GESUNDHEIT: GIBT ES WUNDERMITTEL GEGEN GELENKBESCHWERDEN?

Es hält sich immer noch der Glaube, dass gegen Arthrose, also krankhafte Gelenkabnutzung, aber auch gegen die „altersüblichen“ Verschleißerscheinungen, ein Kraut gewachsen sei. Einfach ein Pülverchen einnehmen und schon kann man wieder munter durch die Gegend hüpfen. Pustekuchen! So einfach ist das nicht, aber es gibt auch positive Aspekte…

Arthrose – Gelenkverschleiß

Arthrose ist eine Volkskrankheit – weltweit ist sie die häufigste Gelenkerkrankung (in Deutschland auf Platz 1: das Knie). Manche trifft es früher, manche sehr viel später. Im Laufe des Alters trifft es aber fast jeden von uns.

Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen wie Fehlstellungen der Gelenke oder auch knöcherne Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Im hohen Alter ist es ganz einfach eine altersübliche degenerative Erscheinung.

 

Auch ich habe bereits zwei künstliche Gelenke

Bei mir war es eine angeborene und unerkannte Fehlstellung im Hüftgelenk, die für die frühe Abnutzung des Gelenkknorpels sorgte. Mit 39 habe ich mein erstes künstliches Hüftgelenk bekommen, zwei Jahre später war die andere Seite dran.

Die Diagnose war für mich als Berufssportler natürlich doppelt niederschmetternd, und natürlich habe ich versucht sämtliche Alternativen auszuschöpfen. Allerdings war meine Abnutzung bereits extrem weit fortgeschritten, da ich mit guter Muskulatur und einer recht hohen Schmerztoleranz lange Zeit nichts von der fortschreitenden Erkrankung bemerkt hatte.

Und hier kommt auch schon der erste „Dämpfer“  Ist der Knorpel (also der „Puffer“ zwischen den Gelenkflächen, erst einmal weg, dann ist er weg! Da gibt es (bislang) keine elegante und einfache Lösung den mal eben zu ersetzen. Ganz klar: Das wächst NICHT nach! (In der Zukunft wird das wahrscheinlich anders aussehen, leider werden wir wohl nicht mehr in den Genuss kommen).

 

Operation oder Alternativen?

Man kann zB. im Kniegelenk (und auch in einigen anderen Bereichen) mit Hyaluron (ja genau das Zeugs, das wir uns auch gerne ins Gesicht schmieren) arbeiten. Dazu wird der Stoff IN das Kniegelenk injiziert, oral bringt es gar nichts. Die Gelenkflächen reiben weicher aneinander, Schmerzen können gelindert sein. Das hält allerdings nur für begrenzte Zeit. Ausserdem besteht ein Infektionsrisiko. Ähnlich ernüchternd sind die Ergebnisse bei Knorpelverpflanzungen im Kniegelenk. Und bei der Hüfte besteht noch weniger Aussicht auf eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs ohne OP.

Ich werde oft gefragt: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine OP?  Ganz einfach eigentlich: Das merkt man! Entscheidend ist der Leidensdruck. Nicht der Arzt bestimmt eine planbare Operation, sondern der Schmerz und die stark verminderte Lebensqualität.

Wer sagt „Eine OP kommt mir nicht in die Tüte“ wird noch nicht so weit sein, der Leidensdruck ist nicht groß genug. Wer erst einmal echte fortgeschrittene Arthroseschmerzen hatte, wird freiwillig auf den OP Tisch hüpfen!

Überlegen sollte man aber auch, nicht zu lange zu warten. Eine lange Zeit mit verminderter Beweglichkeit und Schonhaltung sorgt in der Körperstatik für ungute Verschiebungen und Muskelabbau. Doch gerade die Muskeln brauchen wir dringend (!) um nach dem Einsetzen von Gelenkersatz schnell wieder fit zu werden. Eigentlich einer der wichtigsten Faktoren!

 

 

Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen Gelenkverschleiß?

Da gibt es ein riesengroßes Missverständnis!

Nein, Nahrungsergänzungsmittel, „Gelenkmittel“ oder „Knorpelschutz“ helfen NICHT gegen den Knorpelverschleiß! Keinesfalls und überhaupt nicht. Weder Chondroitin, Kollagen, Hyaluronsäure, Glucosamin oder gar Gelatine können den Gelenkzustand nachhaltig verbessern oder gar Knorpel wieder aufbauen.

