WEIHNACHTEN 2017: EIN WARMER ORT DER LIEBE?

Zu diesem Weihnachtsfest ist es mir besonders aufgefallen: Viele Menschen präsentieren ihren Lifestyle gerne zu den winterlichen Festtagen. Da wird der üppig geschmückte Baum vorgeführt, oder die festlich-opulente Festtagstafel. Dazu sieht man herausgeputzte Menschen mit den neuesten Glitzertretern und in flauschige Kaschmirpullover gehüllt. Was ich selbst in diesem Jahr zum Heiligen Abend erlebt habe, hat mit dem eben geschilderten Hochglanzweihnachten nichts mehr zu tun. Es geht um die Dinge, vor denen wir – gerade zu Weihnachten – gerne die Augen verschließen…

Was feiern wir zu Weihnachten? Uns?

Verzeiht, wenn ich die weihnachtliche Feel-Good Atmosphäre gerade zerstöre, aber ihr könnt jetzt noch wegklicken.

Und ehrlich gesagt möchte ich wirklich niemandem die festliche Stimmung vermiesen. Ich weiß ja, wie schön es sein kann, wenn man, fein herausgeputzt, ein Disney Weihnachten feiert, bei dem alles und alle um die Wette strahlen.

Wenn Kinder fein singen, die Kirche ausnahmsweise brechend voll ist, der Braten gemundet hat, und sich beim Flanieren die Menschen „Fröhliche Weihnachten“ zurufen.

Der Heilige Abend ist voll von hübschen Traditionen, die sich irgendwann einmal ergeben haben, und doch haben sie für die meisten Menschen nichts mehr damit zu tun, dass zu diesem Tage ein Kind geboren wurde. In ärmlichsten Verhältnissen, in einem Stall zwischen Tieren. Der Vater und die hochschwangere Mutter auf einem langen, beschwerlichen Weg, verjagt, ohne Unterschlupf. Und dennoch schien dann nur über eben jenem schmutzigen Stall der hellste Stern.

Heute scheinen viele Sterne, einer heller als der andere. Man hat fast das Gefühl, es gibt zu Weihnachten einen stillen Wettbewerb, wer das seligere Glänzen in den Augen und auf den polierten Schuhen trägt.

Weihnachten mit wenig Glanz

Ein warmes Plätzchen zu Weihnachten finden, ist auch heutzutage für viele Menschen nicht mehr selbstverständlich.

In diesem Jahr war mein Erlebnis zu Weihnachten auch mit nur wenig Glanz beschienen. Die Bedürftigen- und Obdachlosenzahlen steigen ständig. Dabei ist mittlerweile besonders die Altersarmut deutlich hervorgetreten. Entweder man versucht mit über 70 noch eine kleine Arbeitsstelle zu finden, oder man lebt fast schon im Elend. Viele dieser Schicksale und Geschichten, die ich am Heiligen Abend zu hören bekam, haben mich aufs tiefste beschämt.

Ich hätte nicht gedacht, dass in einem so kurzen Zeitraum von ein paar Jahren, eine solche Steigerung der Bedürftigkeit unter alten Menschen passieren kann. Doch es ist so. Ich war umringt von Menschen, die ihre Mieten und Stromtarife nicht mehr bezahlen können. Die sich die Lebensmittel nicht im Supermarkt (geschweige im Bioladen), sondern täglich bei der Tafel abholen. Menschen, die kaum noch Kontakte pflegen und kein Lächeln mehr bekommen, weil soziales Leben mittlerweile ordentlich Geld kostet, weil sie sich mit schlechter Kleidung und fehlenden Zähnen nicht mehr unter die Leute trauen.

Alles keine Einzelfälle, sondern Massen!

Wir Hilfskräfte waren in diesem Jahr maßlos überfordert. Es kommen immer weniger Menschen um freiwillig zu helfen! Es fehlen hunderte Helfer in NRW, und kurz vor Weihnachten musste deshalb sogar eine Tafel in Hamminkeln (Niederrhein) schließen.

