man nicht in Deutschland einführen. Lippenstift?!
        Der neusten Fall lief so wie geschildert, habe direkt bei dem Hersteller bestellt.
        Ich will einfach Klarheit haben was jetzt die Sache ist eher ich künftig weiter bestelle. Ich bestelle Produkte die es in Deutschland nicht gibt.
        Das mache ich so seit vielen Jahren.

        1. Ja, ich auch. Da habe ich wohl bis jetzt Glück gehabt. Ich habe kürzlich bei Stratia in USA bestellt, Warenwert ca.27 €, und über Ebay in Korea, Warenwert ca.18 €, beides kam letzte Woche hier an, anstandslos und ohne weitere Kosten.
          Das würde ja bedeuten, dass quasi willkürlich entschieden wird, welche Sendung man öffnet und welche nicht. Wahrscheinlich gibt es auch noch regionale Unterschiede, oder der eine Mitarbeiter nimmt es besonders genau und der nächste nicht. So oder so, für den Verbraucher ist es undurchsichtig und mehr als ärgerlich. Ich verstehe sehr gut, dass Du Dich darüber aufregst. Ginge mir genauso.
          Ich habe heute nochmal etwas bestellt, mal sehen, wie es wird.

  14. Mein Opa hat immer gesagt, du bist schneller 50 wie 20. Er hatte natürlich Recht, obwohl ich es damals mit 15 überhaupt nicht verstehen konnte. Jetzt bin ich über 50 und die Zeit scheint davonzurennen.
    Viele Grüße

  15. Mit den Kindheitserinnerungen ist das so eine Sache…
    Ich hatte keine schöne Kindheit und Jugend und das hing hauptsächlich mit meinem Elternhaus zusammen, aus dem ich geflohen bin, als ich 18 war. Bis heute sind Kindheit und Schulzeit ziemlich negativ besetzt bei mir. Und dennoch bin ich einst Lehrerin geworden, um es besser zu machen als die, die ich erlebt habe. Nach einem langen Berufsleben und vielen Feedbacks resümiere ich, dass mir das wohl zumeist gelungen ist.
    Zu meinen schönen Kindheitserinnerungen gehören die Besuche bei meinen Großtanten, da durfte ich sein, wie ich bin und wurde verwöhnt 😊.
    Die eine hatte ein kleines, reetgedecktes Haus in der Lüneburger Heide (noch heute liebe ich diese Art von Häusern), das von einem wirklich sehr großen Grundstück umgeben war. Ich mochte es sehr, dort zu spielen und mein Onkel baute mir ein Baumhaus, als Schönstes von allem aber eine große Schaukel zwischen zwei Bäumen. Stundenlang konnte ich schaukeln, in die Bäume gucken und träumen…

      1. ☺️ Gerne! Ich war sehr gerne Lehrerin und finde es nach wie vor faszinierend, welch unglaubliches Potenzial in Kindern steckt.
        Deswegen macht es mich auch traurig, wenn ich nach wie vor viel zu häufig sehen muss, dass es unserem Schulsystem nur in Ansätzen gelingt, die ursprünglich angeborene Neugier, den Wissensdurst und die natürliche Leistungsbereitschaft von Kindern wachzuhalten und zu fördern.
        In meiner späteren Laufbahn habe ich sehr viele Unterrichtseinblicke nehmen können und bei einigen hat es mich kaum hinten auf dem Beobachterstuhl gehalten. Man muss jedoch auch fairerweise sagen, dass es Lehrkräften und Schulen in unserem relativ starren System viel Querdenkerei und Mut abverlangt, innovative Wege zu gehen.

        1. Hallo Claudia Regina! Ich hatte leider auch eine besch….Kindheit ! Meine Mutter starb als ich zehn war u ich hatte vier kleinere Geschwister ! Ich habe dann versucht, meiner Tochter eine schöne Kindheit zu bescheren und weiterhin gebe ich jetzt meinen Enkeln gaaaaanz viel Liebe !!!! Außerdem habe ich in meinem Beruf mit sehr vielen sehr jungen Menschen zu tun, denen ich die notwendigen Werte des Lebens vermittle! In deinen Ausführungen lieber KK erkenne ich auch viele Dinge wieder!

            1. Liebe Claudia, liebe Spotify55!
              Wie schön dass Ihr es geschafft habt, diesen Kreislauf von schlechter Kindheit und Erfahrungen zu durchbrechen und nicht einfach weiterzugeben. Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber wir können den schlechten Erfahrungen etwas Kraftvolles,neues entgegensetzen. Indem wir lernen, als Erwachsene achtsam und liebevoll mit uns selbst umzugehen und gute Erinnerung und Erlebnisse schaffen, uns mit Menschen und Dingen umgeben, die uns gut tun. Was nicht einfach ist, wenn wir das als Kind nicht gelernt haben, aber es kann gelingen.