Warum gibt es dann in der Bevölkerung eine so hohe Akzeptanz für diese „Wundermittel“? Nun, erst einmal hat natürlich jeder Angst vor einer so großen und einschneidenden Operation. Da nimmt man dankend JEDEN Strohhalm und wird auch positiver eingestellt sein, weil man natürlich eine hoffnungsvolle Erwartungshaltung hat.

Was aber viel wichtiger ist: Viele Menschen verwechseln Gelenkschmerzen verschiedenster Ursache mit Arthrose. Tut das Knie oder die Hüfte weh, muss das noch lange kein schwindender Knorpel sein. Weil es eh fast alle Menschen trifft, sind auch Ärzte schnell mit der Diagnose „Gelenkverschleiß“ bei der Hand. Oftmals handelt es sich aber einfach „nur“ um diffuse Gelenkbeschwerden, oft auch mit entzündlichen Prozessen.

Aber: Gegen den Schmerz und Entzündungen kann man mit den Nahrungsergänzungsmitteln durchaus (wenn auch eingeschränkt) vorgehen. Und da ist auch eine gewisse Wirksamkeit bewiesen. Auch (oder gerade) bei entzündlichen Gelenkproblemen, sind Therapien zB. mit Gewürzen durchaus erfolgversprechend und können ähnlich wirken wie Ibuprofen und Diclofenac. (Siehe unten)

All diese Stoffe kommen aber nicht im Gelenk an (Verstoffwechselung im Magen-Darmtrakt), sondern wirken ganz einfach auf die Schmerzweiterleitung und Entzündungsfaktoren, wie normale (NSAR-)Schmerzmittel auch, was dann die Beschwerden lindern kann.

Doch nochmals zum Missverständnis: Schmerz und Entzündung kann man eine zeitlang lindern, die Ursache aber nicht! Bei schweren Beschwerden und weit vorangeschrittener Arthrose sind diese Mittel nicht mehr ausreichend.

 

WICHTIG: Nahrungsergänzungsmittel gegen Gelenkbeschwerden können gefährlich sein!

So müssen zB. Menschen, die bestimmte Blutverdünner (Cumarin-Antikoagulantien) zu sich nehmen und Diabetiker (kann die Insulinempfindlichkeit verändern) besonders vorsichtig sein. Überhaupt gibt es kaum Studien zu Wechselwirkungen mit lebenswichtigen Medikamenten, da es sich ja nur um Nahrungsergänzungsmittel handelt. Trotzdem können heftige Wechselwirkungen möglich sein, wie eine Störung der Blutgerinnung bei einer antikoagulierenden Therapie.

Bis zu einem lebensbedrohenden Schock kann es gehen, wenn man allergisch auf zB. Schalentiere oder tierisches Eiweiß reagiert! Daraus werden nämlich viele der „Gelenkheilmittel“ gemacht (Krustentiere, Luftröhren von Rindern, Rinderhaut, usw)

 

Was kann man sonst noch tun bei Arthrose und entzündlichen Gelenkbeschwerden?

Unbedingt zuerst vom Arzt die Ursache für die Beschwerden finden lassen. Das ist eine Grundvoraussetzung.

Beweglich bleiben! Sind die Schmerzen da, ist es von größter Wichtigkeit agil und mobil zu bleiben. Schränkt man sich in seiner Bewegung zeitlich und vom Umfang her ein, wird man schnell weitere Probleme bekommen, weil der Körper ganz einfach „abbaut“ Dazu kann man sich auch vom Arzt unterstützende Physiotherapie verschreiben lassen. Bei starken Schmerzen bietet sich die Therapie im Wasser an. Nur durch Bewegung wird der wichtige Gelenkknorpel (der noch übrig ist) ausreichend mit Nährstoffen versorgt! Bei entzündlichen Prozessen ist eine kurzzeitige Schonung aber angebracht.

Dehnübungen und Faszientherapie (bei Verspannungen durch Fehlhaltung) sind besonders wichtig, weil man naturgemäß im Alter unbeweglicher wird. Kommen Schmerzen hinzu, wird das zum Teufelskreis.

Muskulatur erhalten und/oder etwas aufbauen! Unsere Muskulatur kann viele Unzulänglichkeiten kompensieren. Werden wir (durch Schmerzen) unsicherer im Gang, hilft die Muskulatur weiterhin die Kontrolle zu behalten. Wenn man sich stark fühlt, wird man auch nicht zögerlich und ängstlich in seinen Bewegungen, was wiederum Stürze provoziert. Wichtig sind gleitende, weniger stoßhafte Bewegungsformen, wie zB. Fahrrad fahren, Schwimmen oder angeleitetes Krafttraining, sowie Low Impact Gymnastik.

Eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung ist wirksamer als die einzelnen Wirkstoffe einer Tablette. Omega-3-Fettsäuren in Fisch und pflanzlichen Ölen haben eine entzündungshemmende Wirkung und eignen sich daher gut für den Ernährungsplan bei Arthrose. Ungünstig sind dagegen Fleisch und Wurstwaren sowie tierische Fette. Sie führen dazu, dass sich im Körper die entzündungsfördernde Arachnidonsäure bildet.  Eine Gewichtsreduktion kann entscheidenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben!

Die Wirkung von Blutegeln gegen Entzündungen ist wissenschaftlich gut belegt. Während der Behandlung saugen die Blutegel nicht nur Blut, sondern geben ihren Speichel (Salvia) in die Wunde ab. Er enthält bis zu 100 entzündungshemmende und schmerzstillende Substanzen.

Die Kombination aus Koriander, Kreuzkümmel (Cumin) und Muskat kann ebenfalls entzündliche Gelenkschmerzen lindern. Besonders auch in den Fingergelenken. Diese Naturprodukte müssen allerdings lange und regelmäßig eingenommen werden, erste Wirkungen sind erst nach Wochen bis Monaten zu erwarten.

Silizium in Kieselsäure kann bei noch vorhandenem Knorpel den Abbau ein klein wenig herauszögern. Ähnliches gilt für die Galaktolipide aus der Hagebutte.

 

Fazit

Die bisher durchgeführten Studien zu sämtlichen Nahrungsergänzungsmitteln gegen Gelenkprobleme wurden größtenteils mangelhaft durchgeführt, und es gibt keinerlei Wirkbeweise für eine heilende oder regenerative Wirkung. Die zusammengefassten Ergebnisse deuten aber wenigstens auf eine leicht schmerzlindernde Wirkung von Chondroitin hin, und auch Glucosamin und Kollagen-Hydrolysat werden „zurückhaltend empfohlen“. Demnach könnte Chondroitin zB. die Schmerzen bei durchschnittlich einem von fünf Arthrose-Patienten zumindest kurzfristig geringfügig lindern. Dies verwechseln aber viele Patienten mit „Heilung“ – ein großes Missverständnis!

Wie gesagt: Die Ursache bleibt bestehen und führt irgendwann zum Gelenkersatz. Die aufgeschobene Zeit sollte man dringend zum Gewichtsabbau, Muskelaufbau und zur Erhaltung/Verbesserung der Flexibilität nutzen! Die Wirksamkeit der Nahrungsergänzungsmittel auf schmerzhafte Zustände ist insgesamt so gering, dass man davon ausgehen kann, dass ein Großteil der Befindlichkeitsverbesserung durch Wunschdenken (Placebo-Effekt) ausgelöst wird.

 

 

Hier noch ein gut verständliches Video zum Thema aus der Visite-Reihe vom NDR (Quelle 1) Alle Betroffenen unbedingt anschauen!

 

Weiterführende Informationen (Quelle 2) zu Gelenkarthrose und Kritik zu den Studiendesigns über Nahrungsergänzungsmitteln in Hinblick auf Gelenkbeschwerden und Abnutzung. Dazu gibt es auch eine hervorragende Übersicht von wichtigen Studien zu diesem Thema: MEDIZIN-TRANSPARENT

Quelle 3: Ärzteblatt.de – Mediziner raten ab…

Quelle 4: Ärzteblatt.de – Orales Glukosamin in Studie ohne Wirkung…

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(Fotos: Pixabay   Keinerlei Sponsoring  Disclaimer: Die Infos dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information im Bereich der Gesundheit, aber verfolgen nicht den Zweck der Erteilung medizinischer oder sonstiger Ratschläge und ersetzen daher in keinem Fall das Aufsuchen eines Arztes oder Fachmanns! Von therapeutischen Alleingängen rate ich dringend ab!)