Derzeit sind etwa 200.000 Menschen bei den rund 170 Tafeln in NRW registriert, davon sind ungefähr die Hälfte Rentner (In einigen Ruhrgebietsstädten gibt es mittlerweile Wartelisten, weil die ehrenamtlichen Helfer fehlen!). Viele andere Bedürftige trauen sich aber nicht zu kommen, oder trauen sich nicht mehr, weil die Zustände auch in diesen Einrichtungen immer unübersichtlicher werden. Die wachsende Altersarmut ist wirklich äusserst besorgniserregend.

Ich habe früher gedacht, dass es bei uns eines Tages kaum noch Armut geben wird. Obdachlosigkeit ist manchmal selbst gewählt, obwohl das auch nicht sein muss. Sozialschmarotzer gibt es auch. Aber Altersarmut ist für eine Gesellschaft wie unsere mehr als beschämend, wenn man bedenkt, dass viele Menschen aus ihrer lebenslangen Arbeitsleistung kaum noch ein Dach über dem Kopf, Strom und Nahrung bestreiten können.

Anstatt glitzernde Christbaumkugeln und Selfies unterm Mistelzweig, habe ich in diesem Jahr besonders viele Tränen gesehen. Ich habe in viele müde und hoffnungslose Gesichter geschaut, und ehrlich gesagt habe ich mich überfordert gefühlt.

Ausserdem bin ich wütend, dass diese Themen so wenig aufgegriffen werden. Schlagworte fallen ständig, aber es wird viel zu wenig getan. Man kommt sich fast schon lächerlich vor beim Schreiben dieser Sätze, und viele finden es sicher lästig.  Und wenn mich hier wieder einmal jemand verächtlich als „Gutmensch“ bezeichnen möchte….Bitteschön!

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser)

19 Kommentare

  1. Astrid
    Oh ja das Thema Altersarmut macht mich wütend und bereitet mir Angst. Nicht jeder hat ein Job wo er 10.000 Euro verdient. Die Politik interessiert es überhaupt nicht wie es ihrem Bürgern geht. Bein Erhöhen der Diäten ist man sich sofort einig. Mich widert das mittlerweile so an die Geldgier unserer sogenannten Führung. Wir müssen jeden Cent versteuern und die Herren können zig Einahmequellen haben. Als Rentner kannst du die nichts mehr leisten. Die Mieten explodieren ebenso die Nebenkosten und es wird zugeschaut. Ich hoffe das daß Volk endlich mal aufsteht und sich wehrt. Die Masse hat so eine Macht,nur leider nutzt sie die nicht.

  2. Guten Morgen KK, leider hast du vollkommen Recht mit dem was du schreibst. Alle tun Weihnachten so friedlich und christlich, aber sie denken nur an sich selbst und kaufen wie verrückt(auch nur für sich selbst).Wenn man das Thema „Menschen in Not“ anspricht, heisst es immer“es gibt ja den Staat“ und „niemand muss in unserem Land hungern oder auf der Strasse leben“. Ich habe vor Jahren beschlossen, bei diesem Mist nicht mehr mitzumachen. Geschenke gibt es nur für die Kinder. Das gesparte Geld wird gespendet.In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis werde ich manchmal angesehen, als käme ich von einem anderen Stern. Die Politik wird nichts ändern.Da muss jeder Einzelne ran.Alle, die ein Herz haben, sollten mit offenen Augen durch die Welt gehen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen!!! Viele Grüße und einen schönen zweiten Weihnachtstag, Gabi

  3. Astrid hat es schon auf den Punkt gebracht und sie hat Recht keiner geht mehr auf die Straße um zu protestieren. Unsere Politiker sind beleidigt da wir falsch gewählt haben und sind nicht in der Lage zu regieren. Aber ihre Diäten werden weiter gezahlt und zusätzlich noch erhöht. Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer mehr.
    Die Alten interessieren doch keinen, 45 Jahre arbeiten für eine mickrige Rente, bist du ja selbst Schuld hättest ja was anderes werden können.
    Alles wird reglementiert und mehrfach besteuert. Viele Rentner in Europa leben in bitterer Armut, auch bei uns und es ist erst der Anfang.
    Bald rücken die geburtenstarken Jahrgänge nach und möchten ihre Wohlverdiente Rente jeden Monat ausgezahlt haben. Wie viele werden davon leben können?

