LIFESTYLE: KANN ICH NACH DEN VERFRESSENEN FEIERTAGEN AUS DEM ANGESETZTEN FETT MUSKELN MACHEN?

Sehr viele Menschen in unseren Gefilden nehmen zur Weihnachtszeit zu. Natürlich ist das meist Körperfett und keine Muskulatur, denn das Essen schmeckt zu den Festtagen besonders gut, und die Dunkelheit, sowie die Kälte, lassen uns deutlich träger werden als im Sommer. Der Körper braucht also weniger Energie, wir führen ihm aber Braten, Klöße und feinste Süßspeisen zu. Schon lange hält sich dazu der Mythos, dass man aus dem überflüssigen Fett durch Sport ja dann wenigstens Muskulatur machen könne. Ist das so einfach?

 

Im Sport hört man sehr oft den Satz: „Du hast ja schon ordentlich Masse, jetzt wandeln wir das mit dem richtigen Training in Muskeln um!“

Nach den Weihnachtsfeiertagen bekomme ich auch ständig Anfragen, ob wir denn nun das überflüssige Fett in Muskelgewebe umwandeln könnten, damit die Gewichtszunahme wenigstens besser aussieht? Hmm, Moment…ich hole nur eben meinen Zauberstab!

Um das zu beantworten brauche ich diesmal eigentlich keinen ellenlangen Blogpost, sondern ich kann eine einfache Antwort dazu geben: Eine Umwandlung von Fett in Muskelmasse (also Fett zu Protein) ist nicht möglich!

Auch wenn ich mit dieser Aussage sicherlich so einige Träumchen zerstöre, aber man muss der Wahrheit ins Auge sehen. Dazu kann ich euch ja einmal ein paar Hintergründe erläutern…

 

Körperfett und Skelettmuskulatur

Körperfett besteht aus Fettzellen, den Adipozyten. Der uns Menschen häufig störende Teil des Körperfettes ist das sogenannte „Depotfett“. Andere Arten von Körperfett sind nicht sichtbar oder besitzen eine Funktion und sind hier nicht erwähnenswert. Die Adipozyten sind mit Fett gefüllt, das der Körper aus den im Blut vorkommenden Fettsäuren herstellt. Es findet dort zwar ein Umwandlungsprozess statt, hier wird aber nur aus einer Art von Fett eine andere Art von Fett hergestellt. Fett bleibt also (leider) immer Fett.

Unsere Skelettmuskulatur besteht aus Eiweiß (Protein), das ist essenziell, also unbedingt nötig. Ohne von außen zugeführtes Protein ist der Körper nicht in der Lage Muskelgewebe aufzubauen. Fett spielt bei der Herstellung dieses Gewebes nur eine stark untergeordnete Rolle, nämlich zur Energiebereitstellung bestimmter Stoffwechselvorgänge.

 

Warum behaupten so viele Leute man könne Fett in Muskeln umwandeln?

Sportanfänger oder stark übergewichtige Menschen können für einen sehr begrenzten Zeitraum gleichzeitig Muskeln aufbauen als auch ihren Körperfettanteil reduzieren. Das geschieht parallel, nicht miteinander.

Der Körper ist in diesem Fall also in der Lage, zeitweise Körperfett abzubauen und trotzdem bei entsprechender Proteinzufuhr neues Muskelgewebe aufzubauen. Dies kann dann für einen selbst und Außenstehende den Eindruck erwecken, dass Körperfett in neue Muskulatur umgewandelt wird. Doch Obacht: Dieser Vorgang kann nur unter gewissen Umständen stattfinden, und das für einen begrenzten Zeitraum. „Normale“ Sportler werden von diesem Vorgang kaum etwas zu spüren bekommen, da die Veränderungen deutlich schleichender vonstatten gehen.

Es ist ungeheuer schwierig bei einer Diät überhaupt Muskelmasse zu erhalten, da der Körper diese gerne und sehr leicht zur Energiegewinnung heranziehen kann. Trotzdem sollte es das oberste Ziel sein, die Muskelmasse zu erhalten. Deshalb auch bitte nicht an kurze, heftige Crash-Diäten nach den Feiertagen denken!

Übrigens ist noch niemand davon dick geworden, nur mal zu den Weihnachtsfeiertagen „gesündigt“ zu haben! Die Schlemmerei sollte eben nur nicht zur Gewohnheit werden, dann reguliert sich das Gewicht nach den „verfressenen Feiertagen“ von alleine wieder! Bewegung hilft dabei übrigens besonders gut… 😉

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(Fotos: Konsumkaiser, beFunky   Keinerlei Sponsoring) 

12 Kommentare

  1. Die überzähligen Kilos futtert man sich nicht zwischen Weihnachten und Neujahr an sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Der Spruch ist zwar schon alt, aber nicht weniger wahr 😉

  2. Astrid
    Ich verstehe es nicht das man an 3 Tagen so viel frisst😂gottseidank hab ich da nie ein Problem ,Ich esse nie viel. Ja der sport da bin ich leider faul. Ich hab auf Arbeit viel Bewegung. Ich weiß das es kein Ersatz ist. Naja vielleicht wirds ja mal wieder was mit dem Sport.