 

33 Kommentare

  1. Wikipedia zu Collagenhydrolysat:

    „Seit über zwei Jahrzehnten forschen Wissenschaftler zur Wirkung von Kollagen-Hydrolysat auf den Gelenkknorpel. Aber erst 2011 konnte die Forschungsgruppe von McAlindon et al. in einer klinisch kontrollierten Goldstandardstudie unter Anwendung objektiver Parameter wie dem MRI (Magnetic Resonance Imaging unter Einsatz der neuentwickelten dGEMRIC Technik) nachweisen, dass ein Kollagen-Hydrolysat mit kurzkettigen Kollagen-Peptiden nicht nur die Degeneration des Gelenkknorpels hemmen, sondern auch dessen Regeneration anregen kann.[3]“

    Ich empfehle immer, wer Gelenkschmerzen hat, das zu probieren. Collagenhydrolysat ist ein Eiweiß und unabhängig von der möglichen Verbesserung von Schmerzen ein gutes Lebensmittel, das Bildegewebe wieder aufbaut, bei mir auch sichtbar im Gesicht. Nach meiner Erfahrung verbessern sich doch bei einigen die Probleme, was für die Betroffenen schon eine große Erleicherterung ist.
    Meine eigenen Gelenkbeschwerden vor einigen Jahren, wegen denen ich fast 9 Monate mit Laufen aufhören musste, verschwanden nach ca. 3 Wochen Einnahme komplett und kamen nie wieder. Wenn das Placebo gewesen sein soll, soll es mir sehr recht sein. Hautsache, es macht die Schmerzen weg, selbst auch nur eine Besserung wäre für mich hilfreich gewesen.

    1. Ähm ja Wiki…
      Auch ich erwähnte ja, dass es eine „vorsichtige Empfehlung“ gibt. Allerdings schau dir die Studie vielleicht mal genauer an. Was da an Regeneration des Knorpels und Verbesserung des Gelenkspaltes durchgeht ist mini. Das ist weit weg von signifikant. Und wie du selbst siehst, wird die Diskussion um diese Stoffe doch meist sehr emotional geführt.
      Ich bin der letzte, der nicht „wer heilt hat recht“ unterschreiben würde, aber auch bei dir kennen wir eventuelle Co Faktoren nicht, was übrigens auch allen Studien angekreidet wird.
      Aber wenn du das Gefühl hast, dadurch etwas wie Heilung erfahren zu haben, dann ist das doch super!
      Viele Grüße, KK

      1. Wenn du weiter lesen willst, was Wikipedia unter z.B. Studie von McAlindon verlinkt hat, mache ich es dir einfacher:
        https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21251991

        Ich fand ziemlich interessant, dass eine bedeutende Änderung der Unterschiede in beiden Gruppen erst nach 24 Wochen eintrat, bei mir war das in sehr viel kürzerer Zeit der Fall, allerdings ist die Studie an Arthrosepatieneten gemacht worden, zu denen ich mich nicht zähle. Ich hatte nur ein dreiviertel Jahr Knieschmerzen.

        Das schreibt Wikipedia unter Kritik:

        „Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkennt ebenfalls die Ergebnisse der McAlindon[3] Studie von 2011 an, erteilt aber keinen Health-Claim für Kollagen-Hydrolysat in Nahrungsergänzungsmitteln, da diese Studie an Arthrosekranken und nicht an gesunden Probanden durchgeführt wurde.[11]“

        Klar, wenn die Studie nur innerhalb einer bestimmten Gruppe gemacht wurde, kann man es wissenschftlich basiert nicht jedem empfehlen, wobei ich anmerke, dass Collagenhydrosysat ein reiner Eiweißbestandteil ist, den man auch als gutes Essen mitnehmen kann.

        Ich nehme das übrigens immer noch, weil die Auswirkungen auf die Hautfestigkeit bei mir so sichtbar waren. Möglicherweise hat es auch die Knieschmerzen danach immer unterdrückt. Ob es geheilt ist, weiß ich wirklich nicht, ich bin nur langfristig wieder schmerzfrei.
        Angenehm ist mir dabei, dass es gemacklos (vielleicht ein Hauch Süße im Hintergrund) und leicht lösbar ist, jedenfalls das Primal Collagen, das ich nehme.
        Allerdings bin ich generell gut eiweißversorgt, das auch ein Grund sein kann, dass die Wirkung so schnell kam und nicht erst im Körper andere dringende Bausstellen bedient worden sind.

  2. Danke für diesen sehr informativen Artikel und die Verlinkungen! Leider ernüchternd, was die Pillenfront betrifft, aber verständlich erklärt.