    Frohe Weihnachten!

  4. Lieber KK
    ich denke, gerade die Weihnachtszeit ist doch eine Zeit, in der man diese Verhältnisse ansprechen kann/ soll
    Ich mache die gleichen Erfahrungen. Ich arbeite im sozialen Bereich und bei diesen Zuständen fühlt man sich nicht nur oft
    überfordert, sondern man ist es ja auch . Gerade die Menschen, ob in Rente oder aufgrund von Arbeitsunfähigkeit, sind , wie du
    schilderst, nicht mehr in der Lage, sich mit kleineren Arbeiten wenigstens ein Minimum dazuzuverdienen.
    Und die Tafeln: traurig, das man sie braucht, aber es gibt m.W. auch da große Unterschiede.
    Inzwischen „sammle“ ich Gutscheine,(lasse ich mir teilweise auch schenken) von DM , REWE etc, und verteile sie an solche Menschen.
    Ein winziger Tropfen.
    Lieben Gruß
    Sylvia

  5. Die Proritäten bei der staatlchen Hilfe haben sich geändert, auch wenn die „Alten“ nie eine Lobby hatten. Bei jeder Rentenerhöhung wird lang vorgerechnet, wieviel das jetzt den Staat kostet. Auch kommt bei der Altersarmut stark zu tragen, daß diese Menschen oft nur noch allein leben, geschieden oder verwitwet. Wie auch ein SingleHartzIV Empfänger, lassen sich allein Miete, Wasser, Heizung, Strom, Gas, Telefon schwieriger stemmen als wenn man zu zweit bzw. sogar mit Kindern zusammen lebt und sich die staatlichen Leistungen aufsummieren bei nicht so stark steigenden Wohnkosten. Nicht jeder hatte das Glück ausreichend Geld zu verdienen, um sich Wohneigentum zu kaufen oder auf dem Land im ererbten Haus zu leben und sich irgendwie mit dem eigenen Gemüsegarten noch durchzubringen.
    Leider zahlt der Staat mittels HartzIV oder eben Grundsicherung im Alter nicht die tatsächlichen Grundkosten, sondern nur niedrige Pauschalbeträge für Miete und Co., sodaß der Betroffene das „Essensgeld“ dafür verwenden muß.
    Angesichts der überall propagierten guten dt. Konjunktur sollte der Staat endlich gegen hohe Wohnkosten vorgehen bzw.diese bei Bedürftigen tatsächlich vollständig übernehmen. Wer zahlt in einer westdeutschen Stadt etwa nur 300 – 400 € Wohnkosten in einem Singlehaushalt ? Wie soll man dies mit staatlichen 800-900 Euro monatlich bezahlen ? Wobei sich auch viele schämen zum Amt zu gehen, auch aus Angst, daß dann die Kinder finanziell heran gezogen werden und so mit noch weniger Geld schlecht irgendwie überleben.
    Die gesamte Problematik im Alter wird noch übertroffen von der Situation, wenn man dann gesundheitsbedingt auf Hilfe angewiesen ist. Für eine Pflege zuhause zahlt der Staat keine 24hPflege, die osteuropäischen „illegalen“ Pflegekräfte können sich die wenigsten Angehörigen leisten, andererseits schmeißt der Staat unkontrolliert Tausende von Euros für ein kleines Zimmerchen in einem Heim mit überlasteten Pflegekräften aus dem Fenster.
    Es ist sehr traurig.