    1. Na, es geht ja für viele die ganze Adventszeit über hoch her (essenstechnisch). Und dazu noch der viele Glühwein. 🙂
      Ich kann es schon verstehen, wenn da die Waage verrückt spielt. Aber es muss echt nicht sein, man kann ja auch mal die eine oder andere Mahlzeit auslassen, und insgesamt etwas Maß halten. Auf der anderen Seit…wer gerne schlemmt, der sollte sich zum Fest auch nicht kasteien.
      Liebe Grüße, KK

  3. Aber was bitte hat es dann mit dieser ominösen Massephase auf sich? (Du merkst: Das Thema beschäftigt mich etrem. 😉 ) Die funktioniert doch letztendlich nach ebendiesem Prinzip? Futtern und die „Masse“ dann gewissermaßen in ein definiertes Etwas umwandeln? So erklärte man mir das zumindest, weil ich davon nichts halte. Gar nichts. Ich habe Hunger, ich esse. Ich habe keinen Hunger, ich esse nicht. Vom Mästen halte ich nichts. Weder vor noch nach Weihnachten. 😉

    LG Anna

    1. Du sagst es schon ganz richtig, das ist eigentlich Quatsch. Obwohl es ist etwas Wahres dran: mit mehr Masse, in dem Fall auch Fett, ist man in der Lage größere Gewichte zu stemmen, was das Training beeinflusst, da man ja (um Muskeln aufzubauen) viel mehr Richtung Maximalkraft tendiert als zu vielen Wiederholungen, also Kraftausdauer. Massigere Menschen können also mehr Gewicht „verpacken“, und daraus resultiert dann wiederum mehr Muskelzuwachs. Das Fett muss trotzdem wieder weg, das ist dann die berühmte Definitionsphase.
      Um Muskeln zuzulegen braucht man einen Kalorienüberschuss, möglichst mit viel Protein. Da aber viele denken, dass man richtig „fressen“ muss, wird aus dem Muskelzuwachs meist eher ein Kombi aus Fett- und Muskelzuwachs.
      In der Definitionsphase nimmt man dann leider auch wieder gewonnene Muskelmasse ab. So wenig wie möglich, das ist dann die Kunst dabei!
      Man kann so viel essen, wie man möchte, doch man kann hierdurch das körpereigene natürliche Limit für die Proteinsyntheserate nicht verändern. Wenn man mehr Nahrung zu sich nimmt, als der Körper für den Muskelaufbau verwenden kann, wird dies ganz einfach nur zum Aufbau von zusätzlichem Körperfett führen.
      Massephase ist also eher ein Synonym für „ordentlich fressen und breit werden, egal wie“. Mit Qualitätsmuskulatur hat das dann nichts zu tun.
      Liebe Grüße, KK

  4. Nachtrag noch: Schöner Hinweis von einer befreundeten Ernährungsberaterin: Du nimmst nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu. Sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. 😉

  5. Mit etwas Geschick und Überlegung kann man ohne größere böse Folgen schlemmen, selbst an Festtagen.
    Indem man sich den Teller mit allem, was viel Eiweiß enthält, also Fleisch, Fisch, Eier, Käse… und dazu ganz viel Gemüse volllädt und die Beilagen wie Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis meidet. Und wenn man selbst kocht, kann man mit Zuckerersatzstoffen und ohne Mehl wunderbare Desserts zaubern.
    Viel Eiweiß ist übrigens toll für die Haut!

    Viele Grüße von Claudia, die sich gerade eine Pfanne voll Spiegeleier gegönnt hat.

    1. Mache ich auch so. Eiweiß macht so schön satt, dann fällt es gar nicht mehr so schwer auf zu viel Dessert zu verzichten. Und Spiegelei gabs gestern Abend bei mir auch. 😉
      Liebe Grüße, KK

  6. Danke dasdu mir so einen guten Einblick in diese Diat/Muskel Aufbau Sache gibst. 1. habe ich ein 1,82 Monster von 15 Jahren zu Haus, das quasi “Kohlenhydrat (Fr)Esser “ auf der Stirn ein Tätowiert hat und der Meinung ist, durch Sport alles regeln zu können. So kann ich ein bisschen Fachwissen einwerfen, wenn ich versuche ihn auch mal um Gemüsigeren Essen zu bekommen. 2. muss ich mich mal wieder selbst motivieren für mich körperlich was zu tun. Und ist auch dieser Einblick in die Proteinsyntheserate wichtig und interessant.

  7. Das geht bestimmt, mit den Muskeln aus Fett. Stroh zu Gold geht ja auch. Wenn man Rumpelstilzchen heißt 😉 Ich halte mich mal lieber an das, was definitiv klappt: Für Muskeln braucht es die Beanspruchung derselben.
    Liebe Grüße
    Fran

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