  3. Vielen Dank für diesen gleichermaßen informativen wie ernüchternden Artikel! Meine zwischenzeitlichen Verbesserungen, was Schmerzempfinden und Beweglichkeit anbelangt, scheinen dann leider wirklich nur auf die normalen Schwankungen – gute und weniger gute Tage – zurückzuführen zu sein, oder tatsächlich auf die regelmäßige und großzügige Verwendung auch der von Dir explizit genannten Kräuter, Gewürze, Hagebutten (nehm‘ ich schon sehr lange als natürlich Vit. C Quelle) sowie Omega 3, die den Schmerzreiz etwas lindern, sowie meiner Ernährung, die mittlerweile zwar nicht vegetarisch ist, aber doch stark reduziert bei Fleisch- und Milchprodukten, Eiern, Zucker, Weißmehl und Kohlensäure-Getränken.

    An eine gewisse Wirkung von Chondroitin, Glucosamin und MSM habe ich ebenfalls geglaubt, da der arthrosegeplagte Hund einer Freundin damit behandelt wurde und sich relativ bald wieder sehr viel mehr bewegt und gespielt hat – und für mich daher eine Placebo-Wirkung ausschied.

    Dass ein einmal „verlorener“ Knorpel mit nichts mehr wiederaufbbaubar ist, war klar, es wäre halt schön gewesen, wenn der Verschleiß an den noch nicht befallenen Gelenken zumindest zeitlich hinauszuzögern gewesen wäre ;-) … und trotz Skepsis, wie z.B. Hyaluron, das man einnimmt, bis zum Gelenk gelangen soll, wollte ich manchen begeisterten Stimmen im Freundeskreis wohl einfach glauben :-( .

    Ich hab’s mir schöngeredet, da es ja auch sonst sehr viele Dinge gibt, die ich nicht weiß oder verstehe – und die trotzdem so sind :-) …

    1. Viele Ärzte befürworten aber diesen Effekt und die Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel (wenn keine Faktoren dagegen sprechen). „Es ist besser etwas aktiv dagegen zu tun, als sich in sein Schicksal zu ergeben.“ Das könnte auch das „Geheimnis“ sein, denn wer sich dafür entscheidet, gegen die Beschwerden anzukämpfen, wird womöglich auch in anderer Hinsicht aktiver und verhält sich bewusster, was wiederum dem Körper zugute kommt. Deshalb sieh das nicht so schwarz und nutze ruhig weiter, was dir hilft. Nur: Einen Arzt dazu zu befragen halte ich für wirklich wichtig. Zuerst braucht man immer eine felsenfeste Diagnose, und den Ausschluss von anderen Erkrankungen, damit man die Nahrungsergänzungen auch unbeschwert einnehmen kann.

      Für Menschen, die sich diese Mittel übrigens nicht leisten können, finde ich die Infos darüber besonders wichtig, denn man weiß dann, dass man, nur weil man nicht so viel Geld besitzt, auch keine „lebenswichtige“ Therapie verpasst.
      Liebe Grüße, KK

      1. Keine Sorge, ich seh’s nicht schwarz – aber doch realistischer! Danke dafür und ganz lieben Gruß, Ursula :-)

  4. „Mit 39 habe ich mein erstes künstliches Hüftgelenk bekommen, zwei Jahre später war die andere Seite dran.“

    Schränkt Dich das irgendwie ein ? Könntest Du auch noch einen Marathon damit laufen ?

    1. Das schränkt ein, einen Marathon laufen kann ich auf keinen Fall, ich muss auch immer etwas vorsichtiger sein als andere Leute, aber man passt sich an. Und wer mich nicht kennt, merkt es auch im Alltag überhaupt nicht. :-)

  5. Besonders die Faszientherapie kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen! Dass sich ganz verschlissener Knorpel nicht regenerierten kann, da ja nichts mehr da ist, ist klar.. aber es ist durchaus möglich, durch Bewegung und Massagen (schau mal zu Liebscher und Bracht, da erfährst du kostenfrei sehr viel darüber, ich habe deutliche Verbesserungen meiner Fingergelenke erfahren und auch meine Schulter ist wieder frei beweglich) den Knorpel zur Regeneration zu bewegen. Klappt sicher nicht immer, das ist kein Wundermittel, aber es besteht wirklich Anlass zur Hoffnung. Ohne Spritzen, Medikamente etc. Ein künstliches Gelenk oder eine Operation generell (Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel, bei dir zum Beispiel gab es sicher keinen anderen Ausweg) sollte der allerletzte Schritt sein. Ich arbeite selbst in der Medizindiagnostik und ich erschrecke immer wieder, wie begehrt Operationen sind…… und was Operationen für Schäden anrichten können. Wie gesagt, es gibt Fälle, in denen man um eine OP nicht herum kommt. Aber es sollte, außer in Akutfällen, immer die letzte Option sein.
    Trotzdem danke für diesen Artikel, du hast natürlich absolut Recht, dass Hyaluron und Co. nicht die eierlegende Wollmilchsau sind. Und ohne Bewegung und Eigeninitiative gehen auch Schmerzen nicht weg..
    Bleib gesund, herzlichen Gruß, Frau Vau.