  6. Es wurde hier leider schon alles gesagt, immer mehr Geld/Besitz/Macht verteilt sich auf immer weniger Menschen, der wenige Rest auf immer mehr Arme oder zumindest Armutsgefährdete, die sogenannte Mittelschicht bricht langsam weg. Dass keiner hungern oder frieren muss, wenn er ordentlich arbeitet(e), bzw. Arbeit findet, wenn er sich nur wirklich bemüht, ist genauso eine „Beruhigungstablette“ für diejenigen, die es nicht trifft, wie der Irrglaube, dass es einen selbst nie „erwischen“ könnte! Das kann – unverschuldet oder nicht – jeden treffen.

    Ich rede fast aus Erfahrung, langjährige Krankheit und Arbeitsunfähigkeit des Partners, der für die „sozialen“ Stellen nicht krank genug ist, um ihm Unterstützung zu gewähren, für Arbeitsamt geschweige denn Arbeitsmarkt jedoch zu alt (59!) und vor allem zu „kompliziert“ als Arbeitnehmer ist, da nur mit körperlichen Einschränkungen einsetzbar, lässt einen schnell an die Grenzen stoßen (und auch den Glauben an soziale Gerechtigkeit verlieren) – finanziell und seelisch-körperlich gleichermaßen. Ohne kleine Rücklage, die eigentlich für später = Pension gedacht war, wären wir vor zwei Jahren fast gescheitert. Hätte ich mir auch nie träumen lassen …

    Die Welt ist eindeutig schon lange wieder auf einem kalten Weg, was genaugenommen kein Wunder ist, wenn z.B. beruflicher Erfolg fast nur mit Ellenbogentechnik und Rücksichtslosigkeit möglich ist, was mit Zielorientiertheit oder Durchsetzungskraft gleichgesetzt wird. Und ich stehe dazu: die immer stärkere virtuelle Vernetzung sowie der damit verbundene Informationsrausch lässt uns abstumpfen und macht uns entweder dümmer oder aber oberflächlicher und gedankenloser.

  7. Ich finde es schlimm, wie manche Leute in den sozialen Medien ständig prahlen, dass sie seit Tagen nur noch essen und Geschenke auspacken. Als gäbe es nichts anderes mehr.
    Das macht einige für mich schrecklich unsympathisch.
    Frohen letzten Feiertag!

  8. Wieder einmal hast Du die richtigen Worte gefunden. Die ganzen Bilder bei Facebook, Instagram ect. die eine ach so tolle, glitzernde Welt zeigen, Menschen die in scheinheilger Harmonie vor dem festlich geschmückten Weihnachtsgabentisch stehen, der unter all den bunt verpackten Geschenken fast zusammen zu brechen droht… all das ist doch nur den wenigsten von uns vorbehalten. Bei den meisten sieht es doch ganz anders aus.
    Wieviele können sich nichtmal ein kleines Festessen gönnen, geschweigen denn Geschenke?
    Viele davon sind, wie Du schon sagtest die älteren, die Rentner und die unschuldig Arbeitslosen. Und selbst die, die eine Vollzeitstelle haben könne sich mit ihrem Lohn kaum noch was leisten, wird das meiste Geld doch von der Miete und den laufenden Kosten verschlungen.
    Inwieweit wird an all diese Menschen gedacht ? Warum wird auf den gängigen Portalen nichtmal dieses Bild gezeigt ?
    Weil es beschämend ist, weil man selber ja mit dran schuld sein könnte und alleine nur deshalb, weil man all sein Geld lieber in teure Kleidung und ein postbares Foto steckt, damit die ganze Welt sieht, dass man nicht zur unteren Klasse gehört, als vielleicht auch nur mit einem kleinen Teil dazu bezutragen, dass es den ärmeren Mitmenschen wenigstens ein klein wenig besser geht ?
    Es gibt in meinen Augen eigentlich genug Geld für alle, es sollte nur mal besser aufgeteilt werden.
    Und selbst, wenn es nicht darum geht einen kleinen Teil des Geldes an andere, ärmere abzugeben, sondern mit Taten zu helfen ist das oftmals schon zu viel des Guten. Wie oft habe ich beobachten können, dass der Bettler, der jedem freundlich „Guten Tag“ sagt ignoriert wird. Vielleicht weil, die Menschen Angst haben zusätzlich zum Gruß noch um Geld angebettelt zu werden. Ich grüße ihn jedesmal zurück und werde mit einem dankbaren Lächeln belohnt. Ich kann ihm auch nicht immer etwas geben, aber doch wenigstens Freundlichkeit und den Respekt ihn wie einen Menschen zu behandeln.