          1. Hallo spotify55, auch ich bin sehr froh und dankbar, dass ich trotz allem eine wunderbare und sehr liebevolle Beziehung zu meinen eigenen Kindern aufbauen konnte und auch meinen süßen kleinen Enkel ganz fest in mein Herz geschlossen habe.
            Ich habe erst spät erfahren, dass es die beiden vorhin erwähnten Großtanten waren, die es schafften, mich durch ihre bedingungslose Liebe einigermaßen resilient zu machen gegenüber einem psychopathischen (O-Ton Fachärzte) Elternhaus.
            Das zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass man von klein auf geliebt, umsorgt und wertgeschätzt wird – das ist die beste Basis, die wir unseren Kindern mitgeben können.
            Und ja, KK – ich stehe ja auf dem Standpunkt, dass nichts im Leben zufällig passiert und alle Situationen und Menschen, die unseren Lebensweg kreuzen, „Lernaufgaben“ für uns sind. Auch wenn man den Sinn des Ganzen oft erst rückblickend erkennt 😉…

            1. Ich wollte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber genau, das, was Du beschreibst, Claudia, läßt einen Menschen so was schlechtes durchstehen. Es braucht irgendetwas oder irgendjemanden, der als wenn auch noch so kleinen Ausgleich dient für das schlechte, das man durchmachen muß.
              Wir müssen als Eltern bei Gott nicht perfekt sein, die Welt ist es auch nicht und Kinder kommen mit Widersprüchen und Brücken durchaus zurecht. Es kommt darauf an, dass wir authentisch sind und zuverlässig – und das allerwichtigste. Es muss uns gelingen, den Kindern das Gefühl zu geben, hier in dieser Welt willkommen zu sein, so wie sie sind.

              1. Genau d a s ist es, Roland – und diese Erfahrung habe ich bis zu meinem 53. Lebensjahr nur äußerst selten machen dürfen.
                Inzwischen bin ich mir aber meines individuellen Wertes bewusst 😉 und akzeptiere mich auch selbst, wie ich bin.
                Das ist mit ein Grund dafür, dass ich mich in meinem jetzigen Alter gut fühle, weil ich nicht mehr dem „Wohlwollen“ anderer hinterherlaufe und auch meinen eigenen Perfektionismus erfolgreich dressiert habe 😀.

        2. Liebe Claudia Regina,

          damit hast Du vollkommen Recht! Ein nachdenklich machendes Buch in diesem Zusammenhang ist „Die Durchschnittsfalle“ von Markus Hengstschläger, auch wenn das behandelte Thema für meinen Geschmack noch mehr Tiefgang vertragen hätte. Trotzdem sorgt es für nicht wenige „AHA“-Momente, insbesondere, dass das klassische Schulsystem gar nicht darauf ausgelegt ist, Talente zu fördern, sondern sich auf die Schwächen des Einzelnen konzentriert, was bedeutet, dass die echten Begabungen nicht weiterentwickelt werden und brachliegen, und die gesamte Energie darauf verwendet wird, den Bereich, in dem der-/diejenige (überspitzt gesagt) eine absolute Null ist, irgendwie/halbwegs zu verbessern.

          Wir bräuchten für die vielen Anforderungen aber die genannten Quer- und Andersdenker, und nicht die nach dem Motto „das war schon immer so, das haben wir immer schon so gemacht“.

          Schon von Einstein genial auf den Punkt gebracht: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind!“

          LG Ursula

          1. Und im Übrigen finde ich es toll, welche Richtung Du Deinem Leben gegeben hast – ich bin sicher, Du bekommst Deine Herzenswärme nun zurück!

          2. Liebe Ursula,

            ja – leider haben wir in Deutschland eine zumeist defizitorientierte Pädagogik!
            Am Beispiel der Rechtschreibung lässt es sich vielleicht erklären: Bei der Benotung der Diktate meiner Grundschulkinder bin ich dazu übergegangen, nicht mehr die falsch geschriebenen Wörter zu zählen, sondern die richtig geschriebenen (was übrigens für die Korrigierende viel anstrengender ist 😉). Aber somit konnte ich den Fokus des Kindes darauf lenken, beim nächsten Diktat noch m e h r Wörter richtig zu schreiben und das hat psychologisch einen Unterschied gemacht und zu viel mehr Motivation geführt.
            Natürlich muss man dann darauf achten, dass die Diktate immer die gleiche Anzahl von Wörtern umfassen, so dass ein direkter Vergleich möglich ist.
            Und ja, es stimmt – ich bekomme sie nun zurück und kann das dankbar annehmen!

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