    1. OP’s scheinen nicht nur bei Patienten, sondern auch behandelnden Ärzten „beliebt“ zu sein. Mein Partner hatte vor drei Jahren eine s.g. „Frozen Shoulder“ – das Spital drängte vehement auf baldige OP, da ihm „ohnehin nichts anderes übrigbleibe“. Da es gesundheitlich damals bei ihm wesentlich belastendere „Baustellen“ gab, haben wir uns, ausdrücklich entgegen des ärztlichen Rates, wegen Alternativen umgesehen, um wenigstens diesen Eingriff vermeiden zu können.

      Langer Rede kurzer Sinn: Er wurde hier nach Beratung und Behandlung eines offenbar wirklich guten Physiotherapeuten und vor konsequenter Durchführung der empfohlenen Übungen komplett ohne Medikamente oder OP wieder gesund. Die Schulter war nach wenigen Wochen ohne Einschränkung oder Schmerz völlig frei beweglich und belastbar (Oft heilt sie nach einigen oder vielen Monaten von alleine aus, aber nicht so rasch, manchmal aber auch gar nicht oder zumindest nicht ohne bleibende Bewegungseinschränkung).

  6. Hüfte usw. bei mir noch ok, bei mir wars die rechte Schulter, OP vor 4 Jahren, alles super, jetzt muckert allerdings die linke Seite immer öfter. Man wird halt nicht jünger!

  7. Hallo KK, könntest Du vielleicht zusätzlich auch einen Beitrag über die Hüft-OP schreiben. Deine Erfahrungen in diesem Bereich würde ich sehr schätzen.

  8. Lieber KK,
    sehr anschaulich, verständlich und ausführlich beschrieben, super! Mir hilft eine ACP Therapie am Kniegelenk eine Operation hinauszuzögern, dafür muss jedoch noch Knorpel vorhanden sein; regelmäßige Bewegung ist jedoch das um und auf, Schonhaltungen durch Schmerzen verursachen „neue Schmerzen“ und Bewegungseinschränkungen, Hagebuttenpulver nehme ich auch und bewegen und bewegen…. nach 9 Stunden im Büro fällt mir das nicht immer leicht, die Knie rosten fast ein dabei…i
    liebe Grüße Gabriele

  9. Der Post kommt zur richtigen Zeit. Ernüchternd, aber wichtig. Danke dafür! Ich experimentiere ja gerade mit Kollagen-Hydrolysat und was mich wirklich angefixt hat, war dieser Artikel in der Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/arthrose/article/332191/kollagen-hydrolysat-stimuliert-aufbau-knorpel.html

    „Stimuliert Aufbau des Knorpels“ (was für mich logischerweise voraussetzt, das noch Knorpel vorhanden ist, sonst macht das ja keinen Sinn), das klingt zu gut, um es nicht zu versuchen – vor allem, wenn du ständig mit einer Arthrose-Kandidatin (Knie) zu tun hast und siehst, was das für ein Elend ist. Nur auf Wikipedia als Quelle baue ich nicht, aber der Artikel in der Ärztezeitung schien mir … hm… zwar recht mager, aber zumindest nicht unglaubwürdig zu sein. Alarmsignal ist natürlich, dass man die üblichen Lobhuddeleien meist auf einschlägigen Seiten findet, die dieses (und anderes) Zeug verkaufen. Oder bei dubiosen „Gesundheitsgurus“ (die meist auch wieder was verkaufen). Glauwürdige Quellen – und davon ein paar mehr – wären schon schön. Andererseits könnte es ja so ein „Xylit-Ding“ sein. Auf Xylit in Verbindung mit der Zahnpflege stieß ich auch zufällig und es klang richtig gut – obwohl auch da ein paar mehr Quellen schön gewesen wären. Also habe ich den Zahnarzt danach gefragt und er hielt es für Schwachsinn. Hmpf. Was macht die bockige Patientin? Integriert gerade deswegen Xylit in Form von Kaugummis u. Mundspülung in die Zahnpflege (und nur in die, ich nutze das nicht als Süßungsmittel) und seither winkt mich der Zahnarzt jedes Mal durch. Seit 4 Jahren. Das gab es noch nie, vorher fand er immer was. Immer. Ich war schon echt fertig mit mir und der Welt.