    Und wo ich schonmal dabei bin…
    Als ich die Tage laß, dass sich unsere Politiker wieder einmal die Däten erhöht haben konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Wir haben noch keine wirkliche Regierung, dazu sind die feinen Herren und Damen nicht in der Lage sich zu einigen, aber wenn es darum geht mehr Geld für sich in der Tasche zu haben schon. Sollte es nicht eigentlich so sein, dass das Volk erstmal entscheiden sollte, ob sie überhaupt bezahlt werden, solange sie ihrer Arbeit als Volksvertretung nicht wirklich nachkommen ?

  9. Ich finde diese Sätze (oder diesen Post) ganz und gar nicht lästig oder lächerlich. Im Gegenteil. Danke dir, dass du den Blick auch mal auf die lenkst, die keine Lobby haben. ❤

    Übrigens einer der ganz wenigen "Weihnachts"-Post, die ich gelesen habe, denn mit diesem "jetzt sind wir auf Knopfdruck besinnlich und liebevoll"-Getue habe ich nichts am Hut. Ich schrieb es bereits anderswo, dass mein Verhalten keinen saisonalen Schwankungen unterworfen ist, ich ergo um die Weihnachtstage auch keine Schippe drauflegen muss. Oder möchte. 😉

  10. Mich wundert es schon lange, dass das Volk sich nicht wehrt – hallo Astrid.
    Ich sehe es in meinem Umfeld. Wann immer man über Politik in Deutschland, über genau die Zustände, über die du schreibst, KK, und über die düsteren Aussichten spricht – ganz ehrlich, es interessiert fast nicht. Ich denke, das Thema wird weggeschoben. Es ist ja auch unbequem und es macht Angst. Ich habe diese Angst vor einem möglichen Absturz, der nie wieder aufgefangen werden kann, schon lange.
    Hartz 4 muss weg. Aber dazu muss man auch richtig wählen. Es ist mir schleierhaft, wie noch immer sensationelle Quoten für bestimmte große Parteien zustande kommen.
    Reichensteuer? Ja! Aber dazu muss das Volk eben wirklich mal aufstehen. Es sind doch genug, die Armut schon betrifft oder treffen wird.

  11. Lieber KK, wer sich hierüber verächtlich äußerst, dem ist nicht zu helfen. Was du schilderst, macht dich zu Recht wütend- und mich auch. Traurig, dass es in einem reichen Land so zugehen muss. Respekt, dass du dich so engagierst. Da sollten wir uns alle eine Scheibe davon abschneiden. LG und trotz allem noch einen schönen 2. Feiertag🤗

  12. Lieber KK,
    Dein Bericht trifft genau auf den Punkt. In diesem Jahr haben wir für Obdachlose mit Hunden eine kleine Feier gehalten und es gab jede Menge für die Tiere. Meine Freundin hilft immer bei der Tafel in Köln.
    Für mich ist dies selbstverständlich auch das ganze Jahr über etwas zu tun. Die meisten Menschen sind auch glücklich über die Unterstützung und es gibt viele schöne Momente.
    Ich bin bestimmt kein Gutmensch, ich finde es nur sehr traurig dass wir oft von Ellbogenmitmenschen umringt sind…
    Aber durch viele schöne Begenungen jeden Tag habe ich immer noch die Hoffnung, dass ein Umdenken stattfinden kann.
    Man darf niemandem einen Vorwurf machen der nicht über seinen Schatten springen kann, was praktische Hilfe angeht bei solchen Themen. Jeder kann etwas tun, so oder so.
    Ich wünsche jedem einen wunderschönen 2. Weihnachtstag.
    Liebe Grüße, Britta

    1. Warum ist das Wort Gutmensch eigentlich so negativ besetzt ? In meinen Augen ist das etwas gutes, ein einfühlsamer Mensch, der auch an andere denkt. Das Gegenteil von Egoismus und Narzissmus.