    Habe mir, in der Hoffnung auf ein zweites Xylit-Wunder, also nach langem Hin und Her eine 3 Monatsration Kollagen-Hydrolysat „gegönnt“. Gegönnt trifft es, das Zeug ist mir eigentlich viel zu teuer, aber dieser angstbasierte Prophylaxe-Gedanke war stärker.^^ Und das, obwohl ich von Nahrungsmittelergänzungen eigentlich komplett abgekommen bin, weil du da ja auch nicht weißt, ob wirklich das drin ist, was draufsteht. Und obwohl ich eigentlich vegetarisch essen möchte… und mir nun Kollagen reinziehe. Widerlich. Nachdem ich nun seit 2 Wochen Kollagen süffele, frage ich mich natürlich auch: Wie sollte ich eigentlich merken, dass sich der Knorpel regeneriert? Ich kann ja schlecht ins Knie schauen und Beschwerden, die abklingen könnten, habe ich zum Glück nicht. (*toitoitoi*) Tja. Ich hätte nach diesen 3 Monaten wahrscheinlich schwer mit mir gekämpft, ob ich das weiterhin verwende oder nicht. Die Entscheidung wurde mir jetzt leichter gemacht. ;)

    1. Liebe Anna, das liest sich auch ein bisschen so, als ob Dein Zahnarzt nicht ausschließlich den hippokratischen Eid im Sinn hätte, sondern auch Dich als „Kundin“. Denn, machen wir uns nichts vor, natürlich geht es auch hier – zumindest in einem gewissen Rahmen – um Geschäft …

      1. Jep, das ist wohl wahr. Irgendwie geht es immer -okay: scheinbar sehr oft- ums Geschäft. Verstehe ich ja auch. Wir müssen alle schauen, wo wir bleiben. Aber irgendwie… ist es echt anstrengend. Alles musst du hinterfragen und prüfen. Und wenn du zwei (vermeintliche) Fachleute fragst, bekommst du drei Meinungen. Ätzend. Kein Wunder, dass man sich zwischendurch einfach nur mal anspruchsloses Zeug reinziehen will, das ist ermüdend und anstrengend (ich muss mir die Frauenzeitschriften schönreden, die ich neulich gekauft habe 🙊🙈).

        1. Liebe Anna,
          was hilft Dir am besten als Xylit-Produkt? Aufgrund Deines posts will ich es auch mal damit versuchen.:)) Ich geb Dir ja soo recht…mit dem „alles prüfen und hinterfragen..“ ich sag schon manchmal, man hätte Medizin studieren müssen…
          Ich hol mir auch zum Abschalten und für die gute Laune manchmal eine passende Zeitschrift…hilft ;)
          Man gönnt sich und dem Gehirn mal eine Pause…
          Glaubwürdige Quellen… Du sprichst mir aus der Seele. In den USA werden die Gehälter der Forscher oft von der Industrie bezahlt…kein Wunder, dass dann entsprechende Ergebnisse…ich sags mal vorsichtig: gepusht werden… Ich suche auch immer nach unabhängigen Quellen und das ist gar nicht so einfach. Können wir uns vielleicht austauschen?

          1. Liebe Katharina,

            ich nutze einen Mix verschiedener Xylit-Produkte. Für nach dem Essen (günstige) Zahnpflegekaugummis sowie abends (und manchmal morgens, wenn ich nicht zu faul bin) Meridol Mundspüllösung – die ist auch toll fürs Zahnfleisch. Anfangs hatte ich mir eine große (diese blaue) Dose Xucker gekauft. Ich dachte, ich nutze das dann gleich zum Süßen und habe es anstelle der Mundspüllösung verwendet. Also statt Mundspülung einfach einen Teelöffel Xucker nehmen – löst sich im Mund ja sofort auf – und dann damit „spülen“. Da ich hier aber so gut wie nie Zucker, Süßstoff oder ähnliches verwende, bin ich dann eben auf Meridol umgestiegen und es machte von der Zahngesundheit her keinen Unterschied. Nur mein Kopf kommt besser damit klar, dass ich kein Süßungsmittel als Mundspülung zweckentfremde. ;)

            LG Anna

            1. Liebe Anna,
              herzlichen Dank!! Ich werd dies auf jeden Fall ausprobieren:))
              Hast Du auch Einwände gegen Stevia? Ich nutze dies zum Süßen von Joghurt oder zur Eiszubereitung. Mit dem Geschmack komme ich eigentlich gut klar. Ich liebe Eis, gerade jetzt im Sommer, aber ich habe nix auf dem Markt gefunden, was ohne Zucker hergestellt ist :(
              LG
              Katharina

              1. Gerne. Und nee, Einwände hab ich keine. Weder gegen Stevia noch Xucker oder gegen was auch immer- ich nutze es hier nur fast nie. Und wenn tatsächlich mal ein Teelöffelchen Zucker gebraucht wird (selten, für meinen Schwarztee oder so), dann nehme ich tatsächlich Zucker. ;)

                LG Anna

  10. Meine Gonathrose – was habe ich da schon drauf geschmiert bzw. herunter geschluckt.
    Zuletzt Tabs mit MontmorencySauerkirschen aus US.
    Vor dem Kollagen von Weiderindern und Hundetabs habe ich mich bisher geekelt. Bei der Empfehlung von tierischem Kollagen, frage ich mich, warum dann gleichzeitig Fleisch meiden ? BSE oder sonstige Krankheiten sind sowieso vergessen.

    Alles erfolglos bei mir, genauso, wie ich eigentlich bis heute nicht weiß, ob zuviel Hitze, Kälte, Feuchtigkeit zu Verschlimmerung/Verbesserung führen.
    Mal bin ich komplett schmerzfrei, mal nicht.

    Allein spezielle regelmäßige KG-Übungen, auch mit Flexiband zeigen kurzfristig Erfolg.

  11. Wirklich ein sehr wichtiges Thema! Meine Mama hat damit zu kämpfen.
    Erbt man diese Krankheit? Oder die Veranlagung?
    Wie Du schon schreibst, wichtig ist eine richtige Diagnose.
    Gibt es hierzu eine Beschreibung von Symptomen die hier etwas Aufklärung geben?
    Ich habe mir Deinen Text gespeichert, da sind viele wertvolle Informationen dabei.:-)
    Vor allem warnst Du von Sachen die nichts bringen, es ist ja bekannt, das der der leidet am liebsten alles kaufen würde.

    Wie soll am besten die Ernährung aussehen? Wenig Fleisch und tierische Fette und viel Fisch?
    Gibt es hierzu noch weitere Tipps?

    Vielen Dank!

  12. „Mit 39 habe ich mein erstes künstliches Hüftgelenk bekommen, zwei Jahre später war die andere Seite dran“.

    Wow. Will gar nicht wissen wie sich das erst mal anfühlt damit klarkommen zu müssen, und dann auch noch mit DEM Beruf.
    Ich habe seit Geburt ein körperliches Handicap und komme gut klar (Frühgeburt, Sauerstoffmangel), ich kenne es aber eben auch nicht anders. Wobei es trotzdem mal Zeiten gab und gibt wo man die Schnauze einfach voll hat.

  13. Hallo in die Runde,
    Ich habe meine Beschwerden im Knie mit Blutegeln geheilt. Ich habe sie mir selbst angesetzt, was der ekligste Teil war und mir ehrlich gesagt nicht so viel davon versprochen. Wenn der Leidensdruck aber so groß ist und man nicht auf Medikamente steht, versucht man alles. Am Abend durchgeführt und schon die erste Nacht schmerzfrei durchgeschlafen. Am nächsten Morgen habe ich nicht mehr daran gedacht und merkte dann im Laufe des Tages, dass ich keinerlei, ich buchsstabiere:“ k e i n e r l e i“ Schmerzen mehr hatte. Seit der Zeit puckert es bei großer Anstrengung ab und an, aber bisher hatte ich keine Folgebehandlung, keine Medikamente mehr usw. Der Arzt hatte mir damals keine großen Hoffnungen gemacht, so nach dem Motto : durchhalten bis es nicht mehr geht und dann irgendwann OP. Das war keine Alternative für mich und deshalb der Selbstversuch. Das ist natürlich eigenes Risiko, aber man kann es auch bei Ärzten machen lassen. Ich kanns nur empfehlen und was riskiert man schon?

      1. Internet machts möglich oder nutze einfach den Hausarzt oder Ganzheitliche Mediziner. Davon gibt es inzwischen ein breites Spektrum.

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