  13. Man hat schon das Gefühl, dass die meisten Menschen an Weihnachten vor allem sich selbst feiern…..
    Danke für deine – wie immer – klaren und ehrlichen Worte!

  14. Hallo ,

    Ich verstehe dich sehr gut , ich Sehe das mehrmals, da wir oft Patienten haben , die nicht genügend Kleidung mit in die Klinik bringen.
    Wenn Sachen über sind bringen wir diese schon mit zur Arbeit von Shampoo bis zur Kleidung.

    Aber man sollte auch Nicht vergessen, dass Weihnachten eine Zeit der Besinnlichkeit ist und das die Familie zusammen kommt. Ich wünsche mir das für jeden , dass er ein schönes Familienfest hat ohne Stress.
    Ich Wünsche mir auch einfach mehr Anerkennung für die Leute die Weihnachten arbeiten.
    Und nicht den Job hast du dir ja so ausgesucht. Das hat damit Nichts zu tun.
    Dann können wenigstens ein paar die nicht arbeiten müssen ,diesen Menschen helfen. Wieviele würden sich freuen über einen kleinen Besuch in den Institutionen die keine Verwandten Haben und einsam
    waren.

    Lg Anna

  15. Lieber KK,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Es ist in der Tat beschämend, mir fehlen die Worte. Auch in meiner Familie wird es immer schlimmer. Meine Mutter hat ihr Leben lang gearbeitet, um uns drei Töchtern ein gutes Leben zu ermöglichen. Jetzt reicht ihr Geld kaum noch aus, sich selbst ein „normales “ Leben zu ermöglichen, sie möchte arbeiten, bekommt aber kaum noch Arbeit. Ich arbeite wie verrückt, mit dem Ergebnis, dass ich sie zwar minimal unterstützen kann, aber vor lauter Arbeit keine Zeit habe, sie zu sehen. Es ist schrecklich, beschämend und flößt mir Angst ein und macht mich hoffnungslos. Anhand all der Glitzerbilder frage ich mich, wer hier wen verarscht. Warum sagt niemand was? In diesem Sinne noch einmal Danke für diesen Bericht.

    Frohe Weihnachten und viele Grüße!
    Annie

  16. Lieber KK,
    ich arbeite im Sozialbereich, bin gelernte Krankenschwester und als Beraterin in Pflegefragen tätig, bin zudem auch pflegende Angehörige; ich habe vieles, worüber ich mit meinen KlientInnen spreche, selber leidvoll erfahren; Existenzängste, Sorgen, Leid, Tod, Hoffnungslosigkeit, Trauer, Einsamkeit… ich freue mich, in Dir auch einen Gleichgesinnten, einen Gutmenschen, gefunden zu haben,
    ich habe den Eindruck, es werden immer weniger, die Welt wird dadurch „kälter“, eine schmerzliche Erfahrung mehr,
    Menschen wie Du, machen „Weihnachten“ möglich,
    alles Liebe für Dich,
    Gabriele

  17. Ein Stück weit muß ich solche Themen zu Weihnachten ausblenden.
    2 Wochen vor Weihnachten ist z.B. ein Kollege bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückt. Er war jünger als ich, ich bin 35.
    Es ist nicht selbstverständlich mit seinen Lieben an Weihnachten überhaupt irgendwo sitzen zu können, egal ob im Warmen oder Kalten. Grade dieser Unfall hat mir das wieder ins Gedächtnis gerufen. Aber wenn ich nur noch an ’sowas‘ denke, verzweifele ich an der Welt.
    Ich finde es gut, dass es hier bei dir keinen Glitzerartikel mit opulenten Bildern vom Baum, den Geschenken, der Deko etc gibt. Die Realität ist in sehr vielen Fällen (wie von dir beschrieben) ohnehin eine andere als Glitzer.

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